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  3. Allgemeines zum Buddhismus

"Ist der Guru noch zeitgemäß?"

  • Ichbinderichbin
  • 29. Dezember 2019 um 19:17
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Ichbinderichbin
    Gast
    • 29. Dezember 2019 um 19:17
    • #1

    Ein Interview mit dem Soziologen Werner Vogd zu der Frage, ob das buddhistische Lehrer-Schüler-Konzept für den Westen taugt.

    "Wir haben, der Aufklärung geschuldet, ein völlig anderes Menschenbild als Asien. 'Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit', schrieb Kant. Wir sind gewohnt, ohne Bevormundung auf die Suche nach Erkenntnis zu gehen."

    Bedenkenswert.

    Ist der Guru noch zeitgemäß? - ursachewirkung.at

  • Fǎ Fá
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    • 29. Dezember 2019 um 19:24
    • #2

    Also grundsätzlich ist Guru derjenige, von dem ich vertrauensvoll lernen kann. Wenn man die Augen offen hält, gibt es aber dennoch leider immer noch die Situationen, dass in Guru-Schüler-Beziehungen Missbrauchssituation entstehen. Der örtliche Pfarrer, der dem Christen geistliche Leitung gibt, ist im weiteren Sinne auch Guru. Oder die monotheistischen westlichen Religionen, deren Religionsstifter als Guru fungieren. Es gibt verschiedene Positionen, ob ein Guru immer lebendig sein muss oder auch ein früherer Mensch durch seine Lehren einweihend, also Guru, sein kann. Dann noch die Unterscheidet zwischen Gurus, von denen man lernt, und jenen, die einen in spirituelle Schülernachfolgen einweihen.

    Es gibt kein spirituelles Lernsystem ohne Guru - nur hat sich das Verhältnis zwischen Guru und Schüler stark gewandelt. Heutzutage erkennt man oft auch, dass in bestimmten Fachfragen der eigenen spirituelle Guru nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner ist, sondern wenn man z.b. eine Beratung in einem medizinischen Fachgebiet brauche, dann ist mein Vertrauensarzt der Guru. Den Arzt sucht man sich selbst - allerdings sucht man sich heutzutage auch die spirituellen Gurus selbst.

    Es gibt aber immer noch Fehlentwicklungen, wo die Menschen ihr Gurus auch für Gebiete befragen, in denen diese gar nicht zuständig oder kompetent sind. Ich glaube aber schon, dass es heute ganz üblich ist, sich in "einer selbst verschuldeten Mündigkeit" den richtigen Lehrer zu suchen.

  • Online
    Helmut
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    • 29. Dezember 2019 um 19:39
    • #3

    Der Guru, der spirituelle Lehrer, ist und bleibt zeitgemäß. Warum sollen wir denn auf einen spirituellen Lehrer verzichten, wenn wir ja schon Lehrer brauchen, nur um Schreiben. Lesen und Rechnen zu erlernen? Wir brauchen ja auch einen Lehrer, um das Autofahren zu erlernen.

    Um uns aus unserer "selbst verschuldeten Unmündigkeit", wie Kant es nennt, zu befreien, brauchen wir auch Lehrer, denn ohne sie werden wir uns dieser Unmündigkeit ja nicht bewusst werden. In dem Punkt war auch Kant ein Lehrer. Genauso brauchen wir Lehrer, die uns unsere Unwissenheit aufzeigen und uns mit dem Dharma den Weg aufzeigen mit dem wir uns aus unserer Unwissenheit befreien können.

    Eine ganz andere Frage ist, wie wir als Schüler/Schülerin eines spirituellen Lehrers unser Verhältnis zum Lehrer/Guru gestalten. Da haben wir selbst eine große Verantwortung. Es wird in den Dharmaschriften dargelegt, dass wir nicht einfach ungeprüft irgendwelchen Lehrern hinterher laufen sollen. Wir haben als Schüler/Schülerin die Aufgabe, die Verantwortung, den Lehrer, den wir als spirituellen Lehrer annehmen wollen, lange Zeit sehr genau zu prüfen, ob er wirklich die notwendigen Qualitäten eines Dharmalehrers/einer Dharmalehrerin besitzt.

    Das Menschenbild, das dem Buddha-Dharma zugrunde liegt, muss sich nicht hinter den Auffassungen der Aufklärung verstecken, fällt nicht hinter das Menschenbild der Aufklärung zurück. Im Grunde unterscheiden sie sich nicht grundsätzlich. Beide Menschenbilder setzen auf die Eigenverantwortung des individuellen Menschen, der immer in einem bestimmten Kontext lebt. Ees hat eben nur sehr viel länger gedauert bis in Europa durch die Aufklärung ein Menschenbild entstanden ist, das der Buddha Jahrhunderte früher dargelegt hat.

    Gruß Helmut

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Ichbinderichbin
    Gast
    • 29. Dezember 2019 um 20:19
    • #4
    Helmut:

    Das Menschenbild, das dem Buddha-Dharma zugrunde liegt, muss sich nicht hinter den Auffassungen der Aufklärung verstecken, fällt nicht hinter das Menschenbild der Aufklärung zurück. Im Grunde unterscheiden sie sich nicht grundsätzlich. Beide Menschenbilder setzen auf die Eigenverantwortung des individuellen Menschen, der immer in einem bestimmten Kontext lebt. Ees hat eben nur sehr viel länger gedauert bis in Europa durch die Aufklärung ein Menschenbild entstanden ist, das der Buddha Jahrhunderte früher dargelegt hat.

    Ich bin nicht der Auffassung, dass Buddha ein Menschenbild hatte, dass sich nicht hinter der Aufklärung verstecken muss. Denken wir nur an die Stellung der Frauen. Nach Einführung der Frauenordination - hier soll Buddha übrigens gezögert haben - habe er gesagt, dass nun das Dharma nur noch 500 Jahre währen würde statt 1000 Jahre.


    Legen wir zu Grunde, dass Buddha auch nur ein Mensch war, ist es nur verständlich, dass er in seinem Raum- und Zeitrahmen dachte auch wenn er hier und da vielleicht fortschrittlicher war, als seine Zeitgenossen.


    Interessant finde ich, dass er sich geweigert haben soll, einen Nachfolger zu benennen. Er forderte, dass das Dharma nun der Guru sei. Damit waren die nachfolgenden Generationen aber wohl überfordert und es entstanden bald ganz andere Strukturen: eine religiöse Elite hier, das Fußvolk da, das Tulkusystem in Tibet, der erleuchtete Zen-Meister, dem nicht widersprochen werden darf u.s.w. Dies öffnet Missbrauch Tür und Tor. Deshalb darf es eine Lehrer-Schüler-Beziehung nur auf Augenhöhe geben. Genug Menschen wünschen sich aber, die Verantwortung für ihr eigenes Leben an einen Gruru abzugeben. Hier ist der Lehrer gefordert, dieses abzuwehren.

  • Alephant
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    • 29. Dezember 2019 um 20:21
    • #5
    Helmut:

    Der Guru, der spirituelle Lehrer, ist und bleibt zeitgemäß. Warum sollen wir denn auf einen spirituellen Lehrer verzichten, wenn wir ja schon Lehrer brauchen, nur um Schreiben. Lesen und Rechnen zu erlernen? Wir brauchen ja auch einen Lehrer, um das Autofahren zu erlernen.

    Dafür braucht es keinen Lehrer, sondern einen aufmerksamen und willigen Geist und dazu jemanden, der das selber kann und sich einfühlen, also auch angemessen erklären kann.

    Zuallererst braucht es den Willen, sich verbessern zu wollen. Und dann kommt ein möglicher jemand, der das was man selber erlernen will, am besten in und auswendig kennt. Aber auch ohne den kann man sich verbessern und lernen. Nicht selten auch besser (es gibt so viele schlechte Lehrer ..., so viele Menschen die vorgeben etwas zu können).

    Und das Menschenbild der Aufklärung das fällt weit weit hinter den Blick zurück, der vor 2500 Jahren hervorgekommen ist.

  • Ichbinderichbin
    Gast
    • 29. Dezember 2019 um 20:31
    • #6

    In wie fern soll das Menschenbild Buddhas dem der Aufklärung überlegen sein, Vedana?

  • Alephant
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    • 29. Dezember 2019 um 20:55
    • #7

    [lz]

    Das Menschenbild, das dem Buddha-Dharma zugrunde liegt, muss sich nicht hinter den Auffassungen der Aufklärung verstecken, fällt nicht hinter das Menschenbild der Aufklärung zurück. Im Grunde unterscheiden sie sich nicht grundsätzlich[/lz]

    Ich bin die Verallgemeinerung "Menschenbild der Aufklärung" einmal mitgegangen, obwohl man davon sicher gar nicht reden kann. Helmut nennt in seinem Post auch Kant, also den Bereiter und Vordenker der Aufklärung (so sagen das die Schulmeister an den Unis und den Gymnasien). Der steht mit seinem "Menschenbild" (ich denke, ebenso ein Begriff der Schulmeister) ja schon abseitig vieler weiterer Vorstellungen (nicht nur dieser Epoche) über "das Wesen des Menschen", möchte ich einmal so formulieren. Diese Vorstellungskomplexe/Lehren kann man sich nun im Einzelnen anschauen und sehen, dass Einheitlichkeit bedingt (wie man sich das eben hinlegen will) herrscht, zumindest Einheitlichkeit in dem Sinne, in dem sie unbewusst ihrer Schwierigkeiten sind (ist ein grosses Thema, wenn man das will. Ich will es nicht, weil es eigentlich wirklich sehr einfach ist. Das ist mehr oder weniger tieferes Nichtwissen).

    Ichbinderichbin:

    In wie fern soll das Menschenbild Buddhas dem der Aufklärung überlegen sein, Vedana?

    Ich hatte gemeint und geschrieben, dass die hier produzierten Vorstellungen und Lehren im Vergleich zu der Klarsicht Buddhas weit weit abfallen. "Überlegenheit" der Urteile des Buddha im Sinne der Richtigkeit der gemachten Urteile und der Urteile über die Urteile würde ich aber auch zugestehen.

  • void
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    • 29. Dezember 2019 um 22:25
    • Offizieller Beitrag
    • #8

    Bedeutet Aufklärung, dass alles auf einer rationalen Ebene zu basieren hat? Und dass deswegen alles was ambivalent ist oder nicht auf der Ebene von Worten transportiert wird, vermieden werden soll?Weil in jedem Dunkeln, dass nicht rational kontrolliert und ausgeleuchtet wird, sich potentiell schädliche Machtstrukturen etablieren? Dies wäre eine einseitige, überzogene Sicht auf Aufklärung.

    In dem Interview nennt Werner Vogd die Psychoanalyse als ein gutes Modell. Auch in der Psychoanalyse ist das Nicht-Rationale erlaubt und man begegnet sich auf einer tiefen Ebene. Der Punkt ist aber, dass der therapeutische Rahmen klar abgesteckt ist. Und sich das therapeutische Verhältnis nicht auf alle Bereiche des Lebens erstreckt. Ja - ein guter Therapeut sollte alle Versuche seines Klienten ihn zum Fetisch und zum Führer für alle Lebensbereiche zu machen, aktiv und konsequent abweisen. Von daher sollte auch ein spiritueller Lehrer klar innerhalb eines abgesteckten Definitionsbereichs wirken, statt zum Familienersatz zu werden.

    Als mein Urgrossvater mit 14 seine Lehre als Kaufmann begann, war es auch noch so, dass er in die Familie seines Lehrherrn aufgenommen wurde. Er war nicht nur Lehrjunge sondern fast so etwas wie ein Pflegekind. Dies war vor 120 Jahren so üblich. Heute muss ein Lehrherr kein Pflegevater mehr sein und von daher muss auch ein "spiritueller Lehrer" kein Elternersatz mehr sein.

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  • Daoist
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    • 29. Dezember 2019 um 22:39
    • #9
    Helmut:

    Der Guru, der spirituelle Lehrer, ist und bleibt zeitgemäß. Warum sollen wir denn auf einen spirituellen Lehrer verzichten, wenn wir ja schon Lehrer brauchen, nur um Schreiben. Lesen und Rechnen zu erlernen?

    Weil das eigentliche nicht gelehrt werden kann. Das ist es ja, worauf Toni Packer und die beiden Krishnamurtis stets hinwiesen. Aber auch im Daoismus kannte man das schon. Nur bedingtes ist lehrbar. Und selbst das nicht immer ganz. Im Zhuangzi beschreibt ein Radmacher, das selbst der Kern des Radmachens nicht wirklich gelehrt werden kann.

    [lz]

    Einst las Fürst Huan (Mächtig) [von Qi] oben im Saal ein Buch; Radmacher Bian (Inschrift) baute ein Rad in der Halle darunter, legte Hammer und

    Stemmeisen nieder, ging hinauf und fragte Fürst Huan: »Darf ich Hoheit fragen, was du liest?«

    Der Fürst sprach: »Die Sprüche eines Weisen.«

    Bian fragte: »Lebt dieser Weise noch?«

    Der Fürst sprach: »Er ist schon gestorben.«

    Bian sprach: »Wenn das stimmt, dann liest Hoheit Überbleibsel und Seelenkram der Menschen des Altertums!«

    Fürst Huan sprach: »Wenn meine Wenigkeit ein Buch liest, wie kommt der Radmacher dazu, mit mir zu streiten! Sage mir einen Grund, dann sei es direrlaubt, wenn nicht, musst du sterben.«

    Radmacher Bian sprach: »Dein Diener betrachtet die Sache mit den Augen eines Dieners. Wenn ich, um ein Rad zu bauen, langsam vorgehe und nur leicht hämmere, dann wird es nicht fest; gehe ich schnell voran und hämmere zu stark, dann passen sie nicht hinein. Weder zu langsam noch zu schnell – ob es gelingt, liegt in meiner Hand, und ob es meiner Vorstellung entspricht; doch mit dem Mund kann ich es nicht in Worte fassen, das Geheimnis liegt irgendwo dazwischen. Ich kann es nicht einmal meinem Sohn erklären, mein Sohn kann es von mir nicht erlernen; so bin ich nun 70 Jahre alt geworden und baue in meinem Alter immer noch Räder. Auch im Altertum konnten die Menschen das Wesentliche nicht weitergeben, wenn sie starben; so liest du, Hoheit, Überbleibsel und Seelenkram der Menschen des Altertums!«[/lz]


    Und Laozi sagte: Den Weg, den man weisen kann, ist nicht der wirkliche, natürliche Weg.

    Und Jiddu Krishnamurti: Jeder Wunsch nach einer Methode verrät den Wunsch, vor etwas zu fliehen.

    U.G. Krishnamurti: Niemand kann etwas über Erleuchtung durch eine Autorität, einen Lehrer oder Führer lernen.
    .

  • PhenDe
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    • 29. Dezember 2019 um 22:44
    • #10

    Ich habe eine Ausgabe der 50 Verse der guru devotion gelesen. Wer diese Einhält und lebt, wird wohl Erleuchtung erlangen. Wer aber meint, der durchschnittliche Bürger könne dies Leben, hat weit gefehlt.

    Die Guru Devotion laut den alten Texten verlangt eine völlig andere Lebensweise und Praxis, im Vergleich zur durchschnittlichen Lebensart der Asiaten, Inder, Europäer oder Amerikaner.

    Ich denke, es hat weniger mit der Zeit zu tun als mit den Umständen.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Alephant
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    • 29. Dezember 2019 um 23:24
    • #11
    Ichbinderichbin:

    Ein Interview mit dem Soziologen Werner Vogd zu der Frage, ob das buddhistische Lehrer-Schüler-Konzept für den Westen taugt.

    Es ist eigentlich kein buddhistisches Konzept, also kein Konzept, was jetzt von Buddha erdacht und vorgeschlagen wurde (eher im Gegenteil).

    Es waren westliche Forscher, die den Buddhismus und damit die Verwirrung und Vermischung verschiedenster Lehren erfunden haben. Und die nun mit ihren eigenen falschen Prämissen beschäftigt sind.

    Was sagte der Buddha nun? (darum geht es doch wohl)

    Nehmt zu euch selbst und zu der Lehre Zuflucht.

    Und dieses Verständnis: sich um sich selbst zu sorgen, auf sich zu achten, das liegt "dem Westen" schon. Kritisch sein, die Vernunft ausbilden, sich nicht von Aberglauben und Vorurteilen leiten zu lassen.

  • Xyz
    Gast
    • 30. Dezember 2019 um 09:18
    • #12
    Ichbinderichbin:

    -...Denken wir nur an die Stellung der Frauen. Nach Einführung der Frauenordination - hier soll Buddha übrigens gezögert haben - habe er gesagt, dass nun das Dharma nur noch 500 Jahre währen würde statt 1000 Jahre.


    -...Interessant finde ich, dass er sich geweigert haben soll, einen Nachfolger zu benennen. Er forderte, dass das Dharma nun der Guru sei.

    -...Hier ist der Lehrer gefordert, dieses abzuwehren.

    Könntest Du Quellenangaben zu Deinen obigen Aussagen hinzufügen?

    Denn so wie Du es hier schilderst ist es mir nicht bekannt und auch mir auch nie übermittelt worden.

    -..So lernte ich bzügl. Maya und ihrer Schwester der Mutter des Buddhas;

    (Korrektur)

    Mahāpajāpati Gotamī : Spitze an Ordensjahren.

    Sie ist die jüngere Schwester von Māyā, der Mutter Buddhas, und zweite Frau Suddhodana's und damit Pflegemutter Gotama's.

    Sie erhielt als erste die Nonnenordination.

    -..Einen Nachfolger hat der Buddha nicht ernannt weil er seine Lehre lehrte damit die Menschheit ihr EGO reduziert und

    nicht auch noch über das Dhamma erhöhen würde, wie es ja hier im Westen nun auch gerne geschieht.

    -..Ein Lehrer, selbst nur als Bezeichnung ist völlig unwichtig, als Abgrenzung anzusehen.

    Jeder ist mein Lehrer.....

    Der Buddha lehrte immer wieder die hohe Bedeutung weiser Freunde.....Aus guten Grund.

    Mehr Infos direkt vom Buddha gibt es auch in der ...._()_

    Kesamuti-Sutta A.3.66

    -Die Rede an die Kalamer-

    Einmal editiert, zuletzt von Xyz (30. Dezember 2019 um 10:15)

  • Martin1980
    Gast
    • 30. Dezember 2019 um 09:58
    • #13

    Bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstehe.

    Ist mit dem Guru ein Lehrer gemeint, oder was anderes?

  • Lucky Luke
    Gast
    • 30. Dezember 2019 um 10:31
    • #14

    Die Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schüler - S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche


    [lz]

    Begriffe wie Lama, spiritueller Lehrer oder gar Guru lösen hier ganz unterschiedliche, oft sogar ziemlich heftige Reaktionen aus – von der Faszination bis zur völligen Ablehnung. Infolge des Misstrauens indischen Sekten gegenüber reagieren manche schon allein auf das Wort Guru so allergisch, dass man es am besten gleich gar nicht mehr verwendet.[/lz]

  • Noreply
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    • 30. Dezember 2019 um 10:51
    • #15

    Nachdem ich den Artikel gelesen habe bin ich in meinem Handeln bestätigt worden. Als Lehrer alles zu tun damit der Schüler lernt auf Augenhöhe zu kommen. Nicht nur von unten nach oben sondern vor allem von oben nach unten. Als Lehrer kann ich aber immer nur einen Weg gehen, den Schüler mit all meinem Wissen das Gefühl geben über mich zu kommen und dafür sorgen das er wieder unter mich kommt. irgendwann, wenn ich genug Zeit habe oder diese mir der Schüler lässt lernt er das er nie auf Augenhöhe kommt sondern immer war und ist.

    Hab ich glaub ich vor langer Zeit schon geschrieben. Buddha war ein Mensch und er ist tot. Falls er wiedergeboren sein sollte ist er unerkannt geblieben auf Augenhöhe mit allen anderen Menschen. Eigenartig ist das einer der nur zeigt sich nie Überhöhen oder Erniedrigen kann, also Buddha sein kann ohne EIN "Buddha" zu sein.

  • mukti
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    16. September 2010
    • 30. Dezember 2019 um 10:52
    • #16
    Ichbinderichbin:

    https://www.ursachewirkung.at/diskurs/3481-d…ik-durchschauenEin Interview mit dem Soziologen Werner Vogd zu der Frage, ob das buddhistische Lehrer-Schüler-Konzept für den Westen taugt.

    "Wir haben, der Aufklärung geschuldet, ein völlig anderes Menschenbild als Asien. 'Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit', schrieb Kant. Wir sind gewohnt, ohne Bevormundung auf die Suche nach Erkenntnis zu gehen."

    Bedenkenswert.

    Ist der Guru noch zeitgemäß? - ursachewirkung.at

    Werner Vogd stellt in dem Artikel das Lehrer-Schüler-Konzept nicht grundsätzlich in Frage, es geht vielmehr um Lehrer die sich selbst überschätzen und um Schüler die sich zu sehr an den Lehrer binden:


    [lz]

    Mein Fazit ist: Ein Lehrer hat eine wichtige Funktion im Buddhismus, sofern es in einem überschaubaren Zeitrahmen zu einer Emanzipation des Schülers kommt. Es ist immer ein Warnsignal, wenn das nicht passiert.[/lz]

    Gegen das Lehren an sich ist ja nichts einzuwenden, es gehört untrennbar zur menschlichen Kultur, jeder lernt von anderen sobald er auf die Welt kommt. Wie könnte das nicht gelten für die wichtigste aller Lehren, Erkenntnis über das Dasein und Befreiung von allen Leiden.

    Probleme entstehen wenn man sich von einem Lehrer abhängig macht, sich ihm blind ausliefert. Zum Lernprozess gehört immer auch das eigene Nachdenken, darauf wird in der Buddhalehre ausdrücklich hingewiesen. Das bewahrt davor an unqualifizierte Lehrer zu geraten. Ein guter Lehrer hilft dem Schüler die Weisheit in sich selber zu erwecken und unabhängig zu werden.

    Mit Metta, mukti.


  • Ichbinderichbin
    Gast
    • 30. Dezember 2019 um 12:39
    • #17
    mkha':

    Aussagen zum Thema Meister (Lehrer) des Dharma:

    (...)

    Ja, mkha, diese HInweise gibt es und noch weitere an anderer Stelle. Nun sind da aber haufenweise spirituell Suchende, Anfänger, die von diesen guten Ratschlägen keine Ahnung haben und Seelenfängern in die Arme laufen. Da ist der Hinweis Vogds, darauf zu achten, ob da Mitgefühl ist, sehr wertvoll. (tätiges) Mitgefühl für die Schwächen des Lehrers, Mitgefühl für Kritiker. Ist dieses nicht vorhanden, werden Kritiker etwa der Lüge bezichtigt, in irgend einer Weise verfolgt oder unter Druck gesetzt und werden die Schwächen des Lehrers geleugnet oder heruntergespielt, ist das ein Alarmzeichen.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 31. Dezember 2019 um 10:21
    • #18
    mkha':

    Aussagen zum Thema Meister (Lehrer) des Dharma:

    Buddha: Fünf Arten von Meistern sind in der Welt zu finden, Moggal­lāno, welche fünf?

    Da nimmt ein Meister, obwohl er nicht vollkommen in Tugend ist, für sich in Anspruch: 'Ich bin vollkom­men in Tugend', und behauptet: 'Meine Tugend ist rein, lauter, fleckenlos.' Seine Schüler sehen: 'Obwohl er nicht vollkommen in Tugend ist, nimmt dieser Herr Meister für sich in Anspruch er sei vollkommen in Tugend, und sagt, seine Tugend sei rein, lauter, fleckenlos. Wenn wir das Hausleuten erzählen würden, wäre es ihm nicht angenehm; was ihm aber unangenehm ist ‑ wie sollen wir damit umgehen? Er schätzt doch die Versorgung mit Kleidung, Almosenspeise, Lagerstatt, Arznei im Fall der Krankheit. Wie du mir, so ich dir!' Bei einem solchen Meister, Moggallāno, drücken die Schüler in puncto Tugend ein Auge zu, und der Meister erwartet von den Schülern, dass sie in puncto Tugend ein Auge zudrücken.

    Weiter, Moggallāno: Da nimmt ein Meister, obwohl er nicht vollkommen in der Lebensführung ist, für sich in Anspruch: 'Ich bin vollkommen in der Lebensführung'...

    … obwohl er nicht vollkommen in der Lehrdarlegung ist, für sich in Anspruch: 'Ich bin vollkommen in der Lehrdarlegung'...,

    … obwohl er nicht vollkommen im Erklären ist, für sich in Anspruch: 'Ich bin vollkommen im Erklären', …

    … obwohl er nicht vollkommen im Erkenntnisblick ist, für sich in Anspruch: 'Ich bin vollkommen im Erkenntnisblick'

    Diese fünf Arten von Meistern sind in der Welt zu finden, Moggallāno.

    Ich aber, Moggallāno, bin vollkommen in der Tugend, in der Lebensführung, in der Lehrdarlegung, im Erklären, im Erkenntnisblick und sehe: So bin ich: Meine Tugend, Lebensführung, Lehrdarlegung, Erklärung, mein Erkenntnisblick ist rein, lauter, fleckenlos. Bei mir brauchen meine Schüler wegen dieser Dinge kein Auge zuzudrücken, und ich erwarte nicht von meinen Schülern, dass sie ein Auge zudrücken." Culla Vagga 7

    ...

    Maitreya: „Stütze dich auf einen geistigen Lehrer, der diszipliniert, beruhigt und vollkommen beruhigt ist; der dir an Tugenden überlegen, tatkräftig und reich an Kenntnis der Schriften ist; der die Soheit klar erkennt und Gewandtheit der Rede besitzt; der von
    liebevollem Wesen ist und sich von Entmutigung befreit hat.“ aus Schmuck der Sutras des Großen Fahrzeugs

    Meister Dromtömpa, 1004 -1064: „Ein Dharma-Lehrer muss so lehren können, dass seine Erklärungen einen Nutzen für den dauerhaften Fortbestand der Lehre haben.“

    Shabkar Tsodruk Rangdrol, 1781-1851:"Am Anfang nahm ich meinen Meister als Meister. In der Mitte nahm ich die Schriften als Meister. Am Ende nahm ich meinen Geist als Meister."

    Geshe Thubten Ngawang, 1932-2003 - Auszug aus dem Text „Woran erkennt man einen qualifizierten geistigen Lehrer?“

    1. Der Lehrer sollte diszipliniert sein.

    Dies wird durch die Anwendung der Schulung der ethischen Disziplin erreicht, der ersten der drei Höheren Schulungen. In seiner Tätigkeit muss er die Schüler zur Einhaltung einer ethischen Lebensführung anhalten, was unmöglich wäre, wenn er

    nicht sein eigenes Verhalten disziplinieren würde. Vom Buddha wird die Schulung der Disziplin mit dem Zaumzeug verglichen, das man einem Pferd anlegt. Ist ein Pferd noch jung und kräftig und noch nicht gezähmt, so springt es wild in der

    Gegend umher. Mit Hilfe eines guten Zaumzeugs kann man das Pferd jedoch allmählich anleiten und in seinem Verhalten disziplinieren. Genauso muss man auch sich selbst durch vielfache Anstrengungen auf dem rechten Weg des angemessenen, ethischen Verhaltens halten und so mit der Schulung der Disziplin das wilde Pferd des Geistes zähmen. Das ist eine Eigenschaft, die ein geistiger Lehrer unabdingbar besitzen muss.

    2. Der Lehrer sollte beruhigt sein.

    Aufbauend auf der Schulung der Ethik muss der Lehrer auch die Schulung der meditativen Konzentration entwickelt haben. Durch die Anwendung von Vergegenwärtigung und Wachsamkeit muss er in der Lage sein, die Konzentration in sich hervorzubringen, mit der er den abgelenkten Geist zur Ruhe bringt. Die Ethik hat bereits einen großen Nutzen für die Entwicklung der inneren Ruhe. Sie dient dazu, gröbere Formen negativen und unkontrollierten Verhaltens einzudämmen. Indem man sich bei der Übung von Ethik ständig vergegenwärtigt, welches Verhalten angemessen ist und welches nicht, und die Handlungen von Körper, Rede und Geist mit Wachsamkeit beobachtet und korrigiert, wird der Geist auch innerlich

    zunehmend gesammelt. Dann kann man allmählich eine tiefere Konzentration entwickeln, mit der man in der Lage ist, auch subtilere Ablenkungen zu überwinden.

    3. Der Lehrer sollte vollkommen beruhigt sein.

    Diese Qualität bezieht sich auf die Schulung der Weisheit. Aufbauend auf der Ruhe des Geistes, die durch die Schulung der Konzentration erreicht wird, soll der Lehrer in der Lage sein, eine Weisheit zu entwickeln, welche die endgültige Wirklichkeit

    analysiert. Mit der endgültigen Wirklichkeit ist die im Buddhismus beschriebene Selbstlosigkeit gemeint, von der es gröbere und subtilere Ebenen gibt. Der Lehrer muss ein gutes Verständnis der Selbstlosigkeit besitzen, im besten Fall ein solches,

    das aus der Meditation stammt, zumindest aber ein fehlerfreies, unumstößliches Verständnis, das ein Ergebnis des korrekten Nachdenkens ist.

    4. Der Lehrer sollte reich an Kenntnis der Schriften sein.

    Ein guter geistiger Lehrer muss den Dharma aus verlässlichen Quellen darlegen. Er muss also nicht nur im Besitz der erkenntnismäßigen Lehre sein, die er durch die Anwendung der Drei Höheren Schulungen von Ethik, Konzentration und Weisheit entwickelt hat, sondern darüber hinaus auch die schriftliche Lehre gut kennen. Er muss umfangreiche Kenntnisse der Lehre des Buddha haben, die in den Sutras und Tantras und den großen Kommentaren festgehalten worden ist. Mit anderen Worten, er muss Gelehrsamkeit besitzen hinsichtlich der Drei Schriftabteilungen der Disziplin, der Lehrreden und des Höheren Wissens. Denn wenn der Lehrer Erklärungen gibt, reicht es nicht aus, dass er selbst Erfahrung in der Schulung des Geistes hat, sondern er muss den anderen die Erklärungen auch korrekt und verständlich übermitteln können. Dazu sollten seine Erklärungen aus den authentischen Quellen stammen. Was der Lehrer lehrt, muss gut und korrekt sein, so dass es zu einem wirklichen Fortschritt führt, wenn man es praktiziert. Er muss so lehren, dass es unmittelbar sinnvoll und nützlich ist; die Unterweisungen müssen sich direkt in einer positiven Weise auswirken. Darüber hinaus müssen die Übungen, die die Schüler aufgrund dieser Unterweisungen durchführen, dazu beitragen, dass die Lehre in einer einwandfreien und qualifizierten Form weiterbesteht. Auf der Basis des eigenen umfassenden Verständnisses der vielfältigen Schriften muss der Lehrer in der Lage sein, etwas zu lehren, das zum langen Bestand der Lehre beiträgt.

    5. Der Lehrer sollte die Soheit klar erkennen.

    Ein verlässlicher Lehrer soll die Erkenntnis der subtilen Selbstlosigkeit der Phänomene besitzen, am besten in Form einer unmittelbaren Einsicht, mindestens aber in Form eines korrekten begrifflichen Verständnisses aufgrund der Schriften und der Logik. Die Selbstlosigkeit der Phänomene bedeutet, kurz gesagt, dass alle Phänomene leer davon sind, eigenständig und in absoluter Weise zu existieren.

    6. Der Lehrer muss höher entwickelte Eigenschaften als der Schüler besitzen.

    Wenn eine Person zwar nicht weniger gute Eigenschaften als der Schüler besitzt, aber mit ihm nur auf der gleichen Stufe steht, so ist das nicht ausreichend, um als geistiger Lehrer zu wirken.

    Je Tsongkapa erklärte, dass man sich die höher entwickelten Eigenschaften des Lehrers zum Vorbild nehmen sollte. Wenn man die Lebensläufe von weit entwickelten Menschen und Heiligen hört, sollte man zu ihnen als Vorbild aufsehen, weil sie Eigenschaften verwirklicht haben, die man selbst schätzt und entwickeln möchte, zurzeit aber noch nicht besitzt. Es kommt einerseits darauf an, dass der eigene Lehrer geistige Vorzüge besitzt, die weiterentwickelt sind als die eigenen; andererseits muss man diese von der eigenen Seite her auch erkennen und schätzen, so dass man auch zu ihm emporblicken und ihn als Lehrer annehmen kann.

    Die oben genannten sechs Eigenschaften muss der Lehrer zu seiner persönlichen Vervollkommnung entwickelt haben.

    Zu den bereits genannten Qualitäten sollte der Lehrer weitere Eigenschaften besitzen, die dazu dienen, andere zu führen:

    · Geschick der Rede, · liebevolle Zuneigung, · Tatkraft und · Unverzagtheit. Diese letzten vier Eigenschaften stehen hauptsächlich in Verbindung mit der Fähigkeit, andere auf dem spirituellen Pfad anzuleiten. Mit den zuletzt genannten vier Eigenschaften ist er in der Lage, anderen die Lehre korrekt zu vermitteln, so dass sie die eigentliche Wirklichkeit verstehen und sich befreien können.

    7. Die Redegewandtheit ist die erste der vier Qualitäten, die der Lehrer besitzen muss, um die Schüler auf dem Pfad zu führen. Er sollte die Stufen der Geistesschulung gut kennen und sie den anderen so verständlich und geschickt erklären kann, dass ihre eigentliche Bedeutung in den Geist der Schüler übertragen wird.

    8. Die liebevolle Zuneigung als Motivation muss beim Erklären der Lehre vorhanden sein. Mitgefühl mit den Schülern und nicht das Streben nach materiellen Gütern oder Verehrung sollte den Lehrer dazu bewegen, Unterweisungen zu geben.

    9. Die Tatkraft des Lehrers ist die unerschütterliche Freude dabei, anderen die Bedeutung der Lehre zu erklären. Und auch sonst sollte er eine stabile Freude beim Wirken zum Wohle der anderen besitzen, ganz gleich, ob er ihnen Unterweisungen gibt oder anderweitig zu ihrem Wohl handelt.

    10. Schließlich sollte der Lehrer sich nicht entmutigen lassen und erschöpft oder deprimiert sein, wenn er Zusammenhänge wiederholt erklären muss. Stattdessen muss er in der Lage sein, die Schwierigkeiten des Erklärens zu ertragen.

    Alles anzeigen

    Sehr guter Beitrag.

    Wichtig ist zu sehen, dass das Konzept "Guru" oft missverstanden wird, auch von Buddhisten.

    Die Lehrer-Schüler-Beziehung ist keine Gott-Sklave-Beziehung. Es geht um nichts weniger als die Befreiung und Erleuchtung des Schülers. Dafür ist es kaum hilfreich, den Schüler zum Schaf zu machen, das nichts hinterfragen darf. Natürlich braucht der Schüler Vertrauen, aber er darf wach bleiben und prüfen.

    "Der Schüler sollte den Lehrer überflügeln", heißt es im Tibetischen. Quelle hab ich leider verloren.

    Und der Dalai Lama sagte: "Seek refuge in the teachings and not in the person teaching it." (Suche Zuflucht in der Lehre und nicht in der Person, die lehrt.)

    Damit distanziert er sich deutlich vom Personenkult. Die Person Lama/Guru ist ein Mensch, der sich bestenfalls an seine ethischen Regeln hält und in Sachen Dharma ein exzellenter Experte ist. Die Person ist kein Gott, nicht allwissend, nicht omnipotent, nicht unfehlbar. Das Prinzip "Guru" ist ein spirituelles und sollte nicht von der Person auf der weltlichen Ebene überschattet werden. Damit meine ich, wenn die Person Guru nicht den Dharma lehrt und verkörpert, dann ist sie kein Guru mehr.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • CCC
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    • 31. Dezember 2019 um 10:56
    • #19

    Ich verstehe meine Lehrer als edle Freunde, die erfahrener sind als ich, und mir zur Seite stehen auf meinem Weg.

    🙏♥️

  • Daoist
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    • 31. Dezember 2019 um 11:52
    • #20

    Ich kopier mal nen Teil von einer Antwort hier rein, der mit verschoben wurde.

    [lz]

    Das Wichtignehmen des Lehrers ist aber im Buddhismus sehr verschieden. Im Vajrayana nimmt man sogar auch Zuflucht zu Lama, Yidam und Dakini. Auch im Zen ist der Lehrer sehr wichtig. (Das sind aber auch die Schulen mit den meisten Skandalen). Obwohl Toni Packer und einige Indpendent Zen Gruppen gezeigt haben, daß es auch ohne Lehrer geht. Wie es im Theravada ist, weiß ich nicht. Ich hab aber den Eindruck, daß er dort nicht so übersteigert ist. Im Shin spielen Lehrer keine Rolle, sogar der Priester ist, wie es einer der Hauptshinpriester in Deutschland mal sagte, der der den Raum aufschliesst und die Blumen anordnet. Im Nichiren-Buddhismus ist (sieht man mal von der Verehrung von Ikeda bei Soka Gakkai ab) Daimoku und Gohonzon wesentlicher als der Lehrer, hab ich den Eindruck.[/lz]



    Aus meiner Sicht ist das einzige, was ein Lehrer tun könnte, dir alles wegzunehmen, und dich auf dich zurückzuwerfen.
    A la Ikkyu:

    „Ich würde gerne irgend etwas anbieten,
    um Dir zu helfen,
    aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“


    Das Problem bei Lehrern ist meiner Meinung nach, daß sie eine Ausbildung genossen haben, aber nicht erwacht sind. Im Vajrayana soll man sie als Buddha sehen, aber sie sind es nicht. Vielleicht ist der einzige Ausweg da (will man wirklich noch am den Prinzip des Lehrers festhalten), es so zu sehen wie James Low: "Sieh den Lehrer als Buddha, aber vergiß nicht, daß er auch ein Arschloch ist."

    Wir denken oft, Lehrer seien aber doch schon ein wenig schwanger, zu mindest ein wenig mehr schwanger als wir, aber ein bißchen schwanger gibt es nicht. Sie sind genauso unerwacht wie wir. Blinde, die Blinde führen.

  • Alephant
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    • 31. Dezember 2019 um 12:19
    • #21
    Daoist:

    es so zu sehen wie James Low: "Sieh den Lehrer als Buddha, aber vergiß nicht, daß er auch ein Arschloch ist."

    Du meinst, es wäre dann sinnvoll, einen Menschen sowohl als erwacht und wissend zugleich aber auch als nicht erwacht, also nicht wissend zu betrachten?

    Man sollte sich keine Vorstellungen über den anderen machen. Noch falscher ist es aber, sich falsche Vorstellungen zu machen.

  • Alephant
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    • 31. Dezember 2019 um 13:00
    • #22

    [lz]

    Der erste Lehranstoß durch den Buddha ist freilich unentbehrlich in einer Welt, wo «Einzel-Erleuchtete» (Pacceka-Buddhas; d.h. Selbst-Denker im höchsten Sinne) nur sehr, sehr selten erscheinen. Doch im Geiste dieser entschiedenen Schulung in den Grundlagen der Achtsamkeit wird das Wort des Buddha nur angenommen in derselben Weise wie die ausführlichen Beschreibungen und Ratschläge eines, der die ganze Länge des Weges gegangen ist und daher Vertrauen verdient. Doch das in dieser Weise mittelbar erworbene Wissen wird zum wirklichen geistigen Besitz des Jüngers nur im Grade der unmittelbaren Bestätigung durch die eigene Erfahrung.

    «Wohl verkündet ist vom Erhabenen die Lehre, sichtbar, mit unmittelbarer Wirksamkeit, (sprechend): <Komm und sieh!>, zum Ziele führend, dem Denkenden aus sich selber heraus verständlich!»

    Dieser Charakter der Satipathana-Methode als einer Botschaft des Selbstvertrauens und der Selbsthilfe wurde vom Erleuchteten selber ausdrücklich betont, in Worten, die er während der letzten Tage seines Lebens sprach, - ein Umstand, der ihnen besonderen Nachdruck und Weihe verleiht:

    «Daher, o Ananda, seid euch selber Insel, seid euch selber Zuflucht, nehmt keine andere Zuflucht! Die Lehre sei euch Insel, die Lehre sei euch Zuflucht, nehmt keine andere Zuflucht! Und wie, o Ananda, ist der Mönch sich selber Insel und Zuflucht, hat er keine andere Zuflucht? Wie hat er die Lehre als Insel und Zuflucht und hat keine andere Zuflucht?

    Da weilt, Ananda, ein Mönch beim Körper in Betrachtung des Körpers - bei den Gefühlen in Betrachtung der Gefühle - beim Geist in Betrachtung des Geistes - bei den Geistobjekten in Betrachtung der Geistobjekte, eifrig, achtsam und wissensklar, nach Überwindung von Begierde und Trübsal hinsichtlich der Welt.

    So, o Ananda, ist ein Mönch sich selber Insel und Zuflucht, hat keine andere Zuflucht; hat er die Lehre als Insel und Zuflucht, hat keine andere Zuflucht.

    Und diejenigen, o Ananda, welche jetzt oder nach meinem Dahinscheiden sich selber Insel und Zuflucht sind, keine andere Zuflucht nehmen; die die Lehre als Insel und Zuflucht und keine andere Zuflucht haben, - diese Mönche, o Ananda, werden das Höchste gewinnen, wenn sie gewillt sind zu streben.»[/lz]

    Satipatthana Schlussworte

  • ARYA DHARMA
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    • 1. Januar 2020 um 20:55
    • #23
    Ichbinderichbin:

    Ein Interview mit dem Soziologen Werner Vogd zu der Frage, ob das buddhistische Lehrer-Schüler-Konzept für den Westen taugt.

    "Wir haben, der Aufklärung geschuldet, ein völlig anderes Menschenbild als Asien. 'Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit', schrieb Kant. Wir sind gewohnt, ohne Bevormundung auf die Suche nach Erkenntnis zu gehen."

    Bedenkenswert.

    Ist der Guru noch zeitgemäß? - ursachewirkung.at

    Ohne Gurus wüssten wir im Westen gar nichts vom Dharma. Sie gehören einfach dazu.

    Eine kleine Anekdote:

    In einem Fitnessstudio sagte man mir einmal, von der Geschäftsleitung her, dass in diesem Studio keine "Bodybuilder" erwünscht seien. Das ist das gleiche. Ohne diese verachteten Bodybuilder gäbe es gar nicht den Geschäftszweig, den die Geschäftsleitung präsentiert.

  • Sili
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    • 3. Januar 2020 um 11:45
    • #24
    Ichbinderichbin:
    Helmut:

    Das Menschenbild, das dem Buddha-Dharma zugrunde liegt, muss sich nicht hinter den Auffassungen der Aufklärung verstecken, fällt nicht hinter das Menschenbild der Aufklärung zurück. Im Grunde unterscheiden sie sich nicht grundsätzlich. Beide Menschenbilder setzen auf die Eigenverantwortung des individuellen Menschen, der immer in einem bestimmten Kontext lebt. Ees hat eben nur sehr viel länger gedauert bis in Europa durch die Aufklärung ein Menschenbild entstanden ist, das der Buddha Jahrhunderte früher dargelegt hat.

    Ich bin nicht der Auffassung, dass Buddha ein Menschenbild hatte, dass sich nicht hinter der Aufklärung verstecken muss. Denken wir nur an die Stellung der Frauen. Nach Einführung der Frauenordination - hier soll Buddha übrigens gezögert haben - habe er gesagt, dass nun das Dharma nur noch 500 Jahre währen würde statt 1000 Jahre.


    Legen wir zu Grunde, dass Buddha auch nur ein Mensch war, ist es nur verständlich, dass er in seinem Raum- und Zeitrahmen dachte auch wenn er hier und da vielleicht fortschrittlicher war, als seine Zeitgenossen.


    Interessant finde ich, dass er sich geweigert haben soll, einen Nachfolger zu benennen. Er forderte, dass das Dharma nun der Guru sei. Damit waren die nachfolgenden Generationen aber wohl überfordert und es entstanden bald ganz andere Strukturen: eine religiöse Elite hier, das Fußvolk da, das Tulkusystem in Tibet, der erleuchtete Zen-Meister, dem nicht widersprochen werden darf u.s.w. Dies öffnet Missbrauch Tür und Tor. Deshalb darf es eine Lehrer-Schüler-Beziehung nur auf Augenhöhe geben. Genug Menschen wünschen sich aber, die Verantwortung für ihr eigenes Leben an einen Gruru abzugeben. Hier ist der Lehrer gefordert, dieses abzuwehren.

    _()_

    Ich möchte niemandes weltbild hier kritisieren aber einen denkfehler sehe ich da noch. Wen mann nur männer in den orden aufnimt geht das darhma noch 1000 jahre, wen man aber auch frauen aufnimt nur noch 500 jahre. Ok aber am ende lassen wir auch das darhma los und sind frei fon allem also ist mann ja schneller frei fon allem wen man auch frauen aufnimmt da man dopelt so fiele befreien kann. Und das ende des darhma und die erlöschung im nirvana idt ja auch angestrebt. Also aus meiner sicht eher etwas das der buddha gut geneint hat.

    Was das mit der lehere schüler bezihung angeht so denke ih gleich wie du :grinsen:

    _()_

  • Phoenix
    Gast
    • 3. Januar 2020 um 14:17
    • #25
    ARYA DHARMA:

    Ohne Gurus wüssten wir im Westen gar nichts vom Dharma. Sie gehören einfach dazu.

    Eine kleine Anekdote:

    In einem Fitnessstudio sagte man mir einmal, von der Geschäftsleitung her, dass in diesem Studio keine "Bodybuilder" erwünscht seien. Das ist das gleiche. Ohne diese verachteten Bodybuilder gäbe es gar nicht den Geschäftszweig, den die Geschäftsleitung präsentiert.

    Um mal am Beispiel der Muckibude drann zu bleiben.

    Ohne Trainer und Einweisung macht man sich da weit aus schneller was kaput wie mit.;)

    Und im Dharma ist es so ,das der Lehrer oder im Vajrajana halt auch der Guru einfach nicht wegzudenken sind.

    Und auch wenn der Begriff Guru den negativen Beigeschmack des" geschäftstüchtigen" und wenig moralischen Hippie Gurus hat,

    ich finde man kann den Begriff trotzdem noch verwenden,.

    Oder man sagt einfach spiritueller Freund, den Begriff gibts ja auch noch.

    Ändert aber nichts daran, das es schwiergi ist einen guten Lehrer zu finden und noch schwieriger ist es dann seine Ratschläge auch umzusetzen.

    :vajra:

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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