Zufluchtnahme

There are 97 replies in this Thread. The last Post () by Vedana.

  • Das kann sein, aber es ändert auch nichts daran, dass man unbesehen niemanden einfach eine Gemeinschaft oder Versamlung empfehlen kann.


    Die Empfehlung des Buddha zu Gemeinschaften war im Grundsatz eher, sich von ihnen zu lösen.


    !

    Edited once, last by Vedana ().

  • Eine heilsame Betrachtung:

    Zitat

    Durch richtiges Vorgehen, Visākhā, kommt die Läuterung des befleckten Geistes zustande. Wie aber kommt sie zustande?


    Da gedenkt der edle Jünger der Mönchsgemeinde: Gut wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, gerade wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, auf dem rechten Pfade wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, geziemend wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, als da sind: die vier Paare der Heiligen, die acht Arten (*16) der Heiligen. Dies ist die Jüngergemeinde des Erhabenen. Würdig ist sie des Opfers, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, der beste Boden in der Welt für gute Werke.' Der Mönchgemeinde gedenkend, erheitert sich sein Geist, Freude steigt auf, und was an Befleckungen des Geistes besteht, das schwindet, gleichwie ein beschmutztes Gewand durch richtiges Vorgehen rein wird.


    Wie aber wird ein beschmutztes Gewand durch richtiges Vorgehen rein? Vermittels Erdsalz, Pottasche, Rinderdung, Wasser und der entsprechenden Arbeit eines Mannes kommt es durch richtiges Vorgehen zur Reinigung eines beschmutzten Gewandes. Ebenso auch kommt durch richtiges Vorgehen die Läuterung des befleckten Geistes zustande.


    Wie aber kommt durch richtiges Vorgehen die Läuterung des befleckten Geistes zustande?


    Da gedenkt der edle Jünger der Mönchsgemeinde, und der Mönchsgemeinde gedenkend erheitert sich sein Geist, Freude steigt auf, und was an Befleckungen des Geistes besteht, das schwindet. Von diesem edlen Jünger sagt man, daß er den Fasttag der Mönchsgemeinde einhält, mit der Mönchsgemeinde weilt und daß infolge der Mönchsgemeinde sein Geist sich erheitert, Freude aufsteigt und die Befleckungen des Geistes schwinden. So kommt durch richtiges Vorgehen die Läuterung des befleckten Geistes zustande.

    Anguttara Nikaya 3 (62-71)


    Heilsamer Umgang:

    Zitat

    S.45.2. Die Hälfte - 2. Upaḍḍha Sutta


    "Das hab' ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei den Sakyern in einer Stadt der Sakyer namens Sakkara. Da nun begab sich der Ehrwürdige Anando zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, sprach nun der Ehrwürdige Anando zum Erhabenen also: 'Die Hälfte des Brahma-Wandels, o Herr, ist dieses, nämlich Freundschaft mit Guten, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten'.


    "Sage das nicht, Anando, sage das nicht, Anando: ist es ja doch der ganze Brahma-Wandel, nämlich Freundschaft mit Guten, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten. Von einem Mönch, Anando, der Freundschaft mit Guten hat, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten, ist zu erwarten, daß er den edlen achtfältigen Pfad entfalten und ausbilden wird. Wie aber, Anando, kann ein Mönch, der Freundschaft mit Guten hat, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten, den edlen achtfältigen Pfad entfalten und ausbilden?


    Da entfaltet, Anando, ein Mönch rechte Erkenntnis, die auf Einsamkeit gestützt, auf Entreizung gestützt, auf Auflösung gestützt ist und in Loslassen übergeht. Er entfaltet rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechten Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Einigung, die auf Einsamkeit gestützt, auf Entreizung gestützt, auf Ausrodung gestützt sind und in Loslassen übergehen. So entfaltet, Anando, ein Mönch, der Freundschaft mit Guten hat, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten, den edlen achtfältigen Pfad und bildet ihn aus.


    So ist das, Anando, in diesem Sinne zu verstehen, wie es eben der ganze Brahma-Wandel ist, wenn man Freundschaft mit Guten hat, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten. Denn zu mir Anando, als dem guten Freund gekommen, werden die der Geburt unterworfenen Wesen von der Geburt frei; werden die Alter und Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung unterworfenen Wesen frei von Alter und Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung. So ist das, Anando, in diesem Sinne zu verstehen, wie es eben der ganze Brahma-Wandel ist, wenn man Freundschaft mit Guten hat, Gemeinschaft mit Guten, Vertrautsein mit Guten'."

    Samyutta Nikaya 45

  • Zitat

    Vier Dinge, ihr Mönche, führen zum Wachstum der Weisheit. Welche vier?

    Der Umgang mit guten Menschen,

    das Hören der Guten Lehre,

    weises Erwägen und
    lehrgemäßes Leben.

    Diese vier Dinge, ihr Mönche, führen zum Wachstum der Weisheit.

    A.IV.246a


    Zitat

    Umgang mit rechten Menschen ist ein Glied zum Stromeintritt.

    Die rechte Lehre hören, ist ein Glied zum Stromeintritt.

    Gründliche Aufmerksamkeit ist ein Glied zum Stromeintritt.

    Der Lehre lehrgemäß nachfolgen, ist ein Glied zum Stromeintritt.

    S.55.5.

    Mit Metta, mukti.

  • Der Überlieferung zufolge erteilte der historische Buddha selbst den Mönchen den Auftrag seine Lehre zu überliefern

    und zu verbreiten:


    Zitat

    "Geht, Dir Mönche, und macht Euch auf den Weg zum Wohle und zum Glück der Menschen, aus Mitleid mit der Welt, zum Wohle und zum Glück von Göttern und Menschen! ... Predigt die Lehre, ihr Mönche, ... und verkündet das reine, heilige Leben!"


    Dieser Text mutet für mich zwar von der Sprache etwas "religiös" an, jedoch steht wohl in den Schriften auch:


    Zitat

    die Sprache der Überlieferung wurde zu Beginn ausdrücklich nicht festgelegt, da der Buddha selbst angeordnet hatte, daß die Tradierung der Lehre in der Sprache des Überliefernden erfolgen sollte


    bd1-k03huesken.pdf

    PDF-Seite 4 (Buchseite 55)


    Und das glaube ich, dass der historische Buddha die Sprache nicht festgelegt hat und somit alle Wortgebungen nur eine Formulierung ist, die nachträglich entstanden ist.

    Für mich dann also Alles von der Wortgebung im Kanon bis zu den 3 Juwelen etc.etc.etc.

    Also macht es für mich keinen Sinn mehr, sich über "Formulierungen" den Kopf zu zerbrechen; es sei denn, der Kontext der Übertragung fühlt sich nicht stimmig an.


    Wenn die Mönche also tatsächlich gesandt wurden, um die Lehre zu verbreiten, dann macht wahrscheinlich doch eine Sangha auch Sinn?

    Man kann in eine Sangha gehen - wenn man meint, man schafft es nicht allein oder diese aus sonstigen Gründen benötigt oder man geht seinen Weg allein, im Kontext mit der Lehre und seinen Schriften.


    Überall kann ich in Abhängigkeiten geraten, selbst Bücher und Schriften können falsche Formulierungen/ Überlieferungen enthalten - ich meine, dass das nicht unbedingt ein Ausschluss-Kriterium für eine Sangha darstellen dürfte.

    Liebe Grüße Schneelöwin


    So hast du manches gebaut, und manches begraben, denn es macht Leid, was du, vor der Zeit, all kräftig zum Lichte gezogen.

    Nun kennest, nun lässest du dies; denn gerne gefühllos ruht, bis dass es reift, furchtsam geschäftiges drunten.

    abgewandelte Friedensfeier


    Edited once, last by Schneelöwin ().

  • Nur wenn man niemand findet der besser oder gleich ist, muss man alleine gehen.


    Zitat

    45

    Wenn einen weisen Freund man findet, Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll, Jedwede Widrigkeiten überwindend, Mag wandern man mit ihm, beglückt und achtsam.

    46

    Wenn keinen weisen Freund man findet, Als Weg-Gefährten, edel lebend, kraftvoll, Gleich einem König, der besiegtes Land verläßt, allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    47

    Ja wahrlich, preisen wollen wir das Glück der Freundschaft Die besser oder gleich, solch Freunde soll man wählen. Kann solche man nicht finden, tadelfrei dann lebend, allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

    Sutta Nipata 1.3.

    Mit Metta, mukti.

  • im ersten Abschnitt des Posts von Spock ist konkret die Mönchsgemeinde, die der Buddha ins Leben rief, gemeint. Also eine Gemeinschaft, die (auch) den 227 Regeln verpflichtet ist (ich hatte das hier: Zufluchtnahme genannt).


    Was nun gute Menschen sind (wohlgemerkt: hier geht es nicht mehr um Menschen, die konkret einer Lehre verpflichtet sind), das erklärt der Buddha mindestens implizit auch. Das sind zB welche, die vom Lügen, vom Stehlen, vom Töten und wohl allgemeiner gesprochen: von der SelbstGier abstehen.

  • lieber vedana,


    ohne die Leute, die den PK aufgeschrieben und bis in die heutige Zeit immer wieder beschützt und abgeschrieben und gelehrt haben,


    was hättest du von der Lehre des Lehrers mitbekommen?


    Lehrer, Lehre und die Weitergabe durch die Generationen durch andere Menschen.


    Ja. Aber Weitergabe der BuddhaLehre.


    Technisch gesehen werden aber auch die Bedingungen dafür, dass man überhaupt Worte eines Erwachten zu hören bekommen kann, durch (vorangegangene) Handlungen gelegt. Da diese Welt nicht die einzige ist, geht dein Argument so also etwas vorbei.


    Eine Anmerkung: Es wird dem Buddha nicht gerecht, ihn lediglich als Lehrer zu bezeichnen. Damit setzt man seine erklärenden Worte denen der heutigen Lehrer gleich.

  • Überall kann ich in Abhängigkeiten geraten, selbst Bücher und Schriften können falsche Formulierungen/ Überlieferungen enthalten - ich meine, dass das nicht unbedingt ein Ausschluss-Kriterium für eine Sangha darstellen dürfte.


    Hier relativierst du zu stark. Es sind Menschen die handeln. Nicht Bücher und Schriften.


    Der einfache Punkt von mir ist doch, dass der Buddha keine dreifache Zuflucht gelehrt hat.

  • Es sind Menschen die handeln.

    Handeln oder lehren:)


    Der einfache Punkt von mir ist doch, dass der Buddha keine dreifache Zuflucht gelehrt hat.

    Wenn dem so sei (ich stimme Dir vom Gefühl zu) was bedeutet das für "Dich"?

    Liebe Grüße Schneelöwin


    So hast du manches gebaut, und manches begraben, denn es macht Leid, was du, vor der Zeit, all kräftig zum Lichte gezogen.

    Nun kennest, nun lässest du dies; denn gerne gefühllos ruht, bis dass es reift, furchtsam geschäftiges drunten.

    abgewandelte Friedensfeier


  • Es sind Menschen die handeln.

    Handeln oder lehren:)


    Der einfache Punkt von mir ist doch, dass der Buddha keine dreifache Zuflucht gelehrt hat.

    Wenn dem so sei (ich stimme Dir vom Gefühl zu) was bedeutet das für "Dich"?


    Lehren ist ja auch Handeln. Gewissermassen gibt man "sich", also das was man zu wissen glaubt ja in jeder Kommunikation weiter. Lehren - das ist nur ein besonderes Augenmerk auf diesen Umstand, weswegen hier versucht wird, besser/richtiger/dem anderen zuträglicher zu be-deuten.


    Es ist sind die "" aber nicht nötig. Dem/der Einsichtigeren ist klar, dass damit nur Gefühl, Wahrnehmung, Bewusstsein gemeint sein kann. Bewusstsein ist an sich ein "sich-bewusst sein". Platt gesprochen: da ist "Ich" immer schon mit drin. Weswegen man eben sicherer/selbstbewusster keine "" zu setzen braucht und die handelnden Personen auch direkt so ansprechen kann. zB: "Das hast du gut gemacht". Dswg konnte auch der Buddha die Leute direkt so ansprechen. Es gibt (auch wenn man das wieder falsch, also zu extrem auffassen kann) nämlich Selbst-/EigenVerantwortung.


    Für mich heisst das (ich schrieb das schon) eine "totale Rückbesinnung auf sich selbst (also die Besinnung auf Gefühl, Wahrnehmung und Bewusstsein). Es heisst: Sicherheit und Festigkeit in sich zu entwickeln, oder vielleicht ganz anders gesprochen: erwachsen zu werden.


    Das heisst auch: dass man sich nicht von anderen Menschen abhängig macht.


    Ich finde es total logisch, dass Buddha nur eine solche (2fache, wobei es keine echte zweifache Zufluchtnahme ist) Zufluchtnahme empfiehlt. Denn durch die Beschäftigung mit der Lehre findet man so zu sich (Aufmerksamkeit/Gewahrsein von Gefühl, Wahrnehmung, Bewusstsein, Begehren, und was man sinnvoll noch dazu nennen kann und damit begrifflich zusammenhängt).

  • In AN 9:20 vergleicht der Buddha wie verdienstvoll bestimmte Handlungen in Bezug zu anderen Handlungen sind. Daraus ein kurzer Auszug:


    "...es wäre bei weitem verdienstvoller, wenn man die Sangha der Mönche mit dem Buddha an der Spitze verköstigen würde und dem Sangha der vier Himmelsrichtungen zuliebe ein Kloster errichten würde ... es wäre sogar noch viel verdienstvoller, wenn man aus vollem Vertrauen zum Buddha, zum Dhamma und zum Sangha Zuflucht nehmen und die fünf Übungsregeln befolgen würde..." (1)


    Anschließend schildert der Buddha Handlungen, die noch verdienstvoller sind als das Zuflucht nehmen zu Buddha, Dhamma und Sangha.


    Auch wenn der Buddha in dieser Textstelle die Zuflucht nicht definiert, denn das eigentliche Thema ist ein anderes, so kann man ihr doch entnehmen, dass der Buddha von Zuflucht gesprochen hat und diese etwas mit Vertrauen in Buddha, Dhamma und Sangha zu tun hat, Man nimmt Zuflucht zu den Drei Juwelen Buddha, Dhamma und Sangha, weil man Vertrauen in sie hat. Dann stellt sich die Frage, worin besteht denn dieses Vertrauen?


    Das Vertrauen beruht doch auf der Einsicht in die Qualitäten des Buddha, des Dhamma und der Sangha. Der Buddha lehrt uns die vier edlen Wahrheiten aufgrund seiner eigenen Erfahrung und aus seinem Mitgefühl heraus. Die edle Wahrheit von der Beendigung der Leidensursachen und edle Wahrheit vom Weg, der zur Beendigung der Leidensursachen führt, sind der Dhamma. Die Sangha ist die Gemeinschaft der Heiligen, also derjenigen, die eine unmittelbare Einsicht in die Selbstlosigkeit erlangt haben.


    Wir haben Vertrauen in den Buddha, weil er uns den Weg lehrt durch den wir uns durch unsere eigene Praxis von den Leidensursachen befreien können. Wir haben Vertrauen in den Dhamma, weil wir die Leidensursachen überwinden können, wenn wir ihn in unserem eigenen Geisteskontinuum verwirklichen. Wir haben Vertrauen in die Sangha, weil die Sanghamitlieder den Dhamma bereits in einem Maße verwirklicht haben, so dass sie in der Lage sind, uns in unserer Praxis zu unterstützen.


    So wie man den spirituellen Lehrer gründlich prüfen muss bevor man ihn als persönlichen Lehrer annimmt, so muss man genauso gründlich die Sangha prüfen der man sich anschließen möchte.


    Gruß Helmut



    (1) zit. nach Bhikkhu Bodhi, In den Worten des Buddha, Stammbach 2011, S.167

    Gruß Helmut


    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Oft steht die dreifache Zuflucht am Schluss einer Lehrrede, z.B. hier:

    Zitat

    So nehme ich meine Zuflucht zum Herrn Gotama, zur Lehre und zur Mönchsgemeinde. Als Anhänger möge mich der Herr Gotama betrachten, als einen, der von heute ab zeitlebens Zuflucht genommen hat.

    A.III.54


    Auch im Dhammapada:


    Zitat

    Nur wer die Zuflucht sucht bei Buddha, bei der Lehre

    Und bei der Jüngerschaft, die Wahrheit schaut, die hehre,

    Vom Leiden, wie's entsteht und wie das Leiden schwindet,

    Und vom achtfachen Weg, wie man es überwindet,...


    Dhammapada 157-208



    Hier sagt der Buddha selber:

    Zitat

    "So ist es, Ānando, so ist es, Ānando. Denn hat man, Ānando, einander begegnet und beim Erwachten Zuflucht gefunden, bei der Lehre Zuflucht gefunden, bei der Jüngerschaft Zuflucht gefunden, so kann man, sag' ich, Ānando, einander schwerlich genugtun, indem man da höflichen Gruß entbietet, geziemende Achtung erweist, Kleidung, Nahrung, Obdach und Arznei für den Fall einer Krankheit darreicht.

    M. 142.

    Mit Metta, mukti.

  • Bezieht sich der Begriff Sangha auf zwei verschiedene Aspekte? Zum einen auf die regionale Sangha, die man besucht und zum anderen auf die Gruppe von Menschen, die die Einsicht erlangt haben?


    Ok, Nachtrag: Anscheinend hat sich die Bedeutung des Begriffs mit der Zeit und durch westliche Einflüsse verändert laut What Are the Three Jewels? - Lion's Roar Der dritte Punkt.

    Ansicht ohne Gewähr und Anspruch auf Richtigkeit

    Edited once, last by cinnamon ().

  • Bezieht sich der Begriff Sangha auf zwei verschiedene Aspekte? Zum einen auf die regionale Sangha, die man besucht und zum anderen auf die Gruppe von Menschen, die die Einsicht erlangt haben?

    Zum Palibegriff "Sangha":

    Zitat

    1) Sangha (p. 667) Sangha Sangha [fr. saŋ+hṛ; lit. "comprising." […]]


    1. multitude, assemblage Miln 403 (kāka˚); J i.52 (sakuṇa˚); […]. bhikkhu˚ an assembly of Buddhist priests A i.56, […] sāvaka˚ an assembly of disciples […] samaṇa˚ an assembly of ascetics

    2. the Order, the priesthood, the clergy, the Buddhist church […]

    3. a larger assemblage, a community […]

    PTS Sangha


    In den Jatakageschichten wird zB. von einer Vogelschar (sakuṇa-saṅghassa) geredet:

    Zitat

    §B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, wurde dort Bodhisattva als Vogel wiedergeboren und wohnte, umgeben von einer Vogelschar, in einer Waldgegend bei einem großen Baume, der reich war an Ästen und Zweigen. Nun rieben sich eines Tages die Zweige dieses Baumes aneinander und es fiel Staub herab. Rauch erhob sich. Als dies der Bodhisattva sah, dachte er: „Wenn sich diese beiden Zweige so reiben, werden sie Feuer erzeugen; dies wird um sich greifen und die vorderen Blatter erfassen; dann wird es auch den ganzen Baum einäschern. Wir können hier nicht bleiben; wir müssen von hier entfliehen und anderswohin gehen.“ Und er sagte der Vogelschar folgenden Vers:


    §1. „Der erdentsprossne Baum, in dem wir Vögel wohnen,

    er selber zündet Feuer an:

    Nach einer andern Gegend fliegt, ihr Vögel;

    der unsre Zuflucht war, birgt nun Gefahr.“

    36 Sakuna-Jataka

  • Bezieht sich der Begriff Sangha auf zwei verschiedene Aspekte? Zum einen auf die regionale Sangha, die man besucht und zum anderen auf die Gruppe von Menschen, die die Einsicht erlangt haben?

    Es ist wohl eine allgemeine Bezeichnung für die Anhänger der buddhisti­schen Lehre, eine Gruppe die mindestens den Stromeintritt erreicht hat wird dann genauer als "Ariya Sangha" bezeichnet.

    Mit Metta, mukti.

  • mukti


    Die Empfehlung, sich selber Leuchte zu sein, und in den Worten des Buddhas ein Hilfsmittel zur Besinnung zu finden, bezieht sich auf die Zeit nach seinem Tod. So sprach er das hier aus (ich zitiere erneut):


    Zitat

    «Darum aber, Anando,

    • wahrt euch selber als Leuchte, selber als Zuflucht, ohne andere Zuflucht,
    • die Lehre als Leuchte, die Lehre als Zuflucht, ohne andere Zuflucht.

    Wie aber, Anando, wahrt der Mönch sich selber als Leuchte, selber als Zuflucht, ohne andere Zuflucht, die Lehre als Leuchte, die Lehre als Zuflucht, ohne andere Zuflucht?

    • Da wacht, Anando, der Mönch beim Körper über den Körper, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;
    • wacht bei den Gefühlen über die Gefühle, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;
    • wacht beim Bewusstsein über das Bewusstsein, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Regehrens und Bekümmerns;
    • wacht bei den Geistobjekten über die Geistobjekte, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns.

    Also, Anando, wahrt der Mönch sich selber als Leuchte, selber als Zuflucht, ohne andere Zuflucht, die Lehre als Leuchte, die Lehre als Zuflucht, ohne andere Zuflucht.

    «Die also da, Anando, jetzt eben oder nach meinem Verscheiden, sich selber als Leuchte, selber als Zuflucht, ohne andere Zuflucht, die Lehre als Leuchte, die Lehre als Zuflucht, ohne andere Zuflucht, zu wahren verstehen: in solchem Anbetracht nur werden diese, Anando, Mönche sein, die da eifrige Übung lieben.»

    Digha Nikaya 16.2


    Solange die Jüngerschaft/der Mönchsorden unter der Führung des Buddha noch bestand, solange konnten Menschen in dieser ihr Heil suchen. Das ist heute nicht mehr gegeben.


    Der einfache Punkt von mir ist doch, dass der Buddha keine dreifache Zuflucht gelehrt hat.

    Ist das nicht nur eine Vermutung von dir? im Palikanon wird die dreifache Zuflucht jedenfalls mehrmals genannt.


    Es ist also nicht nur eine Vermutung von mir. Im Gegenteil geht sie mit dem konform, was man selber in den Lehrreden nachlesen kann. Dazu gehört auch, dass der Buddha den Untergang der Lehre (ich denke eigentlich: den Untergang des Wissens, was über eine Zeitspanne nach seinem Tod kollektiv organisiert und aufrechterhalten wurde) innerhalb von 500 Jahren prognostizierte. Das ist etwas, was man selber beobachten kann, schaut man sich bestimmte Texte im Palikanon an, die weit nach dieser Zeitspanne entstanden sind. Was kann man da unter anderem lesen, in diesem Palikanon, der nicht nur die Lehrreden Buddhas versammelt sondern viele weitere Texte von anderen: zum Beispiel auch Verse in denen gesagt wird, dass es keinen Täter geben würde, also unheilsames, nicht mittleres Urteilen/Aussagen.


    Welche Sangha kann denn der Buddha (über seinen Tod hinaus) als einen wirklichen Schutz (nicht nur einen vergänglichen) als einen "Ort" an dem es möglich ist, NichtWissen zu überwinden empfohlen haben?



    Zum Palikanon: Die Lehre sei euer Meister. Ist der Palikanon die Lehre des Buddha? Nein, diese Sammlung enthält auch genügend Worte NichtErleuchteter, genügend Worte von Menschen, die lediglich meinten erleuchtet zu sein.

  • Hab noch diesen Sanskrit Satz im Thema gefunden, falls sich jemand damit beschäftigen möchte,

    (Quelle ...zzt leider unbekannt)...fand ihn dennoch interessant.


    बुद्धम् शरणं गच्छामि धर्मं शरणं गच्छामि सङ्घं शरणं गच्छामीति बुद्धगतैर्वक्तव्यम् ॥१॥


    Wer zu Buddha gegangen ist, soll sprechen:

    Ich nehme meine Zuflucht zu Buddha, ich nehme meine Zuflucht zur Buddhalehre, ich nehme meine Zuflucht zur Gemeinschaft der durch die Buddhalehre zur Erlösung gelangten._()_

  • Auch wenn der Buddha in dieser Textstelle die Zuflucht nicht definiert, denn das eigentliche Thema ist ein anderes, so kann man ihr doch entnehmen, dass der Buddha von Zuflucht gesprochen hat und diese etwas mit Vertrauen in Buddha, Dhamma und Sangha zu tun hat, Man nimmt Zuflucht zu den Drei Juwelen Buddha, Dhamma und Sangha, weil man Vertrauen in sie hat. Dann stellt sich die Frage, worin besteht denn dieses Vertrauen?


    Diese Sangha besteht nicht mehr. Deswegen kann man sich ihr auch nicht mehr anschliessen. Deswegen kann man einen Anschluss an diese auch nicht mehr empfehlen. Und das hat der Buddha auch nicht getan.


    Das Vertrauen beruht doch auf der Einsicht in die Qualitäten des Buddha, des Dhamma und der Sangha. Der Buddha lehrt uns die vier edlen Wahrheiten aufgrund seiner eigenen Erfahrung und aus seinem Mitgefühl heraus. Die edle Wahrheit von der Beendigung der Leidensursachen und edle Wahrheit vom Weg, der zur Beendigung der Leidensursachen führt, sind der Dhamma. Die Sangha ist die Gemeinschaft der Heiligen, also derjenigen, die eine unmittelbare Einsicht in die Selbstlosigkeit erlangt haben.


    Die Sangha von der der Buddha sprach war die, die er selber ins Leben rief. Wie es über seinen Tod hinaus zu handhaben ist, das hat er klar ausgesagt.


    Wir haben Vertrauen in den Buddha, weil er uns den Weg lehrt durch den wir uns durch unsere eigene Praxis von den Leidensursachen befreien können. Wir haben Vertrauen in den Dhamma, weil wir die Leidensursachen überwinden können, wenn wir ihn in unserem eigenen Geisteskontinuum verwirklichen. Wir haben Vertrauen in die Sangha, weil die Sanghamitlieder den Dhamma bereits in einem Maße verwirklicht haben, so dass sie in der Lage sind, uns in unserer Praxis zu unterstützen.


    So wie man den spirituellen Lehrer gründlich prüfen muss bevor man ihn als persönlichen Lehrer annimmt, so muss man genauso gründlich die Sangha prüfen der man sich anschließen möchte.


    Ich habe Vertrauen in die Lehrreden, weil ich sehe und zum Teil auch nur ahne, dass sie "stimmen". Ich kann nur Vertrauen in Richtigkeit (zB in die Richtigkeit einer Gleichung, die ich verstehe) entwickeln. Und nicht weil irgendetwas so oder so wäre (zB so wie es ein irgendjemand sagt).


    Einen "zum Geist gewandten" (spirituellen) Lehrer kann ich nur soweit prüfen, soweit ich selber "Geist" verstehe. Buddha empfahl keinen persönlichen Lehrer, erst Recht nicht einen, der NichtWissen nicht überwunden hat. Und so ist das (meiner Auffassung nach, denn egal was ich sonst so lese, überall tauchen Unstimmigkeiten und Widersprüche zu dem auf, was der Buddha lehrte. Erst Recht unter heutigen Lehrern, deren Aussagen ich hier im Forum seit bald zehn Jahren immer mal wieder vor die Augen bekomme) mit den "Lehrern" heutiger Zeit und auch der vergangener Jahrhunderte.


    -> Zufluchtnahme

  • Hallo @S-Mater,

    (Quelle ...zzt leider unbekannt) ...


    बुद्धम् शरणं गच्छामि धर्मं शरणं गच्छामि सङ्घं शरणं गच्छामीति बुद्धगतैर्वक्तव्यम् ॥१॥

    Schau mal 41 b: Lösung der Übungen Lektion 41 - 45 (Sanskritkurs)

  • Danke Spock und Mukti für die Infos. Die Vogelsangha klingt auch interessant ;)


    Hab jetzt zwei Begriffe gefunden zur buddhistischen Sangha. EInmal die erwähnte "Aria Sangha" (Club der in- den- Strom-eingetretenen als Laie oder als Ordinierter) und einmal die "Sammati Sangha" (örtlicher Club der Nonnen und Mönche).


    Zitat

    Sangha:
    On the conventional (sammati) level, this term denotes the communities of Buddhist monks and nuns; on the ideal (ariya) level, it denotes those followers of the Buddha, lay or ordained, who have attained at least their first glimpse of nibbana.

    Refuge: An Introduction to the Buddha, Dhamma, & Sangha


    Welche dieser Sanghas Buddha meinte, ist mir unklar.

    Ansicht ohne Gewähr und Anspruch auf Richtigkeit

  • Hallo @S-Mater,

    (Quelle ...zzt leider unbekannt) ...


    बुद्धम् शरणं गच्छामि धर्मं शरणं गच्छामि सङ्घं शरणं गच्छामीति बुद्धगतैर्वक्तव्यम् ॥१॥

    Schau mal 41 b: Lösung der Übungen Lektion 41 - 45 (Sanskritkurs)

    Ja hab Dank den Kurs kenne ich.

    Aber auch bei Payer ist keine weitere Quelle angegeben...._()_

  • Die Empfehlung, sich selber Leuchte zu sein, und in den Worten des Buddhas ein Hilfsmittel zur Besinnung zu finden, bezieht sich auf die Zeit nach seinem Tod. ...

    Dennoch wurde die dreifache Zuflucht laut Überlieferung auch nach seinem Tod fortgesetzt:


    Zitat

    Der König war mit dieser Erklärung so zufrieden, daß er seine Zuflucht zu Kaccana nahm und dessen Laienanhänger sein wollte. Kaccana aber sagte ihm, er solle seine Zuflucht nicht zu ihm, sondern zu Buddha nehmen. Auf die Frage des Königs, wo Buddha sich aufhalte, sagte ihm Kaccana, Buddha sei schon vollkommen erloschen. Darauf nahm der König seine Zuflucht zum erloschenen Buddha, zur Lehre und zur Jüngergemeinde und bekannte sich als Laienanhänger Buddhas für sein ganzes Leben.

    M.9.84.


    Wir haben halt nur die Überlieferung und die Nachfolger. Ich glaube nicht dass die Ursache der Schwierigkeiten auf dem Weg an mangelhafter Überlieferung oder an schlechten Nachfolgern liegt, sondern in uns selber. Dass wir in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen sind, macht die Sache nicht gerade einfacher. Ansonsten ist alles da, der achtfache Pfad mit detaillierten Erklärungen sowie sehr ernsthaft praktizierende Mönche. Das Wesentliche ist nachvollziehbar - die Entwicklung von Sittlichkeit, Sammlung und Weisheit.

    Mit Metta, mukti.

  • Die Ursache ist in meinen Augen vor allem, dass sich eine verschwindend geringe Minderheit auf die Worte des Buddha allein verlässt. Geschweige denn, dass sich eine Mehrheit (sogenannter Buddhisten) überhaupt mit den Lehrreden auseinandersetzt.


    Und glaubt, es gäbe obwohl widersprüchlich zu diesen Worten gleichwertige Erklärungen.


    Und dazu glaubt, es hätte der Buddha eine Zuflucht zu einer anderen Gemeinschaft als zu der die er selber gründete, empfohlen.

  • die Entwicklung von Sittlichkeit,


    Das ist etwas, was die wenigsten wohl sehen wollen. Dass es vor allem die Handlungen sind, um die es geht. Weniger darum, zu meditieren. Alle stürzen sich wie in einem Wahn auf Meditation. Und denken (weil sie Lehrreden nicht beachten) dass sie damit dem Buddha folgen würden.