Gibt es Channeling im Buddhismus?

There are 71 replies in this Thread. The last Post () by ARYA DHARMA.

  • Die Orakel im tibetischen Vajrayana z.B. das Nechung-Orakel könnte man als so etwas ansehn.


    Ja das ist ziemlich okkult auf jeden Fall.


    Ich meinte eher so Sachen wie: "Der Medizinbuddha hat eine neue Nachricht...". Ob es da irgendwelche Leute gibt, die in Verbindung mit Buddhas sind, oder wie in deinem Beispiel, mit Schutzgottheiten. Es würde für mich persönlich im Zusammenhang mit dem Bodhisattva Gedanken Sinn machen, wenn man als Mensch, vielleicht auch mit verwirklichten Bodhisattva´s kommunizieren kann...denn wie sonst machen diese ihre Heiltätigkeit?

  • Der Begriff Channeling spielt im Buddhismus keine Rolle. Das meiste, was man im Westen unter Channeling kennt, ist in meinen Augen mehr oder weniger Manipulation und Abzocke; was nicht heisst, dass es das Phänomen nicht grundsätzlich geben könnte und man es auch seriös anwenden kann. Ich kenne nur wenige, die das tun.


    Die Art der Verbindung mit Gottheiten im tibetischen Buddhismus ist anders. Denn die Voraussetzung für die Praxis ist ja, etwas zu externalisieren, was schon in einem steckt, es sich dadurch im Spiegel anzuschauen um es besser zu verstehen, und dann wieder in voller Qualität aber individueller Ausdrucksform zu integrieren.


    Die Praxis mit den Orakelmedien ist wohl eher traditionell tibetische Kultur. Die Medien - Menschen mit der Begabung dafür sind extrem selten - gehen eine enge Verbindung mit großen Kräften ein und es gibt nicht viele die das überhaupt aushalten können, ohne verrückt zu werden, und die gleichzeitig das, was sie gesehen haben, in sinnvoller Weise interpretieren und ausdrücken können. Deswegen sind die tibetischen Staatsorakel so hoch geschätzt.


    Was Du meinst, ist ganz normale tantrische Praxis - indem man die archetypischen Kräfte Innen und Aussen verbindet, erweckt man die eigenen Fähigkeiten, oder es wird Selbstheilung angeregt usw. usf.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Was Du meinst, ist ganz normale tantrische Praxis - indem man die archetypischen Kräfte Innen und Aussen verbindet, erweckt man die eigenen Fähigkeiten, oder es wird Selbstheilung angeregt usw. usf.


    Also ich hab da mal mitbekommen, dass mit tatsächlichen Buddhas kommuniziert wird. Aber meinst du, dass quasi der innere Buddha ausgelagert wird, damit er als Symbol sichtbar ist und damit greifbarer wird? Archetypen sind nach meines Wissens Symbole, denen man sich anschließen kann oder sowieso schon "drin hängt", wie "Krieger" usw. Aber meinst du, dass man da mit Willen eintauchen kann?

  • Das mit den Archetypen lohnt sich, mal genauer nachzuforschen... Dann wird vieles verständlicher; obwohl sicherlich wenige Buddhisten diesen Begriff benutzen. Ich finde ihn dennoch passend.

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  • Was Du meinst, ist ganz normale tantrische Praxis - indem man die archetypischen Kräfte Innen und Aussen verbindet, erweckt man die eigenen Fähigkeiten, oder es wird Selbstheilung angeregt usw. usf.


    Also ich hab da mal mitbekommen, dass mit tatsächlichen Buddhas kommuniziert wird. Aber meinst du, dass quasi der innere Buddha ausgelagert wird, damit er als Symbol sichtbar ist und damit greifbarer wird? Archetypen sind nach meines Wissens Symbole, denen man sich anschließen kann oder sowieso schon "drin hängt", wie "Krieger" usw. Aber meinst du, dass man da mit Willen eintauchen kann?

    Im tibetischen Buddhismus geht es um nichts anderes. Auch Guru Yoga ist genau so gemeint, wie du es hier sagsts: Der innere Buddha wird "ausgelagert" damit er symbolisch sichtbar und damit greifbarer wird. Es funktioniert noch mal besser wenn das ein Mensch aus Fleisch und Blut ist mit dem man kommunizieren kann. (Das wird dann gelegentlich missverstanden und es gibt Leute die machen dann alles was der Guru sagt... nicht geprüft durch den inneren Buddha. Es ist eine Gradwanderung. Die meisten Gurus nutzen das dann aber nicht aus. Bzw versuchen es immer wieder die Person auf den inneren Buddha zu verweisen. )


    Es geht im tibetischen Buddhismus immer um die eigene Buddhantur. Insofern würde ich das auch infrage stellen, dass da jemand angeblich mit einem "wirklich vorhandenen" Medizinbuddha kommunziert hat. Denn was ist denn wirklich vorhanden, im Sinne von wirklicher als in meinem Geist vorhanden? Wie soll man das denn hinbekommen? Wer ist es denn, der diesen "wirklich äußerlich vorhandenen Medizinbuddha" dann sieht und hört?

  • Die Orakel im tibetischen Vajrayana z.B. das Nechung-Orakel könnte man als so etwas ansehn.


    Ja das ist ziemlich okkult auf jeden Fall.

    Ich sehe es nicht so, dass das okkult ist. Die Zeit ist ein Konzept des welches der dualsistische Geist fabriziert. Menschen, die beobachten können, wie der Geist dieses Konzept erzeugt und dieses Konzeptualisieren auch mal unterlassen können, leben in einem .. wie soll ich sagen.. über-zeitlichen, moment-Bewusstsein.. einem Raum wo es nur eine Art Dauer gibt oder einen einzigen Moment... richtet ein solcher Mensch seinen Geist dann wieder auf die Perlenschnur der Zeit, die es in der relativen Wirklichkeit ja gibt, erscheint ihm das, was in den nachfolgenden Perlen kommt, spätere Momente, nicht im Dunkeln liegend. Er spielt ja nur mit der Perlenschnur, er hält sie nicht für "wirklich vorhanden". Es erscheint so, als könne er in die Zukunft sehen. In Wirklichkeit sieht er nur in die scheinbare Zukunft, der illusionären Perlenschnur der Zeit.


    Es gibt viele Schriften die die nicht-Existenz von Zeit darlegen.

  • Turmalin

    Meinst Du die nicht- Existenz der Zeit oder die Leerheit der Zeit als ein Phänomen, das abhängig entstanden ist bzw. entsteht?

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Glücklich mögen alle Wesen sein und im Besitz der Ursachen des Glücks" (:_()_

  • Turmalin

    Meinst Du die nicht- Existenz der Zeit oder die Leerheit der Zeit als ein Phänomen, das abhängig entstanden ist bzw. entsteht?

    Niemand, der perfekt auf Stelzen gehen kann und die "richtigen" buddhistischen Worte auswendig gelernt hindrechseln kann ist in der Lage die Illusion der Zeit zu durchbrechen.

    Daher macht es durchaus Sinn, dass es im Vajrayana verschiedene Darstellungen des Gemeinten gibt. Wo dann der konzeptuelle Verstand wieder sagt: Hä???...

    Die Darstellungen im Dzogchen und Essenz-Mahamudra sind schon anders.


    Es gibt Darstellungen im Dzogchen unter der Überschrift: "Der zeitlose Moment der Wirklichkeit".. ich weiß nicht ob es so ok ist das hier zu zitieren.

    Vielleicht sagt Kilaya was dazu.

    Ich geh schon davon aus, dass Orakel Dzogchen ( bzw Mahamudra) Praktizierende sind. Und Tantriker.

  • Die Fähigkeiten als Orakelmedium haben wenig mit Verwirklichung zu tun und noch weniger mit einer Tantraklasse o.ä. Meistens ist das Talent angeboren, allerdings muss es durch Praxis / Geistesschulung in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Es ist in dem Sinne auch kein Channeling, eher eine Inbesitznahme des Mediums durch die Gottheit. Und ja, es ist okkult im eigentlichen Wortsinn von "verborgen, nicht sichtbar". Die Frage ist, ob man das zwingend negativ belegt.


    Hier würde jemand der mit dieser Fähigkeit auffällt vermutlich je nach Jahrhundert als Seher gefeiert, als Hexe verfolgt, man würde versuchen den Satan auszutreiben - oder modern die Shizophrenie mit Medikamenten unterdrücken. Wobei nur ein Bruchteil der Menschen, die mit sowas in Erscheinung treten, tatsächlich Medien sind, während die grosse Mehrheit schlicht eine geistige Störung hat (oder betrügt). Was uns nur im Gegensatz zur tibetischen Gesellschaft völlig abhanden gekommen ist, mangels Verständnis-Grundlage, ist die Fähigkeit, das zu unterscheiden.

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  • Man braucht übrigens keine Zeit in den Raum aufzulösen, um das zu verstehen. Jemand mit einem größeren Überblick über die Datenlage und ein besseres Verständnis von Zusammenhängen und Zeitabläufen, kann Prognosen machen. So wie ein Meteorologe, der inzwischen versteht, wie El Nino hinter Südamerika unser Wetter hier beeinflussen kann. Die Theorie bei den Orakeln ist: sie treten in Verbindung mit einer überpersönlichen Ebene, nenn es Archetyp oder anders, jedenfalls fliessen da Informationen aus viel mehr Datenquellen zusammen, und anhand dieser Datenquellen ist es möglich, Prognosen zu machen. Je nachdem wie diese Datenquellen ihre Daten preis geben, muss da alllerdings einiges an "Übersetzungarbeit" geleistet werden. Wie bei Traumanalyse z.B. Der Meteorologe sieht in seinen Strömungsfilmen und Isobarenkarten sofort, was das für einen bestimmten Landstrich bedeuten wird. Je trainierter also das Medium ist, und umso vertrauter mit der Datenbasis (aka Gottheit) mit der es arbeitet, umso leichter fällt es, die genau herauszuarbeiten, welche Dinge passieren werden, welche passieren könnten, welche zu verhindern sind und welche nicht, welche Potentiale man fördern will und welche nicht.


    Es gibt nur eine einzige Kröte, die man dafür schlucken muss: dass Innen und Aussen nicht wirklich getrennt sind. Weder körperlich, noch geistig.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
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  • Es gibt nur eine einzige Kröte, die man dafür schlucken muss: dass Innen und Aussen nicht wirklich getrennt sind. Weder körperlich, noch geistig.

    Die Sichtweise, es sei eine Kröte, beschleicht nur diejenigen, die manch einem völlig Klares, selbst bei gleichem Blickwinkel, nicht zu sehen vermögen. :)

    ......................................

    Für Interessierte: Staatsorakel

  • Das Staatsorakel lag ja aber beim Krieg mit England total daneben.
    Und der Hauptkonflikt bei den Gelugs, der Dorje Shugden-Konflikt, ist ja auch (oder vorwiegend?) der Kampf zweier Orakel um Einfluss.

    Das Sambhogakaya und Dharmakaya letztlich Archetypen sind, ist sicher eine interessante Theorie. Wäre dann Tantra das Nähren der Archetypen, Dzogchen und Mahamudra das Überwinden der Archetypen?

    Wenn also die Orakel eher so eine Art schamanistische Besessenheit ist, gibt es dann so was wie channeling gar nicht? Oder ist schamanische Trance nur ein Extremfall davon?
    Wie schätzt ihr Geisttermas (Texte, die von Padmasambhava im Geist von seinen Schülern verborgen wurden, und Jahrhunderte später dann in deren Geist auftauchen) ein? Und wie ist es mit Lehrern, die mit (nur ein Beispiel) Padmasambhava in seinem reinen Land gesprochen haben? Ist das dann so ne Art channeling, ist das vergleichbar? Oder von Leuten, die glauben, dass in Meditation oder im Traum ihr Lehrer zu ihnen gesprochen hat? Oder ist channeling was ganz anderes?

  • Das Staatsorakel lag ja aber beim Krieg mit England total daneben.

    Ich denke, das Problem liegt meistens in der Interpretation der Bilder; und wenn diese Bilder teilweise nicht verständlich sind und anhand von Bekanntem interpretiert werden, kann es leicht daneben gehen.


    Und der Hauptkonflikt bei den Gelugs, der Dorje Shugden-Konflikt, ist ja auch (oder vorwiegend?) der Kampf zweier Orakel um Einfluss.

    Das spielt sicherlich mit rein. Aber vor allem geht es um die Praxis einer bei der Bevölkerung sehr beliebten Gottheit, die dafür bekannt war auch weltliche Vorteile zu gewähren.


    Ob Staatsorakel grundsätzliche eine gute Idee sind oder nicht, dazu sollen meine Aussagen übrigens keinerlei Bewertung abliefern. Ich teile nur mit, was ich glaube verstanden zu haben.


    Das Sambhogakaya und Dharmakaya letztlich Archetypen sind, ist sicher eine interessante Theorie.

    Wie kommst Du nun gerade auf Sambhogakaya und Dharmakaya? Das sind ja nur Ausdrucksebenen bzw. Körper eines Buddha.


    Archetypen sind mehr oder weniger weiträumig kollektiv bekannte menschliche Grundmuster. Bestimmte Archetypen sind weltweit verbreitet, andere sind regional begrenzt. Es gibt meistens regional gefärbte Formen weiter verbreiteter Archetypen. Wenn der Erzengel Michael ein Archetyp ist, der u.a. für Unterscheidungsweisheit steht, dann wäre Manjushri eine verwandte Form im tibetischen Buddhismus. Natürlich sind die schon so weit auseinander, dass es neben Überschneidungen auch sehr viele gravierende Unterschiede gibt.


    Archetypen sind ausserdem nicht fix. Sie sind keine Vorlagen aus Platons Ideenwelt. Wenn eine Gruppe Menschen einen Archetypen aus einer anderen Kultur mitbringt, kann dieser sich in ihrer kollektiven Vorstellung verändern und wird vielleicht den neuen Bedürfnissen angepasst, ohne komplett verändert zu werden. Deswegen würde ich Archetypen auch als "intersubjektive Vereinbarungen" bezeichnen. Welche scheinbare Eigendynamik sie bekommen, hängt davon ab: was die Menschen, die damit arbeiten/die daran glauben daraus ableiten und in ihrem Leben umsetzen.


    Wäre dann Tantra das Nähren der Archetypen, Dzogchen und Mahamudra das Überwinden der Archetypen?

    Ich würde sagen, Tantra wäre u.a. das Aufheben der inneren Zerrbilder von Archetypen durch eine reinen Vorlage. Dabei können die Archetypen bereits losgelassen werden. Dzogchen und Mahamudra könnte man vielleicht besser als das Transzendieren naiver Vorstellungen der Archetypen bezeichnen. Man sucht sie nicht, sie können in unverfälschter Form jederzeit aus dem Raum entstehen. Das ist dann aber nichts Besonderes.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
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  • Etwas, das man auch nur ansatzweise mit sowas wie "Channeling" in Verbindung bringen könnte, gibt es halt eigentlich nur im tib. Buddhismus. Dann auseinander zu tüfteln, warum der Begriff da auch nicht wirklich passt, ist halt nicht möglich, ohne tiefer in die Materie einzusteigen.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
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  • ich würd es verschieben weil auch solche Themen im Raum stehen:

    Das Sambhogakaya und Dharmakaya letztlich Archetypen sind, ist sicher eine interessante Theorie. Wäre dann Tantra das Nähren der Archetypen, Dzogchen und Mahamudra das Überwinden der Archetypen?

    Wenn also die Orakel eher so eine Art schamanistische Besessenheit ist, gibt es dann so was wie channeling gar nicht? Oder ist schamanische Trance nur ein Extremfall davon?
    Wie schätzt ihr Geisttermas (Texte, die von Padmasambhava im Geist von seinen Schülern verborgen wurden, und Jahrhunderte später dann in deren Geist auftauchen) ein? Und wie ist es mit Lehrern, die mit (nur ein Beispiel) Padmasambhava in seinem reinen Land gesprochen haben? Ist das dann so ne Art channeling, ist das vergleichbar? Oder von Leuten, die glauben, dass in Meditation oder im Traum ihr Lehrer zu ihnen gesprochen hat? Oder ist channeling was ganz anderes?

    Vielleicht möchten noch andere Vajrayanis dazu etwas sagen, vielleicht auch später mal und hier würde es übersehen werden.

  • Dann sollte man die Themen nochmal explizit woanders aufmachen, wenn sie nicht in den Kontext passen. Aber die Fragen sind ja schon sehr spezifisch. Es ist nur jede Frage für sich ein komplexes eigenes Thema.


    Wie schätzt ihr Geisttermas (Texte, die von Padmasambhava im Geist von seinen Schülern verborgen wurden, und Jahrhunderte später dann in deren Geist auftauchen) ein?

    Ich glaube da vermischt Du zwei Sachen. Termas werden versteckt und dann in der Meditation Jahrhunderte später "gefunden" wenn die Zeit und der Meditierende reif ist für die Belehrung. Während viele ganz normale Einweihungen sowas wie Geisttermas sind, wo die Sachen zum Vorschein kommen, wenn der Einzelne reif dafür ist. Innerhalb des gleichen Lebens, und mit einem Nutzen für die eigene Meditationspraxis. Während die "grossen Termas" eher mehrere Generationen überspringen und dann von einer Einzelperson als Lehrer wieder in die Welt gebracht werden.


    Eine Verbindung zum Channeling sehe ich da nicht. Interessant wäre die Frage, wie und wo diese Informationspakete abgelegt werden. Bei den Einweihungen habe ich da keine Verständnisschwierigkeiten, aber bei den echten Termas, die von Tertöns gefunden werden, da fehlt mir doch eine Verständnisebene, auch wenn ich Ideen dazu entwickeln kann.

    Und wie ist es mit Lehrern, die mit (nur ein Beispiel) Padmasambhava in seinem reinen Land gesprochen haben? Ist das dann so ne Art channeling, ist das vergleichbar?

    Bei einem Channeling gibt es üblicherweise eine symbiotische Beziehung zwischen einem Wesen und einem Menschen, wo der Mensch kontaktiert wird und sich bereit erklärt, die Mitteilungen des Wesens unter die Leute zu bringen - per Livechanneling, Buch oder sonstwie. Schon daran kann man einen deutlichen Unterschied erkennen.


    Während bei den Lehrern, die sowas beschrieben, man durchaus von der Verbindung mit einer inneren Kraft reden kann, die durch lange Meditation auf das Geistfeld schon so lebendig integriert ist, dass es sich wie eine Begegnung in einem Reinen Land anfühlt. Letztlich ist ein Reines Land ja auch teilweise etwas, in das sich das eigene Umfeld auf der Welt zeitweise nahtlos verwandeln kann.


    Oder von Leuten, die glauben, dass in Meditation oder im Traum ihr Lehrer zu ihnen gesprochen hat? Oder ist channeling was ganz anderes?

    Das hat mit Channeling dann herzlich wenig zu tun. Traumyoga ist wieder eine Kategorie für sich, wo das eigene Unterbewusstsein sich möglicherweise am Rand des Kollektiven öffnet und man Dinge träumt, die über das eigene Speicherbewusstsein hinaus gehen.


    Ich habe das Gefühl, jegliche Kommunikation mit einer andern als der ganz normalen menschlichen Alltagsebene wird versucht hier unter "Channeling" zu subsummieren, während "Channeling" aus gutem Grund keinen besonders guten Klang hat. Also muss man in die Details gehen, um das zu unterscheiden. Da Channeling keine buddhistische Technik ist, so nicht angewandt wird, müsste man eigentlich konstruktiv besser fragen: welche Arten der geistigen Kommunikation über das persönliche Alltagsbewusstsein kann es geben, und wie könnte das funktionieren? Wichtig ist vor allem anderen die Unterscheidung: von welchen Siddhi auch immer man redet, sie sind im Buddhismus immer dem Ziel der Erleuchtung untergeordnet, ohne zwingenden Voraussetzung dafür zu sein, sie zu erlangen. Ausserdem sind Siddhi auch kein sicheres Zeichen für Verwirklichung. Somit sind es Werkzeuge, und es kommt darauf an, was man damit macht.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Lieber @kilaya,

    ... aber bei den echten Termas, die von Tertöns gefunden werden, da fehlt mir doch eine Verständnisebene, auch wenn ich Ideen dazu entwickeln kann.

    Das stelle ich mir ähnlich vor, wie den Moment, in dem ich z.B.ganz plötzlich weiß: es ist sehr wichtig, ich muss xy sofort anrufen. Das ist so etwas wie eine Intuition.

  • Soweit so klar - die Frage die ich mir stelle ist, wo diese Information zwischenzeitlich "gespeichert" ist. Irgendwo im Kollektiv sicherlich, aber wie - und ist sie "verschlüsselt"`? ;) Wie es sich anfühlt, wenn sich (bei Einweihungen) gelegte Samen im Geist plötzlich öffnen und ganze Informationspakete sich entfalten, kenne ich durchaus. Nur da liegt das "Paket" im Unterbewusstsein, das ist noch einigermassen nachvollziehbar, auch was passiert, wenn der Zeitpunkt reif ist, damit es sich entfaltet. Aber Termas, die jahrhundertelang verschwunden sind und dann von einzelnen Tertöns gefunden werden, die lange nach dem Legen der Termas geboren wurden, damit diese sie als Lehre wieder in die Welt bringen - das ist doch ungleich interessanter. ;)

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Soweit so klar - die Frage die ich mir stelle ist, wo diese Information zwischenzeitlich "gespeichert" ist. Irgendwo im Kollektiv sicherlich, aber wie - und ist sie "verschlüsselt"`? ;) Wie es sich anfühlt, wenn sich (bei Einweihungen) gelegte Samen im Geist plötzlich öffnen und ganze Informationspakete sich entfalten, kenne ich durchaus. Nur da liegt das "Paket" im Unterbewusstsein, das ist noch einigermassen nachvollziehbar, auch was passiert, wenn der Zeitpunkt reif ist, damit es sich entfaltet. Aber Termas, die jahrhundertelang verschwunden sind und dann von einzelnen Tertöns gefunden werden, die lange nach dem Legen der Termas geboren wurden, damit diese sie als Lehre wieder in die Welt bringen - das ist doch ungleich interessanter. ;)

    _()_

    Ich kenne mich mit den Titeln und dem Tib Buddhismus nicht gut aus. Aber ich kennr mich mit showzauberei und showhipnose gut aus und hab auch schon das eine oder andere über neurolinguistisches programieren gelesen:lol:.

    Ich erkläre mir das so das in einem Text oder einem Mantra oder einem Gedicht gezielt eine art Textprhase eingebaut wird die den geist (wen er komplet frei ist) in der weise hypnotisiert das da die Botschaft auftaucht. Als beispiel (möge man mir mei e unwisenheit verzeihen wen ich die Titel und funktionen falsch benene oder es unlogisch ist) ein Lama hat eine tiefe Erkentnis darüber das Europhäer mit Ihrer Kultur nur bedingt erwachen können (wiso auch immer) dan ist es aber so das der Dalailama gerade die Europhäer zu befreien versucht. Der Lama möchte da natürlich nicht dazwische gehen und weis aber das sich die europhäische Kultur wandeln kann. Er schreibt also ein Buch auf sagen wir mal Deutsch und wendet Neurolinguistisches wissen so wie wissen über Hypnose an und schreibt das Ganze so das es nur Aufgeht wen die Kultur das Grosse hindernis überwunden hat (zb gier nach fremden Rohstoffen). Er verteilt das Buch grossflächig unter seine anhängern in Deutschland und erwähnt das es extra zur befreiung der Europhäer geschriben wurde. Die Anhänger Lesen es und geben es weiter an andere Anhänger. Irgend wan ist die Verblendung der Europäher vorbei und die Hypnose in zusammenhang mit der programmierung begint zu wirken. Ein praktizierender Träumt, weil er das Buch neben dem Nachtisch als Abendlektüre hat, fom Lama und der Anweisung oder dem Wissen das er gibt, dazu hat der Europäher die verblendung der Kultur durchschritten und er begreift im Unterbewustsein was der Lama damals sagen wollte. Fileicht habens andere schneller begriffen aber sich damit nicht an die Öffentlichkeit getraut und so scheint es als sei die Lehre 100jahre verborgen gewesen.

    (So als erklärungs versuch) natürlich wird der Lama das nicht als Hypnose oder neurolinguistisches programmieren verstehen sondern einfach als eine Art zu sprechen wie sie nur Leute verstehen die die Kultur losgelasen haben.

    (Es kann auch sehr gut sein das ich total daneben liege :erleichtert:)

    _()_

  • Etwas, das man auch nur ansatzweise mit sowas wie "Channeling" in Verbindung bringen könnte, gibt es halt eigentlich nur im tib. Buddhismus.

    In einigen buddhistischen Ländern gab ( und gibt) es volkstümliche, schamanische Praktiken, bei denen man mit Dämonen kommuniziert, die mit Krankheiten assoziiert werden. InMyanmar glauben die Leute an die Besessenheit durch Nats. Und so wie sich in christlichen Ländern Schamanismus mit Christentum vermischt, vermischt er sich in buddhistischen Ländern mit buddhistischen Ideen. Auch in Thailand und Kambodscha gibt es solche Schamanen. Selbst in Japan gab und gibt es religiöse Randbereiche, wo sich Schamanismus, Shintoismus und ( meist tantrischen) Buddhismus mischt. Carmen Bleaker schreibt darüber in ihrem Buch The Catalpa Bow. Oft arbeitete ein buddhistischer Exorzist mit einem weiblichen Medium zusammen um herauszufinden, was für eine Art von Geist ist, den jemand aufgeschnappt hat und wie man ihn besänftigen kann.


    Ich glaube in Tibet wurde das Staatsorakel nicht als etwas "buddhistisches" gesehen, sondern als etwas weltliches. Man hat es auch nicht in religiösen Fragen konsultiert sondern in weltlichen.