Wie muss sich Meditation anfühlen?

  • wenn ich ca. 30 am Stück meditiere, werde ich ab diesem Zeitpunkt ungeduldiger und muss zwischen durch meine eingeschlafenen Beine wachrütteln. Immer wieder auf die Uhr schauen. Also ringen, um die Meditation auszuhalten. Vor allem die letzten Minuten der Meditation. Ist so etwas normal? Im Sinne „Ja, so meditiere ich auch.“

  • Nyinje ☼

    Approved the thread.
  • Hallo Seri Fet,


    wie lange übst Du jetzt Meditation? Hast Du das aus einem Buch, oder hat Dich jemand ursprünglich angeleitet? Wendest Du da eine bestimmte Technik an? Es gibt sehr viele verschiedene Methoden. Zählst Du Deine Atemzüge, spürst Du in den Körper hinein, stellst Du Dir etwas vor, ein Objekt, z. B. eine Blume? Oder einen Duft oder Klang?

    Oder machst Du gute Wünsche für andere Wesen, die etwa auf irgend eine Weise leiden?

    Oder ist das Ringen, die Meditation auszuhalten, Deine Hauptbeschäftigung?


    Wenn Du noch nicht so lange meditierst, hier ein Tipp:

    Wenn Du 5 Minuten gesessen hast, oder auch nach 10 Minuten, stehe auf und gehe sehr langsam, bewusst Fuß vor Fuß setzend, im Raum auf und ab. Dann setze Dich wieder und spüre nach, wie sich das angefühlt hat.

    Wiederhole das so oft, bis Du meinst, es ist genug.

    Das reicht für den Anfang.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • wenn ich ca. 30 am Stück meditiere, werde ich ab diesem Zeitpunkt ungeduldiger und muss zwischen durch meine eingeschlafenen Beine wachrütteln. Immer wieder auf die Uhr schauen. Also ringen, um die Meditation auszuhalten. Vor allem die letzten Minuten der Meditation. Ist so etwas normal? Im Sinne „Ja, so meditiere ich auch.“

    Guten Morgen 🙂,


    ich selbst bin auch noch nicht lange dabei was diese Gruppe und Buddhismus ☸️ angeht sowie die Praktizieren und die Meditation 🧘‍♂️.
    Ich hab mir ein Ziel gesetzt, täglich Je nach dem wie ich dazukomme wegen Haushalt und Tiere, 10 Minuten morgens und 10 Minuten Abend eine Meditation 🧘‍♂️ zu machen. Allerdings bedarf es viel Zeit um das Meditieren 🧘‍♂️ zu erlernen und dann auch das Ergebnis zu kommen. Ich selbst, habe noch nicht gemerkt das ich zum Erfolg gekommen bin. Aber wie gesagt: es benötigt viel Zeit und Übung. Sagt die die Calm App etwas? Mit dieser übe ich. Da sind jetzt keine Buddhistischen Meditationen bei Aber zum Anfang ganz Okey.

    LG.

  • Ich mache es eigentlich so wie es am angenehmsten ist. Denn jeder Mensch ist anders. Der eine Mensch kann durch die Nase und der andere nicht.
    So wie es dir am angenehmsten ist. 😊

  • Kleinen Tipp möchte ich dir geben. Ob es was für dich ist, weiß ich nicht.

    Aber damit möchte ich die Meditation nun lernen. Das ist ein Video von YouTube bzw. Eine Playlist mit 5 Videos über die Meditation, wo ein Mann die Meditation erklärt, wie man diese macht und was dabei auch hilfreich ist. Ich selbst habe nur mit der Calm App es versucht, da mein Mann aber urlaub hatte, war ich für meinen Mann da und habe mich eher weniger um Meditation gekümmert. Nun arbeitet mein Mann eine Woche und dann hat er noch mal eine Woche Urlaub. Diese Woche nutze ich um zu üben. Auch für dich: Du musst nicht am Anfang direkt 1H oder länger meditieren. Lieber kleine Häppchen und dann zum Brot hinarbeiten. Denn zu viel ist nicht gut. Das habe ich gemerkt. Hab zu viel gemacht und das ende vom Lied war: Depressionen! Daher lieber erstmal klein und auf den Tag verteilt. Nicht versuchen die Meditation von dir selbst zu erzwingen! Es muss vom Herzen kommen! Ich muss oder du musst: Gibt es nicht! Ich starte mit dem meditieren ab heute neu. Ich werde mir auch keinen Zwang machen. Das solltest du auch nicht. Wenn es nicht klappt, dann beim nächsten mal. Wer lernt, kommt zum Erfolg. heißt aber nicht: Nach 2 mal Meditieren, kann ich alles. Nein! Das ist ein langwieriger Prozess! Du wirst auch Misserfolge haben wie ich auch. Daher übt man es ja. Aber nicht so streng mit dir sein!


    Hier mal der Link für dich:

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Vielleicht klappt es ja bei dir. Schau dir die Videos in ruhe an. Falls du was nicht verstehst, kannst du dir diese ja wieder anschauen.



    LG und viel Erfolg.

  • wenn ich ca. 30 am Stück meditiere, werde ich ab diesem Zeitpunkt ungeduldiger und muss zwischen durch meine eingeschlafenen Beine wachrütteln. Immer wieder auf die Uhr schauen. Also ringen, um die Meditation auszuhalten. Vor allem die letzten Minuten der Meditation. Ist so etwas normal? Im Sinne „Ja, so meditiere ich auch.“

    Deine Praxis ist ganz okay, würde dabei so bleiben. In der Mediation haben wir alle anfänglich mit groben und später mit subtilen Hindernissen zu ringen. Ein kleiner Tip, stelle die Uhr aus deinen Sichtbereich und überlasse dich der Praxis. Wenn du es anders haben willst als es ist, bist du in die Falle gegangen, immer schön beim Atem bleiben und sich dem überlassen, sollten Ablenkungen erscheinen, einfach zum Atem zurückkommen und weitermachen. In den letzten Minuten kann noch jede Menge passieren, kein Grund vor Ablauf der Praxiszeit sich selbst mit Ungeduld zu begegnen und dadurch nur noch die Zeit abzusitzen.


    Eingeschlafene Beine kennt jeder der praktiziert, wenn du einigermaßen jung und gesund bist, würde ich das nicht weiterbeachten. Du könntest an deiner Sitzhaltung arbeiten oder auch eine andere Sitzposition finden, dadurch sollten dir die eingeschlafenen Beine im Bereich von 30 Minuten Praxis keine Probleme mehr bereiten. Ist aber auch bei jedem anders. Hatte da erst immer ab ca. 45 min. mit zu tun. Auch hier gilt, einfach beim Atem bleiben und aus dem Atemfluß heraus beobachten und nicht bewerten, meistens verschwinden unangenehme Gefühle von ganz alleine.

  • wenn ich ca. 30 am Stück meditiere, werde ich ab diesem Zeitpunkt ungeduldiger und muss zwischen durch meine eingeschlafenen Beine wachrütteln. Immer wieder auf die Uhr schauen. Also ringen, um die Meditation auszuhalten. Vor allem die letzten Minuten der Meditation. Ist so etwas normal? Im Sinne „Ja, so meditiere ich auch.“

    Hi,


    das ist völlig normal. Einfach beobachten und dir der Geistesinhalte gewahr sein. Die Meditation muss sich definitiv nicht in einer bestimmten Weise anfühlen. Es kommt vielmehr darauf an sich aller Geistesinhalte bewusst zu sein und diese kommen und gehen zu lassen.


    Es gibt das schöne Analogon des klaren Himmels, der immer klar bleibt, auch wenn Wolken vorbeiziehen (da er über den Wolken steht). Die Wolken entsprechen den Geistesinhalten (Gedanken, Emotionen und Empfindungen) und der Himmel dem Gewahrsein, welches immer da ist, ganz egal was passiert. Dieses Gewahrsein ist der Schlüssel nach innen.


    Selbst eine Meditation während der man sich dumpf und eher müde gefühlt hat ist vollkommen gelungen, wenn man sich den Inhalten "Dumpf und müde" vollkommen bewusst ist. Man kann auch allerlei gedanklichen "Unsinn" im Kopf haben. Wenn man diesen Unsinn ziehen lässt und sich bewusst ist was da vorhanden ist, hat man super meditiert! Ein besonders verbreiteter Irrglaube ist auch, dass es in der Meditation darauf ankommt nicht zu denken.


    Ein beliebter Anfängerfehler ist auch sich mit einer bestimmten Erwartung (nicht zu verwechseln mit Motivation) an die Meditation hinzusetzen. Diese Erwartung ist eher ein Hindernis und schwirrt einfach als zusätzlicher Geistesinhalt im Geist herum. Also "einfach" hinsetzen und alles genau beobachten. Der Atem als "Meditations-Anker" hilft einem dabei nicht völlig ins Unbewusste abzudriften, denn darauf kommt es letztlich an (auf Bewusstheit).


    Grüße,

    Erdmaus

    Edited once, last by Erdmaus ().

  • Ich beobachte die Atmung in den Nasendurchgängen. Meine Konzentration ist eng. Aber vielleicht sollte ich die Bauchatmung nehmen? Ist das egal, ob Nase oder Bauch?

    Was meinst Du mit Nase oder Bauch?


    Du kannst durch die Nase atmen oder durch den Mund.


    Davon unabhängig gibt es Bauchatmung – Wikipedia


    Ich empfehle die Bauchatmung.



    welcome :wrose::)

    Zu meinen Beiträgen: So sehe ich es.


    Viele Wege führen ins Nirvana.

    Deepa

  • Das wichtigste ist, hat man sich erst mal für ein Meditationsobjekt entschieden, dass man dabei bleibt. Das können Geräusche sein, der Atem, eine Flamme einer Kerze oder auch Visualisierungen oder aber auch der Geist an sich (In der Leerheit verweilend). Es gibt bestimmt noch mehr :)

  • Kann es sein, dass man sich einsam fühlt oder nicht nur fühlt sondern es auch ist, wenn man viel erkannt hat ( Klarblick hat ) oder Stromeintrittsmoment. ? Und je mehr wir loslassen und und uns hingeben an die Stille, den heiligem Geist, dem Loslassen, desto mehr werden wir merken, dass wir allein sind oder einsam sind, dass es Erfahrungen sind die man irgendwann hat, welche sehr intim sind, sich auch so anfühlen als wäre man isoliert von dem Rest der Welt. Geschehnisse / Samsara spielen sich ab wie durch eine unsichtbare Mauer, die Geräusche sind etwas gedämpft( also eigentlich ist das nur symbolisch zu verstehen, es war nicht exakt so, ein wenig nur, man merkt halt nur, dass man gerade angehalten hat und sieht die Dinge mal von außen ), wir drehen uns nicht mehr mit. Das hat schon ein wenig etwas von einsam sein.

    Es kann Samadhi gewesen sein ( Samma- Samadhi ) und das andere Vipassana ( Einsichten ) oder auch - einmal war es wohl so, war es beides im selben Moment.



    Aber ich erinnere mich, dass ich als ich so etwas ( Samadhi oder auch Klarblick ) einmal erfahren konnte ( und es gibt verschiedene Arten solches Erlebens, verschiedene Stufen ) das aber als friedlich wahr nahm, dass ich da in dem Moment froh war und damit umgehen konnte, es wohl auch das war, was ich brauchte, was mir hilfreich war ( dieses Sehen, dieses Erkennen ) in dem Moment, in dieser Situation.


    Also, nicht glauben, es ist etwas Schlechtes, es kann auch schön sein, beglückend sein, einsam zu sein. :)

    Wobei ich das ja glaube ich damals gar nicht so sehr als Einsamkeit empfand, also es fühlte sich nicht schlecht an, nicht irgendwie komisch. Wenn ich das nun neuerdings so erlebt habe ( als einsam sein, isoliert sein ), kann es sein, das mit meiner Praxis wieder was nicht gestimmt hat ? Oder stimmt alles, ich muss es aber erst einmal wieder lernen, dass ich dann sozusagen einsam bin und habe mich aber davon schon so weit entfernt gehabt von diesem Sehen, dass mein Ego oder meine Gefühle, einfach nicht so weit sind um damit im Einklang zu sein. :)



    Auf der anderen Seite oder was mir gerade noch auffiel ist, dass ich von Samma- Samadhi schrieb, und ich denke , das dieses Samadhi immer beglückend ist. Die richtige Sammlung ( oder Rechte Sammlung ) ist immer beglückend oder gibt einem Gelassenheit oder Gleichmut, wobei Gleichmut, kann wohl nicht verhindern, dass man sich einsam fühlt. Aber es könnte verhindern, dass man sich einsam zu fühlen ablehnt ?


    Oder stimmt es und ab höheren Vertiefungen hat man keine Freude mehr ? so habe ich das hier mal irgendwie gelesen. Dass man da nichts mehr fühlt. Frage mich aber ob so etwas möglich ist. Ich glaube ja, dass wir immer etwas fühlen. Es kann dann eben eine andere Art von Fühlen sein.

    Fühlen ohne Sinne ? Aber auf jedenfall kann es auch sein oder wünsche ich mir, dass der Buddha lehrte, dass die Meditation einen immer glücklich macht ( auf welche Art auch immer ) und nicht sich einsam fühlen lässt.


    Und wenn es doch so wäre, das man sich so fühlen kann, dann stimmt wohl was nicht an der Praxis. Es war dann womöglich kein Samma- Samadhi sondern irgend etwas anderes. Einer der fünft Faktoren oder einer der Hindernisse war noch nicht überwunden ?

    Kann es passieren, dass man in ein Unrechtes Samadhi rein kommt ?????



    Liebe Grüße :luftkuss:

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.


    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

    Edited 2 times, last by Rigpa ().

  • Damals war ich noch hier, aber schon da hätte ich das geschrieben.

    Ja es macht einsam und allein, ja es tut weh. Doch nicht aufgeben, das Einsam sein ist nur ein Gefühl und Gefühle vergehen, wie sie entstehen.

    Das Gefühl wird unwichtig, wenn ich mir meines Alleinseins bewusst werde, dass ich allein bin und allein lebe und allein sterben werde. Ganz egal wieviel Menschen bei mir sind.

    Wenn das erreicht ist, dieses Erleben des Allein sein, ist die Einsamkeit weg. Denn ich bin zwar allein, aber mit vielen Lebewesen, die auchalle allein sind. Eine riesige Gemeinschaft, wie kann ich da ein Gefühl von Einsamkeit aufkommen lassen und mich daran festbeißen?

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Ja es macht einsam und allein, ja es tut weh. Doch nicht aufgeben, das Einsam sein ist nur ein Gefühl und Gefühle vergehen, wie sie entstehen.

    Danke für Deine Antwort. Und ich denke, das man sich so nicht fühlen sollte, dass dann etwas nicht stimmt mit der Praxis, dass dann eines der Faktoren fehlt für Samma- Samadhi. Es ist ja so, dass in anderen Erfahrungen, an anderen Tagen ich mich mit allen verbunden gefühlt habe, auch wenn mein Erleben anders war, wie ein wenig so hinter einer unsichtbaren Mauer, oder mal von außen alles sehen, aber nicht einsam fühlen darin.

    eher erkennt man wie du schon sagst, dass wir alle denselben Herzgeist in uns haben oder dieser uns am Leben hält und verbindet.

    So in etwa, aber ich vermische hier ein wenig verschiedene Erfahrungen. Mal ist es sich verbunden sehen mit allen Wesen, mal mehr so

    hm einfach von außen sehen können und darin ( in der Welt ) nicht so involviert zu sein, aber dabei ein Glück in sich zu haben, ein schönes Gefühl dabei zu haben.

    Einsamkeit halt nicht. Daher denke ich, es gibt auch Unrechtes Samadhi. Und man da aufpassen muss, das man in einem solchem nicht verrückt wird.

    Sich darin nicht verliert, stecken bleibt.

    Das Thema Unrechtes Samadhi ist aber nicht so bekannt scheint mir, ich gehe davon aus, dass es das gibt. :?

    "Klarblick haben ohne Herz dabei " könnte man es auch nennen. Wie ein Zen- Meister mal sagte: " Geist ohne Herz ist kalt "

    Also das man wohl was erkennen kann, einen Klarblick haben kann, aber ohne dabei das Herz mitgenommen zu haben. Das beide dann nicht harmonieren nicht zusammen gefunden haben, so könnte man das auch ausdrücken. Das könnte es geben.

    Weisheit ohne Herz ????? Oder bezieht sich Geist nicht auf Weisheit, sondern nur ein Erkennen. Weisheit ist wohl immer mit dem Herzen gepaart.

    :heart: :rainbow:


    Liebe Grüße

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.


    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

  • Kann es sein, dass man sich einsam fühlt oder nicht nur fühlt sondern es auch ist, wenn man viel erkannt hat ( Klarblick hat ) oder Stromeintrittsmoment. ? Und je mehr wir loslassen und und uns hingeben an die Stille, den heiligem Geist, dem Loslassen, desto mehr werden wir merken, dass wir allein sind oder einsam sind, dass es Erfahrungen sind die man irgendwann hat, welche sehr intim sind, sich auch so anfühlen als wäre man isoliert vom irgendwie, die Geschehnisse / Samsara spielen sich ab wie durch eine unsichtbare Mauer, die Geräusche sind etwas gedämpft, wir drehen uns nicht mehr mit. Das hat schon ein wenig etwas von einsam sein. Aber ich erinnere mich, dass ich als ich es einmal erfahren konnte ( und es gibt verschiedene Arten solches Erlebens, verschiedene Stufen ) das aber als friedlich wahr nahm, dass ich da in dem Moment froh war, damit umgehen konnte, es wohl auch das war, was ich brauchte, was mir hilfreich war ( dieses Sehen, dieses Erkennen ) in dem Moment, in dieser Situation, wo ich mich befand. Also, nicht glauben, es ist etwas Schlechtes, es kann auch schön sein, beglückend einsam zu sein. :)

    Man ist manchmal alleine, aber nicht so, wie Du es hier beschrieben hast.

    Aber man leidet darunter nicht mehr.


    Als Kind habe ich mal einen Horrorfilm gesehen. Ich habe mich manchmal furchtbar gefürchtet, geärgert, gefreut.., je nachdem was gerade im Film passiert ist.

    Ich wusste damals nicht, dass das ganze nicht echt ist



    Wenn du zum Beispiel den Stromeintritt verwirklicht, siehst Du die Welt schon komplett anders als der Rest.

    Du bist nie wieder einsam , und du wirst keine wirkliche Trauer mehr empfinden.

    Du wirst nie wieder ungeduldig sein, und auf etwas warten.


    Manchmal möchtest du deinen Freunden und deiner Familie helfen.

    Aber du kannst ihnen nicht klar machen, dass sie in einem selbstgemachten Gefängnis sitzen.


    Du kannst diese Befreiung (Sotapanna oder höher ) auch nicht mehr ungeschehen machen.


    Während die Welt für dich nun völlig ok, und weder fair noch als unfair erscheint, musst du mit ansehen wie die Mehrheit der Menschen in einem Horrorfilm gefangen sind.


    Am Anfang der Praxis fühlt man sich oft Einsam, unbedeutend und hilflos.


    Dann folgt eine Phase wo man sich als Eins mit der Welt wahrnimmt.


    Aber hinter dieser Oneness steckt immer noch ein sehr gut getarnter Glaube an ein Selbst.


    Diese Antwort von mir, und die ganzen Bezeichnungen hören sich so kompliziert an...


    Einfach ausgedrückt : Es ist kein Weg zum Glück (das ist mehr oder weniger eine zugabe) , sondern primär ein Weg in die Freiheit.


    Wenn also irgendwo noch der Schuh drückt (Alleinsein usw), dann ist es noch keine Freiheit im Sinne der buddhistischen Lehre.

    Da muss man zumindest zu sich selbst ganz ehrlich sein.


    Die Befreiung kann man nicht durch Diskussionen erleben, sondern in jenen Bereichen der Meditation, wo es keinen Raum, Farben, Formen usw gibt.


    Dort fällt alles weg, bis auf die eine Stimme, die man als Ich bezeichnet.


    Wenn da nun alles weggefallen ist, wendet man sich dieser "Quelle" zu.

    Das ist sozusagen der Pfadmoment.


    Wenn Du dann zum ersten Mal in deinem Leben siehst, was und wer Du bist, dann wird sich dein Leben radikal verändern.

    Das ganze Universum ist dann nur noch ein Geistesmoment der dich gerade bewegt.


    Bis dieser Elementehaufen zum letzten Mal vergeht und verweht, wirst Du keine Probleme mehr haben.


    Einsamkeit verwandeln wir zuerst in eine Alles-ist-eins-samkeit.

    Das ist sozusagen unser Hintertürchen bzw trostpreis, weil wir zumindest in der Theorie, Anatta verstanden haben, aber in der Praxis keine Befreiung erlangt haben.



    Auch wenn es heute nicht mehr so im Trend ist, aber es gibt einen Grund warum der Buddha und seine Anhänger soviel meditiert haben.

    Sie wollten keinen Burnout kurieren oder ein wenig glücklicher sein.


    Es gibt Dinge die man sich nicht vorstellen kann und vielleicht auch möchte, nämlich dass nicht-ich zum Beispiel.


    Und diese Sachen klären sich entweder auf dem Kissen, oder manchmal auch danach, weil auf dieser Ebene die Meditation nicht mehr endet.


    Mögen wir alle Frieden finden!

  • Einfach ausgedrückt : Es ist kein Weg zum Glück (das ist mehr oder weniger eine zugabe) , sondern primär ein Weg in die Freiheit.

    Auf der anderen Seite, ist ja ein Buddha schon jemand der glücklich ist. Aber unabhängig von den Sinneskontakten. Doch ich finde deinen Satz zutreffend, nur das Befreiung auch Glück bedeutet, denke ich. Aber du schriebst ja auch Zugabe und nicht, dass es dann kein Glück gibt. ( Oder Freude ).

    Die Befreiung kann man nicht durch Diskussionen erleben, sondern in jenen Bereichen der Meditation, wo es keinen Raum, Farben, Formen usw gibt.

    Ja, da hast du recht. muss ich manchmal noch lernen oder merke ich dann auch manchmal, das das so ist.

    Dort fällt alles weg, bis auf die eine Stimme, die man als Ich bezeichnet.


    Wenn da nun alles weggefallen ist, wendet man sich dieser "Quelle" zu.

    Das ist sozusagen der Pfadmoment.

    Wenn man sich dieser Quelle nähert ist aber das "ich" schon noch da ? Du meinst wohl mit diesem "ich", die Quelle.

    Das ganze Universum ist dann nur noch ein Geistesmoment der dich gerade bewegt.

    Aha, ich habe es wohl mal erlebt, aber das bringt mir jetzt auch nichts, ich habe nicht weiter geübt damals. ( Meditation ).

    Das ist sozusagen unser Hintertürchen bzw trostpreis, weil wir zumindest in der Theorie, Anatta verstanden haben, aber in der Praxis keine Befreiung erlangt haben.

    Ach so ja, du meinst es war halt nur eine Vertiefung aber es fehlte noch etwas. Mehr Einsichten.

    Auch wenn es heute nicht mehr so im Trend ist, aber es gibt einen Grund warum der Buddha und seine Anhänger soviel meditiert haben.

    Sie wollten keinen Burnout kurieren oder ein wenig glücklicher sein.

    Fand ich erst hm nicht so hilfreich oder irgendwie überflüssig den Satz, aber einen Augenblick später musste ich lachen, ja das stimmt, das scheinen wir manchmal zu vergessen ( ich auch aber selten ).

    Es gibt Dinge die man sich nicht vorstellen kann und vielleicht auch möchte, nämlich dass nicht-ich zum Beispiel.

    Ja da hast du recht, dass es solche Dinge gibt. Nicht- ich vorstellen geht wohl nicht, nur erfahren können wir es. Du meintest wohl " sich das nicht vorstellen möchte. "

    Und diese Sachen klären sich entweder auf dem Kissen, oder manchmal auch danach, weil auf dieser Ebene die Meditation nicht mehr endet.

    Diese Sachen damit meinst du Das Nicht- Ich Erleben z.B oder das Alles- Eins- Sein Erleben.

    Danke für Deine Antwort. Ja, Diskussionen werden mir nicht helfen. Aber ein wenig darf man ja was fragen.

    Ob es theoretisch möglich wäre ein Unrechtes Samadhi zu erfahren. Oder Geist zu haben ( andere Sicht ) ohne Herz.


    Liebe Grüße und danke für Deine Unterstützung

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.


    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).

  • Sicher gibt es unrechte Samadhi, das ist gerade dieses sich einsam fühlen, ausgeschlossen, eingeschlossen wie im Nebel hinter einer Wand. Das kann nicht rechtes Samadhi sein. Rechtes Samadhi auf der anderen Seite ist eben das andauernde Glücklichsein, sich frei, befreit fühlen, mit nichts mehr, was zu tun haben, alles fließt. Du siehst es wohl selber, dass das auch klein rechtes Samadhi ist.


    Rechtes Samadhi wie Buddha es meint ist sich ganz Bewusst-sein, dass man allein ist und an nichts festhängen kann. Ganz allein, wie jedes fühlende oder nicht fühlende Lebewesen, den Daseinsmerkmalen des Lebens nicht entfliehen können, immer wieder neu werden in diesem Leben(Geburt), Krankheit und Sterben, als nicht Leiden zu sehen, sondern als ganz klare Tatsache.

    Samadhi ist nicht Gedankenleer und bewegungslos in seinen Träumen, nicht Träumen zu hängen. Samadhi ist Leben ganz Allein, mit den Abermillionen anderen Lebewesen, niemals einsam sein können.

    Befreiung? Wovon? Von den eigenen Vorstellungen was z.B. Samadhi oder Befreiung ist.

    Wie frei kann, man sein, wenn man ganz allein, aber nie einsam ist?


    Das hier geschriebene ist selbstverständlich nichts für Buddhisten, es für die, die sich befreien wollen.

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Liebe Rigpa,

    Ich kenne diesen Moment der Einsamkeit. Es war und ist einfach eine Tatsache.

    In dem Moment war es eine traurige und ernüchternde Tatsache. Heute, seit vielen Jahren, ist es eine Befreiung. Denn es gibt aus meiner Sicht nur eine Form von Freiheit, nämlich die Befreiung von sich selbst, den Wünschen, den Befürchtungen, den Illusionen, den ganzen Abhängigkeiten - egal wovon.

    Alles sind Gedanken, auch der Gedanke "alles ist eins". Er ist tröstlich, aber unfrei. Immer kämpft das Ego ums Überleben, zwar immer subtiler, aber immer wieder neu. Bis zu dem Moment, wo die Suche beendet ist.


    Welche Suche? Wonach suchst Du?


    Unsere wirkliche Heimat ist nicht Aussen, sei Dir selbst Freundin.


    Es gibt ein schönes Lied "wer niemals in sich selber ganz Zuhause ist, ist nirgendwo Zuhaus". Das ist meine Erfahrung. Dann tauchen Gefühle der Einsamkeit nicht mehr auf.

    _()_

    Ohne mich ist das Leben ganz einfach

    Ayya Khema

    Oder anders ausgedrückt: Die Beherrschung der Gedanken ist der Weg zum Glück (SH Dalai Lama)

  • Welche Suche? Wonach suchst Du?


    Unsere wirkliche Heimat ist nicht Aussen, sei Dir selbst Freundin.

    Das stimmt. Man kann nur das er-inner-n, was schon in ihm drin immer anwesend ist. Inn-e-Werden, was macht deines Innere aus.

    Man kann nichts allein sein, man ist eher Ein mit All-em ( All-Ein) untrennbar verbunden.

    Rigpa , mir scheint du bist , wie ich, sehr kopflästig, lass es einfach zu, gebe auf, egal welche Methode du benutzst.

    Für mich das Ganze Leben ist die Meditation, so wenn ich genug innerlich mich zentriert fühle, dann es fühlt sich so an, als die absolute innere Ruhe, am Boden des Ozeans, die Wellen toben, der Orkan fegt alles weg, wenn ich mich mit dieser Oberfläche idnetifiziere, dann ich wäre aufgschmissen, aber wenn man spürt es eher so, dass ich ("") als Igor nichts mehr als der Tropfen in dem Ozean, als die einzige Welle auf der Oberfläche , die sich wähnt, die ist die separate Entität, das ist alles.

    Man kann viel darüber reden, aber die Sprache ist dual, die kann auf die innere "Existenz" der Erfahrung nur hinweisen, wie der Finger auf den Mond, mehr nichts.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Manchmal möchtest du deinen Freunden und deiner Familie helfen.

    Aber du kannst ihnen nicht klar machen, dass sie in einem selbstgemachten Gefängnis sitzen.

    Sorry, Martin, so wie ich es empfinde, es gibt in diesem Zustand keine Trennung, z.B., zwischen mir/ meiner Frau, mir / meinem Feind, die Dualität ist einfach aufgehoben, klar, es passiert und anfühlt sich an nichts immer so, aber es ist möglich.

    Non-Dualität, es gibt kein "Gefängnis", die Tür war immer offen, und man braucht keinen Schlüssel.

    So ich es wahrnehme, du kannst es anders sehen. Ich respektiere die andere Sichtweiese, klar.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Ist so etwas normal? Im Sinne „Ja, so meditiere ich auch.“

    Schau, wenn man meditiert, dann sollte man sich mit seiner Art der Meditation abfinden oder es einfach bleiben lassen. Denn wenn man meditert und sich irgendwas davon verspricht, dann ist die Meditation bereits korrumpiert.

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]