Rituale im Theravada

There are 8 replies in this Thread. The last Post () by gabi.voelkel.

  • Gibt es im Theravada auch Rituale und Bräuche, die man erlernen kann, das man diese versteht und dann auch selbst praktizieren kann?

    Im Chantingbuch ist ja auch vieles drin wie die Morgen Puja und Abend Puja. Da weiß ich allerdings auch nicht ob man dies daheim praktizieren kann. Denn vieles im Buch ist auch nur zur Ausübung gegenüber oder mit einem Mönch.

  • Lieber Andreas,

    ich befürchte, Du willst zu viel auf einmal.

    Vor nicht allzu langer Zeit meintest Du, keine Zeit zum Meditieren zu haben. Jetzt willst Du morgens und abends wie Mönche meditieren.


    Ich kann Dir nur empfehlen - aus meinem Verständnis von Theravada, alles langsam angehen zu lassen. Der Buddha hat nicht umsonst zwei "GANG-ARTEN" verkündet - eine für Haushälter und eine für Mönche und Nonnen. Er war sich bewusst, dass es für Haushälter schwieriger ist, sich an bestimmte Regeln zu halten.


    Auch bestimmte Fragen können erst beantwortet werden, wenn ein gewisser Fortschritt vorhanden ist. Alles, was Du jetzt nicht weißt, aber beim Lesen auftaucht, kann erstmal beiseite gelegt werden. Das heißt nicht, dass Du keine Fragen stellen darfst, aber Du solltest Deinen Kopf nicht überanstrengen in der Sorge, etwas falsch zu machen.


    Du kannst es nicht falsch machen, wenn Du z.B. jeden Tag achtsam auf das schaust, was Du zu tun hast, was Du denkst, was Du fühlst - alles jedoch ohne es zu bewerten.


    Bei der Hausarbeit ist es wunderbar, sich achtsam darauf zu konzentrieren, was Du tust. Genau so wenn Du die Hunde ausführst oder wie Du mit Deinem Mann sprichst.


    All das ist schon Bemühung und Ritual genug.

    Wenn Du dann auch noch meditieren kannst und willst, dann ist das schon mehr als die meisten Anfänger machen.


    Und noch etwas, Du kannst machen, was Dir gefällt. An Ritualen zu hängen ist erst dann ein Problem, wenn die Rituale wichtiger werden als die eigene Geistesschulung und Entwicklung.


    Ich umarme Dich

    Monika

    Wer sich kennt, braucht nicht mehr zu suchen.

    Jiddu Krishnamurti

  • Ja da hast du eigentlich recht. Ich mache mir viel zu viel Gedanken. Im Pali: Ein Gespräch

    Steht ja auch: Das man seinen Weg natürlich wie gehabt gehen soll und nicht versuchen irgend etwas zu erlangen. Nicht einmal die Erleuchtung. Damit wird auch gesagt: Sei einfach das was du bist und ändere dich nicht für irgend jemanden sondern für dich selbst.

    Ich denke auch, das alles andere in der Zukunft erst kommt. Einfach mein Gewohntes leben leben und einfach ich sein und glücklich sein. Denn wenn ich was versuche ist es Leiden. Für mich ist es schon meditieren, wenn ich meinem Mann helfe, da er durch seine Beeinträchtigung auch nicht mehr so kann oder wenn ich mich um die Hunde kümmere. Das ist mein Dasein! Mehr spielt keine Rolle vorerst. Das eigene Dasein erkennen und damit dann arbeiten zählt.

    Fragen möchte ich eigentlich so auch nicht mehr wirklich stellen. Sondern mich einfach gedulden. Die Lösung kommt von selbst und automatisch ohne Eigenbemühungen. Ab und an lesen und wenn es sich die Möglichkeit ergibt, das Kloster mal zu besuchen. Aber auch dies nicht erwarten bzw. Fordern. Es kommt wie es kommt. Wenn nicht dann nicht!

  • Bitte liest euch mal das Buch: Bei der Wahrheit durch!

    In Sache: Rituale, Verbeugung usw. Steht da was ganz interessantes drin.
    Ihr findet es von selbst!

    bei dieser wahrheit_2prt.pdf


    Denn wenn man Rituale nicht braucht, dann weiß ich nicht, warum es dieses Buch mit den Übungen gibt.
    Entweder wird hier gelogen und man möchte was vertuschen und verbergen oder die Mönche lügen bis sich die Balken biegen!


    Es stinkt doch!


    Liebe Grüße

  • Denn wenn man Rituale nicht braucht, dann weiß ich nicht, warum es dieses Buch mit den Übungen gibt.
    Entweder wird hier gelogen und man möchte was vertuschen und verbergen oder die Mönche lügen bis sich die Balken biegen!


    Es stinkt doch!

    Nein, es stinkt nicht :eek:


    Es gibt Tausende, wenn nicht Millionen von Interpretationen und Möglichkeiten. Schau sie Dir an, aber fälle kein Urteil. Gefällt es Dir - ist gut. Gefällt es Dir nicht - ist auch gut.

    _()_

    Wer sich kennt, braucht nicht mehr zu suchen.

    Jiddu Krishnamurti

  • Ich warte das Corona ab und erfahre in Zukunft mehr, wenn ich dann mal ins Kloster komme.
    Bis dahin, lege ich es erstmal bei Seite und widme mich anderen Dingen zu.

  • Meine laienhafte Ansicht zu Ritualen ist folgende:

    - Wenn ich eine Handlung regelmäßig wiederhole und sie für mich eine Bedeutung hat, dann ist es ein Ritual, das Platz in meinem Leben haben darf. Zum Beispiel mich vor meiner Buddhastatue zu verneigen bevor ich meditiere oder bevor ich wieder aufstehe.

    Ich tue das um meinem Geist und meinem Körper ein kleines Signal zu geben und um kurz innezuhalten und des Buddhas, des Dhammas und der Sangha gewahr zu werden.

    Da ich aber auch tagsüber immer wieder meditiere in meinen alltäglichen Handlungen braucht die Meditation nicht die Verbeugung um wirksam zu sein.

    Genauso wenig wird es mir passieren, dass ich bei der Meditation hochschrecke, weil ich vergessen habe mich zu verbeugen.

    Sprich ich habe ein Ritual, versuche aber keine Anhaftung daran zu entwickeln.


    Rituellen Handlungen, deren Sinn ich nicht verstehe oder die jemand von mir verlangt aber nichts dazu sagen kann, stehe ich immer skeptisch gegenüber. Das hat für mich immer etwas von Cargo-Kult.


    _()_ Liebe Grüße

    Don't try to calm the storm. Calm yourself, the storm will pass. :sunny:

  • Danke dir für deine Ausführliche Antwort. Gefällt mir.
    Ich habe mich ja für den Theravada Buddhismus entschieden und möchte diesen auch praktizieren heißt mit: Rituale wie Morgen Puja usw. nicht gezwungen sondern vom Herzen. Ich muss ja nicht direkt auf Pāli rezitieren. Kann erstmal auf Deutsch. Denn ich möchte ja auch wissen, wo von ich spreche. Dazu hab ich das Buch sowie die Online Verfügbare Übungs CD.
    Verbeugung hab ich schön öfter gemacht und es tut mir gut. Das ich Buddha vor dem Schlafen anschaue, ist weil es mir gefällt und auch wie ein Abschied des laufenden Tages! Verabschiede mich für den Tag von meinem Lehrer dem Buddha je nach Verfassung mit Verbeugung. Am nächsten Morgen begrüße ich ihn dann wieder auf neues!

  • Hallo Andreas

    ich habe das Buch:" Bei dieser Wahrheit " vor zwei Jahren geschenkt bekommen, wir haben während eines Lehrredenseminars in der Schweiz morgens und abends daraus rezitiert. Ich denke man kann es als Hilfe benutzen, wenn man bestimmte Rituale gerne ausüben möchte, sei es in Deutsch oder in Pali. Aber nicht alle konnten damals damit etwas anfangen, das ist auch o.k Ich habe auch noch ein kleines Heft der Theravada AG mit Rezitationen , das die Ehrwürdige Agganyani mal zusammengestellt hat, da schaue ich auch ab und an mal rein, wenn ich z.B. die Acht ethischen Übungen auf Pali rezitieren will- z.B. an Uposatha. Suche Dir den Text raus, den Du für Dich üben kannst, ohne Dich in Zeitdruck zu setzen, also z.B. kann man morgens vor der Arbeit vielleicht nicht eine Stunde lang rezitieren und dann noch meditieren, das kannst Du vielleicht eher an einem freien Tag üben, also rezitieren.


    Lieben Gruß

    Gabi

    "Das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das hat für mich kein Selbst"

  • void

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