Buddhismus: Missbrauch im Namen der Erleuchtung

  • Bei der Kirchenhatz gegen die Katholischen Kirche erfährt man auch nichts mehr über das wertvolle in ihr.

    Wobei ich die katholische Lehre so verstehe, die Welt in gut und böse zu teilen, und die buddhistische, genau dies nicht zu tun, sondern Sonnen- und Schattenseiten neben einander stehen lassen zu können.

    Das ist auch wertvoll, denn es ermöglicht auch die Einstellung, dass Gut und Böse eben so sind, wie sie sind und ich entscheide an welchem Extrem ich hängen will oder eben beide einfach so stehen lasse und mich im Moment für den Moment entscheide.


    Weil Jesus den Begriff Liebe verwendet heißt, das ja nicht, dass ich mich für den verdorbenen Begriff entscheiden muss, aber kann.

    Keine Religion, hat zu Frieden auf der Welt geführt. Das sehe ich als Verlust.


    Das Christentum führt genauso zum befreit sein wie der Buddhismus oder andere Religionen, nur wer will das denn schon.

    Man muss alle Schulen aller Religionen einfach stehen lassen und eben im Moment für diesen Moment eine, irgendeine, ergreifen und dann loslassen.

    Der andere wird es ohnehin als falsch ansehen, ich sehe das auch als falsch, doch das nennt man Mensch, Ich, Person.

    Ich schreibe hier nicht und mich wirst du nur erkennen, wenn du dich erkannt hast und wir haben uns nicht zu sagen.

    Kommunikation ist immer auch Abgrenzung der Personen.

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Aber jetzt ist alles schlimm und DL ist im allem Schuld, der Sündenbock für alles, also "et excellence".

    Sorry, aber das ist doch Blödsinn; niemand gibt ihm "für alles" die Schuld und nüchtern betrachtet kann man ihm allenfalls indirekte Beihilfe und unterlassene Hilfeleistung vorwerfen. Es geht auch nicht um Schuld, sondern um Verantwortung. Und das - ich betone das ausdrücklich - nicht im juristischen, sondern im moralischen Sinn. Durch seine demonstrative Unterstützung und Förderung insbesondere von Lakar - wider besseres Wissen - trägt er für dessen Missbrauch seines Status auch eine Mitverantwortung. Dass er dies nicht sieht oder sehen will macht es nicht besser.


    Ich weiss nicht, ob so etwas nach tibetischen kulturellen Standards in Ordnung ist und es ist mir auch egal. Ich frage mich lediglich, ob so etwas als Handeln eines Bodhisattva durchgeht. Ich sage mal: als vorbildlich kann ich das in dieser Hinsicht nicht sehen. Und ich denke nicht, dass das durch meine oder seine kulturelle Prägung bedingt ist. Gewogen und zu leicht befunden.


    Leonie : auch mir hat die Doku ein tieferes Verständnis für Batchelors 'Projekt' eröffnet. Dass das immer wieder bei Bedarf aufgetischte hochgelobte 'Ergebnisprotokoll' der Gespräche in Dharamsala 1993 ausgerechnet vom DL nicht mitunterzeichnet wurde (was der eigentliche Sinn der Gespräche war), war mir schon aufgefallen, als ich den Wisch vor etlichen Jahren das erste Mal gelesen habe. Dazu die Anmerkung: wenn hier schon über den 'Papiertiger' DBU gemault wird, der wenigstens mit einer (allerdings leider nur freiwilligen) ethischen Selbstverpflichtung seiner Mitgliedsgemeinschaften auf die Skandale reagiert hat, sollte man vielleicht auch mal einen Blick auf den Papiertiger DL und dessen Reaktion riskieren. Vielleicht sogar auf den Papiertiger 'tibetischer Buddhismus'. Dass der in der Doku vor allem als Geschäftsmodell charakterisiert wird, mag etwas zu reduktionisch sein, ist aber ein Aspekt, auf den man ein Auge haben sollte, um das ganze Bild zu sehen.

    Kirchenhatz gegen die Katholischen Kirche

    Wo Du es sagst - die gehen in der Tat anders mit so etwas um. Zum Morgencappucino habe ich mir heute die Ergebnisse der gestrigen Pressekonferenz von Bischof Franz-Josef Bode angesehen.

    Quote
    (Quelle NDR)

    Auf einer Pressekonferenz hat Franz-Josef Bode am Donnerstag Stellung bezogen und persönliche Verantwortung eingeräumt. Der Zwischenbericht der Studie von der Universität Osnabrück zeige "erhebliche Defizite und schwerwiegende Fehler" auf, "die zum großen Teil in meiner Amtszeit gemacht worden sind. Dafür trage ich die Verantwortung. Ich selbst habe in einigen Fällen fahrlässig gehandelt", sagte der katholische Geistliche. "Es geschah niemals in der Absicht, vorsätzlich zu vertuschen und das Recht zu beugen. Ich bitte alle, denen aufgrund meiner Fehler und Versäumnisse noch größeres Leid geschehen ist, als sie bereits zuvor erlebt haben, um Vergebung."

    So macht man das.

    Quote

    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werfen Bode sowie seinen Vorgängern Helmut Hermann Wittler (1957 bis 1987) und Ludwig Averkamp (1987 bis 1994) vor, nach Taten des sexuellen Missbrauchs mehrfach nicht entschieden genug gehandelt zu haben. In der Studie wurden Taten von 15 beschuldigten Priestern und einem Diakon untersucht. Die verantwortlichen Bischöfe, auch Bode, hätten gefährliche Priester im Amt gelassen oder in eine andere Gemeinde versetzt, hatte der Rechtswissenschaftler Hans Schulte-Nölke bei der Vorstellung des Berichts gesagt. Das Bistum, das Bode seit 1995 leitet, habe dadurch Kinder und Jugendliche in Gefahr gebracht, weiteren sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu werden. "Die Bischöfe trifft bei der Entscheidung über den weiteren Einsatz Beschuldigter eine individuelle Verantwortung", so Schulte-Nölke. Zudem seien die von den Straftaten Betroffenen bürokratisch und abweisend behandelt worden.

    Wobei - deswegen seinen Rücktritt anbieten will der 71-jährige Bischof von Osnabrück natürlich nicht. Mit dem Argument, das würde die Aufklärung der Vorwürfe verzögern ... In Sachen PR kann Dharamsala da noch viel lernen, so eine Entschuldigung tut nicht weh.

    OM MONEY PAYME HUNG

    Edited once, last by Sudhana ().

  • Ich weiss nicht, ob so etwas nach tibetischen kulturellen Standards in Ordnung ist und es ist mir auch egal.

    Danke, das habe ich genau so gespürt.

    Jeder trägt die moralische Verantwortung. Auch wir alle. Aber es wäre besser, aus dieser Verantwotung keine Kompanie des "Ver-Urteilen-S" ( mit dem moralischen Finger-Zeigen) zu machen, und genau das hatten die Filmemacher , n.m. Meinung , getan.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Ich weiss nicht, ob so etwas nach tibetischen kulturellen Standards in Ordnung ist und es ist mir auch egal.

    Danke, das habe ich genau so gespürt.

    Jeder trägt die moralische Verantwortung. Auch wir alle. Aber es wäre besser, aus dieser Verantwotung keine Kompanie des "Ver-Urteilen-S" ( mit dem moralischen Finger-Zeigen) zu machen, und genau das hatten die Filmemacher , n.m. Meinung , getan.

    LG.

    Ohne Zeigefinger, egal welcher, keine Reaktionen, keine Veränderung. Wenn Silas verletzt werden, braucht es den Zeigefinger.

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Ich weiss nicht, ob so etwas nach tibetischen kulturellen Standards in Ordnung ist und es ist mir auch egal.

    Danke, das habe ich genau so gespürt.

    Jeder trägt die moralische Verantwortung. Auch wir alle. Aber es wäre besser, aus dieser Verantwotung keine Kompanie des "Ver-Urteilen-S" ( mit dem moralischen Finger-Zeigen) zu machen, und genau das hatten die Filmemacher , n.m. Meinung , getan.

    LG.

    Ohne Zeigefinger, egal welcher, keine Reaktionen, keine Veränderung. Wenn Silas verletzt werden, braucht es den Zeigefinger.

    Sorry, lieber Ellviral , meine Ironie, aber das hatte ich sofort erinnert:




    Quote

    Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
    7 Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.



    Leider, es ist kein Buddhimsmus, aber passt zum Thema sehr gut.

    Danke! :rose:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07 : wenn Du schon auf die Bibel verweist, dann richtig. Der Rabbi stellt sich da gegen die vom Gesetz geforderte Todesstrafe - hat die etwa jemand für den Dalai Lama gefordert? Oder überhaupt eine Strafe? Habe ich nicht mitgekriegt.


    Gilt Dein Plädoyer fürs Wegschauen eigentlich nur für die Prominenz oder auch für die schweren Jungs? Lakar ist ja aus dem Schneider, der hat sich via Thailand in den Pretaloka verpisst. Soll ich Dich so verstehen, dass etwa der 'tantrische' Kinderschänder Robert Spatz auch nicht vor Gericht gehört? Schwamm drüber, vergeben und vergessen, alles halb so wild, wird schon seine Ordnung haben?


    Jedenfalls - der Rabbi leugnet den Gesetzesverstoß nicht, sonst würde er die auf frischer Tat ertappte Frau nicht auffordern, das in Zukunft zu unterlassen. Das Gesetz fordert Strafe zu Recht Strafe - der Rabbi ruft lediglich zum Verzicht auf deren Vollstreckung auf und appelliert an das Mitgefühl der Ankläger.


    Und das ist etwas anderes, als Fehlverhalten schlicht zu ignorieren. Niemand fordert hier Strafe für den DL - nur das Anerkenntnis, dass Fehler gemacht wurden, unter denen Menschen leiden mussten - und ehrliches Bemühen, zukünftig "nicht mehr zu sündigen". Für mich ist das eine simple Sache menschlichen Anstands. "Sogyal Rinpoche, my very good friend, but he’s disgraced" ist da doch ein bißchen wenig.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Das Gesetz fordert Strafe zu Recht Strafe

    Um dieses kryptische Gefasel zu erläutern: Das Gesetz der Tora fordert hier die Todesstrafe; dieses Gesetz stellt der Rabbi Jeschua - entgegen der Erwartung seiner pharisäischen Gegner - nicht in Frage. Die Ankläger (nicht "das Gesetz") fordern also zu Recht (d.h. begründet auf das Gesetz der Tora) Strafe. Was der Rabbi in Fage stellt, ist das moralische Recht, die vom Gesetz vorgeschriebene Strafe zu vollziehen. Was letztlich auf die Forderung hinausläuft, der Vollstrecker des Gesetzes müsse nach dem Gesetz der Tora völlig tadelsfrei sein. Nur die persönliche Tadellosigkeit qualifiziert zur Vollstreckung des Gesetzes. Wobei diese Tadellosigkeit ein generelle sein muss, nicht nur in Hinsicht auf den speziellen zu bestrafenden Gesetzesverstoß.


    Nun kann man sicher darüber diskutieren, ob solch eine Forderung realistisch ist - anders gesagt, ob ein Sozialwesen ohne Sanktionierung devianten Verhaltens (deviant in Bezug auf die aktuell dominanten kulturellen Normen) überhaupt lebensfähig ist. Ich denke, das würde zum völligen gewaltsamen Zusammenbruch jeder staatlich-politischen Ordnung führen. Politisch ist die Auffassung des Rabbi schlicht absurd, lebens- und weltfremd. Weswegen die selbsternannten Nachlassverwalter des Rabbi - soweit sie nicht selbst betroffen waren - sein zentrales Konzept der 'Vergebung' auch nie ernsthaft auf den Bereich der Gesetzgebung, Rechtsprechung und Strafvollstreckung angewandt sehen wollten.


    Aber wie gesagt - es geht hier überhaupt nicht um Strafe. Es geht um eine moralische, nicht um eine strafrechtliche Bewertung des Verhaltens des DL. Angesichts des Umfangs der jahrzehntelangen publikumswirksamen, offenen Förderung von Lakar und seiner millionenschweren Organisation (es fällt schwer, da nicht von Reklame zu reden) bei Kenntnis der problematischen Aspekte seiner Persönlichkeit wirft das Fragen nach moralischer Mitverantwortung auf. So lange diese Fragen vom DL ignoriert werden stellt sich auch unweigerlich die Frage nach der moralischen Integrität von 'His Holyness', dem angeblichen Nirmāṇakāya Avalokiteśvaras. Dass Lakar überhaupt in der Position war, in diesem Umfang Schaden anzurichten - Schaden an vertrauensvollen Menschen, aber auch am Ansehen des Buddhadharma (und nicht nur der tibetischen Variante davon) - verdankte er nicht zuletzt der aktiven Unterstützung des DL.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Aber jetzt ist alles schlimm und DL ist im allem Schuld, der Sündenbock für alles, also "et excellence".

    Sorry, aber das ist doch Blödsinn; niemand gibt ihm "für alles" die Schuld ...


    Dank an Sudhana für die klaren Worte. Für mich werden, wie schon erwähnt, Strohmänner errichtet, umso alles reinwaschen zu wollen.

  • Gilt Dein Plädoyer fürs Wegschauen eigentlich nur für die Prominenz oder auch für die schweren Jungs? Lakar ist ja aus dem Schneider, der hat sich via Thailand in den Pretaloka verpisst. Soll ich Dich so verstehen, dass etwa der 'tantrische' Kinderschänder Robert Spatz auch nicht vor Gericht gehört? Schwamm drüber, vergeben und vergessen, alles halb so wild, wird schon seine Ordnung haben?

    Sudhana .

    Ich bin absolut klar wegen das Weg-Schauen.

    Aber die einseitige und voreingenommene Art der Filmemcher gefällt mir einfach nichts.

    Sie malen alles schwarz, und zwar absichtich.

    Ich wollte nichts in die Details eingehen. Wir leben in der pluralistischen Gesellschaft, also, man sollte die andere meinung , wenn sie nichts rechtwidrig ist, einfach akzeptieren. Punkt.

    Wenn die Menschen für den TB interessieren, und dann sie würden diesen Film sehen, dann es könnte sie abschrecken, und die ganze geistige Pracht von dieser Tradition würde verloren gehen.

    Von mir selbst ich kann sagen, es gibt bis heute sehr viele Leute , die Osho vergöttlichen. Na gut, warum nichts?

    Obwohl es genug wäre über ihn in der Wiki nachzulesen.

    Ich bin nichts wegen Weg-Schauen. Aber ich bin für die Objektivität der Filmemacher, und das hatte ich bei ihnen nichts gefunden.

    DL ich werde immer schätzen für sein Engagement und seinen immensen Beitrag, die Schriften von Tsong-Kha-Pa, Santideva, Dharmakirti, Nagarjuna, usw... zuhänglich und klar zu erklären. Und ich bin einfach ihm dafür dankbar.

    Du kannst mich hier genug zurechtweisen, ich stehe dazu. Das ist meine Meinung. Und mein Weg.

    Ich abonnniere auch Den Kanal von Dalai-Lama und ich bewundere seine spontane Ausdrucksweise, seine geistige Schärfe, den Scharf-Blick, die innere Tiefe und Eloquenz. Das schätze in ihm sehr.

    Verdrehe, bitte, meine Worte, nicht, lieber Sudhana .

    Was ist schlimm, das würde man niemals! bestrieten, das ist doch genug KLAR!

    Aber die Manier, Die Weise, wie in dieser Dokumantation die Autoren benutzen, lässt viel mehr wünschen übrig.

    LG, und danke für deine Aufmerksamkeit wegen meiner Sicht-Weise. Die gehört mir, also , erlaube es mir bitte. Danke sehr!

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Jedenfalls - der Rabbi leugnet den Gesetzesverstoß nicht, sonst würde er die auf frischer Tat ertappte Frau nicht auffordern, das in Zukunft zu unterlassen. Das Gesetz fordert Strafe zu Recht Strafe - der Rabbi ruft lediglich zum Verzicht auf deren Vollstreckung auf und appelliert an das Mitgefühl der Ankläger.

    Lol, ich bin kein Rabbi, ich bin der einfache Mensch , aber mich persönlich "besticht" die Lösung, welche Jesus im diesem Fall demonstriert hatte.

    Genau deswegen das Christentum hatte das alte Testament abgelöst.

    Für die weitere Details ich bin fehl am Platz. Das überlasse ich den Profis hier.

    Ich aber bleibe der blutige Anfänger.

    Und das war nur der Beispiel, also die Ver-an-schau-lichung, an den Bezug zur Vorgehensweise der Autoren der Dokumentation, mehr nichts.

    Lassen wir also die Kirche im Dorf, natürlich, wenn du nichts dagegen bist, lieber Sudhana .

    _()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Wenn die Menschen für den TB interessieren, und dann sie würden diesen Film sehen, dann es könnte sie abschrecken, und die ganze geistige Pracht von dieser Tradition würde verloren gehen.

    Was die Leute vom tibetischen Buddhismus abschrecken könnte, das sind vielmehr genau die in der Dokumentation geschilderten Zustände. Und das ist verdammt noch mal auch gut so, und zwar so lange diese Zustände so sind, wie sie sind. Da entpuppt sich die ganze "geistige Pracht" nämlich als billige Talmi-Dekoration eines Puffs.


    Genau deswegen ist es wichtig, diese Zustände öffentlich zu machen, weil sie sich sonst nämlich nicht ändern. Und wenn der Dalai Lama kein lavierender Politiker wäre, sondern ein ernstzunehmender Dharmalehrer, dann würde er sein Renommée bei allen vier tibetischen Hauptlinien nutzen, um offen und aktiv gegen diese Zustände vorzugehen, statt sie zu begünstigen. Es können gar nicht genug Leute von dieser Art 'tibetischem Buddhismus' abgeschreckt werden. Der Laden - und da rede ich von den Institutionen - ist genauso moralisch korrupt und verkommen wie die katholische Kirche. Es haben das bloß bislang erschreckend wenige Buddhisten gemerkt.


    Aber hey - nix für ungut. Ich versuche nur behilflich zu sein bei der Aufgabe, einen Lehrer wirklich gründlich zu prüfen, bevor man ihm blind vertrauen kann. Soll ja angeblich bei den 'Tibetern' so Brauch sein, weswegen da auch so selten was schief geht. Wobei ich persönlich blindes Vertrauen selbst nach gründlicher Prüfung immer noch für keine gute Idee halte; in meiner Tradition zieht man es vor, auf Nummer sicher zu gehen und die Buddhas, denen man gelegentlich begegnet, zu erschlagen. Was auch nicht jeder auf die Reihe kriegt, wie ich gerne zugebe. Muss ja auch nicht sein, aber wenigstens genau hinschauen sollte man dann schon. Sonst landet man womöglich noch bei dem Bodhisattva-Job, einem alten Fettsack mit Hämorrhoiden den Arsch abzuwischen. Vorausgesetzt, man sieht attraktiv genug aus, um sich als Dakini zu qualifizieren. Nur mal als Beispiel für die unappetitlichen Details in Sogyals Harem, die der Film verschwiegen hat, die aber u.a. aus den Aussagen der auch im Film interviewten Ex-Dakini 'Mimi' bekannt sind. Und das alles hat Seine Heiligkeit jahrelang 'übersehen', so wie Du jetzt die Begünstigung dieses Schweinestalls durch den Dalai Lama übersehen willst. Bitte, tu Dir keinen Zwang an. Ich habe fertig.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • da hat europäisches Gelehrtentum, also solche einfachen Menschen eigentlich, auch eine Verantwortung, wenn man die konstruieren will. Tibetische Religionen haben mit Buddhas Lehre nämlich sehr wenig zu tun. Trotzdem wollte man Buddha draufschreiben und macht das auch weiterhin so. Mit falschen Namen und Erklärungen führt man andere unbewusst oder bewusst in die Irre.

  • 🙏🙏🙏


    Ich habe mich in den letzten Tagen gefragt warum da so viele Menschen wegschauen wollen, bzw sogar den Opfern und der Sangha eine gewisse Mitschuld geben.


    Weil man seine Hoffnung in diese Tradition und in diese Lehrer gesteckt hat.

    Man hat dort seine Zuflucht gefunden, und möchte gar nicht wissen, was die so machen.



    Aber auch wenn der Lehrer so ein Monster ist, oder zumindest ein feiger Mittäter, dann bedeutet das noch nicht, dass die ganze buddhistische Lehre für die Katz ist.


    Das war für mich am Beginn meiner Praxis immer ein Trost.

    Mein Frieden hängt nicht mehr von einem Lehrer, einer Tradition und meinen äußeren Umständen ab.


    Etwa 2012 musste einer meiner Lehrer die Robe ablegen und für ein paar Monate ins Gefängnis.

    Er hat sich zwar selbst nicht bereichert mit den Spenden, hatte aber einen äußerst fragwürdigen Umgang mit dem Geld. Zusätzlich hat er noch finanzielle Ratschläge gegeben, die dann wohl in die Hose gegangen sind.

    Wäre das ein paar Jahre früher passiert, dann hätte ich ihn wohl gegen jede Kritik verteidigt und mein Glück wäre von dieser Situation abhängig gewesen.

    Aber meine Praxis hatte da schon Früchte getragen.



    Ricard hat sich inzwischen schon entschuldigt. Es gibt da ein Statement (auf französisch) von ihm.


    🙏🙏🙏

  • Igor07 Ich schätze u.a. den Dalai Lama sehr für die Inspiration, auch unter sehr widrigen Umständen das Lächeln nicht verloren zu haben. Gleichsam schätze ich viele Methoden und Gedanken der tibetischen Traditionen. Und doch wünsche ich mir, dass der DL so lange mit dem Thema konfrontiert wird, bis die Selbstreflexion zu einem guten Ende kommt, wo die Einsicht da ist, dass Schweigen Teil des Problems ist, und wo Strukturen aufgearbeitet und geändert werden, die Gewalt und Missbrauch begünstigen. Auch wenn er nicht weisungsbefugt ist, hat sein Wort Einfluss. Möge er es zum Wohle aller nutzen.

    Edited once, last by Gurkenhut ().


  • Du findest dieses Statement auf seinem Blog:


    Au sujet du documentaire "Bouddhisme : La loi du silence". - Matthieu Ricard



    „Depuis mon premier livre paru en 1997, j’ai acquis une notoriété que je n'ai ni désirée ni recherchée. Je reconnais que je ne me suis pas suffisamment rendu compte que cette notoriété créait une nouvelle responsabilité, celle d’intervenir pour ajouter ma voix aux condamnations de la justice et aux articles de journaux sur ces affaires criminelles. Je comprends que les victimes aient attendu de moi un soutien public plus bruyant, que je condamne les auteurs de ces crimes et malversations plus vigoureusement que je ne l’ai fait dès 2017 dans plusieurs émissions ou blogs, et je le regrette profondément.”



    „Seit meinem ersten Buch, das 1997 erschien, habe ich einen Bekanntheitsgrad erlangt, den ich weder gewünscht noch angestrebt habe. Ich gebe zu, dass ich mir nicht ausreichend bewusst war, dass diese Bekanntheit eine neue Verantwortung mit sich brachte, nämlich die, sich einzumischen und den Verurteilungen durch die Justiz und den Zeitungsartikeln über diese Kriminalfälle meine Stimme hinzuzufügen. Ich verstehe, dass die Opfer von mir eine lautere öffentliche Unterstützung erwartet hätten, dass ich die Urheber dieser Verbrechen und Missstände energischer verurteile, als ich es bereits 2017 in mehreren Sendungen oder Blogs getan habe, und ich bedauere dies zutiefst.“

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna

  • Den Tibetischen Buddhismus wollte ich nur verstehen, wenn ich mich hier da eingemischt habe. War nur zum Teil möglich. Weil "Verstehen wollen" oft mit Angreifen wollen, angesehen wird.


    Da bin ich eben das uneinsichtige, nörgelnde Kind. Bin ich sogar ein bisschen stolz drauf.


    Inzwischen verstehe ich ihn so gut, dass ich keine Fragen mehr habe, weil sie alle beantwortete sind. Ein Problem habe ich doch noch. Kann ich den Übersetzungen der tibetischen Meistern trauen? Nein, denn ich muss viele Übersetzungen lesen aus vielen Sprachen, vielen Übersetzungen, um Frieden mit mir, einerseits dem, der sagt: Das kann nicht alles sein und dem, der sagt: Stille.


    Meine Bewertung in diesem Thread hat also überhaupt nichts mit der Kirche zu tun.

    Es geht mir um alle Gesetzesverstöße, die Menschen nicht ahnden, weil sie glauben, die Gruppe, Religion würde darunter leiden.

    Ein rigoroses Verfolgen von Verbrechern ist notwendig für alle Gruppen, um respektiert zu werden oder ihren Staus zu erhalten.

    Egal, welche Gesetze gebrochen werden.

    Wenn das nicht mehr geschieht, haben wir die Situation in dieser Welt.

    Eine Hand wäscht die andere und beide werden dreckig. Das kann man gut verbergen, denn wenn alle Hände dreckig sind, müssen die sauberen, anklagenden Hände die verdorbenen sein.


    Was mir schon sehr früh im Leben aufgefallen ist, dieses Finanzamt betrügen, egal wie klein, habe ich immer als Betrug an der Gemeinschaft gesehen, der sogar noch als „Kavaliersdelikt“ gesehen wird und sich ausbreitet als normal.

    In der heutigen Situation verstehe ich das laute Schreien der größten Betrüger nach staatlicher Hilfe nicht, sie müssten doch wissen, dass der Saat, alle Mitglieder, das nur mit Schuldenmachen machen kann, damit ihr gestohlener Reichtum geschützt bleibt.


    Das ist nur scheinbar neben dem Thema, aber so fängt der Missbrauch der Macht an, der geilen Gier wird erst mal nur ein wenig nachgegeben, wenn es ein Mitmensch erfährt, fängt das gegenseitige Händewaschen an und viel fataler: Wenn der das macht kann ich das auch.

    Das findet im Verborgenen oder Verbergen, Verblenden statt. Ich kann die Führer solcher Gruppen verstehen, sie wissen wirklich nichts. Das ist wie die betrogene Ehefrau, -mann, alle wissen es nur der Betrogene nicht.


    Den einzigen Vorwurf, den ich machen könnte, dass sie nicht genau hingeschaut haben. Aber das ist sehr arrogant! Denn wie oft ist mir das geschehen, dass ich nicht durch die vielen Schleier, die andere zu ihrem Verbergen zwischen uns gezogen haben, durchschauen konnte.


    Wer von euch hat hart durchgreifen können, als er Verbrechen, egal wie klein, erfahren hat. Hatte ihr nicht auch Angst den Status zu verlieren, eurer Familie, eurer Firma, eurer Gruppe, eures Volkes?

    Ich hab ja saubere Hände, doch das schmutzig machen wird nicht verhindert, weil nicht die Justiz eingeschaltet wird.

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

    Edited once, last by Ellviral ().

  • Am 17.09.22 hat Ricard sein statement noch ergänzt:

    Zitat

    »Ich halte es für unerlässlich, dass eine repräsentative, wie die Französische Buddhistische Union Union oder eine andere Einrichtung, diese Verantwortung übernimmt und als Hüterin gegen künftige Abweichungen von der Macht fungiert. Vor allem aber scheint es notwendig zu sein, wie es im Katholizismus der Fall ist, eine Struktur zu schaffen, die es den Opfern ermöglicht, in Sicherheit angehört zu werden und psychologische und rechtliche Unterstützung zu erhalten. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, uns um die Opfer zu kümmern und andere durch Aufklärung zu schützen, damit sich ein solcher Missbrauch in der Zukunft nicht wiederholt.«

    »Buddhismus: Missbrauch im Namen der Erleuchtung« – Eine ARTE Dokumentation
    Eine neue ARTE Dokumentation »Buddhismus: Missbrauch im Namen der Erleuchtung« von Elodie Emery und Wandrille Lanos (Frankreich, 2022), widmet sich dem…
    buddhismus-kontrovers.info


    Damit ist die Sache für ihn ja erledigt.

    Du wirst immer in irgendeiner Form im Universum existieren, sagte Shunryu Suzuki zu Frank Anderton


    :zen:

  • Zu Ricard's statement gibt es auch auf dem blog von Rob Hogendoorn einen Kommentar.

    Matthieu Ricard’s Trial Balloon | open buddhism
    Matthieu Ricard suggests that to address or reddress abuse [my translation from the French]: "The Union Bouddhiste de France or another body, should assume…
    openbuddhism.org


    Zitat

    Matthieu Ricard schlägt vor, dass die Union Bouddhiste de France oder ein anderes Gremium diese Verantwortung übernehmen sollte:


    "Die Union Bouddhiste de France oder eine andere Einrichtung sollte diese Verantwortung übernehmen und als Schutz vor künftigem Machtmissbrauch fungieren. Vor allem scheint es notwendig, wie im Katholizismus, eine Struktur zu schaffen, die es den Opfern ermöglicht, in Sicherheit angehört und mit psychologischen und rechtlichen Mitteln unterstützt zu werden."


    Gerade dieser Gedanke zeigt, wie weltfremd - oder unaufrichtig - Ricard wirklich ist.


    Wie viele andere nationale buddhistische Vereinigungen wird auch die Union Bouddhiste de France (UBF) von tibetisch-buddhistischen Mitgliedern dominiert (38 von 95), die, wie Ricard selbst bestätigt, sowohl nicht willens als auch nicht in der Lage sind, gegen die Missstände in ihrer Mitte vorzugehen.


    Außerdem sind die Meinungen westlicher buddhistischer Konvertiten und nicht-tibetischer Buddhisten in der UBF für die tibetischen Lamas, die diese Mitglieder und ihre Dachorganisationen leiten, nicht von Belang.


    Sie sind darauf konditioniert zu glauben, dass der tibetische Buddhismus vollständig ist, so wie er ist, und dass es ihm an nichts fehlt.


    Da ihr Zweig des tibetischen Buddhismus an und für sich perfekt ist, sind die Ansichten anderer über Missbrauch für sie einfach unerheblich.


    Außerdem sind die nationalen buddhistischen Vereinigungen und die Europäische Buddhistische Union notorisch unterfinanziert und personell unterbesetzt. Die Vorstellung, dass die UBF als Ersatz für eine katholische Untersuchungskommission fungieren könnte, grenzt an Wahnvorstellungen.


    Ein weitaus besserer Garant gegen den Missbrauch durch tibetische Lamas ist die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit der Mainstream-Medien, so dass die ahnungslose Öffentlichkeit mit ihren Füßen und Geldbörsen abstimmen kann.


    Matthieu Ricard weiß sehr wohl, wie wirksam dies sein wird, um die nahezu totale Kontrolle der tibetischen Lamas über ihre Gläubigen einzuschränken, aber ich vermute, dass er lieber nicht für eine solche Einschränkung plädieren möchte: seine eigene tibetische Gefolgschaft wird ihm das nicht danken.


    Das erklärt also Ricards Versuchsballon: Es ist eher ein Ablenkungsmanöver als ein praktikables, wirksames Mittel, um den Status quo zu bewahren, von dem er selbst in erster Linie profitiert.


    Als Epigone des Dalai Lama ist es Ricards erster Instinkt, die Verantwortung immer auf jemand anderen abzuwälzen.


    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    Du wirst immer in irgendeiner Form im Universum existieren, sagte Shunryu Suzuki zu Frank Anderton


    :zen:

  • Igor07 Ich schätze u.a. den Dalai Lama sehr für die Inspiration, auch unter sehr widrigen Umständen das Lächeln nicht verloren zu haben. Gleichsam schätze ich viele Methoden und Gedanken der tibetischen Traditionen. Und doch wünsche ich mir, dass der DL so lange mit dem Thema konfrontiert wird, bis die Selbstreflexion zu einem guten Ende kommt, wo die Einsicht da ist, dass Schweigen Teil des Problems ist, und wo Strukturen aufgearbeitet und geändert werden, die Gewalt und Missbrauch begünstigen. Auch wenn er nicht weisungsbefugt ist, hat sein Wort Einfluss. Möge er es zum Wohle aller nutzen.

    Klar, dass es sehr unangenehem ist, sehr milde ausgredrückt, aber wie viel noch mal sollte er sich entschuldigen? Was war schlimm, das kann man nichts rückgängig machen. Was die Strukturen betrifft, ich bin nichts kompetent. Aber Dalai-Lama in sehr vielen Vorträgen betont nachdrücklich wieder und wieder, man sollte den "Lehrer" sehr lange Zeit überprüfen, und sehr viele Jahre, und wenn der Lehrer selbst nichts die Lehre ver-körper-t, welche er vertretet, dann es ist per definition kein Lehrer. / Noch mal, das hat mit der der Tradition nichts zu tun, aber mit den Institutionen. Wenn man Die Lehre von Jesus mit der realen Geschichte des Christentum .."verwechselt"... mit den ganzen Kreuz-Zügen, Scheiter-Haufen, Hass gegen den Juden, und den Sexuellen Missbarauch, das hat absolut nichts mit dem reinen Gedanken-Gut , was Jesus sagte, so nur als der Beispiel, , als die Veranschaulichung , was ich meine. Mehr nichts. Ich angehöre keiner Institution und hatte meine Lehrer nur vor langen Zeit. Ich gehe meinen eigenen Weg, und dazu ich brauche keine "Stützen", egal wen, sogar den Buddha höchstpersönlich. Wenn andere die Institutionen brauchen, das überlasse ich den Leuten. Sie haben recht , selbst zu entscheiden.

    Und ich wollte sagen, , man sollte immer die Presse und Media einschalten. Es gibt keine andere Option. (n.m. Meinung).

    Ach, apropo, die Dokumantation ist jetzt auf Youtube verfügbar.

    Habe rein zufällig entdeckt.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Aber auch wenn der Lehrer so ein Monster ist, oder zumindest ein feiger Mittäter, dann bedeutet das noch nicht, dass die ganze buddhistische Lehre für die Katz ist.

    So, genau das, Martin, danke sehr! :rose:

    Einige Quellen erzählen z.B, Nagarjuna war sehr grosser Sünder, wie auch Shantideva, dann sie hatten es bereut und wurden wie die andere Menschen. /Lol...Die Verwandlung von Saulus zum Paulus/. Egal, strimmt es oder nichts, ich würde seine Werke weiter studieren und enorm wertschätzen.

    Ich unterscheide immer zw.der Lehre und ihrem "Repräsentant". Das sind zwei verschiedene Schuhen.

    _()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Wenn die Medien das Thema aufgreifen, ist schon alles zu spät.

    Die Medien sollen die Übergabe des Täters an die Justiz aufgreifen. Und da versagt auch ein Dalai Lama. Denn er hat ja wohl dafür gesorgt das die Angeklagten in der Versenkung des Ordens verschwinden. Genauso hat die Kurie, des Vatikan komplett versagt und Ratzinger war da ein echter Wohltäter für die Täter und ein Teufel für die Opfer.

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Wenn die Medien das Thema aufgreifen, ist schon alles zu spät.

    Die Medien sollen die Übergabe des Täters an die Justiz aufgreifen. Und da versagt auch ein Dalai Lama. Denn er hat ja wohl dafür gesorgt das die Angeklagten in der Versenkung des Ordens verschwinden. Genauso hat die Kurie, des Vatikan komplett versagt und Ratzinger war da ein echter Wohltäter für die Täter und ein Teufel für die Opfer.

    Stimmt, absolut!

    Aber der Schüler selbst sollte mündig sein, autark sein, eigen-Verantwortlich.

    Wie das Sprichwort sagt, "Verlasse dich auf den Gott, aber bliebe selbst wachsam".

    Das alles sind nur die Organisationen, die Verwaltungen, aber deine eigene Buddha-Natur kann nur du selbst in deinem Geist ent-decken, kein Lehrer, der kann dich im besten Falle nur begleiten, aber der Weg gehört nur dir allein! Du bist für dich selbst deine eigene Leuchte. Klar, der Buddha zeigte dir den Weg, aber gehen du kannst nur du allein, mit den eigenen Füssen!

    Ansonsten das Wesen der Religion artet in den (spirituellen) ...nichts nur! Missbrauch aus ( Hinweis auf Ch.Trungpa).

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates


  • Ich kann da nur von mir sprechen und mir fiel es immer sehr schwer überhaupt loszukommen, eben weil ich die Weisheit von einem Lehrer erwartet habe. Weil ich das erwartet habe, hab ich auch nicht aufgemuckt und wenn wussten sie wie sie das unterdrücken konnten und Gehorsam, durch mich, ihnen gegenüber erreichten.


    Ganz Klar: solche Meister, von denen hier als Angeklagte gesprochen wird, sind die widerlichsten Menschen!!!

    Sie nutzen die Liebe, die Schüler ihnen gegenüber zeigen, brutal und schamlos gegen sie.

    Die "The green Mile" von Frank Darabont.


    Hasste Kohle, bist mir zu Diensten, werde ich dich befreien. Natürlich nur von der Illusion, dass du jemals befreit sein wirst. Wie alle Schulen der Religionen nur dafür sorgen, das ihre Anhänger eben Anhänger bleiben und sicher wissen, dass jede Abwendung nur bedeuten würde, dass sie in die Hölle kommen.

    Die Schüler merken nicht, dass sie schon lange in der Hölle der Fesselungen sind, vollkommen unbeweglich, Menschenmaterial.

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Aber auch wenn der Lehrer so ein Monster ist, oder zumindest ein feiger Mittäter, dann bedeutet das noch nicht, dass die ganze buddhistische Lehre für die Katz ist.

    Nachdem der Mensch "Buddha" verschwunden war, blieb als einziger Lehrer der Dharma zurück. Das Gesetz (der Dharma) kann nicht verdunkelt werden und auch nicht erhellt werden - der Dharma war vor Buddha da und wird auch nach ihm bleiben. Das Problem wird durch die Vorstellungen geschaffen, die sich Menschen von einem Buddha machen oder machen sollen. Und deshalb ist Zen hier mit seinem Ausspruch von Linji radikal - Begegnet dir Buddha auf dem Weg, dann töte ihn. Damit wird man im Rinzai-Zen bereits im ersten Koan Mu konfrontiert.

    Es gilt auch, dass niemand sich Vorstellungen von einem Menschen machen soll, weder von sich noch von anderen.

    In der Geschichte vom reichen Jüngling, der zu Jesus kam, fragte dieser "Guter Meister, was soll ich tun ..." und wurde schroff von Jesus unterbrochen - Was nennst du mich gut? Gott allein ist gut. Nach diesem Verständnis ist der Mensch, das Menschliche eben nicht gut, weil es je nach Situation und Gelegenheit verführbar ist. Gier und Hass wurzeln in der Verblendung.

    Daher ist es wesentlich für eine Tradition - ganz gleich welcher Art, ob buddhistisch oder christlich - welche Situationen und Gelegenheiten in den Beziehungen der Menschen geschaffen werden und welche möglich sind. Hierarchische, asymmetrische und das Fehlen von Öffentlichkeit und Transparenz sind genau das Einfallstor für Missbrauch.

    Dabei sehe ich nicht auf den sogenannten Lehrer, sondern auf mich, als Schülerin, die zu dem Meister geht, und bereits das ist eine Struktur, durch die der Gastgeber oder Meister - und der Gast oder Schüler - der zum Gastgeber geht - was empfangen will. Linji hat hier vier Fälle unterschieden, die sehr wichtig sind, wenn man diese Struktur betrachtet, in der Mißbrauch stattfindet. Es gibt da viele graduelle Bereiche und es ist nicht nur das Sexuelle, sondern es wird auch sondiert, ob es sich hier um ein geeignetes Objekt handelt. Geeignet für was auch immer.

    Ich persönlich habe das Glück ein ungeeignetes Objekt zu sein - eine Art Nichtsnutz - deshalb habe ich auch weder Gebrauchs- noch Mißbrauchs-Erfahrungen, aber ich habe ein Gespür für die Situation. Das ist keine Skepsis, sondern die Erfahrung von Gefahr. Und die Begegnung von Angesicht zu Angesicht - also ishin-densihn - wie es im Zen auch heißt - die Begegnung von Herz-Geist zu Herz-Geist ist für mich der Moment allerhöchster Gefahr. Und wenn es so aussieht, als gäbe es da eine Wellenlänge zwischen mir und dem anderen - dann ändere ich die Frequenz meiner Wellen und schon ist es mit der Harmonie vorbei.

    Vertrauliche Gespräche und Geschichten, die angeblich niemand anderer erzählt bekommt, sehe ich immer als Manöver einer Korruption. Deshalb sind solche "Einweihungen" in meinem Verständnis Korruption - also der Missbrauch einer Vertrauensstellung.

    Und diese Struktur des Mißbrauchs von Vertrauen ist eben symptomatisch für die Katholische Kirche, für den Rinzai-Zen und für den tibetischen Buddhismus - also dort, wo wir jede Menge Kenntnis von erheblichen Mißbrauchstaten haben.

    Ich sehe da so viel Änderungsbedarf in den Strukturen, dass das einfacher ist, wenn diese Formen zerbrechen.

    Du wirst immer in irgendeiner Form im Universum existieren, sagte Shunryu Suzuki zu Frank Anderton


    :zen: