Übersetzungen der Lehrreden des Buddha aus der mittleren Sammlung

  • Ich frage mich gerade welche Übersetzungen von Buddhas Lehrreden aus der mittleren Sammlung gut sind. Es gibt einige ältere z.B. von Wilhelm Geiger oder Kurt Schmidt. Nun hat Ayya Khema soweit ich weiß ja eine Neuübersetzung durch Kay Zumwinkel (mit-)initiert. Hat sie das gemacht, weil die anderen Übersetzungen mangelhaft oder schlecht verständlich waren? Und gibt es eigentlich auch eine Ausgabe der Lehrreden mit einen guten und fundierten Kommentar?

    :taube: Du hast das Recht, einfach zu sein.

  • Hendrik

    Approved the thread.
  • Die Übersetzungen von K.E. Neumann und Kurt Schmidt sind mittlerweile ein gutes Jahrhundert alt, zudem ist es auch fraglich, ob einige übersetzte Wörter den Inhalt korrekt wiedergeben.


    Meines Wissens nach ist das auch der Grund für Kay Zumwinkels Übersetzung.

    Kay Zumwinkel hat sich dabei z.T. an Bhikku Bodhi's Übersetzungen orientiert, durchaus aber auch seine eigenen Ideen/Begrifflichkeiten miteinfließen lassen.

    Es gibt aber auch ein Vorwort von Kay selber.

    Auf Palikanon.com selber sind auch Anmerkungen hinterlegt, die es auf SuttaCentral nicht gibt.


    Dafür hat SuttaCentral den Vorteil, dass du auch auf andere Übersetzungen/Sprachen umschalten und gleichzeitig den Original Palitext anzeigen lassen kannst. Ebenfalls lässt sich ein Englisch/Pali-Übersetzter optional dazuschalten. M.m.n erkennt man damit auch ganz gut, bei welchen Wortübersetzungen die eigenen Vorstellungen reingespielt haben.

  • Liebe(r) Bosluk,


    das ist ja interessant. Im Grunde schreibt Kay Zumwinkel im Vorwort ja, dass diese Form der Neuübersetzung eine Notlösung war sozusagen über Bande mit der englischen Übersetzung von Bhikku Bodhi als Grundlage. Ich habe nur mal in das Anapanasati Sutra kurz reingelesen und fand die Formulierungen und Wortwahl teilweise sperrig. Hier nur ein kurzes Beispiel:



    18. „Wenn er lang einatmet, versteht er: ,Ich atme lang ein‘; oder wenn er lang ausatmet, versteht er: ,Ich atme lang aus.‘ Wenn er kurz einatmet, versteht er: ,Ich atme kurz ein‘; oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: ,Ich atme kurz aus.‘ Er übt sich so: ,Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben‘; er übt sich so: ,Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.‘ Er übt sich so: ,Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen‘; er übt sich so: ,Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.‘“

    Begriffe wie "der ganze Atemkörper" oder "Gestaltung des Körpers" sind irgendwie technisch und nicht ohne weiteres zu verstehen. Auch die Formulierung mit "verstehen" finde ich sperrig. Aber das ist nur ein erster Eindruck.


    Die Seite Palikanon.com mit den ganzen Möglichkeiten ist wirklich super! Da kann man sic ja auch die verschiedenen Übersetzungen anschauen.


    Wilhem Geiger hat glaube ich nur die gruppierten Lehrreden übersetzt, die bei Suhrkamp im "Verlag der Weltreligionen" erschienen sind. Da habe ich was durcheinander gebracht,

    :taube: Du hast das Recht, einfach zu sein.

    Edited once, last by Mabli ().

  • Es gibt derzeit ein Neuübersetzungsprojekt. Ich bin gespannt, was da rauskommt:

    edition•suttanta
    Um den Buddha-Dhamma als Buchform frei anbieten zu können, haben wir uns entschlossen, einen Dhammadāna Verlag zu beginnen, um eigene und andere freie Bücher…
    www.suttanta.de

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna

  • Hallo Mabli


    Eine ausführlich kommentierte Ausgabe der wichtigsten Lehrreden findet sich hier. (Etwas nach unten scrollen bis "Die Lehrreden des Buddha")Die Mittlere Sammlung ist darin der zentrale Teil.

    Vielleicht hilft es Dir weiter.

    Selbsterkenntnis ist die Quelle aller Weisheit. Lu Chiu Yüan

  • Hajobo


    Paul Debe hat da ja eine große Anstrengung unternommen in der Kommentierung der Lehrreden. Weißt du warum es das nicht (oder nicht mehr) in Buchform gibt?

    :taube: Du hast das Recht, einfach zu sein.

  • buddhistisches seminar buddhismus paul debes lehrreden - Home

    Hajobo


    Paul Debe hat da ja eine große Anstrengung unternommen in der Kommentierung der Lehrreden. Weißt du warum es das nicht (oder nicht mehr) in Buchform gibt?

    Vielleicht reicht auch das hier:

    buddhistisches seminar buddhismus paul debes lehrreden - Home

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Hallo Mabli


    Das achtbändige Werk "Die Lehrreden des Buddha" ist nur in begrenzter Auflage erschienen. Es war quasi der Abschluß der Zeitschrift "Wissen und Wandel" und bei deren Einstellung wurde es an langjährige Mitglieder des Seminars und Bezieher dieser Zeitschrift abgegeben. Man kann es ohne Übertreibung als den krönenden Abschluß des Lebenswerks von Paul Debes bezeichnen. Ich vermute, daß auf Grund des beträchtlichen materiellen Aufwandes und der begrenzten finanziellen Mittel, keine größere Auflage möglich war. Sowohl das Seminar, als auch die Zeitschrift wurden meines Wissens ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert, es gab niemals Pflichtbeiträge, bzw. Preise.

    Ich weiß nicht, ob die zweibändige Ausgabe von "Die Meisterung der Existenz durch die Lehre des Buddha" noch erhältlich ist. Falls Dich die Lektüre der "Lehrreden des Buddha" anspricht, wäre es vielleicht eine Überlegung wert, die "Meisterung..." (falls noch möglich) zu erwerben - die tel. Verbindung ist ja angegeben. Für den Einstieg kann ich es jedenfalls nur empfehlen.

    Selbsterkenntnis ist die Quelle aller Weisheit. Lu Chiu Yüan

  • Hallo Mabli


    Das achtbändige Werk "Die Lehrreden des Buddha" ist nur in begrenzter Auflage erschienen. Es war quasi der Abschluß der Zeitschrift "Wissen und Wandel" und bei deren Einstellung wurde es an langjährige Mitglieder des Seminars und Bezieher dieser Zeitschrift abgegeben. Man kann es ohne Übertreibung als den krönenden Abschluß des Lebenswerks von Paul Debes bezeichnen. Ich vermute, daß auf Grund des beträchtlichen materiellen Aufwandes und der begrenzten finanziellen Mittel, keine größere Auflage möglich war. Sowohl das Seminar, als auch die Zeitschrift wurden meines Wissens ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert, es gab niemals Pflichtbeiträge, bzw. Preise.

    Ich weiß nicht, ob die zweibändige Ausgabe von "Die Meisterung der Existenz durch die Lehre des Buddha" noch erhältlich ist. Falls Dich die Lektüre der "Lehrreden des Buddha" anspricht, wäre es vielleicht eine Überlegung wert, die "Meisterung..." (falls noch möglich) zu erwerben - die tel. Verbindung ist ja angegeben. Für den Einstieg kann ich es jedenfalls nur empfehlen.

    Da ist alles über die Lehrreden der Buddha zu bekommen. Muss man nur ein bissel Scrollen.


    buddhistisches seminar buddhismus paul debes lehrreden - Home

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  • Eine wahre Fundgrube ist auch die Homepage des Religionswissenschaftlers Alois Payer. Dort findet sich auch einiges zu der Übersetzung Neumanns. Der Indologe Helmuth Glasenapp kommt beispielsweise zu folgendem Urteil: http://www.payer.de/neobuddhismus/neobud0303.htm


    "Bald kam ich zu den Übersetzungen der Reden Buddhas von Karl Eugen Neumann. Zu erst erhielt ich die herrlich ausgestattete große Übertragung des Suttanipata, dann die des Wahrheitspfades (Dhammapada), und später habe ich mir alle anderen Bände gekauft, sogar zweimal, weil eine Ausgabe in Königsberg verbrannt ist. Natürlich war ich in der Jugend restlos begeistert. Je mehr ich jedoch die Pali-Sprache beherrschen lernte, desto mehr erkannte ich, dass Neumanns preziöse und teilweise unverständliche Ausdrucksweise der feierlichen, aber trotzdem einfachen Form der Originale nicht gerecht wird, und dass vor allem seine Wiedergabe der Termini wie 'Begriff und Bild' (nâma-rûpa) nicht den Vorstellungen entspricht, welche die Buddhisten selbst von der Lehre ihres Meisters hatten. Vor allem entbehren seine in den Anmerkungen weit ausgesponnenen Parallelen zur westlichen Geisteswelt oft der Begründung, und sein Versuch, Buddha im Sinne Schopenhauers zu erklären, übersieht trotz der Ähnlichkeit in einigen Punkten doch die großen Unterschiede, die zwischen dem modernen Denker und dem altindischen Meister bestehen. ...

    Wenn ich im Verlauf der letzten vierzig Jahre auf Grund meiner andauernden Beschäftigung mit Buddhismus und Vedanta einerseits und mit Schopenhauer andererseits auch zu anderen Überzeugungen gelangt bin als der Gymnasiast, Student und junge Doktor, so muss ich doch gestehen, dass mir bis heute die Lektüre der damals studierten Werke immer wieder eine Freude bereitet, die objektive und kritische Einstellung, die Hermann Oldenberg in seinem mir um 1908 zuerst zugänglich gewordenen Buddha-Buch einnimmt und die mir anfangs allzu kühl und sachlich erschien, hat sich bei mir jedenfalls auf die Dauer als haltbarer erwiesen als die enthusiastischen Schwärmereien von Deussen und Neumann"

    :taube: Du hast das Recht, einfach zu sein.

  • Da ist alles über die Lehrreden der Buddha zu bekommen. Muss man nur ein bissel Scrollen.

    Danke Ellviral, dieser Link ist nun bekannt, er findet sich zum ersten mal in Beitrag #6. ;)

    Selbsterkenntnis ist die Quelle aller Weisheit. Lu Chiu Yüan

  • Da ist alles über die Lehrreden der Buddha zu bekommen. Muss man nur ein bissel Scrollen.

    Danke Ellviral, dieser Link ist nun bekannt, er findet sich zum ersten mal in Beitrag #6. ;)

    Da bin ich nicht sicher. Gewesen

    Alle Gebilde sind unbeständig. Alle Gebilde sind unbeendet.

    Alle Dhammas, sind ohne beständiges, Endliches Selbst.

    Nibbana ist Frieden.

  • Hi, Mabli . Ich tauche hier nur auf, weil es wundert mich, warum die User nichts die andere Möglichkeiten dir mitgeteilt hatten, welche ich schon lange Zeit benutze.

    Zuerst das:


    Anliegen



    Dann du gehst auf diese Seite:



    Dana-Edition



    Und die haben bei mit DHL(!) absolut kostenlos diese Bücher versendet:


    Das Dasein und seine Meisterung

    nach der Lehre des Buddha ( P. Debes).


    Nibbāna – Der Vollkommene Friede

    Die "Nibbāna Sermons " – 33 Vorträge



    Notizen Zu Dhamma

    und andere Schriften


    Und noch eins. Also gehe auf "Dana-Bücher".



    Dana-Edition




    Weiter ich hatte sehr viele gedrukte Bücher bei diesem Verlag bestellt, das ist die enorme Auswahl, mit sehr guten Kommentaren. Alles meistens Theravada.


    Dhamma Dana - Dhamma Dana



    Sehr empfehlenswert finde ich ( für mich) das:



    Dhammapala – Ein Ort spiritueller Übung und eine kleine Klostergemeinschaft


    Und auch das:


    Dhamma-Vorträge von Ajahn Chah


    Man kann nichts alles sofort schaffen, denke ich. Aber die wichtigste Sutras man kann sogar auf Handy herunterladen, und immer lesen, sogar im Flugzeugmodus.


    Ich wünsche dir viel Spass, und ich hoffe, die Links sollten funktioneren.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Ich frage mich gerade welche Übersetzungen von Buddhas Lehrreden aus der mittleren Sammlung gut sind. ... Und gibt es eigentlich auch eine Ausgabe der Lehrreden mit einen guten und fundierten Kommentar?

    Es ist erstaunlich, dass Neulinge, zumal Neulinge des Theravada, meist mit den Lehrreden beginnen, obgleich diese inkohärent und inkonsistent sind (was die Neulinge natürlich nicht wissen können, was ihnen aber auch keiner der Langjährigen sagt) und zu Fragen bzgl. den darin verwendeten Fach-Begriffen führen müssen, die allesamt nicht unter Berücksichtigung aller Lehrreden zu beantworten sind, sondern nur durch Berücksichtigung einer Auswahl von Lehrreden bei gleichzeitigem Ignorieren anderer Lehrreden. Aber es ist auch nicht erstaunlich, weil die buddhistische Welt halt die Lehrreden so hochhält und viele Buddhisten ausschließlich die Lehrreden als authentisch akzeptieren, was einleuchtet, denn deren Inkohärenz ermöglicht ein cherry-picking gemäß des individuellen Geschmackes.

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • Es ist erstaunlich, dass Neulinge, zumal Neulinge des Theravada, meist mit den Lehrreden beginnen, obgleich diese inkohärent und inkonsistent sind (was die Neulinge natürlich nicht wissen können, was ihnen aber auch keiner der Langjährigen sagt) und zu Fragen bzgl. den darin verwendeten Fach-Begriffen führen müssen,

    Sorry, es gibt die Prämissen, also die bestimmte Voraussetzungen , die praktisch alle ! Schulen von Buddhusmus akzeptieren.

    So , als der Beispiel:


    Quote
    • Anicca – Alles ist vergänglich und nichts von ewigem Bestand. Alles ist dem Wandel unterworfen.
    • Dukkha – Alles ist dem Leiden unterworfen. Der Begriff Dukkha kann auch als Unzulänglichkeit bzw. Unbefriedigendheit übersetzt werden.[1]
    • Anatta – Alle Dinge und Phänomene existieren ohne einen unveränderlichen Wesenskern. Es gibt kein getrenntes, permanentes „Ich“ und keine ewige Seele. Alles entsteht abhängig von anderem.[1] Jeder Mensch wird etwa von seinen Eltern gezeugt und muss Nahrung zu sich nehmen, um existieren zu können.[1]



    Drei Daseinsmerkmale – Wikipedia



    Und man kann es mit dem vergleichen:


    Die Vier Kennzeichen des Dharma
    Der Begriff „vier Kennzeichen“ bezieht sich auf die vier Eigenschaften oder Merkmale, die eine Lebensauffassung mit einer buddhistischen Sichtweise auf der…
    studybuddhism.com


    Man kann die sehr verschiedne Unterpretationen benutzen, aber die Realität, wie sie ist, und die Haupt-Ideen von egal welcher Tradition sind eigentlich identisch, ich meine den Prinzip.


    Quote

    Im höchsten Sinne (paramattha) nämlich, so lehrt der Buddhismus, ist das sog. Dasein ein bloßer Prozess von beständig wechselnden körperlichen und geistigen Phänomenen, und weder innerhalb noch außerhalb dieses Werdeprozesses ist irgend eine beharrende Ich-Einheit oder Persönlichkeit anzutreffen.



    Paramattha




    Aber es ist auch nicht erstaunlich, weil die buddhistische Welt halt die Lehrreden so hochhält und viele Buddhisten ausschließlich die Lehrreden als authentisch akzeptieren, was einleuchtet, denn deren Inkohärenz ermöglicht ein cherry-picking gemäß des individuellen Geschmackes.

    Die innere Erfahrung ist " inkonhärent", denn jeder Schüler ist auf die verschiedene "Interpretationen" angewiesen.

    Daraus man kann schlussfolgern, dass Der Buddhismus , wie es sehr ausdrücklich Lama A. Govinda betont, wie aus einem Guss besteht.

    Und DL sagt, im Kern er enspricht der modernen Physik, die nur das andere Vokabular und die andere Begriffe benuzt.

    Im Kern ( "Der Lehre-n") man kann nichts aussetzen.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Wenn die Glaubensaussagen eines Lama A. Govinda oder eines DL einem Neuling dabei helfen, die Inkohärenz und Inkonsistenz der Lehrreden zu überwinden oder vorerst beiseite zu schieben, dann sei das so. Die Inkohärenz und Inkonsistenz bleibt dennoch bestehen.

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  • Die Inkohärenz und Inkonsistenz bleibt dennoch bestehen.

    Für welche Schule konkret? Die Richtung?

    Die Interpretationen sind " in-konsistent", aber nichts der Buddhismus per se.

    Solche nichts begründete Beiträge ich finde, gerade für die Neulinge sehr irre-führend. Sorry, wenn es persönlich klingt.

    Es ist schon genug, dass die Neulingen berieselt sind von dem Schwachsinn den billigen Ratgebern, die nichts so "billig" kosten.


    Die Essenz, und ich meine das:


    Quote
    1. Da ist die edle Wahrheit über das Leiden;
    2. die edle Wahrheit über die Ursache des Leidens;
    3. die edle Wahrheit über die Beendigung des Leidens;
    4. und die edle Wahrheit über den Pfad der Ausübung, der zur Beendigung des Leidens führt.

    Also, wenn es für dich wie die "Offenbarung" klingt, dann ich habe nichts dafür.



    Quote

    Die vier edlen Wahrheiten oder vier Wahrheiten des geistig Edlen (skr.: चत्वारि आर्यसत्यानि, catvāri āryasatyāni, pi.: cattāri ariyasaccāni) bilden die Grundlage der buddhistischen Lehre.


    Vier edle Wahrheiten – Wikipedia


    _()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Die Inkohärenz und Inkonsistenz bleibt dennoch bestehen.

    Für welche Schule konkret? Die Richtung?

    Die Interpretationen sind " in-konsistent", aber nichts der Buddhismus per se.

    Ich sprach von "Neulinge, zumal Neulinge des Theravada". Du kannst sagen "Die Interpretationen" seien inkonsistent und ich kann sagen "die Worte der Lehrreden sind inkonsistent".

    Die praktische Beobachtung bestätigt meine Sichtweise "die Worte der Lehrreden sind inkonsistent". weil die Diskussionen über Begriffe nicht enden wollen.

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  • [...] meist mit den Lehrreden beginnen, obgleich diese inkohärent und inkonsistent sind.

    Welche Stellen nimmst du denn als inkonsistent wahr?


    [...] den darin verwendeten Fach-Begriffen führen müssen, die allesamt nicht unter Berücksichtigung aller Lehrreden zu beantworten sind, sondern nur durch Berücksichtigung einer Auswahl von Lehrreden bei gleichzeitigem Ignorieren anderer Lehrreden.

    Mir schweben da ein paar Begriffe durch den Kopf, die nicht klar deklariert sind (wobei ich noch nicht endgültig klären konnte, ob eine eindeutige Deklaration bewusst ausgelassen worden ist, aber ich möchte nicht vorgreifen).

    Aber von welchen Begriffen schreibst du denn?

  • Die praktische Beobachtung bestätigt meine Sichtweise "die Worte der Lehrreden sind inkonsistent". weil die Diskussionen über Begriffe nicht enden wollen.

    Die Pali-Begriffe, also Theravada, sind sehr klar und präzise definiert. Aber die eigene Interpretation man findet nur durch die eigene Erfahrungen, nichts durch das Lesen der Bücher, denn es ist keine Belletristik, um sich zu zerstreuen. So hatte ich gemeint.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Die Argumentation von Dir, SteFo, ist ja etwas schwammig. Zunächst einmal der unbestimmte Begriff "Lehrreden". Wenn man diesen Begriff auf die älteste Überlieferungsschicht anwendet, nämlich die Vinayas, die Āgamas und Nikāyas, zeigen sich in der Tat schon da Inkonsistenzen, die ihrerseits darauf verweisen, dass diese Textkorpora in den Jahrhunderten ihrer mündlichen Tradierung eine Entwicklung erfahren haben, also wiederholte redaktionelle Eingriffe. Dies betrifft zum einen Anpassungen aus mnemotechnischen, zum anderen aus didaktischen Gründen. Die geographisch große Verbreitung des frühen Buddhismus bei gleichzeitg sehr unterentwickelten Kommunikationsmöglichkeiten über größere geographische Entfernungen fügte zu dieser Diversität das ihre hinzu. "Schwammig" ist es, wenn man dann nicht zwischen formalen und inhaltlichen Inkonsistenzen unterscheidet; letztere halten sich nach meinem Dafürhalten in recht engen Grenzen. Wenn Du da anderer Auffassung bist, wäre es sinnvoll, Du würdest zwei oder drei konkrete Beispiele anführen.


    Inkonsistenzen sind grundsätzlich bei einem historisch gewachsenen Textkorpus wenig überraschend. In gleicher Weise finden sich beispielsweise auch in den kanonischen Evangelien (von den apokryphen ganz zu schweigen) auffallende Inkonsistenzen, obwohl diese Texte in einem sehr viel kürzen Zeitraum als die buddhistischen entstanden und sogar von Beginn an schriftlich tradiert wurden. Das bedeutet ja nun nicht, man könne sich aus dieser Überlieferung - sei es die christliche oder die buddhistische - per Auswahl irgendeine (jede?) beliebige Lehre zusammenstellen. Inhaltlich ist der 'Spielraum', der dem persönlichen Verständnis / der 'Lesart' der Überlieferung damit gelassen wird, doch sehr begrenzt. Wenn man schon inhaltliche Inkonsistenzen unterstellt, sollte man deren Umfang etwas genauer bestimmen. Im Forschungsbereich 'Frühbuddhismus' tut sich da ja einiges seit ein paar Jahren.


    Mit angeblich "nicht enden wollenden Diskussionen über Begriffe" zu argumentieren, greift hingegen völlig fehl. Das ist schlichte Hermeneutik und begleitet gerade religiöse Texte, wenn sie denn auch nur ein Minimum an Signifikanz haben, notwendig immer. Das ist auch in den diversen christlichen oder islamischen Denominationen kein bißchen anders - da lebt ein ganzer Berufsstand (und gar nicht mal schlecht) von "nicht enden wollenden Diskussionen über Begriffe", nämlich die Theologen.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Ich musste zurückgehen und schauen, was eigentlich konkret der Anlass meiner Worte war, welche hier anwesende Buddhisten ihrerseits zu kritischen Worten über meine Worte inspirierte:

    Ich frage mich gerade welche Übersetzungen von Buddhas Lehrreden aus der mittleren Sammlung gut sind. ... Und gibt es eigentlich auch eine Ausgabe der Lehrreden mit einen guten und fundierten Kommentar?

    Es ist erstaunlich, dass Neulinge, zumal Neulinge des Theravada, meist mit den Lehrreden beginnen, obgleich diese inkohärent und inkonsistent sind (was die Neulinge natürlich nicht wissen können, was ihnen aber auch keiner der Langjährigen sagt) und zu Fragen bzgl. den darin verwendeten Fach-Begriffen führen müssen, die allesamt nicht unter Berücksichtigung aller Lehrreden zu beantworten sind, sondern nur durch Berücksichtigung einer Auswahl von Lehrreden bei gleichzeitigem Ignorieren anderer Lehrreden. Aber es ist auch nicht erstaunlich, weil die buddhistische Welt halt die Lehrreden so hochhält und viele Buddhisten ausschließlich die Lehrreden als authentisch akzeptieren, was einleuchtet, denn deren Inkohärenz ermöglicht ein cherry-picking gemäß des individuellen Geschmackes.

    Und siehe da: die Frage von Mabli nach "guten" Übersetzungen war's. Hier muss dann aber die Übersetzung aller Lehrreden (nicht nur der mittleren) von einem Übersetzer vorliegen, um die inhärenten Inkonsistenzen (zwischen Lehrredensammlungen) erkennen zu können. Denn Inkonsistenzen zwischen Übersetzungen verschiedener Übersetzer sind "normal", weil jede Übersetzung bereits durch die Wortwahl die Interpretation des Übersetzers beinhaltet.


    Bei Beschränkung auf eine Lehrredensammlung (hier mittlere) eines Übersetzters, der nicht den Überblick verliert und einer steten unerschütterlichen Übersetzungsagenda folgt, sollte dagegen Inkonsistenzen unbedeutend sein. Wichtig ist hier, dass der Kommentar zu den Lehrreden vom Übersetzter der Lehrreden geschrieben wird, weil sonst die Nützlichkeit des Kommentars von allerlei "Menschlichkeiten" bedroht wird (wenn zB der Kommentator sich ebenfalls als Übersetzer betätigt).

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • Mabli

    Das oben Gesagte berücksichtigend würde ich die Mittleren von B. Nanamoli & Bodhi samt (Fußnoten-)Kommentar und Einleitung empfehlen. Evtl. gibt's das Buch aber nur in englischer Sprache ("original translation by B. Nanamoli, translation edited and revised by B.Bodhi).

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]