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Anarchistischer Buddhismus

  • Freddo999
  • 18. Dezember 2022 um 19:48
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  • Freddo999
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    • 18. Dezember 2022 um 19:48
    • #1

    Hallo Leute!

    Ich habe mal Fragen.

    Und zwar, möchte der Buddhismus einen Staat? Egal ob demokratisch oder Monarchistisch?

    Ich glaube das der Buddhismus näher am Anarchismus ist als an Hierachie.

    Ich weiß das manche meinen das Anarchie gleich Chaos ist. Das ist es aber nicht. Anarchie ist nur das Gegenteil von Hierarchie. Die Anomie ist die Regel losegkeit. Also Chaos. Meine ich zumindest.

    Im Internet habe ich ein interessanten Text gefunden.

    Buddhistische Anarchie

    Den Anarchismus den ich kennen gelernt habe, durchs lesen, ist sogar Rätedemokratisch. Man organisiert sich in Kommunen, meine ich. Das erinnert mich an Sanga.

    Wer kann mir sagen was der Buddhismus möchte oder nicht möchte?

    Ist der Buddhismus ehr hierarchisch oder anarchistisch?

    Dann bin ich mal gespannt was für Antworten kommen werden. Wenn mir wer antwortet.

    MFG

    Freddo999

  • SteFo
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    • 19. Dezember 2022 um 07:48
    • #2
    Freddo999:

    Wer kann mir sagen was der Buddhismus möchte oder nicht möchte?

    Ist der Buddhismus ehr hierarchisch oder anarchistisch?

    Mir scheint, dass angefangen mit Gautama alle buddhistischen Oberhäupter immer um ein gutes Verhältnis zu den jeweils Herrschenden bemüht waren/sind. Und mir scheint, dass das auch Sinn macht, wo die buddhistische Doktrin doch abzielt auf nicht-weltliche Zielsetzungen und deshalb Verwicklungen in weltlich-politische Konflikte wohl kontraproduktiv wären.

    mankind ... must act and reason and believe; though they are not able, by their most diligent enquiry, to satisfy themselves concerning the foundation of these operations, or to remove the objections, which may be raised against them [Hume]

  • fotost
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    • 19. Dezember 2022 um 10:13
    • #3

    Abgesehen von dem, was SteFo geschrieben hat, würde ich den Blick lenken auf den Bereich, in dem Regeln für ein organisiertes Zusammenleben explizit aufgestellt sind, auf den Vinaya Pitaka.

    Da ist ganz deutlich ein hierarchisches System zu erkennen, mit zum Teil Überregelungen von Kleinigkeiten und deutlichen Strukturen und Funktionen, die an Gerichtsbarkeit, Wahlen etc. erinnern. Wenn Du Teilbereiche der Buddhistischen Gemeinde nimmst wie etwa im imperialen Japan oder in chinesischen Shaolin Klöstern ist sogar eine gewisse Nähe zu militärnahen Strukturen zu sehen, wenn man denn möchte,

    In der realen Welt außerhalb des Ordens hat sich die Lehre und ihre Anhänger recht anpassungsfähig an die unterschiedlichsten Gesellschaftssysteme gezeigt.

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 19. Dezember 2022 um 11:39
    • #4

    Am Anfang war der Buddhismus ja durchaus eine Bewegung der Aussteiger, die der Gesellschaft der Rücken kehrten und in die Hauslosgkeit zogen. Diese Verneinung des Bestehenden hatte durchaus etwas anarchisches. Aber während im Anarchismus die Befreiung vom Bestehenden der Entfaltung individueller Freheit dient, ist es bei den Ordinierten ja so, dass diese sich von Bedürfnissen befreien sollen. Von daher kann der Klosteralltag etwas sein, was die individuelle Freheit stark einschränkt; Was man tut , was man isst, was man besitzt bewegt sich in engen Bahnen.

    "Anarchismus" ist ein Produkt der Moderne - etwas was auf der Gestaltbarkeit gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse beruht. So etwas gab es in vormoderne Zeiten nur in Ansätzen.

    In Europa gab es messianischen Bewegungen wie z.B das Täuferreich von Münster. In China gab es die daoiatische Sekte der gelben Turbane - eine Bauerbewegung die eine Welt mit Gemeinschaftseigentum anstrebte und die Großgrundbesitzer entmachten wollte. Ähnliche daoitische Volksbewegungen gab es in China noch häufiger.

    Im Buddhismus ist so etwas seltener Mir fällt da vor allem die Ikkō-shu - ein Zweig des Amida Buddhismus der mit Bauernaufständen ( Ikkō- Ikki) am Beginn der Neuzeit verbunden war in denen die Forderung vorhanden war, die bisherige religiöse Establishment ( die anderen buddhistischen Schulen) und das politische Establishment ( Provinzfürsten) abzuschaffen. Aber solche gewaltsamen Versuche die bestehenden Verhältnisse zu ändern, sind im Buddhismus sehr selten.

  • Noreply
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    • 19. Dezember 2022 um 12:32
    • #5

    Die Lehre Buddha ist ein anarchisches Konzept. Leider nur schwer zu erkennen.

    Der „Führer“ ist das Ich, das befreit von Festhalten ist, selbst an seinen Körper und seinen Geist.

    Das Handeln jedes Menschen im gemeinsamen Zusammenleben ist von Mitgefühl, Mitfreude, Gelassenheit, Geduld geprägt.

    Die vorhandenen Ressourcen werden von allen gemeinsam genutzt. Es aber immer auch persönlichen Besitz gibt, nur kein Ansammeln von Ressourcen im persönlichen Bereich.

    Die Regel, dass nur lebende Dinge oder aus Teilen verstorbenen Wesen zu Objekte zum Zweck des Wertetausches verwendet werden dürfen, ist hilfreich.

    Das übermäßige Ansammeln von Werttauschobjekten wird sanktioniert oder es wird sich auf ein Zahlungsmittel geeinigt, das im Laufe der Zeit zerfällt, es kann auch helfen, die Objekte immer am Körper tragen zu müssen, so werden sie zu einer echten Last. Darüber habe ich einiges gelesen, wie es vor der Zeit des Geldes gemacht wurde.

  • 123XYZ
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    • 19. Dezember 2022 um 23:00
    • #6

    Von Buddhadasa Bikkhu exisitiert das Werk "Dhamma-Sozialismus" (hier kostenlos zum Download erhältlich).

    Buddhadasa Bikkhu:

    Alle Religionen der Welt sind sozialistisch orientiert und nicht wie individualistische Demokratien aufgebaut, in denen die Leute tun können, was immer sie wollen. Die Gründer (sasada) jeder Religion wollten, daß die Menschen nach sozialen Prinzipien leben, damit im Interesse der Gemeinschaft als Ganzes gehandelt wird. Immer wenn jemand sein persönliches Interesse dem Gemeinwohl voransetzt, übernimmt kilesa - das heißt, man wird von selbstsüchtigen Wünschen beherrscht. Gerade die Lehren des Buddhismus machen ihn zu einer

    besonders sozialen Religion.

    Es wäre gut, Sozialismus so zu verstehen, daß man nicht mehr nimmt, als einem fairerweise zukommt. Das heißt, nur das Notwendige verbrauchen, damit der Rest für den Bedarf anderer verfügbar ist. In den Lehren des Dhamma und auch in den Ordensregeln steht geschrieben, daß buddhistische Mönche nur mit dem Notwendigsten auskommen müssen.

    (Quelle: "Dhamma-Sozialismus" Seite 7)

    Zitat

    Buddhadasa Bhikku beschreibt in diesen Vorträgen, dass eine buddhistische Lebensweise auch soziale Dienste (im Sinne von Dienst an der Gesellschaft und Dienst an den Mitmenschen) beinhaltet. Für ihn besteht die höchste Form des sozialen Dienstes, welche man leisten kann, darin, dass man es den Menschen ermöglicht, umzukehren, damit sie wieder auf den rechten Weg gelangen können. Jedoch spricht er sich weierhin auch für praktische Sozialarbeit aus. Sein Sozialismus-Konzept beinhaltet demnach Überlegungen zum Zusammenleben von Menschen innerhalb einer Gesellschaft, die auf gegenseitiger Hilfe aufbaut. Damit unterscheiden sich seine Vorstellungen über Sozialismus deutlich von marxistischen Vorstellungen und sind eher im utopischen Sozialismus zu verorten.

    (Quelle: https://fid4sa-repository.ub.uni-heidelberg.de/160/)

    Die thailändische Sante Asoke - Bewegung beruft sich auf die Schriften von Buddhadasa Bikkhu.

    Ich habe irgendwo gelesen das Buddhadasa Bikkhu aufgrund der zu seiner Zeit zu beobachtenden zunehmenden konsumorientierten kapitalistischen westlichen Einflüsse in Thailand zu seinen Ideen inspiriert worden sein soll.

    Hier also wohl eher eine Absage an Anarchie.

    Ich persönlich halte den Vergleich mit Anarchie aufgrund der u.a. doch recht umfangreichen einzuhaltenden Mönchsregeln auch für unpassend.

    Als Buddhist studiert und praktiziert man die buddhistische Lehre und das möglichst diszipliniert und genau. Nicht "machen was man will"

  • Sudhana
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    • 20. Dezember 2022 um 01:13
    • #7

    Der Buddhadharma ist und hat keine politische Ideologie. Das impliziert die 'Hauslosigkeit'. Wo er nach der politischen Macht griff - etwa in Tibet oder im Japan des 16. Jahrhunderts - war die Herrschaftsform dem Sebstverständnis nach eine religiöse Meritokratie. Abgesichert durch bewaffnete Mönchstruppen.

    Wenn es eher darum geht, eine Gesellschaft aufzubauen, die an dem Prinzip 'nicht nehmen, was nicht freiwillig gegeben wird' ausgerichtet ist, wäre wohl Anarchosyndikalismus das angemessenste Modell.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Freddo999
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    • 20. Dezember 2022 um 09:52
    • #8

    Hallo Leute!

    Danke für die Beteiligung.

    Monthatip, du schriebst "machen was man will".

    Ich glaube nicht das alle Anarchisten machen wollen was Sie wollen.

    Im Anarchismus gibt es Regeln, meine ich. Man kann ein Teil des Anarchismus auch so verstehen, nach dem Motto: Ordnung ohne Herrschaft. Wie ich schon schrieb gibt es Kommunen die sich Rätedemokratisch organisieren. Es gibt Regeln nach dem man lebt. Es gibt halt keine Staatsgewalt, meine ich. Wenn jemand ein Verbrechen begeht wird dieser jemand eventuell aus der Kommune ausgeschlossen.

    Den Anarchismus den ich meine gibt es auch keine Rache an Verbrechern, sondern nur ein Ausgleich,meine ich.

    MFG

    Freddo999

  • Noreply
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    • 20. Dezember 2022 um 09:57
    • #9
    Freddo999:

    Hallo Leute!

    Danke für die Beteiligung.

    Monthatip, du schriebst "machen was man will".

    Ich glaube nicht das alle Anarchisten machen wollen was Sie wollen.

    Im Anarchismus gibt es Regeln, meine ich. Man kann ein Teil des Anarchismus auch so verstehen, nach dem Motto: Ordnung ohne Herrschaft. Wie ich schon schrieb gibt es Kommunen die sich Rätedemokratisch organisieren. Es gibt Regeln nach dem man lebt. Es gibt halt keine Staatsgewalt, meine ich. Wenn jemand ein Verbrechen begeht wird dieser jemand eventuell aus der Kommune ausgeschlossen.

    Den Anarchismus den ich meine gibt es auch keine Rache an Verbrechern, sondern nur ein Ausgleich,meine ich.

    MFG

    Freddo999

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    Im Buddhismus gibt es dafür die Sila. Die regeln eigentlich alles.

  • Freddo999
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    • 20. Dezember 2022 um 13:04
    • #10

    Okay, Sila heißt das im Buddhismus. Ich meine, im Anarchismus könnte es auch eine Buddhistische Kommune geben. Diese Kommune handelt dann nach den Sila.

    Ich habe mal über den Anarchismus gelesen das Anarchismus keine Dogmen hat. Man kann nicht unbedingt sagen, wenn dies oder das nicht vorhanden ist, ist Anarchismus kein Anarchismus.

    Es gibt mehrere Ansichten vom Anarchismus. Es gibt den Kommunistischen Anarchismus, Kapitalistischen Anarchismus, Nationalen Anarchismus und und und...

    Ich meine sogar gelesen zu haben das Buddhismus keine Dogmen folgt. Also das man prüfen soll was man erfahren hat. Ich meine Anarchismus ist auch nicht starr, sondern muss sich den Gegebenheiten anpassen. So wie der Buddhismus wahrscheinlich, meine ich.

    MFG

    Freddo999

  • 123XYZ
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    • 20. Dezember 2022 um 19:05
    • #11
    Freddo999:

    Monthatip, du schriebst "machen was man will".

    Ich glaube nicht das alle Anarchisten machen wollen was Sie wollen.

    Im Anarchismus gibt es Regeln, meine ich. Man kann ein Teil des Anarchismus auch so verstehen, nach dem Motto: Ordnung ohne Herrschaft. Wie ich schon schrieb gibt es Kommunen die sich Rätedemokratisch organisieren. Es gibt Regeln nach dem man lebt. Es gibt halt keine Staatsgewalt, meine ich. Wenn jemand ein Verbrechen begeht wird dieser jemand eventuell aus der Kommune ausgeschlossen.

    Den Anarchismus den ich meine gibt es auch keine Rache an Verbrechern, sondern nur ein Ausgleich,meine ich.

    Ich hatte mich denke ich von dem obigen Zitat Buddhadasa Bikkhus

    "Alle Religionen der Welt sind sozialistisch orientiert und nicht wie individualistische Demokratien aufgebaut, in denen die Leute tun können, was immer sie wollen." zu meinen Worten verleiten lassen und dabei Anarchie als noch stärkere Möglichkeit des Auslebens individueller Freiheit betrachtet.

  • Sudhana
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    • 20. Dezember 2022 um 19:55
    • #12

    Ein kurzer Verweis auf nichtbuddhistische Quellen zum Thema. Wobei dieser spezielle Artikel Gustav Landauers (von dem es übrigens auch eine lesenswerte Übersetzung von Meister Eckharts 'Deutschen Predigten' gibt) nicht zufällig verlinkt ist; es geht da speziell um die Gewaltfrage. Wem der Artikel gefällt, mag vielleicht auch Rudolf Rockers Nachruf auf Landauer lesen. Der aktuell wohl bedeutendste Theoretiker des Anarchosyndikalismus ist der vor zwei Wochen 94 gewordene Noam Chomsky.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Sudhana
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    • 22. Dezember 2022 um 16:50
    • #13

    Verweis auf Paralleldthread:

    Beitrag

    RE: Neues kulturelles Paradigma

    […]

    Nicht nur nach buddhistischem. Empfehlenswerte Lektüre in diesem Zusammenhang (einschließlich des gerade laufenden Threads 'Anarchistischer Buddhismus'): Pjotr A. Kropotkin, Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt. Die letzte mir bekannte Neuauflage der deutschen Übersetzung Gustav Landauers ist von 2011, eine ausführliche Besprechung findet sich hier.

    Wenn der Rezensent bemängelt, Kropotkin gehe von der Analyse der Tierwelt "übergangslos" zu der der Menschenwelt über, übersieht…
    Sudhana
    22. Dezember 2022 um 16:48

    OM MONEY PAYME HUNG

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