negative Gedanken umwandeln, bzw. ersetzen

  • Hallo Community


    ich bin neu hier, auch wenn ich selbst schon "etwas" älter bin


    Ich habe mehrere Jahre in Thailand gelebt und habe den Buddhismus

    als etwas sehr wohlwollendes und angenehmes wahrgenommen


    Ich bin nach Thailand ausgewandert, weil meine Angst- und Panikattacken nicht

    hier in Deutschland mehr ertragen konnte


    Aus gesundheitlichen Gründen musste ich dann doch zurück nach Deutschland -

    hier wurde ich aber schuldlos in einen Strudel hineingezogen und meine bis dahin

    mir verborgen gebliebene K PTBS Typ 2 wurde re-aktiviert.


    Ich habe schon sehr viele verschiedene Arten von Mediation ausprobiert - das

    Yoga Nidra finde ich für mich persönlich sehr passend. Der Effekt hält aber nur kurz an


    Ich habe sehr schwer mit den Intrusionen zu kämpfen und versuche, meine Gedanken

    unter Kontrolle zu bringen - im youtube bin ich auf Jack Kornfield von Buddhas Lehre

    gestossen. Besonders der Beitrag - Das buddhistische Geistestraining,

    Verhaltenstherapie mit Herz - hat es mir angetan


    negative Gedanken umwandeln, bzw. ersetzen


    Mein Problem ist nun, dass ich kaum noch an etwas positives denken kann


    Wenn ich mich an etwas schönes in meiner Vergangenheit erinnern will, werde

    ich kurz danach ärgerlich oder sogar böse, dass "man" mir das weggenommen hat


    Also bin ich auf der Suche nach einem anderen Weg, um meine negative Gedanken

    zu ersetzen, bzw. umwandeln. Die Achtsamkeit alleine ist fü mich im Moment nicht stark genug...


    Könnte ihr mich dabei unterstützen, wie ich auf einem anderen Weg an positive

    Gedanken rankomme?


    Vielen Dank im voraus


    Bakwan ( in Thailand bedeutet das "süsser Mund" )

  • void

    Approved the thread.
  • negative Gedanken umwandeln, bzw. ersetzen


    Mein Problem ist nun, dass ich kaum noch an etwas Positives denken kann

    negative Gedanken umwandeln, bzw. ersetzen

    Das ist einfach.

    Positive Gedanken umwandeln, bzw. ersetzen.

    Ist auch kein Problem.

    Dein Problem ist nun, dass du kaum noch an etwas Negatives denken kannst.

    Wozu negativ oder positiv denken, denk ohne Wertungen.

    Es ist weder Anfang noch Ende.

    Kein Vergehen oder Entstehen.

    Nur die Absicht unwohl verändern.

  • Hallo Bakwan,

    Vielleicht hilft es, an Positives im Moment zu denken. Vielleicht Sonnenschein, das Licht oder die Wärme, vielleicht auch die Wärme von Kleidung, die Sicherheit einer Wohnung, ein rauschender Bach, vielleicht mit Sonnenscheingeglitzer, jedwede Pflanze, die unseren Sauerstoff erzeugt, oder einfach nur schön blüht, vielleicht auch als frisch gemähter Rasen duftet, oder als Baum Schatten spendet, ein Lächeln auf den Lippen einer Person, eine Umarmung mit Armen oder Worten, vielleicht auch geschrieben in einem Buch, vielleicht auch der Geruch eines neuen Buchs, oder eines alten, das Gefühl einer flauschigen Decke oder Katze, der Klang einer schönen Musik, die Menschen, die dafür Arbeiten dass Busse fahren und im Supermarkt was Essbares kaufbar ist, vielleicht die Ruhe in der Natur, oder die vielen Menschen an einem Ort, den man mag, oder die Menschen, die in der Abfallentsorgung arbeiten, oder irgendwann die erste Erdbeere des Jahres, sie wird zwar vergehen, aber im nächsten Jahr wiederkommen, auf jeden Fall was Essbares im Allgemeinen, sauberes Wasser aus der Leitung, ...

    Ein kleiner Glücksstein in der Tasche kann helfen, den Fokus auf die guten Dinge zu halten. Der bei jedem bewussten Anblick einer dieser oder ähnlicher Sachen die Hosentasche wechselt.


    Liebe Grüße

    Gurkenhut

  • Die Achtsamkeit alleine ist fü mich im Moment nicht stark genug...

    Das ist nicht ungewöhnlich, das geht mir auch so. Deshalb übt man in vielen Richtungen Achtsamkeit *und* Metta (liebende Güte). Gerade, um wirklich zu akzeptieren, dass alles vergänglich ist, brauchen die meisten viel 'Ausgleich'.


    Um meinen Lehrer zu zitieren: Mit Achtsamkeit erkennen wir, mit Liebe akzeptieren wir.


    Demnächst gerne mehr, hab leider gerade wenig Zeit.


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Auch ich kenne Angst und Trauer besser als ich mir wünschen würde... :|


    Ich las letzthin bei Ṭhānissaro Bhikkhu: Sowohl Glück als auch Leiden sind Tätigkeiten. Nicht schön zu hören, vor allem bei Leiden, da ich mich lieber als Opfer des Leidens denn als Täter begreife. Die Erkenntnis, dass mein Leiden (meine Angst, meine Frustration, meine Langeweile) Taten sind (und nicht nur das Ergebnis meiner Taten), hat meinen Blick auf diese Zustände verändert.


    Durch das, was und wie ich es tue, färbe ich mein Erleben. Mein Erleben motiviert mein Tun. So kann ich mich langsam aber stetig an den Haaren aus dem Sumpf ziehen – oder mich tiefer in den Sumpf verstricken. Angstzustände und düstere Gedanken sind auch Gewohnheiten, die sich nur langsam ändern lassen (aber sie lassen sich ändern!), indem ich bewusst (achtsam) den trägen Kahn meines Geistes motiviere, andere Dinge anders zu tun (z.B. zu konsumieren -> Medien, Speisen, Menschen, Gedanken, Bewegungen, Nachrichten, etc.) und zu lassen. Was, von dem, was ich tue, sage, denke, ist heilsam, was ist unheilsam für mich und die Wesen um mich herum.


    In meinem Leben ist es hilfreich, jeden Morgen buddhistische Texte zu lesen, wenn die Düsternis mal wieder überhandnimmt – uns auch sonst. Das gibt dem Tag grundsätzlich eine andere "Farbe".


    Hier übrigens eine Seite mit kostenlosen Texten von Ṭhānissaro Bhikkhu

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Edited 2 times, last by Thorsten Hallscheidt ().

  • Intrusionen sind ja jetzt doch noch mal eine ganz andere Hausnummer als nur angstbesetzte Erinnerungen. Hast du auch schon über eine Traumatherapie nachgedacht?

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Hallo Bakwan ,


    es tut mir leid, was dir widerfahren ist und dass du die, sich aus dieser Diagnose ergebenden, Konsequenzen schultern musst.

    Ich nehme an, du bekommst bereits professionelle Hilfe und möchtest wissen, was du ergänzend noch tun kannst?


    Mein Problem ist nun, dass ich kaum noch an etwas positives denken kann


    Wenn ich mich an etwas schönes in meiner Vergangenheit erinnern will, werde

    ich kurz danach ärgerlich oder sogar böse, dass "man" mir das weggenommen hat

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich seit über 20 Jahren an einer generalisierten Angststörung inkl. div. Phobien erkrankt bin (die durch eine körperliche Erkrankung noch "befeuert" wird), welche nach einer geschäftlichen Pleite ausbrach, wo quasi alles den Bach hinunterging: Haus, materielle Güter, Ehe, Vertrauen in Menschen, das "Leben", Lebensträume, Hoffnungen,...


    "Positive" Gedanken führten damals auch stets zurück in die Zeit davor und hinterließen oft Zorn und Trauergefühle wegen des Verlustes.


    Nach 4 Psychotherapien (innerhalb von 18 Jahren), die keine wirkliche Heilung brachten, stieß ich zufällig auf ein YouTube-Video der Theravada-Nonne Ayya Khema (1923-1997), das sich als sehr hilfreich erwies (Titel: "Ruhe und Einsicht") und mich endgültig überzeugte, den Weg Buddhas einzuschlagen (Zuvor hatte ich bereits Bücher des Dalai Lama und über Buddhismus allgemein gelesen..).


    Für den Anfang das Wichtigste ist die innere Ruhe/Entspannung und dass du dich so annimmst, wie du bist.

    Dabei könnte die Annehmenspraxis ("Metta"-Meditation) hilfreich sein (ergänzend zu deinem Yoga Nidra) - hier der Link zu einer Meditation, die mich ansprach und die ich auch praktiziere:

    Annehmenspraxis - Metta Meditation - Tag 3 - Video 5 - Roland Nyanabodhi - Augustkurs 2020
    Wir freuen uns, dass ihr beim diesjährigen Augustkurs mit Roland Nyanabodhi dabei seid und hoffen, dass wir euer Herz berühren können. Mehr Informationen zum...
    youtu.be


    - Das Hineinrutschen in die "Spurrillen" der Angst, des Ärgers und der Traurigkeit erstmal akzeptieren, nicht ablehnen

    - Selbstliebe und -mitgefühl entwickeln

    - Versuchen, immer in der Gegenwart ("Hier und Jetzt") zu sein

    - Mit positiven Affirmationen arbeiten


    - Um negative Gedanken umzuwandeln, hilft es, sie zunächst abzustoppen ("Gedankenstopp").

    Anschließend wäre es günstig, sich einem Tun hinzugeben, das die ganze Aufmerksamkeit erfordert und somit "neutrale" Gedanken erzeugt (z.B. Kochen, etwas planen, ausrechnen, ein Gespräch mit einem anderen Menschen,... usw.)


    - Positive Gedanken entstehen umso leichter, wenn Schönes, Angenehmes, Erfreuliches, Lustiges gesehen, gehört und erlebt wurde, daher empfiehlt es sich, den Fokus auf Dementsprechendes zu richten und nach Möglichkeit die Vermeidung z.B. negativer TV- Sendungen, Videos, Nachrichten, etc.


    Ich habe mich teilweise (zusätzlich zur buddhist. Praxis) bewusst einer regelrechten positiven "Hirnwäsche" unterzogen, indem ich mir zeitweise nur erheiternde Bücher, Filme, Sendungen ansah, des Weiteren schöne Musik anhörte, viel Bewegung in der Natur gönnte und mit anregenden Menschen Kontakt pflegte, die mich auf andere Gedanken brachten.

    Kein Tag ohne Lachen, war das Motto!

    (Vielleicht mutete es manchmal albern an, aber es verfehlte seine Wirkung nicht... ;) )

    So ein Blödsinn wie das folgende Video reicht bei mir schon...:


    Mariachi - by Leopartnik
    Made by legendary @LeopARTnik 👍 Check out his channel and subscribe if you like: https://www.youtube.com/LeopARTnik😉 SUBSCRIBE to my birds with arms channe...
    youtube.com


    Alles Gute für dich!


    Liebe Grüße, Anna :heart: _()_ :)

    "Fähigkeit ruhiger Erwägung - Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte."

    (Marie von Ebner-Eschenbach)


    "Vergänglich sind alle Gebilde, strebet ohne Unterlass."

    (Buddha Shakyamuni, "letzte Worte")


    "...In der Aufhebung des Begehrens (tanha) besteht die Aufhebung des Leidens.

    Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..."

    (AN.VI.63)

  • Hey Bakwan,


    bei den klassischen Achtsamkeitstechniken (Vipassana/Mindfullness) sollte man bei deiner Diagnose zum Teil etwas vorsichtig sein. Klassische Sitzmeditation z.B., bei denen du deinen Gedanken beobachtest.

    Fokusmeditationen wie Metta sind kein Problem und dürften besser geeignet sein, auch Atemübungen/Yoga.


    Zu PTSD und Atemtechniken fiel mir das Video hier ein, 4-7-8-Technik wird da gelehrt.

    Ich pack dir von GPT noch ein paar Sachen dazu. Das fasst recht gut zusammen, was ich in letzter Zeit zu dem Thema mitbekommen habe.

    Alles nur als Laien-Rat nehmen, bei der Thematik solltest du ja alles mit einem Profi abklären. GPT kann man als erste Anlaufstelle ganz gut nutzen, da aber immer bedenken, dass es nicht fehlerfrei ist - kann aber als zusätzlicher Gesprächspartner manchmal recht gute Dienste leisten.


    Quote

    Es wurden in letzter Zeit einige Studien zum Thema Atmen durchgeführt. Das Stanford Research Institute führte vor etwa zwei Jahren eine großartige Studie durch, in der sie Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung, Kriegsveteranen, die in Afghanistan und im Irak waren, Yoga und Atemtechniken lehrten. Die Leiterin, Emma Seppälä, eine Forscherin an der Stanford Universität, sagte, dass es hauptsächlich das Atmen war, das sie beeinflusste.

    Wir ließen sie dieses Programm drei Monate lang durchführen, und ihre Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung waren verschwunden und kehrten selbst ein Jahr später nicht zurück.

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.


    Von GPT:

    „Alleinsein ist Glück beim Zufriedenen,

    der die gehörte Wahrheit erschaut.
    Glück ist Freisein von Bedrückung in der Welt
    und Selbstbeherrschung gegenüber Lebewesen.
    Glück ist Gierlosigkeit in der Welt,
    das Überwinden von Begierde.
    Die Beseitigung der ‘Ich bin’-Einbildung ist höchstes Glück.“


    विहाय कामान्यः सर्वान्पुमांश्चरति निःस्पृहः।
    निर्ममो निरहंकारः स शान्तिमधिगच्छति।।

  • Kleine Ergänzung noch bezüglich des Thread-Titels.

    Das "Gedanken ersetzen" ist bei einfachen unheilsamen Gedanken eine Technik, um z.B. Neid/Gier gegen Wohlwollen zu ersetzen.

    Für solch starke Gedanken, wie sie ein PTBS hervorrufen kann, ist sie grundsätzlich eher nicht gedacht.

    Einmal kurz erklärt:

    „Alleinsein ist Glück beim Zufriedenen,

    der die gehörte Wahrheit erschaut.
    Glück ist Freisein von Bedrückung in der Welt
    und Selbstbeherrschung gegenüber Lebewesen.
    Glück ist Gierlosigkeit in der Welt,
    das Überwinden von Begierde.
    Die Beseitigung der ‘Ich bin’-Einbildung ist höchstes Glück.“


    विहाय कामान्यः सर्वान्पुमांश्चरति निःस्पृहः।
    निर्ममो निरहंकारः स शान्तिमधिगच्छति।।

  • Lieber Bakwan,


    möchtest Du mit uns teilen, wie es Dir die letzten zwei Tage über ergangen ist? Konntest Du vielleicht sogar kurzfristig schon einen Nutzen von einem der hier verfassten Beiträge für Dich ziehen? Gib uns doch bitte bei Gelegenheit eine Rückmeldung, wenn es Dir genehm ist.


    Liebe Grüße!

    The answer may be found in Buddha's teachings and related practice ... What's your question?

  • Negative Gedanken umzuwandeln und zu ersetzten, klingt erstmal gut. Wer will schon negative Gedanken haben, die einen runterziehen.


    Es gibt dabei aber einige Probleme


    Von Buddhismus her gedacht, sind die Grundprobleme des Menschen Begierde ( Zuneigung) und Hass ( Abneigung ). Statt mit dem zufrieden ist, was da ist, wollen wir etwas anderes oder gegen eine Abneigung gegen das was da ist. Es ist eine Sucht nach angenehmen geistigen Zuständen. Der Wunsch unangenehme geistige Zustände durch angehen geistige Zustände ersetzten zu wollen ist paradoxerweise genau Ausdruck dieser Sucht.


    Von daher ist es wichtig, dass man von heilsamen (kusala) und unheilsamen (akusala) Gedanken geht ( wie in dem Zitat von Jan87 )


    Dies ist eine wichtige Unterscheidung. Heilsame Zustande müssen nicht angenehm sein und unheilsame nicht unangenehm.


    Angenehmes und Unangehmes sind nicht Gegensätze wo man das zweite loswird und das erste behält, sondern sie stehen in einem engen Verhältnis. Die Unzufriedenheit mit einem als unagenehm empfunden Zustand A kann eben aus der tiefen Sehnsucht nach einem anderen Zustand B kommen. Und während man A natürlich loswerden will, schätzt man B inniglich. Wenn ich mich innerlich als hässlich und dumm abtue dann lauert dahinter ein Ideal von Schlauheit und Schönheit. Die Abwertung geschieht von einem tief verinnerlichten Wert aus. Den man im Allgemeinen behalten will.


    Von daher weißt einen jeder "negative Gedanken" den Weg zu seinem Ursprung. Das ist jetzt sehr leicht dahin gesagt. Wenn schreckliche negative Gedanken auftauchen, dann hat man ja den Impuls davonzukaufen, sie loszuwerden, sie nicht auszuhalten. Aber nur indem man sie aushält und schaut, was dahinter ist, kann man frei werden. Dies ist keine leichte Aufgabe.

  • Scheint sich erledigt zu haben mit Bakwan. Oder hat er sich nochmal bei einem von Euch via PN gemeldet?

    The answer may be found in Buddha's teachings and related practice ... What's your question?