Wenn unser Glaube verächtlich gemacht wird...

  • Im letzten Satz spricht das sich bewusst seiende Ich, das von einer vergangenen Erfahrung berichtet, in dieser Erfahrung, Erleuchtung war es nicht anwesend, war sich nicht bewusst.

    So ganz verstehe ich das Zitat nicht. Jedenfalls als er die Erfahrung machte, kann ich keinen Grund sehen, deshalb kein "bewusst seiendes Ich" gewesen zu sein.

  • Du kannst es nicht selber erlebt haben, wenn du im letzten Satz von "Ich" sprichst, aber trotzdem soll es ja nur eine Suggestion sein. Woher willst du wissen, dass dein Gehirn nicht auch nur eine Suggestion ist?

    Suggestionen, Wahnvorstellungen, du seist Napoleon, verfügtest über Wissen, wofür Andere nicht reif seien, Gottesvorstellungen beliebiger Art, Vorstellungen über ein güldenes "Ich" das unberührt in dir sitzt - aber sich komischerweise doch "entwickeln" kann, sind zwar allesamt mentale Fehlleistungen, aber ungeachtet dessen "wirklich", und zwar in dem Sinne, dass sie intern, also ausschließlich mental, wirksam sind - du glaubst ja daran. So ist es nun mal: Jeder kann glauben, was er will, ohne jegliche Evidenz. Ich jedenfalls, und viele andere hier, haben sich entschlossen, auf Evidenz zu bauen und nicht allein auf Vorstellungen.

  • Douglas Harding ist da auch so ein Fall einer fehlenden Evidenz. Was für einen Sinn hat eine solche subjektive Erfahrung, wenn daraus nur Vorträge und Bücher als Taten folgen. Und wenn man sich die Leute ansieht, die diese Erfahrungen vermarkten, dann ist genau das der "westliche Weg" - mache nach Anleitung von XY eine Erfahrung; nenne sie Erleuchtung; biete Kurse an und lehre andere, wie sie diese Erfahrung machen.

    Was hat das mit Zen oder Buddhismus zu tun? Nix.

    :zen:

  • Douglas Harding ist da auch so ein Fall einer fehlenden Evidenz. Was für einen Sinn hat eine solche subjektive Erfahrung, wenn daraus nur Vorträge und Bücher als Taten folgen. Und wenn man sich die Leute ansieht, die diese Erfahrungen vermarkten, dann ist genau das der "westliche Weg" - mache nach Anleitung von XY eine Erfahrung; nenne sie Erleuchtung; biete Kurse an und lehre andere, wie sie diese Erfahrung machen.

    Was hat das mit Zen oder Buddhismus zu tun? Nix.

    Danke für die Information. Ich habe mich außer mit seinem Buch für nichts weiter interessiert. Das wäre gegen meine Art, ich lese im Kanon ja auch mit vollkommenem ignorieren wortgewaltiger Kommentare. :D

    Es ist weder Anfang noch Ende.

    Kein Vergehen oder Entstehen.

    Nur die Absicht unwohl verändern.

  • Jeder kann glauben, was er will, ohne jegliche Evidenz. Ich jedenfalls, und viele andere hier, haben sich entschlossen, auf Evidenz zu bauen und nicht allein auf Vorstellungen.

    "Glauben", "Vorstellen" und "Evidenz" werden oft alle in einen Topf geworfen. Was der eine an Glaube und Vorstellung hat, mag er als evident bezeichnen, erscheinen lassen oder er empfindet es so - ob es auch wirklich Evidenz ist? Was beim Tratsch herauskommt, mag vom einzelnen als evident empfunden werden - ob es auch wirklich Evidenz ist? Jedenfalls fühlt man sich dabei als zumindest scheinbarer Träger der Wahrheit und als solcher wohl und toll.

    In der Art deiner Argumentation, wenn andere nämlich zu anderen Ansichten kämen, spricht sie ihnen Evidenz ja ab.

  • Suggestionen, Wahnvorstellungen, du seist Napoleon, verfügtest über Wissen, wofür Andere nicht reif seien, Gottesvorstellungen beliebiger Art, Vorstellungen über ein güldenes "Ich" das unberührt in dir sitzt - aber sich komischerweise doch "entwickeln" kann, sind zwar allesamt mentale Fehlleistungen, aber ungeachtet dessen "wirklich", und zwar in dem Sinne, dass sie intern, also ausschließlich mental, wirksam sind - du glaubst ja daran. So ist es nun mal: Jeder kann glauben, was er will, ohne jegliche Evidenz. Ich jedenfalls, und viele andere hier, haben sich entschlossen, auf Evidenz zu bauen und nicht allein auf Vorstellungen.

    Evidenz bedeutet ja z.B in der evidenzbasierten Medizin, dass man bestimmte Zusammenhänge beweist und so Wirkungen nachweist.


    Je mehr Religionen sehr metaphysische Aussagen machen, desto schwerer sind diese zu überprüfen. Wie viel Engel auf eine Stecknadel passen, kann niemand überprüfen.


    Der Vorteile am Buddhismus ist, dass er einige sehr konkrete Zusammenhänge postuliert. Zum Beispiel den Zusammenhang zwischen Leid und den Geistesgiften "Gier und Hass". Und der Behauptung bestimmte Techniken könnten Gier und Hass vermindern und damit Leid vermindern und aufheben.


    "Wenn auch, ihr Mönche, Räuber und Mörder mit einer Baumsäge Gelenke und Glieder abtrennten, so würde wer da in Wut geriete nicht meine Weisung erfüllen. Da habt ihr euch nun, meine Mönche, wohl zu üben: 'Nicht soll unser Gemüt verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemütes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüte durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen': also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.

    Hier sagt Buddha, dass das was einen der die buddhistische Lehre verwirklicht und einem der das nicht hat, die Fähigkeit ist angesichts von sehr widrigen Umständen einen friedlichen und freundlichen Grusteszustand bewahren kann.


    Auch wenn ich mir sicher bin , dass man mit einem Experiment von "Occams Säge" Befreite von der Placebo Gruppe trennen kann, ist es nicht sehr praktikabel.


    Ich denke das ist etwas, was mit der heutigen Technik messbar sein müsste.

  • Evidenz ist die unmittelbare kognitive Nachvollziehbarkeit eines Zusammenhangs.


    Z.B. verlangt eine korrekte Lagerhaltung von Waren Evidenz - d.h. durch Inventur wird der Lagerbestand gezählt (unmittelbare, kognitive Nachvollziehbarkeit) und mit den Abgängen und Zugängen abgeglichen für eine korrekte Bilanzierung.


    Evidenz verlangt also immer eine physische Prüfung einer Vorstellung oder eines Glaubens. Das sind die zureichenden Gründe oder Evidenzen, die durch andere nachvollzogen werden können und deshalb auch offen gelegt werden müssen.

    :zen:

  • "Glauben", "Vorstellen" und "Evidenz" werden oft alle in einen Topf geworfen. Was der eine an Glaube und Vorstellung hat, mag er als evident bezeichnen, erscheinen lassen oder er empfindet es so - ob es auch wirklich Evidenz ist? Was beim Tratsch herauskommt, mag vom einzelnen als evident empfunden werden - ob es auch wirklich Evidenz ist? Jedenfalls fühlt man sich dabei als zumindest scheinbarer Träger der Wahrheit und als solcher wohl und toll.

    Evidenz meint ganz allgemein "empirisch nachgewiesen" - und zwar so, dass jedermann (!) aufgrund dieser Empirie zum selben Ergebnis gelangen kann, vorausgesetzt, es liegt eine hinreichend genaue Methodenbeschreibung vor. Philosophisch mag noch als evident gelten, was aufgrund gesicherter Prämissen zwingend geschlossen werden kann.
    Hat also ziemlich wenig mit Glauben und Vorstellung zu tun, denen fehlt einfach der Wille (oft auch die Kenntnis) zur Prüfung von Prämissen und Schlussfolgerungen.

    In der Art deiner Argumentation, wenn andere nämlich zu anderen Ansichten kämen, spricht sie ihnen Evidenz ja ab.

    Es ist völlig in Ordnung, wenn andere zu anderen Ansichten kommen, wenn Nachweise und Schlussfolgerungen offengelegt werden.
    In deinen Beiträgen finden sich aber nur selbstwidersprüchliche Aussagen, auch Nachfragen bringen nichts - weil Auskünfte über das Methodengefüge oder Schussweisen schlicht verweigert werden.