Buddhismus und die universellen Gesetze

There are 15 replies in this Thread. The last Post () by Ryonin.

  • Hallo,


    ich bin ganz neu hier, nachdem ich einiges im Netz über Buddhismus gelesen habe, sowie das Buch "Glück" von Matthieu Ricard und nun mich langsam an den Buddhismus herantaste.
    Bisher recht ungläubig im Sinne von un-religiös habe ich zumindest die 7 hermetischen Prinzipien für mich und mein Leben anerkannt, bzw. erfahren, dass "das was dran ist", ohne hier weiter in die hermetische Philosophie einzusteigen (z.B. mit dem Studium von Texten etc.)
    Diese 7 "Universalgesetze" erkenne ich teilweise im Buddhismus wider:


    1.Das Prinzip der Geistigkeit: „Das All ist Geist; das Universum ist geistig.“
    2.Das Prinzip der Analogie (Entsprechung): „Wie oben, so unten; wie unten, so oben“. Die Verhältnisse im Universum (Makrokosmos) entsprächen demnach denen im Individuum (Mikrokosmos) – die äußeren Verhältnisse spiegelten sich im Menschen und umgekehrt. Veränderungen im mikrokosmischen Bereich wirkten sich folglich auch auf die Gesamtheit aus (Magie).
    3.Das Prinzip der Polarität: „Alles ist zweifach, alles ist polar; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur in ihrer Ausprägung verschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nur Halb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebracht werden.“
    4.Das Prinzip der Schwingung: „Nichts ruht; alles ist in Bewegung; alles schwingt (siehe 5.).“
    5.Das Prinzip des Rhythmus: „Alles fließt – aus und ein (siehe 4.); alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“
    6.Das Prinzip der Kausalität (Ursache und Wirkung): „Jede Ursache hat ihre Wirkung; jedes Phänomen hat seine Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz; es gibt viele Ebenen von Ursachen, aber nichts entgeht dem Gesetz.“
    7.Das Prinzip des Geschlechts: „Geschlecht ist in allem; alles trägt sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.“


    Das gilt insbesondere für die Prinzipien der Geistigkeit, des Karma und des Rhythmus (Vergänglichkeit!).
    Wie schaut es mit den anderen Prinzipien und hier besonders dem Prinzip der Analogie aus? Wie ist Eure Meinung/Auffassung dazu?


    Ich möchte nicht falsch verstanden werden, es geht mir nicht darum, dem Buddhismus eine andere Philosophie über zu stülpen.
    ....
    Ich bin auf der Suche .... immer noch :wink:


    Sorry, dass schon mein erstes Posting hier so ausführlich und speziell ist,


    viele Grüß
    freshat

  • Wenn man das Gegenteil deiner Prinzipen erhält kriegt man:


    1. Das All besteht aus toter Materie
    2. Die Verhältnisse in Individuum und Universum sind ganz unterscheidlich und bedingen sich nicht.
    3. Gegenaätze sind Gegensätze und Wahrheiten sind absolut.
    4/5 Das All ist statisch.
    6. Das All ist zufällig
    7. Das All ist ungeschlechtlich.


    Der Buddhismus widerspricht, mit seiner Lehre von "Entshen in Abhängigkei"t den Punkten 1. -5.


    Nur die Idee das dem All ein Polarität zwischen männlich und weiblich zugrunde liegt, findest sich zwar im tibetischen Vajrayana aber sonst ist mir das noch nicht begegnet.


    Bei Punkt 6. bin ich mir unsicher.

  • Hallo Void,


    danke für Deine Antwort aber leider hilft sie mir momentan nicht wirklich weiter.
    Also, ich denke das Gesetz von Ursache und Wirkung, sprich Karma, ist im Buddhismus verankert.
    Auch das erste Prinzip, dass "Alles Geist" ist, erkenne ich klar.
    "Polarität" sehe ich auch, wenngleich im Buddhismus der Focus auf dem sprichwörtlichen Mittleren Weg/Pfad gelegt wird.
    Hier könnte ich auch die Geschlechter gedanklich unterbringen, da sie ebenfalls gegensätzlich sind.
    "Rhythmus" spiegelt sich im Anerkennen der Vergänglichkeit wider.
    "Schwingung" passt zu Polarität und Rhythmus gleichermaßen.


    Aber was ist mit dem Resonanzgesetz? Das habe ich im Buddhismus noch nicht gefunden, ich erlebe es aber und habe es erlebt: dass ich Sitationen, Probleme/Herausforderungen :wink: und Menschen anziehe, die zu diesem Zeitpunkt irgendwie passen/richtig sind, mich weiterbringen.
    Situationen auch, für die ich einige Zeit zuvor noch gar nicht reif war.


    Viele Grüße
    freshat

  • Hallo freshat,


    also, das "Resonanzgesetz"... Klingt nach Magie. Oder als ob jemand was steuern würde.
    Ich denke nicht, dass der Buddhismus das lernt. Das Ganze hat wohl eher was mit Wahrnehmung zu tun.


    Es begegnen uns täglich viele Menschen mit vielen verschiedenen Konstellationsmöglichkeiten der Interaktion. Meist nehmen wir das nicht wahr. Aber manchmal treffen bestimmte Bedingungen zusammen, dann kommt man näher miteinander in Kontakt. Wenn man dann auch noch zufällig auf ein Thema kommt, womit sich beide beschäftigen, dann kann man das als glückliche Fügung oder Wunder empfinden. Es ist wie beim Sich-Verlieben. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass wir erst verliebt sind, und uns dann aus dem Pool jemanden aussuchen. Wie sonst sollte es möglich sein, dass man eine Person schon Jahre kennt, und sich dann ineinander verlieben kann? War dieser Mensch vorher ein anderer? Ich denke, man war einfach bereit dazu und hat plötzlich etwas im anderen gesehen, für das man vorher nicht offen war.


    Wir Menschen sind nicht viel anders als die Tiere. Mit unserem ganzen Verhalten, Mimik, Gestik, Tonfall, Geruch, Verhalten und Worte drücken wir uns aus. Das ist meist sehr subtil und läuft nicht bewusst ab. Aber als Tiere ist es uns angeboren diese Zeichen zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren (ich lass erlernte Verhaltensweisen der Einfachheit halber mal aus). Innerhalb von Sekunden läuft ein unbewusstes Programm ab, wir fangen an miteinander zu tanzen. Es heißt: "Wer suchet, der findet." Und so ist es. Es ist bestimmt nicht so, dass jemand, der 3000 km von Dir entfernt ist, auf Deine, durch den Äther geschickten Signale reagiert, wie bei "Contact". Aber die Menschen in Deiner Umgebung reagieren auf Deine Signale und Deine Sinne und Dein Geist wiederum sind für diese offen, Du bist sensibilisiert. "Appetenzverhalten" nennt man das in der Biologie, habe ich mal gelernt. Wahrscheinlich erzähl ich Dir nichts Neues...


    Was ist denn mit dem siebten Prinzip, dem Geschlecht? Das leuchte mir nun gar nicht ein. Kannst Du mir auf die Sprünge helfen?


    Liebe Grüße vom Knochensack

  • Hallo freshat,


    da gibt es durchaus Parallelen, Schnittmengen.
    Aber vieles von dem, was Du auflistet, ist nicht Element der buddhistischen Lehre.


    1.Das Prinzip der Geistigkeit: „Das All ist Geist; das Universum ist geistig.“
    Geist gleichsam als "prima materia" gibt es im frühen Buddhismus nicht. Erst später im Mahayana entwickelt sich das Konzept des "Einen Geistes" (Zen) - als Synonym für die "absolute Wirklichkeit" (Urgrund des Seins).


    2.Das Prinzip der Analogie (Entsprechung)
    spielt keine Rolle


    3.Das Prinzip der Polarität: „Alles ist zweifach, alles ist polar; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur in ihrer Ausprägung verschieden; Extreme begegnen einander.
    Im Buddhismus spricht man in einem ähnlichen Zusammenhang von Dualismus, das bezieht sich aber auf letztlich fiktive Trennungen, z.B. die zwischen Subjekt und Objekt.


    4.Das Prinzip der Schwingung: „Nichts ruht; alles ist in Bewegung; alles schwingt (siehe 5.).“
    Verwandt mit der buddhistischen "Vergänglichkeit" (anicca). Nichts ist von Dauer.


    5.Das Prinzip des Rhythmus: „Alles fließt – aus und ein (siehe 4.); alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“
    Da gibt es kein Pendant. - es sei denn im Zusammenhang mit Nr. 4


    6.Das Prinzip der Kausalität (Ursache und Wirkung): „Jede Ursache hat ihre Wirkung; jedes Phänomen hat seine Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz; es gibt viele Ebenen von Ursachen, aber nichts entgeht dem Gesetz.“
    Verwandt mit dem "Bedingten Entstehen". Das Denken in Kausalketten ist dem Buddhismus eigen. Dies ist, weil jenes ist. Dies ist nicht, weil jenes nicht ist. (siehe auch --> Karma)


    “7.Das Prinzip des Geschlechts: „Geschlecht ist in allem; alles trägt sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.
    Da gibt es kein Pendant.


    Gruß
    Mondfinger

    Tra il dire e il fare c'è di mezzo il mare (ital. Sprichwort = Zwischen dem Reden und dem Tun liegt ein Ozean).

  • @ Knochensack (auch ein schöner Name :wink: )


    Quote

    Ich denke, man war einfach bereit dazu und hat plötzlich etwas im anderen gesehen, für das man vorher nicht offen war.


    Genau das meinte ich: dass man für bestimmte Situationen, Menschen, Herausforderung oder Lebensaufgaben erst bereit, reif und offen sein muss, dass sie einem passieren. Zu-Fallen, sozusagen. Damit hast Du meine Auffassung bestätigt :mrgreen:


    @ Mondfinger

    Quote

    2.Das Prinzip der Analogie (Entsprechung) spielt keine Rolle


    Hm, aber es ist doch so, dass wenn wir innerlich "in Ordnung" sind, klar und gelassen, entspannt, das auch nach außen strahlen und die Umwelt uns entsprechend/analog :D begegnet, nämlich positiv.
    Ist es nicht so, wenn wir (alle) unsere Gedanken auf das Gute, Konstruktive und Mitfühlende ausrichten, dass wir damit auch die Umwelt verändern (können) und somit das Prinzip Mikrokosmos = Makrokosmos stimmt?!!


    Viele Grüße
    freshat

  • Quote from freshat


    ANALOGIE
    Hm, aber es ist doch so, dass wenn wir innerlich "in Ordnung" sind, klar und gelassen, entspannt, das auch nach außen strahlen und die Umwelt uns entsprechend/analog :D begegnet, nämlich positiv.
    Ist es nicht so, wenn wir (alle) unsere Gedanken auf das Gute, Konstruktive und Mitfühlende ausrichten, dass wir damit auch die Umwelt verändern (können) und somit das Prinzip Mikrokosmos = Makrokosmos stimmt?!!


    Stimmt schon, nur wird da nicht das Denkmodell Analogie verwendet.
    Die Denkfigur "Wie im Kleinen - so im Großen" ist mir im Buddhismus noch nicht begenet.
    Man spricht vielmehr von Bedingtem Entstehen (Ursache/Wirkung), Kausalverbindungen.
    Ein schönes Wort ist in diesem Zusammenhang auch das von Thich Nhat Hanh gesprägte "Intersein". Er meint damit das Eingebundensein alles Seienden in ein komplexes Netz von Beziehungen. Alles hängt mit allem zusammen. Die "Leerheit" von getrennter Eigen-Natur.

    Tra il dire e il fare c'è di mezzo il mare (ital. Sprichwort = Zwischen dem Reden und dem Tun liegt ein Ozean).

  • [quote="Mondfinger"
    Die Denkfigur "Wie im Kleinen - so im Großen" ist mir im Buddhismus noch nicht begenet.
    Man spricht vielmehr von Bedingtem Entstehen (Ursache/Wirkung), Kausalverbindungen.
    Ein schönes Wort ist in diesem Zusammenhang auch das von Thich Nhat Hanh gesprägte "Intersein". Er meint damit das Eingebundensein alles Seienden in ein komplexes Netz von Beziehungen. Alles hängt mit allem zusammen. Die "Leerheit" von getrennter Eigen-Natur.[/quote]


    "Wie im Kleinen - so im Großen"
    nur mehr Worte für bedingtes Enstehen.


    Buddha war nicht der erste Erleuchtete. Nur der der die Mächtigen wirklich erschreckte.

  • Du hast das Kybalion entdeckt
    http://www.hermetics.org/pdf/Das%20Kybalion.pdf
    In jeder Religion findet man gemeinsamkeiten zum Buddhismus, liegt vielleicht daran das die Kernbotschaft meistens gleich ist.
    Vieles stimmt mit dem Buddhismus überein, wobei man das meiste einfach mit Karma beantworten kann.

  • Hallo Sangye Tsering,


    da hast Du Recht.
    Auf der Homepage von Dr. Alfred Weil habe ich in Buchauszügen nun sehr schöne Ausführungen zum Gesetz der Analogie/Resonanz gefunden.
    Je mehr ich mich mit Buddhismus befasse und lese, desto "runder" wird es für mich - ja, noch lese ich und meditiere noch nicht, ich stehe wirklich noch ganz am Anfang, ich weiß.


    Liebe Grüße
    freshat


  • Hm...ich find diese 4 Punkte sind eigentlich ein und das selbe.
    Ohne Polarität keine Schwingung, ohne Schwingung kein Rythmus, ohne Polarität keine Kausalität usw...


    Quote


    “7.Das Prinzip des Geschlechts: „Geschlecht ist in allem; alles trägt sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.
    Da gibt es kein Pendant.


    Klingt nach dem Prinzip von Yin und Yang (TaiChi) :D


    Nur dass ich mal behaupte, dass es sich dabei auch wieder um zwei Pole handelt (was wieder in den anderen Punkten drin stand).
    Das sind eher so "Bezugsgeschlechter"
    In Esotherikbüchern würd man lesen: Yin= weiblich, Yang = Männlich.


    Aber eigentlich ists das nur, wenn man von Mann und Frau als Paar ausgeht.
    Bei Vater und Sohn wäre der Vater Yang und der Sohn Yin.
    Das sind eher realitive Zuordnungen, die auch eher vom Weltbild der Gesellschaft abhängen.
    In einer Matriachistischen Weltsicht wären die Bezüge sicher umgekehrt.




    Aber, wie weit das mit Buddhismus zusammenhängt... da wo sich Taoismus und Buddhismus vermischt haben vielleicht.

    Manchmal muss man den Karren vor die Wand fahren.
    Ohne Leid kein Handlungsimpuls