Welches Buch lest ihr gerade?

  • Uui Amdap, Danke für den ausführlichen Einblick.


    Mein Vater war Jahrgang 1898 und meine Mutter 1907.

    Es gab bei meinen Eltern wenig rassischiste Bemerkungen. Sie waren dazu wohl schon zu weise.

    Mein Vater sagte sogar mal über den Hass in Amerika "in den Krieg dürfen sie ziehen, aber sonst werden sie geächtet".


    Wenn mal eine blöde Bemerkung von meiner Mutter kam, dann habe ich bereits in ganz jungen Jahren heftig reagiert, denn ich hatte einen wunderbaren Religionslehrer, der lange in Sibirien in Gefangenschaft leiden musste.


    In der Pubertät wurde ich direkt aggressiv, wenn in meiner Nähe jemand Sch.... redete.


    Noch heute muss ich an mich halten.


    Aber entscheidend ist eben auch Deine Aussage, dass es in unserer Jugend "normal" war, was heute wenigstens strafbar ist - nämlich das Schönreden von rechter Denkweise.


    Danke nochmal Amdap ❤️ _()_

    Ohne mich ist das Leben ganz einfach

    Ayya Khema

    Oder anders ausgedrückt: Die Beherrschung der Gedanken ist der Weg zum Glück (SH Dalai Lama)

  • Passend zu den letzten Postings eine Literaturempfehlung: Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte. Autobiografie, Rowohlt Verlag, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-04468-8


    Eine vaterlose Kindheit in den 70ern als Sohn einer Schlesierin (Flüchtling) und eines Nigerianers in Dossenheim bei Heidelberg.

    Zum Autor und auch zum Buch gibt's was bei Wikipedia

    OM MONEY PAYME HUNG

  • ... noch ein Roman zu dem Thema:


    "Stay Away from Gretchen" von Susanne Abel (gibt's auch als Hörbuch).

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Passend zu den letzten Postings eine Literaturempfehlung: Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte. Autobiografie, Rowohlt Verlag, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-04468-8


    Eine vaterlose Kindheit in den 70ern als Sohn einer Schlesierin (Flüchtling) und eines Nigerianers in Dossenheim bei Heidelberg.

    Zum Autor und auch zum Buch gibt's was bei Wikipedia


    ... noch ein Roman zu dem Thema:


    "Stay Away from Gretchen" von Susanne Abel (gibt's auch als Hörbuch).


    Oh, vielen Dank! Werde mir das mal vormerken.


    Und ich habe - passend dazu - auch ein sehr interessantes Buch, ebenfalls gefunden in der Tauschbücherei-Telefonzelle: "Neger, Neger, Schornsteinfeger!" von Hans J. Massaquoi. Ist, glaube ich, ganz bekannt.


    ----------------


    Eine Schulkameradin zeigte mir mal einen Aufsatz ihrer Mutter, als deren Klasse einen Ausflug in den Hamburger Hafen machte. Sie schrieb: "....und als wir an den Landungsbrücken entlang liefen, sahen wir: einen Neger." - Die Verfasserin muss so ungefähr Jahrgang 1930 gewesen sein.

    (Ich selbst hatte ein ganz anderes Erlebnis mit meinem Klassenausflug in den Hamburger Hafen: da kam jemand mit einer Kiste Bananen auf uns zu und verteilte die Früchte an uns. Das war genauso sensationell, denn zu Hause gab es selten Bananen - die damaligen "Neger" unter den Früchten. Verzeiht bitte: damals durfte man das N-Wort noch aussprechen; das nur zum Verständnis.)


    Monikadie4. :

    Oh, Deine Eltern waren aber doch viel älter als meine, das hätte ich nicht gedacht. Das gibt dann ja doch eine bisschen andere Konstellation in der Prägung.

    Aber entscheidend ist eben auch Deine Aussage, dass es in unserer Jugend "normal" war, was heute wenigstens strafbar ist - nämlich das Schönreden von rechter Denkweise.

    Ja, aber wenn wir Kinder an die alte Zementmauer (Trennwand zwischen den Höfen der Mehrfamilienhäuser) mit Dachziegelscherben Hakenkreuze malten, wurden wir furchtbar ausgeschimpft. Wir wussten genau, dass wir es nicht durften, aber das Verbotene zu tun, reizte doch so sehr, das war so ein Kribbeln und machte Spaß zu gucken, wie weit man gehen kann.

    Da hatten die Eltern Angst, wenn ihre Kinder sowas taten. Das war ca. 1960.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • Sätze über Sätze, Gabriel Markus Scheu Rene

    Ein ABC des wachen Denkens.


    Ein wildes Buch. Kann ich, glaube ich, nicht Seite für Seite lesen, zu neugierig und verspielt.

    Es ist entweder Anfang oder Ende.

    Kein Vergehen oder Entstehen, dazwischen ist genießen.

  • Dharmarakshita, Das Rad der scharfen Waffen - Ein Text zur Mahayana-Geistesschulung

    Gruß Helmut


    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Zum X-ten Male "Broken Buddha: Plädoyer für einen neuen Buddhismus" von Dhammika.

    Aber zum ersten Mal das auch als richtiges gebundenes Buch, davor nur als PDF.

    Davor (was ich zusammen bestellt hatte) auch von von Dhammika: "Was Sie schon immer über Buddhismus wissen wollten: Ausgewählte Fragen und Antworten" , auch als richtiges Buch.

    Trau keinem toten Meister,
    denn es gibt noch nicht mal lebendige.

  • Von Ekkehard Sass und Detlef Kantowski (1996): Gotama Buddha - Mein Weg zum Erwachen.


    Aus dem Antiquariat über ZVAB. Eine gestaltete "Biografie" des Buddha in seinen eigenen Worten. Sass hat hier sozusagen den Buddha selbst sprechen lassen in Form einer Autobiografie, und hat die geeigneten Stellen aus dem Palikanon neuübersetzt, gekürzt und/oder paraphrasiert und in die erforderliche Sprachform gebracht.


    Ich war erst skeptisch, aber ich muß sagen, Sass trifft einen Ton, der zu meinen bisherigen Eindrücken aus dem Palikanon (und, btw. meinen eigenen Suchbewegungen, Erfahrungen, Interpretationen und Resümees in jungen und mittleren Jahren) sehr schön paßt.


    Dazu auf fast jeder zweiten Seite ein Foto aus dem bäuerlichen/ländlichen Indien, die Kantowski von seinen eigenen Indien-Reisen beigesteuert hat...


    Das Buch hat gerade einen Ehrenplatz bei mir erworben und es macht mich jedesmal froh wenn ich drin lese :)