Karma: Buddhismus vs. Hinduismus

There are 244 replies in this Thread. The last Post () by Elliot.

  • Kann jemand in Kürze die wesentlichen Unterschiede zwischen dem hinduistischen und dem buddhistischen Karma-Konzept auflisten?
    Soviel vorab:


    1) das hinduistische Karmaverständnis war zuerst da. Die Buddhisten übernahmen den Begriff, modifizierten ihn jedoch.


    2) Im Hinduismus gilt die Seele (atman) als Karma-Träger. Sie stellt das Bindeglied zwischen zwei Existenzen dar und gewährleistet, dass Karma von einem Leben ins darauf folgende "wandern" kann. atman - als fester Kern - hat Fortbestand, lediglich die körperliche Einkleidung und die weiteren Umstände des Lebens unterliegen dem Wandel (sind aber determiniert durchs Karma).


    3) Der Buddhismus leugnet die Existenz von atman (--> anatta-Lehre). Somit ist keine "Trägersubsubstanz" mehr vorhanden, die Karma von einem Leben ins nächste "befördern" könnte. Karma ist also "seelenfrei". Karma ist ein unpersönlicher Prozess ohne Ich-Kern.


    4) Im Buddhismus ist das Karma-Konzept eng verknüpft mit der Lehre vom Bedingten Enstehen. (Dies ist weil jenes ist. Ursache - Wirkung)


    Ist diese Darstellung korrekt? Gibt es weitere essentielle Unterschiede in den Karma-Begriffen von Hinduismus und Buddhismus?


    LG
    Lena


  • Hallo Dharma-Freunde,


    könnt ihr die Zeile finden wo dies geschrieben Steht :-))


    Liebe Grüße


    Ratna

  • Quote from Lena

    Kann jemand in Kürze die wesentlichen Unterschiede zwischen
    dem hinduistischen und dem buddhistischen Karma-Konzept auflisten?
    Soviel vorab:
    1) das hinduistische Karmaverständnis war zuerst da. Die Buddhisten übernahmen den Begriff, modifizierten ihn jedoch.


    Das Kamma- Verständnis mag sich ändern, aber das Kamma selber besteht
    so lange wie es Ich und Welt gibt. Da es nach dem Buddha auch schon von
    früheren Buddhas gelehrt wurde, wovon im Hinduismus ein noch ein Rest
    übrig ist, kann man das so linear vielleicht gar nicht sagen.


    Quote from Lena


    2) Im Hinduismus gilt die Seele (atman) als Karma-Träger. Sie stellt das Bindeglied zwischen zwei Existenzen dar und gewährleistet, dass Karma von einem Leben ins darauf folgende "wandern" kann. atman - als fester Kern - hat Fortbestand, lediglich die körperliche Einkleidung und die weiteren Umstände des Lebens unterliegen dem Wandel (sind aber determiniert durchs Karma).
    3) Der Buddhismus leugnet die Existenz von atman (--> anatta-Lehre). Somit ist keine "Trägersubsubstanz" mehr vorhanden, die Karma von einem Leben ins nächste "befördern" könnte. Karma ist also "seelenfrei". Karma ist ein unpersönlicher Prozess ohne Ich-Kern.


    Kamma und Kamma-Ergebnisse gibt es teilweise auch schon zu Lebzeiten ohne
    eine Trägersubstanz. Dazu brauch man keine zwei Leben. Wenn du gestern eine
    Tat getan hast und die Wirkung morgen eintritt, dann trifft diese Wirkung zwar keinen
    ganz anderen aber alle Dinge sind verändert und es besteht keine 100%tige Identität
    mehr mit dem sog. "Täter". Diese Kernlosigkeit nennt sich anatta. Allerdings erscheint es
    dem normalen Geist, der nicht befreit ist, nicht so.


  • Im Rahmen eines Lebens kann ich das noch nachvollziehen. Wer sich heute den Gürtel weiter schnallen muss, weil er sich gestern den Wanst vollgeschlagen hat, ist in einem gewissen Sinne ein anderer als der Vielfraß von gestern. In einem anderen Sinne aber auch nicht - weil es auch ein Prinzip der Kontinuität gibt, ganz offen-sichtlich erst einmal auf körperlicher Ebene. Aber auch auf geistiger. Wenn schon in diesem Leben ein Träger partout nicht auszumachen ist, wie erfolgt dann der "Sprung" von Körper zu Körper nach dem Tod? Was soll Träger von Kontinuität sein? Auf welchen Gleisen fährt der Karma-Zug?


    LG
    Lena

  • Quote from Lena

    Wenn schon in diesem Leben ein Träger partout nicht auszumachen ist, wie erfolgt dann der "Sprung" von Körper zu Körper nach dem Tod? Was soll Träger von Kontinuität sein? Auf welchen Gleisen fährt der Karma-Zug?


    Bezogen auf den Körper ist nach dem Tode vor dem Tode
    und nach der Geburt ist vor der Geburt. D.h. die selben Kräfte
    welche das jetzige Leben bedingt haben und zur letzten Geburt
    geführt haben, führen auch zur nächsten und weiter zur Nächsten usw. usw.
    es sei denn sie (die Begieren) würden durch die rechte Praxis aufgehoben.
    Das ist doch die Lehre und ihr Zweck oder? und deswegen lehrte der Buddha
    vom den Begierden, das sie die Saat sind (zweite Wahrheit)
    "Es ist dieses Begehren, das Wiederdasein säende, gnügensgierverbundene,
    bald da bald dort sich ergetzende, ist das Sinnesbegehren, das Daseinsbegehren,
    das Nichtdaseinsbegehren.
    "Indem nun der Meditierende so die fünf Daseinsgruppen erwägt,
    erkennt er sie als dem Leiden unterworfen, erkennt er das Wiedergeburt
    erzeugende Begehren (tanhā) als die Ursache des Leidens, erkennt er die
    Erlöschung des Begehrens als die Leidens Erlöschung und den achtfachen Pfad
    als den dazu führenden Weg. So kommt er durch solche Hellblick-Betrachtungen
    Stufe um Stufe der Heiligkeit näher. Derart dienen diese Betrachtungen als
    Objekte und Ausgangspunkte des Klarblicks."

  • Quote

    Lena hat geschrieben:Wenn schon in diesem Leben ein Träger partout nicht auszumachen ist, wie erfolgt dann der "Sprung" von Körper zu Körper nach dem Tod? Was soll Träger von Kontinuität sein? Auf welchen Gleisen fährt der Karma-Zug?


    Liebe Lena verfolge doch mal bitte auch anderweitig folgenden verlinkten Artikel denn wie ich bereits in buddhistische Bücher andeutete ist das selbst inzwischen Naturwissenschaftlich gar nicht mal so
    abwegig. Danke


    Spukhafte Fernwirkung beziehungsweise Quantenverschränkung


    Zudem ist es möglicherweise gar und überhaupt nicht die Kontinuität die häufig selbstredend vorausgesetzt wird? Vielleicht ist es eher Selbsthypnose?
    Albert Einstein sprach seinerzeit einmal davon das wir die Natur nicht so wahr nähmen , wie sie tatsächlich sei, sondern so, wie unsere Methoden der Wahrnehmung sie darstellen.
    dementsprechend wäre es sinnig und konsequent gewesen von Illusion im Sinne von Täuschung zu reden. Und hier wird dann Nagarjuna [Mulamadhyamaka-Karika] hochinteressant wenn man selbige zwei mit dem Teil und Fachgebiet der Quantenmechanik verbinden kann?


    [Bitte ich will niemanden Unterschlagen wie z.B. Heisenberg usw. jedoch irgendwo wird der Faden aufgenommen und in dem Fall habe 'ich' das so begonnen].


    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema



  • Aus meiner Sicht geht es im Hinduismus mehr darum, positives karma zu entwickeln, im buddhismus drum, karma zu beenden. Ansonsten hast du das doch sehr schön dargelegt.


    Aber eigentlich ist es schwer darüber etwas zu sagen, weil es aus meiner Sicht weder "den" Hinduismus noch "den" Buddhismus gibt. So sieht es im Hinduismus ein Vaisnava sicher anders als ein Advaita-Anhänger. Im Buddhismus ist das auch nicht anders.
    Letztlich muss doch jeder für sich klären: Ist es für mich ein sinnvolles Konzept. Oder führt es zu mehr Verstrickung.

  • Quote from Ryonin

    Aus meiner Sicht geht es im Hinduismus mehr darum, positives karma zu entwickeln, im buddhismus drum, karma zu beenden. Ansonsten hast du das doch sehr schön dargelegt.


    Aber eigentlich ist es schwer darüber etwas zu sagen, weil es aus meiner Sicht weder "den" Hinduismus noch "den" Buddhismus gibt. So sieht es im Hinduismus ein Vaisnava sicher anders als ein Advaita-Anhänger. Im Buddhismus ist das auch nicht anders.
    Letztlich muss doch jeder für sich klären: Ist es für mich ein sinnvolles Konzept. Oder führt es zu mehr Verstrickung.


    Danke Ryonin,
    Gute Frage: Ist es - für mich - ein sinnvolles Konzept?
    Ich weiss nicht, ob es dir auch hin und wieder so geht: Man meint, ein Wort verstanden zu haben. Dann, bei eingehender Beschäftigung, wird es semantisch immer schwimmender und am Ende sieht man nur noch Nebel. Mir geht es so bei Karma. Das hinduistische Karmakonzept kann ich bestens verstehen. Da gibt es ein moralisch definiertes "Konto der Taten" und atman als Träger dieses "Kontos". Beim "Buddhismus" entgleitet mir das Konzept, verschwimmt mit dem Bedingten Entstehen...
    Es gibt buddhistische Lehrer, die darauf verzichten, den Begriff Karma zu verwenden. Stattdessen bevorzugen sie das Bild der "Samen" (Bijas). Es kann hilfreich sein, so vorzugehen, um Verwechslungen mit Hindu-Kozepten zu vermeiden.


    LG
    Lena

  • Ich glaube es ist wichtig sich klarzumachen, dass man nicht alles von heute auf morgen verstehen kann. Auch für mich ist Karma erst einmal etwas was ich nachlese und worüber ich mir Gedanken mache und dann versuche ich das ganze zu überprüfen indem ich darüber nachsinne oder meditiere und ich glaube dann wird man irgendwann verstehen.


    Ich glaube gar nichts! Ich glaube weder an Karma, noch glaube ich nicht an Karma. Ich lasse es offen. Ich bin kein Gläubiger denn ich will erfahren. Erfahren kann man immer nur für sich alleine und es wäre sehr schade wenn man sich diese Möglichkeit nimmt indem man seinen Verstand und Intellekt auf alles loslässt.


    Man muss sich Zeit lassen und ich lasse es nicht zu, dass ich mich in Sätze und Worte verstricke die ich nicht begreifen kann denn dann wird das ganze immer komplizierter und dann kommt schnell Frust hoch.


    Im Endeffekt wissen wir alle tief in uns, so glaube ich mal, wie man sich verhalten sollte und wenn man das nicht tut leidet man mehr oder weniger darunter. Ich höre da oft auf mein Gefühl und das sagt mir wann ich beispielsweise in einer bestimmten Konfliktsituation Mist gebaut habe und für mich gilt es genau dies zu üben und zu kultivieren und dann kommt auch automatisch die Erkenntnis. Stück für Stück und das ist schon schwierig genug. ;)


    In einer solchen Entwicklungsphase brauche ich mir keinen Kopf darüber zu machen ob das mit dem Karma so ist oder anders ist oder wie auch immer. Ich habe genügend zu üben und zwar Tag für Tag.

    mfg
    Rainer


    "Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die Welt. "



  • Das es verschwimmt liegt daran das Buddha die Bank die dein Konto führt auf dein Leben begrenzt hat.

  • Quote from Lena

    3) Der Buddhismus leugnet die Existenz von atman (--> anatta-Lehre). Somit ist keine "Trägersubsubstanz" mehr vorhanden, die Karma von einem Leben ins nächste "befördern" könnte. Karma ist also "seelenfrei". Karma ist ein unpersönlicher Prozess ohne Ich-Kern.


    (...)


    Ich hab's nicht in dieser Weise verstanden.
    Ich würde meinen, es geht bei Anatta um den allerinnersten Kern, das Wirklichste und Innerste und letztendlich Wahre. Außerhalb davon gibt es aber schon z.B. den Körper - und das, was die einen Seele nennen und für das Letztendliche halten, ist für die anderen nur eine feinstofflichere Körperart - das Geistkontinuum. Welches sich nicht außerhalb von Samsara befindet, sondern munter darin herum und herum kreist.


    Im Threadtitel stört mich das "vs.", weil ich meine mitbekommen zu haben, dass der Hinduismus und der Buddhismus keine Schwierigkeiten damit haben, einander zu respektieren. Oder lebe ich da wieder in meinem Losang-Lamo-Wolken-Kuckucksheim? :razz:

  • Quote from thecap
    Quote from Vajrakila


    Anatta bedeutet letztlich, daß es keinen Kern, keine Wirklichkeit und keine Wahrheit mehr gibt.... 8)


    Anatta heißt Nicht-Ich.
    Dass es keine Wirklichkeit und Wahrheit gäbe, ist nicht Anatta, es ist ein Widerspruch in sich.:)


    Richtig, es ist und bleibt die Wahrheit, das es kein atta (unveränderbares und damit wirkliches selbst)
    gibt und daher alle Dinge in Wirklichkeit ohne ein Selbst oder Mein sind.

  • Quote from accinca
    Quote from thecap


    Anatta heißt Nicht-Ich.
    Dass es keine Wirklichkeit und Wahrheit gäbe, ist nicht Anatta, es ist ein Widerspruch in sich.


    Richtig, es ist und bleibt die Wahrheit, das es kein atta (unveränderbares und damit wirkliches selbst)
    gibt und daher alle Dinge in Wirklichkeit ohne ein Selbst oder Mein sind.


    Ohne Ich gibt es keine Welt...Ich ist Samsara...Ich ist Welt....alles andere ist Gemüsebrühe...Bastler an Tautologien... :wink:
    Ohne diesen Umstand wäre sonst die Skandhalehre reinster Blödsinn! Wollt ihr etwa behaupten, dass die Skandhalehre Blösdsinn sei? :roll::lol:

  • Quote from Vajrakila
    Quote from accinca


    Richtig, es ist und bleibt die Wahrheit, das es kein atta (unveränderbares und damit wirkliches selbst)
    gibt und daher alle Dinge in Wirklichkeit ohne ein Selbst oder Mein sind.


    Ohne Ich gibt es keine Welt...Ich ist Samsara...Ich


    Irgendwie passt deine Lehre mit der vom Buddha nicht überein, denn
    der lehrte bekanntlich: Samsaro ist ohne Ich und Mein = anatta.

  • 22. "Er nimmt das Erfahrene als das Erfahrene wahr. Nachdem er das Erfahrene als das Erfahrene wahrgenommen hat, stellt er sich das Erfahrene vor, er macht sich Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil er es nicht vollständig durchschaut hat, sage ich."


    46. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, sollte er sich nicht das Erfahrene vorstellen, er sollte sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen machen, er sollte sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend machen, er sollte sich nicht vorstellen 'das Erfahrene ist mein', er sollte sich nicht am Erfahrenen ergötzen. Warum ist das so? Damit er es vollständig durchschauen möge, sage ich."


    70. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, stellt er sich nicht das Erfahrene vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich nicht vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich nicht am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil er es vollständig durchschaut hat, sage ich."


    94. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, stellt er sich nicht das Erfahrene vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich nicht vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich nicht am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil er frei von Begierde ist, durch die Vernichtung der Begierde."


    118. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, stellt er sich nicht das Erfahrene vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich nicht vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich nicht am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil er frei von Haß ist, durch die Vernichtung des Hasses."


    142. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, stellt er sich nicht das Erfahrene vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich nicht vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich nicht am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil er frei von Verblendung ist, durch die Vernichtung der Verblendung."


    166. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, stellt er sich nicht das Erfahrene vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich nicht vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich nicht am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil der Tathāgata es vollständig bis zum Ende durchschaut hat, sage ich."


    190. "Er erkennt das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene. Nachdem er das Erfahrene unmittelbar als das Erfahrene erkannt hat, stellt er sich nicht das Erfahrene vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erfahrenen, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erfahrenen ausgehend, er stellt sich nicht vor 'das Erfahrene ist mein', er ergötzt sich nicht am Erfahrenen. Warum ist das so? Weil er verstanden hat, daß Ergötzen die Wurzel von Dukkha ist, und daß es mit Werden (als Bedingung) Geburt, und für alles, was geworden ist, Alter und Tod gibt. Daher, ihr Bhikkhus, ist der Tathāgata durch die völlige Vernichtung, die Lossagung, das Aufhören, das Aufgeben und Loslassen der Begehren zur höchsten vollkommenen Erleuchtung erwacht, sage ich."



    193. "Er erkennt Alles unmittelbar als Alles. Nachdem er Alles unmittelbar als Alles erkannt hat, stellt er sich nicht Alles vor, er macht sich nicht Vorstellungen in Allem, er macht sich nicht Vorstellungen von Allem ausgehend, er stellt sich nicht vor 'Alles ist mein', er ergötzt sich nicht an Allem. Warum ist das so? Weil er verstanden hat, daß Ergötzen die Wurzel von Dukkha ist, und daß es mit Werden (als Bedingung) Geburt, und für alles, was geworden ist, Alter und Tod gibt. Daher, ihr Bhikkhus, ist der Tathāgata durch die völlige Vernichtung, die Lossagung, das Aufhören, das Aufgeben und Loslassen der Begehren zur höchsten vollkommenen Erleuchtung erwacht, sage ich."


    194. "Er erkennt Nibbāna unmittelbar als Nibbāna. Nachdem er Nibbāna unmittelbar als Nibbāna erkannt hat, stellt er sich nicht Nibbāna vor, er macht sich nicht Vorstellungen in Nibbāna, er macht sich nicht Vorstellungen von Nibbāna ausgehend, er stellt sich nicht vor 'Nibbāna ist mein', er ergötzt sich nicht an Nibbāna. Warum ist das so? Weil er verstanden hat, daß Ergötzen die Wurzel von Dukkha ist, und daß es mit Werden (als Bedingung) Geburt, und für alles, was geworden ist, Alter und Tod gibt. Daher, ihr Bhikkhus, ist der Tathāgata durch die völlige Vernichtung, die Lossagung, das Aufhören, das Aufgeben und Loslassen der Begehren zur höchsten vollkommenen Erleuchtung erwacht, sage ich."


    Das ist es, was der Erhabene sagte. Aber jene Bhikkhus waren nicht entzückt über die Worte des Erhabenen


    Majjhima Nikāya 1-Die Wurzel aller Dinge-(Mūlapariyāya Sutta)


    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema



  • Quote from accinca


    Irgendwie passt deine Lehre mit der vom Buddha nicht überein, denn
    der lehrte bekanntlich: Samsaro ist ohne Ich und Mein = anatta.


    Das ist das typische Mißverstehen der Lehre Gautamas. Geistesphilosophen auf Egotripp. Samsara ist Einbildung attas bei gleichzeitiger Erzeugung attas (in der Pragmatischen Philosophie nennt man das einen "Selbstläufer").......ein Konglomerat aus Eindrücken und Gestaltungen, das Selbstbezeugung übt und damit Welt erzeugt....zerfällt es, zefällt auch die Welt.....die Welt ist erst dann Welt, wenn "Ich" sie vermeint wahrzunehmen und dann beginnt auch damit der Kreislauf des Seins zwischen Wahrnehmung, Zerfall, Erhalt der Wahrnehmung, wieder Zerfall usw.


    Quote

    Töte, töte, töte Dich selbst und wenn Du Dich vollkommen getötet hast, dann werde zum Meister anderer. ( Bunan)

  • Quote from Helmut9


    Ohne Ich gibt es keine Welt...Ich ist Samsara...Ich
    Das is schon richtig so Du musst Buddha nur weit genug
    mit Dir gehen lassen. Das passt sogar genau.


    Wenn das so ist, dann gibt es jetzt keine Welt und keinen Buddha
    und dich gibt es auch nicht und deine Ideen erst recht nicht und
    Leiden natürlich auch nicht. Na -dann. Komischer weise gibt es
    aber doch Leiden und der Buddha lehrte das es Leiden gibt aber
    doch kein Ich!! Ja, da staunst du was?

  • Quote from accinca


    Wenn das so ist, dann gibt es jetzt keine Welt und keinen Buddha
    und dich gibt es auch nicht und deine Ideen erst recht nicht und
    Leiden natürlich auch nicht. Na -dann. Komischer weise gibt es
    aber doch Leiden und der Buddha lehrte das es Leiden gibt aber
    doch kein Ich!! Ja, da staunst du was?


    Wenn Du so weit bist, und die Leiter erklommen hast, dann wirst Du sie auch wegstoßen....bis dahin geht für dich das Klettern in Samsara weiter.....ich bin voller Güte mit Dir.... :idea:...wenn es kein "Ich" gäbe, dann wäre ja Samsara nicht leidvoll, oder?
    Wer oder was leidet denn im/an Samsara? :badgrin:

  • Es wäre sehr freundlich von Dir Werter Vajrakila wenn Du vielleicht nochmal die Funkionen und die Ebenen erklärst um aufzuzeigen was es bedeutet wenn die zusammengesetzte Welt und alles innerhalb und außerhalb derer wie eine Täuschung eine Maya ist und wie die erscheinenden Dinge nur dem Anschein nach existieren. Das ist es nämlich wie der Tathagatha den Vorwurf der extremen Nihilistischen Anschauungen verwirft und extrem Eternalistischen Ansichten widerspricht.
    Zudem wäre es möglicherweise sinnig die Nachteile extremer Negation als auch extremer Affirmation aufzuzeigen und worin geradezu der Vorteil liegen kann wenn jemand in der 'Nachmeditation' konsequent die Sichtweise aufrecht erhalten kann das die Welt und alle ihre Bewohner erscheinen als wären sie nichts weiter als eine magische Erscheinung ? [„Stadt der Gandharvas“ (skrt.: gandharva nagaram)]

    Danke


    Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
    Dorje Sema