Kritischer Buddhismus

There are 148 replies in this Thread. The last Post () by hedin.

  • Hallo allerseits.


    Kann mir jemand mit folgender Frage weiterhelfen? Kennt jemand im deutschsprachigen Raum undogmatische Buddhisten?


    Damit meine ich Leute, die sich zwar für den Buddhismus interessieren und in der einen oder anderen Art praktizieren, gleichzeitig aber einen kritischen Blick auf die Entwicklung des Buddhismus im Westen werfen. Gemeint sind z.B. Leute die zwar die meditativen Techniken des Buddhismus zu schätzen wissen, sich aber nicht ohne weiters von jedem Aberglauben den es im Buddhismus auch gibt vereinnahmen lassen.


    Ich bin an einem Dialog darüber interessiert, was im westlichen Buddhismus evtl. falsch läuft, was man dem entgegensetzten kann und was man evtl. als 'Essenz' des Buddhismus bezeichnen könnte.


    Mich interessieren also Hinweise auf entsprechende Menschen, Foren, Blogs, buddhistische Lehrer, Sanghas etc. pp. wo ein freier offener Austausch gepflegt wird.


    Um das abzugrenzen: wenn jemand meint mir jemanden nennen zu können, macht doch kurz einen Selbsttest. Fragt euch selbst, ob in der Gruppe oder bei der Person die ihr meint wirklich alles ansprechbar ist? Kann man in einer tibetischen Sangha z.B. die Wiedergeburt in Frage stellen und darüber in einer entspannten Art diskutieren, oder hat man das Gefühl das lieber nicht ansprechen zu wollen. Es gibt viele solche Bereiche, über die nicht geredet werden ,darf‘. An solchen Gruppen, Personen etc. bin ich nicht interessiert.


    Wichtig ist die Möglichkeit des offenen, freien Austausches.


    Mir geht es hier um die intellektuelle Redlichkeit und ob die akzeptiert ist. Was damit gemeint ist zeigt Thomas Metzinger in diesem Vortrag (http://www.youtube.com/watch?v=N1MBG7FaZKM).


    Falls also jemand Hinweise für mich hat, bin ich sehr dankbar.

  • Buddhismus ohne Aberglauben, ein Vertreter : Buddhadhasa meiner Meinung nach.


    Die Lehre ohne Wiedergeburtsglaube, zur Befreiung des Geistes vom Leiden.


    Das immer wieder nach der Essenz gefragt wird zeigt mir, dass die 4 edlen Wahrheiten und das Ende von Dukha(Leid) in einigen westlichen Richtungen scheinbar kaum erwähnt werden / untergehen.


    Wiedergeburt, Karmaglauben, exotische Meditationen über Regenbogen usw.. bekommt man in Deutschland in vielen Zentren des Diamantbuddhismus siehe Ole Nydahl.
    Wäre interessant dort 10 leute anzusprechen und zu sehen, wer die 4 W. kennt.
    Ich vermute 3-4.
    Aber ich schätze den Vaijra für die vielen interessanten Yogi-Techniken, auch wenn sie später von anderen Meistern als Gautama entdeckt wurden.

    Nibbana:..Befreit von der Zuordnung durch Form, Vaccha, ist der Tathagata tief, grenzenlos, hart auszuloten, wie die See. 'Wiedererscheinen', ist nicht anwendbar. 'Nicht wiedererscheinen',ist nicht anwendbar... MN72 (http://zugangzureinsicht.org/)

  • Quote from Onda

    Hallo,
    Undogmatische kannst du auch hier im Forum finden. Für diese Spezies wurde kürzlich ein eigenes Subforum eingerichtet: "Buddhismus für Ungläubige". Ich bin einer davon. Kannst mich gerne per PN kontaktieren.
    LG
    Onda


    hä? du warst doch erst mal gegen das forum , du alter fundi!


    lg zenbo

  • Definiere doch mal Aberglauben, damit ich Dich verstehen kann.


    Es gibt nun mal gewisse Eckpunkte und Überzeugungen, wie die Wiedergeburt, an die man nun mal glaubt, wenn man Buddhist ist.
    Ohne diese Eckpunkte macht der buddhistische Weg überhaupt keinen Sinn.


    Mir persönlich scheinen gewisse Überzeugungen des Vijahara keinen Sinn zu ergeben, aber ich würde sie nie als Aberglauben definieren, eher etwas, zu dem ich aus kulturellen Gründen wenig Zugang habe.Das sagt garnichts.


    Ich denke, dass da vielleicht der spirituelle Impuls fehlt.
    Aber wenn der fehlt: wozu dann Buddhismus ? Um schön, stark, gesund zu sein- über die Medi ? Bitte schön !
    Am Ende gibt man doch den Löffel ab.

  • Quote from Onyx9


    Es gibt nun mal gewisse Eckpunkte und Überzeugungen, wie die Wiedergeburt, an die man nun mal glaubt, wenn man Buddhist ist.
    Ohne diese Eckpunkte macht der buddhistische Weg überhaupt keinen Sinn.
    .


    Hallo Onyx9,
    das mögen für dich wichtige Eckpunkte sein. Nicht alle "Buddhisten" jedoch müssen diese Überzeugungen teilen. Letzten Endes sind es nur Meinungen/Vorstellungen. Die Praxis findet auf einem anderen Gebiet statt.


    LG
    Onda

  • Undogmatischen Buddhismus?


    Die halbe Lehre abzulehnen und zu negieren ist auch Dogmatismus.


    Worum geht es denn? Um Befreiung von Dukkha im jetzigen Leben und als Option für zukünftige Daseinsformen.
    Man kann die Werkzeuge dazu benutzen, die der Buddha gelehrt hat. Nur Meditation wird für die meisten nicht ausreichen. Deswegen lehrte der Buddha Sīla, Samādhi, Paññā.


    Bevor man kein Arahant oder Buddha ist, sollte man sich bedeckt halten von Dingen zu reden die man nicht weiß.
    Was man noch nicht selber weiß, kann man wie gesagt erst einmal vertrauensvoll als Option so stehen lassen. Dazu gehören auch Wiedergeburt und andere vom Buddha dargestellten Daseinsformen. Erst einmal betreffen sie die Alltags - Anfänger-Praxis ja nicht direkt.


    Undogmatisch bedeutet für mich: Alles darf so sein wie es ist und jeder kann glauben was er möchte. Da wo er gerade steht im Leben.


    Aaaber zu sagen, ein Teil von dem was der Buddha lehrte ist altmodischer Unfug, zeugt für mich von Dogmatismus, Anmaßung und Unwissenheit.
    Ja sogar das ganze noch zu toppen und eine eigene Schule oder Lehre (innerhalb des Dhamma) daraus zu machen,
    ist aus meiner Sicht māna.


    Ich rede jetzt von dem was der historische Buddha gelehrt hat. Nicht von dem was kulturell in den einzelnen Ländern aus Unwissenheit und Aberglauben dem Dhamma übergestülpt wurde wie z.B. Glücksbändchen, Wahrsagen etc.
    Dem stehe ich auch sehr kritisch gegenüber. Das andere Extrem ist der "Buddhismus für Ungläubige". Dazwischen liegt der Weg. Das praktizieren was einem (karmisch) zugänglich ist, was karmisch gerade passt.


    Warum muss es denn unbedingt Buddhismus heißen? Wenn man doch nicht dem Buddha und seiner Lehre vertraut, muss man ihr auch nicht folgen. Man kann jederzeit eine neue eigene Lehre verkünden. Da spricht nichts gegen. Und wem es hilft ...... ist doch gut.


    Aber das was ich hier schreibe, wird nur die wenigsten erreichen, denn der Zweifel versiegt erst beim Stromeintritt.


    Da es im Westen viele Denker aber kaum Verwirklichte, noch nicht mal Stromeingetretene gibt, wird es wohl so sein, dass der Dhamma so wie ihn der historische Buddha gelehrt hat, nicht so schnell auf fruchtbaren Boden fallen wird.
    Dagegen wirkt auch das was an Kulturellem von Asien rüberschwappt und so schön bunt ist und das Herz bewegt, aber selten zu Weisheit führt.


    Liebe Grüße
    Kusala

  • Quote from Onda
    Quote from Onyx9


    Es gibt nun mal gewisse Eckpunkte und Überzeugungen, wie die Wiedergeburt, an die man nun mal glaubt, wenn man Buddhist ist. Ohne diese Eckpunkte macht der buddhistische Weg überhaupt keinen Sinn.
    .

    Hallo Onyx9,
    das mögen für dich wichtige Eckpunkte sein. Nicht alle "Buddhisten" jedoch müssen diese Überzeugungen teilen. Letzten Endes sind es nur Meinungen/Vorstellungen. Die Praxis findet auf einem anderen Gebiet statt. Onda


    Natürlich muß keiner die Lehre des Buddha teilen oder
    auch nur davon ausgehen. Hat ja auch keiner behauptet.
    Man muß dem Buddha ja nicht glauben und wer kein
    oder wenig Vertrauen darin hat oder glaubt es besser zu
    wissen, der tut das auch nicht.
    Andererseits ist die Lehre von der Fortexistenz so dick und
    elementar mit der Lehre des Buddha verwoben, und immer wieder
    wird von Gesprächen und Besuche in Götterwelten gesprochen,
    vom Abweg in untere leidhafte Daseinsform und glückliche langlebigen
    Götterwelten, daß sie davon nicht zu trennen ist ohne den Buddha für
    einen durchgedrehten Spinner zu halten.
    Da stellt sich dann schon die Frage warum man denn ausgerechnet
    so einem Buddha braucht sich auf die Fahne schreiben zu müssen.
    Für die paar Jahre bis man tot und vernichtet sein wird (wie man dann
    ja glaubt) lohnt es sich doch gar nicht, und ein anständiges Leben
    kann man doch angeblich auch als "meditierender" Materialist leben oder?
    Also, einfach nur vorbei ziehen lassen..... :)

  • Also Geshe Pema Samten z.B., der in Hamburg und Hannover lehrt, mag von allen möglichen Leuten als "dogmatisch" eingeschätzt werden - er steht eben zu der Lehre, wie er sie gelernt hat und lebt sie absolut authentisch.


    Aber genau dadurch ist es so, dass es keine Frage gibt, die man ihm nicht stellen darf. Er ist mitten im Gleichmut und *Du kannst ihm jede noch so aggressive Frage stellen, die Dir nur einfällt... Musst aber damit leben, dass er diese vielleicht durch den Kakao zieht und auch vielleicht nicht so antwortet, wie Du es haben möchtest.


    (*Mit "Du" meine ich wen auch immer, den "Leser".)


  • Hi Onda,
    es sind keine Meinungen und Vorstellungen, es ist die Auswertung und Interpretation der überlieferten Worte Buddhas. Die Praxis findet nicht auf einem anderen Gebiet statt. Die Praxis führt früher oder später dazu, diese Worte nicht mehr anzuzweifeln. Das muss ich aber nicht zu Anfang schon wissen, wie schon Kusala schreibt. Das hat mich noch nie irritiert. Ich bin einfach meinem Rhythmus gemäß "meinem" Weg gefolgt, und siehe da, es wird immer greifbarer, fassbarer. Aber das muss jede/r selbst für sich herausfinden.


    Hi Kainer Wahr,
    was den Aberglauben anbelangt, verstehe ich die verschiedenen Welten als Energien, die einen körperlichen Ausdruck finden. Aberglauben ansonsten habe ich bisher nicht feststellen können. Ob ich wiedergeboren werde oder nicht, spielt für mich immer noch keine so große Rolle. Ich hatte mir schon vor über 20 Jahren gelobt, nicht wiederkommen zu wollen. So what, klappt's is gut, klappt's nich, is auch gut. Ich jedenfalls sehe keinen Grund, mich damit intellektuell - zumal nicht beweisbar - mit anderen damit auseinanderzusetzen. Ich forsche lieber weiter :D .
    _()_ Monika


  • Wieso man sich überhaupt immer etwas auf die Fahne schreiben muss... wieso überhaupt eine Fahne... Buddhisten / tibetische Buddhisten / theravada / unggläubige etc.... Wozu brauchen wir eigentlich ständig diese trennungen. Wenn einfach jeder nur das erzählt was er erfährt, nach der Lehre die der Buddha gelehrt hat, ist doch alles viel wirklicher und wahrhaftiger... Finde das kann man auch auf die Wiedergeburt beziehen. Warum muss denn wenn man nicht sofort an die Wiedergeburt glaubt, dann gleich das Gegenteil, die sofortige Vernichtung nach dem Tod sein? MMn irgendwie beides sehr extreme Sichtweisen für nicht-wissende wie uns. Ändert sich denn die Lehre bzw die Praxis wenn ich mich mit dem Thema nicht beschäftige? Ich denke nicht. Zumindest bei mir nicht.


    Was mich in diesem Zusammenhang auch intressiert: Der Buddha hat in der Meditation / Vertiefung, frühere Leben gesehn (erst 1, dann 2, dann 3 Leben etc). Auf der anderen Seite lehrt der Buddha doch das alle Vorstellungen, Gedanken, Gefühle kein Selbst, kein ich, kein mein sind und im Endeffekt Illusion und nicht die Wirklichkeit. Wieso sollte man dann an solchen Gedanken, Vorstellungen oder Visionen über Wiedergeburt anhaften bzw daran festhalten. Das wäre doch genau das Gegenteil von dem was der Buddha lehrte.
    Was nicht heissen soll das es keine Wiedergeburt gibt. Nur das man sich darauf vielleicht nicht versteifen sollte. So oder so, hat das keinen Einfluss auf die Praxis.

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Man muss nicht an an die Wiedergeburt "glauben", genauso wenig wie man Karma und das abhängige Entstehen "glauben" muss.
    Wiedergeburt ist wie Karma eine logische Folge der buddhistischen Philosophie.
    Ohne dem Element der Wiedergeburt schließt sich das Rad nicht. Ohne Karma ist die Lehre sinnlos.


    hedin

  • Ich verstehe auch nicht wirklich wozu das alles gut sein soll. Es gab einen Buddha, es gibt einen Schriftenkanon, und darin ist eigentlich alles enthalten was man zur Lehre wissen muss. Wozu immer noch mehr, noch andersartiger, noch kritischer?


    Selbst wie man mit Dingen wie Wiedergeburt und Götterwelten weise umgehen sollte hat der Buddha dargelegt, z.B. in M60:


    Solange man ewas nicht kennt ist es nicht allzu klug zu behaupten das es das auch nicht gibt. Das ist in etwa so, wie wenn ein Blinder behaupten würde das es Farben nicht gibt, einfach weil er noch nie welche wahrgenommen hat. (Ein Vergleich aus dem Kanon)


    Man muss nicht unbedingt an diese Dinge glauben, um ein "Buddhist" zu sein, was auch immer das ist, aber es ist durchaus hilfreich wenn man sich diese Möglichkeiten prinzipiell offen hält. Bis man selbst vielleicht irgendwann entsprechende Kenntnisse hat.


    Aber die Lehre nehmen und sich wie im Supermarkt einfach nur die Dinge herausnehmen die einem gerade gefallen und den Rest entweder zu ignorieren oder sogar zu verwerfen, also das ist, wie Kusala schon angemerkt hat, durchaus kritisch zu sehen.

    Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
    Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst. (Dogen)

  • Quote from Maybe Buddha


    Was mich in diesem Zusammenhang auch intressiert: Der Buddha hat in der Meditation / Vertiefung, frühere Leben gesehn (erst 1, dann 2, dann 3 Leben etc). Auf der anderen Seite lehrt der Buddha doch das alle Vorstellungen, Gedanken, Gefühle kein Selbst, kein ich, kein mein sind und im Endeffekt Illusion und nicht die Wirklichkeit. Wieso sollte man dann an solchen Gedanken, Vorstellungen oder Visionen über Wiedergeburt anhaften bzw daran festhalten. Das wäre doch genau das Gegenteil von dem was der Buddha lehrte.
    Was nicht heissen soll das es keine Wiedergeburt gibt. Nur das man sich darauf vielleicht nicht versteifen sollte. So oder so, hat das keinen Einfluss auf die Praxis.


    Irgendwie scheinst du da noch etwas grundlegendes übersehen zu haben.
    Die Lehre vom Nicht-Selbst und Nicht-Eigen hat mit der Wiedergeburt doch
    gar nichts zu tun. Wiedergeburt oder Geburt ist Nicht-Selbst und bezieht sich
    beides auf den als persönlich empfundenen Daseinsprozeß im Samsaro.
    Das Begehren löst sich dadurch nicht auf.
    Wiedergeburt ist wie eine Art Metamorphose.

  • hat eigentlich einer von den "kritischen buddhisten" mal das tibetische totenbuch angeschaut; für den westler besser geeignet:
    das buch vom leben und sterben, von sogyal rinpoche.
    das sind fundierte kenntnisse von der geistesnatur die überhaupt nichts mit aberglauben zu tun haben.


    was der "kritische buddhismus" nicht abkann ist: leiden ( dukkha ). deshalb will er nichts mit kernelementen der lehre anfangen.


    dazu habe ich gestern zufällig eine ausführung im buddhistischen veranstaltungkalender okt-dez 2011, seite 28/29
    "wie das leiden zu seinem schlechten ruf kam", phillip moffit( huffington post )/ übers. andreas hubig


    leider hab ich keinen link, muss ich wohl scannen.


    ich bin zen-buddhistin. aber wenn den "kritischen buddhisten" nicht mal mehr zen genügt, weiß ich auch nicht mehr weiter.

  • Nach der buddhistischen Lehre ist jedes Lebewesen einem endlosen Kreislauf (Samsara) von Geburt und Wiedergeburt unterworfen. Ziel von Buddhisten ist es, durch ethisches Verhalten, die Kultivierung der Tugenden (Fünf Silas), die Praxis der „Versenkung“ (Samadhi, vgl. Meditation) und die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit (Prajna) aus diesem Kreislauf herauszutreten. Auf diesem Weg sollen Leid und Unvollkommenheit überwunden und durch Einsicht (Erwachen) der Zustand des Nirwana realisiert werden.


    Das ist Dogmatismus ? Anhaften ? Vorstellung ? Aberglaube ? Bitte schön.

  • Quote from Geronimo

    Solange man etwas nicht kennt, ist es nicht allzu klug zu behaupten, dass es das auch nicht gibt.


    Vollkommen richtig. Aber auch folgende Variation ist zu bedenken:
    "Solange man etwas nicht kennt, ist es nicht allzu klug zu behaupten, dass es diese Sache gibt."
    Wie kann man Wiedergeburt mit solcher Vehemenz verteidigen? In gänzlicher Ermangelung diesbezüglicher eigener Erfahrung.
    Wieso streiten wir uns über die Dinge, die ganz im Bereich der Spekulation angesiedelt sind? Zeitverschwendung.
    Ich wünsche mir hier etwas mehr Gelassenheit (so wie sie auch im Kalamer-Sutra im Hinblick auf diese Thematik zum Ausdruck kommt). Da gibt es Anhänger des Buddha, die glauben an Wiedergeburt und andere Anhänger des Buddha, die glauben eben nicht dran. Kein Grund zur Dauer-Aufregung.


    LG
    Onda

  • Quote from Kusala


    Bevor man kein Arahant oder Buddha ist, sollte man sich bedeckt halten von Dingen zu reden die man nicht weiß.


    Das gilt aber dann auch für die Fans der Wiedergeburt, liebe Kusala.
    Lass uns am besten über das Thema schweigen. Es ist absurd, dass wir uns über einen Gegenstand den Kopf heißreden, von dem keiner hier aus eigener Erfahrung berichten kann.
    Und finde dich einfach damit ab, dass es gute Buddhisten gibt, die nicht an Wiedergeburt glauben. Kein Grund, sich aufzuregen.


    LG
    Onda

  • Quote from Onda
    Quote from Kusala


    Bevor man kein Arahant oder Buddha ist, sollte man sich bedeckt halten von Dingen zu reden die man nicht weiß.


    Das gilt aber dann auch für die Fans der Wiedergeburt, liebe Kusala.
    Lass uns am besten über das Thema schweigen. Es ist absurd, dass wir uns über einen Gegenstand den Kopf heißreden, von dem keiner hier aus eigener Erfahrung berichten kann.
    Und finde dich einfach damit ab, dass es gute Buddhisten gibt, die nicht an Wiedergeburt glauben. Kein Grund, sich aufzuregen. Onda


    Aber warum sollten sie ausgerechnet "gute Buddhisten" sein, wenn sie
    dem Buddha eh nicht trauen? Könnten sie doch auch gute Materialisten sein oder?
    Auch als Materialist kann man doch ein wenig meditieren. Ist doch nicht verboten oder?
    Zwar macht es dabei keinen Sinn für seine spätere Entwicklung nach diesem Leben
    gute Taten zu üben, aber auch für das gegenwärtige Leben kann man zur Freude aller
    Beteiligten ja auch gute Taten tun.

  • Quote from accinca


    Aber warum sollten sie ausgerechnet "gute Buddhisten" sein, wenn sie
    dem Buddha eh nicht trauen?


    Gute Buddhisten trauen vor allem einen: ihrer eigenen Erfahrung.
    Und ich mache hier in diesem Forum die Erfahrung, dass es eine ganze Menge Anhaftung im Bezug auf das Konzept der Wiedergeburt gibt. Und das ist umso drolliger, als hier diesbezüglich wirklich keiner von seinen eigenen Erfahrungen berichten kann. Oder kannst du? Es war der Buddha, der uns aufgefordert hat, nicht einfach irgendetwas blind zu glauben, bloß weil es in einem angesehenen Buch geschrieben steht.
    Warum ein Konzept so grimmig verteidigen, das für unsere unmittelbare und alltägliche Praxis der Achtsamkeit, Sammlung, Meditation und Sittlichkeit letztlich keine Relevanz hat?


    LG
    Onda