Zen hat keine Moral, eine Studie

There are 403 replies in this Thread. The last Post () by Joram.

  • “Zen Has No Morals!” – The Latent Potential for Corruption and Abuse in
    Zen Buddhism, as Exemplified by Two Recent Cases by Christopher Hamacher


    Übersetzung: “Zen hat keine Moral!” – Das latente Anfälligkeit des Zenbuddhismus für Korruption und Mißbrauch am Beispiel zweier jüngerer Fälle


    Eine ausführliche Studie des Deutschen Christopher Hamacher der in München lebt und Zen praktiziert. Die Studie wurde kürzlich, am 7.7.2012, bei der jährlichen Konferenz der International Cultic Studies Association in Montreal vorgestellt.


    Kurze Beschreibung siehe hier => Kritikos & Bodhi

  • Quote from Zorița Câmpeanu
    Quote from Kainer Wahr

    “Zen hat keine Moral!”


    ist mir schleierhaft wie "Zen" Moral...Koruption....Mißbrauch, haben kann...hm...
    Zen hat nichts mit Moral, Koruption und Mißbrauch zu tun... wer das dennoch meint hat ein Verständniss Problem :D
    .


    Da muss man "Ideal von Zen" von den Vorgängen in den real existierenden Schulen unterscheiden. Und da haben sowohl Dogen als auch Hakuin klare Worte für Misstände, liederliche und korrupte Mönche, usw. gefunden. Dauernd gab es die Möglichkeit des Missbrauchs. Die buddhistischen Schulen waren in den Machtapparat der japanischen Gesellschaft eingebunden. Sowohl in der Tokugawa Diktatur als auch im System des japanischen Militarismus. Dort gab es starke gegenseitige Verstrickungen zwischen Krieger-Geist und Zen und gerade Meister Kodo konnte ja ein Lied davon singen, wie seine Generation an Zen-Lehrern sich da für den japanischen imperialismus haben einspannen lassen. Treue zur Tradition bedeutet also genauso rigoros wie Hakuin das tat, Misstände aanzuprangern.


    Wenn Zen korrekt geübt wird und der Lehrer sehr kompentent ist, ist ja alles super. Wenn aber ein Lehrer seiner Rolle nicht gerecht wird, können diverse Eigenschaften als Machtmittel benutzt werden. Alle Buddhistischen Werkzeuge dienen dazu, das Ego anzugreifen. Wenn solche Werkzeuge in die Hände eines unverantwortlicher Typen geraten, dann kann er darauf spielen wie ein Superschurke auf seiner Weltberherrschungsorgel:


    • Jede Kritik kann als Ausdruck des Egos abgetan werden.
    • Durch den kulturellen Unterschied kann autoritäres Verahlten als traditionell verkauft werden.
    • Weil die Schulen hier alleine agieren, fehlen viele der gegenseitigen Kontrollmöglichkeiten, die es im heimatland gibt.
    • Weil man vorgibt jenseits der Rationalität vorzustossen, kann man sich weigern, auf Einwände einzugehen.
    • Meditative Erfahrungen können fies instrumentalisiert werden.


    Allerdings sind das alles nur MÖGLICHKEITEN des Missbrauchs. So wie ja auch ein Psychotherapeut, der ein Vertrauensverhältnisse zu seinem Patienten hat, alle Möglichkeiten hat diesem zu schaden. Die wenigstens Therapeuten sind aber deswegen gleich fiese Manipulatoren. Aber wohl auch deswegen, weil sich nicht jeder einfach zum "Psychiater" erklären kann und nach der Schönheit seiner Praxiseinrichtung beurteilt wird. Bei buddhistische Schulen ist das anders. Hier kann man sich einfach zum Zen-meister erklären, und wenn es eindrucksvoll aussieht und man sich irgendwo einen schmucken Titel beschafft hat,, wird es geglaubt.


    Stelle dir das mal auf der Ebene der Polizei vor: Man könnte seine eigene Miliz aufstellen, schmucke Uniformen und Apelle einführen, Wachen bauen und sich für zur einzig richtige Polizei erklären. Und dann Leute verhaften. Aber auf den buddhitischen Ebene geht so eine sträfliche Laxheit druchaus. Gerade weil der Buddhismus so toleriert und belächelt wird. Wenn man einem Medikament keine Wirkung zutraut, macht man sich keine Sorgen über Nebenwirkungen und Qualifikationen. Sind doch nur ungefährliche homöpathische Kugeln.

  • Namaste!


    Den Fakt, nämlich dass Zen sehr wohl Moral kennt, verdeutlicht das von mir gern angeführte Sôtô Kyôkai Shushôgi.


    In dieser Hauptschrift der Sôtô Shû, welche als Zusammenfassung von wichtigen Kapiteln von Dôgen's Shobogenzo angesehen wird, befasst sich ein nicht geringer Teil mit den "Geboten".


    Zen kennt also sehr wohl Moral.
    Die Tatsache, dass Zen-Praktizierende diesen "Moralvorstellungen" zuwiderhandeln oder deren Gehalt nach Gutdünken interpretieren, ändert hieran nichts.


    Letztlich erntet man, was man säht.


    < gasshô >


    Benkei

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Was soll das für eine Studie sein? Zwei Fälle zu beschreiben und dann völlig unzulässig zu verallgemeinern? Wie wäre es mit der Verallgemeinerung "Männer in höheren Positionen" - dann hieße es Männer haben keine Moral. Das ist einfach daneben.
    Aber da gibt es ja den Artikel von Payne


    http://rkpayne.wordpress.com/2…flections-critical-tools/


    Quote

    Die Maskierung des Handelnden: In Sätzen wie “Der Buddhismus sagt” oder “Im Zen heisst es” wird ein Handelnder/Sprecher vorgetäuscht den es nicht gibt. Buddhismus oder Zen sind keinen handelnden Personen. Sie können nicht sagen, propagieren, kundtun oder feststellen. Der eigentliche Sprecher kaschiert damit seinen Rolle als der Autor des Gesagten. Tatsächlich ist er verantwortlich für das was er sagt. Durch diese Maskierung können Behauptungen auch als unwiderlegbar oder unausweichlich erscheinen


    Hamacher maskiert sich hier selbst und sollte sich fragen, wie er es mit seiner Hypermoral denn hält? In einem asymmetrischen Verhältnis, wie es zwischen Vorgänger und Nachfolger im Zen ja gegeben ist, ich will da jetzt nicht von Meister-Schüler reden, ist die Verführung das zentrale Thema. Wer meint, er sei nicht verführbar, der lügt sich in die eigene Tasche.

  • Was denn ?
    In solchen Einrichtungen und unter solchen Führern,
    propagieren doch nur die Schüler: Diese/r hier soll mich befreien.
    Ohne Anhänger keine missbrauchende Institution und Autorität.


    Das ist aber kein Zen und wer sicher gehen will, ob, wo Zen drauf steht auch Zen drin ist, studiert die Klassiker,
    so wie ein Student seine Wissenschaft vom Altertum her bis zu heutigen Erkenntnissen durchgeht,
    und nicht vom Doktorvater verlangen kann, er möge ihm seine Abschlußarbeit diktieren und ihn in Lohn und Brot bringen.


    Und wer es ganz sicher haben will, verlässt sich einzig auf Zazen. Denn Zazen zeigt unmissverständlich,
    wessen Geistes Kind der "Vorsteher" ist.


    Was die Regeln im Zendo oder im Kloster betrifft, so sollte man sich ebenfalls an den Quellen ( an den Stammsitzen ) erkundigen.
    Die Regeln gelten generell nur für die Klöster und Zendos, nicht für das Privatleben außerhalb.


    Das sogenannnte religiöse Element muß nicht abgeschafft werden,
    sondern der Einzelne ist dafür verantwortlich mündig zu sein und zu bleiben.
    Das drückt auch Zen und die Lehre immer wieder unmissverständlich aus.


    Im Arya-Dharmasangiti-Sutra heißt es:


    Es sprach der Bodhisattva Mativikrama: Was man die Lehre (dharma) nennt, so befindet sie sich nicht in dieser oder jener Gegend, vielmehr vom eigenen Geiste ist die Lehre abhängig. Daher muß ich meinen Geist gut in Ordnung bringen, ihn gut in Obhut nehmen, mit ihm gut vertraut werden, ihn voll einsetzen, ihn gut beherrschen. Und warum? Tugenden und Schwächen wohnen dort, wo der Geist ist. So hält denn der Bodhisattva den Geist von den Schwächen zurück und bestärkt ihn in den Tugenden. Daher heißt es: Vom Geiste abhängig ist die Lehre (dharma) und von der Lehre die Erleuchtung (bodhi).'«


    Im Bodhisattva-Pratimoksa, der Ordensregel des Bodhisattva", heißt es:
    "Wenn man, o Sāriputta, andere zu schützen wünscht, so muß man sich selbst schützen."

  • Quote from Onyx9

    Im Arya-Dharmasangiti-Sutra heißt es:


    Es sprach der Bodhisattva Mativikrama: Was man die Lehre (dharma) nennt, so befindet sie sich nicht in dieser oder jener Gegend, vielmehr vom eigenen Geiste ist die Lehre abhängig. Daher muß ich meinen Geist gut in Ordnung bringen, ihn gut in Obhut nehmen, mit ihm gut vertraut werden, ihn voll einsetzen, ihn gut beherrschen. Und warum? Tugenden und Schwächen wohnen dort, wo der Geist ist. So hält denn der Bodhisattva den Geist von den Schwächen zurück und bestärkt ihn in den Tugenden. Daher heißt es: Vom Geiste abhängig ist die Lehre (dharma) und von der Lehre die Erleuchtung (bodhi).'«


    Im Bodhisattva-Pratimoksa, der Ordensregel des Bodhisattva", heißt es:
    "Wenn man, o Sāriputta, andere zu schützen wünscht, so muß man sich selbst schützen."


    Danke, Onyx9, sehe ich auch so.
    Es ist jeder auch für sich selbst verantwortlich.

  • Ich halte die Auffassung "Man erntet was man säht", die hier zum Teil vertreten wird, für ziemlich problematisch. Wer sich z.B. mit dem Phänomen S. in den USA befasst merkt schnell, daß es dort ein Zen-Establishment buchstäblich über Jahrzehnte hinweg nicht fertig gebracht hat, den Mund auf zu machen und Shimanos unethisches Verhalten öffentlich anzuprangern.


    Das Ergebnis ist, daß viele Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer, dem Buddhismus hilfesuchend zuwendeten zum Opfer eines Kultes wurden.


    Wer sich auf den Standpunkt stellt jeder bekommen nur was er verdient/säht, macht es sich zu leicht. So (nicht) zu handeln, heisst die Augen zu verschliessen vor der Tatsache, daß es Menschen gibt die den Buddhismus schamlos ausnutzen.

  • Wie Void es im Vergleich mit dem Psychiater/Therapeuten schon sagte: Das Risiko zum Missbrauch liegt in allen Bindungen, die auf Vertrauen basieren oder dieses sogar voraussetzen. Die Voraussetzung sei durchaus nicht als zwingende Forderung, sondern als hilfreich-notwendiges Element dieser Bindung gesehen. In sofern ist die Bewegung in buddhistischen Strukturen durchaus immer mit einem wachen Auge zu betrachten. Dort treffen Menschen auf den zwei Seiten des »Thresens«, an dem Vertrauen ausgeschenkt wird, zusammen. Der Durstige und der Wirt. Und dort liegt das Risiko. Nicht in der Ware Vertrauen, die an diesem Thresen gehandelt wird.
    Ich denke, wir können lernen, das so zu differenzieren. Das Vertrauen an sich ist nicht das angegriffene Prinzip. Und gerade die unter uns, die in sich ein – wie soll ich sagen – solides Vertrauen ohne Risiko zur Abhängigkeit entwickelt haben, können am ehesten die sein, die in einer Mitverantwortung auf die Stellen blicken, wo es falsch läuft. Aich ich halte es für zu kurz greifend, die eigene, positive Erfahrung zu verallgemeinern und vielleicht zu schnell darauf zu verweisen, dass die Opfer ja immer auch Mittäter seien können. Die Menschen, die in Abhängigkeit oder gar Missbrauch »geraten« sind, waren ziemlich sicher ganz anders aufgestellt…

  • Quote from Kainer Wahr

    Das Ergebnis ist, daß viele Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer, dem Buddhismus hilfesuchend zuwendeten zum Opfer eines Kultes wurden.


    Das ist doch gerade die Wurzel des Übels. So wie ich Zen, allein aus der Überlieferung und Autodidakt ohne persönlichen Kontakt mit Zenanhänger interpretiere sollte Zen gar keine konkrete Hilfe anbieten. Zenmeister sind allein dazu da um Zen durch die Generationen zu tragen und nur für diese Aufgabe des Bewahrens verdienen sie Respekt. Damit jene die dafür bereit sind ihn jederzeit vorfinden können. Nur deshalb macht der ganze Ritus Sinn. Was jeder für sich im Zazen so treibt, macht er in Eigenverantwortung.


    Wer nicht bereit ist für Zen und darin etwas 'Verborgenes' oder gar Hilfe sucht, sollte abgewiesen werden !


    Zu seinem eigenen Schutz und zum Schutz der Gemeinschaft. So betrachtet ist Zen halt etwas elitär, aber wem dies nicht passt, für den gibt es ja auch volkstümlichere buddhistische Richtungen.


    Promi

  • Quote

    Die Menschen, die in Abhängigkeit oder gar Missbrauch »geraten« sind, waren ziemlich sicher ganz anders aufgestellt…


    Dem stimme ich teilweise zu.
    So eine Abhängigkeit entsteht ja nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. Eine Vielzahl von Techniken werden angewendet, die blasen einem den Verstand allmählich aus dem Kopf, so dass es einfach nicht bemerkt wird. Die Konzepte und Argumente kommen einfach zu schlüssig daher.
    Ich möchte nicht behaupten, dass die Techniken bewusst angewendet werden. Wahrscheinlich sind die Missbrauchenden in den meisten Fällen voll und ganz von ihrer Ideologie, ihrer Sendung überzeugt.
    Anfälliger sind meiner Beobachtung nach am ehesten Menschen, die nicht nur in großer Not sind (das allein genügt überhaupt nicht), sondern die sich mit großem Enthusiasmus auf die "Sache" stürzen. Dazu kommt der (oft heimliche) Wunsch nach dem "auserwählt" sein. Exklusivität ist meiner Erfahrung nach die allergrösste Falle. Das kann das "Erwähltsein" durch eine Führungsperson sein, ebenso wie die Exklusivität, das Besondere der Gruppe. Das "Besondere" wird dann auch noch innerhalb der Gruppe fortgesetzt – und schon ist da der Abhängigkeitsbrei.
    Als Gegenmaßnahme sollte man meiner Meinung nach immer seine Gefühle beobachten. Zum einen ein aufkommendes Unbehagen und zum anderen die grenzenlose Begeisterung. Beides halte ich für wichtige Indikatoren. Wenn dann noch ungehemmter Abbruch von Beziehungen vorkommt, dann ist der "Kaas bissn", wie wir in Bayern sagen.


    Ich schreibe das aus meiner persönlichen Erfahrung und meinen direkten Beobachtungen heraus.


    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote

    Wer nicht bereit ist für Zen und darin etwas 'Verborgenes' oder gar Hilfe sucht, sollte abgewiesen werden !


    Das geschieht wohl in "gesunden" Gruppen. Aber da wird Missbrauch meist nicht auftreten, da schon die Führungspersonen dies nicht wollen.
    Wenn diese jedoch auf Abhängigkeit zielt, dann wird sie gerade Menschen auswählen und um sich scharen, die bedürftig sind.


    Ein anderes Thema sind die "Rachephantasien" von Menschen, die aufgrund von großer Hilfebedürftigkeit nicht in eine Gruppe aufgenommen werden …


    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote from Doris Rasevic-Benz

    Exklusivität ist meiner Erfahrung nach die allergrösste Falle. Das kann das "Erwähltsein" durch eine Führungsperson sein, ebenso wie die Exklusivität, das Besondere der Gruppe. Das "Besondere" wird dann auch noch innerhalb der Gruppe fortgesetzt – und schon ist da der Abhängigkeitsbrei.


    Deswegen ist es so wertvoll in gruppenübergreifendem Austausch andere Blickwinkel zu vertreten. Dabei muss sich der Kritiker einer Gruppe aber immer so schmerzhaft wie achtsam folgendem bewusst sein: ein eher platter, harscher Angang an eine Gruppe mit ihren identitätsstiftenden Ritualen und Innerlichkeiten erzeugt meist nur eine Verstärkung dieser »Wagenburg«. Er erreicht damit zwar jede Menge Bestätigung seiner eigenen Kritik, stärkt aber letztlich dabei genau die Identität, die er eigentlich befragen möchte. Ein wunderbar selbsterhaltendes System. Führt dann aber wohin?

  • Schwierig …
    Ich habe es so erlebt, dass diese Gruppen früher oder später kollabieren. Und wie bei einer Supernova werden die meisten Anhänger rausgeschleudert und es bleibt ein ganz harter kleiner Kern übrig. Diese Treuen interpretieren selbst den Zusammenbruch als Bestätigung ihrer Ideologie. Sie isolieren sich noch mehr. Ich glaube, das stirbt erst mit diesen letzten Anhängern.
    Ich kann Dir da Geschichten erzählen …


    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris, Ich ahne, was Du meinst…
    Innerhalb einer solchen Gruppe ist das noch einmal etwas anderes.
    Hier meinte ich das aber eher auf die Art, wie man übergreifend damit umgeht. Da ist ein solches Forum ja ein schönes Beispiel.


    Wenn jemand aus einer Gruppe hier Fragen stellt und im Bezug auf seine mglweise erkennbare Herkunft abgewatscht wird, schickt man ihn mit einer Erinnerung dahin zurück, wo er früher oder später vielleicht eh zu hören bekommt: »Fragen haben in der Sangha zu bleiben…«.


    Ich bin da recht offen. Jeder Club macht erst einmal seine Regeln. Wenn das erst einmal geschlossen sein soll, bitte.
    Mir scheint, dass den z.T. Geheimlehren-Zentrierten Ansätzen nicht so klar ist, ist, dass das Geheimnis per se obsolet wird, wenn ich mit den Prinzipien an eine größere Zielgruppe gehe, als das traditionell in einer monasterisch orientierten Linie der Fall war. Dass das Web dann noch dazu niemals was vergisst, hab ich dabei noch gar nicht einbezogen.


    Weg von diesen Spekulationen…: Für die Qualität des übergreifenden Dialogs – wenn er denn stattfindet – sind immer beide gefragt, den Dialog offen zu halten, um den Wagenburg-Impuls gering zu halten.

  • Quote from Grund
    Quote from Doris Rasevic-Benz

    Diese Treuen interpretieren selbst den Zusammenbruch als Bestätigung ihrer Ideologie. Sie isolieren sich noch mehr.


    Vollkommene Konzentration/Sammlung 8)


    Ja, die Singularität :mrgreen:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote

    Wenn jemand aus einer Gruppe hier Fragen stellt und im Bezug auf seine mglweise erkennbare Herkunft abgewatscht wird, schickt man ihn mit einer Erinnerung dahin zurück, wo er früher oder später vielleicht eh zu hören bekommt: »Fragen haben in der Sangha zu bleiben…«.


    Hmmm … Ich rätsle gerade über denn Sinn. Könntest Du etwas konkreter werden? Ein Beispiel, gerne auch fiktiv :D

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote from malsehen

    Wie Void es im Vergleich mit dem Psychiater/Therapeuten schon sagte: Das Risiko zum Missbrauch liegt in allen Bindungen, die auf Vertrauen basieren oder dieses sogar voraussetzen.


    Das setzt aber nicht zwingend voraus das man unkritisch wird. Hier liegt m.E. nach ein Missverständnis vor, welches unbegründetes Vertrauen voraussetzt.


    Quote

    Die Voraussetzung sei durchaus nicht als zwingende Forderung, sondern als hilfreich-notwendiges Element dieser Bindung gesehen.


    Ich hoffe das ich dies von mir im vorausgehendem Sinn wie Inhaltlich rechtens verstanden habe ?
    Der Dalai Lama z.b. verweist immer wieder mal zu passender Gelegenheit darauf hin, wie wichtig es ist in Interaktion das Lehrer und Schüler sich kritisch prüfen.
    Gibt's übrigens auch ne` interessante Story zu, von Mipham Rinpoche ... . :?:


    Quote

    In sofern ist die Bewegung in buddhistischen Strukturen durchaus immer mit einem wachen Auge zu betrachten. Dort treffen Menschen auf den zwei Seiten des »Thresens«, an dem Vertrauen ausgeschenkt wird, zusammen. Der Durstige und der Wirt. Und dort liegt das Risiko. Nicht in der Ware Vertrauen, die an diesem Thresen gehandelt wird.


    Ja das sehe und verstehe ich ähnlich so. Der "Durstige und der Wirt", sehr schöne Um wie Beschreibung das werde ich mir mal merken.Danke



    Quote

    Ich denke, wir können lernen, das so zu differenzieren. Das Vertrauen an sich ist nicht das angegriffene Prinzip. Und gerade die unter uns, die in sich ein – wie soll ich sagen – solides Vertrauen ohne Risiko zur Abhängigkeit entwickelt haben, können am ehesten die sein, die in einer Mitverantwortung auf die Stellen blicken, wo es falsch läuft.


    Jepp. Es ist nämlich einer gesunden Beziehung abträglich den Ego und die schillernde Individulität ab und aufzugeben, insofern sehe ich ein dass es nicht ganz ungefährlich ist, Sätze wie : »hier wird mit Ego bezahlt « Sinn wie Inhaltlich misszuverstehen.


    Quote

    Aich ich halte es für zu kurz greifend, die eigene, positive Erfahrung zu verallgemeinern und vielleicht zu schnell darauf zu verweisen, dass die Opfer ja immer auch Mittäter seien können. Die Menschen, die in Abhängigkeit oder gar Missbrauch »geraten« sind, waren ziemlich sicher ganz anders aufgestellt…


    So schnell kann der Karmagedanke als Ursache und Resultat (Kausalität) missverstanden werden. Mit diesem Thema muss man sich mehr als ausreichend befassen und beschäftigen und (für mich) ist das heute noch das A u. O wenn man sich mit dem Dharma Kritisch befasst. Wie`s so schön heißt:


    »drum prüfe sich wer sich .... bindet «


    Lebe lange gesund & in Frieden


    _()_ Nomad

  • Gruppen/Sanghas stiften Identität. So weit, so neutral.
    Dann geht jemand (gerne der »Anfänger«) nach draußen, z.B. hier ins Forum.
    Und stellt ganz aufgeregt über die Offenheit, in der er in seiner Gruppe so bewegendes neues Zeug gehört hat, Fragen.
    Wenn nun erkennbar ist, dass es z.B. »Tibeter« ist, und von einem, der das jetzt vielleicht eher Barock findet, nur so abgefeudelt wird, in dem Sinne, »ja, so wie ihr das immer seht…«, dann ist da die erste Ablehnung, die ja den Rückzug in die Wagenburg anstößt.
    Wenn es voher/dann/danach in der Sangha dazu konkretes »Fragen gehören hier hin, weil hier die dafür nötige Antwort-Kompetenz ist« gibt, wird dieser Eindruck noch verstärkt.


    Ich halte beide Einflüsse auf den Einzelnen nicht für fruchtbar. Ich kann aber z.B. im Bezug auf das Forum erst einmal nur darauf achten, was ich als Außenstehender tun kann, um die Wagenburg nicht unnötig zu stärken.