Zen hat keine Moral, eine Studie

There are 403 replies in this Thread. The last Post () by Joram.

  • Quote from saturn

    Erst habe ich mich gefreut und gedacht: Bei denen, die dabeibleiben, setzt ein positiver Wandlungsprozess ein.
    Dann fiel mir aber ein, dass es ja auch noch Möglichkeit 2 gibt: Die Zen-Praxis wird in den Dienst des Egos gestellt. Dann geht man in die Richtung, in der Z. und S. beschrieben werden.
    Ich frage mich: gibt es die Möglichkeit, zu erkennen, ob man auf Weg 1 oder Weg 2 ist? Und kann man das alleine oder braucht man Andere dafür?
    Die übliche Antwort ist: Man braucht einen Lehrer. Aber was braucht der? Ich vermute mal, Z. und S. waren nicht in regelmäßiger Unterweisung. Und selbst wenn sie es gewesen wären, irgendwo hört es ja mit der Lehrerhierarchie auf. Dann hilft doch eigentlich nur noch kollegiales feedback, oder?


    Irgendwann endet auch die regelmäßigste Unterweisung.
    Und es wird immer Menschen geben, die mit ihrer Lehrersituation nicht zurecht kommen.


    Bei uns läuft das so. Nach dem Ende der Koan Ausbildung (ca. 15 Jahre) kann der Lehrer dir Inka Shomei geben.
    Die Zen Schulung geht natürlich trotzdem weiter. Inka ist bei uns auch nicht mit einer Lehrbefugnis verbunden.
    Die Begründung ist einfach. Spätestens wenn du Inka erhalten hast, können all die Dinge, die du schon lange bearbeitet und abgehakt geglaubt hast, in mehr oder weniger subtiler Form wieder auferstehen. "Ich hab's geschafft, ich bin ein Held, ich weiß alles, kommt zu mir, ich rette euch....."
    Damit du das nicht gleich an den Nächsten weitergibst, bekommst du erst mal die Gelegenheit, dich von Inka zu erholen. :D
    Wenn du dann immer noch lehren möchtest, musst du zu einem bestimmten buddhistischen Thema einen Vortrag vor mindestens vier Lehrern unserer Traditionslinie halten. Erst wenn da der Daumen hoch geht, bekommst du eine Lehrbefugnis. Außerdem musst du eine Gruppe haben und zeigen, das du mit diesen Menschen umgehen kannst. Z.B. das du es erträgst und auch gegensteuern kannst, wenn du, wie so oft üblich, auf einen Sockel gestellt wirst und wenn alle Möglichen Vorstellungen auf dich projiziert werden. Da haben wieder die anderen Lehrer und besonders natürlich dein eigener, ein Auge drauf.
    Für die Dharmaerben in unserer Traditionslinie finden regelmäßig Zusammenkünfte statt, auf denen sie sich austauschen.


    Quote from Kainer Wahr

    Hier gelten keine Regeln gewaltfreier Kommunikation......Aber ich gebe zu, ich finde auch nicht immer die richtige Dosis.


    Ich bemühe mich um eine Gewaltfreie Kommunikation, nicht weil es Regeln gibt, sondern weil ich es will und es mir wichtig ist.


    Quote from Kainer Wahr

    Ja. Und in vielen Sanghas geschieht das nie auch nur im Ansatz. Es gibt aber viele Wege ans Eingemachte zu gehen, wenn man will, wenn man sieht, daß das irgendwann nötig wird. Die Gefahr der Selbsttäuschung ist dabei nie ausgeschlossen. Es gibt Risiken. Es gibt keinen gefahrlosen Weg. Stimmt.


    Ja, das stimmt, die Gefahr der Selbsttäuschung ist nie ausgeschlossen. Ob das in vielen Sanghas so ist, weiß ich nicht. Ich kenne nicht so viele.


    Quote from Kainer Wahr

    Ich denke es ist – im Kontext dieses Threads – wichtig zu zeigen, daß es eine Möglichkeit gibt, sich anders zu unterhalten, nämlich selbstbestimmt und unautoritär, und dadurch Erkenntnisse zu gewinnen. Das Letztere ist es doch worum es geht.


    Ich glaube, da sind wir gerade dabei.

  • Quote from Mascha


    Onda, könnte es sein? Du gehst ein klein wenig parteiisch mit deiner Funktion als Spekulationspolizist um?
    .


    Ich bemühe mich in dieser Funktion stets um größtmögliche Objektivität.
    Wenn der "Spekulatiometer" ausschlägt, so tut er dies ohne Rücksicht der Person.


    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Da einige wohl des Englischen nicht mächtig sind, habe ich hier einen Aufsatz von Tenzin Peljor über den sexuellen Missbrauch in buddhistischen Gemeinschaften. Vielleicht versteht manch einer danach ein wenig besser, warum das Argument mit den "erwachsenen Menschen" nicht zieht:
    http://www.tibet.de/fileadmin/…nzin%20peljor-tibu102.pdf


    Dazu noch: Viele Betroffene sind in ihrer Kindheit Opfer von seelischem und körperlichen Missbrauch geworden. Sie wiederholen tiefsitzende Muster, die nicht so einfach weggewischt werden können.


    *********************


    In diesem Blog (auf Englisch) wird das Thema "Missbrauch" vielfach behandelt.
    http://thedorjeshugdengroup.wordpress.com



    *********************


    Jack Kornfield hat zusammen mit anderen eine Reihe von Ethikregeln für Sanghas formuliert. Ich habe diese schriftlich nur am Ende eines Buches und konnte den Text nicht im Netz finden.
    Vielleicht kennt ihn jemand und einen Link dazu.


    *********************


    Und diese Seite halte ich für Pflichlektüre
    http://www.buddhistische-sekten.de/index.html



    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote from Doris Rasevic-Benz

    Da einige wohl des Englischen nicht mächtig sind, habe ich hier einen Aufsatz von Tenzin Peljor über den sexuellen Missbrauch in buddhistischen Gemeinschaften. Vielleicht versteht manch einer danach ein wenig besser, warum das Argument mit den "erwachsenen Menschen" nicht zieht:
    http://www.tibet.de/fileadmin/pdf/tibu/ ... ibu102.pdf


    Nun bekommst Du vielleicht eine Ahnung davon, warum der Buddha in seinem Orden Männlein und Weiblein getrennt hat. :wink:


    Und selbst da kommt es ja immer wieder zu Übergriffen.


    Wenn ich jetzt sage, dass manche dieser Dinge auch karmischer Natur sind, werde ich wohl gesteinigt.
    Aber leider ist das so.
    Und in einem buddhistischen Forum, darf man doch hoffentlich diesen Punkt auch mal erwähnen.
    ()


  • Ich komm’ nicht umhin, den ersten Stein zumindest des Nicht-Verstehens in die Hand zu nehmen:


    1) Herr B. beschreibt ein problemlösendes Prinzip
    2) Die Lösung ist empirisch gesehen suboptimal
    3) Diskussionen über eine mögliche weitere Optimierung des Problemlösungspotentials werden mit dem Hinweis auf karmische Prinzipien kommentiert


    Damit ist dann das Potential menschlichen Wirkens erschöpft?


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

    Edited once, last by malsehen ().

  • Nun, Geschlechtertrennung ist eben kein Allheilmittel.
    Es gibt Homosexualität und auch solche, die mangels andersgeschlechtilcher Partner mit Partnern gleichen Geschlechts gelebt wird, z.B. unter Soldaten, in Gefängnissen, in Internaten, auf See und in Klöstern. Das ist wohlbekannt und betrifft Männer und Frauen.
    Bei Missbrauch ist es womöglich ähnlich wie bei der Vergewaltigung: Der sexuelle Akt ist eigentlich nur vordergründig, wichtiger ist das Dominieren, Verletzen, der Machtmissbrauch.


    Wieso solltest Du gesteinigt werden? Natürlich hat das was mit Karma zu tun, sofern Du Gewohnheitsenergien darunter verstehst und nicht "Schicksal von oben" oder "Strafe".
    Eben wegen des Karmas ist es sehr wichtig sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, damit wir eine Chance haben diese Gewohnheitsstrukturen zu erkennen, jeder bei sich und auch in der Gruppe, und sie dann zu verändern. Das geht nur mit Offenheit und einer Portion Mitgefühl. Abwehr des Themas und ein notorisches Ignorieren ist dabei kontraproduktiv und stabilisiert die schlechten Zustände. Man muss sich nicht wie ein Mob verhalten, so wie das schon vorgekommen ist, aber hinterfragen ist sehr wichtig. Es gibt keine Gruppe, in der nicht zumindest Ansätze vorhanden sind, und seien sie noch so klein, auch weil wir alle in mehr oder weniger restriktiven Strukturen aufgewachsen sind und leben. Das zu erkunden und zu entdecken ist keine Schande, vielmehr halte ich es für eine Schande sich nicht damit auseinanderzusetzen. Der kleinste Keim in uns zu solchem Verhalten ist es wert aufgespürt zu werden. Und, wohlgemerkt, es geht nicht nur um sexuellen Missbrauch, das ist nur eine Facette des Ganzen.


    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote from malsehen

    Damit ist dann das Potential menschlichen Wirkens erschöpft?


    Ich meinte damit ... welchen Menschen wir begegnen und für was wir offen sind.


    Quote from Syia

    Streng genommen ja, wenn man das Prinzip vertritt, dass alles karmisch vorherbestimmt ist. Dann hat man eben das Karma Opfer zu sein.


    Ich wollte jetzt keine Karmadiskussion. Nein, nicht alles ist karmisch gewirkt, aber vieles.

  • Quote from Sukha
    Quote from malsehen

    Damit ist dann das Potential menschlichen Wirkens erschöpft?


    Ich meinte damit ... welchen Menschen wir begegnen und für was wir offen sind.


    Hmm, wie offen bist Du für die Diskussion der Losungsoptimierung, wenn Du auf karmische Prinzipen verweist? :wink:


    Quote from Sukha
    Quote from Syia

    Streng genommen ja, wenn man das Prinzip vertritt, dass alles karmisch vorherbestimmt ist. Dann hat man eben das Karma Opfer zu sein.


    Ich wollte jetzt keine Karmadiskussion. Nein, nicht alles ist karmisch gewirkt, aber vieles.


    Karma an sich sollten wir – wenn wir die Büchse aufmachen wollen – in einem anderen Thread diskutieren.
    Du hast es im Kontext der Diskussion dieses Threads ins Gespräch gebracht.
    Ist nun das, was wir hier besprechen Deiner Meinung nach eher ein Teil von "nicht alles" oder von dem "vielen"?


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • Quote from Sukha


    Wenn ich jetzt sage, dass manche dieser Dinge auch karmischer Natur sind, werde ich wohl gesteinigt.


    Steinigen wird dich keiner.
    Der Hinweis bringt im Rahmen dieses Threads bloß keinen wirklichen Erkenntniszuwachs.
    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Lieber Ji'un Ken,
    danke für Ihr Verständnis und die beiden hilfreichen Links.
    Danke auch allen, die hier um verbale Gewaltlosigkeit – zuerst bei sich selbst – bemüht sind. Um verstehen zu können, weshalb ich mich hier einmische (Motiv), lesen Sie bitte die Information auf der Vereinshomepage:
    http://www.mumon-kai.de/de/stellungnahme-zu-internetmobbing


    Dies ist nach meinem Empfinden ebenfalls verbale Gewalt, so wie ich sie auch in der Gemeinschaft selbst erlebt habe.
    Nach meiner Erfahrung wird auch dieses Internetforum dem dort postulierten sogenannten Internet-Mobbing zugerechnet.
    Deshalb ist es mir so wichtig, dass diese Möglichkeit des Erfahrungsaustausches von Vertretern unterschiedlicher Schultraditionen weniger polemisierend, sachbezogen und vor allem weniger gewaltbehaftet und somit weniger diffamierbar fortgesetzt wird.
    Die eigentümliche Dynamik dieses Threads lässt mich vermuten, dass die Diskussion nicht nur von noch aktiven Mitgliedern der Gruppe mitverfolgt, sonders auch mitbeeinflusst wird.


    Deshalb, lieber Kainer Wahr, die intellektuell wunderbar erfrischende Rhetorik Ihrer Blogs erweist sich, wie Sie bereits selbst erkannt haben, in diesem „Kommunikationssetting“ als eher weniger förderlich. Und, so von mir vermutet, lieben Sie doch die alte Kozure-Okami-Serie viel zu sehr, als dass Sie sich von so einem Möchtegern-Samurai getroffen und verletzt fühlen müssen.


    Liebe Doris, vielen Dank für Ihren Hinweis auf Tenzin Peljors Seite: „buddhistische sekten“.
    Auf dem angeschlossenen Blog wurde meines Wissens nach 2010 der erste Erfahrungsbericht eines ehemaligen Sangha-Mitglieds veröffentlicht. Auf mich wirkte der Text wie ein einziger Aufschrei eines tief verletzten Menschen. Ihn, wie es hier geschehen ist, als einen lediglich von seiner Frau Verlassenen zu diffamieren, ist einfach nur unwürdig.
    Der Betroffene hat mit seinem Austritt (nach mehr als 10 Jahren) vor allem das Zusammenleben mit seinen zwei Kindern verloren. Aus Verantwortung ihnen gegenüber hat er später, soweit mir bekannt ist, unter massivem Druck auch mehrere Berichte wieder zurückziehen müssen. Nun wurde er als „Hauptinitiator dieser Hetzkampagne“ (was wiederum nach meiner Kenntnis nicht der Fall ist) auch noch verklagt.


    Es ist auch Hamachers Papier zu verdanken, dass nicht alles wieder totgeschwiegen werden konnte, andere Blogs die Problematik aufgegriffen haben und letztlich dieses Threads entstanden ist.
    Deshalb bitte ich bitte alle hier Beteiligten, auch in Rücksicht auf den bevorstehenden Prozess, um etwas Verantwortungsbewusstsein.


    Ob hier weitere Ex-Mumon-Kais mitlesen bzw. -schreiben, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls ist kaum zu erwarten, dass sie sich engagieren, wenn sie als Geschädigte auch noch offen verhöhnt werden. Sie sollten eher ermutigt werden, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Ich bin mir sicher, wir könnten einiges von ihnen lernen, vor allem die nötige Achtung ihnen gegenüber.

  • Quote from Syia
    Quote from Onyx9

    Gerade der Buddhismus möchte doch nicht auf weitschweifige, intellektuelle, diskursive Unterhaltungen hinaus.


    An dieser Stelle würde ich ganz gern mal auf die alte Tradition tibetischer Mönche hinweisen, die nachmittags im Garten den Disput üben.


    Das sind Anfänger; hast Du schonmal einen Karmapa oder einen Rinpoche in Dispute verwickelt gesehen ? ich nicht.
    Außerdem geht es um die Schulung des Wissens im buddh. Kontext, innerhalb der Grundannahmen.

  • @ mumon tei


    ick möchte hier nochmal darauf hinweisen, daß tenzin peljor ordinierter mönch ist.
    anscheinend gibt es doch noch leute, die sich nicht zu verfolgern und verfolgten rechnen
    oder darunter verbucht werden-vorsichtshalber.


    zendos und sanghas können keine emotionalen krisen auffangen- das ist das eine.
    die machtkämpfe sind das andere; leider schieben sich hier oft charismatische leute vor,
    die nicht unbedingt zu den fortschrittlichsten zählen.
    und leider ist dafür noch kein blick da.oder ein lösungsansatz.

  • Quote from Onyx9
    Quote from Syia

    An dieser Stelle würde ich ganz gern mal auf die alte Tradition tibetischer Mönche hinweisen, die nachmittags im Garten den Disput üben.


    Das sind Anfänger; hast Du schonmal einen Karmapa oder einen Rinpoche in Dispute verwickelt gesehen ? ich nicht.
    Außerdem geht es um die Schulung des Wissens im buddh. Kontext, innerhalb der Grundannahmen.


    Au weia, den Dalai Lama als Anfänger bezeichnen. Du traust dich wieder was. :wink:

  • Lieber mumon tei


    Du machst auf einige wichtige Punkte aufmerksam, die ich selber auch nicht so bedacht hatte:


    Quote

    Nach meiner Erfahrung wird auch dieses Internetforum dem dort postulierten sogenannten Internet-Mobbing zugerechnet.
    Deshalb ist es mir so wichtig, dass diese Möglichkeit des Erfahrungsaustausches von Vertretern unterschiedlicher Schultraditionen weniger polemisierend, sachbezogen und vor allem weniger gewaltbehaftet und somit weniger diffamierbar fortgesetzt wird.


    Quote

    Es ist auch Hamachers Papier zu verdanken, dass nicht alles wieder totgeschwiegen werden konnte, andere Blogs die Problematik aufgegriffen haben und letztlich dieses Threads entstanden ist. Deshalb bitte ich bitte alle hier Beteiligten, auch in Rücksicht auf den bevorstehenden Prozess, um etwas Verantwortungsbewusstsein.


    Die Sache ist eine ernste Angelegenheit. Es rumort im Hintergrund. Man weiss nicht was da noch kommt.


    D.h. jetzt ist ein Moment in dem ein solches öffentliches Forum Verantwortung übernehmen muss. Jetzt muss hier tatsächlich Sachlichkeit einkehren.


    In der Tat wäre es ganz schlimm wenn sich hier jemand zu Wort meldete, der geschädigt wurde, und von einem von uns im Affekt eins übergezogen bekäme.


    Ich unterstütze diesen Aufruf voll und ganz. Wir sollten dem Ernst der Angelegenheit Rechnung tragen!

  • Man kann am Verlauf dieses Threads gut beobachten, wie schwierig es offensichtlich ist, spirituelle Gemeinschaften einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.
    Hat der Buddhismus generell ein Problem mit Kritik? Können buddhistische Gemeinschaften sich nicht stets hervorragend dadurch gegen Kritik immunisieren, dass sie Kritik als etwas darstellen, das eigentlich nur den Kritiker betrifft? Dem Kritiker wird Projektion vorgworfen und das Nach-Außen-Kehren seiner persönlicher Konflikte. Kritik ist in dieser Darstellung exklusiv ein Problem des Kritikers. Ist eine solche Betrachtungsweise von Kritik nicht gefährlich einseitig? Ist die buddhistische Ideologie in diesem Punkt nicht anfällig für Selbstherrlichkeit und Verblendung?


    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)


  • Warum sollte ein solcher Ruck durch ein Forum wie dieses gehen?
    Zu wem sprichst Du?
    Überschätzt Du vielleicht die Bedeutung dieses Forums, wenn Du in dieser Weise an einen heroischen Schulterschluss einer kleinen, bunt gewürfelten Gruppe von Usern mit minder homogenem buddhistischem Hintergrund appellierst? Von Denen klar erkennbar schon auf weniger theatralischen Aufruf hin erwartbar durchmischtes Feedback kommt?


    So ernst die Angelegenheit sein mag, das "bedrohliche Rumoren" im Hintergrund wirkt auf mich wie ein schales ZItat aus einem B-Movie.
    Ich wüsste ernsthaft keinen Grund für einen "Geschädigten", sich in einem Forum wie diesem zu Wort zu melden. Weil es für mich a) per se nicht der Raum für ein solches Auftreten wäre und weil er/sie mit einem Mindestmaß an Menschenverstand das vorliegende Setting hier alsungeeignet erkennen muss.


    Muss sich irgendjemand hier dafür schämen? Möglicherweise, aber angesichts welcher Instanz, welcher Messlatte sollte er das tun? Wenn sie nicht in ihm selbst liegt, wie sollte die abstrakte Hülle eines Forums dieses Kriterium für ihn bilden?
    Bestenfalls, in dem das einzige, was ein solch kleines Forum kann in ihm wirkt: Informationen und die Eindrücke anderer Menschen wahrnehmen zu können. So kann diese Messlatte im Einzelnen sich verschieben. Auf dieser Basis schätze ich persönlich die ursprüngliche Intention dieses Threads durchaus hoch.


    Dramatische Aufrufe zum Schulterschluss werden die, die da – warum auch immer – anders in der Welt stehen, nicht erreichen.
    Menschen wie mich berühren solche Appelle unangenehm, weil unmittelbar ein Fragereflex in mir abläuft, der fragt, warum "unser" Schulterschluss besser sein soll, als "ihr" Schulterschluss, der doch zumindest in unmittelbarer Nähe eines "Vorfalls" auf der "dunklen Seite" einer Verschleierung dienen soll. Ich mag keine Schulterschlüsse. Keine Wagenburgen. Auf keiner Seite.


    Hochachtungsvoll
    Mal Sehen

  • @ mumon tei


    noch ne klitzekleine frage, aber ick fürchte, da kommt nix mehr, weil Butterland von Mumon Kai-Anhängern unterwandert ist:


    Du schreibst: mumon tei hat geschrieben:Liebe Weggefährten,
    aus der Erfahrung einer mehrjährigen Mitgliedschaft in Mumon-Kai muss ich die in der Hamacher-Studie aufgeführten Merkmale (siehe oben a bis h) leider bestätigen.


    EINER Mitgliedschaft oder DEINER Mitgliedschaft ?

  • Lieber Mal Sehen,


    eine Bitte um Sachlichkeit ist nicht theatralisch und der Ausdruck persönlicher Sorge ist kein Aufruf zum Schulterschluss. Ich freue mich, dass Kainer Wahr respektiert, dass wir zwar virtuell aber nicht im luftleeren Raum und somit sozial verantwortlich kommunizieren.


    Er sprach übrigens von einem Menschen, der geschädigt wurde. Sie sprechen von einem „Geschädigten“. Ist Ihnen der Unterschied in der Wortwahl bewusst?


    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind Menschen, die etwas über die Inhalte des Hamacher-Textes und somit das Thema dieses Threads aus eigenem Erleben berichten können, hier falsch: „… weil er/sie mit einem Mindestmaß an Menschenverstand das vorliegende Setting hier als ungeeignet erkennen muss.“
    Was sagt das wohl über Ihre Einstellung zu diesem Forum und die darin kommunizierenden Menschen aus?
    Welche Missachtung liegt schon in der Wahl des Ausdrucks „Mindestmaß an Menschenverstand“? Woher und wozu dieses verbale Gewalt?


    Liebe Onyx9,
    würde ich zu einem wie oben beschriebenen Sprachgebrauch neigen, so würde ich Ihnen auf Ihre Frage so antworten: Mit einem Mindestmaß an grammatikalischen Kenntnissen könnten Sie sich diese Frage selbst beantworten.
    Aber da ich so nicht kommunizieren will, wird nun von meiner Seite wirklich „nix“ mehr kommen, zumindest so lange nicht, wie ich in Ihren Fragen an mich keinen sachlichen Bezug zum Threadthema erkennen kann.

  • Quote from Onda

    Man kann am Verlauf dieses Threads gut beobachten, wie schwierig es offensichtlich ist, spirituelle Gemeinschaften einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.
    Hat der Buddhismus generell ein Problem mit Kritik? Können buddhistische Gemeinschaften sich nicht stets hervorragend dadurch gegen Kritik immunisieren, dass sie Kritik als etwas darstellen, das eigentlich nur den Kritiker betrifft? Dem Kritiker wird Projektion vorgworfen und das Nach-Außen-Kehren seiner persönlicher Konflikte. Kritik ist in dieser Darstellung exklusiv ein Problem des Kritikers. Ist eine solche Betrachtungsweise von Kritik nicht gefährlich einseitig? Ist die buddhistische Ideologie in diesem Punkt nicht anfällig für Selbstherrlichkeit und Verblendung?


    Onda


    Ja, Onda. Ich sehe das genauso. Aber das hat nichts mit Buddhismus zu tun. Das findet man überall. Deshalb ist die Reaktion hier auch keine speziell buddhistische.
    Was ich besonders schlimm finde ist, dass Matthias eine ganz allgemeine Diskussion beginnen wollte, die auch von Leuten wie dem Dalai Lama, Jack Kornfield und vielen anderen Buddhisten aus allen Richtungen angeregt wird. Sie alle betrachten das als einen Akt von Mitgefühl sich mit destruktiven Strukturen und den daran Beteiligten auseinanderzusetzen. Mir ist schleierhaft, warum hier ständig psychologische Gutachten erstellt werden und Diffamierung betrieben wird. Allerdings zeigt genau das, wie anfällig die Betreffenden für genau diese destruktiven Strukturen sind, denn genau diese Worte, diese Verhaltensweise sind kennzeichnend für autoritäre Strukturen. Teile der Diskussion zeigen mir auf, wie virulent dieses Thema ist. Statt auf die Thematik einzugehen, wird eine Menge Energie verbraucht, Kainer Wahr für "verrückt" zu erklären. Das ist typische Abwehrtaktik. Das macht man mit Abweichlern.


    Ich selbst warne übrigens jeden, sich bei einem Forum in dieses Dingen Hilfe zu suchen. Wer immer also meint, er müsse als Betroffener sich hier zu Wort melden, dem rate ich dringendst ab.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.