Zen hat keine Moral, eine Studie

There are 403 replies in this Thread. The last Post () by Joram.

  • Quote from mumon tei

    Mein Anliegen war und ist es (noch), authentische Erfahrungen über die Funktionsweise einer konkreten repressiv agierenden Gruppe im Sinne öffentlicher Aufklärung einer öffentlichen Diskussion darüber zur Verfügung zu stellen.


    Das begrüße ich persönlich sehr. Als User, nicht als Moderator.


    Quote from mumon tei

    Ein solches sachbezogenes Gespräch halte ich immer noch für erforderlich. Wer sich nicht dafür interessiert, vielleicht weil es ihn nicht interessiert oder er die in der eigenen Gruppe ablaufenden Mechanismen nicht erkennt, sollte wenigstens so viel Fairness besitzen, Gesprächsversuche nicht ständig durch private Ressentiments zu unterbrechen.


    Als Moderator möchte ich den Appell an die Fairness unterstreichen.

  • Axel:


    Quote

    Ein möglicher Weg, diese Diskussion weiter zu führen, wäre es, sie in den geschlossenen Bereich ('Buddhismus für Ungläubige/Postbuddhismus') zu verlagern.


    Ich wollte um das Gegenteil bitten. Den Thread wieder voll öffentlich zu machen. In diesem Forum ist er ja nur für Mitglieder sichtbar. Meiner Ansicht nach würde das zeigen, daß es eine Diskussion gibt, daß es Öffentlichkeit git und noch dazu ein Öffentlichkeit die sich bemüht eine vernünftige Diskussion zu führen, in einem Bereich bei dam man schnell mit Vorverurteilungen bei der Hand ist. Mumon-Kei fühlt sich laut "Stellungnahme zu Internet-Mobbing" als Opfer einer Diffamierungkampagne. Eine sachliche öffentliche Diskussion würde auch denen zeigen, daß es eine Ebene des vernünftigen Gesprächs gibt. Falls es dort wirklich MIssbrauch gibt, könnte das den Betroffenen auch in ihrem Prozess helfen, sich zu befreien. Außerdem sind in diesem Thread Informationen enthalten die auch wieder allen möglichen Leuten nützlich sein könnten.


    Ich votiere für volle Öffentlichkeit.
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    Sukha:


    Ich würde auch den Thread nicht nach Themen trennen. Der Thread zeigt in seiner Struktur selbst ein Stück der Problematik um die es geht. Nenne wir es mal Kommunikation im Lichte der Erleuchtung.

  • Quote from Kainer Wahr

    Sukha:


    Ich würde auch den Thread nicht nach Themen trennen. Der Thread zeigt in seiner Struktur selbst ein Stück der Problematik um die es geht. Nenne wir es mal Kommunikation im Lichte der Erleuchtung.


    Den Vorschlag machte ich, da gestern Fragen und Antworten durcheinander gingen und es dadurch aus meiner Sicht zu Missverständnissen kam und es teilweise sehr verwirrend war zu folgen. Dies merkte ich auch an den Rückfragen z.B. an mich. Worauf ich ausgestiegen bin, da die Bezüge dazu schon lange vorbei gezogen waren.


    War nur ein Vorschlag, da alle Themen auch schon einzeln von hoher Brisanz sind, die mit viel Feingefühl beleuchtet werden sollten.
    Wie ich erwähnte, kann man auch viel zerstören, was vielleicht gar nicht "zerstörenswürdig" ist.


    ()

  • Lieber Mathias,


    dieses Forum ist ein Forum zum Austausch zwischen seinen Mitgliedern - wie die meisten Foren. Hier kann es nicht darum gehen, irgend einer Sache, und sei sie noch so ehrenwert, ein öffentliches Podium zu verschaffen. Du kannst die Moderatoren (ich gehöre ab Ende des Monats nicht mehr dazu) gerne darum bitten, den thread in einen anderen Bereich zu verschieben - ich werde davon abraten.


    LG,
    Axel

  • Betreffend Öffentlichkeit


    Quote

    Hier kann es nicht darum gehen, irgend einer Sache, und sei sie noch so ehrenwert, ein öffentliches Podium zu verschaffen.


    Dieses Forum ist zum größten Teil eine öffentliches Podium. In den meisten Bereichen kann man lesen, ohne sich zu registrieren. Warum soll das jetzt ausgerechnet bei diesem Thema anders sein?


    Der Fall Z. verdient es genau betrachtet zu werden. Die Anschuldigungen sind hart. Hamachers Studie, die Sendung im Bayrischen Rundfunk, gelöschte Erfahrungsberichte. Warum soll darüber nicht hier eine öffentlich einsehbare Diskussion stattfinden können?


    Ist es weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Darf nicht sein, daß im Buddhismus Missbrauch möglich ist?


    Der Thread hier selbst gibt darauf schon eine Antwort. Immer wieder wird hier mit der Figur argumentiert, die Kritiker hätten ein persönliches Problem. Egal ob man man Internetmobbing unterstellt oder behauptet Missbrauchsopfer hätten ein karmisches Problem. Das sind alles Varianten des Punktes c) der Liste Hamachers, die ich hier zusammengefasst habe.


    Weiter bedeutet diese Diskussion nicht öffentlich zu machen, eine Form der Informationskontrolle. Das ist Punkt f) der Liste Hamachers.


    SoGen Ralf Boeck vertritt in der Sendung des Bayrischen Rundfunks auch eindeutig die Haltung, daß man diese Dinge öffentlich machen sollte.


    Liegt das Problem etwa im Buddhismus selbst?


    Onda hat gefragt, ob evtl. das Problem im Buddhismus selber läge? Ja, das Problem liegt in einer ganz bestimmten Auffassung vom Buddhismus, die tatsächlich nämlich von einer christlich-abendländischen Struktur geprägt ist, die im 'Ego' nichts anderes sieht als das sündhafte Wesen des gefallenen Menschen der auf Erlösung hoffen muss. Das nur als Einwurf, man kann das nachhaltig begründen (Literatur z.B. Individuation and Awakening: Romantic Narrative and the Psychological Interpretation of Buddhism, Richard K. Payne, in Buddhism and Psychotherapie, edited by Mark Unno)


    Ein markantes Beispiel für diesen alten christlichen Wein in neuen Schläuchen bietet Sogyal 'Rinpoche'. Er vergleicht in seinem einflussreichen "Buch vom Leben und vom Sterben" das 'Ego' mit einem korrupten Politiker, einem Lügner, einem Wesen dem man unter keinen Umständen trauern sollte. Das ist das Ego das sich ständig versündigt.


    Die Lösung soll in der so genannten "Natur des Geistes liegen". Dem reinen, wahren Geist, den der Erwachte realisiert hat. Das ist das gottähnliche erlöste Ego.


    Diese Polarität gibt es in der Tradition auf die sich der 'Rinpoche' bezieht nicht. Diese Polarität ist ein "Narrativ" unserer christlichen Kultur.


    Genau diese populäre Einstellung, die mit Mahayana-Buddhismus wenig bis gar nichts zu tun hat, liegt der Argumentation zu Grunde, die immer auf ein angeblich kaputtes Ego beim Kritiker verweist.


    Diese Polarität aber wird von Verbrechern wie S., und möglicherweise auch von Dr. Z. (falls denn sich die Anschuldigungen bewahreiten sollten), für ihr Spiel genutzt. Sie bauen eine Fassade auf die vorspiegelt, sie hätten diesen reinen Supergeist verwirklicht. Jeder der sich ihnen nähert tut dies immer nur als das niedere, sündhafte, gefallene Selbst.


    Ein weiterer Punkt ist der Auschluss des Unerwarteten: Was nicht der Erwartung entspricht, wird ausgeklammert. (Vgl. => Werkzeuge der Kritik)


    Geht man einmal vom unterschwelligen, unbewusst christlichen Motiv aus Erlösung sei im Reinen Geist zu finden, in der Natur des Geistes, ist man erstmal wirklich durchdrungen von der Vorstellung dieser Buddhismus sei die Lösung, setzt ein Mechanismus ein der auch nur zu bekannt ist: Die Wahrnehmung wird selektiv. Was nicht ins Bild passt, wird verdrängt oder verteufelt. Diese Debatte nicht öffentlich zu machen ist die Verdrängung.


    Zur Kritik allgemein und der Frage was tust du denn? Kritik bedeutet das Aufzeigen von Widersprüchen. Es geht nicht immer gleich darum fertige neue Lösungen zu präsentieren. Zunächst geht es darum die Widersprüche aufzuzeigen. Wenn man sich nicht hinter einem (religiösen) Dogma verschanzt, ergibt sich aus den Widersprüchen ein kreativer Prozess der zu neuen Ideen führt. Das kann man auch hier beobachten. Man kann das auch hochgestochen als Dialektik bezeichnen, es ist aber ein ganz einfacher Prozess, der nur den Mut erfordert sich Widersprüchen auszusetzen und sich die Strukturen und Mechanismen klar zu machen die eine so verstandene Kritik verunmöglichen wollen. Anders gesagt, es geht darum Missverständnisse zu beseitigen.


    ajung schreibt zu seiner Motivation diese Site zu betreiben:


    Quote

    Ich habe die Seite geschaffen um Buddhisten die Möglichkeit zum freien Austausch zu geben. Mir ist bewußt das nicht jeder den Segen einer großen Sangha genießt und bei "Weltlingen" oft auf Missverständnis trifft.


    Leute die in pseudobuddistischen Zirkeln missbraucht werden, finanziell, sexuell oder wie auch immer, haben keine Sangha. Sie sitzen einem riesen "Missverständnis" auf.


    Deshalb Öffentlichkeit!

  • Quote from Kainer Wahr


    Liegt das Problem etwa im Buddhismus selbst?


    Onda hat gefragt, ob evtl. das Problem im Buddhismus selber läge? Ja, das Problem liegt in einer ganz bestimmten Auffassung vom Buddhismus, die tatsächlich nämlich von einer christlich-abendländischen Struktur geprägt ist, die im 'Ego' nichts anderes sieht als das sündhafte Wesen des gefallenen Menschen der auf Erlösung hoffen muss. Das nur als Einwurf, man kann das nachhaltig begründen (Literatur z.B. Individuation and Awakening: Romantic Narrative and the Psychological Interpretation of Buddhism, Richard K. Payne, in Buddhism and Psychotherapie, edited by Mark Unno)


    Viel zu kompliziert und viel zu konstruiert ...


    Mit Buddhismus verhält es sich wie mit der Ehe ... manche brauchen das Zeug nicht und manche lassen sich drauf ein und haben kein Problem damit und manche lassen sich drauf ein, damit sie dann Probleme haben, die sie ohne gar nicht hätten :lol:

  • Lieber Matthias,


    ich kann beide Seiten verstehen, diejenigen die für die Öffentlichkeit sind, und diejenigen, die das eher im engeren Kreis besprochen haben wollen.
    Selbst bin ich auch für Öffentlichkeit, aber wir sehen, dass eine sachliche Diskussion immer wieder torpediert wird, und so würde da Ganze sehr schnell eskalieren. Zwar können die Mods immer wieder eingreifen, jedoch wird dieses Instrument ohnehin ständig kritisiert und leider führt dann erfahrungsgemäß das Eingreifen öfter mal zu Rachehandlungen und alles läuft aus dem Ruder.
    Zum anderen finde ich, dass alle Betroffenen einen gewissen Schutz benötigen. Auch hier hat mir die Erfahrung gezeigt, dass es immer wieder Einzelne gibt, die kein Maß kennen. Da wird mehr Schaden angerichtet, als dass Nutzen daraus resultiert. Das ist meine Erfahrung.
    Ich verstehe auch, dass sich die Betreiber des Forums ein wenig schützen wollen.


    Ich sage Dir ganz ehrlich, ich finde, es sollte ein eigenes Diskussionsforum eingerichtet werden, das speziell dieses Thema behandelt. Und unbedingt sollte jemand dabei sein, der juristische Kenntnisse hat und jemand, der praktische Erfahrung in der psychologischen Beratung zu diesem Thema hat. Das entspringt jetzt keiner Bitterkeit, sondern ich halte das einfach für eine wichtige Voraussetzung, um einigermaßen vernünftige und empathische Gespräche führen zu können. Wir haben erlebt wie Opfer schutzlos ausgeliefert wurden, wie sich Leute daran emporgehoben haben, wie brutal da miteinander umgegangen wurde. Es werden eben an Tabus gerührt, da bleiben solche Reaktionen nicht aus. Mit tät es in der Seele weh, wenn jetzt jemand, noch verletzt und wund, sich hier melden würde, in der vermeintlichen Überzeugung das schon hinter sich gelassen zu haben, und dann würde er in der Luft zerrissen werden. Und das Risiko möchte ich nicht eingehen.


    Liebe Grüße
    Doris - Knochesack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Quote from Kainer Wahr

    Deshalb Öffentlichkeit!


    Quote from Doris Rasevic-Benz

    ich finde, es sollte ein eigenes Diskussionsforum eingerichtet werden, das speziell dieses Thema behandelt.



    Moin Doris,
    das gibt es. Die Möglichkeit besteht im Blog von Kainer Wahr. Dieser ist öffentlich. In seinem ersten Posting in diesem Thread hat er auch auf ihn verlinkt.
    Dort hat jeder die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen.
    Je mehr Leute dort schreiben, desto größer die Öffentlichkeit. Also, nichts wie hin. :wink:

  • Lieber Ken,


    danke für Deinen Hinweis.
    Eine andere Frage sehe ich jedoch nicht als gelöst, für mich.
    Ich bin der Meinung, dass sich die Auseinandersetzung mit repressiven Strukturen für jedermann lohnen, halte es für einen ganz wichtigen Punkt auf dem Weg. Daher frage ich mich, wie wir diese Nabelschau betreiben können, in dem Wissen, dass die Gruppenstrukturen bei dem Thema nicht umgangen werden können, und dennoch die Diskussion nicht an einzelnen Gruppen aufhängen. Für mich ist das derzeit unlösbar. Allein auf die eignen Empfindungen zu blicken ist zu wenig. Es ist schließlich gerade ein Kennzeichen repressiver Strukturen, dass sich die Betroffenen selber die Schuld geben und große Verwirrung herrscht, die oftmals erst durch den Blick von Unbeteiligten erkannt wird. Konkret: Die Betroffenen halten sich für verrückt, nicht die Struktur.


    Liebe Grüße
    Doris - Knochensack

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Liebe Onyx9,
    würde ich mich Ihrer Sprache bedienen, stände unter Ihrem hübschen Bild:
    Manchmal ist die Henne dümmer als das Ei, leider.


    Diese Art zu sprechen ist, wie sie vielleicht eben selbst empfinden mit dem Begriff
    „übergriffig“ benannt, wirkt schmerzhaft und unheilvoll. Diese und ähnlich unangenehme Praktiken entstammen, verzeihen Sie bitte meine kritische Anmerkung, einer Kultur ausgrenzender Konkurrenz. Meistens, leider merken die Betreffenden dies erst sehr spät, grenzen sie sich damit selbst aus.


    Mit einem kleinen modernen Zen-Spruch kann man es poetischer auch so ausdrücken:


    Wenn ein Hund an einen Berg pinkelt, wird keine Quelle daraus sprudeln.
    Aber, wenn der Hund die Bergquelle findet, kann er daraus trinken.

  • Quote from Doris Rasevic-Benz

    Daher frage ich mich, wie wir diese Nabelschau betreiben können, in dem Wissen, dass die Gruppenstrukturen bei dem Thema nicht umgangen werden können, und dennoch die Diskussion nicht an einzelnen Gruppen aufhängen. Für mich ist das derzeit unlösbar.


    Das ist auch schwierig, Doris.
    Hier stellt sich für mich auch die Frage, welche Erfahrungen wir mit Gruppen haben. Ich gehe einmal davon aus, das die Wenigsten hier fest in eine Sangha eingebunden sind.
    Das heißt dann für mich, es wird viel theoretisiert und spekuliert.
    Und die , die so wie ich, fest in einer Sangha verwurzelt sind, können nur von ihrer Sangha sprechen. Und wie neutral ist das?
    Wie sehr bin ich in der Lage, Strukturen zu erkennen, von denen ich ja auch ein Teil bin?


    Was bleibt also noch? Dieses Forum hier zum Beispiel.
    Klappt auch nicht. In einer Sangha und um die Gruppenstruckturen einer Sangha geht es ja, ist es doch so, das wenigstens ein Grundgerüst an Gemeinsamkeiten besteht. Bei unserem zusammengewürfelten Haufen ist das nicht der Fall.


    Was können wir also sagen?
    Wir können sagen, ja, Machtmißbrauch ist auch in buddhistischen Gruppen möglich und die und die Strukturen können ihn fördern.
    Konsequenz für den Einzelnen ist dann, immer wieder genau hinsehen.


    Und trotzdem wird es immer wieder Negativbeispiele geben, werden immer wieder Leute an den Falschen geraten.
    Wir alle wissen, das wir nicht zu schnell fahren sollen und trotzdem.......

  • Lieber lubob,
    leider kam ich erst sehr spät nach Hause und ich ließ die Antwort an Sie, sozusagen „in tiefer Nacht geschrieben“, noch liegen, um sie nach dem Aufstehen erneut durchzulesen.


    Der nächtliche Schlaf förderte dann wohl schon tiefer lauernde Zweifel zutage. Nach dem Morgensitzen war klar, und es brauchte keine Entscheidung mehr dazu, dass ich den Text nicht veröffentlichen werde. Auch schließe ich mich der Meinung von Doris und einigen anderen an, dass ein auf Erkenntnisgewinn ausgerichtetes Gespräch nur in einem geschlossenen Gesprächsraum sinnvoll ist.
    Das schließt ein, dass die Resultate später auf dem einen oder anderen Blog oder auch in diesem Forum nachträglich veröffentlicht werden sollten.


    Diese Erkenntnis wurde nicht von außenstehenden Akteuren beeinflusst. Zunächst möchte ich damit der in dem schönen Satz von malsehen („Das begrüße ich persönlich sehr. Als User, nicht als Moderator.“) mitklingenden Bitte folgen.
    Aber mir ist auch während eines Gedankenaustausches im privaten Bereich mit einer Gesprächsteilnehmerin dieses Blogs bewusst geworden, dass Buddhisten, die keine Kenntnis über die spezifische Denk- und Sprechweise im Zen haben, so ablehnend reagieren müssen, wie es fortgesetzt bereits über die Verwendung des Titels geschieht.


    So mir die Zeit dazu bleibt, werde ich heute Abend einige Überlegungen dazu äußern.

  • Zum Stil wie gerade diskutiert wird: Im Augenblick wird hier in diesem Thread doch halbwegs gut miteinander geredet. Zumindest gemessen an dem was ich hier schon erlebt habe, wenn es um kontroverse Themen ging. Es zeigt sich, daß Änderung möglich ist. Darauf kann man aufbauen. Interessant ist doch die Frage, woran liegt das? Liegt es einfach daran, daß einige sich dezidiert bemühen sachlich zu sein und nicht nur Meinungen sondern auch Argumente bringen? Ich denke schon.


    Liebe Doris, ich meinte mit meinem Appell für Öffentlichkeit hauptsächlich das Thema "autoritäre Strukturen im Buddhismus". Ich denke wie du, daß ein offenes Forum für Betroffene nicht sinnvoll ist, wenn es darum geht Hilfe zu geben. Es stimmt aber, wenn der Fall Z. detailliert zur Sprache käme, müsste man schon ein wenig aufpassen was geschrieben wird, um dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" gerecht zu werden. Und es mag richtig sein, daß mit einer solchen Vorsicht dieses Forum überfordert ist.


    Man könnte deinem Vorschlag folgend tatsächlich ein Blog einrichten, daß auch mit juristischer und psychologischer Unterstützung aufwarten kann. Allerdings ist das eine andere Größenordnung von Projekt und bedürfte einiger Vorbereitung.


    Quote

    Die Möglichkeit besteht im Blog von Kainer Wahr. […] Dort hat jeder die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen.


    Ken, Kritikos & Bodhi ist nicht 'mein' Blog (meines ist "Der Unbuddhist"). Kritikos & Bodhi ist ein Gemeinschaftsprojekt. Über die Zielrichtung kann man sich gerne hier informieren.


    Quote

    Doris: Daher frage ich mich, wie wir diese Nabelschau betreiben können, in dem Wissen, dass die Gruppenstrukturen bei dem Thema nicht umgangen werden können, und dennoch die Diskussion nicht an einzelnen Gruppen aufhängen.


    Meine Antwort ist, das man in den Gruppen in denen man ist, das "offene Gespräch" zu führen versucht. Das wird so unterschiedlich ausfallen wie die Gruppen eben sind – und es wird Gruppen geben, in denen es nicht möglich ist. Eines der wichtigsten Merkmale für Gesprächsbedarf ist, denke ich, wenn man bemerkt, daß es Themen gibt die man sich nicht anzusprechen traut. Nicht weil man zu schüchtern ist, sondern weil man damit rechnen muss abgekanzelt zu werden. Dazu noch was Ken sagt:


    Quote

    Ich gehe einmal davon aus, das die Wenigsten hier fest in eine Sangha eingebunden sind.


    Das ist jetzt wieder meine unorthodoxe Meinung, aber das gerade Gesagte gilt für jede menschliche Gemeinschaft. Sangha in diesem Sinne ist jede Gemeinschaft. Den Anspruch habe ich zumindest, daß rechte Rede etc. nicht auf das Kissen beschränkt ist (keine Unterstellung gegen dich). Rechte Rede muss überall stattfinden. Und dazu gehört Offenheit und Kritikfähigkeit.


    Ich würde auch das offene Gespräch, also einen echten und auch kritischen Meinungsaustausch, nicht an Gruppenstrukturen festmachen. Das ist die Theorie, von der in diesem Thread und im Hamacherpapier einiges zu finden ist. Bei diesem Gespräch wird es immer um ganz konkrete Dinge gehen, die Leute angehen, bewegen, unsicher machen, über die man sich Gedanken macht. Das ist in sich selbst ein Übung in kreativer Kommunikation. Und um es ganz pointiert auszudrücken, daß könnte man als gelebten Buddhismus bezeichnen – wäre "Buddhismus" als Begriff nicht völlig verbraucht.

  • Quote from Ji'un Ken


    Was bleibt also noch? Dieses Forum hier zum Beispiel.
    Klappt auch nicht. In einer Sangha und um die Gruppenstruckturen einer Sangha geht es ja, ist es doch so, das wenigstens ein Grundgerüst an Gemeinsamkeiten besteht. Bei unserem zusammengewürfelten Haufen ist das nicht der Fall.


    So zusammengewürfelt unser Haufen (von rund 30 Aktiven) sein mag - in gewisser Form stellt er in meinen Augen auch eine Art Sangha dar.
    Das Interesse am Buddha-Dharma hat uns alle hierher geführt.


    So eine Internet-Sangha kann eine "reale" Sangha, in der man gemeinsam praktiziert und sich von Angesicht zu Angesicht austauschen kann, sicherlich nicht ersetzen - aber wohl ergänzen. Ich erlebe den Austausch hier immer wieder als sehr inspirierend, auch wenn ich von manchen Blüten, die dieses Forum treibt, entgeistert bin. Aber auch in der Ernüchterung liegen Erkenntnisse.


    LG
    Onda

    "Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es." (Erich Kästner)
    "Dharma books and tapes are valuable, but the true dharma is revealed through our life and practice." (Thich Nhat Hanh)

  • Quote from Kainer Wahr

    das gerade Gesagte gilt für jede menschliche Gemeinschaft. Sangha in diesem Sinne ist jede Gemeinschaft. Den Anspruch habe ich zumindest, daß rechte Rede etc. nicht auf das Kissen beschränkt ist (keine Unterstellung gegen dich). Rechte Rede muss überall stattfinden. Und dazu gehört Offenheit und Kritikfähigkeit.


    Ich würde auch das offene Gespräch, also einen echten und auch kritischen Meinungsaustausch, nicht an Gruppenstrukturen festmachen. Das ist die Theorie, von der in diesem Thread und im Hamacherpapier einiges zu finden ist. Bei diesem Gespräch wird es immer um ganz konkrete Dinge gehen, die Leute angehen, bewegen, unsicher machen, über die man sich Gedanken macht. Das ist in sich selbst ein Übung in kreativer Kommunikation. Und um es ganz pointiert auszudrücken, daß könnte man als gelebten Buddhismus bezeichnen – wäre "Buddhismus" als Begriff nicht völlig verbraucht.


    ... du setzt dich also -zusammengefasst- dafür ein, dass sich möglichst viele / möglichst alle Menschen offen und ehrlich miteinander (über alles, was sie angeht) austauschen?!

  • Und was ist das Ziel ? Dass wir alle ein paar Wochen lang nicken zu deinen Beiträgen ?
    Daß "böse Buddhisten" die hartnäckig an "ihren Strukturen" festhalten, bekehrt werden ? Und dann ?


    Dein Ziel ist es auf so vielen Plattformen wie möglich zu erscheinen, öffentlich im Netz einsehbar,
    die anderen User, freiwillig oder unfreiwillig, ja das ganze Butterland mit im Boot, oder ?


    Im Unterforum geht das nicht, weil es nicht öffentlich einsehbar ist.


    Wenn Du sozialen, zwischenmenschlichen Austausch suchst, warum sprichst du nicht über deine
    persönlichen Erfahrungen, deine persönliche Betroffenheit, sondern über Leute und eine Schulrichtung, die du nichtmal kennst ?


    Ich weiß, an Zen kann man alles aufhängen...auch Verdikte und Dekrete...man kann auch zehntausende Bücher schreiben:
    Zen und die Kunst ein Auto zu waschen; Zen und die Kunst einen Shitstorm zu entfachen...


    für mich ist das aber nicht seriös und emphatisch und entsprechend äußere ich mich auch.