Posts by Christopher

    Zitat aus Hinnerk Polenski, "Ohne Dürckheim würde es Daishin-Zen heute so nicht geben"


    Das Besondere aber war der vierte Aspekt: Die große Natur. Als ich das letzte Mal bei ihm war – wir hatten ein längeres Gespräch geführt, das war ganz großartig, ja man kann geradezu sagen bezaubernd - und er sprach von sich und seinem Moment angesichts des Todes. Da sagte er zum Schluss zu mir: „Gehen Sie mal in den Wald.“ Und ich ging in den Wald und alles verwandelte sich. Der Wald und ich. Es war eine andere Welt. Es war eine Vorwegnahme eines Punktes, der für mich damals unfassbar war. Er war ein unglaublicher Pfeiler, der Festigkeit bildete, um dann später endgültig den Mut, die Kraft und die Verzweiflung zusammen zu fassen, um Freiheit zu öffnen. Herz. Weisheit.


    So ein Phänomen habe ich bei anderen Zen-Meistern – und ich bin vielen wunderbaren, großartigen begegnet - nie wieder erlebt. Ich glaube, das war seine Stärke, dass er in den Menschen etwas aufleuchten lassen konnte, was das innere Wesen, der innere Weg und auch die Bestimmung dieses Menschen war, nämlich die Möglichkeit, die er in diesem Leben auch erreichen kann.


    Das Zitat sagt mE einfach alles über Polenski :)


    Dai Shin Zen | Ohne Dürckheim würde es Daishin-Zen heute so nicht geben.

    Wenn beide keine Beziehung zu Oi Saidan Roshi gehabt haben und Hochstabler wären, wie es so dargestellt wird, wäre Oi Saidan Roshi sicherlich auch nicht zu seinem letzten Europa und Deutschland Besuch gerade zu beiden Lehrern gefahren.

    Leider beweist so was gar nichts. Es gibt inzwischen genug Fällen, wo japanische Zen-Meister irgendwelche Typen in den Westen besucht, die sich später als Hochstapler bzw. Missbrauchstäter entpuppt haben. Sowohl Zernickow als auch Shimano haben z.B. vor "guten Beziehungen nach Japan" nur so geprotzt.


    Außerdem interessieren sich die Japaner in der Regel null dafür, was ihre Schüler im Westen so treiben bzw. mit welchen Titeln sie sich hier schmücken.

    Liebe(r) Tai,


    bitte verstehe mich nicht falsch: ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass Deine Beschreibung irgendwie schlecht oder nicht textkonform wäre. Sie ist nur halt eine Beschreibung und als solche per se geeignet, Verwirrungen zu stiften :)


    Aber Du hast sicherlich Recht, dass im Anfängerbereich ständig "übe weiter Zazen!" zu wiederholen irgendwann langweilig wird :)

    Die Verwirrung entsteht eigentlich nur durch Tais Beschreibung und Deiner Vorstellung, wie eine "erleuchtete Person" sein soll. Der Zustand selbst ist ganz einfach :)


    Deswegen empfiehlt Zen, vom Bewerten und Beurteilen abzulassen, um wieder in diesen Zustand des Erwachens zurückzufinden


    Ich würde eher sagen, dass Zen gar nichts empfiehlt, außer Zazen zu üben, und für Dich selbst herauszufinden, wie dieser oder jener Zustand sich anfühlt. Sich zu bemühen, irgendwie wertungsfrei durch die Welt zu schweben, wäre ja hoffnungslos :)

    dass ich wenn ich irgendwo anstehe und Niemanden habe, der mir eine qualifizierte Antwort geben kann, eine KI befrage

    KI wg. Zen zu befragen ist zwar lächerlich, aber eine für Dich befriedigende Antwort werden Menschen auch nicht geben können. Sie kommt nämlich nur von Zazen - alles andere wäre gekünstelt :)

    Vielleicht ist es eben auch so, dass sie ja noch nicht unbedingt "weiter" sind und von "uns" überschätzt werden.


    Wenn ich nicht mehr bewerte, dann berührt mich das "noch Fehlende an anderen" nicht mehr, es sei denn, ich werde gefragt.

    _()_

    Das lenkt zwar jetzt vom eigentlichen Thema ab, aber ich stimme Dir insofern zu, als dass die meisten Zen-Lehrer - vor allem die, die den Marktdruck nicht standhalten können - von uns überschätzt werden :)


    Wieso wird eigentlich von Zen-Meistern verlangt, dass man sich ums verrecken nicht vorstellen kann: Geld fällt vom Himmel, wie auch alle Nahrungsmittel und Kleidung. In Wahrheit seid ihr doch nur neidisch, dass ihr scheinbar viel mehr arbeiten müsst.

    Spieglein Spieglein an der....

    Ich verstehe leider zwar nicht, was Du sagen möchtest, aber Dein Post erinnert mich jedenfalls am "Kozen Daito Kokushi Yuikai":

    Translation

    O you, monks, who have come to this mountain monastery, remember that you are gathered here for the sake of the Way and not for the sake of clothes and food. As long as you have shoulders [i.e. a body], you will have clothes to wear, and as long as you have a mouth, you will have food to eat. Be ever mindful, throughout the twelve hours of the day, to apply yourselves to the study of the Unthinkable. Time passes like an arrow, never let your minds be disturbed by worldly cares. Ever, ever be on the look-out. After my departure, some of you may preside over five temples in prosperous conditions, with towers and halls and holy books all decorated in gold and silver, and devotees may noisily crowd into the grounds; some may pass hours in reading the sutras and reciting the dharanis, and sitting long in contemplation may not give themselves up to sleep; they may, eating once a day and observing the fast-days, and, throughout the six periods of the day, practice all the religious deeds. Even when they are thus devoted to the cause, if their thoughts are not really dwelling on the mysterious and untransmissible Way of the Buddhas and Patriarchs, they may yet come to ignore the law of causation, ending in demise of the true practice. All such belong to the family of evil spirits; however long my departure from the world may be, they are not to be called my descendants. Let, however, there be just one individual, who may be living in the wilderness in a hut thatched with one bundle of straw and passing his days by eating the roots of wild herbs cooked in a pot with broken legs; but if he single-mindedly applies himself to the study of his own affairs, he is the very one who has a daily interview with me and knows how to be grateful for his life. Who should ever despise such a one? Work hard, work hard!


    Das galt also schon so im Mittelalter; umso mehr in unserer heutigen Welt des Überflusses.

    Ungefähr so meinte ich das.

    Mein Nebenpunkt war dann, dass ein Zen-Lehrer, der sich über seine "weltliche" Geldprobleme beschwert (wie zB regelmäßig Brad Warner oder anscheinend auch Muho), sein Leben im Hier und Jetzt offenbar nicht ganz so meisterlich im Griff hat; Zen macht bekanntlich keinen Unterschied zwischen "heilig" und "profan".

    Wenn man "beruflich" Zen-Meister ist, ist es vorbei mit Zen. Und wenn Muho angeblich unter Druck steht, weil er sonst keine Expertise hat, hätte er offenbar nicht so viel Lebenszeit mit Zen verbringen sollen. Was ist denn Zen, außer die Fähigkeit, sein eigenes Leben zu meistern?

    Ich bin vom Beruf Übersetzer und finde, es passt prima. Die Sachen fließen ins eine Ohr rein und aus dem anderen gleich wieder raus. Der Kopf bleibt am Ende des Tages unbekümmert.


    Aber noch wichtiger als die Tätigkeit an sich ist die Dauer der Arbeitszeit. Ich persönlich arbeite nur 18 Stunden pro Woche. Und da kann man jeden Scheiß eigentlich gut aushalten und ein schönes Leben führen.


    “If I should sell both my forenoons and afternoons to society, as most appear to do, I am sure that for me there would be nothing left worth living for. [...] There is no more fatal blunderer than he who consumes the greater part of his life getting his living.”


    - Henry David Thoreau

    Hi Bosluk,


    danke für Deine Anmerkungen. Ich beurteile aus meiner eigenen Erfahrung, und ich habe tatsächlich einige Zen-Begriffe auf japanisch und deutsch gelernt, zusätzlich zu meiner Muttersprache. Auch bin ich von Beruf Übersetzer, so dass ich etwas von der Technik verstehe. :)


    Ich sehe aber, dass es hier um einen grundlegenden Unterschied zwischen unseren beiden Sichtweisen geht. Ich bestreite nicht, dass es, wie Du schilderst, verschiedene Übersetzungen eines Begriffes geben wird, die die jeweilige sozusagen "Geschmacksrichtung" dann vorgeben. Ich sage nur, dass das ganze höchstens interessant und schlimmstenfalls irreführend ist, wenn es darum geht, Buddhismus wirklich zu verstehen. Dazu braucht man keinen einzigen Begriff zu lernen, und gar nicht in einer zweiten Sprache.


    Ich wende aus Erfahrung einfach den Zen-Spruch "jenseits von Wörtern und Schriften" radikal an, und das ist auch mein Rat an den Fragenden.

    Ich kann nicht für deine Praxis sprechen, aber ohne die Schriften, Vorträge, Bücher, Kommentare anderer Menschen und Geduld von Lehrern wäre ich im Leben niemals auf den Pfad gekommen.... Da hätte ich mich noch so lange hinsetzen können.

    OK, aber wir reden hier von einer ganz anderen Sprache lernen, um die Lehre "besser zu verstehen". Das halte ich nach wie vor für überflüssig. Eine Sprache - und zwar Deine eigene - reicht da vollkommen aus.


    Man kann niemals richtig praktizieren, wenn man innerlich den ganzen Sinn der Lehre nicht erfasst hatte

    Ich sehe es genau umgekehrt :)

    Lernt Jemand von euch eine Sprache, um die buddhistische Lehre besser zu verstehen?

    Vergiss es :)

    Du kannst "die buddhistische Lehre" zwar (vielleicht) besser verstehen, aber der Buddhismus an sich ist ja bekanntlich jenseits von Wörtern. Musst Du leider bis in die Knochen erarbeiten :)

    Als Autor des besagten Artikels finde ich diesen Spruch als Zusammenfassung nicht schlecht: Wenn man auf der Suche nach einem Lehrer ist, sollte man beide Augen offenhalten. Nachdem man einen dann gefunden hat, kann man ruhig ein Auge zudrücken :)

    Also ich wünsche dir mehr das gute zu vermuten bei diesem Treiben, nicht so oft was unethisches oder verblendetes.

    Wenn Du mehr als nur die ersten drei Absätzen meines Aufsatzes gelesen hättest, hätten wir gerne darüber reden können. Aber so hat es keinen Sinn.


    (…)

    Ich bin nicht so der Forscher oder Experte, weiß nicht wie viel Zen- Schulen es gibt, weiß nicht wie die ganzen Lehrer heißen. Manche sagen ja, seine beiden Lehrer seien nicht mal anerkannte Lehrer oder das Kloster wo sie gelernt haben, kann das sein ?

    Ja, das kann durchaus sein. Denn manche hier sind tatsächlich Forscher und Experte, die mehr Erfahrung in Zen haben (und sogar viel länger im Kloster waren :)), als Polenski selbst. Und erkennen seinen Mittelmaß einfach besser als Du. Insofern wäre ich an Deiner Stelle etwas zurückhaltender. Wie lubob auch sagt: wenn Polenski für Dich ansprechende Videos macht, ist ja gut. Mehr aber nicht.


    Meine Beschreibung, warum er im Zen keine Relevanz hat, war nicht herablassend gemeint, sondern ist - soweit ich das überblicke - einfach eine Tatsachenbeschreibung.

    Aus meiner Sicht interessant, denn "Irrelevanz" ist ja per se nicht schlecht. Viele Lehrer blieben in der langen Zen-Geschichte ja völlig unbekannt bzw. ohne Nachfolger. Aber bei Polenski ist es dann doch witzig, wie sehr er sich bemüht, bekannt zu werden, wird aber vom "Establishment" trotzdem größtenteils ignoriert. Offenbar war ihm sein Privatimperium genug. Oder zumindest bislang - jetzt möchte er dann doch teil des Klubs sein :)


    Ich darf an Dieser Stelle nochmal auf meinen diesbezüglichen Aufsatz hinweisen.

    Deswegen wird über HP nie geredet, niemand nimmt auf ihn Bezug, niemand lädt ihn ein. Er hat im Zen schlicht keine Relevanz.

    Mag sein, aber er bewirbt sich gerade um eine Mitgliedschaft bei der DBU. Und Irrelevanz ist leider (noch) kein Ausschlusskriterium :)

    P.S.: weiss zufällig jemand, wie sich dieser eigenartige Kaimyo 'Syobu' schreibt?

    Frag' doch Polenski selbst, er kann anscheinend fließend japanisch :)

    aber in dem besagten Video, sagte er, dass er tatsächlich nur einen Monat in einem Kloster gelebt hat.

    :lol: