Posts by Amdap

    Wenn ich ewald lese und ihm nur zuhöre bin ich fast ohne Missverstehen. Bei Helmut entsteht nicht die zuhörende Verbundenheit, das ist wie ein Buch lesen, das sofort ins Regal kommt. Ja ich sollte meine kritischen Gedanken genau wie bei einem Buch nicht schreiben, bei einem Buch weiß ich ja auch, dass der Autor nicht zuhören kann. Das Buch bleibt auf ewig, wie es spricht.

    Und darum (ich kann mich nur wiederholen) habe ich gesagt:

    Erst dann wird es klarer.

    Solange Du Dich Deinen Gesprächspartnern gegenüber so herablassend und verunglimpfend verhältst (wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund), ewald, wirst Du nie auch nur eine vage Vorstellung davon haben können, was das sogenannte Nichts überhaupt ausmacht, bzw. worum es da geht - falls man das überhaupt so sagen kann, denn es wäre "kompatibler", gar nichts zu sagen.

    Helmut steht einem entsprechenden Verständnis darüber schon näher.

    Warum? Ganz einfach: falls wir Helmut als überwiegend trocken-intellektuell empfinden - in der Herausforderung, die in diesem Fall Du bist mit Deinem Benehmen, bleibt er bewundernswert geduldig, sachlich und gelassen.


    Euer Austausch hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Quantenphysik, bei der - im ganz, ganz Kleinen - die grobmechanischen physikalischen Gesetze aufgehoben sind. Hier gelten andere Gesetze, nämlich, dass ein Prozess, ohne dass der Beobachter mit einbezogen wäre, nicht zustande kommen kann.

    Somit spiegelt sich hier gleichzeitig auch der Verständnisgrad jedes Einzelnen über das sogenannte Nichts wider.


    "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt"!

    So ein Herumgeeiere, dieses Ich zu beschreiben und es auch noch philosophisch erklären zu wollen.


    Es ist doch ganz einfach:

    unser Gehirn suggeriert uns dieses Ich-Phänomen. Und sonst gar nichts.


    Ich habe es gerade selbst erlebt.

    War im Krankenhaus zur OP an meinem re. Unterarm, mit Lokalanästhesie (örtl. Betäubung).

    Nachdem der Arm vollständig betäubt war, legte ihn der Chirurg [rechtwinklig zu meinem Körper] auf seine Arbeitsplatte ab, rechts neben meiner Liege.

    Ich hatte aber das Gefühl, dass mein Arm an meinem Körper noch parallel anliegt. Zu meinem echten Arm, dort auf der Platte, scherzte ich: "Was is'n das für'n komischer Arm da? Sieht aus wie aus einem Gruselkabinett geklaut, um mich jetzt hier zu erschrecken!" (danach wurde dann meine Sichtachse mit einem großen grünen Tuch verdeckt).


    Also, man braucht nur ein bisschen zu manipulieren, und schon gerät die Wahrnehmung aus den Fugen. Egal, ob es ein vermeintlich eigener Arm ist oder sonstwas.

    Der beste Beweis dafür, dass das Ich nichts anderes ist als eine Illusion. Punkt.

    Natürlich ist die Sitzmeditation, Zazen, das A und O um sich in sich selbst zu versenken, aber es gibt so viele Meditationsformen und so muss es beim 'Absitzen' einer Stunde nicht bleiben. Eine Stunde Dasitzen ist keine Meditation, es ist eine Entspannungsübung, Meditation ist es, wenn ich gedanklich weitestgehend beim Sitzen ins 'Nichts' komme, wenn ich mit mir bin ohne Wenn und Aber. Eine Stunde Absitzen ist eine Ruhephase, auch nicht schlecht, man könnte auch eine Stunde liegen, es erholt ungemein. Betreibe die Meditation in vielerlei Formen, auch Zazen, aber jeweils nur eine kurze Zeit. Das Nichts über längere Zeit aufrecht halten gelingt mir nicht.

    Es geht ja auch gar nicht um das Nichts.

    Sondern um gleichzeitiges Sowohl-als-auch und Weder-noch.

    Und das Nichts gibt es gar nicht, das wäre ja ein Paradox. Denn ein Ding, benannt mit "Nichts", ist automatisch ein Etwas.

    Im Tibetischen Buddhismus lernt man zwischen trüben und strahlenden Lichtern zu unterscheiden. Dazu gibt es bestimmte Übungskomplexe zur Visualisation (Sadhanas).

    Das diesbezügliche Unterscheidungsvermögen ist sehr wichtig für den Sterbeprozess.

    Letztendlich übt man sich vorwiegend auf den Sterbeprozess ein.

    Lieber Frei, Deine Antwort, das ist genau das, was ich erwartet habe.

    Keine Überraschung.

    Weißt Du, wenn Du Dich menschenverachtet fühlst, musst Du Dich ja hier nicht beteiligen.

    Jeder Mensch hat einen freien Willen.

    Du weißt selbst am besten, warum Du Dich hier beteiligst. Das weiß hier keiner so gut wie Du, auch ich nicht.

    im Theravada versucht man Hindernisse zu vermeiden.

    Vermeiden? Ich denke nicht. Man sollte die kilesa, also die Geistesgifte, überwinden. Deshalb arbeitet der Praktizierende mit ihnen. Sehr krasse Fälle aus der klinischen Praxis, sogar in der Psychiatrie, kann man bei Anālayo finden, insbesondere bei der Übung von Satipatthāna oder Sati. Vermeiden würde die Flucht aus der Welt bedeuten, dem würde ich nicht zustimmen.

    Wie die Lotusblume, die aus dem Schlamm wächst und im Wasser lebt, aber innerlich nicht davon berührt wird. Eine klare Analogie.

    Liebe Grüße.

    Letztendlich sind die Wege des Theravada und des Mahayana gar nicht so verschieden voneinander, wie man denkt. Wir denken es nur deshalb, weil wir europäischen Menschen in einer Tradition des Dualismus großgeworden sind.

    1. im Theravada versucht man Hindernisse zu vermeiden.

    2. Im Mahayana/Vajrayana arbeitet man mit den Hindernissen.

    (Ich lege Wert darauf, dass diese zwei Punkte nicht auseinandergerissen werden).


    In diesem Geist versucht man dann, die typischen Charakteristika der verschiedenen Wege darzustellen. Es gibt ja noch viele andere Paare, die man sich gegenüberstellen kann, zur Veranschaulichung für am Buddhismus Interessierte, die aber nicht genau wissen, was der Unterschied zwischen Theravada und Mahayana/Vajrayana ist.

    Dringt man aber viel tiefer ein in dieses Feld, so erkennt man auch fließende Übergänge, bzw. sowohl in Anschauungen als auch in der Praxis. Zum Beispiel zeigt sich, dass schon im Pali-Kanon typisch mahayanische Elemente nachweisbar sind. Und demgegenüber sind "typisch theravadische/hinayanische Praktiken" anzuwenden in vajrayanischen Gemeinschaften eine Selbstverständlichkeit (sofern sie seriös sind).

    Ich verstehe Deine Antwort, Igor, das ist auch mir eine Selbstverständlichkeit, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren.

    Aber das war ja hier nicht das Thema, sondern das Thema, auf das ich mich hier berufen habe, war die Aussage von ewald #262, mit meinem Appell dazu, dass alles, aber auch absolut Alles die Chance auf Erleuchtung beinhaltet.

    Und das verstehen Viele nicht, besonders nicht Solche, die den Buddhismus nur von außen betrachten.


    Es kann nicht schaden, die Lebensläufe der Mahasiddhas zu studieren, um hier tiefer einzudringen.

    Ist sich über das 'Ich' oder 'Nicht Ich' in ausschweifender Konversation zu streiten nicht zu sehr Kindergarten? Als Mensch mit gewissen Lebensjahren sollte das Gespür für die Persönlichkeit eindeutig sein und wenn nicht, ist dringend Therapie notwendig. Wer nichts spürt, ist wie gesagt nicht erleuchtet, sondern selbstständig, nicht lebensfähig. Kein Mensch in Europa hat bisher die Erleuchtung so wie Buddha erfahren, da steht das Loslassen des Egoismus nicht zur Debatte. Ein Mensch, der im Kapitalismus nicht egoistisch sein kann, verreckt, sank und klanglos*).

    *)Ich war mal wieder heftigst irritiert, aber dann dachte ich: ein gefundenes Fressen für Bastian Sick! - Gemeint: sang- und klanglos, nicht wahr?

    Zuerst verreckt der Mensch, aber erst nachträglich sank er :eek: . Undzwar ohne Klang. :rofl:


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    Schau mal , ewald, die Welt ist sowas von vielfältig, dass wir auch den "Kindergarten" brauchen. Gäbe es ihn nicht, so würde in der Vielfalt etwas fehlen, aber das wäre widersprüchlich. Es sei denn, man zählt diese Widersprüchlichkeit ebenfalls zu einem dieser unzähligen Aspekte der Vielfalt.

    Allerdings, ob man nicht lebensfähig ist, wenn man selbstständig ist, das bezweifle ich.

    Ob kein Mensch in Europa bisher die Erleuchtung so wie Buddha erfahren hat, wissen wir nicht.

    Und kann man Egoismus loslassen? Das Nicht-Loslassen von Phänomenen aller Art ist ja eine Ausdrucksweise des Egoismus. Mit anderen Worten, lässt man sämtliche Phänomene los, so ist der Egoismus automatisch aufgehoben. Deshalb erscheint es mir seltsam, am Egoismus - an sich - zu hängen. Sehr seltsam.

    Zuguterletzt: Genau wie den Kindergarten, so brauchen wir auch den Kapitalismus.

    Ich habe an anderer Stelle kürzlich gesagt:

    1. im Theravada versucht man Hindernisse zu vermeiden.

    2. Im Mahayana/Vajrayana arbeitet man mit den Hindernissen.

    Den zweiten Punkt finde ich wesentlich interessanter. Dass er gleichzeitig natürlicher ist, steht hier ohne Frage.

    Wie du meinst, ich finde die Lehre des anatta ist richtig.

    Das kannst du gar nicht, weil du ja kein Ich hast, deshalb kannst du auch nichts "richtig finden" und von dir reden.

    Ich glaube, Du bist auf Krawall gebürstet.

    Hast Du denn ein Ich?

    Vielleicht denkst Du, Du habest kein Ich. Aber das behältst Du fein für Dich, dass Du das denkst, denn dann könnte man Dich ja entlarven. Lieber vorher noch ein bisschen Krawall machen, basierend auf Unverständnis, bevor Du früher oder später gesperrt wirst.


    Hallo an Alle:

    hier gibt es jemanden, der an ein Ich glaubt, wenn jemand sagt, es gäbe kein Ich, und der nicht an ein Ich glaubt, wenn ein Anderer sagt, es gäbe ein Ich. Immer das Gegenteil, und tralala.

    Wenn jemand so danach strebt, sich wichtig zu machen, dann hat er ein Ich.


    Aber keiner hier versteht aus tiefstem Grunde, was es mit dem unsäglichen Ich nun wirklich auf sich hat. Ich auch nicht.

    Von dem (philosophischen) Sich bewegen auf der relativen und auf der absoluten Ebene hast Du, Frei, wohl noch nie etwas gehört. Interessiert Dich auch nicht die Bohne. Ist zu mühsam, macht ja Arbeit. Also lieber hier krawallig aufmischen. Macht jedenfalls mehr Spaß.

    Tenzin Palmo (britischstämmige Nonne aus dem tibetischen Buddhismus) hat sich für 11 Jahre in eine Höhle zurückgezogen. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tenzin_Palmo


    Ich hatte noch nie den Drang verspürt auf solche Heremitage.

    Als sie den Titel "Jetsunma" feierlich erhielt, war ich dabei. Es wurden gleichzeitig noch zwei andere Ereignisse gefeiert, aber ich kann mich nicht mehr genau darauf besinnen, was es war. ich meine, es war ein runder Geburtstag ihres Gurus, dem 12. Gyalwang Drugpa, und möglicherweise noch ein Klosterjubiläum.

    Es war eine riesige Feier mit Massen von Besuchern. Die ganze Tempelanlage war mit Unmengen von Girlanden geschmückt, und ich kann mich noch an die riesigen Essenstöpfe erinnern, um die Menschenmenge zu beköstigen.

    Als ich noch jung war, hatte ich mal den Spleen, auf einem Friedhof zu übernachten. Ich konnte mich von diesem Gedanken gar nicht losreißen und dachte es immer und immer wieder, jeden Tag; der Hintergrund war, dass ich die Yogis bewunderte, über die ich gelesen hatte, dass sie auf Verbrennungsstätten meditierten und sich mit Totenasche einpuderten. Eines Tages war es so weit und ich beschloss, die Idee in die Tat umzusetzen. Doch als es dämmerig wurde, erblickte mich der Friedhofswärter und forderte mich auf, den Friedhof zu verlassen, da er die Pforten abschließen wollte. Da war ich kuriert, denn er hatte mich auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Nie wieder beschloss ich eine Wiederholung des Versuchs.


    Es erinnert an das Gedicht von den zwei (Hamburger) Ameisen (von Matthias Claudius, glaube ich):

    Es waren mal zwei Ameisen, die wollten nach Australien reisen.

    In Altona auf der Chaussee, da taten ihnen die Beinchen weh,

    und sie verzichteten weise auf den restlichen Teil ihrer Reise.

    Leonie,

    ich habe mir das Buch von Uwe Lehnert: "Warum ich kein Christ sein will" bestellt.


    Zitat

    Ja, es gibt Rezensionen über Uwe Lehnerts Buch “Warum ich kein Christ sein will”. Eine davon stammt von Roland Fakler, der das Buch als ein Manifest für eine naturalistisch-humanistische Weltsicht beschreibt1. Er hebt hervor, dass Lehnert mit Argumenten und gesundem Menschenverstand überzeugen möchte und nicht darauf aus ist, um jeden Preis Recht zu haben. Fakler betont, dass das Buch sich im ersten Drittel viel Raum nimmt, um das aktuelle Weltbild als Forschungsergebnis der modernen Naturwissenschaften zu erklären, und dass der Autor im zweiten Drittel des Buches die Willensfreiheit bestreitet und mit der Theodizee-Frage voll ins Thema einsteigt. Im letzten Drittel widmet sich Lehnert dem neuen Weltbild des säkularen Humanismus1.

    Eine andere Quelle beschreibt das Buch als eine kritische Auseinandersetzung mit dem christlich-kirchlichen Glauben und hinterfragt dessen Glaubwürdigkeit2. Es wird erwähnt, dass das Buch ohne Überheblichkeit und falsches Pathos in spannender und zugleich fundierter Form geschrieben ist2.

    Diese Rezensionen sprechen von einem tiefgründigen Werk, das zum Nachdenken anregt und eine kritische Betrachtung des christlichen Glaubens bietet. Wenn Sie sich für weitere Details interessieren, können Sie die vollständigen Rezensionen über die angegebenen Quellen nachlesen12.


    Hier die Antwort der KI auf meine Frage nach Rezensionen.

    In den letzten Tagen dankenswerter Weise durch die Beiträge von so manchen hartgesottenen Gläubigen habe ich mich intensiver gefragt, woher denn der Glaube an einen Gott in den berühmt-berüchtigten abrahamitischen Religionen kommt. Liegt es am Gehirn und seinem Modell, liegt es an der Evolution oder an den Drohungen in der Gesellschaft für Häretiker und wie kommt es, dass ich diese "Leerstelle" des Selbst nicht mehr mit irgendwas erfüllen will - wobei die Frage, wie das nun geworden ist, mit der Religion mir weniger interessant ist. Ich frage vielmehr, wie kommt man davon los und empfindet dies nicht als Verlust sondern als Befreiung.


    Ich fand dann einiges im Netz - z.B. ein Buch von Uwe Lehnert -

    Uwe Lehnert

    Warum ich kein Christ sein will


    Aber auch das Buch von Wilmar Thiemann, Religion - ReLÜGion - ist zu empfehlen.

    Interessant ist, dass der Monotheismus mit (W)wüsten(-ähnlichen)-Landschaften verbunden ist und in solchen auch entstanden sein soll. Gleichzeitig finde ich den Ursprung von Jahwe als Wettergott interessant.

    Und ebenso spannend ist das klassische soziale Gefüge einer Primatengemeinschaft mit Alpha-Männchen. Der (Über-)Gott repräsentiert das ursprüngliche Alpha-Männchen, letztendlich als "Über-Alpha-Männchen", und das finde ich sehr bedeutsam, denn das "Über-Alpha-Männchen" herrscht nun über die Alpha-Männchen, die wiederum über die Kleingruppen herrschen. Das verleiht den Alpha-Männchen eine größere Macht als vorher, indem es schließlich übergeordnete Strukturen ausbildet: Beispielsweise als Vorläufer moderner Staatsgefüge einerseits, andererseits zum Kirchenstaat und Ähnlichem.

    Dies alles würde aber nicht funktionieren, wenn es nicht einherginge mit der ein- bzw. angeborenen Ehrfurcht der einzelnen Mitglieder-Individuen. Über die Ehrfurcht nun, da hat vor ca. 25 Jahren Andrew Newberg u. Co. Experimente mit Meditierenden und den damals möglichen Bildgebenden Verfahren durchgeführt, Näheres in dem Buch "Der gedachte Gott"; es hat etwas mit veränderter Hirnaktivität zu tun, und hier wiederum spielt der Mandelkern im menschlichen Gehirn, der bei Tieren für die Regulierung von Furcht und Fluchtreaktionen verantwortlich ist, eine gewisse Rolle, indem er sozusagen als Transformator zwischen Furcht zu Ehrfurcht fungiert. Doch bis heute sind die Forschungen darüber längst nicht abgeschlossen und man kann gespannt sein, was dazu noch herausgefunden wird.

    Ebenso haben die biochemischen Prozesse besagter Ehrfurcht etwas mit Hingabe zu tun, welche gerade in Richtungen des Großen Fahrzeugs im Buddhismus (Mahayana/Vajrayana) besonders wichtig sind und hervorgehoben werden. Es ähnelt einigen Aspekten des "Glaubens" im monotheistischen Sinn; was aber den Glauben betrifft, da muss man zumindest grob unterscheiden in drei Aspekte: den rationalen Glauben ("ich glaube, heute wird es Gewitter geben", "ich glaube, mein Klavier ist verstimmt"), die bedingungslose Hingabe als eine Art innerer Öffnung durch Strömung des Herzens, und das Überspringen in den negativen Aspekt (Fanatismus), der, laut Bildgebender Verfahren, Suchtmerkmalen nicht unähnlich ist.

    Suchtmerkmale wiederum sind keine Verirrung der Natur, sondern wirkten unterstützend beim (Überlebens-)Kampf konkurrierender Gruppen.

    Es scheint, dass in diesem Sinne die Art, wie unser Gehirn tickt, sehr wichtig war für die Weiterentwicklung der Kultur der Menschheit. Auch scheint es, dass Religion zwar weiterhin ebenso wichtig ist für das soziale Gefüge und den Umgang miteinander, allerdings in ihren alten, erstarrten Ausbildungen überholt ist.


    Ich selbst wurde zunächst ohne Religion erzogen. Jedoch ist es unvermeidlich, dass ein Kind in seinem sozialen Umfeld doch mit dem einen oder anderen Aspekt in Berührung kommt, in welcher Form auch immer.

    Vieles befremdete mich, es gab Situationen, die brachten mich zum Kichern, andere machten mir Angst; ich war nicht vorbereitet.

    Doch spätestens, wenn man in die Schule kommt, wird man mit Elementen der in der Heimat vorherrschenden Religion bekannt gemacht.

    Die letztendliche Schlussfolgerung ist für mich, dass meine bewusste Abkehr von einem über alles herrschenden Gott, den ich erst später kennengelernt hatte, eine echte Befreiung war.

    Dafür bin ich sehr dankbar.


    Leonie, in das Buch von Uwe Lehnert habe ich noch keinen Blick geworfen, aber danke für die Anregung, das wäre mal ein spannender Einblick.

    Übende pflegen meist auch kein Gemeinschaftsleben wie es in kirchlichen Gemeinden üblich ist, sondern treffen sich nur zum Meditieren und Anhören von Dharmavorträgen.

    Hm, dem würde ich nicht zwingend zustimmen. Es trifft vor allem auf das westliche Buddhisten-Leben/-Lebensweise zu. Aber in Asien, wo der Buddhismus herkommt, ist er tief im traditionellen Miteinander verwurzelt und verbunden.


    Ich vermisse das Gemeinschaftsleben in buddhistischen Zentren hier. Es fehlt einfach.

    Vielleicht ist das auch der Grund, warum man nicht selten interessierte Besucher langfristig als "Eintagsfliegen" wahrnimmt.

    Es gibt eine interessante Theorie von Andreas Kilian ("Der Pfauenschwanz der Gläubigen"), wie Religiosität entstand, nämlich aus "kulturell verselbstständigtem Imponier- und Balzverhalten"

    Das finde ich sehr interessant.

    Bei den Bonobos wird ja sexuelles Verhalten zum Stärken der sozialen Bande benutzt. Und die sozialen Bande sind untrennbar mit Religion und Religiosität verknüpft. Allerdings dominieren bei den Bonobos die Weibchen, was in der frühen Menschheitsgeschichte auch der Fall gewesen sein soll.

    Während Milinida der graeco-indische König Menadros I von Bakterien ist, der sich zur Lehre Buddha bekannte.

    Hihi! Du meinst Baktrien, nicht wahr? :party:  Baktrien – Wikipedia


    Hm, vielleicht waren es verschiedene Einflüsse, weshalb der Buddhismus damals nicht dauerhaft Fuß fassen konnte. Nach der Zeit Alexanders gründeten seine Generäle eigene Königreiche, dann kamen auch noch die Hunnen dazwischen, nicht zuletzt die islamische Eroberung im 7./8. Jahrhundert.

    Weniger kann ich mir vorstellen, dass polytheistische Glaubenssysteme die Etablierung abbremsten; schließlich hat ja der Buddhismus auch in anderen polytheistischen Systemen, wie auch Geister- und Ahnenglauben u. ä., Fuß gefasst, indem er das Vorhandene einfach assimiliert hat. Das soziale Gefüge scheint mir da doch eher ausschlaggebend zu sein, möglicherweise war da nicht alles kompatibel.


    Insgesamt weiß ich aber zu wenig darüber.

    Es sind vielmehr meine Mutmaßungen, dass die Kombination verschiedener Konstellationen in der damaligen Epoche eher ungünstig wirkten.


    Aber es ist eine sehr interessante Frage! Die hatten wir hier, glaube ich, noch nicht.

    Männlichkeit ist Stärke, sowohl körperlich als auch geistig. Männer sind durchsetzungsfähig, unnachgiebig und wirken dominant, was anziehend wirkt. Bei ihnen fühlt man sich sicher und holt sich gerne Rat und Hilfe, wenn es Probleme gibt.

    Bei einem Mann fühlen sich andere sicher und geborgen. All dies hat mitnichten etwas mit Aggression zu tun, sondern vielmehr mit Präsenz und Ausstrahlung. Hilfreich ist es, hochgewachsen und breitschultrig zu sein, um diese Attribute auch körperlich auszudrücken.

    Oft bestärken und erleichtern äußere und innere Merkmale in diesem Zusammenhang, was sich auch in entsprechenden Rückmeldungen im echten Leben zeigt, besonders wenn man jemanden kennenlernen darf.

    Ja, und ich möchte das unterstreichen: der Gesamteindruck ist ausschlaggebend und beeinflusst das Empfinden über männlich oder weiblich.

    Aber manchmal ist ein Gesamteindruck nicht möglich; in einem Forum zum Beispiel. Die Meisten hier wissen nicht, wie die Diskussionsteilnehmer aussehen und sich im Alltag benehmen.

    Und bei mir zum Beispiel ist es sehr lustig: das Internet glaubt, ich sei ein Mann. Ich kriege immer solche Männer-Reklame zugespielt: Autos und sonstige Technik, Frauen in sexy Unterwäsche und Strapsen, die man bestellen soll, Werkzeug vom Baumarkt undsoweiter.

    Ich amüsiere mich stets köstlich darüber. Keine Ahnung, wie das entstanden ist.

    Von daher ist doch ganz viel was wir so ganz natürlich machen, in diesem Sinne "eitel". Also dass ich mich freuen, wenn andere mich toll finden, dass ich auf handwerkliche Fähigkeiten stolz bin, dass ich mir was auf meinen Job einbilde oder mein Wissen oder eben auf den Buddhismus. Dies alles würde ein christlicher Mönch als "eitel" sehen und ein Buddhist als Anfahren an Zusammen gesetzem, Bedingten. Ganz normal - ja. Auch ganz natürlich und nachvollziehbar.

    Viele von uns mögen ein Problem damit haben; das kann mit unserer westlichen Kultur, die ja durch das Christentum geprägt ist (auch wenn man selbst nicht christlich erzogen wurde!), zusammenhängen, oder auch, wenn man Buddhist ist, dass man es (eben wegen dieser westlich-kulturellen Wurzeln) aus theravadischer Sicht sieht.

    Kurz gesagt ist es so:

    Im Theravada versucht man Hindernisse zu vermeiden,

    im Mahayana/Vajrayana arbeitet man mit den Hindernissen.