Beiträge von Stawrogin

    So Pauschal kann man das bei Zen nicht beschreiben, so ist der Standpunkt Dogens, dass Praxis die Manifestation der Buddhanatur selbst ist und kein Weg/Üben für ein zukünftiges Erlebnis..

    Ja, ich kenne die Position von Dogen ebenfalls, aber dennoch gibt es doch DENN Moment (ganz Egal ob Momente eine Illusion sind, und es nur das jetzt gibt), wo Dogen eben erkannte das alles, ebenfalls das tägliche Zazen eine Manifestation der Buddhanatur darstellt, eben Satori, über diesen Moment spreche ich.

    Vom Zen-Buddhismus kenne ich die Beschreibungen der plötzlichen Erleuchtung - Satori. Wenn man so will, könnte man das Satori im Zen auch als eine Stufenweise Entwicklung betrachten, dessen Vorbereitung das tägliche Zazen darstellt, auch die bekannten Ochsen-Bilder stellen eine art Prozess da:


    Der Ochse und sein Hirte


    Doch wird es dennoch eher als plötzlicher und unerwarteter Moment der Realisation der Nondualität beschrieben. Vom Theravada kenne ich solche Schilderungen nicht, das könnte vielleicht daran liegen, das eher das recht langsame Abfallen von Dukkha mehr im Fokus steht wie mystische Erfahrungen. Daher meine Frage: Wird im Theravada die Erleuchtung als ein Stufenweiser Prozess erlebt, der sich irgendwann nach Jahrzehntelanger Praxis langsam einstellt oder geschieht es ebenfalls plötzlich? Was ist mit der uns allen berühmten Erwachung von Siddhartha zum Buddha unter dem Bodhi-Baum?

    Die Regeln der thailändischen Waldtradition werden hochgehalten, was ich sehr begrüße.

    Inwiefern unterscheiden die sich von den Regeln anderer Theravada-Klöster?


    Alle Theravada Klöster müssen die Vinaya Regeln befolgen, ich glaube der unterschied der Waldtradition ist, das sie besonderst asketisch sind und das mit dem im Wald leben als ein besonderes Ideal nehmen, es wird ja oft in denn Sutten dieses hier erwähnt:


    ...wenn der Bhikkhu Achtsamkeit und Wissensklarheit besitzt, dann schult ihn der Tathāgata weiter: 'Komm, Bhikkhu, ziehe dich an eine abgeschiedene Lagerstätte zurück: in einen Wald, an den Fuß eines Baumes, auf einen Berg, in eine Schlucht, in eine Berghöhle, an eine Leichenstätte, in ein Dschungeldickicht, auf ein freies Feld, auf einen Strohhaufen.


    Aber das wird wohl in Burmesischen und Srilankanischen Klöster wohl auch oft so gemacht. Was noch die Thailändische Waldtradition auszeichnet sind diverse asketische Übungen, Dhutanga gennant aus dem Visuddhimagga:


    Visuddhi Magga II Index


    Auch zeichnet sich die thailändische Waldtradition von anderen ab, in dem das ganze als eine art Gemeinschaftsprojekt verstanden wird, wo der Wert der Gemeinschaft eine große Rolle spielt.


    Ich würde gerne hier noch eine sehr gute Dokumentation über die Waldtradition empfehlen:



    Wenn Du auf einen Ertrag aus bist, dann verfehlt Meditation mmn ihre Wirkung. Meditation offenbart sich in dem Moment in dem Du sie ausübst. Du solltest sie aber nicht nur auf die formale Übung beschränken, sondern sie auch in den "Alltag" mitnehmen und die täglichen Dinge in ebendieser Haltung verrichten. Dann kann sich dies immer in diesem Moment Hierjetzt entfalten


    Entfaltung beherbergt ja einen Prozess und Prozess hat ja was mit der Zeit zu tun die von einem Moment in denn anderen Moment überfließt und somit auch eine Kausalität auslöst, also einen Ertrag von entweder heilsamen oder nicht-heilsamen Zuständen. Ich glaube schon das in der Meditation es sich ähnlich verhält wie in allen anderen restlichen Dingen des Lebens: Esse ich viel, werde ich dick, so unpoetisch es sich auch anhört, ist das doch der Kern von der Buddha-Lehre, das alles seine Ursache und Wirkung hat, jede Tat trägt die jeweiligen Früchte. Auch die Meditation wird Früchte tragen, wenn man das verneint - dann vergleiche man doch bitte die erste Meditation mit der Meditation nach einem oder zwei Jahren.

    Ich finde man kann das Wunder erahnen, daran teilhaben, in dem man die Worte des Buddha im PK liest.

    :sunny:

    Wie Buddha das gesagt hat, wie er Gesprochen/Gesungen hat geht durch die Schrift verloren. eigentlich müsste es da noch eine Notenschrift beigefügt sein. Wir werden nie die Gesänge des 13 Jahrhundert hören können auch wenn wir die Notenschrift haben. Wir wissen auch da nicht wie der Komponist das betont haben wollte.


    Das interessante ist, das singen im Patimokkha der Mönche und Nonnen verboten ist, da es zur Unachtsamkeit führt. Wie es auch zum Beispiel hier heißt:


    Zitat

    A.V.209 Der singende Vortrag der Lehrtexte - 9. Gītassara Sutta

    Wer, ihr Mönche, die Lehre in gedehntem, singendem Tone vorträgt, hat fünf Nachteile zu erwarten. Welche fünf?

    • Selber verstrickt er sich in seine Stimme;
    • auch andere verstricken sich in seine Stimme;
    • die Hausleute werden unmutig darüber und sagen: 'Genau wie wir singen, so tun es ja auch diese Asketen des Sakyersohnes!';
    • wer auf den Tonfall bedacht ist, dessen geistige Sammlung wird unterbrochen;
    • sein Anhang aber ahmt seinem Beispiel nach.


    Wir können daraus sicher schließen, das der Buddha nicht gesungen hat, was natürlich nicht heißen muss, das er wie ein Roboter in Pali-Kanon Manier gesprochen hat.

    Auch wenn ein wenig Offtopic: Ich habe mir noch vor kurzem Gedanken über Wunder und ähnliche Phänomene gemacht. Irgendwie treffen wir auf transzendentale Wunder in jeder Religion bzw. in jeder Kultur. Ich mein die ganze Antike oder Mittelalter strotzt nur so vor Fabelwesen, Halbgöttern, Riesen, Zombies, Drachen, Lichtwesen oder Magiern ähnlich wie bei Game of Thrones oder Herr der Ringe usw. Doch je mehr man sich zu unserem Jahrtausend bewegt, desto weniger werden diese Erzählungen. Ich mein wo sind denn jetzt all die Menschen die anscheinend physikalische Grundgesetze außer Kraft setzen können?


    Es gibt sogar Institutionen die solchen Schlag von Menschen mehrere Millionen Dollar anbieten, bei nur der geringsten "Vorahnung" von einem Wunder oder "echter Magie", bis heute hat sich keiner gemeldet der wirklich empirisch überprüft worden ist auf die Echtheit seiner angeblichen Wundertaten. Da frage ich mich nun, waren die frühen Zeiten wirklich überseht von Scharlatanen und Lügnern? Wurde vielleicht vieles mehr leichtgläubiger hingenommen weil zum jeweiligen Zeitpunkt eben keine andere Erklärung da war? Wir können ja eine art Post-Wunder heute beobachten zum Beispiel im Internet, wo Lügen auf Sozialen Netzwerken und Nachrichten-Seiten gestreut werden und sich als "Wahrheiten" etablieren, eben "Fake-News". Wie zum Beispiel der Einmarsch der US Armee in denn Irak, 2003, wo hellsichtig biologische Waffen prophezeit wurden. War vielleicht die Sache mit denn Wundern und übernatürlichen Kräften früher auch eine art "Fake-News" oder gab es sie vielleicht tatsächlich? Ich mein es kann doch nicht wirklich sein, das alle gelogen haben oder doch?:erleichtert:

    Ich hab noch nie verstanden was "paranibbana" eigentlich sein soll. So eine Art Super-Nibanna nehm ich an, aber da Nibanna doch schon ein absoluter Begriff ist, erschließt sich mir nicht, wie man das noch "steigern" sollte - und warum überhaupt.

    Kann sein, das ich mich irre, aber "Nibbana" kann auch mit diesem Bewusstsein und mit diesem Körper noch erfahren werden, also im "irdischen" Leben, wo hingegen das "Paranibbana" erst nach dem Tode eintritt und somit das eigentliche Nibbana ist. Wie gesagt, vielleicht irre ich mich, bitte um Korrektur, falls das so ist.

    Bei mir ist es auch ähnlich verlaufen bis ich zum Palikanon gekommen bin. Als erstes war da Osho, dann irgendwann mal Eckhart Tolle, dann Advaita-Vedanta Lehrer wie: Ramana Maharishi und Sri Nisargadatta Maharaj, dann der Sprung zum Buddhismus, nämlich zum Zen-Buddhismus, Zen-Geist - Anfänger-Geist usw. und erst dann so langsam rüber in Theravada-Texte, einschließlich des Palikanon. Was man vielleicht noch sagen müsste, das ich im Wechsel zur "Östlichen Spiritualität" auch permanent westliche Philosophie gelesen habe und wohl unbewusst eine Brücke schlagen wollte. Bin dafür allen dankbar auf dem Weg.

    Werter Accinca, hast du denn Text von Ajahn Amaro überhaupt gelesen?

    Nun ja, ein Vorschlag war das nicht, eher eine Überlegung. Ich sehe das eigentlich ähnlich wie Du, Helmut.

    So bewandert bin ich nicht im Palikanon, aber um ehrlich zu sein, habe ich es bis jetzt noch nicht gelesen, aber ob im frühen Buddhismus es eine esoterische Seite gab, also etwas was "Geheim" war, da bin ich stützig, denn laut der Lehrreden soll Buddha mal gesagt haben, das es keine Geheimnisse in seiner Lehre gibt und er hier und jetzt alles auf denn "Tisch" legt.

    Manchmal, wenn ich mir das hier so anschaue, frage ich mich wirklich, ob es nicht besser wäre, ein deutschsprachiges Mahayana und Theravada Forum zu gründen. So wie diese zwei:


    Theravada:

    Dhamma Wheel - Buddhism Discussion Forum


    Mahayana:

    Dharma Wheel - Buddhism Discussion Forum


    Ich glaube kaum, das im jeweiligen Forum gestrieten wird, welche Richtung nun besser ist, denn da hat jeder für sich bereits entschieden, was er nun als gut und wahr erkannt hat und was nicht. Andersrum ist es schade für Menschen die von allen Richtungen gerne lesen, ich persönlich liebe sehr Zen und lese auch etliche Zen-Bücher.

    der in Überzahl von Mahayana-Anhängern geleitet wird, oft so getan wird, als sei der Theravada eine art unlebendiges, unlockeres, steifes Manifest von einer Ansammlung von toten Wörtern und die Leute da nur damit beschäftigt sind denn PK denn ganzen Tag zu lesen, das aber Meditation und die Praxis nicht weniger wie im Zen oder tibetischen Buddhismus eine Rolle spielt, wird irgendwie nie erwähnt.

    Die Frage ist, ob dieser Eindruck nicht eher durch die aktiven Vertreter des Theravada entsteht, die es vielleicht versäumen das ausreichend deutlich zu machen. Denn es ist ja nicht die Aufgabe (und ich sehe das hier auch nicht passieren) von Mahayana-Vertretern, Aussagen über den Theravada zu machen. (Häufiger passiert das genau anders herum...)

    Letztendlich, ist es doch alles Kindergarten. :roll:

    Im Theravada ist das Textstudium sehr wichtig, weswegen die Person des Lehrers zurücktritt.


    Während im tibetischen Buddhismus der Lehrer sehr wichtig ist. Einerseits weil viele fortgeschrittene Praktiken Einweihungen und Übertragungen haben, andererseits auch weil da energetische Aspekte eine große Rolle spielen. Der Lehrer ist nicht nur ein Übermittler von Information sondern auch von Segen und Inspiration.


    Ich würde aber nicht sagen das im Theravada generell der Lehrer keine Rolle spielt, wenn man sich in Thailand die ganzen berühmten Lehrer anschaut, sowas wie Ajahn Chah oder in Burma so jemand wie Mahasi Sayadaw oder moderner: Pa Auk Sayadaw, kann man schwer davon sprechen das im Theravada der Lehrer gänzlich keine Rolle spielt, fakt ist aber, das der historische Buddha selbst als die wichtigste Instanz genommen wird.


    Auch sind im Theravada die Lehrer nicht nur Übermittler von "toter Information" sondern fungieren ebenso als Geistige/Spirituelle Helfer. Was mir einfach auffällt, das in diesem Forum, der in Überzahl von Mahayana-Anhängern geleitet wird, oft so getan wird, als sei der Theravada eine art unlebendiges, unlockeres, steifes Manifest von einer Ansammlung von toten Wörtern und die Leute da nur damit beschäftigt sind denn PK denn ganzen Tag zu lesen, das aber Meditation und die Praxis nicht weniger wie im Zen oder tibetischen Buddhismus eine Rolle spielt, wird irgendwie nie erwähnt.

    Ich sitze in der burmesischen Sitzhaltung, für bis zu 1 Stunde könnte ich sie beibehalten, ohne gravierend darunter zu leiden. Nun frage ich mich, ob es nicht einfacher ist im vollen Lotussitz STABIL zu sitzen und sich das unterstützend auf die Meditation auswirken könnte. Die Frage wäre halt dann nur, wie trainiert man sich sowas an? Vor 10 Jahren ungefähr, als ich regelmäßig Muay Thai trainiert habe und mich täglich dehnte, konnte ich irgendwann mal einen Spagat machen, das sieht heute ganz anders aus, ich frage mich, gibt es Anleitungen, wie man sich denn vollen Lotussitz "antrainieren" könnte? Also, irgendwelche gezielte Dehnungsübungen für die Hüften und Oberschenkel?

    Ich sehe es so, dass es im Buddhismus um das Verlöschen von Gier, Hass und Verblendung geht. Und mit Nibbana nichts anderes gemeint ist. Wenn man sich für das Verlöschen von Bäumen oder Flüssen oder Universen interessiert, fragt man einen Biologen oder Geologen. Und wenn einen das Verlöschen von schwarzen Löchern interessiert, dann am besten einen Astronomen.


    Die Frage, ob wenn viele Leute ihre Gier überwunden haben, dann der Wald auch weg ist, kommt mir als eine total unnötige Verkettung vor. Im Bezug auf die Begierde ist doch der Wald egal und im Bezug auf den Wald ist die Begierde egal. Wir sind doch keine Biber.

    Also negierst du das Jenseitige somit in der Lehre des Buddha? Wenn Nibbana als nur das verwehen von Gier, Hass und Verblendung angesehen wird und nach dem Tode somit nichts weiter kommt, als das, was die Materialisten als das "Nichts" bezeichnen, würde für mich persönlich die Anstrengung sich zu bemühen Gier, Hass und Verblendung auszulöschen keinen Sinn machen und wäre somit auch als ziemlich absurd zu deklarieren, das wäre im Kontrast zur Buddhistischen Lehre ungefähr so, das man sich abtrainieren will - permanent "geil" zu werden oder die Lust/Bedürfniss Wasser zu trinken, also irgendwie nicht der biologischen-Natur der Menschen entsprechend und somit nichts weiter als eine dümmliche Selbstkasteiung. Dann kann man auch seine Zeit "hier" einfach nur in Ruhe absitzen und hat dann bald sowieso die endgültige Ruhe, für die Ewigkeit.

    Was bleibt von der Welt bzw. vom Samsara übrig, wenn alle Wesen die die fünf Skandhas besitzen ins Nibbana verwehen? Werden die Flüsse, die Meere, die Wälder, der Mars, die schwarzen Löcher usw. weiter existieren? Und wenn ja, würde Slavoj Zizeks Aussage: "Das Universum ist das dümmste Ding das ich je gesehen habe" um so mehr Sinn machen?

    Guatama Buddha erfuhr mit 35 Jahren Befreiung, d.h. seine Verblendungen verwehte. Danach zog er 45 Jahre in Indien herum, lehrte und baute den Orden auf. Wenn ich dich richtig verstehe, gehst du davon aus, dass nicht seine Verblendungen verwhnten sondern er selber sich irgendwie auflöste. Dafür gibt es keinen Hinweis. Er wandelte weiter herum, aß, trank, ging, schlief und sprach. Und es ist nicht einzusehen, warum das bei anderen Leuten anders sein sollte, oder warum desegen Flüsse und Meere irgendwie in Mitleidenschaft gezogen werden sollten.

    Nunja, ich meinte nicht das der Buddha sich physikalisch auflöste nach der Erleuchtung, sondern nach seinem Tod sich ins Parinirvana "auflöste". Aber ich verstehe worauf du hinaus willst, das es um die Befreiung von Gier, Hass und Verblendung, also vom leiden/dukkha hier und jetzt geht, jenseits von unseren Konzepten bzw. Spekulationen.