Posts by Anandasa

    Ich habe vom Pali-Kanon die mittlere Sammlung in einer sehr guten Übersetzung. Habe mir mal vorgenommen es durchzulesen. Ich habe bis jetzt nicht einmal ein Viertel gelesen. Immer gibt es irgendwas was mir zu denken gibt.


    Ich lese auch viele weniger in buddhistischen Büchern als in der Anfangsphase. Dafür praktiziere ich viel mehr. Meditiere mehr und besser, bin im Alltag achtsamer.


    Es mag sein, dass mein "Schriftenstudium" nachgelassen hat, aber mir ist sehr bewusst, dass ich ständig was tun muss um im Kopf klar zu bleiben und im Herzen gesund zu bleiben. Wut, Hass und Gier nagen ständig am klaren Geist und dem freundlichen Herz.


    Meditieren ist für den Kopf was Zähne putzen für die Zähne ist. Lasse ich nach mit Meditieren und Achtsamkeit fange ich im Kopf zu zerfallen an und das kann im Alter dann nicht gut rauskommen. In der Gegenwart wird die Zeit dann nicht gut genutzt. Deswegen versuche ich in Übung zu bleiben. Lesen tue ich auch noch, aber nebenbei. In meiner Anfangszeit im Buddhismus war es andersrum.

    Das ist mein Problem mit Psychotherapien. Sie scheiterten mit großem Unbehagen, sodass ich die Kontakte dazu sehr schnell abgebrochen habe.

    Ich hatte mal ein paar ziemlich ungemütliche Chefs. Eines abends kam ich nach Hause und meine Frau sagte, dass sie dieses ernste Gesicht von mir nicht mehr sehen kann. Ich solle mir eine neue Stelle suchen und bis dahin mir einen Therapeuten suchen.


    Also habe ich das gemacht und mein Eindruck vom Therapeuten war eher der, dass er auch nur mit Wasser kocht und allgemeine Hilfestellungen gibt. Meine Schlussfolgerung war danach, dass mir der Buddhismus eine bessere Psychotherapie ist.


    Ich kann mich täuschen, weil ich keine Ahnung davon habe, aber bei schwereren Fällen besteht Psychotherapie auch eher in Abgabe von Medikamenten (die dann süchtig machen, woraufhin Ausschleichen ein Problem ist) und mit Therapie sind sie dann auch mit ihrer Weisheit am Ende.

    Ich passe solche Sachen dann einfach gnadenlos an meine Bedürfnisse an. Muss ich auch nicht irgendjemanden erzählen, der sich drüber aufregen würde. Mach ich einfach. Das hat sich auch irgendwann jemand ausgedacht. Der Gedanke zählt und nicht das sklavische Nachmachen.


    An Stelle der Frau, von der Amdap erzählt hat, würde ich die Männer durch Frauen austauschen oder durch eine gemischte Gruppe. Ich sage den Leuten im Tibethaus nicht, dass man auf das Eintreten ins Nirvana nicht verzichten kann. Ist der entsprechende Geisteszustand erreicht, ist man in dem Moment im Nirvana. Drückt man auf den Lichtschalter, geht das Licht an. Darauf kann man nicht verzichten. Ich ersetze die Bodhisattvas durch Jesus und mache so für mich selbst weiter und fertig.

    Hast Du trotzdem einen Lehrer, Anandasa ?

    Nein, ich habe keinen. Ich nehme hin und wieder an Workshops teil im Tibethaus in Frankfurt. Wegen Corona die letzten 2 Jahre jedoch fast weggefallen. Der dortige tibetische Lehrer Dagyab Rinpoche zuzuhören mag interessant sein. Als Lehrer ansehen geht mir dann zu weit, wenn es dann z.B. wie selbstverständlich als wahr angesehen wird, dass dieses einmal in Indien gefundene Kind sich tatsächlich an ein früheres Leben erinnern kann. Es gibt unendlich viele gute buddhistische Bücher um daraus zu lernen oder den Palikanon. Für konkrete Fragen kann ich mich hier ans Forum wenden.


    Ich würde es mir aber schon gefallen lassen, wenn mir ein Zen-Meister eine Aufgabe stellt und mich z.B. fragt was ich in letzten Leben gewesen bin. Das ist kein schulmeisterliches Verhalten order irgendeine Lehre, der ich folgen muss, weil der Meister irgendwas so sieht. Aber Zen bleibt mir fremd. Ich habe keine Verbindung zu Japan. Von früheren Reisen nach Südostasien für eine frühere Firma bin ich Theravada-Länder gewohnt. Das ist Anhaftung, ich weiß. Aber die Erinnerungen an die Theravada-Länder sind psychisch wertvoll und können nicht einfach weggewischt werden ohne dass das unheilsame Spuren hinterlässt. Ich bin den Menschen dort auch irgendwie verbunden.


    Theravada verbunden mit Metta aus dem tibetischen Buddhismus ist für mich eine gute Kombination. Ich lese auch gerne Bücher oder Artikel von Ajahn Buddhadasa, Ajahn Chah, Ajahn Brahm und solche Mönche aus dem Theravada. Das sind sozusagen meine Lehrer - auch wenn nur über das Lesen von Büchern.

    Ja, Anna, wenn es denn Schadenfreude ist mit der entsprechenden hämischen Emotion. So wie auch Anandasa in Beitrag 5 schreibt.


    Den Eindruck "echter Freude über den Schaden" sehe ich bei Haiku nicht, sonst würde er sich auch nicht an uns wenden.

    Ich sehe das als Reflex.

    _()_

    Ich kann mich an kaum irgendwas aus der Kindergartenzeit erinnern, aber schon an eine Szene als ein Mädchen, das sich immer besonders toll fandt, ihre Saftflasche über ihren Kopf hielt und ganz selbstsicher sagte: "Aus der Flasche kommt jetzt nichts raus, weil sie nämlich leer ist!". Es war aber noch ein Rest in der Flasche drin, den man vom Gewicht her kaum spürte. Dieser Rest lief ihr dann auf den Kopf. Das erschrockene Gesicht zusammen mit dem vorher selbstsicherem Auftreten war echt zum Umfallen. Es war während der Mittagspause, während der alle Kinder da waren. Alle haben schallend gelacht.


    Das Lachen war natürlich Schadenfreude, aber es entstand aus der Situationskomik heraus. Es war auch eine gewisse Häme dabei, aber das Lachen war nicht um sich selbst über jemand anderes zu stellen. Dies ist wieder ein Beispiel, dass die Intention den Unterschied für die Rückwirkung auf einen selbst macht und damit für das Karma.

    Ich gehe aus Absicht nirgendwo hin wo man einen Lehrer akzeptieren muss. Ich bin geistige Selbständigkeit gewöhnt. Ich würde den Lehrer eh nicht ernst nehmen. Wenn er etwas kluges sagt, werde ich darüber nachdenken und es übernehmen, wenn ich es als heilsam einstufe. Aber ich würde nie einfach das als wahr ansehen, was irgendein Lehrer sagt.


    Ich bin auch sehr froh darüber immer so verfahren zu sein. Denn es gibt immer wieder Fälle von missbräuchlichen Lehrern. Auch will ich mich nicht ganz einer bestimmten buddhistischen Richtung verschreiben. Jede Richtung hat wieder irgendwelche problemaatische Ansichten, die ich nicht übernehmen will. Auch nehme ich mir gerne aus verschiedenen buddh. Richtungen einfach das raus, was mir hilfreich erscheint.


    U.U. würde ich einen Zen-Meister akzeptieren. Die scheinen nicht vom Schüler einfach Gefolgschaft einzufordern.

    Ich glaube da ich nicht wirklich weiterkomme im Moment in meiner Praxis.


    Denke es wird nicht funktionieren, dass man in der Praxis weiterkommt, wenn man einen Lehrer akzeptiert. Mit dem Lehrer kann man auch reinfallen und einen Lehrer zu haben hat wiederum seine eigenen nachteile. Ich gehe manchmal ins Tibethaus nach Frankfurt oder nehme an den Online-Vorträge oder Meditation von Tenzin Peljor teil. Da lerne ich sehr viel ohne dass ich einen Lehrer annehmen muss. Wenn ich im Wagen die CDs mit den Vorträgen von Tenzin Peljor im Tibethaus Frankfurt wieder mal aufs neue höre, fällt mir jedesmal wieder etwas neues auf, was mir vorher noch nicht klar war. Es gibt auch Voträge von buddh. Mönchen auf Youtube vom Dalai Lama, Ajahn Brahm, Jack Kornfield, Tenzin Peljor, und und und. Das erschließt für mich wirklich neue Horizonte und bringt mich weiter.

    Die Intention macht den Unterschied. Es kann beim anderen schlecht ankommen, aber wenn keine schlechte Intention dabei war, hat es karmisch keine Auswirkungen.


    Meine ältere Schwester muss irgendwie immer die große überlegene Schwester spielen. Sie freut sich über jeden Gelgenheit, jemanden als ihr gegenüber minderwertig hinstellen zu können - besonders bei den Geschwistern. Das ist ein Problem, das sich oft bei erstgeborenen Kindern entwickelt, wenn ein neues Kind kommt und sie plötzlich nur noch die 2. Geige spielen. Es hätte in ihrer Jugend bei einem Therapeuten behandelt werden müssen. Aber sowas wie einen Schulpsychologen gab es damals noch nicht. Dennoch kann man mit 60 Jahren langsam angefangen haben über die Dinge nachzudenken und sich überlegen, was man eigentlich macht. Das nicht zu tun ist karmisch wirksam, denn es fehlt eine positive Intention.

    Ich will dir Jesus Christus sicher nicht ausreden, aber wenn es nur um Hilfe von außen ginge, gäbe es das im tibetischen Buddhismus und im Amithaba Buddhismus auch. Allerdings ist dein Argument mit deinem Kulturkreis in meinen Augen unschlagbar, denn mir scheint die Prägung durch die native Kultur alle bloß intellektuellen Abwägungen zu schlagen.

    Ich habe Jesus bisher immer dafür "verwendet" für andere Menschen zu beten, die ich in meinem Leben sehr sicher nicht mehr wiedersehen werde. Habe aber rausgefunden, dass es mir viel besser geht, wenn ich diesen Menschen direkt mittels Metta-Meditation alles Gute wünsche. Es gibt nicht die Gefahr in dieses "Jammern" reinzukommen wie beim Beten an eine außenstehende Instanz. Ansonsten bete ich zu Jesus, wenn irgendwas in einem Moment echt meine Kräfte überfordert oder ich Angst kriege. Der Geist kann nicht immer absolut alles abfangen ...


    Ich bin zum Schluss gekommen, Jesus als einen sehr wichtigen Lehrer (für Metta) zu sehen so wie Buddha. Ohne übernatürliche Sachen ist der Geist einfach viel klarer und man muss nicht aufpassen, dass er in ein "Jammern" reinfällt oder in ein unselbständiges Denken fällt.

    Wir waren zu Weihnachten im Gottestdienst und als ich die Predigt hörte, fiel mir wieder dieser Thread ein. Die Pfarrerin war in ihrer Predigt ziemlich eindeutig: Der Mensch braucht die Hilfe Gottes, sonst bekommt er im Guten nichts hin. Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied im Christentum zum Buddhismus. Im Buddhismus hilft der Mensch sich selbst, er ist die am höchsten entwickelte Spezie auf der Erde und ist geistig selbständig.

    Es hilft seitlich zu liegen und den Kopf in die Handfläche zu legen bei angewinkeltem Arm. Man kippt dann unweigerlich um, wenn man im Kopf nicht mehr präsent ist, was wiederum das Einschlafen verhindert.

    Hier die „Religiösen“, da die Wachen.

    Hier die „Religiösen“, da die Eigenverantwortlichen.

    Hier die „Religiösen“, da die den Mut haben, sich der Wirklichkeit zu stellen.

    Hier die „Religiösen“, da die Starken.

    Ich habe in meiner Verwandschaft auch einige, die sehr religiös sind. Beide haben ein falsches Verständnis von christliches Gottvertrauen. Um Rentenvorsorge braucht man sich nicht kümmern, weil der Herrgott für sie sorgt. Die Haustür braucht man nicht abschließen, weil der Herrgott auf die Kinder aufpasst und solche Sachen. Manchmal muss man sich schon Sorgen machen. Und das obwohl in der Bibel explizit drin steht, dass man den Herrgott nicht auf die Probe stellen darf (Jesus steht auf einem Felsen und der Teufel sagt zu ihm, er solle doch runterspringen. Wenn er Gottes Sohn sei, würde ihn dieser wohl auffangen). Ist man religiös erst mal abgehoben, ist die Verblendung nicht mehr zu erkennen.


    Aber auch im Buddhismus gibt es Abheben in religiöse Sphären mit Verklärung und Träumereien. Ich denke es bleibt eine Einzelleistung, ob man die Gefahren in der Religiosität erkennt, und hat weniger was mit der jeweiligen Religion selbst zu tun.

    Poesie bedeutet hier, wenn ich Anandasa richtig verstehe - nicht einfach Dichtkunst oder Kunstgenuss, sondern es geht darum den subjektiven Pol des Menschen ( der für den Bäume Haare haben können) zu integrieren.


    Man könnte auch von einer "romantischen Herangehensweise" sprechen. Während ja Buddha dem Romantischen und Subjektiven nicht viel Wert beimißt sondern eher posaisch und nüchtern ist.weniger für Gemüt also.

    Ja, das trifft es ziemlich gut. Ich denke, dass auch ein Grund für die Entstehung des Mahayana darin liegt, dass der Frühbuddhismus manchen Leuten zu trocken oder rational war.


    Wenn man die rationale Ebene verlässt, muss man aber sehr sehr aufpassen. Es kann dann ganz schnell emotional den Bach runtergehen - ohne buddhistische Vorschulung und damit nicht gelernt zu haben den Geist zu beobachten, was er macht, wahrscheinlich noch viel schneller.


    Ich verwende Jesus eigentlich nur zur inneren Sammlung.

    Der weltberühmte Musiker Joao Gilberto und zusammen mit Tom Jobim Schöpfer des Bossa Novas wurde als junger Mann von seinem Vater in eine Irrenanstalt gebracht. Dort fragt Joao den behandelten Arzt: „Sehen Sie, wie der Wind die Bäume enthaart?“ Der Arzt erwidert: „Bäume haben keine Haare!“ „Und es gibt Menschen, die keine Poesie haben“, antwortete Joao. Daraufhin wurde Joao vom Arzt aus der Irrenanstalt entlassen. So die Anekdote.


    Jesus ist die Poesie, die mir im Buddhismus fehlt. Nicht böse gemeint - ich meine es nur so wie ich es gesagt habe ;-).


    Wo bist du, João Gilberto?
    João Gilberto: J.D. Salinger der Musikwelt Die brasilianische Bossa-Nova-Legende JOÃO GILBERTO („The Girl from Ipanema“) ist der geheimisvollste Musiker der…
    dominikimseng.com

    Kann man ja alles machen, wenn man's mag. Aber man kann sich auch einfach hinsetzen, und sich in Frieden lassen.

    Das klingt für mich einleuchtend wie viele Dinge im Buddhismus. Vielleicht ist es auch so und ich benötige noch einen Zwischenschritt. Mal sehen ;-).

    Ich weiß, dass einige im Forum die Threads über Christentum nicht immer so gerne sehen, weil sie halt wohl vom Buddhismus ablenken. Nur eine Sache, die eigentlich klar ist, aber mir vor kurzem wieder deutlich geworden ist: Im Buddhismus kommt nichts von außen, sondern alles kommt aus dem eigenen Innern. Wenn man aber Jesus visualisiert oder gedanklich ein Gespräch führt, kommt dabei quasi "Hilfe" von außen. Der ist nmM der große Unterschied zum Buddhismus, bei dem man sich nur selbst helfen kann.


    Es geht mir nicht darum, dass das Eine besser ist als das Andere. Ich möchte nur kurz festhalten, dass das Sich-Hinwenden an Jesus eine enorme Kraft in sich hat, die man entwickeln kann so wie Metta. Meine Frau hatte wegen schlechter Eltern keine schöne Kindheit. Manchmal wird sie wütend, wenn sie irgendwas an früher erinnert. Es ist mit der Zeit schon sehr viel besser geworden. Aber es kann manchmal ganz schön heftig werden. Ich bitte dann Jesus, dass er mir hilft, und es funktioniert immer. Es hat eine enorme Kraft.


    Man kann jetzt natürlich sagen, dass es auch an vielen anderen und eben auch unbekannten Faktoren liegen kann, dass ich das ganz gut durchstehe. Weil einige dieser Faktoren vermutlich unbekannt sind, kann sich schleichend der Gedanke entwickeln, dass im Gespräch zu Jesus eine gewisse "Magie" liegt. In Wirklichkeit ist dort aber keine, man sieht halt nur die unbekannten Faktoren nicht. Natürlich ist das Ganze so oder so eine Art Autosuggestion. Der Punkt ist aber, dass man sich anders als beim Buddhismus Hilfe von jemanden von außen holt.


    Ich verwende daher Buddha und seine Lehren zur Geistesschulung und auch zur Herzensschulung. Aber ich kombiniere dies mit Jesus, von dem ich mir Hilfe von außen hole. Sollte ich mal im Sterben liegen, werde ich Jesus fragen, ob ich mein Leben gut gelebt habe. Indem ich jetzt an diesen Moment irgendwann in der Zukunft denke, hilft mir dies auch auf dem rechten Pfad zu bleiben und wieder wende ich mich aber an jemanden von außen. Beim Edlen Achtfachen Pfad entwickle ich alles aus mir selbst heraus. Ich spreche mir selbst Metta zu, wenn es schwer wird. Aber es kommt alles von einem selbst. Der Edle Achtfache Pfad ist ganz wichtige Geistesschulung von Buddha, an die ich versuche mich zu halten. Dann entwickeln sich entsprechend positive karmische Konsequenzen.


    Lange Rede kurzer Sinn: Für mich funktioniert es sehr gut, wenn ich mir zur Lehre Buddhas zusätzlich "Hilfe" von außen von Jesus hole. Ich kann Jesus auch sehr gut visualisieren, da er zu meinem Kulturkreis gehört. Ich brauche einfach eine stark positiv besetzte Bezugsperson, die ich mir gut einprägen kann und immer abrufen kann. Der Mensch ist ein sozialen Gruppentier. Er braucht einen Gesprächspartner. Einsamkeit ist ganz schlecht. Deswegen tut es mir jedenfalls sehr gut. Vermutlich hat es auch mit meinem Naturell zu tun. Ich bin vom Naturell her eher ein weicher Mensch und spreche daher auf Jesus gut an.

    Hallo Martin,


    ich habe ihn die letzten beiden Wochen jeweils einmal abends getroffen und wir haben über die Situation und andere Dinge geredet. Der Krebs kann wegoperiert werden, aber es wird vermutlich immer ein bisschen zurückbleiben. Deswegen muss er lebenslang ein Medikament nehmen, dass das Wachstum des Krebs hemmt. Dieses Medikament ist nicht ohne Nebenwirkungen. Auch wird das Gliedmaß nicht mehr normal zu gebrauchen sein, aber es kann immerhin erhalten werden. Das ist für den Alltag sehr wichtig.


    Es sieht so aus, dass er auf diese Weise so 10 -15 Jahre wird weiterleben können. Danach ist alles was dazukommt, ein Geschenk. Dann sind die Kinder aber schon lange mit der Schule fertig und vermutlich auch mit der Berufsausbildung. Das ist schon einmal eine große Beruhigung. Zum Glück arbeitet er beim Staat in einer schulischen Einrichtung und kann sein Stelle dort vermutlich behalten und es bis zur Rente schaffen, wenn er diese 10- 15 Jahre. Das ist für die Existenzsicherung der Familie sehr wichtig. Meine Mutter hatte auch Krebs und ist daran früh gestorben. Deswegen verstehe ich die Situation ein bisschen und kann mich reindenken. Es tut ihm jedenfalls gut, dass er einen Freund von ganz früher zum Reden hat. Das hat psychisch wohl einen gewissen Wert, da gute Erinnerungen aus der Kindheit sehr stark sein können.


    Danke der Nachfrage _()_

    Quote

    Die Menschheit ist nur ein verschwindend geringer Teil des Universums und bei weitem nicht so einzigartig wie wir denken.

    Ja, aber der Mensch hat eine ewige Seele, die nach dem Tod weiterlebt. Das ist nicht ernst gemeint, sondern nur ein kleiner Spaß. Weil ich immer entrüstete Reaktionen kriege, wenn ich das Gegenteil behaupte, dass der Mensch ein Lebewesen auf der Erde ist, das keine ewige Seele hat.


    Warum soll er eine haben? Der Mensch ist ein Lebewesen auf der Erde, das in Folge der Evolution entstanden ist wie alle anderen auch: von kleinen Einheiten zu komplexer zusammengesetzten. Es gibt keinen Schöpfergott und nichts was eine ewige Seele erzeugen kann. Das müsste ein höheres Wesen sein als der Mensch und ein solches Wesen ist auf der Erde noch nicht entstanden.


    Aber dann wurde der Mensch von so einem höheren Wesen irgendwo im Universum erzeugt! Nein, wurde er nicht. Er ist evolutionär entstanden wie alle anderen Lebewesen auf der Erde. Vom Körperbau und vielen anderen Dingen sieht man beim Menschen die Verwandtschaft zu anderen Säugetieren und man sieht die evolutionäre Entwicklung vom Neandertaler und anderen Hominiden bis zu uns, die immer noch Teile des Genoms der Neandertaler haben.


    Mal schauen wie ich diesmal anecke ;-).

    Hallo E1NER,


    das ist nett, dass du nachfragst. Danke :-). Das Laborergebnis ist inzwischen da und es ist zum Glück eine Krebsart, die im Normalfall keine Metastasen bildet. Das MRT vom ganzen Körper hatte auch keine Metastasen gezeigt. Aber zu dem Zeitpunkt wusste man noch nicht, ob das bis jetzt nur Glück ist, es aber noch kommen kann.


    Soweit ist es Glück im Unglück in dem Sinne, dass es im Normalfall nicht zum Schlimmsten kommen wird. Aber auch beim bestmöglichen Therapieresultat wird er körperlich nicht ganz wiederhergestellt sein und es im Alltag nicht leicht haben. Die Behandlung kann bis zu einem Jahr dauern.


    Ich treffe ihn vermutlich diese Woche mal wieder. Dass die festgestellte Krebsart keine Metastasen bildet, war schon mal eine große Erleichterung für ihn. Das ist gut. Seine Mutter ist aber an genau der gleichen Krebsart gestorben. Er wird sehr aufpassen müssen.


    Und danke für das Video.

    Grüße, Anandasa

    Im sB gibt es auch verschiedene Spielarten und Wiedergeburt wird nicht immer grundsätzlich abgelehnt. Für mich ist Wiedergeburt so wirr, dass ich es erst mal zurückstelle. Mit wirr meine ich, dass kaum jemand erklären kann was Wiedergeburt ist. Wenn jemand es erklären will, melden sich sofort jede Menge Leute, die meinen, dass es so falsch erklärt ist. Selber können sie es auch nicht erklären. Was im Pali-Kanon steht ist auch widersprüchlich.


    Dann sehen es verschiedene buddhist. Schulrichtung jeweils verschieden. Das Ergebnis ist ein riesen Durcheinander, um das ich lieber einen Bogen mache. Was ich alles an Zeit reingesteckt habe um zu verstehen was Wiedergeburt im Buddhismus ist, ist bis jetzt alles für die Katz gewesen. Erkenntnis bis jetzt keine, sondern nur immer mehr Wiedersprüche. Deswegen meide ich das Thema genauso wie die Frage, ob es einen Gott gibt.

    Aus dem Abschnitt von Thich Nhat Hanh:


    Zitat

    "Das Bild von Jesus, das uns gewöhnlich präsentiert wird, ist das Bild vom Jesus am Kreuz - ein qualvolles Bild. Es vermittelt keine Freude und keinen Frieden und wird somit Jesus nicht gerecht. Ich wünschte mir, unsere christlichen Freunde würden Jesus auch anders darstellen, vielleicht, wie er in der Lotusposition sitzend meditiert oder Gehmeditation praktiziert.


    Deswegen nehme ich auch die Jesus-Statue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro, weil die mit offenen Armen dasteht ;-).


    Ich würde mal unqualifiziert behaupten, dass die Kirche den gekreuzigten Jesus in den Vordergrund gerückt hat aus eigenem Interesse, weil so den Gläubigen verdeutlich wird, dass Jesus für die Sünden der Welt gestorben ist und die Menschen ihre Sünden nur beim Priester erlassen bekommen (ist bei der evangel. Kirche nicht so, aber die kath. Kirche war ja lange Zeit vorherrschend).


    Und vielen Dank für den Link zum Artikel von dem Andreas Grünschloß. Dieser Artikel ist wunderbar :-).

    Ja, das sehe ich auch so. Das ist jetzt eine These, über die ich jetzt nachdenke: Buddha, Jesus, etc. nur anrufen, wenn man unter großem psychischen Stress ist und kämpfen muss seine Achtsamkeit wiederzufinden oder zu beten einen klaren Geist zu haben.


    Weitere These: Zu Buddha, Jesus nur für andere Menschen beten, wenn es sich nicht um eine Sache aus der Vergangenheit handelt. Sonst läuft man Gefahr gebissen zu werden durch Anhaftung an Vergangenes.

    Ich habe die letzten Stunden darüber nachgedacht. Ich will keinen Kopf über meinen eigenen haben - auch Jesus nicht. Das führt zu einem Denken als ob man ein Dackel wäre. Das will ich nicht, dann kann ich alle Erkenntnisse auch gleich in die Tonne treten. Vor allem kann ich mit einem solchen Denken nicht mehr mir selbst helfen und erwarte Hilfe immer von außen.


    Obwohl ich schon seit Monaten darüber nachdenke, was ich mit Jesus mache, ist mir jetzt die Lösung gekommen, über die ich auch nicht wochenlang nachdenken muss, ob sie so sinnvoll ist oder Denkfehler hat: Jesus ist für mich ein wichtiger Metta-Lehrer. Genau das - und das ist er auch! Meister mag ich schon nicht mehr. Von einem Meister muss ich gefühlt schon wieder bedingungslos irgendwas annehmen. Aber Lehrer ist gut - so wie Buddha mein Lehrer ist.


    Das ist jetzt meine persönliche Ansicht. Aber ich dachte, ich erzähle sie dennoch der Welt, weil ich denke, dass die Idee mit Jesus als wichtiger Metta-Lehrer auch allgemein für andere sinnvoll sein kann.

    Alles soll raus, ob Buddha, Jesus, weiße Tara. Wenigstens so lange ich bete, ohne zu denken.

    Erschafft mein beten, Empfindungen, Wahrnehmungen, Absicht gestalten, in Erinnerungen hängen ist es immer leid auslösend.

    Ja, das sehe ich auch so. Das ist jetzt eine These, über die ich jetzt nachdenke: Buddha, Jesus, etc. nur anrufen, wenn man unter großem psychischen Stress ist und kämpfen muss seine Achtsamkeit wiederzufinden oder zu beten einen klaren Geist zu haben.


    Weitere These: Zu Buddha, Jesus nur für andere Menschen beten, wenn es sich nicht um eine Sache aus der Vergangenheit handelt. Sonst läuft man Gefahr gebissen zu werden durch Anhaftung an Vergangenes.

    Es ist der Rosenkranz - dies ist in der katholischen Kirche eines der zentralen Mariengebete. Häufig wird der Rosenkranz ja gebetet, wenn jemand frisch gestorben ist. Gerade wenn ein Tod sehr abrupt ist, hinterlässt einen das in einem Zustand der Hilflosigkeit, weil man so wenig tun kann. Da hilft vielen der Rosenkranz als eine Praxis die einem da Halt gibt. So wie tibetischen Buddhisten in so einer Situation das Rezitieren des tibetischen Totenbuchs helfen kann


    Da aus der Tatsache dass jemand Trauerndes fertig ist darauf zu schließen dass das nur Mumpitz ist, ist so ungefähr jemand zu vergleichen, der Krankenhäuser für gefährliche Orte halt, weil er dort so viele Kranke und Verletzte antrifft.

    Was ich meinte war, dass man aufpassen muss, ob einem das gut tut oder nicht gut tut. Tut es einem nicht gut, muss man sich fragen, ob man vielleicht was falsch macht. Oder man muss sich fragen, ob man es sein lässt - egal worum es geht und auch wenn es Buddha, Jesus oder die Weiße Tara ist.