Posts by Anandasa

    Ja, das sehe ich auch so. Das ist jetzt eine These, über die ich jetzt nachdenke: Buddha, Jesus, etc. nur anrufen, wenn man unter großem psychischen Stress ist und kämpfen muss seine Achtsamkeit wiederzufinden oder zu beten einen klaren Geist zu haben.


    Weitere These: Zu Buddha, Jesus nur für andere Menschen beten, wenn es sich nicht um eine Sache aus der Vergangenheit handelt. Sonst läuft man Gefahr gebissen zu werden durch Anhaftung an Vergangenes.

    Ich habe die letzten Stunden darüber nachgedacht. Ich will keinen Kopf über meinen eigenen haben - auch Jesus nicht. Das führt zu einem Denken als ob man ein Dackel wäre. Das will ich nicht, dann kann ich alle Erkenntnisse auch gleich in die Tonne treten. Vor allem kann ich mit einem solchen Denken nicht mehr mir selbst helfen und erwarte Hilfe immer von außen.


    Obwohl ich schon seit Monaten darüber nachdenke, was ich mit Jesus mache, ist mir jetzt die Lösung gekommen, über die ich auch nicht wochenlang nachdenken muss, ob sie so sinnvoll ist oder Denkfehler hat: Jesus ist für mich ein wichtiger Metta-Lehrer. Genau das - und das ist er auch! Meister mag ich schon nicht mehr. Von einem Meister muss ich gefühlt schon wieder bedingungslos irgendwas annehmen. Aber Lehrer ist gut - so wie Buddha mein Lehrer ist.


    Das ist jetzt meine persönliche Ansicht. Aber ich dachte, ich erzähle sie dennoch der Welt, weil ich denke, dass die Idee mit Jesus als wichtiger Metta-Lehrer auch allgemein für andere sinnvoll sein kann.

    Alles soll raus, ob Buddha, Jesus, weiße Tara. Wenigstens so lange ich bete, ohne zu denken.

    Erschafft mein beten, Empfindungen, Wahrnehmungen, Absicht gestalten, in Erinnerungen hängen ist es immer leid auslösend.

    Ja, das sehe ich auch so. Das ist jetzt eine These, über die ich jetzt nachdenke: Buddha, Jesus, etc. nur anrufen, wenn man unter großem psychischen Stress ist und kämpfen muss seine Achtsamkeit wiederzufinden oder zu beten einen klaren Geist zu haben.


    Weitere These: Zu Buddha, Jesus nur für andere Menschen beten, wenn es sich nicht um eine Sache aus der Vergangenheit handelt. Sonst läuft man Gefahr gebissen zu werden durch Anhaftung an Vergangenes.

    Es ist der Rosenkranz - dies ist in der katholischen Kirche eines der zentralen Mariengebete. Häufig wird der Rosenkranz ja gebetet, wenn jemand frisch gestorben ist. Gerade wenn ein Tod sehr abrupt ist, hinterlässt einen das in einem Zustand der Hilflosigkeit, weil man so wenig tun kann. Da hilft vielen der Rosenkranz als eine Praxis die einem da Halt gibt. So wie tibetischen Buddhisten in so einer Situation das Rezitieren des tibetischen Totenbuchs helfen kann


    Da aus der Tatsache dass jemand Trauerndes fertig ist darauf zu schließen dass das nur Mumpitz ist, ist so ungefähr jemand zu vergleichen, der Krankenhäuser für gefährliche Orte halt, weil er dort so viele Kranke und Verletzte antrifft.

    Was ich meinte war, dass man aufpassen muss, ob einem das gut tut oder nicht gut tut. Tut es einem nicht gut, muss man sich fragen, ob man vielleicht was falsch macht. Oder man muss sich fragen, ob man es sein lässt - egal worum es geht und auch wenn es Buddha, Jesus oder die Weiße Tara ist.

    In diesem Kontext ggf. inspirierend (dazu über Unterschiede nachzudenken):

    Willigis Jäger

    Da steht:

    Zitat

    Doch nach Jäger war Jesus ausschließlich ein Mensch.

    Genau mein Ding!

    Zitat

    Andererseits hat er keine Schwierigkeiten, Jesus „Gottes Sohn“ zu nennen. Doch das ist für ihn nichts Besonderes.

    Was? Genau nicht mein Ding :oops:


    Aber sinnvoll zu kombinieren macht dieser Willis Jäger auch. Das finde ich eine gute Idee.

    Aber ich bete zu Jesus als einen guten Menschen, den man um Hilfe bitten kann und ...

    Ich wollte hierzu noch erwähnen, dass ich nicht zu Jesus oder sonstwen beten würde ohne buddhistische Vorbildung zu haben, d.h. gelernt zu haben unheilsame Dinge zu erkennen und diese sein zu lassen. Man kann nämlich sehr schnell in einen wehmütigen oder jammernden Modus reinkommen, und das tut einem dann gar nicht gut. Unglücklicherweise meint man dann, dass diese Wehmut etwas mit Substanz sei, das einem helfen würde. Das ist ganz heimtückisch.


    Nach meinem Eindruck passiert das leider im Christentum recht häufig. Einmal bin ich in einer Kapelle gesessen, in der um einen Mann herum eine Gruppe von Leuten saßen, die zusammen beteten. Der Mann in der Mitte machte quasi die Ansage. Ein immer wiederkehrender Satz war irgendwas mit "in der Stunde meines Todes". An mehr kann ich mich nicht erinnern. Eine der Frauen von diesen Leuten war sichtbar schon ganz fertig. Vielleicht ist das irgendeine katholische Praxis. Ich für meinen Teil lasse sowas sein. Ich nehme einfach Jesus statt der Weißen Tara, weil ich mit der nichts anfangen kann, weil nicht mein Kulturkreis.

    Bei der Maranasati Sutta geht es um die "Betrachtung über den Tod", siehe AN 6.19 und AN 6.20. Im Youtube-Video "Die letzte Prüfung" wird von Ajaan Tippakorn Sukhito folgender Dialog zwischen Buddha und Ananda aufgeführt (Link zum Youtube-Video startet gleich an der Stelle mit diesem Dialog):


    Buddha sprach zu Ananda: Anandasa, mein Schüler, sage mir, wie oft denkst du an den Tod?

    Ananda antwortete: Etwa 7 mal am Tag, Meister

    Buddha antwortete: Ananda, du bist zu leichtfertig. Bei jedem Atemzug sollte wir an den Tod denken.


    Es geht darum wo der obige Dialog im Maranasati Sutta aufgeführt ist. Im Text der Sutta selbst ist dieser Dialog nicht vorhanden. Er muss aber irgendwo in Zusammenhang mit dem Maranasati Sutta aufgeschrieben sein. Ich habe den Regiseur des Films schon einmal per Mail gefragt und bekam die Antwort, dass er es nicht wüsste. Der Text sei ganz von Ajaan Tippakorn Sukhito.


    In diesem Text über die Maranasati Sutta ist dieser Dialog auch aufgeführt:


    He once asked one of his main disciples, Ananda, his personal assistant. Ananda was with the Buddha for 25 years and memorized his teachings. It was very important for the teachings we have today. The Buddha asked Ananda, “How often do you think about death?” Ananda said, “About seven times a day.” The Buddha told Ananda he was very negligent. The Buddha himself thinks of death at every in-breath. He contemplates, if he breathes in and does not breathe out anymore, then he would die. Similarly, he contemplates – if he breathes out and cannot breathe in anymore, then he would die.

    So, the Buddha thought of death with every breath he took.


    Ich habe auch eine Seite gefunden, auf der Ajahn Chah diesen Dialog anführt. Ich habe den Link zu dieser Seite leider verloren. Den Text im Internet zu suchen hat zu lange gedauert. Aber man sieht hieraus wieder, dass wiederum jemand mit Ahnung vom Pali Kanon diesen Dialog gekannt hat im Zusammenhang mit der Maranasati Sutta.


    Meine Frage ist nun, ob irgendjemand diesen Doalog kennt und weiß wo er steht oder eine Idee hätte wo man nach diesen Dialog im Zusammenhang mit dem Maranasati Sutta finden kann.


    Danke, Ananda

    Vom eigentlichen Thema mal abgesehen können im Theravada nur Möche erwachen, obwohl Buddha das nicht gelehrt hat. Die Möche haben hier die Unwissenheit der Leute über die genaue Lehre Buddhas ausgenutzt und über die Jahrhunderte ein bisschen corriger la fortune gemacht. Wer weiß was sie beim Thema Frauen alles gemacht haben ...

    Igor: Ich dachte mir schon fast, dass du es verstehen würdest ;)

    Aber ich kann es als keinen Un-Sinn benennen, sozusagen...

    Denn die ( Phänoemene) sind real... Wenn die (sogar) alle so wie der Imaginären/ Illusion -natur haben.

    Ja, ich habe den entsprechenden Satz schlecht formuliert. Besser müsste man es so sagen: Es wird als Unsinn erkannt auf die vorbeiziehende Phänomene aufzuspringen, d.h. ihnen nachzurennen oder sie ergreifen zu wollen.

    Ich habe ja die letzen Tage ja einen Thread eröffnet zu meinem Freund mit Krebsdiagnose. Die Sache ging mir nahe. Und jetzt das Komische: In diesem Zustand ging es mir gut.


    Weil:


    Ist man sich immer bewusst, dass irgendwann das eigene Leben zu Ende ist, dass es jederzeit zu Ende sein kann, dann werden alle Täuschgungen erkannt. Die ständigen vorbeiziehende Phänomene werden als Unsinn erkannt. Ergreift man sie, wird der Geist verunreinigt bzw. krank. Das ist einem dann klar und man lässt es sein.


    Ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt nicht ganz im Kontext der Diskussion in diesem Thread ist, weil der Thread ist inzwischen zu lange um ihn nachträglich in vernünftiger Zeit lesen zu können. Sorry, falls außerhalb vom Kontext.

    Deinem guten Freund , wünsche ich, sich noch so intensiv & lange wie möglich, sich des Lebens zu erfreuen, wenn möglich, und sich auf das zu besinnen was was wirklich im Leben zählt: Freundschaften, das Leben noch Mal auskosten, aber auch auf dem Sprung sein, zu gehen, wenn es unausweichlich ist. (...). Mehr weiß ich auch nicht, dass Dein Freund nicht an der eigenen Vergänglichkeit verzweifelt, sondern noch Mal auf den Putz haut, und dass auslebt, was ihm wirklich wichtig ist. Vielleicht will er noch was erledigen, ein Reiseziel, Gespräche mit wichtigen Menschen seines Lebens, etc.. Viel Mut, Glück und Zuversicht Deinem Freund!:):klee:

    Ja, das ist gut. Das hilft aus dem Verzweiflungsmodus rauszukommen. Danke _()_

    Halllo,


    ich brauche mal einen Rat für eine sinnvolle Hilfestellung für einen einen guten Freund, der mich gestern anrief, dass er Krebs habe. Es würde nicht gut aussehen. Er hat sich bis jetzt nicht mit dem Tod beschäftigt, hat Familie mit 2 Kindern im Teenager-Alter und ist entsprechend jetzt sehr unter Druck.


    Er ist nicht Budddhist und ich will ihn nicht mit Buddhismus auffüllen. Das ist jetzt nicht das was benötigt wird, abgesehen davon, dass dafür keine Zeit ist und sowas aus freien eigenen Stücken erfolgen muss. Ich habe ihm die 4 Verse der 4 Unermesslichkeiten per Mail geschickt. Das hat er dankbar angenommen und von sich aus angefangen sie auswendig zu lernen um sie im Geist vorsagen zu können. Das ist schon mehr als ich gehofft hatte.


    Ich treffe ihn übermorgen und dann werden wir zusammen spazieren gehen. Ich werde einfach zuhören und für ihn da sein. Ich frage mich, ob ich noch was tun kann. Vielleicht gibt es noch andere hilfreiche Sachen wie die 4 Unermesslichkeiten. Die ganze buddhist. Praxis ist voll von solchen Sachen, aber ich brauche etwas was ein völliger Laie aufgreifen kann ohne irgendwas über die Lehre Buddhas zu kennen.


    Ich dachte noch daran einen Link zu schicken zu einem kurzen hilfreich Youtube-Video vom Dalai Lama. Aber ich werde das nicht machen. Solche Sachen können dann bei Leuten, die sowas nicht kennen, wie eine Überrumpelung ankommen und dann abgelehnt werden mit der Folge, dass die Tür für weitere Hilfen zu ist.


    Ich habe zu Hause das Buch "Metta Meditation - Buddhas revolutionärer Weg zum Glück. Geborgen im Sein." von Sharon Salzberg. Wennn bei ihm die 4 Unermesslichkeiten gut angekommen sind, bringe ich ihm das Buch noch mit. Das Buch ist v.a. relativ dünn und kann schnell gelesen werden. Er meinte, dass jetzt alles willkommen sei was hilft.


    Meine Frage ist, ob noch jemand eine Idee hat für irgendwas hilfreiches, was jemand ohne Bezug zum Buddhismus in kurzer Zeit aufgreifen kann.


    Vielen Dank, Anandasa

    Ich habe das Buch "Die Lehrreden des Buddha aus der Mittleren Sammlung: Majjhima Nikaya" von Kay Zumwinkel. Habe es gekauft nachdem es hier empfohlen wurde. Gut verständliche Übersetzung, die auch innerhaltlich gelungen sein soll. Ist ziemlich dick, wirst du einige Wochen oder Monate für brauchen.

    Akzeptiere einfach, was passiert war, das ist schon sowieso weg.

    Aber es steht in deiner Karft, es nichts und niemals zu wiederholen.

    Oder , so wie es heisst, aus der Zitrone die Limonade zu machen ... Aus dem Gift das Heil-Mittel, wie es , z.B., in der Homöopathie. Usw...

    Versuche deinen Blinkwinkel ein wenig zu ändern, das ist möglich!

    Genau, in das Glas Wasser ist etwas Schmutz reingekommen. Man kann es u.U. dort nicht mehr rausbekommen. Aber man kann klares Wasser nachgießen. Das ist viel besser als sich zu grämen und zu quälen. Mit dem klaren Wasser baut man sich stattdessen auf, lässt die quälende Vergangenheit hinter sich, die sich nicht mehr ändern lässt, und baut stattdessen eine bessere Zukunft auf.

    Man betet , eigentlich( eigens), nicht an irgendwelchen Gott am Himmel zu erreichen, nein, der Himmel ist leer, man betet an den eigenen Inneren Ur-Grund

    Ja, das denke ich auch. Man kann nur irgendwie nicht den "inneren Urgrund" über sich selbst erreichen. Man braucht eine andere Person wie Jesus, Buddha oder einen sehr lieben Menschen. Vielleicht weil der Mensch ein soziales Wesen ist und sich nur über andere selbst sehen kann.


    A propos, "innerer Urgrund": Entweder man kann im Ukrainischen auch auf diese Weise Wörter selbst zusammensetzen oder du verstehst schon Wortbildung im Deutschen richtig gut ;-).


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    Ich denke, dieses Kind von damals spürte es sehr vage, oder er ahnte das, deswegen er betete an die Sterne.... wenn man aber den Innigsten Stern im eigenen Herz ent-deckt, man kann einfach weiter leben...

    Das ist das, was mir im Buddhismus fehlt. Der Buddhismus hat zwar Metta, bleibt aber auf einer rationalen Ebene. Das ist auch gut so. Mehrere Dinge auf einmal sein wollen gibt nur ein Durcheinander. Aber ich kombiniere dann halt den Buddhismus mit Jesus. In buddhistischen Ländern können sie direkt auf Buddha zurückgreifen, weil er bereits zu ihrer Kultur gehört. Für sie ist Buddha Lehrer und Hirte. Für mich ist er aber "nur" Lehrer. Mein Hirte ist Jesus. Von meiner Kultur her ist diese Funktion schon mit einer anderen Person besetzt.


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    Das Paradies in der eigenen Seele.

    Wenn ich an dem Haus vorbeifahre, in dem wir lange während meiner Kindheit gewohnt haben, und davor kurz anhalte, ist dieses "Paradies in der eigenen Seele" da: Ich rufe es über Erinnerung an meine Mutter ab. Mit Meditation kann ich das "Paradies in der eigenen Seele" nicht finden. Meditation ist was anderes: Es ist das Leerlaufens des Kopfes von den ständig kreisenden Gedanken. Das ist auch gut so, das wird auch gebraucht.


    Aber es fehlt mir halt dabei diese Komponente mit "Paradies in der eigenen Seele". Ich habe mit Jesus meine eigene Spiritualität, die mir im Buddhismus fehlt. Das hat eher was eben mit Spiritualität zu tun und nicht so sehr mit Christentum, weil Jesus im Christentum gar nicht so eine große Rolle spielt wie auch Mohamed im Islam nicht so eine große Rolle spielt.

    Zitat

    obwohl er wegen des guten Lebens gutes Karma verdient hätte und nicht den Tod


    Wo steht im PK, daß 'das Leben' in der Bilanz irgendwie gerecht sein sollte und daß sich dieses Gerechtigkeitsempfinden dann noch in Übereinstimmung mit Deinen Vorstellungen befinden muß?

    Das ergibt sich nmM wenn man das Buch "Der Heilsweg des Erwachten" von Hellmuth Hecker liest, das soweit ich das verstehe eine frühbuddhistische Sicht vermittelt. Was im PK über Wiedergeburt gesagt wird, ist teils widersprüchlich und teils beruhend auf einem falschen Verständnis, da es vor 2500 Jahren nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse gab wie heute. Jedenfalls ziehe ich den PK selbst nicht mehr heran um zu verstehen was mit Wiedergeburt gemeint ist. Ich wollte auch keine Diskussion über Wiedergeburt anfangen ;-).

    (...) Karma und etwa Wiedergeburt sind für mich einfach wichtige Ideen der Lehre, die man nicht einfach ausblenden kann.

    Karma und bedingtes Entstehen hängen amS zusammen. Wiedergeburt verstehe ich bis heute nicht wirklich. Im frühbuddhistischen Sinn dient nach meinem Verständnis Wiedergeburt dazu zu erklären, warum sich manche Dinge nicht karmisch erklären lassen. Jemand lebt ein gutes Leben, biegt eines Tages um eine Ecke wo er von einem Verrückten erschossen wird, obwohl er wegen des guten Lebens gutes Karma verdient hätte und nicht den Tod. Also muss im Leben vorher etwas passiert sein, das dann diese schlechte karmische Konsequenz hat. Das wird mir aber alles zu hypothetisch. Dann kann ich auch an das ewige Leben glauben. Das ist genauso hypothetisch. Für mich erklären sich die Dinge besser, wenn man annimmt, dass Karma nicht 100%-ig wirkt, sondern so zu 60-70%

    Essenz des Christentums:

    - es gibt einen Schöpfergott

    - es gibt eine ewige Seele

    - es gibt eine Ewigkeit in Himmel oder Hölle

    - Das Ich soll ins ewige Leben ins Paradies gelangen

    Essenz des Christentums:


    "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.".


    Essen der "christlichen" Kirche:


    - es gibt einen Schöpfergott

    - es gibt eine ewige Seele

    - es gibt eine Ewigkeit in Himmel oder Hölle

    - Das Ich soll ins ewige Leben ins Paradies gelangen


    Die Essenz ist Metta wie auch im Buddhismus Metta >ein< essentieller Bestandteil ist. Aber es gibt dabei eine andere Herangehensweise und Spiritualität.

    Danke für das Willkommen, was ich nicht so ganz verstehe (und das gilt bei mir für einige der betont Säkularen) - was gibt es bei Karma zu glauben? Karma ist für mich eine Tatsache, eine der Kernaussagen der Lehre.

    Habe ich auch nie verstanden. Aber das ist eine der Kernaussagen von säkularen Buddhisten wie Stephen Batchelor dass Karma eine rein religiöse Sache sei. Zum Glück bin ich eigenständig und überlege mir selbst wie ich das sehe. Argumente anderer werden gerne angenommen, aber wenn sie für mich nicht stichhaltig sind, werden sie nicht berücksichtigt ;-).

    Manchmal, wenn ich nur das erinnere, das hilft mir, einfach weiter zu leben.

    Das ist wirklich, ir-rational...;)...aber die Hauptsache, das wirkt.:heart: --

    Ja, das verstehe ich. Die Sache ist die, dass es wirkt - wie du schon sagst. Und zwar ist meine Beobachtung, dass ein positiver Effekt da ist, der nicht "erkauft" werden muss, indem man einen schlechten Kompromiss eingeht. Ich kann statt zu Jesus zu beten auch mit meiner schon lange verstorbenen Mutter reden. Das ist vermutlich im Prinzip das Gleiche. Auch das hat eine positive Wirkung.


    Es ist natürlich eine Autosuggestion, aber es ist nicht einfach nur das. Es setzt etwas frei, was gut tut und heilt. Da ist noch etwas, was durch die Autosuggestion angestoßen wird. Soweit ich weiß gibt es das im Buddhismus nicht, deswegen nehme ich es gerne dazu, weil es eine gute Ergänzung ist. Es ist eine spezielle Art von Kontemplation.


    Meditation im Buddhismus und das Befolgen des Edlen Achtfachen Pfades wirkt langfristig und es muss langfristig aufgebaut werden. Eine Wirkung von Meditation zeigt sich nicht schon nach 5 Wochen und auch nicht nach 5 Monaten wie es in manchem Meditationsbuch steht, sondern eher nach 5 Jahren. Karma reift auch erst über mehrere Jahre. Beten an Jesus wirkt aber kurzfristig. Ich kann auch jahrelang nicht zu Jesus gebetet haben und bete dann wieder. Eine heilsame Wirkung ist dann auch wieder schnell da. Deswegen ergänzen sich beide Elemente nach meiner Meinung gut.


    Muss ich für eine Prüfung lernen und ich stelle fest, dass ich den Stoff viel zu schlecht beherrsche und die Zeit zum Lernen nicht ausreicht, hilft es mir zu Jesus zu beten. Das birgt aber eine Gefahr, dass es mich aufkratzt. Also kombiniere ich es mit den Lehren Buddhas. Mit buddhistischer Meditation könnte ich nicht genug Energie freisetzen, um die wenig Zeit bis zur Prüfung optimal zu nutzen. Das ist nur ein Beispiel. In der Regel bete ich für Menschen, die ich vermutlich nie wieder sehen werde und um Hilfe für mich selbst. Zu Jesus aufzuschauen ist eine schöne Erfahrung, die gut tut. In buddhistischen Ländern ist es vermutlich auch so. Dort brauchen sie nicht noch Jesus, sondern Buddha wird als Lehrer und zugleich als Schutzheiliger angesehen (was Buddha wohl nicht gewollt hätte, aber das ist ein anderes Thema). So haben sie beides in einem.


    Quote

    Ich hab ne zeitlang in ner christlichen Zengruppe mitgesessen. Wenn dann Leute erzählten, was Jesus während des Sitzens zu ihnen gesagt hat, fand ich das doch recht befremdlich. Auch so ein Verbinden von Session und christlichen Ritualen (Taufe z.B.) war nicht so meins.

    Genau, sehe ich auch so. Ich entscheide für mich selbst, was ich im Christentum alles wegstreiche, was für mich nicht plausibel ist, bis etwas zurückbleibt. Ist das für mich verwendbar, verwende ich es. Mit dem Buddhismus mache ich es gleich. Viele Sachen im tibetischen Buddhismus gehen mir zu weit. Andersrum sind viele Sachen im tibetischen Buddhismus, heilsam und hilfreich, wie ich finde, und deswegen verwende ich sie.

    Metta im Buddhismus und Nächstenliebe im Christentum sind verwandte Prinzipien. Ich glaube nicht an Gott, nicht an das ewige Leben, nicht an die Auferstehung. Aber ich bete zu Jesus als einen guten Menschen, den man um Hilfe bitten kann und den man für andere Menschen um Hilfe bitten kann, für die man selbst nichts tun kann. Das ist eine andere Form von Kontemplation als Meditation im Buddhismus, obwohl ich auch ein Objekt verwende (Bild der Christus-Statue in Rio de Janeiro). Aber es hat auch heilsame Aspekte.

    Die Hauptfrage wäre allerdings, was versteht der sB unter Metaphysik

    Die Vorstellung eines Bardo etwa entzieht sich jeder Evidenz und ist damit im Kern beliebig. Genausogut könnte man statt im Bardo im christlichen Himmel oder der Hölle landen. Man weiß es nicht!

    Ganz genau, meine Rede :-). Deswegen bleibe ich bei der frühbuddhistischen Lehre. In nachfolgenden Lehren geht mir einiges zu weit. Dennoch halte ich viele Sachen im tibet. Buddhismus für heilsam und für eine heilsame Entwicklung förderlich.

    Hast du eigentlich bevor du den Buddhismus säkularisiert hast versucht, das Christentum für dich zu säkularisieren?


    Mir fehlt im Buddhismus manchmal etwas ein spirituelles Element. Nun ja, es gibt auch im tibetischen Buddhismus die Weiße Tara, Amitaba u.a. Ich habe mir stattdessen Jesus genommen, da ich mit dieser Figur aus meinem Kulturkreis vertraut bin.


    Ich habe von der Figur von Jesus alles weggenommen, was ich nicht nachvollziehen kann, also: Jesus ist nicht Gottes Sohn, sondern einfach ein Mensch, an Gott glaube ich nicht (er ist offensichtlich nicht existent, sondern nur eine geistige Wunsch-Gestaltung), die christliche Kirche interessiert mich nicht. Ich nehme aber an, dass Jesus ein spirituelles Wesen ist, das einem beim Beten hört und seine Hände über andere halten kann. Jesus symbolisiert für mich einen guten Menschen. Mit dem Beten an Jesus überwinde ich "reale" Grenzen so kann ich z.B. für andere Menschen bei Jesus um Hilfe bitten, wenn ich keine Möglichkeit habe diese Menschen irgendwie zu sehen oder zu treffen.


    Das Beten zu Jesus ergänzt sich für mich gut mit dem Buddhismus, da ich alle christlichen Gestaltungen, die ich nicht nachvollziehen kann, von der Figur Jesus weggenommen habe. Auch hat der Buddhismus nichts vergleichbares außer sowas wie die Weiße Tara, aber mit der kann ich nicht viel anfangen. Nicht mein Kulturkreis.


    Ich weiß aber noch nicht, ob Jesus meine Konzentration stört zum frühbuddhistischen Buddhismus (meine Ecke). Habe manchmal den Gedanken, dass die Zweiteilung mit Buddhismus und Jesus die Konzentration stört. Muss ich noch eine Zeitlang drüber nachdenken ...