Beiträge von kilaya

    Was wäre eine Diskussion ohne andere Meinungen? Die Kritik schiesst hier gerne mal über das Ziel hinaus, d.h. statt die berechtigte Kritik auszuarbeiten, wird dem noch allerlei hinzugefügt, das weistestgehend Phantasie und Unwissenheit ist. Und da kann man ja nur froh sein, dass nicht nur die eigene Echoblase explodiert, sondern auch anderen Sichtweisen eingebracht werden.


    Zum Thema Ethik: die Ethikrichtlinien sind vorhanden und werden auch immer wieder dargelegt. Das Verhalten der Schüler ist i.d.R. da unproblematisch. Die Aussagen von ON sind es in bestimmten Punkten nicht. Es findet also seitens der Schüler keine permanenten Übertretung statt, zumal keine festen Samayas gegeben werden. Ob die Aussagen von ON ein Bruch wiederum seiner Samayas sind, kann ich nicht beurteilen. Das wäre etwas, das zwischen ihm und seinen Lehrern zu klären wäre.

    Im Tantra würde man jetzt schon von einem Herr Wütend (bzw. einer Gottheit) sprechen oder?

    Ja, aber unter der Prämisse, dass diese Gottheit lediglich symbolisch für die Möglichkeit steht, Wut zu zeigen...


    Bzw. natürlich wäre "Herr Wut" sowas wie ein Dämon, und "Herr Ich-löse-Wut-auf" wäre die Gottheit dazu. Es könnte ein gezähmter "Herr Wut" sein, der die Struktur der Wut deswegen gut kennt, und daher in der Lage ist, Wut zu transformieren, oder es könnte eine Form sein, die "Herr Wut" perfekt bezwingen kann und "zerstört", so dass nicht nur "Frei von Wut" hervorkommen kann, sondern man selbst in der Lage ist, Wut jederzeit zu bezwingen.


    Zudem kann man die Energie der Wut dann ohne "Ego" ausdrücken, was als "spiegelgleiche Weisheit" bezeichnet wird. Auf die Weise verkörpert man "Herr Ich-löse-Wut-auf" selbst, oder kann das tun, was dann dann das Ergebnis einer Yidam-Praxis wäre, wo nicht nur "Herr Ich-löse-Wut-auf" im Aussen zur Hilfe gerufen wird, sondern man selbst sich damit identifiziert.

    Nun, das ist Deine Interpretation, was meine Reaktion angeht. ;) Ich sagte ja: spannender Artikel. Ich finde ihn von der Aussage her richtig, was ich herausgegriffen hatte, war einfach das, was für mich persönlich relevant war.


    Ich sehe tatsächlich aber auch nur teilweise Parallelen. Beide Entwicklungen haben ihre eigene Dynamik.


    Was den 'nicht verlorengehenden Segen' angeht, so ist das für jeden, der sich mit autoritären Religionen auskennt, kein Zeichen von 'Bescheidenheit', sondern Grundbedingung des Machterhalts. Auch in der katholischen Kirche gelten die Sakramente eines Priesters, der später in Ungnade fällt...

    Man kann auch das so oder so sehen. Wenn Du den Segen als irgendetwas interpretierst, was dem Machterhalt einer Organisation dient, dann sichert man so den Machterhalt der Organisation.


    Ich kann dem Vergleich nichts abgewinnen. Ich habe Segen als etwas erlebt, was weit über die Organisation hinaus geht und mich direkt mit den Yidams usw. verbindet. Das nicht zu verlieren, halte ich für spirituell wichtig.


    Es sei denn Du willst, dass jemand dem Buddhismus generell den Rücken kehrt, weil er mit einem Lehrer bricht.


    Wobei ich ohnehin immer mehrere Lehrer hatte aus verschiedenen Schulen. Auch das macht es leichter, sich vom ersten Lehrer zu trennen, wenn etwas nicht mehr passt.

    Spannender Artikel. Ich möchte diesen Absatz herausgreifen:


    Zitat

    "While I clearly learned a lot from Trungpa Rinpoche, those insights are not bound by what I might think of Trungpa the human being. The words he spoke, the way he looked and behaved, the forms he created, are the proverbial buddha on the road." (Dan Montgomery; Tricycle)


    Eigene Übersetzung: Während ich eindeutig viel von Trungpa Rinpoche gelernt habe, sind diese Einsichten nicht daran gebunden, was ich von Trungpa als Mensch denke. Was er sagte, wie er aussah und sich benommen hat, was er in die Welt gebracht hat sind der sprichwörtliche "Buddha auf der Strasse".


    Ich würde sagen, so geht es mir mit ON. Ich habe damals wirklich viel gelernt und bin dankbar dafür, aber ich trenne das von seiner Person. Ich empfinde das aber in diesem Fall als wesentlich einfacher als es sich bei Dan Montgomery in Bezug auf Trungpa anhört, denn ON hat sich nicht zu einem Shambhala-"Dharmakönig" hochstilisiert und er hat den Segen den er gab immer ausdrücklich in Vertretung des Karmapa gegeben, mit der Aussage: "Wenn Euch mal meine Nase nicht mehr passt und ihr Euch von mir als Mensch distanziert, geht der Segen der Linie nicht verloren" (sinngemäß). Deswegen segnete er auch immer mit dem Ghau mit den Haaren der Karmapas, und nicht mit den eigenen Händen.

    Leerheit heisst ja nichts anderes als "leer von bestimmten, fälschlicherweise angenommenen Eigenschaften". Leerheit heisst erstmal nicht "nichts", das wäre ja ein Nihilismus. Die Münze kann ich in die Hand nehmen, aber meine unwissende Vorstellung von der Art seiner Existenz ist eine Illusion.

    Auch das sind ja alles Interpretationen (die mir nicht mal im Entferntesten in den Sinn gekommen wären)... Die Aussage an sich ist keine Relativierung der Shoa und soll eben m.E. eher die grosse Gefahr durch den Islam hervorheben. Hitler hat ja auch noch reichlich andere maßlose Verbrechen begangen und veranlasst / verursacht. Der Vergleich der Opfer ist für mein Empfinden willkürlich und nicht so gemeint.


    Deine ausführliche Darstellung respektiere ich als Deine Empfindung, aber halte sie zum größten Teil für Deine eigene Phantasie.


    Ich finde es reicht als absolut gerechtfertigte Kritik an dieser Aussage bei dem zu bleiben, was ausdrücklich gesagt wurde. Und dann den gesamten Islam mit Hitler und Stalin zu vergleichen, ist schon mehr als populistisch. Keine Einwände hätte ich gehabt, wenn man die Führung und Vordenker des IS und anderer islamistischer Gruppen mit Hitler und Stalin verglichen hätte. Zumindest die Methoden sind identisch, auch wenn man in so einem Vergleich die Zahl der Opfer nicht mal ansatzweise mit einander vergleichen kann.


    Der IS ist klar faschistisch und benutzt Religion lediglich für seine Machtzwecke. So wie Hitler Esoterik und spirituelle Symbolik für seine Zwecke missbraucht hat. In so einem faschistischen System sind die "Feinde" austauschbar, interessanterweise sind Homosexuelle aber fast immer unter den Opfern solcher Systeme. Auch ähnlich: die Phantasterei von einem "Endkampf" in dem das eigene System am Ende siegreich die Weltherrschaft übernimmt.


    Wenn man sich sowas mal unter der Fiktion des Missbrauchs des Christentums anschauen will, dann empfehle ich die Serie oder das Buch "The Handmaids Tale". Die Autorin hat sich faschistische Methoden überall genau angeschaut, und das auf einen Coup angeblich "christlicher" Extremisten in den USA übertragen.

    Da zeigt sich auch, dass es nicht immer eine grosse Armee von Aussen braucht, um eine grosse Weltmacht aus den Angeln zu heben. Insofern halte ich die Gefahr durch den Islamismus für sehr real. Immer wieder funktioniert das Muster, instabile Länder von innen heraus weiter zu destabilisieren und sich dann wie ein Krebsgeschwür da auszudehnen und von da aus weiter zu metastasieren.


    Der Islamismus ist kein Islam, sondern ein Terror-Macht-System. Trotzdem gibt es darüber hinaus auch gefährliche islamische Regime, die allerdings bisher in ihren Konflikten in erster Linie unter einander gebunden sind.

    die bodhisattvas sind nach meinem verständnis keine buddhas, weil das unlogisch ist. ein vollständig erwachtes wesen verschwindet letztendlich aus samsara. er hinterlässt wohl so etwas wie eine singularität in der matrize, die das verlassen samsaras auch vereinfacht (reine buddha länder) - aber selber aktiv wirken in samsara können nur wesen aus samsara. das sind dann eben die hohen bodhisattvas, die vor der schwelle der vollen erleuchtung verweilen und sich dort nur noch sehr langsam weiter entwickeln - einfach um weiter in samsara zu existieren und nicht zu verschwinden.

    Der einzige Denkfehler, der da aus meinem Verständnis drin steckt, ist dass eine Singularität nicht nur nicht-lokal ist sondern v.a. auch zeitlos. Das heisst der Buddha existiert sowohl weiter und kann "aktiv sein" als auch ist er aus Samsara verschwunden. Es wird gelehrt, dass der Buddha im Zentrum seines Reinen Landes zu finden ist, dort aber eben sowohl "diesseits" als auch "jenseits" ist. Das, was Wesen von ihm erfahren können, ist dann eben der Sambhogakaya. Den Dharmakaya kann man nicht erfahren wie etwas äußeres, sondern nur, indem "man" es wird.

    Ich finde es ja irgendwie schräg, aus der Aussage eine "Relativierung der Shoa" abzuleiten. Nun wird ihm auch noch Antisemitismus vorgeworfen, obwohl er regelmäßig Hitler als einen der größten Menschenfeinde darstellt. Nicht ohne Grund sagt er ja, er hätte "ihn erschossen". Abgeleitet wird das aus der Aussage, vermutlich: 1. er stellt den Islam als genauso schlimm dar, wie Hitler oder Stalin (diese Pauschalisierung ist natürlich ein Unding, aber das ist jetzt ein anderes Thema) 2. Indem argumentiert wird, dass der Islam ja gar nicht so schlimm sei, müsste er dann ja Hitler auch nicht so schlimm finden. Diese Ableitung ist also extrem unlogisch und wird sicherlich zu nichts führen. Das zeigt aber, wie sehr die Debatte jetzt gezielt aufgeheizt wird.


    Dass das von der rechtspopulistischen Presse ausgeschlachtet wird, ist natürlich auch klar...


    Nun, also jetzt eskaliert es wirklich an vielen Stellen und verschiedenste Interessen machen sich das zunutze. Ich denke das bleibt erstmal spannend...

    Da vermischst Du jetzt irgendwelche esoterischen Vorstellungen mit der Lehre. Sambhogakaya ist ausdrücklich eine erleuchtete Ausdrucksform und NICHT die Astralebene oder ähnliches. Es ist auch kein feinstofflicher samsarischer Daseinsbereich. Der Bereich der Geister ist der Bereich der Geister.


    Das ist übrigens etwas, worüber sinngemäß unsere allererste Diskussion hier im BL lieft. Am Ende hast Du mir zugestimmt, dass der Bereich der Meditationsgottheiten und der Astralbereich NICHT identisch sein können. Nun kommst Du wieder mit einer vergleichbaren These daher...


    Stell Dir zwei Hochhäuser vor. Sie haben beide ein Fundament, einen mittleren Bereich und ein Dach. Das eine Hochhaus ist ein Buddha, das andere ein samsarisches Wesen. Nur weil bei beiden das Dach das Dach ist, heisst das nicht, dass diese Dächer zum gleichen Haus gehören. Einer ähnlichen Logik folgst Du aber, wenn Du Sambhogakaya und Astralreich zusammen schmeisst, nur weil beide eine Ebene sind, die nicht von Menschen auf normalem Weg gesehen werden kann. Du ignorierst dabei völlig die QUALITÄT dieser Ausdrucksformen.

    Der Sinn der Lehre von der Buddhanatur ist, deutlich zu machen, dass für jeden die Grundlagen da sind, ein Buddha zu werden. Niemand ist von dieser Möglichkeit komplett abgeschnitten. Ob die Bedingungen dafür da sind, ist eine andere Frage. Da kommt dann z.B. die Lehre von der seltenen "kostbaren Menschengeburt" ins Spiel. Eine kostbare Menschengeburt ist eine, wo man Möglichkeiten / Freiraum und Potential hat, den Dharma zu praktizieren und dieser auch verfügbar ist. Das heisst dann immer noch nicht, dass diese Chance auch genutzt wird.


    Aber im Gegensatz zu etwas, das man konstruieren oder sich aufbauen müsste, ist die Buddhanatur etwas, das man freilegt, indem man etwas aufgibt. Illusionen, Anhaftungen, Gier usw. usf. Man findet etwas, was schon da ist, indem man die Illusion aufgibt. Und das kann passieren, ohne dass man explizit den Dharma kennt, nur dass es eben sehr selten ist, was einen historischen Buddha wie Shakyamuni ausmacht, oder man kann es eben erreichen, weil man den Dharma kennt und praktiziert.

    Ich möchte mich korrigieren: ich habe nochmal nachgeschaut im Sutra und hatte die Textstelle anders in Erinnerung und ich habe noch einen Link gefunden:

    Exkurs zum Avataṃsaka- oder Kegon-Sūtra (Nihon Ryōiki, 日本霊異記)

    Zitat

    Dargestellt wird ein Universum, das leer von inhärenter Existenz ist und durch den Geist (bezw. dessen Tätigkeit) geschaffen wird und vergeht. Ein Erleuchteter, der das (durch Meditation) erkannt hat und dehalb beherrschen kann, vermag demgemäß aus der Entfernung Wirkung zu erzeugen, die Unerleuchteten als magisch erscheint, tatsächlich aber nur auf Geistestätigkeit beruht.


    Das klingt doch sehr nach "Nur-Geist-Philosophie"

    Wikipedia-Artikel: Nun ja ich würde das nicht "auf den Punkt bringen" nennen, denn die sog. Mahayana-Sichtweise ist verkürzt und missverständlich dargestellt. Die Formulierung kann man so verstehen, als wäre die diese Buddhanatur "etwas" in einem ewigen Sinne. Das klingt dann verständlicherweise doch irgendwie nach atta o.ä. Nur: diese Buddhanatur ist nicht "tief in jedem Wesen verborgen" wie eine Perle in einer Auster, sondern ist die leere Natur jedes Wesens und aller seiner Aspekte und Bestandteile; die volle Wahrnehmung ist die volle Überwindung der Ich-Illusion und volle Erkenntnis der Leerheit.


    Etwas, das nicht entstanden ist und keine Ausdrucksform hat, kann auch nicht vergehen. Deswegen ist es ein ewiges und unvergängliches Prinzip...


    In der Sichtweise, die sich auch in den Kayas darlegt, könnte man sagen, dass die Buddhanatur mit dem Dharmakaya gleichzusetzen ist. Wahrheit ohne Form. Und die Kayas sind von der gleichen Natur, d.h. letztlich sind auch die Ausdrucksformen von dieser Wahrheitsnatur, d.h. v.a.: leer.


    Es bleibt ein Mysterium, wie aus Leere Form werden kann und Form Leere bleibt. ;)

    Meines Wissens müsste auch das eine Segenseinweihung gewesen sein. Gerade wenn es in so einem öffentlichen Rahmen gegeben wurde. Der Unterschied liegt ja nur darin, dass man keine Praxisversprechen ablegt und dass keine konkreten Unterweisungen zur Praxis gegeben werden, mit denen man praktizieren kann. Die eigentliche Einweihung ist ansonsten zum größten Teil gleich. Der Begriff "Einweihung" oder "Ermächtigung" ist halt für sich genommen etwas schwammig. Es gibt immer verschiedene Teile einer Einweihung, und nicht immer werden alle gegeben.


    "Segen" fliesst natürlich auch dann, wenn eine Einweihung mit Praxisversprechen gegeben wird, und kann auch fliessen, wenn gar keine Einweihung gegeben wird. Mit "Segenseinweihung" ist gemeint, dass die Einweihung gegeben wird, um das Vertrauen zu stärken oder vielleicht auch um allgemein eine Verbindung zu dem Aspekt herzustellen, die irgendwann mal nützlich sein kann. Es können sich durch so eine Einweihung auch Hindernisse auflösen oder es kann eine Erfahrung durchbrechen. Nur eben auf eine formale Praxis zielt sie nicht ab.

    Und iegnetlich dacht ich auch, dass das Avatamsaka-Sutra da so repeäsentativ für eine Mahayana-Sicht stehen würde, in der nicht nur das Ich bedingt ist, sondern die ganze Welt. Da lag ich ja wohl dann so falsch, oder?

    Der Punkt hier ist ja das, was sich in dem "Alles in Einem, Eines in Allem" ausdrückt. Dass die ganze Welt bedingt ist, und dass das bedingte Entstehen auch gerade Zusammenhänge meint wie dass der Same sich nur durch Erde, Wasser und Sonne usw. entfalten kann, da sehe ich jetzt nicht den Unterschied. Vielleicht vertue ich mich da auch. So wie Du es hier formulierst, dass im Mahayana neben der Leerheit des Selbst auch die Leerheit der Phänomene erklärt wird, was im Theravada nicht der Fall sei, das liest man ja öfter. Aber das holistische geht ja noch weit darüber hinaus: eine Spiegelung / Verbindung zwischen dem Sonnenblumensamen in meinem Garten und dem Staub im Marskrater. Und das kann ich nur auf einer anderen Ebene als der alltäglichen denken: wo es nicht um den "Sonneblumensamen" und den "Marsstaub" geht, sondern um eine darunter liegende Ebene, wie eben z.B. die der Quanten, wenn man das als Analogie hernehmen will.

    Ich war zwar nicht gefragt, aber die gibt es meines Wissens nicht.

    Ahja. Aber es ist doch zumindest richtig, dass Ole Nydahl 1985 durch Kalu Rinpoche und Tenga Rinpoche, 1985 und 2002 durch den Dalai Lama und 1994 durch Lopön Tsechu Rinpoche Kalacakra-Übertragungen empfangen hat?

    Was ON an Übertragungen empfangen hat, und was im Diamantweg gelehrt wird, ist ja bei weitem nicht deckungsgleich. Es wird gesagt, dass sowohl ON als auch Hannah sowohl eine vollständige Kagyü- als auch eine vollständige Nyingma-Übertragung erhalten hätten (genug um notfalls die Linie zu erhalten). Davon wird ja nur ein minimaler Bruchteil tatsächlich auch im Diamantweg gelehrt und praktiziert.


    * Ngöndro

    * Phowa

    * Klares Licht

    * Guru Yoga

    * Chenrezig

    * Medizinbuddha

    (* Schützer nur als Puja)

    (* Tara nur als Kindermeditation)

    ich glaube das war es schon...


    Es wurde zwar immer gesagt, dass man nach dem Ngöndro theoretisch verschiedene Wege gehen kann, aber ich mir ist damals niemand bekannt geworden, der etwas anderes als Guru-Yoga (8. Karmapa) gemacht hätte.


    Es gibt dann zwar noch eine Menge Segenseinweihungen, aber ausdrücklich nicht als Praxiseinweihung und ohne Praxisversprechen.

    Ich finde es seltsam das ausgerechnet als "energetische Wirklichkeit von Samsara" zu bezeichnen, weil ja Samsara für sich genommen eben für die Illusion steht. Zusätzlich ist "energetisch" etwas seltsam, wenn zwei der drei Körper nichts mit Energie zu tun haben.


    Zusätzlich: gerade der Sambhogakaya, der eine Brücke zwischen Dharmakaya und Nirmanakaya schlagen soll, ist explizit eine Ausdrucksform, die nur in der Vision oder tiefen Versenkung zugänglich ist und damit eben kein alltägliches Phänomen.


    Die Bodhisattvas sind den mir bekannten Lehren nach entweder der Sambhogakaya eines Buddha, oder als Mahabodhisattva sind sie im Grunde Buddhas, die sich nur von ihrer aktiven Seite zeigen. Was auf das Gleiche herauskommt ;) Der letzte Absatz ist also keine zulässige Erklärung oder Begründung im Sinne der traditionellen Lehre.

    1. aber wenn damit bedingte Entstehung gemeint ist? Warum wird es dann nicht genauso gesagt?


    2. Dann bräuchte es diese in meinen Augen kryptische Aussage doch nicht: ALLES bedingt sich gegenseitig.

    1. Warum gibt es verschiedene Sprachen? Wenn doch "Apfel" so gut für Dich verständlich ist, warum sagt dann jemand "りんご" das ist doch viel zu kryptisch!


    2. Bisher kenne ich niemand, der das so verstanden hat wie Du. Das "in Deinen Augen" kann man also nur nochmal betonen. Und: "Alles bedingt sich gegenseitig" ist auch wieder eine Umformulierung Deinerseits. Da stand: "gegenseitige Bedingtheit aller Phänomene". Du hast es durch Deine eigene Formulierung mehr in die Richtung gezogen, wie Du es fälschlicherweise verstanden hattest. (Versuch doch mal, Aussagen auf die Du Dich beziehst, grundsätzlich wortwörtlich wiederzugeben, oder sage dazu: ich formuliere es jetzt selbst so, wie ich es verstanden hatte - darum hatte ich Dich bereits mehrfach in der Vergangenheit gebeten, weil das immer wieder unfair ist, wenn Du anderen etwas so einfach in den Mund legst...)

    Aber auch in Inras Netz wird von Wesen gesprochen und nicht von toter Materie o.ä.:

    Zitat

    so dass alle Seienden wie die Edelsteine an jedem Knoten des „Indra-Netzes“

    Das kann ich mir noch eher vorstellen, ohne auf so etwas wie die Quantenebene wechseln zu müssen. Es wird umso deutlicher, je mehr das Internet zeigt, wie schnell sich Gedanken und Ideen weltweit verteilen und das Denken anderer Wesen beeinflussen können. Was da was und wen beeinflusst hat, wird schnell unüberschaubar.

    Zitat

    Dieses Prinzip drückt die Sichtweise des buddhistischen Holismus aus. Jeder Gegenstand und jedes Lebewesen existiert nicht isoliert für sich, sondern ist mit allen anderen verbunden und ist selbst in jedem anderen Teil enthalten. Alles ist gegenseitig durchdrungen. Die Kurzform dieses Prinzips lautet: Alles in Einem - Eines in Allem.

    Ich muss gestehen, dass ich zwar die Idee des holistischen Universums kenne, aber nicht in der Form als buddhistisches Konzept.


    Wenn hier mein Anteil am Missverständnis liegt, dann würde ich dennoch weiter argumentieren: so vereinfacht wie "dann muss der Fernseher die Seinsweise des Kaninchens bedingen" ist es dann doch nicht. Diese Ebene des "Alles in Einem - Eines in Allem" ist viel abstrakter als das. Es bleibt dabei, dass im Alltag die "normalen Bedingtheiten" die Zusammenhänge ausmachen, während ich so ein Konzept wie einen Holismus (= die Welt ist wie ein Hologramm, bei dem das ganze Bild immer wieder in jedem Bruchstück enthalten ist) als Erklärungsmodell einer ganz anderen Ebene sehen würde. Dafür würde ich als Analogie sofort auf die Ebene der Quanten gehen (was übrigens z.B. auch Talbot mit der "impliziten Wirklichkeit" macht) die ja nicht-lokal usw. sind. Im Grunde ist dann das Universum in jedem Quant enthalten und jeder Quant ist im ganzen Universum ausgedehnt. Die alltägliche gegenseitige Abhängigkeit der Phänomene kann man damit nicht erklären, so wie ja die Wirklichkeit der Quanten zwar klar wissenschaftlich belegt ist, aber nicht auf die Alltagswelt übertragbar ist. Also ein Stuhl ist nicht als Stuhl im ganzen Universum ausgedehnt und nicht in jedem Stuhl sind unzählige Planeten enthalten (im Sinne von "Stühlen" und "Planeten"). Die "Rechnung" geht nur auf der entsprechenden Ebene auf.

    die kayas empfinde ich aber nicht als karte, sondern als energetische wirklichkeit von samsara. sie sind für mich kein konzept, sondern absolute wirklichkeit des territoriums, wie bspw. karma. das sind dinge, die man nicht beeinflussen kann, so sehr man sich auch anstrengt, in meinen augen.

    Ist ein bischen seltsam, etwas als "energetische Wirklichkeit von Samsara" zu bezeichnen, was in der Lehre als Ausdruckformen eines Buddha dargestellt wird. Karma wiederum ist etwas, das tatsächlich Samsara ausmacht, aber auf der Ebene eines Buddha überwunden wurde.

    OT: Kann man beim Abtrennen im ersten Post nochmal den alten Thread verlinken? Manchmal wurde was abgetrennt und sich auf den anderen Thread bezogen und ich wusste dann nicht wo das herkommt.

    Hab ich gemacht. Du kannst aber auch immer bei einem Zitat, das nicht mit in diesem Thread erscheint, z.B. dem ersten, auf den Titel klicken und das führt Dich zu dem zitierten Beitrag.