Posts by Spock

    Das habe ich nie so recht kapiert, als wäre das nicht so gut übersetzt.

    Dort steht:

    Zitat

    9. "Gefühl, Wahrnehmung und Bewußtsein, Freund - sind diese Geisteszustände miteinander verbunden oder getrennt? Und ist es möglich, einen dieser Zustände vom anderen zu trennen, um den Unterschied zwischen ihnen beschreiben zu können?" M43

    Zitat

    ‘‘Yā cāvuso, vedanā yā ca saññā yañca viññāṇaṃ – ime dhammā saṃsaṭṭhā udāhu visaṃsaṭṭhā? Labbhā ca panimesaṃ dhammānaṃ vinibbhujitvā vinibbhujitvā nānākaraṇaṃ paññāpetu’’nti? M43

    Dazu habe ich das hier gefunden:

    Zitat

    Karaṇa, (fr. kṛ, cp. Vedic karaṇa) […] as nānā° (=nānattaṃ) difference M. II, 128; S. IV, 294; […]

    Karana, Kāraṇa, Karaṇa: 24 definitions


    Ich verstehe das so, Gier, Haß und Verblendung legen den Maßstab an (sh. Post Nr.7), somit auch einen Wahrnehmungsfilter und der Maßstab bedingt alles drei gleichermaßen "Die Kartoffeln von dem anderen Bettelmönch sind aber viel dicker als meine und seine Robe ist auch viel schöner, man schätzt mich nicht genug...". Der Maßstab sagt ob etwas größer oder kleiner ist, besser oder schlechter, Dick oder Doof, welchen Bezug ich dazu habe, usw. und das empfindet man dann geistig auch genau so gefiltert "angenehm (habenwollen), unangenehm (nichthabenwollen) , wedernoch (verblendet)". Oder umgedreht, was man so empfindet, das nimmt man dementsprechend reflexiv wahr und macht da geistige "Gegenbilder, Merkmale oder Kennzeichen" draus.

    Mit anderen Worten, liebe Spock, ist doch die Höllenwelt nur eine der durch die Sinnenwelt wahrnehmbaren Welten, die nur im Inneren eines Menschen existieren? Oder?

    _()_

    In der Zusammenfassung verstehe ich das sinngemäss so. Wobei das "Innere" auch durch "Äusseres" inspiriert werden kann (zB. Völlerei). Aber im Grunde habe ich dann schon einen Filter drauf liegen und das entsprechende Begehren. Da braucht man dann die Sinneswächter.


    Also im PK steht, dass die 5 Gruppen an denen angehaftet wird, "Persönlichkeit" genannt werden (sh. M44). Und wenn ich darin feststecke (was doof formuliert ist), dann habe ich dieses Dasein. Das liegt am Durst, der zieht sich quasi durch die Gruppen an denen angehaftet wird. Also ich bin was ich festhalte und dann sehe ich so die Welt (Projektion). Das fällt imho alles zusammen. Der Befreite "erscheint" hingegen nicht mehr. So verstehe ich das.

    Zitat

    loka


    'Welt', ist eine Bezeichnung für die alles umfassenden 3 Welten, nämlich:


    • die 'Sinnenwelt' (kāma-loka), d.i. die Welt der fünf Sinne
    • die 'Feinkörperliche Welt' (rūpa-loka), d.i. die den vier jhānas entsprechende Himmelswelt, in der es jedoch noch den Seh- und Hörsinn gibt;
    • die den vier Unkörperlichen Gebieten (siehe jhāna, 5-8) entsprechende 'Unkörperliche Welt' (arūpa-loka).

    Die Sinnenwelt (kāma-loka) umfaßt Hölle, Tierreich, Gespensterreich, Dämonenreich, Menschenwelt und das sechsfache sinnliche Himmelsreich (siehe deva).

    loka


    Zitat

    Wie aber, ihr Mönche, verweilt ein Mönch als Himmelswesen (*1)? Da gewinnt der Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnendingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, die mit Gedankenfassen und Überlegen verbundene, in der Abgeschiedenheit geborene, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung und weilt in ihr. Nach Stillung von Gedankenfassen und Überlegen gewinnt er den inneren Frieden, die Einheit des Geistes, die von Gedankenfassen und Überlegen freie, in der Sammlung geborene, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte zweite Vertiefung und verweilt in ihr. Nach Loslösung von der Verzückung weilt er gleichmütig, achtsam, klar bewußt, und ein Glücksgefühl empfindet er in seinem Inneren, von dem die Edlen künden: 'Der Gleichmütige, Achtsame weilt beglückt'; so gewinnt er die dritte Vertiefung und weilt in ihr. Nach dem Schwinden von Wohlgefühl und Schmerz und dem schon früheren Erlöschen von Frohsinn und Trübsinn, gewinnt er die leidlos-freudlose, in der völligen Reinheit von Gleichmut und Achtsamkeit bestehende vierte Vertiefung und weilt in ihr. So, ihr Mönche, verweilt ein Mönch als Himmelswesen.


    Wie aber, ihr Mönche, verweilt ein Mönch als eine Brahma-Gottheit (*2)? Da durchdringt ein Mönch mit einem von Güte, von Mitleid, von Mitfreude und von Gleichmut erfüllten Geiste die eine Himmelsrichtung, ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte. So durchdringt er oben, unten, quer inmitten, allerwärts, in allem sich wiedererkennend, die ganze Welt mit einem von Güte, Mitleid, Mitfreude oder Gleichmut erfüllten Geiste, einem weiten, umfassenden, unermeßlichen, von Haß und Übelwollen befreiten. So, ihr Mönche, verweilt ein Mönch als eine Brahma-Gottheit.


    Wie aber, ihr Mönche, verweilt ein Mönch in Reglosigkeit (*3)? Da gewinnt ein Mönch durch völlige Aufhebung der Körperlichkeits-Wahrnehmungen, durch das Schwinden der Rückwirk-Wahrnehmungen, durch das Nichtbeachten der Vielheits-Wahrnehmungen, in der Vorstellung 'Unendlich ist der Raum', das Gebiet der Raumunendlichkeit und weilt darin. Durch völlige Überwindung des Raumunendlichkeit-Gebietes gewinnt er dann, in der Vorstellung 'Unendlich ist das Bewußtsein', das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit und weilt darin. Durch völlige Überwindung des Bewußtseinsunendlichkeits-Gebietes aber gewinnt er, in der Vorstellung 'Nichts ist da', das Gebiet der Nichtsheit und weilt darin. Durch völlige Überwindung des Gebiets der Nichtsheit aber gewinnt er das Gebiet von Weder- Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung und weilt darin. So, ihr Mönche, verweilt der Mönch in Reglosigkeit.


    Wie aber, ihr Mönche, verweilt ein Mönch als Heiliger? Da versteht ein Mönch der Wirklichkeit gemäß: 'Dies ist das Leiden'; versteht der Wirklichkeit gemäß: 'Dies ist die Entstehung des Leidens'; versteht der Wirklichkeit gemäß: 'Dies ist die Erlöschung des Leidens'; versteht der Wirklichkeit gemäß: 'Dies ist der zur Erlöschung des Leidens führende Pfad'. So, ihr Mönche, verweilt ein Mönch als Heiliger.



    Kommentare:


    (*1) devappatto viharati. Die vier Vertiefungen werden als 'himmlische Weilungen' (dibba-vihāra) bezeichnet.

    (*2) brahmappatto. Die vier im folg. genannten meditativen Geisteszustände gelten als brabmavihāra, Brahma- oder Gottgleiche, d.i. erhabene Weilungen.

    (*3) āneñjapatto hoti. Dies bezieht sich auf die im folg. genannten Unkörperlichen Vertiefungen; vgl. M.106.

    Anguttara Nikaya IV.181-190

    Zitat

    S.1.70. Welt - 10. Loka Sutta

    1. (Die Devatā:)

    "Womit ist die Welt entstanden? [160]

    Wodurch tritt sie in Verkehr?

    Aufgrund von was (besteht) die Welt?

    Wodurch wird sie gequält?"


    2. (Der Erhabene:)

    "Mit den sechs [161] ist die Welt entstanden; durch die sechs tritt sie in Verkehr:

    Auf Grund der sechs (besteht) die Welt; von den sechs wird sie gequält."



    Kommentare:


    [160] P. kismim (mit Ergänzung von uppanne) loko samuppanno. Der Komm. I. 115.15 umschreibt die Frage so: "nach Entstehung von was sagt man: die Welt ist entstanden."


    [161] Gemeint sind die sechs āyatanāni, die sechs Sinne und die ihnen entsprechenden äußeren Bereiche. Vgl. Bd. II, S.2.

    Samyutta Nikaya 1.61-70

    Zitat

    nimitta


    Reflex, Gegenbild, Objekt, Erscheinung, Merkmal, Marke, Zeichen.

    1. Gegenbild nennt man das bei erfolgreicher Übung gewisser Konzentrationsobjekte im Geiste, gleichsam wie mit dem sinnlichen Auge wahrgenommene geistige Bild. Das zuerst auftretende noch unruhige, unklare Bild nennt man das 'Aufgefaßte Bild' (uggaha-nimitta), das später auftretende, ganz klare und unerschütterliche Bild aber das 'Gegenbild' (patibhāga-nimitta). Mit letzterem ist die Stufe der 'Angrenzenden Sammlung'(upacāra-samādhi) erreicht. Das zu Beginn der Konzentration wahrgenommene Objekt bezeichnet man als 'Vorbereitungsbild' (parikamma-nimitta).
    2. 'Zeichen (früheren) Karmas' (kamma-nimitta) oder '(künftigen) Geschicks' (gati-nimitta); sie entstehen als Geistesobjekte des letzten karmischen Bewußtseins vor dem Tode. (Vis. XVII).
    3. Wer Sinnenkontrolle besitzt, befaßt sich nicht mit der allgemeinen 'Erscheinung' eines Sinnenobjektes (na nimittaggāhi; M.38; D.12; erklärt in Vis. I.
    4. Als 'Objekt': z. B. 'Objekt des Lieblichen' (siehe subha-nimitta), 'des Unreinen' (siehe asubha-nimitta).

    Siehe auch Sn v. 341 mit Anmerkung.

    nimitta


    Zu 3. Sinneskontrolle siehe Post Nr. 6, M27

    Zitat

    (Wahrnehmung)


    8. "'Wahrnehmung, Wahrnehmung', so sagt man, Freund. Worauf bezieht es sich, wenn man von 'Wahrnehmung' spricht?"


    "'Es nimmt wahr, es nimmt wahr', Freund, deshalb spricht man von 'Wahrnehmung'. Was nimmt es wahr? Es nimmt blau wahr, es nimmt gelb wahr, es nimmt rot wahr und es nimmt weiß wahr. 'Es nimmt wahr, es nimmt wahr', Freund, deshalb spricht man von 'Wahrnehmung'."


    9. "Gefühl, Wahrnehmung und Bewußtsein, Freund - sind diese Geisteszustände miteinander verbunden oder getrennt? Und ist es möglich, einen dieser Zustände vom anderen zu trennen, um den Unterschied zwischen ihnen beschreiben zu können?"


    "Gefühl, Wahrnehmung und Bewußtsein, Freund - diese Geisteszustände sind miteinander verbunden, nicht getrennt, und es ist unmöglich, einen dieser Zustände von den anderen zu trennen, um den Unterschied zwischen ihnen beschreiben zu können. Denn, was man fühlt, das nimmt man wahr, und was man wahrnimmt, das erfährt man. Deshalb sind diese Geisteszustände miteinander verbunden, nicht getrennt, und es ist unmöglich, einen dieser Zustände von den anderen zu trennen, um den Unterschied zwischen ihnen beschreiben zu können [3]."

    Zu "nimitta":

    Zitat

    30. "Freund, die unermeßliche Herzensbefreiung, die Herzensbefreiung durch Nichtsheit, die Herzensbefreiung durch Leerheit und die merkmallose Herzensbefreiung [12]: sind dies verschiedene Zustände mit verschiedenen Kennzeichen, oder sind sie eins, nur mit verschiedenen Kennzeichen?"


    "Freund, die unermeßliche Herzensbefreiung, die Herzensbefreiung durch Nichtsheit, die Herzensbefreiung durch Leerheit und die merkmallose Herzensbefreiung: auf eine Weise sind dies verschiedene Zustände mit verschiedenen Kennzeichen, und auf eine andere Weise sind sie eins, nur mit verschiedenen Kennzeichen."


    […]


    35. "Und auf welche Weise, Freund, sind diese Zustände eins, nur mit verschiedenen Kennzeichen? Gier legt Maßstäbe an, Haß legt Maßstäbe an, Verblendung legt Maßstäbe an. In einem Bhikkhu, dessen Triebe vernichtet sind, sind diese aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen sind. Von allen Arten der unermeßlichen Herzensbefreiung wird die unerschütterliche Herzensbefreiung als die beste hervorgehoben. Jene unerschütterliche Herzensbefreiung aber ist leer von Gier, leer von Haß, leer von Verblendung."


    36. "Gier ist ein Etwas, Haß ist ein Etwas, Verblendung ist ein Etwas. In einem Bhikkhu, dessen Triebe vernichtet sind, sind diese aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen sind. Von allen Arten der Herzensbefreiung durch Nichtsheit wird die unerschütterliche Herzensbefreiung als die beste hervorgehoben. Jene unerschütterliche Herzensbefreiung aber ist leer von Gier, leer von Haß, leer von Verblendung."


    37. "Gier schafft Merkmale, Haß schafft Merkmale, Verblendung schafft Merkmale [13]. In einem Bhikkhu, dessen Triebe vernichtet sind, sind diese aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmenstumpf gleichgemacht, beseitigt, so daß sie künftigem Entstehen nicht mehr unterworfen sind. Von allen Arten der merkmallosen Herzensbefreiung wird die unerschütterliche Herzensbefreiung als die beste hervorgehoben. Jene unerschütterliche Herzensbefreiung aber ist leer von Gier, leer von Haß, leer von Verblendung. Auf diese Weise sind diese Zustände eins, nur mit verschiedenen Kennzeichen."



    Kommentar:


    [13] Und zwar genau die Merkmale oder Kennzeichen (nimitta), von denen man sich bei der Übung der Sinneskontrolle zu lösen sucht (vgl. M27, Anmerkung 2).

    Majjhima Nikāya 43

    Zitat

    15. "Wenn er mit dem Auge eine Form sieht, klammert er sich nicht an ihre Zeichen und ihr Erscheinungsbild [2]. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Sehsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Sehsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Sehsinns. Wenn er mit dem Ohr einen Klang hört, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Hörsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Hörsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Hörsinns. Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geruchsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geruchsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geruchsinns. Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geschmacksinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geschmacksinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geschmacksinns. Wenn er mit dem Körper ein Berührungsobjekt fühlt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Berührungssinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Berührungssinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Berührungssinns. Wenn er mit dem Geist ein Geistesobjekt erfährt, klammert er sich nicht an seine Zeichen und sein Erscheinungsbild. Da üble, unheilsame Geisteszustände der Gier und der Trauer in ihn eindringen könnten, wenn er den Geistsinn unkontrolliert ließe, übt er sich in dessen Kontrolle, er beschützt den Geistsinn, er beschäftigt sich mit der Kontrolle des Geistsinns. Weil er diese edle Sinneskontrolle besitzt, erlebt er in sich eine Glückseligkeit, die unbesudelt ist."


    16. "Er wird einer, der wissensklar handelt beim Hingehen und Zurückgehen; der wissensklar handelt beim Hinschauen und Wegschauen; der wissensklar handelt beim Beugen und Strecken der Glieder; der wissensklar handelt beim Tragen der Robe und beim Umhertragen der äußeren Robe und der Schale; der wissensklar handelt beim Essen, Trinken, Kauen und Schmecken; der wissensklar handelt beim Entleeren von Kot und Urin; der wissensklar handelt beim Gehen, Stehen, Sitzen, Einschlafen, Aufwachen, beim Reden und Schweigen."



    Kommentar:


    [2] Er ist sich der Sinnestätigkeit bewußt und sieht Sinneseindrücke als das was sie sind: einfach nur vergängliche Sinneseindrücke.


    “Zeichen” oder “Merkmal” (nimitta) ist das, was Gier, Hass und Verblendung den Sinnesdaten beifügen; sie ordnen Form, Klang usw. eine Signifikanz zu, aufgrund derer man unheilsam auf das Erlebte reagiert (s. M43.37).

    Majjhima Nikāya 27

    Zitat

    37. "Wenn, Freunde, innerlich der Geist intakt ist, aber keine äußeren Geistesobjekte in seine Reichweite kommen, und keine passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es kein Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils. Wenn innerlich der Geist intakt ist, und äußere Geistesobjekte in seine Reichweite kommen, aber keine passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es kein Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils. Aber wenn innerlich der Geist intakt ist, und äußere Geistesobjekte in seine Reichweite kommen, und passende Hinwendung vorhanden ist, dann gibt es das Erscheinen des zugehörigen Bewußtseinsanteils."


    38. "Die Form, die auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe der Form, an der angehaftet wird, eingeschlossen [8]. Das Gefühl, das auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe des Gefühls, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Die Wahrnehmung, die auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe der Wahrnehmung, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Die Gestaltungen, die auf solche Weise ins Dasein getreten sind, werden in die Daseinsgruppe der Gestaltungen, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Das Bewußtsein, das auf solche Weise ins Dasein getreten ist, wird in die Daseinsgruppe des Bewußtseins, an der angehaftet wird, eingeschlossen. Er versteht so: 'Auf diese Weise, in der Tat, kommt das Einschließen, Einsammeln und Anhäufen in diese fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, zustande. Nun wurde dies vom Erhabenen gesagt: >Einer, der bedingte Entstehung sieht, sieht das Dhamma; einer, der das Dhamma sieht, sieht bedingte Entstehung.< Und diese fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, sind bedingt entstanden. Die Begierde, das Frönen, die Neigung und das Festhalten an diesen fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, ist der Ursprung von Dukkha. Das Entfernen von Begierde und Gier, das Überwinden von Begierde und Gier nach diesen fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, ist das Aufhören von Dukkha.' Auch an jenem Punkt, Freunde, ist von jenem Bhikkhu viel erreicht worden."



    Kommentar:


    [8] Auch im Fall des Geistsinnprozesses tritt Form, an der angehaftet wird, ins Dasein, da geistige Prozesse ein reflexives Widerspiegeln dessen sind, was über die fünf materiellen Sinne erfahren wird. Der Geistsinn, der die fünf “äußeren” Sinne durchdringt, ist sozusagen bedingt durch den Input von Formwahrnehmung. Das gilt auch für die formhaften Vertiefungen; erst in den formlosen Gebieten hört Formwahrnehmung auf, ebenso wie jegliche Sinneseinwirkung (vgl. z.B. M25 und “Werden” im Terminologieteil). Die formlosen Gebiete dagegen werden durch “geläutertes Geist-Bewusstsein (manoviññāṇa), das von den fünf Sinnesfähigkeiten entbunden ist”, erschlossen (s. M43).

    Majjhima Nikāya 28

    Zitat

    14. "Dann hört zu, Freunde, und verfolgt aufmerksam, was ich sagen werde." - "Ja, Freund", erwiderten die Bhikkhus. Der ehrwürdige Mahā Kaccāna sagte dies:


    15. "Freunde, als sich der Erhabene von seinem Sitz erhob und in seine Unterkunft ging, nachdem er eine Zusammenfassung in Kürze gegeben hatte, ohne die Bedeutung im Einzelnen zu erläutern, nämlich: 'Ihr Bhikkhus, was die Quelle anbelangt, durch welche die Konzepte, die von begrifflichem Ausufern geprägt sind, einen Mann bedrängen: wenn dort nichts gefunden wird, woran man sich ergötzen könnte, was man willkommen heißen könnte und woran man sich festhalten könnte, dann ist dies das Ende der Neigung zur Begierde, der Neigung zur Abneigung, der Neigung zu Ansichten, der Neigung zum Zweifel, der Neigung zum Dünkel, der Neigung zur Begierde nach Werden, der Neigung zur Unwissenheit; dies ist das Ende des Gebrauchs von Knüppel und Waffe, von Streit, Zank, Streitgesprächen, Anschuldigung, Gehässigkeit und falscher Rede; hier hören diese üblen unheilsamen Zustände ohne Überbleibsel auf', da verstand ich die Bedeutung dessen im Einzelnen folgendermaßen:"


    16. "Bedingt durch Auge und Formen entsteht Sehbewußtsein; das Zusammentreffen der drei ist Kontakt [6]; durch den Kontakt bedingt ist Gefühl. Was man fühlt, das nimmt man wahr. Was man wahrnimmt, darüber denkt man nach. Worüber man nachdenkt, darüber ufert man begrifflich aus. Mit dem als Quelle, worüber man begrifflich ausgeufert ist, bedrängen einen Mann die Konzepte, die von begrifflicher Ausuferung geprägt sind, und sich auf vergangene, zukünftige und gegenwärtige Formen, die mit dem Auge erfahrbar sind, beziehen [7]."



    Kommentare:


    [6] "Kontakt" in diesem technischen Zusammenhang ist nicht das Zusammentreffen von Sinnesobjekt und Sinn, wie es im Alltagsgebrauch des Wortes gesehen wird, sondern das Zusammentreffen von Sinnesobjekt, Sinn und Bewußtsein. "Kontakt" ist das Zusammentreffen von Subjekt und Objekt, Ich und der Welt.


    [7] Eine detaillierte Analyse, wie "begriffliches Ausufern" (papañca) aus dem kognitiven Prozeß entsteht und sich in unkontrollierbaren Konzepten niederschlägt, die ihren Schöpfer überwältigen und zum Opfer machen.

    Majjhima Nikāya 18

    Zitat

    16. "Er verweilt, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Gleichmut; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Gleichmut erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen."


    17. "Er versteht: 'Es gibt dies, es gibt Niederes, es gibt Höheres, und darüber hinaus gibt es ein Entkommen aus diesem gesamten Feld der Wahrnehmung* [2].'"


    18. "Wenn er so weiß und sieht, ist sein Geist vom Sinnestrieb befreit, vom Daseinstrieb und vom Unwissenheitstrieb. Wenn er so befreit ist, kommt das Wissen: 'Er ist befreit.' Er versteht: 'Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr.' Bhikkhus, diesen Bhikkhu nennt man einen im inneren Bad Gebadeten."

    Majjhima Nikāya 7


    *Anm.: saññāgatassa

    Die Wurzel aller Dinge M1

    Zitat

    1. So habe ich gehört. Einmal hielt sich der Erhabene in Ukkhaṭṭhā im Subhaga Hain, am Fuß eines königlichen Salbaumes auf. Dort richtete er sich folgendermaßen an die Bhikkhus: "Ihr Bhikkhus [1]." - "Ehrwürdiger Herr", erwiderten sie. Der Erhabene sagte dieses:


    2. "Ihr Bhikkhus, ich werde euch einen Vortrag über die Wurzel aller Dinge halten. Hört zu und verfolgt aufmerksam, was ich sagen werde." - "Ja, ehrwürdiger Herr", erwiderten die Bhikkhus. Der Erhabene sagte dieses:

    (Der Weltling)

    3. "Ihr Bhikkhus, ein nicht unterrichteter Weltling [2], der die Edlen nicht beachtet und in ihrem Dhamma nicht bewandert und geschult ist, der aufrechte Menschen nicht beachtet und in ihrem Dhamma nicht bewandert und geschult ist, nimmt da Erdelement als Erdelement wahr [3]. Nachdem er Erdelement als Erdelement wahrgenommen hat, stellt er sich Erdelement vor, er macht sich Vorstellungen im Erdelement, er macht sich Vorstellungen vom Erdelement ausgehend, er stellt sich vor 'Erdelement ist mein', er ergötzt sich am Erdelement [4]. Warum ist das so? Weil er es nicht vollständig durchschaut hat, sage ich."

    Zitat

    (Der Tathāgata -II)

    171. "Ihr Bhikkhus, der Tathāgata, der Verwirklichte, der Vollständig Erleuchtete, erkennt da Erdelement unmittelbar als Erdelement. Nachdem er Erdelement unmittelbar als Erdelement erkannt hat, stellt er sich nicht Erdelement vor, er macht sich nicht Vorstellungen im Erdelement, er macht sich nicht Vorstellungen vom Erdelement ausgehend, er stellt sich nicht vor 'Erdelement ist mein', er ergötzt sich nicht am Erdelement. Warum ist das so? Weil er verstanden hat, daß Ergötzen die Wurzel von Dukkha ist, und daß es mit Werden (als Bedingung) Geburt, und für alles, was geworden ist, Alter und Tod gibt [23]. Daher, ihr Bhikkhus, ist der Tathāgata durch die völlige Vernichtung, die Lossagung, das Aufhören, das Aufgeben und Loslassen der Begehren zur höchsten vollkommenen Erleuchtung erwacht, sage ich."

    Majjhima Nikāya 1

    Ich lese grade ein paar Texte durch und wollte einzelne Zitate zu den Themen hier sammeln und teilen. Falls jemand etwas davon ergänzen, kommentieren oder diskutieren mag, dann kann er das gerne tun.

    Das Buch ist wirklich nicht gut und ich würde auch davon abraten.


    Nur für die Anderen zur Info: der Satz geht dort so zu Ende

    Zitat

    Während die Mittelweg Schule die betrachtende Meditation als Grundlage ihrer mystischen Einsichten ansieht, gründet die Lehre der Yogacara Schule auf der Erfahrung des Trancezustandes und dem Erlebnis der ekstatischen Versenkung. In der Versenkung verschwindet alles, auch Denkinhalte, es bleibt nur noch eines , ein absolutes Element , und das ist der Geist, das Denkvermögen, das reine Erkennen, das inhaltsleere Bewußtsein. Man nennt es auch Grundbewußtsein oder, im Hinblick auf seine Funktion, Speicherbewußtsein.

    Vllt zielt seine Frage auf das "Speicherbewußtsein" ab?

    Kaiman, meinst du das?

    Dokus:



    Die Reise des blauen Buddha - Heilkunde in Tibet (YT)


    Bones Of The Buddha - Documentary (YT)


    Die Mönche im Wald - Dokumentation ueber Moenche im Wald Teil 1 (YT)


    Invitation to Korean Buddhism (YT)


    The Life Of Zen Master Dogen (Full Movie) (YT)


    Buddhistische Frauen in Deutschland - ZDF (YT)


    Amongst White Clouds Part 1 of 6 (YT)

    Eine Dokumentation in mehreren Teilen auf Youtube: Der Film "AMONGST WHITE CLOUDS" von Edward Burger über buddhistische Einsiedler-Mönche im Zhongnan-Gebirge der chinesischen Provinz Shaanxi. Diese Gegend ist seit mehreren Jahrtausenden ein bevorzugter Rückzugsort für Eremiten. Die Dokumentation über einige in der heutigen Zeit dort lebende buddhistische Einsiedler stammt aus dem Jahr 2005.


    The yogis of israel - english subtitles (YT)




    Interviews, Gespräche, Vorträge, Mitteilungen, usw.:



    Die letzte Prüfung (YT)

    Ven. Ajaan Tippakorn Sukhito, Abt des buddhistischen Klosters und Meditations-Zentrums Ban Sawang Jai, Pak Chong, Thailand, und leider kein gesunder Mann, spricht in diesem Film über den Tod.


    Gespräch über den Tod (Vimeo)


    A Conversation on Zen Buddhism with Bill Porter (YT)

    Bill Porter, auch Red Pine, in einem englischen Interview über chinesischen Zen


    Matthieu Ricard, vom Wissenschaftler zum buddhistischen Mönch (YT)

    Sternstunde Philosophie | SRF Kultur vom 05.07.2015


    Muho spricht über Dukkha (YT)


    What ist Emptiness? Brad Warner (YT)


    Ringu Tulku on Emptiness (YT)


    Asanga: Founder of Mahayana Yogacara Buddhism (YT)


    Uncertain Minds: How the West Misunderstands Buddhism (YT)


    An Informative Dependent Origination Workshop (YT)


    Diamond Sutra 101 - Part 1 (YT)


    Alan Watts - On Nothingness (YT)


    Jeff Shore on Zen practice - all into one (YT)



    Vortragsreihen:



    Buddhismus: Uni Hamburg



    You-Tube-Kanäle:



    Buddhas Lehre

    Buddhismus im Alltag

    DharmaGermany

    Theravada Dhamma

    Dolpo Tulku Rinponche

    Tibetisches Zentrum eV

    Kesang Neljor


    Gemischtes:



    Koreanischer Tanz: Seung Mu (YT), Fan Rib (YT), Salpuri (YT)


    Ramon Brendel, Vortrag auf dem Kongress Erleuchtung in Berlin, Sonntag 2.9.2012

    Ein Beitrag von Ramon Brendel zum Thema Satsang und therapeutische Probleme.


    Das Leben im Waldkloster von Baan Taad (YT)


    We Are All Related (YT)


    Mönche im Labor-Neurowissenschaften entdecken Meditation (YT)


    Buddhistische Philosophie - Gespräch mit Michael von Brück (YT)


    The Abbot and the Orphan - Belief (Vimeo)

    Buddhistischer Trickfilm


    What Would It Look Like? (YT)

    Ein Film des "Globaloneness-Projekts" mit deutlichem Dharma-Einschlag.


    Little Buddha (Film, YT)

    Siehe Wiki



    (Die Links sind nicht von mir. Ich habe sie nur übernommen und versucht irgendwie zu sortiert.)

    Ich verstehe nicht was du von mir moechtest, ausser dass fuer dich alles so klingt als sei da ein dingansich gemeint und du bei Saetzen den Sinnzusammenhang weglaesst, um nur Passagen als falsch formuliert zu bezeichnen, was aber so absolut garnichts mit Prasangika zu tun hat.


    Der Artikel ist doch rausgenommen, aber ich lasse mir nicht unterstellen, dass ich etwas soundso gemeint habe oder so klingen koennte, was einfach nicht stimmt. Ich werde nicht mehr weiter diskutieren. Ich vermute da wird sich wieder ein dingansich irgendwo verstecken.


    Du gibst niemand anderem hier im Forum dermassen "Kontra" (sic!) ich verstehe nicht was dein Problem mit mir ist. Ich weiss, ist nichts persoenliches... is ok. Ich bin raus.

    Ich weiß von den 4 Elementen. Diesen Begriff hier kenne ich nicht. Aber in dem Eintrag zu diesem Begriff klingt es so, als gäbe es ein Ding an sich, was eine physikalische Qualität an sich hätte.

    Ich habe den Artikel ausgetauscht.

    Ich moechte das nur ergaenzen, weil es nicht stimmt. Dort stand nirgends etwas mit Dingansich. Dort stand eine Anleitung zur Betrachtung (Meditation) von Qualitaeten (sic!).

    Zitat

    Mahābhūta oder cattāro mahābhūtā sind die vier Elemente Erde (Festigkeit), Wasser (Kohäsion), Feuer (Temperatur) und Wind (Bewegung). Gemeint sind damit keine physikalischen Dinge, sondern physikalisch wahrgenommene Qualitäten. Sie gehören in die übergeordnete Kategorie der Elemente (dhātu) und entsprechen somit den dhammas, aber in Bezug auf das Körperliche (rūpa) und der Sinneswahrnehmung (āyatana). Die Erklärungen über die elementaren Bestandteile werden i.d.R. im Kontext des Begehrens (kāma) dargelegt und oft zusammen mit den Skandhas (Anhaftungsgruppen) erwähnt. Die Übung dient der Stillung des Begehrens (passaddha) und somit dem Weg der Herzensbefreiung.


    Manchmal sind es auch mehr als vier Elemente, dh. fünf oder sechs (plus Raum und Bewusstsein), wie hier:

    Zitat


    7. "Bhikkhu, dieser Mensch besteht aus sechs Elementen, sechs Grundlagen für Kontakt, und achtzehn Arten des geistigen Herantretens, und er hat vier Grundlagen. Die Fluten der Vorstellung spülen über einen, der auf diesen Grundlagen steht, nicht mehr hinweg, und wenn die Fluten der Vorstellung nicht mehr über ihn hinwegspülen, dann wird er ein Stiller im Frieden genannt. Man sollte Weisheit nicht vernachlässigen, man sollte die Wahrheit aufrecht erhalten, man sollte Verzicht pflegen, und man sollte für den Frieden üben. Dies ist die Zusammenfassung der Darlegung der sechs Elemente."


    Zitat

    13. "Wie, Bhikkhu, vernachlässigt man Weisheit nicht? Es gibt diese sechs Elemente: das Erdelement, das Wasserelement, das Feuerelement, das Windelement, das Raumelement und das Bewußtseinselement."


    14. "Bhikkhu, was ist das Erdelement? Das Erdelement kann entweder innerlich oder äußerlich (sh. āyatana) sein. Was ist das innere Erdelement? Was immer an inneren, zu einem selbst gehörenden Dingen, fest, verfestigt und Objekt der Anhaftung ist, also Kopfhaar, Körperhaar, Nägel, Zähne, Haut, Muskelfleisch, Sehnen, Knochen, Knochenmark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz, Lunge, Dickdarm, Dünndarm, Magen, Kot oder was sonst noch an inneren, zu einem selbst gehörenden Dingen, fest, verfestigt und Objekt der Anhaftung ist: dies nennt man das innere Erdelement. Sowohl das innere Erdelement, als auch das äußere Erdelement sind einfach nur Erdelement. Und das sollte mit angemessener Weisheit der Wirklichkeit entsprechend gesehen werden: 'Dies ist nicht mein, dies bin ich nicht, dies ist nicht mein Selbst.' Wenn man es mit angemessener Weisheit der Wirklichkeit entsprechend so sieht, wird man gegenüber dem Erdelement ernüchtert und macht den Geist begierdelos in Bezug auf das Erdelement."


    pk Die Darlegung der Elemente - Dhātuvibhaṅga Sutta M 140



    Die Bewusstmachung der Elemente des Körpers (dhātu-manasi-kāra) werden auch im Satipatthana-Sutta erläutert.

    Es entstehen und verändern sich die ganze Zeit Formen, "Dinge", oder "Strukturen", oder wie auch immer man die "festeren Erscheinungen" der äusseren Wahrnehmung bezeichnen will.


    Die "Neuheitserfahrungsmöglichkeit" dieser Formen ist begrenzt. Und folgt jeweils denselben Bedingungszusammenhängen.


    Womöglich ist hiermit die Verwechslung die ich meine, gesehen zu haben ("neue Dinge"), besser gekennzeichnet.

    Kurz zu "Form":


    dort steht "vier Hauptstoffe", ich denke mahabhuta ist gemeint, also nicht irgendein unspezifisches Phaenomen oder "Ding".


    Aber es geht dir wahrscheinlich eher um den Anlass oder?


    Da es einen Anlass benoetigt, ist die Moeglichkeit begrenzt (meinst du?), aber die Neuheitserfahrung selbst nicht.


    Also als Beispiel: wenn ich ein Einhorn (Sehobjekt) im TV sehe, dann ist der Anlass fuer den Anblick dieses Sehobjekts das TV-schauen. Das ist die "Moeglichkeit" (?) wie das Sehobjekt in meiner Wahrnehmung zustande kommt, das siehst du als begrenzte Moeglichkeit? Aber dass ich das Einhorn zum ersten mal sehe und es fuer mich voellig neu ist, das ist schon moeglich. Versteh ich dich richtig?

    Ich stelle oft fest, das in Diskussionen das Konventionelle mit dem Endgültigen vermischt wird. Das passiert mir oft. Es ist schwierig über andere Bewußtseinsebenen zu reden.Das liegt im Ding der Sache .Unsere Sprache ist für diese Sinnliche Ebene konzipiert und diese ist dualistisch.

    Das ist evtl. ein Richtungsding. Ich glaube die tib. Praktizierenden haben da mehr Bewusstseinsebenen in ihrer Systematik. Fuer mich selbst gibt es da nur eine Ebene. Also ob konventionell oder nicht ist fuer mich eher eine temporaere Frage, weniger eine Ebenenfrage. Ich weiss nicht, ob das jetzt OT ist. Weisheit ist fuer mich auch keine "Ebene", dann waere es wieder Etwas. Das ist in einem Gemischtforum evtl. schwierig beim Austausch.

    Beim Erinnern des Buddha ist keine Verzerrung weil er sich ja bewusst ist das es nicht jetzt ist, das es erinnert ist und nicht auf das jetzt zutrifft. Doch wenn ich mich erinnere verschwimmen oft die Grenzen und ich nehme manchmal an das es damals so war wie es heute ist. Ich kann dann schwer in dem bleiben das hier ist. Das Bewusstsein ist verzerrt und Glaube setzt ein.

    Ich bin da manchmal langsam.


    Ich assoziiere Zeitbewusstsein eher mit Bewegung, Ordnung und Geschwindigkeit. Das passt auch gut zur Definition aus der Physik. Aber auch weil ich mich im gewissen Sinne in der alltaeglichen Wahrnehmung als Ort wahrnehme. Die Zeit hat darum etwas oertliches fuer mich und ist auch veraenderungs- oder bewegungsabhaengig, incl. der "Pausen". Es haengt aber auch mit den 5 Sinnen zusammen. Die Ordnung (das ist vermutlich Verstand) laesst sich aber auch abstrahieren zB. Informationen ueber etwas und dann koennen diese Simulationen auch etwas machen, also auch mit dieser Ortwahrnehmung. Das ueberschneidet sich vllt mit der mathematischen Sicht, ich kann es zB. durch Vektoren auch abstrahieren und ausdrueckbar machen (meinst du das?). Das ist praktisch, aber es ist besser wenn es reflektiert ist. Ich habe aber nicht den Eindruck (wie manche es sagen), dass dieser Vorgang weggeht mit der Zeit, ich glaube man kann da nur Weisheit entwickeln. Oder so wie beim sitzen, man gewoehnt sich dran, dass da was kommt und geht und klebt nicht mehr so fest.

    Zitat

    Uji Seinzeit ist das unverzerrte Bewusstsein des jetzt im Bewusstsein das es auch Erinnerungen enthält die aber eben nicht Uji sind.


    Ich habe es grade nochmal gelesen, manche Passagen verstehe ich nicht, weil ich die Koans nicht kenne. Aber dort steht, dass es kein ausserhalb des uji gibt.

    ich hab überhaupt nicht an Vergänglichkeit gedacht.

    Aber ich! :)

    Zitat

    Außerdem ist Vergänglichkeit ja schon ein Verwickeln in den Denkprozess von Zahl/Daten und Zeit. Ein verzerren des Jetzt. Ein verzerren des Bewusstsein.

    Aber was ist dann mit erinnern? Buddha erinnerte sich ja. Muesste er dann nicht verzerrt gewesen sein, weil es nicht im Jetzt war?


    Ergaenzung: ich glaube Dogen schrieb was ueber Uji Seinzeit. Ich werd das mal suchen und schauen, was dort stand.

    Wo steht es im PK, dass es Dinge gäbe, die so "neuartig" oder "andersartig" wären, dass die Idee einer eingehenden Untersuchung (das Nachgehen einer Sinnesgier) nicht einer Illusion, eines falschen Verständnis der Dinge unterläge?

    Ich glaube iwas wird hier verwechselt, aber ich hab kA was.


    Es gibt schon etwas, aber es ist nicht ewig und kein Selbst, zu glauben dass es so waere, das ist die "Illusion".


    Es gibt Dinge die zu foerdern sind, Dinge die zu durchschauen sind und Dinge die zu ueberwinden sind. Vllt verwechselst du auch durchschauen und ueberwinden (ich rate). Ich meine damit, nur weil ich verstehe, was Wahrnehmung ist, sagt das noch nichts ueber Inhalte aus und ich sehe das auch nicht als determiniert, also zB. dass man ein unbekanntes Tier sieht. Ich bin grade nicht zu Hause und weiss die Sutten nicht aus dem Kopf. Aber hier ist eins, wo Dinge aufgezaehlt werden:

    Zitat

    Was für vier Dinge sind auszubilden? Die vier Grundlagen der Achtsamkeit:

    • da wacht, ihr Brüder, ein Mönch beim Körper über den Körper, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;
    • wacht bei den Gefühlen über die Gefühle,
    • beim Bewußtsein über das Bewußtsein,
    • bei den Geistobjekten über die Geistobjekte, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;

    diese vier Dinge sind auszubilden.

    Was für vier Dinge sind zu durchschauen?

    • Die vier Arten der Nahrung: körperbildende Nahrung, grob oder fein,
    • zweitens Berührung,
    • drittens geistiges Innewerden,
    • viertens Bewußtsein;

    diese vier Dinge sind zu durchschauen.

    Was für vier Dinge sind aufzuheben? Die vier Wogen:

    • die Woge der Lust,
    • die Woge des Daseins,
    • die Woge der Ansichten,
    • die Woge des Nichtwissens;

    Digha Nikaya 34.4

    Ich bitte darum nachsichtig zu sein und das nicht als vollstaendige Erklaerung zu sehen und auf den konkreten Inhalt zu achten, mir geht es nicht um die Aufzaehlung dort, sondern um die Unterscheidungen "durchschauen, aufheben, usw.". Auch weiter vorne stand iwo "Weisheit gilt es zu entfalten, Bewusstsein gilt es zu durchschauen.". Dort steht nicht "aufheben". Wahrnehmung, Gefuehl und Bewusstsein treten immer gemeinsam auf...