Beiträge von Freeman reloaded

    Liebe Forum Gemeinde, es ist mal wieder so weit, es drängt mich, loszulassen, weiterzuziehen und mich wieder um die Musik zu kümmern. Es war mir eine ausserordentlich inspirierende Freude, mich mit Buddhisten unterhalten zu dürfen.


    Da ich nur ein Musiker bin, keiner bestimmten Lehre oder Religion verpflichtet, möchte ich mich mit den folgenden schlichten Worten verabschieden:

    Let there be Music.


    https://m.youtube.com/watch?v=FNlUhW0azKI


    ( Bitte erwartet keine Antworten/Kommentare mehr von mir, the answer will be blowing in the wind :mrgreen: )

    void:
    Freeman reloaded:

    Wenn ALLES und JEDER AN- Atman und leer ist, warum sollte ich dann auf den Buddha (= Anatman, leer) oder auf irgendeinen anderen Fraggle hören :lol:


    Statt "Anatman" könnte man auch "bedingt" bzw. "nicht aus sich selbst heraus existierend" sagen. Jeder von uns ist bedingt, und existiert nicht aus sich selbst heraus. Er lebt aber nicht so. Und weil er unter diesen falschen Annahmen" lebt, leidet er.


    Ich denke, Buddha als "Fraggle" zu bezeichnen ist etwas, mit dem einige hier leben können, was aber andere als grosse Respektlosigkeit und "unrechte Rede" auffassen werden.


    Ich bitte vielmals um Entschuldigung für das böse Wort "Fraggle".


    Was den Rest betrifft:


    Es ist sicher Dein gutes Recht, das als Buddhist so zu betrachten.

    mukti:
    Freeman reloaded:

    wie ich "Anatman" als Ansammlung von Buchstaben betrachte,...


    Was die Frage Hindu/Buddhist betrifft so denke ich dass der Buddha Yogis als Lehrer hatte, die wohl eine Beziehung zu den Upanishaden hatten. Er hat nach ihrem System praktiziert und ist dann noch das letzte Stückchen weitergegangen zu Nibbana. Man könnte also nach diesem Yoga praktizieren und dann nach der Buddhalehre die letzte Stufe auch noch fallenlassen, das wäre dasselbe als würde man von Anfang an dem System des Buddha folgen. Oder?


    Genau diese Tatsache wird ja hier beschrieben:


    " , "Nirvikalpa Samadhi is generally considered to incorporate the following four Jhanas within its scope," then going on to list Jhana's number 5 through 8, it should be so brought to the attention of the reader that the Buddha in his quest for Awakening was NOT able to fully find the answers he sought in the Eight Jhana States to his satifaction. They are, thus then, not the end all be all of Full Attainment. To wit the following as found in The Jhanas in Theravadan Buddhist Meditation:


    " Before he became the Buddha, at the beginning of his spiritual quest, Siddhartha Gautama studied with two teachers. The first teacher taught him the first Seven Jhanas; the other teacher taught him the Eighth Jhana. Both teachers told him they had taught him all there was to learn. But Siddhartha still didn't know why there was suffering, so he left each of these teachers and wound up doing six years of austerity practises. These too did not provide the answer to his question and he abandoned these for what has come to be known as the Middle Way. The suttas indicate that on the night of his Enlightenment, he sat down under the and began his meditation by practising the Jhanas (for example, see the Mahasaccaka Sutta - Majjhima Nikaya #36). When his mind was "concentrated, purified, bright, unblemished, rid of imperfection, malleable, wieldy, steady and attained to imperturbability" he direct it to the "true knowledges" that gave rise to his incredible breakthrough in consciousness known in the sutras as Anuttara Samyak Sambodhi. So we see that the Jhanas are not only at the heart of his teaching, but also were at the heart of his own practise." (source)


    The first teacher taught him the first Seven Jhanas; the other teacher taught him the Eighth Jhana. Both teachers told him they had taught him all there was to learn. But Siddhartha still didn't know why there was suffering, so he left each of these teachers and wound up doing six years of austerity practises.


    On the night of his Enlightenment, he sat down under the Bodhi Tree and began his meditation by practising the Jhanas. When his mind was "concentrated, purified, bright, unblemished, rid of imperfection, malleable, wieldy, steady and attained to imperturbability" he direct it to the "true knowledges" that gave rise to his incredible breakthrough in consciousness known in the sutras as Anuttara Samyak Sambodhi."


    http://the-wanderling.com/nirvakalpa.html


    Das bedeutet im Klartext:


    Egal, welchem Guru, Lehrer, Meister Du folgst, die letzte Strecke des Weges musst Du EINSAM und ALLEIN gehen (sei Dir selbst eine Leuchte!) und alles loslassen, alles fallenlassen, den Grossen Tod, den einsamen Tod sterben, völlig entwerden, alle Namen und Vorstellungen, alle Konzepte, alle Lehren, Gurus, Lehrer und Meister fallenlassen. Nur, wer in diesem Leben den Grossen Tod gestorben ist, der ist schon hier, im Diesseits erloschen, unnahmbar, Ungeworden, Ungeboren, Unsterblich, UN........ und dann viel Spass beim Mitteilen, beim Sprechen darüber... wenn ich Siddharta Gautama gewesen wäre, ich hätte dem ollen Brahma was gepfiffen, als er Siddharta Gautama darum bat, zu lehren. Ich hätte gesagt:


    Mach das mal schön selber, ich hab kein Bock, Wasser am Fluss zu verkaufen :lol:

    void


    Im selben Moment, wo jemand sagt "Dies ist nicht mein Ich, dies ist nicht mein Selbst (AN-ATMAN)", im selben Moment ist die Unterscheidung zwischen Anatman UND Atman bereits geschehen, es gibt kein Anatman ohne Atman. Im selben Moment, wo jemand sagt "Oben", ist automatisch die Unterscheidung zwischen "Oben" und "Unten" bereits geschehen, es gibt kein "Oben" ohne ein "Unten", so, wie es kein Anatman ohne Atman gibt.


    Wer sagt, es gibt kein Atman, der klebt am Anatman, so, wie manche an der Lehrheit kleben.


    Anatman dient dazu, alles, was NICHT Atman ist zu benennen und dann fallenzulassen. Es gibt zwei grundlegende Fingerzeige, zwei Wege:


    Neti, neti! Anatman! Nicht dies, nicht das!


    Das ist der eine Weg. Der andere Weg ist:

    Tat tvam asi!


    Beide Wege, unermüdlich, konsequent zuende gegangen, münden in denselben unausprechlichen Ozean, Nirvana.

    void:
    Freeman reloaded:

    Wer am "Anatman" oder an der materialistischen Vernichtungslehre festhalten möchte, der kann/muss das halt, entsprechend seines Karma tun, wenn er das möchte.


    Buddha Shkyamuni hatte ja durchaus Lehrer aus dem Bereich der indischen Religionen. Auch die Upanischaden enstanden ja auch zu seiner Zeit. Der Grund warum Gautama begann zu lehren, war ja, dass Ataman für ihn eben nicht vollständige Befreiung bedeutete, sondern ein nicht weit genug gehendes Konzept, von dem man sich lösen soll. Sonst hätte es ja nie einen Buddhismus gebraucht.


    Zur Begriffsbestimmung des Atman:


    " Atman bzw. Atma (Sanskrit, n., आत्मन्, ātman, Pali: atta, urspr.: Lebenshauch, Atem)..."


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Atman

    Gibt es etwa keinen Lebenshauch, keinen Atem, ist der Lebenshauch, der Atem etwa eine Illusion?
    Wir wissen, wie sehr der Buddha die Konzentration auf den ATEM (Atman) gepriesen hat.


    Wenn es nun angeblich nirgendwo ein Selbst gibt, wie ja viele behaupten, wie ist dann folgende grundlegende Botschaft Buddhas Deiner Ansicht nach zu verstehen?:


    " Seid Euch selbst eine Zuflucht, seid Euch selbst eine Leuchte..."


    Wer ist damit gemeint, wenn nicht man selbst?

    Mirco:
    Karnataka:

    Um den praktizierten Hinduismus zu erleben, gibt es aus meiner Sicht interessantere Möglichkeiten, beispielsweise die Tempeln im Süden oder Varanasi oder die farbenprächtige Kultur Rajasthans...


    Und erst diese tollen Schlachtfeste mit den Tieropfern. Hach ja... *verträumt.guck* ... Ganz herrlich. :hug:


    Übrigens, lieber Mirko, auf der Kumbh Mela, um die es hier in diesem Thread geht, gibt es keine Tieropfer. Und was den sog. "Hinduismus" betrifft:


    " Im Buddhismus werden Tieropfer generell abgelehnt und sind durch symbolische Handlungen ersetzt. Ebenso im Hinduismus, der jedoch Ausnahmen kennt wie etwa Ziegenopfer im Kalitempel in Kolkata sowie in Nepal Büffelopfer zum Fest der Göttin Durga."


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tieropfer

    Wie bereits gesagt:


    Gleichwie, ihr Mönche, es auf dieser indischen Erde nur wenige liebliche Gärten, Haine, Felder und Teiche gibt, aber bei weitem mehr Abhänge und Schluchten, schwer passierbare Flüsse, stoppliges und dorniges Gelände und unwegsames Gebirge -


    Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, als Menschen abscheidend, unter den Menschen oder den Himmelswesen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr Wesen gibt es, die, als Menschen abscheidend, in einer Hölle wiedergeboren werden, in tierischem Schoß oder im Gespensterreich;

    Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, als Himmelswesen abscheidend, unter den Himmelswesen oder Menschen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr gibt es, die, als Himmelswesen abscheidend, in einer Hölle wiedergeboren werden, in tierischem Schoß oder im Gespensterreich;

    Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, aus der Hölle, dem Tierschoß oder dem Gespensterreich abscheidend, unter den Menschen oder den Himmelswesen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr gibt es, die, aus der Hölle, dem Tierschoß oder dem Gespensterreich abscheidend, eben dort wiedergeboren werden.


    http://www.palikanon.com/angutt/a01_011-033.html#a_i13


    Ich finde, das klingt mehr als eindeutig. Wenn ihr als Buddhisten diesen Worten des Buddha nicht glaubt oder dies nicht für Euch selbst erkannt habt, was kann ich da als Konfessionsloser machen? :mrgreen:

    Gleichwie, ihr Mönche, es auf dieser indischen Erde nur wenige liebliche Gärten, Haine, Felder und Teiche gibt, aber bei weitem mehr Abhänge und Schluchten, schwer passierbare Flüsse, stoppliges und dorniges Gelände und unwegsames Gebirge -


    Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, als Menschen abscheidend, unter den Menschen oder den Himmelswesen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr Wesen gibt es, die, als Menschen abscheidend, in einer Hölle wiedergeboren werden, in tierischem Schoß oder im Gespensterreich;

    Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, als Himmelswesen abscheidend, unter den Himmelswesen oder Menschen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr gibt es, die, als Himmelswesen abscheidend, in einer Hölle wiedergeboren werden, in tierischem Schoß oder im Gespensterreich;

    Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, aus der Hölle, dem Tierschoß oder dem Gespensterreich abscheidend, unter den Menschen oder den Himmelswesen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr gibt es, die, aus der Hölle, dem Tierschoß oder dem Gespensterreich abscheidend, eben dort wiedergeboren werden.


    http://www.palikanon.com/angutt/a01_011-033.html#a_i13


    Das klingt doch mehr als eindeutig. Das ist nunmal leider so, da kann man nix machen :-)

    void:

    Du scheint da die zwei Alternativen zu sehen, dass man entweder an einen "grossen Geist" glaubt oder die Welt als nur materialistisch sieht.


    Ich weiss nicht woher dein Zitat satmmt, aber ich würde es nicht so lesen, dass da von einem "tranzendenten Bewussein" (Grosser Geist) die Rede ist, sondern einfach von der Ebene des Geistigen - den Skadhas.


    Ich brauche keinen "Grossen Geist" oder ein "transzendentes Bewusstsein" und davon sagte ich auch rein garnichts.


    Ich sehe da einfach nur dieses Buddha-Wort:


    Vom Geiste gehn die Dinge aus, sind geistgeboren, geistgewirkt.


    Wie bereits gesagt, das klingt nicht nach materialistischem Vernichtungsglauben oder danach, dass, wie es eben der materialistische Glaube suggeriert, der Körper den Geist erwirkt und beides dann mit dem Tod im zurechtgedachten Nichts verschwindet, sondern genau umgekehrt, der Geist erwirkt den Körper :-)

    void:
    Freeman reloaded:

    Wer am "Anatman" oder an der materialistischen Vernichtungslehre festhalten möchte, der kann/muss das halt, entsprechend seines Karma tun, wenn er das möchte.


    Buddha Shkyamuni hatte ja durchaus Lehrer aus dem Bereich der indischen Religionen. Auch die Upanischaden enstanden ja auch zu seiner Zeit. Der Grund warum Gautama begann zu lehren, war ja, dass Ataman für ihn eben nicht vollständige Befreiung bedeutete, sondern ein nicht weit genug gehendes Konzept, von dem man sich lösen soll. Sonst hätte es ja nie einen Buddhismus gebraucht.


    Wie gesagt, das soll mir recht sein. Ich betrachte "Atman" genauso als Ansammlung von Buchstaben, wie ich "Anatman" als Ansammlung von Buchstaben betrachte, ich habe schon vor langer, langer Zeit beides fallenlassen. Da, wo der Bereich beginnt, wo alle Worte, alle Bezeichnungen ("Atman" ist genauso eine Bezeichnung, wie "Anatman") e.n.d.e.n., da ist Nibbana.

    Wer am "Anatman" oder an der materialistischen Vernichtungslehre festhalten möchte, der kann/muss das halt, entsprechend seines Karma tun, wenn er das möchte.


    Allerdings, folgende Aussage des Buddha klingt nicht unbedingt nach materialistischer Vernichtungslehre, wonach der Körper quasi durch Zauberei Geist und Bewusstsein erschafft, welche dann nach dem fleischlichen Tod einfach so verschwinden:

    Vom Geiste gehn die Dinge aus, sind geistgeboren, geistgewirkt.

    void:
    Freeman reloaded:

    " Turiya ist weder Bewusstsein der subjektiven Innen- noch der objektiven Aussenwelt; weder handelt es sich um das Bewusstsein dieser beider Welten vereint noch um eine Anhäufung von Bewusstsein schlichtweg; weder ist es einfach Bewusstsein noch Unbewusstsein. Vielmehr ist Turiya unwahrnehmbar, unergründlich, unverständlich, undenkbar und unbeschreibbar. Es ist BEWUSSTSEIN, das sich in den drei Zustandsformen des Selbst manifestiert. In ihm nehmen alle Phänomene ein Ende. Es ist absoluter Frieden, reine Seligkeit und ohne Dualität. Dies ist, was als der Vierte (turiya) bezeichnet wird...


    Ach so, du stehst also diese hnduistische Idee nahe. Wenn man von einem , ewigen geistiges Prinzip wie "Turiya" ausgeht, sind natürlich viele buddhitische Herangehensweisen, die einen Atman kategorisch leugnen, im Vergleich "materialistisch".


    Ich sagte ja schon weiter oben:


    Wer sich am Begriff "Atman" reibt, so, wie Du als anständiger Buddhist das offenbar tust, der kann gerne "Anatman" oder irgendeinen anderen Begriff an dessen Stelle setzen. Ich persönlich kann mir erlauben, beide Begriffe aufzunehmen und wieder fallenzulassen, denn ich bin als Konfessionsloser letztlich weder an den Advaita Vedanta, noch an den Buddhismus gebunden.


    Im Erlösten liegt die Erlösung, im Erwachten das Erwachen, im Befreiten der Befreite, nirgendwo sonst. Da, wo alle Bezeichnungen ("Atman" UND "Anatman" sind BEIDES Bezeichnungen^^), enden, da ist Nibbana :-)


    Nur Du allein kannst wissen, ob Du befreit bist oder nicht.

    Die Beschreibung Turiyas (Satchitananda) und die Jhanas gegenübergestellt:


    " Turiya ist weder Bewusstsein der subjektiven Innen- noch der objektiven Aussenwelt; weder handelt es sich um das Bewusstsein dieser beider Welten vereint noch um eine Anhäufung von Bewusstsein schlichtweg; weder ist es einfach Bewusstsein noch Unbewusstsein. Vielmehr ist Turiya unwahrnehmbar, unergründlich, unverständlich, undenkbar und unbeschreibbar. Es ist BEWUSSTSEIN, das sich in den drei Zustandsformen des Selbst manifestiert. In ihm nehmen alle Phänomene ein Ende. Es ist absoluter Frieden, reine Seligkeit und ohne Dualität. Dies ist, was als der Vierte (turiya) bezeichnet wird...


    Turiya ist kein Seinszustand. Es bildet vielmehr den Hintergrund, auf dem Traum und Wachen auftauchen und wieder verschwinden. Es stellt mit anderen Worten reine Bewusstheit dar, welche auch als Nirvikalpa bezeichnet wird. Diese sich während der Meditation über Turiya einstellende Einsicht wird in der Mandukya-Upanishad Amatra genannt – das Unmessbare, das Maßlose. Es ist synonym mit Samadhi im Yoga."


    https://de.wikipedia.org/wiki/Turiya


    " Die Jhāna: (Vertiefung) Formhaft erkennt man die Formen: Das ist die erste Befreiung im Geist. Bei sich selber keine Formen mehr erkennend, erkennt man da nach außen hin noch Formen. Das ist die zweite Befreiung im Geist. Gedanken der Schönheit und der Freude erfüllen das Gemüt mit Zufriedenheit. Das ist die dritte Befreiung im Geist. Nach völliger Überwindung der Körperlichkeits-Wahrnehmung, durch das Schwinden der Vergangenheits-Wahrnehmung, durch das nichtmehr-erwägen der Vielheits-Wahrnehmungen entsteht im Geist die Vorstellung: Unendlich ist der Raum! Das ist die vierte Befreiung im Geist. Nach völliger Durchdringung des eigenen Wesens, nach klarer Durchschauung des Gesetzes von Entstehen und Vergehen, von Ursachen und Folgen kommt es zur Klärung der Gefühle, der Gedanken, zur Läuterung der Sprache, der Schrift, der Tat und der Lebensführung. Auf diese Weise führt der Weg durch rechtes Bemühen, rechte Achtsamkeit und rechte Vertiefung zur Ablösung vom Wahn, zum Nichtwahn. Es gibt einen Bereich, wo die vier Elemente aus denen sich diese Welt aufbaut, nicht sind. Es ist nicht der Bereich der Raumunendlichkeit, nicht das, wo die Wahrnehmung unbegrenzt erscheint. Es ist nicht das Nichts und nicht das Grenzgebiet, wo Wahrnehmung nicht ist und dennoch nicht fehlt. Es ist nicht mehr diese Welt, es ist aber auch keine andere Welt. Dort gibt es keine Sonne und keinen Mond und doch herrscht dort keine Finsternis. Dort ist kein Kommen und Gehen mehr, noch ewiges Stehen bleiben, auch nicht Untergehen und Neuerscheinen. Es ist dort alles ohne feste Stütze, ohne Wandlung, ohne Gegenstände, doch dort geht alles Leiden ganz zu Ende! Das ist die rechte Vertiefung: sammā samādhi."


    http://docplayer.org/7323604-F…ition.html#show_full_text

    mukti:

    Wie klar da doch alles wird.


    So ist es. Wer diese Dinge WIRKLICH erkennt, kontempliert, meditiert, durchdringt bis auf den Grund, bis auf den eigenen, inneren Grund, der erkennt, dass der materialistische Vernichtungsglaube eine Fata Morgana, eine Illusion, das Spiel der Maya, Līlā ist.

    mukti:

    Der Schlaf wird ja auch "der kleine Tod" genannt. Ich denke er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit höheren Meditationsstufen, der Geist zieht sich von den Sinneseindrücken zurück, eventuell auftauchende Visionen sind verwandt mit dem Traum. Ein Eintauchen in den Urgrund, nach dem Aufwachen ist man erfrischt und fühlt sich "wie neugeboren".


    Exakt. Der Tod wird auch als "Schlafes Bruder" bezeichnet. Der Advaita Vedanta unterscheidet vier Bewusstseinsstufen:


    " Der erste Zustand ist der des Wachbewusstseins, mit Hilfe dessen wir unserer täglichen (Um)welt bewusst werden. Das Wachbewusstsein entspricht dem grobstofflichen Körper. Seine Wahrnehmung ist nach außen gerichtet (bahish-prajna), grober Natur (sthula) und universell (vaishvanara).


    Der zweite Zustand ist der des Traums. Er entspricht dem feinstofflichen Energiekörper. Seine Wahrnehmung geht nach innen (antah-prajna), ist feinstofflicher (pravivikta) und brennender Natur (Taijasa).


    Der dritte Zustand ist der des Tiefschlafs. Er entspricht dem Kausalkörper. In diesem Zustand ist das unterlagernde Bewusstsein vollkommen ungestört. Shankara beschreibt diesen Zustand als


    „Herrn über alles (sarv’-eshvara), Kenner von allem (sarva-jnya), Kontrolleur im Inneren (antar-yami), Quell aller Dinge (yonih sarvasya), Ursprung und Auflösung alles Erschaffenen (prabhav’-apyayau hi bhutanam).“


    Im Wachzustand besteht Ahamkara, ein Ich-Gefühl der eigenen Identität, sowie ein Bewusstwerden der Gedanken. Im Schlaf-/Traumzustand ist ein Ich-Gefühl kaum oder überhaupt nicht mehr vorhanden, es bestehen aber immer noch Gedanken, die auch bewusst werden. Wachen und Träumen können aufgrund ihrer Dualitäten Subjekt/Objekt, Selbst/Nicht-Selbst und Ich/Nicht-Ich letztendlich keine wahre Erfahrung von Realität und Wahrheit sein.


    Im traumlosen Schlaf existiert kein Bewusstsein über Objekte der Aussen- oder Innenwelt und es ist auch keinerlei Bewusstheit über Gedanken oder das Ich vorhanden. Dies soll aber nicht heißen, dass in diesem Zustand überhaupt kein Bewusstsein mehr vorhanden ist. Dies käme der Aussage ich sehe Nichts gleich. Hiermit wird nämlich indirekt zugegeben, dass Nichts genau das ist, was ich sehe. Diese Analogie gilt auch für den Zustand des traumlosen Schlafs, während dessen man sich über Nichts bewusst ist. Allein diese Aussage beweist die Existenz von Bewusstsein im Tiefschlaf.


    Die Mandukya-Upanishad ist die Kürzeste unter den Upanishaden. Ihre in Prosa gehaltenen 12 Verse beschreiben die mystische Silbe Om, die drei psychologischen Zustände des Wachens, Träumens und Schlafens sowie den transzendentalen vierten Zustand der Erleuchtung.


    Im Vers 7 der Mandukya-Upanishad wird Turiya wie folgt charakterisiert:


    „Turiya ist weder Bewusstsein der subjektiven Innen- noch der objektiven Aussenwelt; weder handelt es sich um das Bewusstsein dieser beider Welten vereint noch um eine Anhäufung von Bewusstsein schlichtweg; weder ist es einfach Bewusstsein noch Unbewusstsein. Vielmehr ist Turiya unwahrnehmbar, unergründlich, unverständlich, undenkbar und unbeschreibbar. Es ist BEWUSSTSEIN, das sich in den drei Zustandsformen des Selbst manifestiert. In ihm nehmen alle Phänomene ein Ende. Es ist absoluter Frieden, reine Seligkeit und ohne Dualität. Dies ist, was als der Vierte (turiya) bezeichnet wird. Dies ist der Atman, den es zu erkennen gilt.“


    – Mandukya-Upanishad, Vers 7


    Turiya ist kein Seinszustand. Es bildet vielmehr den Hintergrund, auf dem Traum und Wachen auftauchen und wieder verschwinden. Es stellt mit anderen Worten reine Bewusstheit dar, welche auch als Nirvikalpa bezeichnet wird. Diese sich während der Meditation über Turiya einstellende Einsicht wird in der Mandukya-Upanishad Amatra genannt – das Unmessbare, das Maßlose. Es ist synonym mit Samadhi im Yoga."


    https://de.wikipedia.org/wiki/Turiya


    Wer sich, als anständiger Buddhist, am Terminus "Atman" reibt, darf dafür gerne "Anatman" setzen

    mukti:

    Mir scheint das hängt auch alles mit zwei verschiedenen Anschauungen zusammen: Der Geist ist eine Auswirkung von materiellen Elementen, oder er ist ein eigenständiges Element das mit materiellen Grundstoffen verbunden ist. Im ersten Fall verschwindet er mit dem Tod, so wie kein Film mehr zu sehen ist wenn der Projektor kaputt ist. Im zweiten Fall wandelt er sich nur um mit dem Tod, so wie sich der Körper umwandelt. Die Elemente des Körpers gehen andere Verbindungen ein, Neues entsteht. Die Elemente des Geistes ebenfalls, ein neuer Geist entsteht und verbindet sich mit einer neuen materiellen Gestaltung. So gibt es in der Buddhalehre auch das Geistelement (mano-dhātu).
    Kamma-Vipaka macht nur Sinn wenn es irgendeine geistige Kontnuität gibt zwischen aufeinanderfolgenden Daseinsformen.


    Buddha sagte ganz klar und eindeutig:


    Vom Geiste gehn die Dinge aus, sind geistgeboren, geistgewirkt.

    mukti


    Mein letzter Kommentar war nicht als Reply auf Deinen vorangegangen Kommentar gemeint. Ich hatte gestern Abend rein intuitiv einfach so einige Gedanken niedergeschrieben.


    Ich denke, die Hauptbarriere, die verhindert, über den Horizont der jetzigen Form der Existenz zu blicken, ist die Identifikation mit dem jetzigen Körper in Raum und Zeit, die Identifikation mit den jetzigen Gewohnheiten und Sichtweisen, die Identifikation mit einem Personalausweis-Ich, das so und so heisst, so und so gross oder klein ist, dann und dann geboren wurde usw, also im Grunde alles das, von dem Buddha sagte, man solle es als illusionär durchschauen und überwinden. Solange man sich mit diesen Dingen identifiziert, solange vermeint man, ein Geburtsdatum zu haben und wer ein Geburtdatum hat, der hat eben auch ein Todesdatum :-)


    Kleine Kinder wissen in der Regel nichts vom Tod, sie kennen jene Horizontlinie des rationalen Verstandes noch nicht, der ein Erwachsener wie selbstverständlich auf den Leim geht. Die Person kleiner Kinder ist noch nicht in Zeit und Raum geronnen, da sind noch kaum Identifikationen, die Horizontlinie des rationalen Verstandes ist da noch nicht erstarrt, es gibt da keinen intellektuellen Unterschied zwischen Leben und Tod. Je mehr sich jedoch Identifikationen herausbilden, je mehr sich Gewohnheiten, Konditionierungen und intellektuelle Fähigkeiten herausbilden, je mehr sich ein Personalausweis-Ich mit Anfang und Ende herausbildet, desto mehr grenzt sich ein Mensch ab gegen das, was er "Umwelt", "das andere", "die anderen" nennt und schliesslich kristallisiert genau aus dieser Abgrenzung die scheinbar starre, scheinbar unverrückbare Horizontlinie des rationalen Verstandes heraus, die wir "Tod" nennen, alles, was jenseits jener Identifikationen, jenseits jener Horizontlinie liegt bezeichnen wir eben als "Jenseits", als "Tod".


    Aber es gelingt nicht, jene Identifikationen, jene starre Abgrenzung zur "Umwelt", zum "Aussen" permanent aufrechtzuerhalten. Würde dies gelingen, so würden wir dem Wahnsinn anheimfallen. Und so lassen wir jeden Abend jene Abgrenzung, jene Identifikationen fallen und tauchen in Schlaf und Traum wieder ein in jenes kindliche Bewusstsein, das keinen Unterschied zwischen Leben und Tod kennt. Und dasselbe geschieht, wenn der fleischliche Tod eintritt. Jenseits des Lebens, jenseits der Horizontlinie des rationalen Verstandes gibt es keine Unterscheidung zwischen Leben und Tod. Wo kein Ich ist, da gibt es keinen Tod. Daher sagen alle Erwachten:


    Stirb in diesem Leben den Grossen Tod, den mystischen Tod und Du hast den kleinen, fleischlichen Tod überwunden.