Posts by Grashuepfer

    Hey Vedana , ich wunder mich etwas, dass es so wenig ankommt, wo ichs doch schon zweimal explizit gesagt hab. Das Problem ist nicht, dass getrennte Männer- / Frauenorden existieren oder existiert haben. Das Problem ist, dass von Nonnen die Unterordnung unter Mönche verlangt wurde, was man nur als Abwertung der Frau verstehen kann. Warum sonst dürfen die Nonnen nicht die Mönche kritisieren, aber andersrum schon?

    Wie accinca sagte, diese Regeln sind nicht in Stein gemeißelt. Aber eben für mich ein Beispiel dafür, wie Dinge aus dem PK eben nicht mehr aktuell sein können.


    Wenn man die Gleichwertigkeit von Männern und Frauen bedingungslos anerkennt, dann kann es natürlich gerne nicht-gemischte Orden geben. Aber es muss halt völlig klar sein, dass eine Frau in jeder Hinsicht dem mann gleichgestellt ist und gleichwertig ist. Das ist auch heute noch viel zu oft nicht selbstverständlich, und da kann es einfach nicht den geringsten Spielraum geben.


    Na gut - beim Bierkästen heben sind die Frauen vielleicht im Nachteil. Aber wir wissen alle, dass es darum nicht geht ^^.

    Es geht doch nicht um Meinungen, Grashuepfer.

    Ich finde schon. Du hast deine Meinungen, ich hab meine. Beide versuchen wir, diese zu begründen, Fakten zu finden. Aber sehr vieles wird hier als Fakt dargestellt, was keiner ist.


    Deine "Begründungen" zur Aufrechterhaltung der These "Fehler", die sich eingeschlichen haben, oder "Gleichnisse" (kritischer Geist ...) sind löchrig. Ich bin davon überzeugt, dass bessere Anschauung und damit bessere Begründungen für einen Zweifel möglich sind.


    Ich hab von Dingen gesprochen, die in einer gewissen zeitlichen und örtlichen und kulturellen Situation gesagt wurden und hier, heute nicht mehr passend sind. Damit will ich eben nicht den Buddhaweg an sich abwerten, weil ich davon überzeugt bin, dass dessen Kern so wertvoll ist wie eh und je. Aber manche Aspekte davon sind nicht mehr aktuell. Darüber muss man kritisch sprechen, um den wertvollen Kern herauszuarbeiten.


    Und das ist für mich so offensichtlich, dass ich verblüfft darüber bin, dass es als "These" bezeichnet wird, die ich erstmal begründen müsse. Und wenn da so eine Einstellung vorherrscht, dann sprechen wir auch von krass unterschiedlichen Standpunkten aus.

    Ich wische nicht ernsthaft jede Art von Forschung über den Tisch. Ich finde es auch nicht gut, dass du so etwas behauptest.

    So hast du es aber formuliert. Ich schrieb, dass es in der Forschung umstritten ist, wie direkt der Palikanon Buddhas Worte wiedergibt. Das ist eine Tatsache. Da meintest du, ich solle lieber den Originaltext lesen, anstatt grundlos anderen Nichtwissern Vertrauen zu schenken.


    Genauso wie du im Nachbarthread den Einwand eines Fachtextes gar nicht beachtet hast, sondern als bloße "Meinung" abgetan hast, und dann noch die Geisteswissenschaften an sich verspottet hast. Das macht nicht den Eindruck, als ob du auf die Forschung viel gäbest.


    präsentiere doch einmal eine entsprechende Forschung, was jetzt das Thema "Gleichnisse" im Zusammenhang mit der Formulierung "Wiedergeburt" oder "neuerliche Geburt" angeht.

    Daran hab ich kein Interesse, sorry. Wenn du meinst, die Beschreibungen von WIedergeburt seien absolut wörtlich zu nehmen, bitteschön. Ja, ich hab behauptet, dass die Beschreibungen von Wiedergeburten nicht als wörtliche Tatsachenbeschreibung zu lesen sind. Das würde aus tausend verschiedenen Gründen gar keinen Sinn ergeben. Aber vor allem bin ich der Meinung, dass man auf solche Erwägungen nicht zu viel Zeit und Mühe verwenden sollte. Zumindest ich will es nicht tun, und werde deswegen auch nicht diesbezüglich in den Archiven graben. Für mein Argument ist es auch nicht zentral.


    Für mich ist der Begriff "Heil" nichts mehr, was mit dem Christentum oder dem Duden zu tun hat. Er ist hoffentlich eher geprägt durch eine richtigere Bedeutung.

    Ja. Sei's dir vergönnt. Dann ist halt eine Diskussion nicht möglich, wenn du selber beschließt, was Worte bedeuten. Aber das hatten wir ja schonmal.


    Wenn es für dich fundamentalistisch ist, darauf hinzuweisen und darauf zu beharren, dass man aus einem Apfel keinen Balkon machen kann, auch nicht in der Sprache, dann ist das für dich eben so.

    Es ist für mich fundamentalistisch, zu sagen, der Pali-Kanon ist Buddas direkte Rede, gibt exakt die Wahrheit wieder, ist perfekt, sollte und darf nicht verändert werden, und braucht nicht kritisch betrachtet oder auch mal modernisiert zu werden. Ich hab den Eindruck, dass du all dies gesagt hast. Ich weiß nicht, wie man deine Äußerungen sonst verstehen sollte. Ich zitier die jetzt nicht nochmal, das hab ich oben bereits getan.


    Und btw ... ich habe niemanden das Etikett "Nichtwissender" aufgeklebt. Ich habe auf unbegründete, oder schlecht begründete Meinungen aufmerksam gemacht.


    Doch, hier:


    Beim Studium der Texte wird klar: hier ist eine Kohärenz. Das ist unübersehbar. Wie weit die geht, und wieviel es einem bringt. Und was das eigentlich genau ist: Worte formuliert aus dem Munde und Geist eines Erwachten, das kann man nur feststellen, wenn man sich selber damit beschäftigt, und nicht grundlos anderen unbekannten Menschen Vertrauen schenkt, wenn sie vor dem Hintergrund ihres eigenen Nichtwissens über die Lehrreden sprechen.

    Da ging es um die gesamte Buddhismus-Forschung an sich, die du damit einfach mal als ahnungslos erklärt hast.


    Wenn du einen wirklichen Punkt hast, zu begründen, warum es deiner Meinung nach so ist, dass Daseinsentstehung mit dem Tod beendet wäre (darum geht es dir ja eigentlich, oder?), dann versuche es doch. Der andere Weg der "Diskussionsführung" (willkürliche Behauptungen über den Anzusprechenden, um eine eigene Auffassung über eine andere Sache zu "stärken") ist sehr ungut.

    Mir ging es um etwas viel grundsätzlicheres. Nämlich das, was ich hier als problematisch sehe. Da bist du nicht der einzige Vertreter, und es tut mir auch leid, in welche feindselige Richtung das ganze gelaufen ist, weil ich eigentlich keine negativen Stimmungen schaffen will. Das hab ich aber doch getan hiermit, weil es mir doch wichtig war, da einer Auffassung zu widersprechen, die ich als problematisch betrachte, tut mir leid.


    Ich hab mich bemüht, nicht nur zu behaupten, sondern zu belegen. Aber es war wohl unvermeidlich, dass dich das vor den Kopf stoßen würde, und das bedaure ich. Aber deine Äußerungen sind zum Teil ihrerseits herabsetzend. Wenn z.B. die Forschung einfach lächerlich gemacht wird. Oder wenn man sich weigert, die frauenfeindlichen Tendenzen des historischen Buddhismus auch nur anzuerkennen, geschweige denn, darüber eine DIskussion zuzulassen.

    Da bist du auch nicht der einzige Vertreter. Sowas wird hier aber doch immer wieder sehr präsent formuliert, mir tut das leid, ich finde, das schadet der Sache. Deswegen wollte ich dem mal widersprechen. Aber natürlich haben wir ganz verschiedene Herangehensweisen an die Sache, das wird sich auch nicht ändern.


    Ich werde jetzt auch nicht mehr darauf eingehen, ich hab schon viel zu viel Zeit darauf verwendet. Es ist verlorene Liebesmüh - mit Bibelchristen hab ich damals auch stundenlang herumdiskutiert. Das ist grad ein Dauerdejavu. Ich wünsch dir alles Gute.

    Insbesondere halt ich mich von allem zurück, dass zu sehr in Richtung Heiligenverehrung geht.


    Das Heilige ist doch nichts anders als das was zum Heil gereicht, also zum Guten. Das Heilige ist das Gute. Ich stimme dir zu, dass da abergläubische Vorstellungen vom Heiligen sind. Weswegen man sich von solchen Vorstellungen -das Heilige betreffend- abwendet. Oder es frustriert (also: unwissend) als nicht existent deklariert.


    Das Gute und Richtige im Auge zu haben, es zu verfolgen und und zu unterstützen kann auch keine blinde Verehrung sein. Also: dass man das Heil (das Gesunde, das Gute, das Richtige), und das was dahin führt: das Heilige im Blick hat/sich danach richten will. Ausser man hat vom Guten und Heiligen eine falsche Vorstellung. Was ja in vielen Fällen der Fall ist. Nicht nur in esoterischen Kreisen.

    Das ist schlichtweg falsch. Da nimmst du wieder das, was dir grade in dein Argument passt, und beschließt, dass dies die Wortbedeutung ist. Heiligenverehrung, wie ich sie kritisiert habe, ist nicht pragmatisch oder vernünftig. Da wird das rationale Denken ausgeschaltet, da wird kritisches Denken ausgeschaltet, da werden Texte zu absoluter Wahrheit verklärt und Autoren zu Propheten, die nicht irren können.

    Was du beschreibst, ist das heilsame. Das ist pragmatisch, ja. Das heilige ist, laut Duden:

    Duden | hei­lig | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft


    Das ist einfach etwas völlig anderes.



    Wenn du aber schreibst, dass das Gleichnisse wären, dann ist das unachtsam. Nicht gut. Auch für dich nicht. Denn du siehst den eigentlichen Grund der Ablehnung so nicht: deinen Zweifel.

    Ich würde sagen: mein kritisches Denken. Wenn man jedes einzelne Wort für bare Münze nimmt, dann schafft man seinen Zweifel allerdings sehr effektiv aus der Welt. Ich bezweifle sehr, dass es auf eine gesunde Art geschieht.

    Wie im anderen Thread diskutiert - wenn man diese ganzen Schilderungen von Zwischenstadien und Wiedergeburtsphänomenen als exakte, wissenschaftliche Beschreibungen nimmt, dann muss man schon auch sehr viel ausblenden, damit das noch Sinn ergibt.



    Zum umstritten sein: Die Forschung geht eben auseinander in der Frage, wie direkt die überlieferten Schriften direkt die Lehrreden Buddhas wiedergeben.


    Ein Urteil ist nur möglich, wenn man sich selbst damit beschäftigt. Vertrauen in die Aussagen anderer ist weitaus gefährdeter als Vertrauen in die Worte eines Erwachten. Genau das ist ja der Punkt.

    Beim Studium der Texte wird klar: hier ist eine Kohärenz. Das ist unübersehbar. Wie weit die geht, und wieviel es einem bringt. Und was das eigentlich genau ist: Worte formuliert aus dem Munde und Geist eines Erwachten, das kann man nur feststellen, wenn man sich selber damit beschäftigt, und nicht grundlos anderen unbekannten Menschen Vertrauen schenkt, wenn sie vor dem Hintergrund ihres eigenen Nichtwissens über die Lehrreden sprechen.

    Wenn du ernsthaft jede Art von Forschung einfach vom Tisch wischst, und eine eigene, kontextfreie Lektüre der alten Texte als einzigen Weg zur Erkenntnis siehst, und jedem, der dir widersprichst, einfach das Etikett "Nichtwissender" aufklebst, dann macht unser Gespräch einfach keinen Sinn.


    Gut. Beispiel wäre, dass Frauen nicht in vollem Maße die Erleuchtung erlangen können, dass eine Inkarnation als Frau eine niederer Form ist, als eine männliche Inkarnation. Ich behaupte: Das ist der Zeit geschuldet, und es ist mir wurscht, ob Buddha das gesagt hat oder ein Kanon-Autor. Es tut der Lehre keinen Abbruch, denn mit einem kritischen Geist kann man sagen, dass dies ein Element ist, das überholt ist und das man weglassen kann.


    Die Aussagen über die Frauen, die anders lauten lauten, als du sie sprichst, sind anders zu verstehen und nicht dazu gedacht, illusioniert wahrgenommene weibliche Persönlichkeiten abzuwerten oder zu beleidigen oder abzustempeln. [...]

    Ich finde es nach wie vor unachtsam von dir. Nicht weise. Du kennst die Texte nicht. Sagst aber, könnte man heute rausnehmen diese bestimmten Stellen.

    In den acht Garudhammas, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, wird von Bikkhunis eindeutig die Unterordnung unter die Bikkhus verlangt. Mönche dürfen Frauen kritisieren und maßregeln, andersherum ist es grundsätzlich verboten.


    Das ist einfach jahrtausende alter mentaler Staub, der nur einen Platz hat: Im Museum unter "Verwirrungen der Vergangenheit". Das ist auch völlig unnötig für ein Praktizieren des Buddhaweges.

    Und Buddha, wäre er jetzt hier, wäre der erste, der die Ärmel hochkrempeln und da fegen würde. Wenn man sich ernsthaft komplett dem verweigert, darüber auch nur nachzudenken, und diesen Gedanken allein als Angriff auf die wahre Lehre sieht, dann ist man, zumindest, erzkonservativ.


    Ich selbst bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, dass da nichts an den Lehren "aktualisiert" wurde. Hätte es ja vermeintlich viele Möglichkeiten dazu geben können. In all der Zeit.


    Es ist da nichts zu aktualisieren. Das ist die zeitlose Lehre, Grashuepfer. Und deine Begründungen weswegen Kreislauf der Wiedergburten für dich oder andere nicht wörtlich zu nehmen wären, funktionieren so nicht.


    Nagut - dann sag ich jetzt, mit Bauchschmerzen, das F-Wort. Tut mir leid, ich hoffe, dass du mir das verzeihst. Aber ich finde, das ist ein wirklich essentieller Punkt.


    Zitat

    Ein Mensch, der fundamentalistisch denkt, hängt starr an überlieferten Grundsätzen, lehnt Neuerungen ab und will sich der modernen Zeit nicht anpassen. Diese Grundsätze können politische oder religiöse Überzeugungen sein.


    Fundamentalismus | bpb



    Ich wollte dir nicht zu nahe treten, weil ich weiß, dass auch viele persönliche Gefühle dabei sind, die verletzt werden. Das ist schade. Aber diese Art von Religionsauffassung, wie du (nicht nur du) sie da vertrittst, ist m.E. hoch problematisch. Ich will auch nicht weiter darauf eingehen - einmal aus Zeitgründen, und weil das auch zu nichts mehr führen wird.

    Mir hat die Diskussion einiges gebracht - ich verstand bisher nicht, wie wichtig es ist, einen modernen Buddhismus zu leben. Diese Einlassungen haben mir vor Augen geführt, was für Baustellen wir noch vor uns haben.


    Wir haben so viel positives gemeinsam - lass es uns an dem Punkt beenden, und uns auf konstruktivere Unterhaltungen konzentrieren.

    Also, zunächst mal sorry für die etwas unbedachte Formulierung. Ich hätte mir denken können, dass das Anstoß erweckt. Dennoch steh ich zu dem, was ich gesagt hab, und will es hier etwas erklären. Natürlich auch euch Raum geben um mich nach Herzenslust zu kritisieren. Lasst es uns bloß in diesem Thread machen.


    Hier also mein Ausgangspost:


    Mal davon abgesehen, dass es umstritten ist, wie direkt Buddhas Worte überliefert sind - er hat schon ganz gern auch mal in Metaphern und Gleichnissen gelehrt. Und da ist der Punkt, dass man es eben nicht wörtlich nehmen soll... Finger, Mond, undso.


    Zudem hat er ja auch für verschiedene Personen verschieden gelehrt - ich bin ja kein PK-Krieger, und davon überzeugt, dass er ganz anders auftreten und lehren würde, wäre er ein Zeitgenosse. Aber ich bin da auch eher von den skeptischen Zenlern geprägt in meinem Ansatz. Für mich war Buddha zwar ein spiritueller Großmeister, vielleicht sogar ein Genie, aber trotzdem ein Mensch mit Schwächen, der in einem gewisssen Kontext existiert hat. Ihn zu einem überlebensgroßen, alles überragenden Wesen zu stilisieren ist mir einfach auch fremd.



    Es gibt eben verschiedene Mentalitäten, um sich dem Buddhismus zu nähern. Zum Teil gehen diese mit Schulen einher, zum Teil auch einfach mit Persönlichkeiten. Ich bin ein relativ skeptischer Mensch (auch wenn ich für meine Freundin, die Naturwissenschaftler ist, ein Eso bin - kein Scherz ^^). Insbesondere halt ich mich von allem zurück, dass zu sehr in Richtung Heiligenverehrung geht.


    Das heißt nicht, dass ich diese Mentalität grundsätzlich kritisiere! Für viele Menschen ist das genau die richtige Art, Religion / Spiritualität zu praktizieren. Nie wäre ich so vermessen, das jemandem abzusprechen oder meine eigene Auffassung für besser zu halten. Der Punkt ist mir wirklich wichtig. Aber ich wünsche mir auch einen gewissen Grundrespekt dafür, dass ich eben da ein 'unterkühlteres' Verhältnis habe.


    Für mich war Buddha zwar ein spiritueller Großmeister, vielleicht sogar ein Genie, aber trotzdem ein Mensch mit Schwächen, der in einem gewisssen Kontext existiert hat. Ihn zu einem überlebensgroßen, alles überragenden Wesen zu stilisieren ist mir einfach auch fremd.

    Für mich ist der Buddha ein Genie, keineswegs ein Mensch mit Schwächen - wie Du das ausdrückst. Ja, er hat in einem gewissen Kontext existiert, das ist eben die Schwäche einer kulturellen Begebenheit, die nicht ewig währt. Aber gerade darüber hat der Buddha sicher ja herausgehoben. Er hat sich von der allgemein gültigen Religion distanziert, ohne sie abzuwerten. Es wäre auch sehr unklug gewesen, seine Zuhörer permanent vor den Kopf zu stoßen, da reichen schon die vorliegenden Überlieferungen.


    Und er ist für mich durchaus überlebensgroß und alles überragend.

    _()_

    Für so einige ist Buddha eben nicht mehr ein Mensch, sondern eher eine Art Halbgott oder Gottheit. Es wird nicht mehr so gesehen, dass er "nur" erwacht war, er wird als überragendes Wesen gesehen. Das meine ich mit meinen Formulierungen, und das ist nicht meins. Genauso wie ich Jesus bereits als ich noch praktizierender Christ war, als genialen Lehrer gesehen habe. Gottes Sohn war er für mich in der Form, dass wir alle Gottes Kinder sind, sprich, in metaphorischer Art und Weise.

    Und ich sags nochmal: Ich verlange nicht, dass jedeR das so sieht. Aber ich finde, es ist ein legitimer Standpunkt.


    Zum wörtlich nehmen: Wenn beschrieben wird, wie Buddha sämtliche seiner vergangenen Existenzen nacherlebt hat, dann ist dies etwas, das ich nicht ganz wörtlich nehme. Genauso, und daher kam das, wenn dann davon geschrieben wird, dass man als Tier wiedergeboren wird. Das ist aber für meine Praxis auch überhaupt nicht relevant - ich hab solche Fähigkeiten nicht, und für die Entwicklungsaufgaben, die ich hier und jetzt hab, ist das nicht relevant. Aber dennoch - ich seh das als Metapher, und nicht als Schilderung objektiver Fakten. Und ganz ehrlich: So ein radikaler Standpunkt ist das auch nicht.


    Zum umstritten sein: Die Forschung geht eben auseinander in der Frage, wie direkt die überlieferten Schriften direkt die Lehrreden Buddhas wiedergeben. Das heißt nicht, dass ich Zweifel am achtfachen Pfad hab, aber ich halte es für sehr bedenklich, wenn man meint, jede einzelne Formulierung aus dem Palikanon sei das direkte, unverfälschte Wort Buddhas und sei wörtlich zu nehmen. Deshalb haben sich auch Bibelchristen immer gern über mich aufgeregt - gleiche Geschichte.

    Das ist nicht das selbe, wie Zweifel an der Lehre an sich. Diese erkenne ich als legitimen Weg aus dem Leiden heraus an, ich habe mich dafür entschieden, diesen Weg zu gehen und bin zutiefst davon überzeugt, dass das Potential der Buddhalehre, Leid zu heilen und Erwachen zu fördern, unbeschreiblich groß ist.

    Es war da immer dieselbe Haltung aus der heraus gelehrt wurde. Nur ist Nichtwissen verschieden und wird verschieden angesprochen. Bitte nenne ein Beispiel, wo offensichtlich Widersprüchliches gelehrt wird (einmal hier das, ein andermal hier dieses). Ich kenne keines.

    Gut. Beispiel wäre, dass Frauen nicht in vollem Maße die Erleuchtung erlangen können, dass eine Inkarnation als Frau eine niederer Form ist, als eine männliche Inkarnation. Ich behaupte: Das ist der Zeit geschuldet, und es ist mir wurscht, ob Buddha das gesagt hat oder ein Kanon-Autor. Es tut der Lehre keinen Abbruch, denn mit einem kritischen Geist kann man sagen, dass dies ein Element ist, das überholt ist und das man weglassen kann.


    Wobei ich nicht meinte, dass Widersprüchliches gelehrt wurde. Sondern, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Unterweisungen erhalten haben, je nach ihren Bedürfnissen. Heute spricht man ja sehr gerne davon, Leute da abzuholen, wo sie stehen. Und ich sage: Wäre der Buddha heute hier, würde er so etwas natürlich niemals sagen.


    Bitte nenne (charakterliche) Schwächen des per Definition von Charakterschwächen befreiten Buddha.

    Ich kenne keine. Das war provokant formuliert, ich seh es ein. Aber es ist meiner skeptischen Grundhaltung geschuldet, laut der auch der Erwafchte ein Mensch war, und eine Inkarnation als Mensch geht m.E. mit menschlichen Schwächen einher. Aber auch das ist einfach keine zu zentrale Frage für die Praxis.

    Ich weiß, dass nicht jeder so denkt, und das ist auch voll und ganz ok. Aber ich möchte sagen: Es ist ein legitimer Weg, sich dem Buddhismus zu nähern, zu sagen, ich bin von der Buddhalehre überzeugt, und Buddha war trotzdem ein Mensch. Und die Lehre wurde von Menschen formuliert und weitergetragen, da schleichen sich Fehler ein, da werden Dinge unzeitgemäß und müssen aktualisiert werden. Und all das muss auch möglich und erlaubt sein.


    Wenn es dir fremd ist, den Buddha als Erwachten anzuerkennen, als ein Wesen, was das Höchste erreicht hat, warum bist du dann hier in diesem Forum?

    Ich finde, das ist eine legitime Frage. Ich bin in diesem Forum, weil der buddhistische Weg ein zentraler Teil meines Lebens ist und ich von diesem Weg zutiefst überzeugt bin und mich darüber austauschen will.

    Ich verstehe, dass das für manche als Angriff gesehen wird, wenn ich folgendes sage: Für mich ist es tatsächlich nicht allzu relevant, ob Buddha perfekt war oder nicht. Ob er nicht ab und zu eine geraucht hat, oder einen seiner Anhänger einen Vollpfosten genannt hat. Ich glaube sogar, dass man als Erwachte(r) trotzdem Schwächen haben kann, weil man Mensch bleibt. Aber selbst wenn Buddha ein totaler Irrer gewesen wäre (was ich nicht glaube!), würde das nichts ändern - ich bin nicht Buddha zuliebe hier, sondern des Buddhawegs wegen.


    Von diesem Weg bin ich überzeugt, diesem Weg habe ich einen großen Teil meines Lebens gewidmet, dieser Weg ist ein zentraler Wegweiser, an dem ich mein Leben ausrichte. Ich glaube, dass das für mich ausreicht, um zu sagen, ich gehe den Buddhaweg, so gut ich persönlich kann. Und ich bin absolut überzeugt davon, dass Buddha dazu sagen würde, passt schon so, mach mal weiter.


    Noch ein mal: Das ist eine von vielen Arten, sich dem zu nähern. Die bringt Leute manchmal auf die Palme, und das tut mir ehrlich leid. Ich will niemandes Weg abwerten, und ich halte mich auch nicht für jemand besonders Erwachten, der da eine Basis hat um zu urteilen. Aber ich denke, dass eine gewisse Abgeklärtheit, eine gewisse Skepsis manchmal sehr gesund sein kann, und bringe die manchmal auch mittels ironischer Kommentare ein, die auch mal mißverständlich sind.

    Ich weiß was du meinst, theoretisch ist es sicher so. Praktisch merk ich, wie ich zu viel an dem Smartphone hänge. Wenn ich dann abends zum meditieren das Teil anmach, dann seh ich, dass Whatsapp-Nachrichten oder e-Mails gekommen sind, oder dass ein Update gemacht werden soll, oder.... irgendwas ist immer, und auch weil ich es so viel benutze ist schon eine Konditionierung da, die gewisse Gedanken und Assoziationen, die mit dem Tagesgeschäft verbunden sind, wachrufen, wenn ich das Phone nur entsperre.


    Und für all das hab ich eine sehr elegante Lösung gefunden: Ich mach es gegen 8 Uhr abends lautlos und legs weg. Das hilft sehr, und tut gut. Und das ist der präzise Grund, weshalb ich einen anderen Timer suche :)

    Ja, ich weiß. Es ist natürlich eine Gelegenheit, Achtsamkeit zu praktizieren, indem ich das Smartphone achtsam nutze. Aber ich kann nicht alle Baustellen gleichzeitig bedienen, und drum würde ich lieber einfach von der Benutzung insgesamt wegkommen.

    Hey ihr,


    das ist jetzt zwar eine etwas kleingeistige Frage, aber sei's mir vergönnt :nosee:. Ich bin zwar grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Zen Meditation Timer (App), aber es gibt ein Problem: Ich will eigentlich weniger das Smartphone nutzen, es öfter mal ganz weglegen.

    Deshalb hätte ich gern eine Art Timer dafür. Diese 80€ teuren Meditationspyramiden sind mir zu krass, es reicht quasi eine Eieruhr. Das, was ich so hab, tickt und klingelt aber sehr laut und durchdringend. Deshalb such ich was, das nicht zu teuer ist, und bei dem man das Ticken nicht oder kaum hört. Am liebesten mechanisch. Bonus wäre noch ein dezentes Klingelsignal...


    Hat womöglich jemand eine Idee?