Beiträge von Xa Loi

    Da der Palikanon von allen Traditionen (afaik) anerkannt ist, gilt es, sich darauf zu begrenzen

    Gibt es dazu eine Quelle? Ich kann dem nicht auf Basis von Wissen widersprechen, kann mir aber nur schwer vorstellen, dass z.B. Nichiren-Anhänger den Pali-Kanon anerkennen. Genau wie die Anhänger des reinen Landes.


    Im Übrigen halte ich den Mahayanabuddhismus für eine irrige Degeneration des Dharmas

    Ja aber ist eben deine Meinung und nicht die von Millionen von anderen Buddhisten. Darf ich mal fragen welcher Buddhismus denn für dich nicht degeneriert wäre?

    Am Anfang des Kapitels (3) wird ein Wiedergeborenwerden (eines Wesen an sich?) als leidvoll gekennzeichnet. Nicht das Dasein absolut. Seite 201 konnte ich nicht einsehen.

    Dem kann ich so nicht folgen. Ich wüsste nicht, dass buddhistische Sutren lehren das Dasein ist absolut leidvoll und fertig. Dasein ist letztendlich dukkha ( über die Übersetzung ins Deutsche mit "Leid" streiten Indologen), weil Jede Wiedergeburt Tod, Krankheit und Alter mit sich bringt. Eben diese Idee ist nicht originiär sondern gab es schon vorher und heute auch noch bei so gut wie allen indischen Religionen (mit anderen Begrifflichkeiten). Genau so wird das in dem Buch auch beschrieben.

    Es wird der Begriff und das Motiv, dass das Dasein letztlich in Leid besteht

    Das stimmt so nicht. Auf Seite 200 werden die drei Daseinsmerkmale erklärt, auf Seite 201 dann werden die vier edlen Wahrheiten genannt. Dieses Motiv wird also explizit genant. Bereits am Anfang des Kapitels wird erläutert, dass Samsara bereits in anderen indischen Religionen als letztendlich leidvoll angesehen wurde und dieses Motiv durch den Buddhismus übernommen wurde.


    Ich bin auch noch nicht ganz durch finde das Buch aber sehr gut. Wo man den beiden Wissenschaftlern Unkenntnis unterstellen kann, wüsste ich nicht.

    Ist es nicht so, dass alle Planeten die wir jetzt schon "sehen" können mit technischen Mitteln, aufgrund der Lichtgeschwindigkeit Bilder von vor Milliarden Jahren sind? Wenn also nichts schneller als Lichtgeschwindigkeit ist, bräuchten Außerirdische eben riesige Zeiträume um zu uns zu gelangen. Quasi also unmöglich, dass hier UFOs auftauchen?


    Doris : Wenn das Satire war, Hut ab, Ich bin mir aber nicht sicher:grinsen:

    Es geht aber hier nicht um die Gleichnisse, die sinnvoll benutzt werden. Sondern um klare Aussagen. Und die soll man schon wörtlich nehmen. So wie übrigens alle Worte. Wie soll man sie nicht wörtlich nehmen?

    Der Kernpunkt ist aber das Leute wie Grashuepfer (nehme ich mal an) und ich auch den Palikanon eben nicht als Buddhas Worte sehen. Das Ding wurde von Menschen geschrieben in deren Zeit es nicht mal mehr einen Buddhismus gab, geschweige denn Buddha Shakyamuni gelebt hätte. Wenn man sich am Palikanon und den entsprechenden Traditionen orientieren will kann das jeder gerne machen. Aber man sollte aufhören anderen Leuten aus anderen Traditionen ständig vorzuhalten sie hätten Buddhismus nicht verstanden nur weil sie den Palikanon nicht wörtlich nehmen.


    Und zu den klaren Aussagen: Wenn du den Pali-Kanon nicht in Pali liest kann eine schlechte Übersetzung die klare Aussage schon sehr stark verändern. Und Pali wurde wahrscheinlich auch nicht von Shakyamuni gesprochen. Die wirklichen Worte des historischen Buddha wurde also schon einmal übersetzt bevor sie überhaupt aufgeschrieben wurden.

    Wie das geht auf das Eintreten ins Nirvana zu verzichtet verstehe ich nicht so richtig. Es ist ein Geisteszustand, der eintritt, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind.

    Nach Ansicht der vieler Schulen ist Nirvana ja verlöschen. Der Bodhisattva tut bewusst Dinge, die nicht zum Nirvana führen aber eben anderen Helfen. Zum Beispiel das Töten aus Mitleid ist ein immer wieder genannter Aspekt.


    Weiterhin finde ich es etwas irritierend wie oft hier von einigen zu lesenist der Mahayana hätte dies und das erst später hinzugefügt. Was ja an sich stimmt, aber der Kontext ist meistens abwertend. Dabei sollte den Leuten doch klar sein, dass Theravda nicht gleich Urbuddhismus ist und die Mahayana Tradition auch älter ist als der Palikanon.

    Dieser Textstellenbeleg blieb bislang aus. Er ist aber nötig, um die Sponthese zu verifizieren.

    Es gibt diverse Sutren der Mahayana-Tradition die Gewalt in bestimmten Situation billigen. Ich denke aber es ist Sinnlos diese jetzt rauszusuchen, da du hier bereits mehrfach erwähnt hast, dass nur der Pali-Kanon von dir als authentische buddhistische Quelle angesehen wird. Das sehe ich ganz anders, aber sei es drum.

    Der folgende Text der Uni Hamburg belegt gut, dass auch in den kanonischen Pali-Text ein differenziertes Bild zu Gewalt existiert. Sie dazu das Kapittel II.

    Um es mal in meinen Worten ganz kurz zu fassen: Es gibt gute Argumente dafür, dass der absolute Gewaltverzicht nur für die ordinierten galt und nicht für Laien. Weiterhin belegt der Autor, dass es einige Stellen im Pali-Kanon gibt in denen Gewalt im Rahmen der Politik nicht verurteilt oder zumindest geschickt ausgespart wird. Aus welchen Gründen auch immer (z.B. Pragmatismus) verurteilt der Pali-Kanon daher keineswegs ausnahmslos Gewaltanwendung und Krieg, sondern akzeptiert und toleriert diese. Genauer und mit etlichen Quellenangaben findest du es in dem Artikel.


    bd10-k01schmidthausen.pdf

    Moin,

    ich verstehe die Aufregung hier auch nicht. Zum einen soll eine Überschrift ja immer Aufmerksamkeit erzeugen, zum anderen hat sie, meiner Meinung nach, nicht mal ganz unrecht. Der normale Durchschnittsbürger hat meistens nur sehr rudimentäres Wissen über Buddhismus und eins der gängigen Klischees ist eben das der kompletten Gewaltlosigkeit und verwandten Behauptungen, wie das es niemals Religionskriege oder ähnliches im Buddhismus gegeben hat.


    Weder der Buddhismus als Institution, noch das was man alles zur buddhistischen Lehre (also Dharma) fassen kann ist 100% Gewaltfrei.


    Wenn man Missstände, Skandale oder ähnliches verdrängt oder vertuscht erweist man dem Dharma eher einen Bärendienst denke ich.

    Hallo,

    schon bei Zen Schulen reingeguckt? Könnte vielleicht was für dich sein, wenn du weniger mit chanten etc. anfangen kannst.

    Aber ich denke auch es ist müssig und nicht nötig sich definitiv für eine Richtung zu entscheiden.


    Gruß

    Oftmals kommt Homophobie aus so einer Idee von "richtigen" natürlichen Kategorien.

    So habe ich das noch nie gesehen, sehr interessanter Punkt, wenn man drüber nachdenkt, gibt es ja in vielen Kulturen Philosophien/Religionen/Ideologien die die Welt ordentlich oder rein machen wollen.


    China - Konfuzianismus

    Japan - Shinto

    Indien - Hinduismus

    Europa im 20. Jahrhundert - Faschismus und Kommunismus

    So gesehen passt das auch wieder zu unserem Ursprungsthema Gott. Denn letztendlich ordnet Gott die Welt und das Universum halt auch. Scheinbar scheint Ordnung tatsächlich die bestimmende Antriebskraft hinter fast allen Religionen und Ideologien zu sein.

    Der Buddha hat sich mit Sex sowieso nicht abgegeben nachdem er


    in die Hauslosigkeit ging und das Weltleben aufgegeben hatte. Aber

    das Ekelhafte bei der Körperlichkeit sind ausgiebige Betrachtungen

    zur Befreiung von Sex und Abhängigkeiten die er lehrte.

    Ja eben, daraus lässt sich ja aber keinen Wertunterschied von verschiedenen Sexualpraktiken erkennen oder ableiten bzw. von Homo- oder Heterosexualität.

    Das meine ich damit wenn ich Dr. Berzin kritisch sehe:

    "Die traditionellen klassischen Texte über buddhistische Sexualethik führen eine große
    Vielfalt unangemessener Formen von sexuellem Verhalten an."


    Dieser Satz dürfte sich ja auf spätere tibetische Texte bezogen sein. Dem interessierten Laien der das nicht weiß, suggeriert das aber es würde sich um eine gesamt buddhistische Haltung handeln. Bezogen auf den Frühbuddhismus dürfte dieser Satz dann jawohl schlichtweg falsch sein.


    @mkha zu Alexander Berzin:

    Ich habe den Text jetzt nur kurz überflogen, weil mir die Zeit fehlt, aber schreibt er irgendwo welche klassischen Schriften er zitiert?

    Bei Alexander Berzin habe ich immer das Gefühl er bezieht seine Standpunkte nur aus einem orthodoxen tibetischen Buddhismus, verallgemeinert diese dann aber so, als wäre das die Lehrmeinung aller buddhistischen Schulen schlechthin.

    ablehnung der homosexualität hat weniger was mit religion zu tun, sondern mit dem patriarchat.


    da muss ein mann sich als mann beweisen. dazu gehört die schaffung der geschlechterlinie, in der besitz und macht weitervererbt werden kann. viele nachkommen bedeuten viel macht. nachkommen kann man aber nur durch das schwängern von frauen zeugen. und so benötigt man möglichst viele frauen, um möglichst viele nachkommen zu erzeugen, um möglichst viel macht zu erhalten. natürlich gehört zur macht auch die arbeitskraft.

    also wird homosexualität bei männern als unmännlich erklärt, da sie nicht der zeugung dient. allmählich führt das auch zur homophobie, zum ekel usw. letztendlich wird dann ein religiöser auftrag aus dem kinderzeugen, was ja nur mit dem andern geschlecht geht.

    Hättest du die von mir verlinkten Artikel gelesen, wüsstest du das dem eben nicht so ist. In anderen Gesellschaften galt Sex unter Männern als normal. Auch unter Kriegern, also den besonders männlichen. im griechischen Sparta war Liebe unter Männern ebenso akzeptiert. Sex zum Kinderkriegen und Sex zwischen Männern als Vergnügen und um die Kameradschaft in Kriegen zu stärken waren für die Leute zwei völlig verschiedene Denkmuster. Obwohl es in diesen Gesellschaften natürlich ein Patriarchat gab.

    Aus Wiki:

    Das zweite Zeugnis geht auf Poseidonios zurück, der sehr ausführlich und zuverlässig über die Bräuche der Kelten schrieb.


    "Sein Werk ist nicht mehr erhalten, doch finden sich viele Zitate bei späteren Autoren, so bei Diodor Siculus (1. Jh. v. Chr.):

    „Obwohl sie ansehnliche Frauen haben, geben sie sich sehr wenig mit ihnen ab; sie sind vielmehr von einer wilden Leidenschaft zu Umarmungen mit Männern erfaßt. Sie pflegen auf Tierfellen am Boden zu liegen und sich mit einem Beischläfer auf jeder Seite herumzuwälzen. Das allerunglaublichste ist aber: sie sind nicht auf die eigene Anständigkeit bedacht, sondern geben die Blüte ihre Leibes anderen bereitwillig preis; und sie halten das nicht für schändlich, sondern halten vielmehr für ehrlos, wenn einer von ihnen umworben wird und die angetragene Gunst nicht annimmt.“

    – Diodor Siculus: Historische Bibliothek 5.32.7"


    Selbst unter so barbarischen und "männlichen" Völkern wie den Kelten war das Phänomen wohl akzeptiert. Man braucht sich nicht irgendeine rationale oder sinnvolle Erklärung für Homophobie zusammensuchen. Die Abneigung gegen Homosexualität ist in der Antiken Welt ein explizites Merkmal des jüdischen Kulturraums und wurde von dort mit ins Christentum übernommen.

    Vielen Dank, das wusste ich noch nicht. Dachte, der Buddhismus würde es insgesamt verurteilen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/homosexualit%c3%a4t_in_japan


    https://de.wikipedia.org/wiki/homosexualit%c3%a4t_in_china


    und hier aus Wikipedia zum Hinduismus:

    "Das kulturelle Erbe Indiens beruht, auch wenn heutzutage Buddhismus, Islam und Christentum erheblichen Einfluss haben, in weiten Teilen auf den vedischen Sanskrit-Schriften. Die dort gezeichnete reine vedische Gesellschaft akzeptiert das Vorhandensein von Nicht-Heterosexualität ausdrücklich und weist diesem Teil der Bevölkerung besondere Aufgaben und Funktionen innerhalb der Gesellschaft zu. Erst moslemische und christliche Einflüsse, sowie eine generelle Degeneration des Schriften-Verständnisses (sichtbar zum Beispiel in der Fehlauslegung der Kasten-Idee), haben zu einer ähnlich homophoben Situation geführt wie in Ländern des Nahen Ostens. Heutzutage beginnt sich die Gesellschaft langsam zu öffnen, in weiten Teilen sind homosexuelle Menschen jedoch mit Partnern des anderen Geschlechts verheiratet und können aufgrund des sozialen Drucks nicht aus diesen Beziehungen ausbrechen. Sie leben deshalb ihre Neigung versteckt und im Heimlichen aus, oder unterdrücken diesen Teil ihrer Persönlichkeit."


    Man sieht also das Verhältnis zu Homosexualität ist in anderen Weltreligionen deutlich entspannter als in den monotheistischen.

    Die gottesidee macht also vor dem Erfahrungshorizont eines Wüstenstammes viel Sinn. Was mich aber wundert ist, dass es diese Ideen zur Zeit der Pyramiden immer noch gab, und was mich noch mehr wundert ist, dass es solche Vorstellungen zu Buddhas Zeiten und zu Christi Geburt immer noch gab.

    Wundert mich eher nicht, diese Reiche brauchten ja meistens Legitimation für ihre Herrschaft und Erklärung falls mal was schief ging. Was der einzelne glaubte lässt sich natürlich schwer sagen, aber in der Zeit von Großreichen deren Machtbasis meist eine Stadt war von der sich der Einfluss aus ausbreitete, finde ich mach die Vorstellung eines Reichsgottes Sinn. Nichts anderes war der jüdische Gott ja zu Beging auch.


    Interessant ist ja, dass mit dem ausbreiten der Weltreligionen Götter erstmal anfingen überregional zu werden.

    Übrigens auch nach buddhistischer Auffassung, da ist dann sogar die niederste aller Höllen für mich reserviert.

    Woher hast du diese Auffassung? Soweit ich weiß hat der Frühbuddhismus keinerlei Aussagen zu Homosexualität getroffen? Homosexualität war auch in den vedischen Gesellschaften bekannt und akzeptiert. In China wohl zumindest geduldet und in Japan war Sex unter den Samurai sogar gang und gebe.

    Die einzige buddhistische Tradition, die meines Wissens, eine rigide Sexualmoral aufgestellt hat, war die tibetische irgendwann im Mittelalter.

    Eine Gottesidee die an Unverfrorenheit, Ungeniertheit und Dreistigkeit kaum zu überbieten ist.

    So negativ wollte ich es gar nicht formulieren :grinsen::D. Ich habe nur selber erst durch andere Religionen gemerkt, dass die christliche Dogmatik eben nicht irgendeinen "Urgrund allen sein" postuliert sondern einen ganz konkreten Gott.

    Ebenfalls spannend finde ich, wie einerseits das alte Testament in die Bibel aufgenommen wurde, aber der Frühchristentum das ganze Gottesbild und wesentliche Teile des jüdischen Glaubens umgestaltet haben. Das dieser Widerspruch (zumindest meines Wissens) nie eine Rolle spielt in der Auseinandersetzung mit dem Christentum wundert mich doch stark.

    Es gibt aber heutzutage bei vielen Leuten die Tendenz sich nicht mehr

    vorschreiben zu lassen ob und was "Gott" is

    Ich finde es auch interessant, das inzwischen viele Leute die pro christlich argumentieren, z.B. Hans Küng, selber den Begriff Gott sehr weit ausdehnen. Meines Wissens, sieht das Christentum ja eben einen Gott mit menschlichen Eigenschaften und Gefühlen vor, wie Zorn, Liebe etc. Argumentiert man hingegen mit pantheistischen Vorstellungen, de-authorisiert man ja die Institution der man angehört


    Wenn man so argumentiert sägt man quasi an dem Ast auf dem man sitzt.:?

    Die Frage lässt sich klar beantworten, wenn man erfahren hat welches Geräusch ein umfallender Baum macht oder durch eine glaubhafte Versicherung das ein umfallender Baum ein Geräusch macht wenn er umfällt durch eine vertrauenswürdige Person.

    Dabei setzt du ja aber schon die Prämisse voraus, dass es eine vom Wahrnehmenden unabhängige Realität gibt. Das Argument idealistischer Philosophie ist ja, dass eben dieses nie bejaht werden kann, da du selber immer der Wahrnehmende bist. Schon die vertrauenswürdige Person steht ja in einem bestimmten subjektiven Verhältnis zu dir.


    Man merkt vielleicht, dass ich gerade anfange mich mit der Yogacara zu befassen :D