Posts by Hotte

    Es ist nie meine Denke gewesen, dass Dualität Ursache für Leiden sein und das Durchschauen/Erleben einer "All-Einheit" (Non-Dualität) letztlich - über die Aufhebung der Unwissenheit - zum Erwachen/zur Erleuchtung führen könnte.

    Dies hörte ich als Belehrung von Dharma-Lehrern, las es in Büchern und versuchte es zu verstehen, als ich begann, mich mit der Buddha-Lehre zu beschäftigen.


    Findest du, dass diese Denke der Lehre Buddhas widerspricht, Anna? Für mich passt das gut zusammen. Deswegen mag ich auch das Bild mit dem Fisch (relative Welt) im Wasser (absolute Welt).

    Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

    Nee, von Nietzsche war das nicht, das Zitat kenne ich. Die Bedeutung war auch eine andere. Es ging eher um das Ende der Dualität zwischen Ich und Abgrund, Ich und dem, was das Ich als Wirklichkeit wahrnimmt.


    Ist lt. Buchbeschreibung bei Thalia wohl doch von Nietzsche:


    "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein."(Zitat auf S. 71 in diesem Buch) "Jenseits von Gut und Böse" erschien erstmals 1886 und zählt bis heute zu den wichtigsten und meistgelesenen Werken Friedrich Nietzsches. ..."

    Habe im Internet diese Erläuterung gefunden:

    1. Genauso wie ein Eimer durch ein Seil an die Winde gebunden ist, so sind Lebewesen durch Verblendung und Karma an Samsara gebunden.
    2. Genauso wie eine Ankerwinde von ihrem Bediener gezwungen wird, sich zu drehen, so werden Lebewesen durch ihren unfriedlichen und ungezähmten Geist gezwungen, in Samsara zu wandern.
    3. So wie eine Umdrehung einer Ankerwinde unmittelbar auf eine andere folgt, so folgt auf eine Wiedergeburt in Samsara unmittelbar eine andere.
    4. So wie ein Eimer mit grosser Leichtigkeit auf den Grund eines Brunnens fällt, aber nur mit viel Mühe wieder hochgezogen wird, so wandern Lebewesen leicht zu niedrigeren Wiedergeburten, steigen aber nur mit grosser Mühe aus ihnen auf.
    5. Genau so, wie wenn eine Ankerwinde sich schnell dreht, ist es schwierig zu erkennen, wo eine Drehung endet und die nächste beginnt, so wie Lebewesen in Samsara umherwandern, ist es unmöglich zu sagen, was zuerst kommt - Verblendungen, Handlungen oder Auswirkungen.
    6. Lebewesen wandern in Samsara auf ähnliche Weise wie ein Eimer in einem Brunnen auf und ab geht. Wenn ein Eimer wiederholt auf den Boden fällt und wieder hochgezogen wird, schwingt er unkontrolliert und wird von den Seiten des Brunnens zerschlagen, verbeult und zerkratzt. Genauso wie Lebewesen unkontrolliert vom höchsten Himmel bis zur tiefsten Hölle umherwandern, werden sie ständig von den drei Leiden, den sechs Leiden und so weiter geschlagen.

    Quelle: https://kadampa.org/de/2020/06…r-ein-bild-unseres-lebens

    Okay, es ging Dir also nur um die abstrakt-theoretische Frage, ob Töten als Nothilfe "aus buddhistischer Sicht in Ordnung geht". Dazu hatte ich ja schon angemerkt, dass ich solche abstrakt-theoretischen Fragen für "Quatsch" halte. Das ist nur sales talk, sonst nichts. Und mir gefällt nicht, was da verkauft werden soll.


    Aber da Du nachfragst - bevor ich ein "Töten als Nothilfe" auch nur in Erwägung ziehen würde, würde ich prüfen, ob nicht unschädlichere Mittel anwendbar wären - und wenn nicht, ob das Töten als Nothilfe a) angemessen (in welchem Sinne?) wäre und b) den Gesamtschaden nicht vergrößern würde. Usw. usf. - über Leben und Tod entscheidet man nicht so fix. Ehrliche Antwort? Es hängt davon ab ... Noch ehrlicher: ich weiss es nicht.


    An dieser Stelle ist dann doch ein (diesmal etwas seriöserer) Hinweis auf das Trolley-Problem angebracht, denn genau darum handelt es sich natürlich. Aus meiner Sicht sind solche Überlegungen mentale Masturbation (mindfuck for one) - sie haben nichts mit dem Handeln in einer konkreten Situation zu tun. Zweifellos ist es sinnvoll, das eigene Handeln, soweit es automatisch, "instinktiv" erfolgt, zu konditionieren. Für noch sinnvoller halte ich es dann, den pañcaśīla als Regeln der Selbstkonditionierung zu folgen als solch komplizierten theoretischen Modellen. Ich bezweifle stark, dass das funktioniert.


    Danke, Sudhana, dass du mir antwortest, obwohl ich gestern doch etwas pampig reagiert habe, was vielleicht daran gelegen haben mag, dass ich mich in diesem Thread in eine Ecke gestellt gefühlt habe, in der ich mich gar nicht sehe.

    Dass du die abstrakt-theoretischen Fragen aus dem Link (Trolley-Problem) für Quatsch hältst, kann ich nachvollziehen. Ich glaube auch nicht, dass es da Sinn macht, ernsthaft darüber zu diskutieren, zumal es in den Bespielen - im Gegensatz zum Nothilfe-Problem - ja keine Angreifer oder Täter, sondern nur Opfer gibt.

    Eine nähere Beschäftigung mit dem Nothilfe-Problem halte ich für mich dagegen schon für sinnvoll. Nicht, weil ich davon ausgehe, dass ich in einer Gefahrensituation dann alles richtig mache, sondern weil ich nicht möchte, dass ich mir dann, wenn evtl. wenige Sekunden über Leben und Tod entscheiden, auch noch selbst im Wege stehe. Wenn ich meinen inneren Konflikt schon im Vorfeld aufgelöst und für mich eine Antwort gefunden habe, muss ich in der Gefahrensituation dafür keine Zeit mehr verschwenden. Vielleicht ähnlich wie in einem Selbstverteidigungskurs, in dem man ja auch schon im Vorfeld lernt, seine (anerzogene) Scheu zu überwinden, einem Menschen notfalls richtig weh zu tun.

    Wie auch immer, ich habe die Entscheidung für mich getroffen und fühle mich jetzt wieder besser. 8)

    Mich persönlich treibt vor allem die Frage um, inwieweit ich mich mitschuldig mache, wenn ich auf Nothilfe verzichte.

    Ein bemerkenswertes Beispiel für deformierte Sprache / Umwertung von Werten. ...


    Was für eine bemerkenswerte Interpretation einer einfachen Frage. Wenn es mir um das Generieren von Zustimmung für die Parteinahme in einem Krieg gegangen wäre, dann hätte ich gefragt, ob es aus buddhistischer Sicht in Ordnung geht, dass Deutschland Waffen an die Ukraine liefert.


    Sicher auch eine interessante Frage. Ich habe aber gefragt, ob es aus buddhistischer Sicht nicht auch gerechtfertigt sein kann, einen Angreifer zu töten, um Menschenleben zu retten. Mir hätte da schon ein einfaches "Ja" oder "Nein" von dir gereicht.

    Insbesondere für Igor (und auch für mich) ist diese Frage im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine doch sehr aktuell. Und da hilft es dann auch wenig, wenn man die Debatte mit dem Hinweis für abgeschlossen erklärt, dass es sich hier um unwahrscheinliche Szenarien handeln würde ...

    Mich persönlich treibt vor allem die Frage um, inwieweit ich mich mitschuldig mache, wenn ich auf Nothilfe verzichte.

    Die Sila habe ich lange unterschätzt, weil ich dachte, dass Meditation und Erkenntnis die eigentlichen Schlüssel zur Lehre des Buddha seien. Warum soll ich mich da mit den Grundlagen abgeben, die noch dazu so realitätsfern, lust- und lebensfeindlich erscheinen?


    Für mich ist eher die Meditation die Grundlage, die ich auch mit einem Gefühl des inneren Friedens und der inneren Fülle verbinde. Von hier aus ist der Verzicht dann eigentlich gar kein Verzicht, sondern eher die Weigerung, den blauen Himmel immer wieder aufs Neue mit düsteren Wolken zuzukleistern (ohje, wenn ich mal was schreibe, hört es sich immer gleich so geschwollen an, sorry 8) ).

    Mein Fehler, ich hatte da wohl die Zahlen für das synthetische Cannabis im Hinterkopf. Danke für den Hinweis.

    Nichtsdestotrotz handelt es sich auch bei pflanzlichem Cannabis um ein Rauschmittel, das der Buddha aus meiner Sicht wohl auf dieselbe Stufe stellen und genauso verurteilen würde wie Alkohol, was Qualia in seinem Beitrag ja ganz anders gesehen hat.


    Wenn du willst, kannst du dich gerne weiter über suchtkranke Menschen stellen, Qualia.

    Das Alkohol schlimme Folgen hat, war ihm klar.

    Von dem Kraut, das er und viele seiner Mitmenschen rauchte, als Tee und Gewürz zu sich nahmen, wahr ihm sowas nicht bekannt.

    Nur das es beruhigt, Schmerz stillt und glücklich macht.


    Ihm geht es nicht um „Bewusstsein verändern“ ihm geht es um die Säufer, die sicher bald brutal werden, gegen sich und andere.


    Fast vergessen: es macht gleichgültig gegen Hunger, bei Askese.


    Bei der Legalisierungsdiskussion geht es um das Rausch-Mittel Cannabis, das einen zig-fach höheren THC-Anteil hat als die Hanfpflanze vor 20 oder 2500 Jahren, und nicht um niedrig dosierte und gesundheitlich unbedenkliche Präparate.


    "Säufer" kommt schon sehr abwertend rüber. Dabei sind alkoholabhängige Menschen auch nur Menschen, die anhaften, nur eben etwas mehr als andere.

    Du meinst wohl eher davon lebt dein Ego. Alles Gute Dir und dass du das nicht mehr brauchst. Dukkha … ✌️


    Jetzt hast du viel gemeckert, aber noch nicht gesagt, wie du mit Leid umgehst?


    Sieht man ja. Ich lehne es zum Teil einfach ab und lasse Dampf ab so dass es niemanden hilft außer mir.

    Ist auch eine Strategie meines Egos. :) Aber außer vielleicht eine kurzzeitige Erleichterung bringt die ja - wie alle Strategien des Egos - nix.


    Welches Leiden meinst du neben dem Leiden an den Befreiten in diesem Forum?

    Ich meine das Leid, das ich durch mein Ego-Gedöns mir und anderen zufüge, und auch das Leid, das andere durch ihr Ego-Gedöns sich und ihrem Umfeld zufügen.

    Glaube nicht, dass sich hier im Forum jemand für befreit hält. Ich glaube aber, dass viele hier viel weiter sind als ich und ich von ihnen noch viel lernen kann.


    Die grundsätzlich andere Möglichkeit ist es natürlich, sich selbst wegzuträumen in eine Welt in der es eben weder gut noch böse gibt, diese Idee ist ja nachvollziehbar …

    Du brauchst dich nicht wegzuträumen, meditieren reicht schon. :)


    Den Mittleren Weg sehe ich auch "jenseits der Extreme". Ich würde aber die Extreme anders definieren. Jenseits der Extreme verbinde ich mit "Leben bejahen"/Loslassen/Nirvana/Glück. Diesseits der Extreme verbinde ich mit "Leben verneinen"/Haften/Hass und Gier/Samsara/Leid.


    Insofern ist der Mittlere Weg mehr als nur Verzicht und am Ende ein Gewinn für mich und andere (auch für die eigenen Kinder).

    Leider trägst Du, Sotapannabumm, nur zur Verwirrung bei.


    Findest du? Die Evolutionstheorie erklärt die Veränderungen in der Natur/in unserem Dasein und ist insofern für mich auch ein Teilaspekt des bedingten Entstehens.

    Das abhängige Bestehen (pratityasamutpada) ist ja eine allgemeine Kategorie, für die es verschiedene Einzelfälle gibt. In der Logik wird dies meist mit dem Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem beschrieben. Im Deutschunterricht findet man ehe die Kategorien von Ober- und Unterbegriff.


    Evolutionstheorie ist so ein Einzelfall des abhängigen Entstehens. Es gibt aber auch noch weitere: die vier edlen Wahrheiten, die zwölf Glieder des abhängigen Entstehens (vgl. SN 12.1), die Kontinuität unseres Bewusstseins und damit ist auch die Wiedergeburt ein spezieller Fall des abhängigen Entstehens. Wir als einzelne Person sind auch ein Einzelfall des abhängigen Entstehens. Die Liste ließe sich sicherlich problemlos verlängern.


    Ja, ein Unterbegriff, aber doch das gleiche/allgemeingültige Prinzip und für mich ein schönes Beispiel dafür, dass samsarische "Optimierungen" die Ursachen des Leidens nicht beseitigen können.

    Vielleicht ist es mal an der Zeit diesen Menschen zu treffen und vielleicht enttäuscht werden: Es ist wahr was gesagt wird oder ich bin verblendet von Meinungen mir fremder oder ist gar nicht mein Ding.

    So ist das jedenfalls weder Rechte Rede noch Rechte Absicht oder Rechtes Handhaben.


    Es sind schon zu viele Menschen verunglimpft worden von Meinungsschreiern, die nur ihre Art von Personenhabitus akzeptieren.


    Guter Gedanke. :)

    Eine Frau hat gestern gesagt, wir im Westen leben in einem Psychokrieg zwischen einander und ich habe mir dabei gedacht, ganz falsch kann das nicht sein, so empfinde ich es auch manchmal.


    Hey Tim.


    Ich habe jahrelang unter einem cholerischen Chef gelitten. Heute denke ich, dass dabei nicht der Chef das größte Problem war, sondern die Tatsache, dass ich die Angriffe und Ungerechtigkeiten persönlich genommen habe. Zum Psychokrieg gehören immer zwei.