Beiträge von Losang Lamo

    Ich kenne solche Empfindungen, wie Du sie beschreibst, nicht. Hab sonst aber schon alles Mögliche in der Meditation erlebt.

    Soweit ich informiert bin, und meiner Erfahrung nach, sind alle solche oder ähnliche Phänomene nur vorübergehend und einfach ein Ausdruck dessen, dass psychische Reinigungsprozesse stattfinden.


    Die traditionelle buddhistische Anweisung ist, sowas nicht allzu sehr zu beachten, sondern sich weiterhin auf das Meditationsobjekt zu konzentrieren.


    Gut ist es, mit einem versierten Meditationslehrer darüber zu sprechen. Das kann einen auf die richtige Strategie einnorden und Ängste zerstreuen. Wichtig ist es natürlich dabei, eine/n echte/n Lehrer/in, keinen Blender oder Scharlatan, zu finden. Auch vom Internet ist eigentlich abzuraten. Es gibt ab und zu dumme, böswillige oder rechthaberische Leute dort, die überhaupt keine Ahnung haben.


    Letztendlich wirst Du der beste Experte für Deine Syndrome werden, weil Du durch Übung und Ausprobieren lernst, wie damit umzugehen ist.

    Diese beiden Frauen sind für mich Gurus / Lamas, und nicht die Rinpotsches oder anderweitige Heilige und Eminenzen die ich nicht mal kenne.

    Wenn Du jemanden nicht kennst, kannst Du auch einfach gar nichts über ihn sagen oder beurteilen.

    Lama Tsultrim Allione und Jetsunma Tenzin Palmo sind selbstverständlich vorbildliche, weise Lehrerinnen und wunderbare, langjährige Praktizierende. Allerdings ist die Liste ihrer Lehrer lang - inklusive vieler Rinpoches, die Du nicht kennst. :-)

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    Ich denke, dass der Konflikt der einzelnen Schulen zum Teil auch daraus entsteht, dass der Vajrayana mit den Tibetern in Verbindung gebracht wird. Natürlich haben die Tibeter viel dazu beigetragen das er so ist wie er ist (im positiven Sinne). Aber die adaption hier im Westen müsste ohne tibetischer Kultur stattfinden. Wir sind keine Tibeter und werden es auch nie sein.

    Ich verstehe nicht wirklich, wovon Du redest. Wo sollen denn Westler wie Tibeter sein? Ich verehre die tibetischen Lehrer, weil sie in der Lage sind, den Dharma zu erhalten und zu vermitteln. Ich finde daher westliche Überheblichkeit ihnen gegenüber ganz daneben. Aber dieser Respekt macht mich nicht zum Tibeter. Wozu auch?


    Das Guru- bzw. Lama-Prinzip hast Du nicht recht verstanden, scheint mir. Es ist eine innerliche, spirituelle Sache und es ist nicht der Mensch "Lama" gemeint sondern das Prinzip der Dharmavermittlung. Wer den Lama auf der weltlichen Ebene vergöttert, bringt da was durcheinander - meine Meinung. Es ist eine innere Angelegenheit, die Du überhaupt nicht von außen bewerten kannst.

    Ich denke, das größte Problem im Vajrayana ist einen authenthischen Guru zu finden. Nobody is perfect. Das ist klar. Aber es ist eben ein kritischer und gefährlicher Punkt.

    Ich denke, die Gefahr des unseriösen Lehrers ist auch in anderen Richtungen wie Mahayana oder Theravada gegeben. Aber ich denke, im Vajrayana ist die Anfälligkeit besonders groß. Ein guter Guru kann sehr heilsam sein auf der einen Seite, ein schlechter Guru kann sehr unheilsam sein auf der anderen Seite.

    Das Dumme an schlechten Lehrern ist, dass gerade sie nicht lehren, was einen guten Lehrer ausmacht. Vorbildliche Hilfestellung ist da Tenzin Peljors Webseite Infoseiten – Sekten und Buddhismus – Aufklärung und Schutz


    Aber ohne eigenes Gespür und gesunden Menschenverstand kommt man nirgends durch. Ich glaube nicht, dass es im Vajrayana gefährlicher ist als im Theravada, auf einen falschen Lehrer hereinzufallen. Verdrehungen und Verfälschungen gibt es hüben wie drüben. Im Theravada finde ich z.B. die allzu von sich selbst überzeugten engstirnigen Typen gefährlich, für die alles Adharma ist, was nicht exakt ihrer eigenen Sichtweise entspricht. Warum gefährlich? Weil die Essenz des Dharma, das, worum es eigentlich geht, verhunzt wird und Zeit verschwendet wird.


    Und natürlich wird auch Zeit und Energie verschwendet, indem erfundenes Zeugs über andere Traditionen im Internet verbreitet wird. Ich finde nicht, dass es legitim zur Meinungsfreiheit gehört, sich etwas über Traditionen, die man gar nicht kennt, auszudenken und das dann belehrend im Internet zu verbreiten, wie Bakram es eine Seite vorher getan hat. Das trägt nicht aufklärend zu diesem Thema hier bei und daher finde ich auch nicht, dass "man das aushalten muss", wie Du schriebst. Man darf sowas auch unerträglich finden und so benennen, finde ich. :-)

    Unwort ist für mich auf jeden Fall "Abriegelung der Mittelmeerroute".


    Das ist ein Euphemismus für "Menschen im Mittelmeer mutwillig ersaufen lassen, weil sie eine andere Hautfarbe haben als Horst Seehofer".


    [Hintergrund meiner Empörung ist, dass die behördliche Behinderung der Seenotrettung auf dem Mittelmeer noch ausgeweitet wird. Aus einer Email von Seawatch:



    Studieren und Befreiung gegeneinander aufzurechnen, ist wie ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

    Nur, weil der Finger auf der Landkarte nicht die Reise selbst ersetzt, sind deshalb nicht Landkarten, Wegbeschreibungen, Erfahrungsberichte, Wegweiser sowie ausgetretene Pfade zu verachten.


    Studieren und Praxis, Methode und Weisheit, sind wie zwei Flügel, die man beide gleich stark benötigt zur Befreiung (- das ist nicht von mir). Wie kann es Befreiung sein, wenn man nicht versteht, was man sieht?

    Hanf - solange wir nicht von medizinischem Hanf reden, wo nix Törnendes mehr drin ist - hat psychoaktive Substanzen, die besonders schädigend wirken können je weniger man psychisch stabil ist. Angst und die Neigung zum Halluzinieren kann durchaus sehr unangenehm verstärkt werden.


    Ich weiß, Du meinst immer den sogenannten CBD-Hanf, aber Du schreibst oft über Hanf im Allgemeinen, was mich auf den Plan ruft. Besonders für sensible Menschen kann ein THC-Rausch einfach zu viel sein.


    Für jugendliche, unfertige Menschen ist eine psychische THC-Abhängigkeit die Bremse für ihren Start ins Leben überhaupt. Antriebslosigkeit, Depression, Angst und Leben in einer Traumwelt, wo man nicht mitbekommt, das man eigentlich nichts auf die Reihe bekommt, sind übliche Symptome.


    Die einzigen Leute, die ich kenne, die weitestgehend mit Haschisch klarkommen, sind erwachsene, stabile Leute mit geregeltem Beruf/Einkommen, die nur manchmal am Wochenende ein bisschen kiffen. Gibt es diesen Rahmen und Halt nicht und wird der Konsum zur täglichen Dauergewohnheit, klaffen Traum und Realität immer weiter auseinander.

    Ich hab gerne mit Buddhisten zu tun. Ich erkenne sie daran, dass ich sie auf buddhistischen Veranstaltungen treffe und man sich verständig mit ihnen unterhalten kann.

    Ach, ein Lehrer ist schon eine gute Sache. Man lernt mehr als aus Videos und Büchern. Ich glaube, das liegt daran weil Menschen schon immer direkt voneinander gelernt haben. So sind wir darauf gepolt, seit alters her. Und auch heute noch lernt man alle möglichen Sachen nicht ohne Lehrer.

    Ich kenne mich mit der Achtsamkeitspraxis nicht genau aus. Aber aus Erfahrung kann ich sagen, das Gedanken und Gefühle nicht so getrennt sind, wie die Sprache/Benennung einen glauben lässt. Also, sie bedingen sich direkt gegenseitig meiner Beobachtung nach.


    Es ist ein Wechselspiel. Schlechte Gefühle sind manchmal ein Warnhinweis, dass etwas nicht stimmt - sich sowas genauer anzugucken ist notwendig und richtig.

    Manchmal entstehen sie aber auch nur aus Achtlosigkeit, weil man nicht aufpasst, was man sich unnötigerweise mental reinzieht oder weil man negativen Sichtweisen freien Lauf lässt. Mit "negativen Sichtweisen" meine ich Jammerei, Nörgelei, Kritizismus an mir und anderen sowie starken Pessimismus. Das ist nicht nötig und kostet nur Kraft.


    Daher ziehe ich mich andauernd am eigenen Schopf heraus, indem ich auf freundlichere Gedanken umstelle. Dabei geht es in keiner Weise um Verdrängung und sowas. Es ist nur ein Perspektivwechsel, der immer einen ertaunlichen Dominoeffekt zur Folge hat: positivere Einstellung --> positivere Gedanken --> positivere Empfindungen ---> bringen komischerweise oft dann auch direkt positivere tatsächliche Erlebnisse, insbesondere mit den Mittmenschen.

    Als Anfänger kann man sehr von Gruppenmeditationen profitieren, am besten unter Anleitung eines guten Lehrers.


    Ich glaube, das liegt an den Spiegelneuronen. So wie ein Kleinkind intuitiv das Sprechen von seiner Umgebung lernt, ohne eine einzige Vokabel zu pauken, so kann man in einer angeleiteten Gruppenmeditation das Meditieren lernen. Am lebenden Beispiel sozusagen. Das ist für den Einstieg eine große Hilfe, damit man weiß, worum es eigentlich geht.


    Wenn man dann versucht, das zu Hause zu wiederholen, ist natürlich alles schwieriger. Daraus braucht man aber nicht zu schlussfolgern, man könne ohne Anleitung nicht meditieren. Ziel ist eher, das dann zu Hause allein zu üben. Durch die Gruppenmeditation hat man aber einen besseren Einblick bekommen, worum es geht und wo es hin geht.


    Es gibt Leute, die behaupten, sie können nicht meditieren. Ich halte das für Quatsch.

    Ich war lange nicht mehr in Frankfurt, kann aber sagen, dass das Tibethaus Frankfurt eine gute, sichere Adresse ist. Wer dort lehren darf, hat schon was drauf.

    Ob es einem bei einer bestimmten Gruppe / Anleitung gefällt, muss man selbst gucken. Aber Scharlatane werden Dir dort nicht begegnen.

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    Kurze Frage .

    Ich befinde mich oft in einem Zustand in der Meditation wie auch ausserhalb , in der ich das Gefühl habe das ich innerlich Druck habe zu weinen. Es gibt jedoch keinen grund dafür in der Gegenwart. Manchmal kann ich loslassen und weinen aber oft sitzt dieser Druck über den Tag hinweg in meinem Körper. Weiß jemand wie man das auflösen kann?

    Danke

    Das löst sich mit der Zeit von selber auf, wenn Du einfach regelmäßig weitermeditierst. Weinen, oder der Drang dazu, ist oft nur ein Zeichen, dass man von der Praxis berührt ist. Ich hab das so oft, dass es ganz normal ist. Wenn die Praxis oder eine Erfahrung tief ist, kommen Tränen. Ich werte das immer als gutes Zeichen.


    Als ich anfing täglich zu meditieren, konnte ich an meinen Träumen beobachten, dass ich alte Stresse verarbeitete. Zuerst Zeugs, das ewig lange her war, dann kamen die zu verarbeitenden Ereignisse immer näher. Nach einem halben Jahr oder so träumte ich direkt von etwas, das ich gestern erlebt hatte. Dann hörten diese Verarbeitungsträume auf. Ich glaub, ich hab da einen ziemlichen Berg abgearbeitet.


    Aber Karma, die ganzen Eindrücke, die man hat, sind so vielschichtig und verwickelt... Ich bin lange nicht fertig.

    Oh Mann, die Geschichte ist so alt und immer noch nicht vorbei?

    Aus dem Spiegelartikel vom OP:

    Zitat

    ... Die DBO hat Thich Thien Son im Dezember 2010 ausgeschlossen, nachdem ihr mehrere eidesstattliche Versicherungen vorgelegt worden waren, die den Abt belasteten und der eine Stellungnahme zunächst verweigert hatte. In einem Gespräch mit Klosterschülern soll er Sexualkontakte mit dem Kind eingestanden haben. ...


    Warum muss der jetzt wieder mit Kindern arbeiten? Unverständlich.

    Man bräuchte dafür eine Wortneuschöpfung: nicht "Mitgefühl" sondern "Mit-Zustand".

    Oder so. :rose:

    Karuṇā and Mettā sind ja zunächst Motivationen/Wünsche. Karuṇā der Wunsch, dass jemand frei von Leid sein möge, und Mettā, dass er glücklich sein möge. Von daher wäre "Glückwunsch" eigentlich gar nicht schlecht, wenn es nichtt nach kitschiger Postkarte klingen würde.


    Sind Karuna und Metta im Theravada tatsächlich ausschließlich dualistische Sichtweisen, wo es um "Ich und Andere" geht?

    Oder gibt es auch eine "absolute" Komponente, wo das Konzept "Ich und Andere" sich auflösen kann?

    Zitat

    FloatingLight schrieb: ... Seit diesem Tag versuche ich herauszufinden was das war und wie ich wieder da hinkomme.

    Mittlerweile meditiere ich täglich und es fühlt sich an als ob dieser zustand da wäre ich ihn jedoch nur durch ein milchglas betrachten kann.

    Als ob ein kleiner schubs reichen würde wieder genau dort zu sein. seit diesem tag habe ich fast durchgehen das gefühl das ich von mir getrennt bin und mir ein wichtiger teil fehlt.


    Im prinzip ist es wie eine art drogenrausch gewesen den ich gerne die ganze zeit hätte. und nach einmaligem konsum direkt süchtig danach war. ...


    Hallo FloatingLight,


    ich lese Dein Erlebnis als eine Art positiven Nervenzusammenbruch. Sehr viele Menschen schleppen unbewusste Altlasten, die sich auf ihre Elten beziehen, mit sich herum. Es ist gut, sowas unter dem Teppich hervorzuholen - und dass es bei Dir dann in so ein schönes spirituelles Erlebnis mündete, spricht für Dein positives Karma. Vermutlich hast Du Dich schon in einem vorherigen Leben mit Mitgefühl und Erleuchtung befasst und nun kam es durch den Trigger wieder hervor.


    Du schreibst, Du möchtest in diesen Zustand zurück und für immer dableiben. Verständlich - aber aus buddhistischer Sicht führt das zu nichts. Denn hier ist die Welt, wo man nichts festhalten kann. Greift man zu und drückt es feste, löst es sich auf. :) Das ist ganz natürlich.


    Eine super gute Konsequenz, die Du gezogen hast, finde ich, dass Du regelmäßig meditierst. Absolut folgerrichtig. So wirst Du Deinen Weg gut machen. Es kann aber nicht immer alles nur schön und einfach gehen. Manchmal wird man im Fahrzeug auch etwas durchgeschüttelt, oder es hält mal eine Weile an. Das ist normal und es ist gut zu wissen, dass das normal ist. Deshalb schreibe ich es Dir.

    Wenn man diese Hochs und Tiefs auf dem Weg nicht überbewertet, sondern einfach ruhig bleibt, kann man alles am besten bewältigen und auch verstehen.

    Die Polizei klagt über zu viele Delikte im Verhältnis zu der dünnen Personaldecke. Es gibt zu wenige Online-Ermittler.


    Und die Menge an Pädophilen ist wirklich erstaunlich. Unter 100 Erwachsenen laufen etwa eine bis drei pädophile Personen herum, (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Das ist krass, erklärt aber so einiges.