Posts from Yofi in thread „Gibt es ein Selbst?“

    Wenn Zweifel da sind, sollte man sich mit ihnen nicht identifizieren und sie auch nicht als Wahrheit betrachten, sondern als eine der Hemmungen (nívarana).


    Quote

    kankhā


    'Zweifel',
    mag entweder intellektueller oder ethischer Natur sein, d.i. methodischer Zweifel oder skeptischer Zweifel, welch letzterer identisch ist mit vicikicchā. Nur der skeptische Zweifel (=vicikicchā) ist verwerflich und karmisch unheilsam, da er das Denken lähmt und die innere Entwicklung des Menschen hemmt.


    http://www.palikanon.com/wtb/kankha.html


    Hier ein Kommentar dazu:


    http://www.buddhabuddha.info/2011/06/zweifel.html


    Quote

    "Ihr Bhikkhus, daß irgendein Bhikkhu, der fünf Wildnisse im Herzen nicht überwunden hat und fünf Ketten im Herzen nicht gesprengt hat, in diesem Dhamma und dieser Disziplin zu Wachstum, Anwachsen und Erfüllung gelangen sollte - das ist unmöglich."


    MN 16 - http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m016z.html

    Nur weil manche im Forum nicht die Fähigkeiten haben Gesetzmäßigkeiten selbst in der Meditation zu erfahren, heißt es nicht, dass das nicht möglich ist. Wenn man aber jenes anderen zusprechen und ihr Wissen anerkennen würde, wäre man nicht mehr der Allwissende und das bereitet vielleicht manchen Schmerzen, zumindest sieht es danach aus.


    Wie einfach ist es doch in manchen Schulen, man vertraut einfach und muss sich keine Sorgen machen, dass man angelogen wird. Hinweise auf ihre Fähigkeiten liefern die Lehrer selbst, man muss nur genau zuhören, und vor allem auch


    verstehen.

    Was ist Praktisch? Wenn Nahrung sich im Körper in feinstoffliche Energie wandelt - das ist praktisch und trotzdem erfasst man mit dem Sehorgan wohl eher die Ergebnisse - Beweglichkeit - als den Prozess selbst.
    Genauso ist es mit beim Erkennungsprozess, nur dass nichts Grobstoflliches eingenommen werden muss, weil es dabei ausschließlich um einen feinstofflilchen Prozess geht.


    Das ist gleichzeitig auch der Unterschied zwischen der Vergänglichkeit (Körper - grobstofflich, nur für eine bestimmte Zeit) und Beständigkeit (Geist - feinstofflich, ohne Anfang und ohne Ende).



    Was mit Karma gemeint ist, ist eine theoretische Frage. Die Praxis liegt in der Erfahrung, die Weisheit hervorbringt.

    Quote from Sprite

    Radikal gesprochen müsste der Buddha sich selbst von diesen Fragestellungen abwenden und eben GAR NICHTS formulieren. Dann kommt aber direkt der Einwand, "dass er den abertausend Wesen helfen möchte". Aber hätte er ihnen nicht mehr geholfen, wenn er bei jeder spekulativen Frage einfach eine Blume hochhält?


    Was versteht man unter einer Blume, wie interpretiert man das Hochhalten einer Blume? Sicher jeder anders. Der eine sieht dahinter 62 Jungfrauen im Paradies, der andere einen nützlichen Komposthaufen, der dritte will die Blume gleich essen.


    Die Worte der urprünglichen Texte sind klar, sie haben einen Bezug zum Geist. An diesen Texten darf man auch nichts verändern, weil genau dieser Bezug verloren ginge - sie werden also nicht umsonst als heilig bezeichnet.


    Warum versteht man die Botschaft nicht, die sie übermitteln? Das liegt nicht am Text. Man sagt, manche Unterweisungen sollte man hundert oder tausend mal hören, irgendwann kommt der Punkt, an dem man vesteht, und dann erkennt man auch Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Texten und Gemeinsamkeiten mit dem eigenen Geist, der - wenn er frei ist - diese Sprache als die eigene erkennen kann. Es ist nicht der Verstand, der über dieses Vermögen entscheidet, aber man kann den Verstand mit einbinden wenn man klaren Worten zuhört.

    Wie kommt es dann eurer Meinung nach dazu, dass manche den Zusammenhang nachvollziehen können und manche nicht?
    Irgendwo muss es einen Unterschied geben. Im Denken wohl eher nicht.

    Quote from accinca
    Quote from Sprite

    .. Wenn mir einer erklären könnte, woher das Wissen des "Nichts"
    aus buddh. Sicht kommt, dann hör ich gerne zu.


    Wer hat denn Behauptet das "Nichts" irgendwo her kommt?


    :lol:


    ... meint vielleicht Nichtsheit. Wo sie herkommt - gute Frage.

    Quote from gbg
    Quote from Yofi

    "ewig jungen spielenden Bewusstsein" nein, daran glaube ich nicht. Das sind die gleichen Faktoren, die auch die Vorstellung von einem Ich hervor zaubern, und das ist fast zu poetisch ausgedrückt, denn das Ich ist im Grunde ein Strohhalm.


    Ist intuitives Erkennen für Dich Einsicht, Weisheit ..., Yofi?
    Einsicht ist für mich, wenn das Bewusstsein mit dem Herzen zusammengeht und sie gemeinsame Sache machen.


    Aber schau doch mal ... in den Spiegel! Wenn Du schon älter bist wirst Du verstehen was ich mit spielendem Bewusstsein meine.
    Das Ich sagte Ellviral ist bereits ein Gedanke. Ist das der Strohalm den Du meinst? Aber ist ein Gedanke nicht auch etwas das im Geist wie eine Welle schwimmt?
    Ist der Geist für Dich den man beruhigen kann Durch Atmung auch ein Strohalm? Für mich ist er ein Ozean!


    Die Suche nach dem Selbst entsteht aus der Angst vor der Vergänglichkeit. Ohne Angst würde man sicher Glück erleben können. Ist Glück das Gegenteil von der Angst? Ich meine, ja. Egal wie philosophisch man die Frage nach dem Selbst gestalten will, egal wie viele Menschen eine bestimmte Ansicht teilen, im Hintergrund ist immer die Angst vor der Vergänlichkeit - davor, nicht mehr zu existieren. Deshalb Strohhalm - eine Rettungsinsel, Hoffnung, Wunsch. Von Ayya Khema dazu:


    https://www.youtube.com/watch?v=VZXXtiUCSjQ


    Der Blick in den Spiegel sagt mir, dass ich den gleichen Weg gehe wie so viele vor mir und nach mir, und das beruhigt mich. Niemand ist nur für einen einzigen Moment von diesem Prozess getrennt. Nicht nur im Leben anhand aller Gesetzmäßigkeiten, die uns alle betreffen, sondern auch im Tod gehen wir den gleichen Weg. Uns steuern die gleichen Energien, vom Grob- bis zum Feinstofflichen. Wo ist da ein Individuum, eine Trennung? Das Ego bedeutet die Trennung - sie besteht aus eigener Ansicht, der Angst, der Hoffnung. All das wird irgendwann mit unseren Körpern zur Auflösung kommen. Vom Individuum wird nichts außer der Hinterlassenschaft seines Wirkens übrig bleiben, die in der Wahrnehmung anderer Wesen weiter bestehen wird.


    Die bewusste Atmung beruhigt Ängste, also wird man durch sie etwas vom unbetrübten und von allem anderen unbhängigen Glück erfahren können, vom Glück der Nicht-Trennung. Die Atmung ist ein guter Einstieg in diese Art der Meditation.


    Schöne Grüße von Yofi

    Danke, das ist nett.


    Es ist zu trivial um darüber zu sprechen und zu ernst um darüber Scherze zu machen. Man kann sich guten Konzepten anschließen (verlinkt) wie diesem, nicht um an etwas zu glauben, sondern um das intuitive Erkennen zu aktivieren.


    "ewig jungen spielenden Bewusstsein" nein, daran glaube ich nicht. Das sind die gleichen Faktoren, die auch die Vorstellung von einem Ich hervor zaubern, und das ist fast zu poetisch ausgedrückt, denn das Ich ist im Grunde ein Strohhalm oder eine Ablenkung.


    Gruß, Yofi

    Karma


    Pāli: kamma, wörtl. 'Wirken, Tat',


    bezeichnet, genau genommen, den die Wiedergeburt erzeugenden oder Charakter und Geschick der Wesen beeinflussenden heilsamen oder unheilsamen Willen (kusala- oder akusala-cetanā) sowie die damit verbundenen Geistesfaktoren. Dieser karmische Wille (kamma-cetanā) äußert sich


    in körperlichen Taten (kāya-kamma),
    in Worten (vacī-kamma) oder
    in Gedanken (mano-kamma).


    Karma bedeutet also keineswegs das Ergebnis des Wirkens, oder gar das Schicksal von Menschen oder ganzen Völkern, wie unter dem Einflusse der Theosophie die beinahe allgemeine Auffassung im Westen ist.



    »Den Willen (cetanā), ihr Mönche, bezeichne ich als die Tat (cetanāham bhikkhave kammam vadāmi), denn mit dem Willen wirkt man die Tat in Werken, Worten und Gedanken . . .


    Es gibt Taten, ihr Mönche,


    die in der Hölle reifen . . .
    im Tierschoße reifen . . .
    im Gespensterreiche reifen . . .
    in der Menschenwelt reifen . . .
    in der Himmelswelt reifen . . .


    Dreierlei aber ist das Ergebnis der Taten: entweder bei Lebzeiten reifend oder in der nächsten Geburt, oder bei einer späteren Gelegenheit . . .« (A.VI.63).


    http://www.palikanon.com/wtb/karma.html