Posts from Leonie in thread „Religion aus materialistisch-wissenschaftlicher Perspektive“

    Um nun aber nicht den Eindruck zu erwecken, dass es von meiner Seite noch irgendwas zum Thema des Threads zu sagen gäbe, möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich alles schon gesagt habe zum Thema "Religion aus materialistisch-wissenschaftlicher Perspektive",

    Du willst sagen, dass das Thema "Religion aus materialistisch-wissenschaftlicher Perspektive", so wie SteFo es sieht und dabei glaubt, er habe eine Brille an - beendet werden kann. Dann schließe den Thread.

    Der historische Materialismus von Marx und Engels ist ja als Antwort auf Hegels Dialektik zu sehen. Dabei geht es um die Triebkräfte der Gesellschaft und Geschichte, die nach Marx und Engels durch die Entwicklung und Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen bestimmt werde. Hegels Dialektik ist hingegen eine des Geistes und nach dessen Philosophie werde die Geschichte durch die Ideen und das Denken bestimmt.

    Der Begriff historischer Materialismus geht dabei vor alle auf Friedrich Engels in seiner gleichnamigen Schrift zurück. Er ist die Übernahme des philosophischen Begriffs auf soziale Verhältnisse und damit auch eine Form der Sozialwissenschaft.


    Ich sehe in dem Philosophen David Lewis eine interessanten Vertreter des Materialismus, da er davon ausgeht, dass jedes Erlebnis mit einem physischen (neurochemischen) Zustand identisch ist. Lewis bezeichnet sich selbst als Realist und reduktiver Materialist.


    Wenn Wissenschaftler einen Gegenstand konstruieren, den sie untersuchen, dann erschaffen sie auch eine materialistische Betrachtungsweise und viele Gegenstände sind ja auch nicht direkt zu betrachten, sondern lediglich an ihren materiellen Spuren.

    Mit materialistisch-wissenschaftlicher Brille sage ich, dass es gar keine "geistigen Zustände" gibt. Was es gibt, weil wissenschaftlich evident, ist die sich ändernde Materialität des Gehirnes. Und wissenschaftlich kann niemals eine Korrelation zwischen meßbaren materiellen Erscheinungen des Gehirnes und behaupteten illusorischen "geistigen Zustände" belegt werden, weil es keinerlei wissenschaftliche Evidenz für "geistigen Zustände" geben kann.

    "Geistige Zustände" ist zunächst mal ein Begriff und es ist natürlich eine berechtigte und wissenschaftliche Frage, ob der Begriff auch einer Tatsache entspricht und evident ist.

    Als "mentale Zustände" ist der Begriff Gegenstand der Philosophie des Geistes und man versteht da z.B. Glauben, d.h. Annahmen oder Hypothesen, Wünsche, Versprechen, Gedanken, Wille etc. und diesen Zuständen ist vor allem gemeinsam, dass sie auf etwas bezogen sind, sie sind intentional. Anstatt von Zuständen zu reden, verwendet man auch den Begriff "Kognition".

    Natürlich "gibt" es Kognition, so wie es das Subjektive gibt. Die wissenschaftliche Frage wäre, wie bzw. was messe ich, wenn ich eine Wechselwirkung von mentalen und materiellen Zuständen untersuche?

    Unter dem Begriff "mental causation" - Mentale Verursachung" wird das Thema schon länger in der Philosophie diskutiert. Erwähnenswert ist aber vor allem hier James Austin : Zen and the Brain - vor allem das 3. Kapitel über die neurologischen Zusammenhänge von Meditation und Gehirnzuständen.

    Ich plädiere also hier, keine voreiligen Schlüsse über wissenschaftliche Evidenz für mentale Zustände abzugeben. Handlungen sind in jedem Fall Folgen von intentionalen mentalen Zuständen und umgekehrt braucht es auch konkrete mentale Zustände, um Handlungen auszuüben - z.B. rechne ich eine Führerscheinprüfung dazu oder auch die Entwicklung eines Messprojektes zum Gegenstand "mentale Zustände".

    Ich sehe da bei dir einen "Denkfehler" in sofern du Begriffsdenken und Sachdenken verwechselst - oder gleichsetzt.