Posts from mukti in thread „Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus“

    Es ist wohl so gemeint dass man erst die Möglichkeit zur Veränderung (Besserung) hat, wenn man seine eigenen Unzulänglichkeiten einsieht und akzeptiert. Wenn man sie nicht sehen will und sich dauernd selber und anderen was vormacht, kann sich ja nichts ändern.

    Da stimme ich zu. Aber auch, dass die Akzeptanz schon eine Änderung mit sich bringt. (Nicht als Freibrief gemeint, alles zu tun, was man beispielsweise mit Wut im Bauch tun will.)

    Die Akzeptanz wird wohl nicht zu so einem Freibrief wenn bereits eine rechte Gesinnung entwickelt ist, dann erfolgt auch gleich die Einsicht und damit eine Veränderung.

    Kein Problem, möge das Berufliche und Familiäre glücklich verlaufen.

    Es ist wohl so gemeint dass man erst die Möglichkeit zur Veränderung (Besserung) hat, wenn man seine eigenen Unzulänglichkeiten einsieht und akzeptiert. Wenn man sie nicht sehen will und sich dauernd selber und anderen was vormacht, kann sich ja nichts ändern.

    Verräter für eine eingeschworene Gesellschaft, wenn ich das in irgendeiner Form erlebt habe, dann nicht so dass ich in dieser Gesellschaft hätte bleiben müssen.


    Wenn es bei dir aber so ist, bleibt wohl nichts anderes übrig als keinen Anlass zu geben, als Verräter behandelt zu werden. Etwa müsste man nicht allen auf die Nase binden dass man anders denkt und könnte sich damit begnügen den beruflichen Anforderungen nachzukommen und seine Ansichten im privaten Kreis mit Gleichgesinnten zu teilen. Der Job ist ja nicht die ganze Welt, er dient in erster Linie der Lebenserhaltung und mit den Mitarbeitern einigermaßen gut auszukommen wäre halt ein Lernprozess. Oder sind das alles böse Teufel? Da würde ich auch drauf pfeifen und irgendwas anderes machen, das wäre dann auf jeden Fall eine Verbesserung.


    Aber so extrem schlimm wird es ja nicht sein, so dass sich wohl eine Taktik finden lässt mit der Situation zurechtzukommen.
    Die Teilnehmer hier haben ja schon manche guten Hinweise gegeben, vielleicht ist da was brauchbares für dich dabei. Ich war nie in so einer Situation und kann da nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Aber leiden müssen wir alle auf die eine oder andere Art und wenn wir dahinterkommen dass die Ursachen der Leiden und die Befreiung davon in uns selber liegen, ist die Sache nicht aussichtslos.

    Gebt mir 'ne Minute zum Verschwinden, bevor Ihr den Narrhallamarsch auflegt. Danke.

    Sieht SO "buddhistische Gelassenheit" aus? :?


    Man sollte doch der (närrischen) Realität ruhig und unerschütterlich ins grell geschminkte Auge sehen können:

    ...

    Es kann ja Gelassenheit sein, nach dem Blick in die Realität hinter der grellen Schminke, das Gaukelspiel loszulassen anstatt sich damit einzulassen.

    Es ist mein Chef... - und nun?

    Man muss den Chef ja nicht als einen Gefährten betrachten und kann sich stattdessen üben:


    Quote

    'Andere werden gehässig reden; da wollen wir uns gehässiger Rede enthalten'.

    'Andere werden grobe Worte gebrauchen; da wollen wir uns grober Worte enthalten'.

    'Andere werden zornig sein; da wollen wir nicht zornig sein'.

    usw. (M.8)

    Und wenn das zu schwierig ist sucht man sich wohl besser einen anderen Chef, bevor man zum Amokläufer wird.

    Um das Zitat zu verstehen, musst Du vielleicht mal recherchieren, wer Carl Rogers war.

    Ein wenig weiß ich von ihm weil mein Lehrer/Therapeut eine Ausbildung nach Carl Rogers hat, wir reden aber fast nur über buddhistische Themen.

    Egal, das Zitat hat mich einfach nachdenklich gestimmt, hab' eigentlich keine Lust die Buddhalehre mit der Lehre von Rogers oder allerhand anderen Lehren zu vergleichen. Mit nur einer Lehre die einleuchtet habe ich mehr als genug zu tun.

    Von Carl Rogers gibt es einen schönen Text:

    Zitat

    Unvollkommen

    In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausgefunden, dass es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin. Es hilft nicht, ruhig und freundlich zu tun, wenn ich eigentlich ärgerlich bin und Bedenken habe. Es ist nicht hilfreich, so zu tun, als wüsste ich die Antworten, wenn ich sie nicht weiß. Es hilft nicht, den liebevollen Menschen zu spielen, wenn ich im Augenblick eigentlich feindlich gestimmt bin. Es hilft mir nicht, so zu tun, als wäre ich voller Sicherheit, wenn ich eigentlich beängstigt und unsicher bin. (...) Ich spüre, dass ich den Umständen gerechter werden, wenn ich mir erlaube, so zu sein, wie ich bin. Es ist für mich einfacher geworden, mich als entschieden unvollkommenen Menschen zu akzeptieren, der keinesfalls zu jeder Zeit so handelt, wie er handeln möchte. (...) Wenn ich mich so, wie ich bin, akzeptiere, dann ändere ich mich.


    Wie ist das gemeint: "Wenn ich mich so, wie ich bin, akzeptiere, dann ändere ich mich"? Wenn ich dazu stehe - 'so bin ich eben' - dann bin ich zwar die Bürde der Verstellung los, aber nicht Ärger, Feindschaft, Angst und Unsicherheit. Wie soll mit dieser Akzeptanz von selber eine Veränderung geschehen, bedarf es dazu nicht zusätzlich der Bemühung, allerdings mit den richtigen Methoden wie der Entwicklung von Achtsamkeit, Einsicht und Wohlwollen?

    Ich stelle im Moment alles in Frage was mir mal wichtig war als Wert, ich will mir keine Sorgen machen und ich habe ja auch nicht wirklich Angst, vor was denn?

    Gewöhnlich bedarf es ja langer intensiver Übung um Freiheit von allen Sorgen und Ängsten zu erlangen. Das stellt sich nicht von selber ein indem man einfach alles aufgibt, sogar der Buddha hat Lehrer aufgesucht um unter ihrer Anleitung zu praktizieren.

    Es gab seitdem wir auf der Welt sind noch nie so viele Brennpunkte wie heute. Global und lokal gesehen und ich habe das Gefühl die Buddhisten, die tief in sich ruhen, die interessiert das so gar nicht, als ob es das alles nicht gäbe. Wäre es nicht gerade Aufgabe von intelligenten und intellektuellen Menschen mehr Stellung zu beziehen?

    Im Allgemeinen denken Buddhisten wohl dass es zuviel Gier, Hass und Verblendung gibt, so beziehen sie Stellung. Eine andere Sache ist das Engagement, wie kann man da was ändern? Zunächst indem man diese Geistestrübungen bei sich selber reduziert würde ich sagen. Ein aggressiver Buddhist der gegen den Hass predigt wäre ja ebenso unglaubwürdig wie ein Buddhist der gegen die Gier predigt während er jeden Luxus genießt.

    Als ein Vorbild hat man mehr oder weniger Einfluss, je nach Talent oder Position.