Theravada

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    Der Theravāda (Skt. Sthaviravāda, "die Lehre der Alten") ist die einzige überlebende Schulrichtung der Śravakayāna-Schulen bzw. der prä-mahāyānistischen Schulen des frühen Buddhismus. Der Theravāda-Buddhismus zählt heute in Teilen Asiens zu den Nationalreligionen. Auf dem Konzil von Vesali kam es zu einer Spaltung der ursprünglichen Mönchsgemeinde: Die orthodoxen bzw. konservativen bhikkhus, die am überlieferten Kodex festhielten, bezeichneten sich selbst als Theravādin in Abgrenzung zur reformwilligen Mehrheit der Mahāsāṅghikas als Vorläufer der Mahāyāna-Bewegung.

    schwind

    Theravāda ist eine der Hauptströmungen des Buddhismus.

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    Der Theravāda (Skt. Sthaviravāda, "die Lehre der Alten") ist die einzige überlebende Schulrichtung der Śravakayāna-Schulen bzw. der prä-mahāyānistischen Schulen des frühen Buddhismus. Der Theravāda-Buddhismus ist heute die Nationalreligion der Singhalesen, der Mon, der Birmanen, der Thai und der Khmer und war bis zum Niedergang des Buddhismus in Indien um ca. 1.200 n. Chr. auch in Südindien beheimatet.


    Bereits auf dem Konzil von Vesali kam es zu einer Spaltung der ursprünglichen Mönchsgemeinde: Die orthodoxen bzw. konservativen bhikkhus, die sich einer Lockerung der Ordensregeln widersetzten und am überlieferten Kodex festhielten, bezeichneten sich selbst als Theravādin in Abgrenzung zur reformwilligen Mehrheit der Mahāsāṅghikas als Vorläufer der Mahāyāna-Bewegung. Nach der Tradition soll im 3. Jh. v. Chr. der Sohn (oder Neffe?) des dharmarāja Aśoka, Mahinda, die Lehren des Buddha nach Sri Lanka gebracht haben, und zwar in der auf dem Konzil von Pāṭaliputta unter dem Vorsitz von Moggaliputta Tissa verbindlich redigierten Fassung. Hier wurde vermutlich auch -- mit der Einbeziehung des Kathāvatthu als erstem scholastischen Werk -- der Grundstein für das Abhidhamma-piṭaka gelegt.


    Zweihundert Jahre später wurde in Sri Lanka auf Geheiß des Königs Vaṭṭagāmaṇi Abhaya ihre Verschriftlichung beschlossen. Das bis heute überlieferte Pāli-tipitaka als die älteste vollständig erhaltene Fassung der buddhistischen Lehre repräsentiert die kanonische Grundlage des Theravāda. Ihr scholastisches Profil bezieht diese Schulrichtung zunächst aus dem Abhidhamma: Die Theravāda Version ist neben dem Abhidharma der Sarvāstivādin die wohl bedeutendste. Sie definiert sich jedoch hauptsächlich über die umfangreiche nachkanonische Literatur, namentlich das Milindapañha und eine Reihe bedeutender Kommentarwerke aus dem 5. und 6. Jh. n. Chr.: In diesem Zeitraum sind zu sämtlichen kanonischen Texten Kommentare in Pāli verfasst worden. Diese Kommentare sind größtenteils Rezensionen älterer singhalesischer Kommentare, in die Elemente aus jüngeren Perioden des indischen Buddhismus assimiliert wurden.


    Aufgrund der scholastischen Kohärenz, die durch diese Serie großer Kommentare gegeben war, verschloss sich der Theravāda fortan dem Einfluss des indischen Buddhismus -- dessen Entwicklung sich gleichwohl noch über Jahrhunderte hinweg fortsetzen sollte.


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