Vinnana

  • vijnana [Skrt., Pali: vinnana, Tib.: sem] im Deutschen oft mit "Bewusstsein" übersetzt, womit meistens die dualistisch unterscheidende Fähigkeit des Erkennens gemeint ist. Je nach Kontext werden unterschiedliche Aspekte hervorgehoben. Dementsprechend findet man "vijnana" unter mehreren Synonymen wieder.

    vijnana [Skrt., Pali: vinnana, Tib.: sem] im Deutschen oft mit "Bewusstsein" übersetzt, womit meistens die dualistisch unterscheidende Fähigkeit des Erkennens gemeint ist. Je nach Kontext werden unterschiedliche Aspekte hervorgehoben. Dementsprechend findet man "vijnana" unter mehreren Synonymen wieder und die Kategorisierungen unterscheiden sich zB. zwischen dem frühen Buddhismus und im Mahayana.


    Ausserdem ist es eines der fünf Daseinsgruppen die das individuelle Erleben ausmachen und das dritte Glied im bedingten Entstehen.


    Zum bedingten Entstehen (Bewusstsein bedingt namarupa):


    Bewusstsein ist das Erkennen von etwas, bzw. der Kontakt zwischen die inneren und äusseren Sinnesgrundlagen "Durch das Auge und die Formen entsteht das Sehbewußtsein, [...]" (M 148 ). Das Erkennen bezieht sich genauso auf alles was "Name und Form" ist. Umgedreht kann auch "Name und Form" (zB. ein Gefühl, ein Teil von "nama") das Erkennen beeinflussen.


    Das Bewusstsein (mit sankhāra, sh. Eintrag) bedingt das Erleben von "Name und Form". Ausserdem kann namarupa (zB. wahrgenommene Merkmale oder Kennzeichen) in der aktuellen Präsenz (Bewusstsein) als feste Persönlichkeit geglaubt werden. Das heisst, dass Bewusstheit namarupa als Bedingung oder "Nahrung" (āhāra) dient, im Augenblick des erneuten Daseins (Wiedergeburt). Bewusstsein darf hier nicht als Substanz verstanden werden (sh. M 38), sondern als eine der verschiedenen Phasen des geistigen Erlebens, welches vergeht und entsteht.


    Im Theravada:


    Themenabhängig findet man das Bewusstsein unter verschiedenen Synonymen wieder, zB. als "Herzgeist" (citta), als "Geist" (mano) und in spezifischen Kontexten: zB. bei den Daseinsgruppen, im "bedingten Entstehen" und unter "Nahrung" (āhāra), was zum erneuten Dasein einer Persönlichkeit (puggala) führen kann, s.o.


    Weisheit (panna) und "das Geistige" (nama) gehören nicht dazu. Nāma ist quasi eine übergeordnete Kategorie und fasst alle vier geistigen Daseinsgruppen (Gefühl, Wahrnehmung, Willensaktivität, Bewusstsein) zusammen.


    Im Mahayana:


    wird im Lankavatara-Sutra hingegen in acht Bewusstseinsarten unterschieden, dessen Kernaussage die Grundlage des Vijnanavada bildet. Die Unterteilung ist folgende: die fünf klassischen Sinnesbewusstseinsarten, als Sechstes das dualistisch, begriffliche Denken (mano-vijnana). Als Siebentes das irrtümliche Ich-Bewusstsein (manas/klista-mano-vijnana), auch als ādāna oder "festhalten am Bewusstsein" definiert und als Achtes das Speicherbewusstsein (alaya-vijnana). Dort werden die eigenen Erfahrungen und die karmischen Samen gespeichert.


    Theravada:

    Bewusstsein


    Mahayana:

    Vijnana – Wikipedia


    Vijñānavāda – Wikipedia


    Hinduismus:

    Vijnana – Yogawiki