Paramattha

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    ‘Im höchsten Sinne gültige Wahrheit' (Ding, Ausdrucksweise, Darlegung), sagt man zum Unterschiede von der bloß ‘konventionellen Wahrheit' (siehe vohāra-sacca)


    pk Paramattha

    Zitat

    ‘Im höchsten Sinne gültige Wahrheit' (Ding, Ausdrucksweise, Darlegung), sagt man zum Unterschiede von der bloß ‘konventionellen Wahrheit' (siehe vohāra-sacca).

    Der Buddha nämlich bediente sich bei Darlegung seiner Lehre bisweilen der zwecks gegenseitiger Verständigung im gewöhnlichen Verkehr gebräuchlichen ‘konventionellen Ausdrucksweise', bisweilen aber der der Wahrheit im höchsten Sinne entsprechenden philosophischen Ausdrucksweise.


    Im höchsten Sinne (paramattha) nämlich, so lehrt der Buddhismus, ist das sog. Dasein ein bloßer Prozess von beständig wechselnden körperlichen und geistigen Phänomenen, und weder innerhalb noch außerhalb dieses Werdeprozesses ist irgend eine beharrende Ich-Einheit oder Persönlichkeit anzutreffen. Wenn also in den Texten von einem Wesen, einer Person (puggala), einem Selbst oder gar von der Wiedergeburt eines Wesens die Rede ist, so ist das selbstverständlich nicht im absoluten und höchsten Sinne (paramattha) gesagt, sondern als bloße ‘konventionelle Ausdrucksweise' (vohāra-vacana) aufzufassen.


    Die einzigen, wenn auch nur jedes Mal bloß für einen Moment aufblitzenden und dann sofort wieder für immer verschwindenden Realitäten (paramattha-dhamma) sind eben die 5 Daseinsgruppen oder, in ihrer Dreiergruppierung, Bewußtsein, Geistesfaktoren und Körperlichkeit. Vgl. anattā.

    pk Paramattha


    Zur Kommentarliteratur:


    Sie werden auch als "letztendliche Wahrheiten" bezeichnet, und zwar in dem Sinne, dass sie immer die jeweils typischen Eigenschaften haben, zB. Vertrauen (saddhā) oder Aufgeregtheit (uddhacca).


    Die fünf Daseinsgruppen (Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewusstsein) sind in der Abhidhammasystematik in drei Kategorien eingeteilt:


    52 "geistige Eigenschaften" (bzw. "Faktoren" cetasika = 1 Gefühl, 1 Wahrnehmung und 50 Gestaltungen),

    die das Bewusstsein (citta) begleiten und

    die Körperlichkeitsgruppe (rūpa oder Sinnesgrundlagen "āyatana").


    Die "geistigen Eigenschaften" (cetasika) begleiten sozusagen das Bewusstsein (citta). Wobei das Bewusstsein hier nicht als wesentliche Substanz verstanden werden darf, sondern als eine qualitative Phase des geistigen Erlebens. Die meisten "geistigen Eigenschaften" sind in der ursprünglichen Gruppe der karmischen Willenstätigkeiten ("Gestaltungen", sh. sankhāra) enthalten. Entscheidend für die Einteilung dieser 50 geistigen Zustände sind ihre moralische Qualität (heilsam, unheilsam, neutral), die vom cetasika "Willen" (cetana) abhängt. Das Gefühl (vedana) und die Wahrnehmung (saññā) sind die letzten zwei cetasika. Das sind insgesamt 52. Es gibt auch Abhidhammasysteme mit einer anderen Anzahl.


    Anm.: zur Unterscheidung von "Dinge" (dhammā) und "Gestaltungen" (sankhāra) siehe den Eintrag "die drei Daseinsmerkmale".