Ayatana

  • Āyatana (nt.) [aus dem bud. Sk. Von ā + yam, vgl. āyata (ausgedehnt, ausgebreitet, lang), pl. ist āyatanā. Es gibt kein passendes deutsches Wort, das die Bedeutungsfelder angemessen abbilden könnte. Im Deutschen wird es aber meistens als "Grundlage" bezeichnet und bezieht sich auf die Sinneswahrnehmung, dh. die "Sinnesorgane und dessen Objekte".


    PTS āyatana

    Āyatana (nt.) [aus dem bud. Sk. Von ā + yam, vgl. āyata (ausgedehnt, ausgebreitet, lang), pl. ist āyatanā] Es gibt kein passendes deutsches Wort, das die Bedeutungsfelder angemessen abbilden könnte. Im Deutschen bezieht es sich aber meistens auf die Sinneswahrnehmung und dessen Objekte (sh. 3.). Die wichtigsten Bedeutungen sind:


    1. Ausdehnung, Ereignis, Bereich, Sphäre, Ort, zB. araññāyatana "ein einsamer Ort", "ein Ort im Wald"; arūpāyatana "die vier unkörperlichen Gebiete/Sphären" (sh. jhāna), usw.


    2. Anstrengung, Ausführung, Praxis, Handlung, zB. Anāyatana "Nicht-Anstrengung, Lustlosigkeit, Trägheit", titthāyatana "Untätigkeit".


    3. Bereich der Wahrnehmung oder der Sinne im Allgemeinen; auch Beziehung oder Ordnung. Diese Āyatanāni (pl. Beziehungen, Funktionen, Wechselseitigkeiten) sind in zwei Gruppen unterteilt, innere (ajjhattikāni) und äußere (bāhirāni):


    (a) ajjhatt-āyatāni (innere): 1. Auge (cakkhu), 2. Ohr (sota), 3. Nase (ghāna), 4. Zunge (jivhā), 5. Körper (kāya), 6. Geist (mano);

    (b) bāh-āyatāni (äussere): 1. Sichtbares (rūpa) 2. Hörbares (sadda), 3. Riechbares (gandha), 4. Schmeckbares (rasa), 5. Berührbares (phoṭṭhabba), 6. Denkbares (dhammā).


    Wenn also von "innen und aussen" gesprochen wird, dann bezieht es sich für gewöhnlich darauf.


    4. Buddhaghosas Definition von āyatana als sañjāti (Geburt, Ursprung, Resultat, Ergebnis) und als kāraṇa (Handlung, Handlung als Ursache) und deren gegenseitige Veranlassung und Konditionierung wird in der Bedeutung von āyatana in etwa abgedeckt.


    PTS āyatana

    Zitat

    Das 'Sehorgan' (cakkhu) ist das, was sieht (cakkhati), d.h. das, was sich an dem Sehobjekte weidet und es deutlich macht. Das 'Sehobjekt' (rūpa) ist das, was sich anschaulich zeigt (rūpayati), d.h. das, was durch Annehmen der verschiedenen Farben zeigt, daß es in das Bewußtsein (citta, Herz) eingetreten ist [...]


    Alle jene Dinge wie Bewußtsein und Geistesfaktoren nämlich haben ihren Sitz in den Sinnenorganen und Objekten; weil sie daher in Abhängigkeit davon bestehen, bilden die Sinnenorgane und Objekte ihre 'Wohnstätte'. [...] Auch ihren 'Geburtsort' bilden die Sinnenorgane und Objekte, da sie eben, diese zur Stütze und zum Objekt nehmend, dortselbst zur Entstehung kommen. Als Bedingung des Bewußtseins und der geistigen Dinge gelten die Sinnenorgane und Objekte, weil jene Dinge ohne die Sinnenorgane und Objekte nicht entstehen können. Die Sinnenorgane und Objekte bezeichnet man daher aus diesen Gründen als 'āyatanas', sei es im Sinne von Wohnstätte, Fundgrube, Versammlungsort, Geburtsort oder Bedingung. Demnach gilt nach gegebener Erklärung das Sehorgan als das 'āyatana' 'Sehorgan' [...] das Geistobjekt als das 'āyatana' 'Geistobjekt'.


    [...] Als 'Bedingung' (kārana) gilt āyatana in solchen Aussprüchen wie (A. III. 99): "Eben darin erreicht er jedesmal die Fähigkeit des Verwirklichens, sobald die 'Grundlage' da ist."

    Visuddhi Magga XV


    Suttensammlung über āyatana: SN 35 Salāyatana-Samyutta ('sal' heisst 'sechs', auch 'chatthâyatana').