Tanha

  • Taņhā heisst 'Dürre' oder 'Durst', im übertragenem Sinn: 'Verlangen', 'im Fieber der unerfüllten Sehnsucht', Hunger nach 'Nahrung' (sh. āhāra). Es ist das Gegenteil von 'Frieden im Geist' (upekkhā, santi). In seiner wörtlichen Bedeutung heisst es 'gequält von Hunger und Durst', in seiner sekundären Bedeutung ist es ein Geisteszustand, der zum Wiederwerden führt.


    PTS tanhā

    Taņhā heisst 'Dürre' oder 'Durst', im übertragenem Sinn: 'Verlangen', 'im Fieber der unerfüllten Sehnsucht', Hunger nach 'Nahrung' (sh. āhāra). Es ist das Gegenteil von 'Frieden im Geist' (upekkhā, santi). In seiner wörtlichen Bedeutung heisst es 'gequält von Hunger und Durst', in seiner sekundären Bedeutung ist es ein Geisteszustand, der zum Wiederwerden führt.


    PTS tanhā


    Wie es dazu kommt und seine Rolle im bedingten Entstehen:


    man sieht was, zB. ein Törtchen (Sinnesgrundlagen), findet es gut (Gefühl 'vedanā'), hat plötzlich so ein Verlangen (Hunger 'tanhā') und möchte das unbedingt haben (aneignen und festhalten, bzw. anhaften 'upādāna'). Nicht weil man tatsächlich Hunger hat, eig. ist man schon satt und es passt nichts mehr rein, aber es sieht so lecker aus und man muss das unbedingt noch essen, auch wenn kein Platz mehr ist. Dieses individuelle Verhalten mit dem Verlangen und der Unwissenheit ist dann das Werden (sh. bhava).


    Das macht auch deutlich wieso es drei Formen dieses Verlangens gibt, undzwar nach Sinnlichem (kāma), nach Dasein (bhava) oder der Wunsch nicht zu sein (im Sinne der Selbstvernichtung, vibhava). Eine weitere dreifache Einteilung von tanha ist, Verlangen nach Sinnlichem (kāma-tanhā), Formhaften (rūpa-t.) und Formlosen (arūpa-t.).



    Darum ist die Quelle des Leidens das Verlangen, dh. für die Unzulänglichkeit (die früher oder später) aus solchem Verlangen entsteht. Dieses Verlangen soll durch den edlen achtfachen Weg aufgehoben werden, weil es ohne Stillung dieses Verlangens keine Befreiung von Gier, Hass und Unwissenheit gibt (nibbāna). Es ist nicht die einzige Bedingung, die zur Wiedergeburt führt, aber eines der Wurzeln (hetu) und darum wird es als Ursprung von Dukkha bezeichnet und findet sich in verschiedenen Kombinationen wieder, mit: Gier (gedha), Ansicht (ditthi), usw. weil es an die Fesseln (samyojana) des Samsaras bindet, die erst von einem vollkommen Erwachten überwunden sind.