Mano

  • Mano bedeutet "Geist", "Bewusstsein", "Gedanken" oder "Denken". Es stellt oft die intellektuelle Funktion des Bewusstseins da.

    Mano bedeutet "Geist", "Bewusstsein", "Gedanken" oder "Denken". Es stellt oft die intellektuelle Funktion des Bewusstseins da. Es gibt drei besonders häufige Begriffe für "Bewusstsein" oder "Geist":


    citta, mano und viññāna. Citta wird oft mit "Herz" übersetzt (dh. eher psychophysisch), während "viññāna" eher dem Sinnesbereich zugeordnet wird, bzw. dessen "Wahrnehmen" repräsentiert (dh. die Reaktion auf die Sinnesreize). Mano nimmt speziell die geistigen Objekte wahr (mentale Objekte oder Geisteszustände), bzw. das Erkennbare (dhamma). Darum heisst das sechste Sinnesbewusstsein "mano-viññāna" (Geistesbewusstsein). In seiner Funktion eines "Gemeinsinns" nimmt er die "Welt" (loka) bzw. die Welt der Dinge (pl. dhammā) wahr und deren Ordnung oder Gesetz (dhamma). Er ist auch für die Abstrahierungen zuständig, für die Gedanken, Koordinierung, Vorstellungen, Ideen, Philosophien, Wahrheiten und für dessen Erkennen ('anubodhi' erwachen, wahrnehmen, erkennen).


    Mano ist das Gegenstück zu dhammā, dem Subjektiven, dh. "dhamma" i.d.S. ist der Verstand oder die Gesetzmäßigkeit des Universums, der kosmischen Ordnung, der Naturgesetze. Es kann sogar ganz allgemein als die "empirische Welt" angesehen werden, als die Welt der "Dinge" (auch Vatthu), der Phänomene überhaupt ohne Spezifizierung bzgl. Klang, Sehen, usw.


    Die Unterscheidung zwischen mano und manas:


    Dhamma als Gegenstück zu mano ist eher eine abstrakte pluralistische Repräsentation der Welt, dh. die Phänomene als solche mit einer gewissen inhärenten Rationalität.


    Manas ist der Empfänger dieser Phänomene in ihrer abstrakten Bedeutung, sozusagen der abstrakte Sinn.


    Natürlich muss man um manas zu erklären auf Materialitäten zurückgreifen und so kommt es, dass der Begriff vijānāti (erkennen, wissen), der für manas verwendet wird, auch für die anderen 5 Sinne der Berührung (phassa) verwendet wird. Man könnte sagen dass der Geist (mano) das Wahrnehmen ist und manas der Sinn (als verfeinerter Tastsinn) und dhamma die "Sensilibität" der Objekte oder anders gesagt der "erkennbaren Objekte". (sh. auch namakaya und phassa)


    In der buddhistischen psychologischen Logik:


    wird der Begriff mano oft durch Zusatz der Begriffe (man-)āyatana, (man-)indriya und (mano-)dhātu verwendet, die praktisch alle gleich sind. Mano als āyatana (oder indriya) hat eine Kontrollfunktion über die anderen 5 (einfacheren) Sinne.


    Mano und citta:


    Sie sind in ihrer Bedeutung fast gleich, aber citta (das Herz) ist etwas substanzieller als mano (das Denken). Das heisst denken ist subtiler und feiner in der Wahrnehmung als die Gefühle. Allgemein ist es aber fast gleichbedeutend und wird auch teils synonym verwendet zB. kāyena vācāya manasā und kāyena vācāya cetasā "mit Körper, Sprache und Gedanken (dh. Absicht)". Beide sind zB. in ihrem Zustand durch Unsicherheit und Angst beeinflusst. Ein Beispiel für die synonyme Verwendung: yathā-manena "von seinem Herzen", dh. willentlich, aufrichtig.


    Weitere Begriffe:


    Manasi-karoti "mit dem Geist aufmerksam fixieren, zu beachten, zu beherzigen, nachzudenken, zu erkennen".


    Manasikāra "Aufmerksamkeit, Nachdenken, (fester) Gedanke", zB. sammā manasikāram anvāya "durch sorgfältiges Nachdenken". Manchmal auch im Deutschen mit "Erwägung" übersetzt.


    PTS Mano & Mana(s)

    PTS Dhamma