Chan

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    Das Wort Chán (Dhyāna; Meditation, Versenkung, chin. Chán'nǎ) wurde aus dem Sanskrit ins Chinesische übertragen. Der Chan-Meditationsbuddhismus ist eine von Bodhidharma (jap. Daruma) um 500 n. Ch. gegründete Meditationsschule des Mahāyāna - Buddhismus mit daoistischen Einflüssen. Er war besonders im Gebiet von Dunhuang verbreitet. Jahrhunderte später verbreitete er sich in Japan als Zen.

    Chan - Spiritwiki

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    Das Wort Chán (Dhyāna; Meditation, Versenkung, chin. Chán'nǎ) wurde aus dem Sanskrit ins Chinesische übertragen. Der Chan-Meditationsbuddhismus ist eine von Bodhidharma (jap. Daruma) um 500 n. Ch. gegründete Meditationsschule des Mahāyāna - Buddhismus mit daoistischen Einflüssen. Er war besonders im Gebiet von Dunhuang verbreitet. Jahrhunderte später verbreitete er sich in Japan als Zen.

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    Ein Überblick der historischen Entwicklung des Chan/Zen in China und wichtige Vertreter, in vier Zeitabschnitte:


    Erste Periode (6. bis 7. Jdht.)


    Traditionell gibt es im Zen einen symbolischen Stammbaum, wonach das Dharma "von Herz zu Herz" übertragen wird. Die Übertragungslinie ist wie ein Familienstammbaum, der bis zu Kassapa zurückgeht [2]. Er wird auch im Palikanon erwähnt und lebte zu Buddhas Zeiten als einer seiner Hauptschüler. In der Übertragungslinie stehen auch Nagarjuna und Vasubandhu. Laut Legenden fand die Etablierung oder Gründung des Chans aber durch Bodhidharma statt.

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    Begründet wurde der Chan-Buddhismus der Legende nach durch Bodhidharma zwischen 480 und 520 nach Christus. Er soll sich ganz auf die Meditation gestützt und jede schriftliche Überlieferung abgelehnt haben. Jedoch wird auch berichtet, er sei ein Anhänger des Lankavatara-Sutra, das die innere Erleuchtung betont, gewesen. Dementsprechend fand im Chan die Übermittlung der Lehre nicht mit Hilfe von Schriften, sondern von Meister zu Schüler und „von Herz zu Herz“ statt, obwohl es einige Textsammlungen von Chanmeistern gab und auch das Prajnaparamita-, das Lankavatara- und das Nirvana-Sutra eine Rolle spielten. Den größten Stellenwert hatte jedoch immer das Diamant-Sutra.[...]


    In der Frühgeschichte des Chan ragt ein bedeutendes Ereignis hervor, die Trennung in eine Nordschule und eine Südschule. Die Nordschule begriff Erleuchtung als einen allmählichen Prozess, der durch beständiges Üben der Meditation zu verwirklichen sei, während die Südschule betonte, dass Erleuchtung ein plötzliches Moment sei. Im Verlaufe der Geschichte setzte sich die Südschule des Huineng (638–713) durch. Alle heute noch existierenden Schulen gehen auf Huineng als sechsten Patriarchen zurück. Auch heutzutage ist Satori daher immer noch als plötzliches Erwachen zur Wirklichkeit definiert. Die Blütezeit des Chan in China war während der Tang- und Song-Dynastie, als wichtige Spruchsammlungen und Werke in Dialogform entstanden und auch die chinesische Kultur und Kunst beeinflusst wurden. Eine bedeutende Gestalt ist hier der Dichter Wang Wei, aber auch der Theoretiker Zongmi.


    In der Chan-Bewegung nach Huineng ragen während der Tang-Zeit Mazu Daoyi (jap. Baso Dōitsu), Baizhang Huaihai (jap. Hyakujō Ekai), Huangbo Xiyun (jap. Obaku Kiun) und Linji Yixuan (jap. Rinzai Gigen) heraus. Sie stellen das Chan der Patriarchen dar, jener historisch nicht verbürgten Überlieferungslinie, die mit Buddha begonnen haben soll. Sie betonen die Überlieferung außerhalb der schriftlichen Werke und den Weg der plötzlichen Erleuchtung, um die eigene Buddha-Natur zu erfahren.

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    Zweite Periode (7. bis 10. Jdht.)

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    Während der Tang-Zeit hatten sich fünf Schulen des Chan herausgebildet, die sogenannten „Fünf Häuser“. Diese umfassten das Guiyang-Haus (潙仰 / 沩仰, Wéiyǎng; jap. Igyō), das Linji-Haus (臨濟 / 临济, Línjì; jap. Rinzai), das Caodong-Haus (曹洞,Caódòng; jap. Sōtō) sowie die Häuser Yunmen (雲門 / 云门, Yúnmén; jap. Ummon) und Fayan (法眼, Fǎyǎn; jap. Hōgen). Während der nördlichen Song dominierten die Linji- und Yunmen-Schule, die Caodong-Schule gewann während der südlichen Song an Einfluss. Der Caodong-Mönch Hongzhi Zhengjue betonte das Sitzen in Meditation als Hauptpraxis, was als „Chan der schweigenden Erleuchtung“ bezeichnet wird. Dahui Zonggao, ein Mönch der Linji-Schule, griff diese Lehrmeinung scharf an und stellte ihr das „Chan des Sehens auf den Gong’an“ konzeptuell gegenüber, da seiner Meinung nach nur durch die Koan-Übung die Erleuchtung erlangt werden könne.

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    Dritte Periode (10. bis 13. Jhdt.)

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    Die Spuren der Caodong-Schule in China verlieren sich zum Ende der Song-Zeit. Allerdings war 1223 der japanische Mönch Dōgen Kigen auf einer Chinareise beim Patriarchen einer Caodong-Nebenlinie mit dem Gedankengut der Schule in Berührung gekommen. Die von ihm 1227 bei seiner Rückkehr nach Japan begründete Schule wird daher auch Sōtō-Zen bezeichnet, wenngleich Dōgen über seinen Lehrmeister Myōzen zugleich in der Rinzai-Tradition steht. Bereits 1191 hatte der Mönch Myōan Eisai die Lehre der Linji-Schule nach Japan überbracht und dort als Rinzai-Zen etabliert. Die beiden Schulen bewahrten in Japan ihre Eigenständigkeit und sind bis heute die Hauptvertreter des japanischen Zen-Buddhismus. Die Rinzai-Schule legt dabei nach wie vor ihr Hauptaugenmerk auf die Kōan-Übung, während die Sōtō-Schule das Sitzen in Meditation (Zazen) betont und so die Caodong-Tradition außerhalb des chinesischen Mutterlandes fortführt.

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    Ende der dritten Periode bis Heute

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    Die übrigen Schulen des chinesischen Chan, Guiyang, Yunmen und Fayan, gingen spätestens bis zum Ende der Song-Dynastie in der Linji-Schule auf, die in dieser Zeit zur dominierenden chinesischen Schule wurde und die beiden Hauptlinien Yangqi (楊岐 / 杨岐, Yángqí; jap. Yōgi) und Huanglong (黃龍 / 黄龙, Huánglóng; jap. Ōryō) herausbildete. Während der Ming- und Qing-Dynastie wurde chinesische Chan der Linji-Schule zunehmend synkretistisch. Es kam zu Vermischungen mit anderen buddhistischen Strömungen wie der Schule des Reinen Landes. So fanden etwa das Nianfo, also das namentliche Anrufen des Buddha Amitabha, oder tantrische Praktiken Eingang in den Chan-Buddhismus. Auch gewann die Sutrenrezitation zunehmend an Bedeutung, was eine gewisse Relativierung der besonderen außerschriftlichen Überlieferung des Chan bedeutete. 1654 begründete der chinesische Chan-Mönch Yinyuan Longqi in der Absicht, zeitgenössisches chinesisches Chan der Ming-Dynastie nach Japan zu bringen, die Ōbaku-Schule als dritte Schule des japanischen Zen-Buddhismus. Dabei zeigte sich in den Spannungen mit der japanischen Rinzai-Schule, dass diese seit der Verpflanzung des Zen nach Japan eine vom chinesischen Chan unabhängige Entwicklung vollzogen hatte.


    Im frühen 20. Jahrhundert wurde der chinesische Buddhismus und die Chan-Lehre durch Hsu Yun wiederbelebt, der sein Augenmerk auch auf die untergegangenen Chan-Richtungen richtete.

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    [1]Chan - Spiritwiki

    [2]Liste_buddhistischer_Patriarchen - Wikipedia

    [3]Chan - Wikipedia