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Unwissenheit

  • Helmut
  • 28. Juni 2018 um 15:33
  • Zum letzten Beitrag
  • Helmut
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    • 28. Juni 2018 um 15:33
    • #1

    Hallo miteinander,

    die Unwissenheit ist das erste der zwölf Glieder des abhängigen Entstehens und somit die Wurzel des Samsara. Was ist genau mit diesem Glied der Unwissenheit im Kontext der zwölf Glieder gemeint? Ist sie ein Nicht-Wissen in dem Sinne, dass man etwas nicht weiß oder ist sie ein getäuschtes Wissen?

    Gruß Helmut

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    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Lucky Luke
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    • 28. Juni 2018 um 16:10
    • #2

    Für mich ist es eher ein getäuschtes Wissen. Man geht fälschlicherweise davon aus, völlig unabhängig und auf ewig zu existieren. Dabei ist unsere Existenz alles andere wie unabhängig und ewig, Leerheit wird auf diese Weise ignoriert und das Leiden beginnt.

  • Helmut
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    • 28. Juni 2018 um 16:33
    • #3

    Hallo Sherab Yönten und ihr anderen,

    im wesentlichen habe ich es bisher auch so gesehen. Aber wie ist das mit SN 12.2 Vers 15 in Übereinstimmung zu bringen, denn dort heißt es:

    "Was aber, ihr Bhikkhus, ist Nichtwissen? Die Unkenntnis, ihr Bhikkhus, vom Leiden, die Unkenntnis von der Entstehung des Leidens, die Unkenntnis von der Aufhebung des Leidens, die Unkenntnis von dem Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt: das, ihr Bhikkhus, heißt Nichtwissen."

    Gruß Helmut

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    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Alephant
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    • 28. Juni 2018 um 17:58
    • #4

    Hallo Helmut.

    Ich finde zum ergänzenden Verständnis den im Englischen verwendeten Begriff "ignorance" gut. Hier wird in meinen Augen der Aspekt des NichtGewahrseins (eines eigentlichen jeweiligen Verhältnisses) stärker betont. Man kann mitHilfe dieses Begriffes eher eine "Fesselung" sehen, finde ich.

    "NichtWissen" kann man in meinen Augen auch als eine spezifische und natürlich bedingte unheilsame Auffassung begreifen. Zum Beispiel die Auffassung, dass ein bestimmtes Gefühl, was man gerade erlebt durch einen anderen bewirkt ist.

    Es handelt sich in meinen Augen um eine grundsätzliche Frage die du stellst. Das liegt auch daran, dass wir hier kulturell bedingt eine ganz andere Auffassung/Vorstellung von Wissen und damit auch von NichtWissen haben.

    Vielleicht ist eine Näherung im Sinne des Verständnis von der "anderen Seite" her möglich: panna

    VIS.14. Daseinsgruppen

    (ich hab selber nur kurz reingeschaut eben, wirkt aber gut. Habe aber iwo was Bündigeres dazu gelesen.)

    Meiner Ansicht nach drückt der Begriff NichtWissen beide von dir im Eingangspost genannten Aspekte aus. Oder anders: eigentlich meinen beide Begriffe dasselbe ("getäuschtes Wissen"/Verblendung und NichtWissen/Verblendung).


    :sunny:

    Einmal editiert, zuletzt von Alephant (28. Juni 2018 um 18:05)

  • Alephant
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    • 28. Juni 2018 um 18:18
    • #5

    Wenn wir im Westen vor dem Hintergrund unserer Wissenschaftsgeschichte von "Wissen" sprechen, meinen wir meist etwas Aufzeichenbares/Festes und darum der Allgemeinheit jederzeit Zugängliches. Der WissensBegriff und NichtWissensbegriff ist im PK auf ein (individuelles) Gewahrsein oder nicht Gewahrsein der Wirklichkeit als dem dharmaGesetz unterliegend bezogen.

    Hier sollte man in meinen Augen aber auch wieder den Begriff "Gewahrsein" nicht allzueng ziehen. Es könnte dann so aussehen, als würde sich NichtWissen lediglich im Denken äussern.


    :sunny:

  • mukti
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    • 28. Juni 2018 um 18:37
    • #6
    Helmut:

    Hallo miteinander,

    die Unwissenheit ist das erste der zwölf Glieder des abhängigen Entstehens und somit die Wurzel des Samsara. Was ist genau mit diesem Glied der Unwissenheit im Kontext der zwölf Glieder gemeint? Ist sie ein Nicht-Wissen in dem Sinne, dass man etwas nicht weiß oder ist sie ein getäuschtes Wissen?

    Gruß Helmut

    Aus dem Wörterbuch von Nyanatiloka:

    Zitat

    Unwissenheit (avijjā) ist es, die den Wesen das Dasein als etwas Unvergängliches, Glückbringendes, Persönliches und Liebliches (nicca, sukha, attā, subha) vortäuscht und sie nicht erkennen läßt, daß doch alles in Wirklichkeit etwas Vergängliches, Elendes, Unpersönliches und Unreines (anicca, dukkha, anattā, asubha) ist.
    Vgl. vipallāsa, tilakkhana.

    Da avijjā die Grundlage alles Begehrens und Hassens, alles Übels und Leidens ist, darum wird sie in der Formel von der 'Bedingten Entstehung' (siehe paticcasamuppāda) als Erstes genannt; und da sie, wenn auch nur in ganz feinem Grade, noch bis zur Erreichung der Arahatschaft (vollkommenen Heiligkeit) besteht, darum wird sie unter den an das Dasein kettenden 10 Fesseln (siehe samyojana) als letzte genannt.

    Mit Metta, mukti.


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    • 28. Juni 2018 um 19:01
    • #7
    Helmut:

    "Was aber, ihr Bhikkhus, ist Nichtwissen? Die Unkenntnis, ihr Bhikkhus, vom Leiden, die Unkenntnis von der Entstehung des Leidens, die Unkenntnis von der Aufhebung des Leidens, die Unkenntnis von dem Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt: das, ihr Bhikkhus, heißt Nichtwissen."

    Darunter habe ich bisher immer Unwissenheit über die Lehre des Buddha, Unwissenheit über die vier edlen Wahrheiten verstanden. Also, einfacher als man denkt? :)

  • Turmalin 1
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    • 28. Juni 2018 um 19:06
    • #8
    Helmut:

    Hallo Sherab Yönten und ihr anderen,

    im wesentlichen habe ich es bisher auch so gesehen. Aber wie ist das mit SN 12.2 Vers 15 in Übereinstimmung zu bringen, denn dort heißt es:

    "Was aber, ihr Bhikkhus, ist Nichtwissen? Die Unkenntnis, ihr Bhikkhus, vom Leiden, die Unkenntnis von der Entstehung des Leidens, die Unkenntnis von der Aufhebung des Leidens, die Unkenntnis von dem Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt: das, ihr Bhikkhus, heißt Nichtwissen."

    Gruß Helmut

    ich verstehe das sowieso nicht, ich dachte die Unwissenheit heißt das nicht-Erkennen der Leerheit. Aber hier spricht er ja von dem Nicht-Wissen betreffend der vier edlen Wahrheiten. Gibt es vielleicht unterschiedliche Stellen?

  • mukti
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    • 28. Juni 2018 um 19:25
    • #9

    Naja die Leerheit lässt sich wohl erst erkennen wenn die vier edlen Wahrheiten erkannt sind, das hängt ja alles zusammen.

    Mit Metta, mukti.


  • U123N
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    • 28. Juni 2018 um 19:59
    • #10

    Die zwölfgliedrige Kette, bei der das Nachfolgende immer abhängig vom Vorhergehenden entsteht, hier in ihrer einfachsten und häufigsten Form:

    1. Nichtwissen, Unwissen, Ignoranz (skt. avidyā, pi. avijjā). Bezieht sich auf die Unwissenheit von den Vier Edlen Wahrheiten und des unpersönlichen Vorgangs der Bedingten Entstehung. Daraus entstehen
    2. Bildungen/Gestaltungen/Formationen/Vorbereitung, Tatabsicht (skt. sanskāra, pi. sankhāra). Zusammen mit dem Nichtwissen (avidya) Erzeuger des Karma. Die Gestaltungen werden auch karmische Formationskräfte genannt. Sie können heilsam (skt. kuśala, pi. kusala), nicht heilsam (skt. akuśala, pi. akusala) oder weder-heilsam-noch-nicht-heilsam sein. Der Sanskāra bildet die Grundlage für das
    3. Bewusstsein (skt. vijñāna, pi. viññana), welches das Potential für eine erneute Identifikation birgt.
    4. Geistigkeit und Körperlichkeit (skt., pi. nāmarūpa) sind alles, was das Geistige und Körperliche eines Neugeborenen bildet. Geist und Körper entstehen bedingt zusammen.
    5. Sechs Sinnestore,(skt. sadāyatana, pi. salāyatana), das sind Augen (Sehen), Ohren (Hören), Nase (Riechen), Zunge (Schmecken), Körper (Tasten) und Geist (Denken).
    6. Kontakt (skt. sparśa, pi. phassa). Abhängig vom Sinnesorgan/Geist und Sinnesobjekten/Geistobjekten entsteht Objektbewusstsein, das Zusammentreffen der drei ist Kontakt. Bsp.: Auge + Form&Farbe + Augen-Bewusstsein=Augen-Kontakt. Durch Kontakt entsteht
    7. Empfindung (skt., pi. vedanā). Drei Arten von Empfindung: 1. angenehm, 2. unangenehm, 3. weder-angenehm-noch-unangenehm. Aus der Empfindung entsteht
    8. Begehren, Verlangen (skt. tṛṣṇā/tarśa, pi. tanhā). Es ist das Verlangen nach Sein, nach Werden, nach Identifikation; der 'Ich-will-' oder 'Ich-will-nicht'-Geist. Aufgrund des Verlangens entsteht
    9. Anhaften, Denken, Ergreifen, Identifizieren (skt., pi. upādāna). Die Geschichte des 'Warum' des Begehrens, des ausprägenden Bewusstseins von "Ich und Mein", sämtlichen Gedanken, Ideen, Konzepten und Vorstellungen. Dies führt zu den
    10. Werdeprozess / gewohnheitsmäßige Tendenzen (skt., pi. bhava), sowohl karmische Handlungen (kamma-bhava) als auch deren Wirkungen (upapatti-bhava) - häufig mit '(Da-)Sein' übersetzt. Ein persönliches 'Archiv' gewohnheitsmäßiger Re-Aktionen. Diese führen zur
    11. Geburt (skt., pi. jāti) einer Handlung. Diese kann gedanklich, verbal oder körperlich sein. Oder: Geburt in einer neuen Existenz (Wiedergeburt) . Aufgrund von Geburt gibt es
    12. Alter und Tod, Schmerz und Klagen, Leid, Betrübnis und Verzweiflung (skt. jarāmaranaśokaparidevaduḥkhadaurmanasyopāyāsāḥ, pi. jarāmāranaṃ sokaparidevadukkhadomanassupāyāsā).


    Das Erkennen der Leerheit ist meiner Meinung nach eine geistige Leistung, die erst durch die Kenntnis der edlen vier Wahrheiten möglich ist. Für uns vielleicht einfach, ist es doch für "Unwissende" in diesem Sinn kaum nachvollziehbar.

  • Max Schenzle
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    • 28. Juni 2018 um 20:51
    • #11

    Hi,

    da gibt es einen schönen Ausdruck dazu und der nennt sich:Nichtwissenswahn.

    Die meisten Menschen leben ohne umfangreiche Kenntnisse und Kultur.

    Von dem, was die buddh. Lehre als Wissen anbieten kann, sind sie sehr weit entfernt.

    Irgend etwas in mir, sagte, dass ich die ursprünglishcste buddh. Literatur anschaffen soll.

    So habe ich mein Nichtwissen beseitigt.

  • Alephant
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    • 29. Juni 2018 um 00:40
    • #12
    Turmalin:
    Helmut:

    Hallo Sherab Yönten und ihr anderen,

    im wesentlichen habe ich es bisher auch so gesehen. Aber wie ist das mit SN 12.2 Vers 15 in Übereinstimmung zu bringen, denn dort heißt es:

    "Was aber, ihr Bhikkhus, ist Nichtwissen? Die Unkenntnis, ihr Bhikkhus, vom Leiden, die Unkenntnis von der Entstehung des Leidens, die Unkenntnis von der Aufhebung des Leidens, die Unkenntnis von dem Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt: das, ihr Bhikkhus, heißt Nichtwissen."

    Gruß Helmut

    ich verstehe das sowieso nicht, ich dachte die Unwissenheit heißt das nicht-Erkennen der Leerheit. Aber hier spricht er ja von dem Nicht-Wissen betreffend der vier edlen Wahrheiten. Gibt es vielleicht unterschiedliche Stellen?

    mukti:

    Naja die Leerheit lässt sich wohl erst erkennen wenn die vier edlen Wahrheiten erkannt sind, das hängt ja alles zusammen.

    So wie ich das weiß, gibt es bei dem Buddha den Begriff "Leerheit" eigentlich gar nicht. Es gibt eine Sutte, da benutzt er den Begriff:

    m121z.html

    Hier geht es aber eher um eine Beschreibung meditativer Praxis. Und nicht um eine GesamtErkenntnis oder eine Hellsicht die GesamtWirklichkeit betreffend. Sehe ich jedenfalls so ...

    Ansonsten spricht er, glaube ich, höchstens davon, dass etwas "leer von Ich/ von Selbst" wäre.

    Ich habe ein wenig gesucht und folgenden allgemeineren Ausspruch Buddhas gefunden:


    [lz]

    Nur leere Dhammas rollen hin. Das ist der Lehre tiefer Sinn.[/lz]


    :moon:

    2 Mal editiert, zuletzt von Alephant (29. Juni 2018 um 01:30)

  • Noreply
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    • 29. Juni 2018 um 00:52
    • #13
    Helmut:

    Hallo miteinander,

    die Unwissenheit ist das erste der zwölf Glieder des abhängigen Entstehens und somit die Wurzel des Samsara. Was ist genau mit diesem Glied der Unwissenheit im Kontext der zwölf Glieder gemeint? Ist sie ein Nicht-Wissen in dem Sinne, dass man etwas nicht weiß oder ist sie ein getäuschtes Wissen?

    Gruß Helmut

    Es ist ein Nicht-Wissen in dem Sinn das keiner es wissen kann und es ist ein getäuschtes Nicht-Wissen denn es gibt tasächlich Ein Nicht-Wissen wollen.

    Beide Arten beziehen sich auf eine Wahrheit. Alles ist unpersönlich. Da es keine Persönlichkeit gibt kann es auch keine Bezeichnungen gleich welcher Art geben die das Nicht Person sein beschreibt, darum kann ich nicht wissen: Ich weiß es nicht! Da es keine Worte gibt kommt es zu dem gewollten Unwissen das ein Ich da ist und nicht bezweifelt wird und wenn dann wird dieser Zweifel großzügig verblendet damit sich das Ego schützen kann.

    Ich weiß es nicht! ist ein witziger Satz. Da sagt ein Ich das es nicht weiß was ein Ich ist das sagt das es nicht weiß.

  • jianwang
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    • 29. Juni 2018 um 06:22
    • #14
    minestrone:
    Helmut:

    "Was aber, ihr Bhikkhus, ist Nichtwissen? Die Unkenntnis, ihr Bhikkhus, vom Leiden, die Unkenntnis von der Entstehung des Leidens, die Unkenntnis von der Aufhebung des Leidens, die Unkenntnis von dem Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt: das, ihr Bhikkhus, heißt Nichtwissen."

    Darunter habe ich bisher immer Unwissenheit über die Lehre des Buddha, Unwissenheit über die vier edlen Wahrheiten verstanden. Also, einfacher als man denkt? :)

    seit wann sind die vier edlen Wahrheiten einfach ?

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • jianwang
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    • 29. Juni 2018 um 06:26
    • #15

    Ihr diskutiert hier über die semantischen und fast auch die inhaltlichen Aspekte der unwissenheit.

    Wie verändert ihr dies ?

    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • mukti
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    • 29. Juni 2018 um 11:33
    • #16
    pops:
    mukti:

    Naja die Leerheit lässt sich wohl erst erkennen wenn die vier edlen Wahrheiten erkannt sind, das hängt ja alles zusammen.

    So wie ich das weiß, gibt es bei dem Buddha den Begriff "Leerheit" eigentlich gar nicht. Es gibt eine Sutte, da benutzt er den Begriff:

    m121z.html

    Hier geht es aber eher um eine Beschreibung meditativer Praxis. Und nicht um eine GesamtErkenntnis oder eine Hellsicht die GesamtWirklichkeit betreffend. Sehe ich jedenfalls so ...

    Ansonsten spricht er, glaube ich, höchstens davon, dass etwas "leer von Ich/ von Selbst" wäre.

    Ich habe ein wenig gesucht und folgenden allgemeineren Ausspruch Buddhas gefunden:

    [lz]

    Nur leere Dhammas rollen hin. Das ist der Lehre tiefer Sinn.

    [/lz]

    :moon:

    Alles anzeigen

    Oder hier in S.35.84-85:

    Zitat

    " 'Leer, ist die Welt, leer ist die Welt', o Herr, sagt man. Inwiefern aber wird gesagt, die Welt sei leer?"

    "Was da, Anando, leer von Ich und zum Ich Gehörigen ist, zu dem, Anando, wird gesagt: 'Leer ist die Welt'. Was aber ist leer von Ich oder zum Ich Gehörigen? Die 6 Innen- und Außengebiete, die 6 Arten des Bewußtseins, die 6 Berührungen, die 18 Gefühle. Das ist leer von Ich und zum Ich Gehörigen".

    Unwissenheit (avijjā) ist also, ganz kurz gesagt, die Identifikation mit Körper/Geist. Sie lässt sich durchschauen und damit auflösen mittels des achtfachen Pfades, der die vierte edle Wahrheit ist und zu dem auch Meditation gehört. Das hängt eben alles zusammen soweit ich das sehe.

    Mit Metta, mukti.


  • Noreply
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    • 29. Juni 2018 um 11:45
    • #17

    Mittels des achtfachen Weges werden die drei übrigen Wahrheiten durchschaut. Denn auch der Achtfache ist Leiden, Veränderlich durch abhängige Bedingungen und OhnPersönlich. Der Achtfache ist das Floß zum Nibanna und wenn es mitten im Fluss verlassen da liegt ist es die Basis des ich sein um zu den Ufern des Satori zu kommen. Damit das Leben weiter geführt werden kann im Zusammensein mit Menschen. Ein Mal in den Fluss gegangen, wenn auch mit Sicherungsleine, bleibt dauerhaft das im Fluss gewesen sein und wird später mit einiger Übung dauerhaft im Fluss sein auch wenn man an Land herumgeht, das sich identifizieren mit Körper und Geist.

  • U123N
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    • 29. Juni 2018 um 12:21
    • #18
    jianwang:
    minestrone:

    Darunter habe ich bisher immer Unwissenheit über die Lehre des Buddha, Unwissenheit über die vier edlen Wahrheiten verstanden. Also, einfacher als man denkt? :)

    seit wann sind die vier edlen Wahrheiten einfach ?

    Wie kommst Du nur darauf? :o

  • Lucky Luke
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    • 29. Juni 2018 um 12:30
    • #19
    mukti:

    Naja die Leerheit lässt sich wohl erst erkennen wenn die vier edlen Wahrheiten erkannt sind, das hängt ja alles zusammen.

    Die Reihenfolge ist aber anders.

    Die Unwissenheit (also Nicht Erkennen der Leerheit) steht bei den 12 Gliedern des abhängigen Entstehens an erster Stelle.

    Daraus folgt alles weitere.

    Bei den 4 edlen Wahrheiten wird Leerheit erst zum Schluss des 8 fachen Pfades angesprochen als Gegenmittel der Geistes Gifte, die vorher als Ursache des Leidens festgemacht wurden.

  • mukti
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    • 29. Juni 2018 um 23:35
    • #20
    Sherab Yönten:
    mukti:

    Naja die Leerheit lässt sich wohl erst erkennen wenn die vier edlen Wahrheiten erkannt sind, das hängt ja alles zusammen.

    Die Reihenfolge ist aber anders.

    Die Unwissenheit (also Nicht Erkennen der Leerheit) steht bei den 12 Gliedern des abhängigen Entstehens an erster Stelle.

    Daraus folgt alles weitere.

    Bei den 4 edlen Wahrheiten wird Leerheit erst zum Schluss des 8 fachen Pfades angesprochen als Gegenmittel der Geistes Gifte, die vorher als Ursache des Leidens festgemacht wurden.

    Wie wird diese Unwissenheit aber beseitigt?
    Indem mit der vierten edlen Wahrheit Leerheit am Ende verwirklicht und damit die Unwissenheit aufgelöst wird.

    Zitat

    Was ist nun, ihr Mönche, rechte Erkenntnis? Das Leiden kennen, ihr Mönche, die Entwicklung des Leidens kennen, die Auflösung des Leidens kennen, den zur Auflösung des Leidens führenden Pfad kennen: das nennt man, ihr Mönche, rechte Erkenntnis. D.22

    Mit Metta, mukti.


  • jianwang
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    • 30. Juni 2018 um 10:14
    • #21

    Und wieder schwebt Ihr in Den Wolken, haut Euch gegenseitig buddhistische Termini um die Ohren, analysiert, diskutiert und NICHTS kommt bei raus.

    Wo sind die pragmatischen Ansätze ? Hat der Buddha uns nicht im gesamten PK nachvollziehbare und vor allen Dingen realistische Anweisungen gegeben, wenn es darum geht, dhammas zu erkennen ?

    Er forderte 5 vom dhamma zu wissende DInge :

    1. Was sind die Eigenschaften des dhamma?

    2. Wodurch entsteht das dhamma?

    3. Was sind seine assada ( seine Verlockung )?

    4. Was ist die adivana des dhamma ( seine verborgene Gefahr )?

    5. Welches nissarana ( Mittel, Möglichkeit ) ist es, dem adivana zu entgehen ?

    Wenn man diese Fragen auf alle dhammas anwendet, werden sie keine Macht über einen haben, wird man sie erkennen - und nicht nur intellektuell verstehen.

    Nicht ohne Grund werden dem Buddha im Digha Nikaya folgende Worte in den Mund gelegt:[lz]

    Frei von Anhaften hat er selbst den vollkommenen Frieden erfahren und dadurch, das er das Entstehen und Vergehen der Empfindungen, ihre Anziehungskraft und ihre Gefahr und die Befreiung von ihnen, wahrhaftig verstanden hat ist der Tathagata restlos befreit.[/lz]

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • accinca
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    • 30. Juni 2018 um 10:18
    • #22
    Ellviral:

    Ich weiß es nicht! ist ein witziger Satz.

    Da sagt ein Ich das es nicht weiß was ein Ich ist das sagt das es nicht weiß.

    Übrigens ein Satz der ohne Nichtwissen gar nicht möglich gewesen wäre.

  • Netsrot
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    • 29. Juli 2018 um 14:54
    • #23

    Unwissenheit bezieht sich im Zusammenhang der 12 Glieder auf das nicht erkennen der wahren Natur der Dinge. Wir haben üblicherweise die irrige Ansicht wir hätten eine Persönlichkeit. Doch die haben wir nicht ,haben sie nie gehabt und werden diese nie haben. Es gibt weder das Selbst der Person noch das drr Phänomene

  • Helmut
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    7. Mai 2018
    • 29. Juli 2018 um 16:19
    • #24
    Netsrot:

    Unwissenheit bezieht sich im Zusammenhang der 12 Glieder auf das nicht erkennen der wahren Natur der Dinge. Wir haben üblicherweise die irrige Ansicht wir hätten eine Persönlichkeit. Doch die haben wir nicht ,haben sie nie gehabt und werden diese nie haben. Es gibt weder das Selbst der Person noch das drr Phänomene

    So allgemein und pauschal ist dies m.E. nicht richtig. Unwissenheit ist natürlich das erste Glied des zwölfgliedrigen Prozesses, der uns an Samsara fesselt. Die Unwissenheit besteht aber doch nicht darin zu glauen, wir wären eine Person oder hätten eine Personlichkeit.

    Die Unwissenheit besteht in einer falschen Auffassung über die Bestehensweise der Person. Wenn im Buddhadharma von der Selbstlosigkeit der Person gesprochen wird, wird damit ja nicht die Person negiert, sondern nur falsche Auffassung über die Bestehensweise der Person.

    In den Lehrmeinungssystemen der Vaibhasikas, Sautrantikas, Cittamatrins und Svatrantika-Madhyamikas werden zwei Formen der Selbstlosigkeit der Person erklärt:

    1. Die Person ist leer oder frei davon, beständig, teilelos und unabhängig zu existieren.
    2. Die Person ist leer oder frei davon, substantiell-eigenständig zu existieren.

    Es gibt eine Person, aber sie existiert nicht auf auf diese beiden Weisen.

    Die wahre Natur der Person besteht doch darin, dass wir von der Person als einem abhängigen Phänomen sprechen können, denn In Abhängigkeit von den fünf Skandhas gibt es ein Selbst, ein Ich oder eine Person. Aber eben nur als ein abhängiges, unbeständiges, vergängliches Phänomen.

    Gruß Helmut

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 29. Juli 2018 um 16:52
    • #25

    Helmut - trotzdem fand ich die Antwort von Netsrot schon ganz passabel, wenn man bedenkt, dass es erst sein 4. Beitrag hier in diesem Forum ist :)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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