Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU

There are 637 replies in this Thread. The last Post () by Phoenix.

  • Hi Sudhana ,


    ich denke die DBU sollte sich zur Zeit vor allem überlegen,ob sie einen Präzedenzfall schaffen will.

    Ein Mitglied wegen einem politischen Dissense auszuschließen klingt zwar relativ harmlos, ist es aber ganz bestimmt nicht.


    Und spätestens auf europäischer Ebene wird man sich dann auch sowieso wieder über die gleichen Themen streiten müssen,

    wenn man zu keinem Kompromiss bereit ist.


    Na ja, ich kann hier eh nur ein paar Anregungen in diesen Thread mit hineinbringen. Denn Politik ist mir zwar wichtig,

    meine buddhistische Praxis will ich aber sicher nicht vernachlässigen, und beides zusammenzubringen ist tatsächlich gar nicht so einfach.


    :vajra: Phönix

  • Lieber Phoenix ,

    diese Wendung wundert mich gerade sehr.


    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es bei ON um Politik geht. Wenn er verkündet haben sollte, man solle Menschen in Not lieber ertrinken lassen, weil sie den falschen Glauben haben, dann berührt das die buddhistische Praxis IMHO zutiefst.


    Habe ich da was falsch verstanden?


    Liebe Grüße, Aravind.

  • das hab ich oben doch auch schon gesagt.;)

  • Hi Aravind ,


    das worum ist da geht nicht für Politik zu halten, ist dann sicher kein jugendlicher Leichtsinn mehr.;)


    Aber ich gebe zu, auf den ersten Blick könnte man vielleicht auch davon ausgehen, es geht um Dharma.


    Da ich hier aber im moment gerade etwas kürzer treten will, werde ich das jetzt nicht noch mal auseinander klamüsern.


    Deshalb mein Kompromisvorschlag: es geht um Dharmapolitik.Sowas soll es ja auch dann und wann schon gegeben haben.


    _()_ Phönix

  • schönes Beispiel für entmenschlichung der Sprache.

    Mein kleiner Garten: wild und etwas chaotisch, nicht gar so oft gepflegt, wird er doch jedes Jahr schöner. Viele Pflanzen und Tiere ziehen hier einfach ohne Zutun ein und bereichern das Bild. Und das Gemüsebeet lässt sich wunderbar umrunden...

  • Phoenix, sehr gerne.. vermutlich spielst Du auf den sog. Schwertvers (9:5) an, der gerne aus dem Kontext gerissen wird

    eigentlich spiele ich mehr auf die ganzen schlimmen Beispiele aus der Praxis an.

    Und als Kompromiss ,weil wir es hier ja nicht allzu blutig machen wollen,würde ich einfach ein paar Hetzreden von Muslimischen Geistlichen vorschlagen.

    Lieber Phoenix,

    ich möchte mir nun etwas Zeit nehmen, ausführlicher zu antworten.

    Ich denke es ist sehr wichtig, wenn man den achtfachen Pfad beschreiten möchte, sich selber zu reflektieren und seine Überzeugungen genauer zu betrachten. Letztlich aber auch dafür Verantwortung zu übernehmen was man aussprechen möchte.

    Ich bin kein Fan des Islam und habe keinen muslimischen Background. Im Laufe meines Studiums habe ich mich aber unter anderem mit dem Islam auseinandergesetzt und im Rahmen von Prüfungsleistungen ebendiese Thematik (Gewalt/Islam) behandelt.

    Hierauf möchte ich nun so knapp wie möglich aber deutlich wie nötig eingehen:

    Ich habe von der Grundlage des Islams, dem Koran, geschrieben und behauptet, es sei in dieser Quelle (ich habe die populäre Übersetzung Rassouls verwendet) in keiner Stelle legitimiert a) Gewalt gegen Andersgläubige/Nichtgläubige anzuwenden b) Zwang auszuüben, Andersgläubige zu bekehren/zur Konversion zu drängen.

    Ich habe angeboten, einige Stellen zu nennen, was ich in den folgenden Zeilen tun möchte. Du hast erwähnt, dass Du Suren kennst, welche eben diese Gewalt legitimieren würden.

    Eine kleine Auswahl an Suren/Verse:

    In 2:62 steht, dass sowohl Juden, Christen [...] ihren Lohn bei Gott/Allah haben werden, sofern sie an ihn glauben bzw. gute Werke getan haben.

    In 5:68 und 5:44/46 werden sowohl Thora als auch Evangelium als Gottes Offenbarungen anerkannt.

    vgl. 10:25: Der Islam soll Frieden stiften, Gewalt ist allenfalls als Verteidigung gerechtfertigt, keineswegs um den Islam zu verbreiten oder Landgewinn zu erzielen.

    Im Falle der Apostasie würde der Zorn Gottes über die Apostaten kommen, eine Bestrafung durch Menschenhand wird nicht gerechtfertigt.

    Im berüchtigten Schwertvers 9:5, in dem zum Tod der Götzendiener (Mekkaner) aufgerufen wird, wird eine konkrete historische Situation geschildert, in der Mohammed im Jahr 630 zum Krieg gegen die Mekkaner aufruft. Hintergrund ist der Friedensvertrags zwischen Mohammed und seiner Gemeinde und den Mekkanern. Der Friedensvertrag wurde von den Mekkanern gebrochen und Mohammeds Gemeinde geschändet. In diesem Vers wird also dazu aufgerufen die Mekkaner zu töten, solange sie ihre Taten nicht bereuen.

    "[...] Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakāh entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei! Wahrlich, Allāh ist Allvergebend, Barmherzig und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz [...]"...


    Es ist wichtig derartige Verse nicht aus dem Kontext zu reissen sondern zu verstehen worum es dort geht. Andernfalls werden blinde Vorurteile, unheilvolle Haltungen entwickelt und letztlich das Geistesgift des Hasses kultiviert. MMn sollte der Weg des Buddhismus auch dortentlang führen, wo eigene Einstellungen und Haltungen bestehen und diese zu Hinterfragen, bevor man durch spezifische Überzeugungen Aussagen und Handlungen tätigt, welche unheilvoll für einen selbst, aber auch andere und die Gesellschaft sind.


    Wenn man von einer "Islamisierung" Deutschlands beispielsweise redet sollte man den Begriff Islamisierung also einmal unter die Lupe nehmen und hinterfragen. So geht es vielmehr nicht um Islamisierung als Religion sondern um kulturelle Aspekte, Habitus etc. welche als störend wahrgenommen werden mögen, aber nichts mit dem Islam in seiner Grundlage zu tun hat. So sind kriminelle, gewalttätige Araber letztlich nicht wirklich Moslems, weil sie sich absolut unislamisch verhalten und diese Handlungen völlig zu dem entgegengesetzt sind, was der Islam lehrt.


    Natürlich gibt es immer wieder, aber eben auch in anderen religiösen Kontexten, Hetzer und Menschen, welche die Religion instrumentalisieren wollen, um ihre Interessen (welche nichts mit der Religion zu tun haben) durchzusetzen (z.B. Salafisten/Terroristen)... Aber diese gibts nicht nur im Islam sondern eben auch in anderen Religionen.. oder vertritt beispielsweise Lama Ole Nydahl wirklich buddhistische Werte oder Ansichten hinsichtlich der Migrationsdebatte?


    Ich bedauere, dass der Verlauf der Diskussion immer mehr ins OT abdriftet, aber das war mir eben mal wichtig loszuwerden.

    Beste Grüße

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

    Edited 3 times, last by kal ().

  • Das es da schönere poetische Bilder gibt ,gebe ich ja zu. Wenn wir aber falsch rechnen ,gibt das viele Tote, und das finde ich hier wichtiger,

    wie allzu feine stilistische Interpretationen.


    _()_ Phönix

  • Hi Sudhana ,


    ich denke die DBU sollte sich zur Zeit vor allem überlegen,ob sie einen Präzedenzfall schaffen will.

    Ein Mitglied wegen einem politischen Dissense auszuschließen klingt zwar relativ harmlos, ist es aber ganz bestimmt nicht.

    Du hast nichts kapiert von dem, was ich geschrieben habe. Zunächst einmal: es geht nicht um einen politischen, sondern um einen ethischen Dissens.

    Wobei das alleine ja noch erträglich wäre. Erträglich sein müßte, weil die DBU niemanden wegen ethischen Dissenses ausschließen kann und schon gar nicht wegen eines politischen Dissenses. Das gibt die Satzung der DBU schlicht nicht her und das ist auch gut so. Aber die DBU kann Mitglieder ausschließen, die das Ansehen oder die gemeinsamen Interessen der DBU schädigen. Das steht so oder so ähnlich in so ziemlich jeder Vereinssatzung. Auch in Eurer, schau einfach mal nach.

  • Hi kal ,


    Lama Ole Nydahl hier nur in die Nähe von Salafisten und muslimischen Terroristen zu rücken ,finde ich nicht gerade geschmackvoll!!!


    Auch sonst finde ich bringt deine Surenzitiererei wenig Neues.


    Ich halte es jedenfalls für einen Fehler,muslimische Gewalt nur auf sogenannte schwarze Schafe wie den IS eingrenzen zu wollen.


    Der Islam im Iran ist nach wie vor extrem ideologisiert und gewaltorientiert, und militärisch mittlerweile hochgerüstet.


    Und in wie weit der sunitische Islam in Saudi Arbien viel besser ist, da bin ich halt auch eher skeptisch.


    Die Moslembrüder sind jedenfall schon eine Terrorbande, auch wenn sie vielleicht schöne Suren rezitieren können.



    Wie du siehst hab ich da eher die politische Situation im Kopf ,und nicht so sehr die Religionsphilosophische.

    Da finde ich den Koran zwar auch nicht gerade sehr anziehend,würde ihm aber natürlich schon zugestehen,

    das er genauso reformierbar ist,wie andere Ansätze auch. Nur müßte damit auch mal begonnen werden.


    Wenn wir immer nur sagen, es ist doch gut so wie es ist, hilft das weder dem Islam noch dem Buddhismus.


    _()_ Phönix

  • Wie du siehst hab ich da eher die politische Situation im Kopf

    Die politische Situation wurde hier ausführlich mit dem Datenmaterial des Verfassungsschutzes und der Bevölkerungsstatistik dargelegt. Ich weiss nicht, was Du im Kopf hast - aber eine eine real existierende "politische Situation" sicherlich nicht.

  • In den meisten Satzungen steht da auch drinn,das man Leute rauswerfen kann,die den Vereinsfrieden stöhren.

    Gummi ist also meistens genug vorhanden.

    Ich hatte hier aber angeregt einmal darüber nachzudenken,wie sinnvoll eine solche Kampagne wäre.

    Das hast aber anscheinend du nicht verstanden.


    :vajra:


  • Die Deutsche Buddhitische Union vertritt den Buddhismus in Deutschland - soweit so gut. Nun ist die Frage welchen? Wenn sie den - real existierenden Buddhismus - die buddhitische Normalität vertritt - dann kommt sie um den Dimantweg nicht herum, weil er so mitgliedsstark ist. Oder vertritt die DBU eher einen Buddhismus wie er sein sollte - einer der so den buddhitischen Grundsätzen- wie sie im Buddhitischen Bekenntnis der DBU zusammengefasst ist - etwas was Buddha Shakayamuni gerecht wird.


    Es prallt also so ein demokratischer Anspruch - für die "buddhitischen Leute" zu sprechen mit einem idealistische Anspruch - der von der Lehre und ihrer Ethik ausgeht aufeinander.

  • Die Deutsche Buddhitische Union vertritt den Buddhismus in Deutschland - soweit so gut. Nun ist die Frage welchen? Wenn sie den - real existierenden Buddhismus - die buddhitische Normalität vertritt - dann kommt sie um den Dimantweg nicht herum, weil er so mitgliedsstark ist. Oder vertritt die DBU eher einen Buddhismus wie er sein sollte - einer der so den buddhitischen Grundsätzen- wie sie im Buddhitischen Bekenntnis der DBU zusammengefasst ist - etwas was Buddha Shakayamuni gerecht wird.


    Es prallt also so ein demokratischer Anspruch - für die "buddhitischen Leute" zu sprechen mit einem idealistische Anspruch - der von der Lehre und ihrer Ethik ausgeht aufeinander.

    Ich weiss nicht so recht, auf welcher Grundlage Du Dir das da zusammenreimst oder was Du eigentlich für eine Vorstellung von der DBU hast. Die DBU "vertritt" nichts und niemanden außer sich selbst. Schon gar nicht spricht sie für irgendwelche "buddhistischen Leute" oder solche, die sich dafür halten.

    Zitat

    "Die DBU fördert die Rahmenbedingungen für die Bewahrung, Darlegung und Praxis der Lehre des Buddha auf der Grundlage des Bekenntnisses. Die DBU bildet einen Rahmen für Begegnung und Austausch zwischen den buddhistischen Traditionen. Die DBU fördert die Integration des Buddhismus in die Gesellschaft."

    So steht es in § 2 der Satzung, betitelt mit "Zweck und Ziele des Vereins".

    Zitat

    Wir üben uns darin, auf der Grundlage der Lehre des Buddha und unseres „Buddhistischen Bekenntnisses“ zum Wohle aller fühlenden Wesen im Bewusstsein der Verbundenheit und Mitverantwortung des Einzelnen für die Gesamtheit zu leben und zu wirken. In Übereinstimmung mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Menschenrechtskonvention treten wir für die Umsetzung der Menschenrechte und Gerechtigkeit sowie für Gleichheit vor dem Gesetz - ungeachtet ethnischer oder sozialer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Sprache, Religion, Nationalität oder sozialem Status ein.

    - und so steht es im Leitbild der DBU.


    Das wiederholt erwähnte "Buddhistische Bekenntnis" enthält unter anderem die für alle Mitglieder verbindliche Selbstverpflichtung, sich in den pañcasīla und den brahmavihāra zu üben:

    Zitat


    Ich übe mich darin, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen, nicht unwahr oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.


    Zu allen Lebewesen will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.

    Das ist der "Anspruch" der DBU. Diesem Anspruch wird man nicht durch eine möglichst hohe Quantität von Mitgliedern gerecht, sondern durch eine möglichst hohe Qualität der Dharmapraxis der Mitglieder.


    _()_

  • Formell gesehen gebe ich dir Recht Sudhana . Der Leitgedanke der DBU ist Recht klar. Aber dennoch ist auch zu bedenken, dass sie ja die Kommunikation fördern wollen und dabei ein Ausschluss hinderlich ist.


    Zu all dem steht man vor dem Dilemma des Diamantweges an sich und LON als "Leitbild des Diamantwegs"

    _()_

    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Aber dennoch ist auch zu bedenken, dass sie ja die Kommunikation fördern wollen und dabei ein Ausschluss hinderlich ist.

    Sicher ist das zu bedenken - und mit dem Diamantweg kommuniziert man ja nun auch schon seit über 20 Jahren, weil man eben dies bedenkt. Was meinst Du, warum man diese Geduld aufgebracht hat?


    Man schließt ja niemanden aus, weil einem dessen Nase nicht gefällt, sondern wenn er dem gemeinsamen Anliegen, auf das man sich festgelegt hat, mehr schadet als nutzt. Um die Satzung nochmals zu zitieren: "das Ansehen oder die gemeinsamen Interessen [...] schädigt". Dann kommt man früher oder später an den Punkt, wo eine Zusammenarbeit keinen Sinn mehr hat - da kann die Kommunikation ansonsten noch so interessant sein.


    Ob dieser Punkt nun - nach Aufnahme staatsanwaltlicher Ermittlungen und Berichten darüber in der Presse und im Fernsehprogramm des bayerischen Rundfunks erreicht ist, ist die Frage, um die es geht. Konkret: ob man sich als DBU von der Hetze gegen Menschen islamischen Glaubens glaubhaft distanziert. Da ist es mE nicht mit Stellungnahmen getan - so begrüßenswert die Stellungnahme der DBU zu den Vorgängen in Immenstadt ist. Wenn das die einzige Konsequenz ist, dann ist die Distanzierung in der Öffentlichkeit nicht glaubhaft. Das lässt sich durchaus mit den fehlgeschlagenen Versuchen, Leute wie Bernd Höcke oder Wolfgang Gedeon aus der AfD auszuschließen vergleichen. Damit ist eine glaubhafte Distanzierung der AfD von den Ansichten, die diese Leute vertreten, fehlgeschlagen - und in der Öffentlichkeit geht sie nicht mehr als eine normale liberal-konservative Partei durch. Das verringert Handlungsspielräume - weil kaum noch jemand mit einem spielen will.


    _()_

  • schönes Beispiel für entmenschlichung der Sprache.

    Das es da schönere poetische Bilder gibt ,gebe ich ja zu. Wenn wir aber falsch rechnen ,gibt das viele Tote, und das finde ich hier wichtiger,

    wie allzu feine stilistische Interpretationen.


    _()_ Phönix

    Kannst Du nicht verstehen oder willst Du nicht?


    Es geht nicht um Poesie oder schöne Sprache. Es geht darum, dass es um Menschen geht. Das sind keine Gegenstände, keine Wellen oder sonst was. Sondern einfach Menschen.

    Die sprachliche Entmenschlichung ist immer einer der ersten Schritte zur physischen Vernichtung von Menschen. Das ist auch das Zeichen totalitärer Strukturen.


    Leider bestätigst Du damit welchen verheerenden Einfluß, die Ideologie Nydahls auf seine Anhänger hat. Es passt zu den ideologischen Inhalten. Leute, Ihr bewegt Euch in eine ganz schlimme Richtung.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Die Deutsche Buddhitische Union vertritt den Buddhismus in Deutschland - soweit so gut. Nun ist die Frage welchen? Wenn sie den - real existierenden Buddhismus - die buddhitische Normalität vertritt - dann kommt sie um den Dimantweg nicht herum, weil er so mitgliedsstark ist. Oder vertritt die DBU eher einen Buddhismus wie er sein sollte - einer der so den buddhitischen Grundsätzen- wie sie im Buddhitischen Bekenntnis der DBU zusammengefasst ist - etwas was Buddha Shakayamuni gerecht wird.


    Es prallt also so ein demokratischer Anspruch - für die "buddhitischen Leute" zu sprechen mit einem idealistische Anspruch - der von der Lehre und ihrer Ethik ausgeht aufeinander.

    Ich weiss nicht so recht, auf welcher Grundlage Du Dir das da zusammenreimst oder was Du eigentlich für eine Vorstellung von der DBU hast. Die DBU "vertritt" nichts und niemanden außer sich selbst. Schon gar nicht spricht sie für irgendwelche "buddhistischen Leute" oder solche, die sich dafür halten.

    In Österreich ist der Buddhismus staatlich anerkannt und die ÖBR ( Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft) dient dabei als Dach für Orden und Dharmagruppen. Sie organisiert den buddhistischen Religionsunterricht und dient als Ansprechpartner für Fragen zum Buddhismus. Also ein wenig so wie der Zentralrat der Juden nur für Buddhisten.


    Ich war immer davon ausgegangen, dass das auch der Anspruch der DBU war, sie aber dann in ihren Zielen immer weiter zurückstecken musste.


    Während die Domain Buddhismus.at auf die ÖBR verweist, verweist Buddhismus.de auf den Diamantweg.

  • Sudhana , vielen Dank für das Leitbild der DBU.


    Der Diamantweg ist die präsenteste Gruppe die wir in Deutschland haben. Sowohl im Internet, als auch in Form von Meditationsgruppen. Ich denke er kann für sich selbst sprechen. Eine klare Distanzierung der DBU würde einen seit 20 Jahren schwelenden Konflikt beenden. Ich denke es ist einfach Zeit da klar zu sein und sich abzugrenzen. Egal, ob nun Volksverhetzung nachgewiesen werden kann oder nicht ist doch sehr klar, dass diese Aussagen so gefallen sind. Auch die Tatsache, dass das Europa-Zentrum zwar in einem offenen Brief zum Dialog mit Politik und Presse im Allgäu aufruft, jedoch "Schweinsbratwürstchen" anbietet (für mich ein versteckter Hinweis, dass der Dialog nicht mit Muslimen geführt werden wird) zeigt mir, dass da kein Umdenken stattfinden. Auch habe ich da keine Einsicht herausgelesen, oder auch nur irgendeine Form der Selbstreflexion. Da ist nicht mehr viel zu helfen, aber zumindest kann man vielleicht ein Gegengewicht herstellen, dass klar macht, das diese Haltung nicht von jedem akzeptiert wird.

  • Es prallt also so ein demokratischer Anspruch - für die "buddhitischen Leute" zu sprechen mit einem idealistische Anspruch - der von der Lehre und ihrer Ethik ausgeht aufeinander.

    Und genau hier sehe ich die Problematik des Herrn Nydahl und seiner Organistaion:


    Herr Nydahl predigt das existierende Samsara, mit all seinen Unzulänglichkeiten, den realistischen Nöten und Sorgen seiner Anhänger. Die eigentliche Buddha-Lehre geht da gerade vom Gegenteil aus, sie spricht von der Befreiung aus dem Samsara, weshalb sie auch bei einer oberflächlichen Betrachtungsweise, nicht so euphorisch begeistern kann. Wer verzichtet schon gerne die Sinnesfreuden?


    Herr Nydahl befasst sich auch mit politischen Zuständen, um sie dann den jeweiligen Zeitgeist angepasst zu dokumentieren oder zu konkretisieren. Man könnte sogar meinen, er redet seinen Anhängern nach deren Mund; passt genau in die Rubrik Populismus.


    Um die Diskrepanzen der verschiedenen Ansichten, bestehender und zukünftiger Klienten unter einen Hut zu bringen, bedient er sich der „Kraft“ der transzendenten tantrischen Symbolik, die dann sozusagen eine kollektive Wirkung ausübt und letztendlich alle zunächst verschiedenen Meinungen in ein und dieselbe (gewollte) Richtung drängt.

    Die eigentliche Buddha-Lehre ist dabei nur Mittel zum Zweck, wird also Instrumentalisiert, um eine weitere tibetische Tradition zu platzieren, welche dann vom religiösen Charakter losgelöst, den jeweiligen aktuellen Zeitgeist gerecht wird.


    Die Frage ist nun: wäre die „Neue Diamanten“ Lehre genauso zeitlos, wie die original Buddha-Lehre?

    Gäbe es, wenn die Tendenz, der Loslösung von der ursprünglichen Buddha-Lehre durch die Diamanten Organisation, oder auch durch andere Ableger, Schule machen würde, vielleicht in jedem Land/Erdteil eine anders getaktete Diamanten Bewegung?

  • Kannst Du nicht verstehen oder willst Du nicht?

    Wie auch immer. Offensichtlich ist, dass es wenig Sinn machen würde, Phoenix die Lektüre von Victor Klemperers 'LTI - Notizbuch eines Philologen' zu empfehlen.


    Zitat

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.



    _()_

  • Die Idee dahinter ist, dass es so etwas wie eine Hypermoral gibt, bei der das Beharren auf hohen ethischen Ansprüchen nicht deswegen automatisch zur besten Situation für alle führt, sondern im Sinne von “Das Gegenteil von 'gut' ist 'gut gemeint'" zu einer schlechteren Situation führen kann. Also so wie, wenn in einem Haushalt, die fromme Mutter immer mehr Obdachlose aufnimmt, statt ihnen die Tür vor der Nase zuzuhauen, worauf dann "Alles den bach runtergeht .Je düster der Blick auf die Zukunft ist und je stärker das Haften am Eigenen , desto weniger an "Ethik" glaubt man sich leisten zu können. Der Vorwurf an den "Gutmenschen" ist also der, dass er sich eher von seinem eigenen moralischen Kompass leiten lässt, als von konkreten Wirkungen. Wobei sich dieser Diskurs sehr leicht daszu missbrauchen lässt, jegliche Moral und Solidarität auzuhebeln. Mann muss einfach nur eine genügend schwarze Zukunft an eine Wand malen, und dann bheuapten, im Namen dieser Idee Slidarität aufkündigen zu dürfen.

  • Hi Sudhana,


    das du dich hier gerne in der Rolle des großen Aufklärers präsentierst,brauchst du eigenlich nicht immer wieder so zu unterstreichen.


    Mir geht es darum, das möglichst wenig Menschen sinnlos geopfert werden,oder irgendwo im nirdendwo landen.

    Und mir geht es darum ,das weder hier noch in der DBU Buddhisten das Recht für sich in Anspruch nehmen sollten,

    die Ethik des Dharma nur nach ihren Vorstellungen auszulegen.


    Und außerdem halte ich es nun mal für keine gute Idee gegen den BDD eine Kampagne ans laufen zu bringen.


    Lama Ole Nydahl ist fest verankert in seiner Linie. (und nicht nur in seinem Verein) Wer ihn da herausbrechen will,wird aufpassen müssen da keinen Steinschalg mit abzubekommen.:vajra:


    Phönix

  • Dass Ole Nydahl eine ziemliche Antihaltung gegenüber Muslimen vertritt ist kein Geheimnis, ebensowenig wie dass er mit Rechtspopulisten wie Geert Wilders verkehrt. Das sind für mich Gründe zu hinterfragen welche Absichten der Lama hat. Es sind jedenfalls nicht die Werte, welche klassischerweise im Buddhismus gelehrt werden

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der 16. Karmapa sich immer wieder gewünscht hat, dass es in "seinen" Zentren keine Politik geben solle, sondern Dharma.

    Wenn ich eine Frage stelle, ist das immer als echte Frage gemeint! :vajra:

  • Es geht nur um die Entmenschlichung in der Sprache und welche Gesinnung dahinter steckt und zu was das führt.

    Wenn es tatsächlich um Menschenleben ginge und wie man verhindert, dass Elend sie über das Meer treibt, dann würde der ganze Kontext ein anderer sein. Gab es denn solche Flutmetaphern seitens des Diamantwegs auch, als so viele Russlanddeutsche kamen und es zu Problemen mit einigen der Jugendlichen kam? Was ist mit den polnischen kriminellen Banden, die in den 90ern ihr Unwesen in Deutschland trieben? Wer spricht von der italienischen Mafia, die seit Jahrzehnten hier ihr Unwesen treibt? Wer von den vietnamesichen Schmugglerbanden? Wer von der Russenmafia, die bin in die höchsten Kreise eingezogen ist?

    Da besteht eine eigenartige Blindheit und Toleranz.


    Der "Gutmensch"-Topos wird nur dann verwendet, wenn es um Menschen aus muslimischen Ländern geht. Der Schutz unseres Landes ist nur vorgeschoben. Man geht unheilige Allianzen mit AfD, mit rechten Gruppen ein, für die der Erhalt dieses Land und seiner Werte nur Lippenbekenntnisse sind.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.