Zum Verhältnis von Vipassana und Metta
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Lucky Luke -
28. Oktober 2019 um 16:17
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Wird im Vajayana auch so gelehrt.
"Nicht anhaftend am Teich von Shamatha, möge die Blume von Vipassana erblühen"- weiß nicht woher das stammt.
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Hallo mukti,
dem kann ich zustimmen. Samatha müssen wir entwickeln, damit wir einen konzentrierten, stabilen Geist erlangen. Dieser bildet dann die Grundlage dafür, dass wir vipassana, Einsicht, entwickeln können. Vipassana ist die Einsicht in die Soheit oder Selbstlosigkeit der Person und der Phänomene, die keine Person sind. Wir brauchen samatha und vipassana und müssen eine Einheit von samatha und vipassana in unserem eigenen Geist hervorbringen. Nur auf dieser Grundlage werden wir uns von den Fesseln des Daseinskreislaufes befreien können.
Gruß Helmut
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Hallo mukti,
dem kann ich zustimmen. Samatha müssen wir entwickeln, damit wir einen konzentrierten, stabilen Geist erlangen. Dieser bildet dann die Grundlage dafür, dass wir vipassana, Einsicht, entwickeln können. Vipassana ist die Einsicht in die Soheit oder Selbstlosigkeit der Person und der Phänomene, die keine Person sind. Wir brauchen samatha und vipassana und müssen eine Einheit von samatha und vipassana in unserem eigenen Geist hervorbringen. Nur auf dieser Grundlage werden wir uns von den Fesseln des Daseinskreislaufes befreien können.
Gruß Helmut
Demnach würde Metta für dich zu Vipassana gehören?
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Ich würde sagen das ist die Reihenfolge. Also ich würde diesen Satz beziehen auf das:
"Nicht anhaftend am Teich von Shamatha, möge die Blume von Vipassana erblühen"
ich finde es passt dazu.
und beides passt auch zu meiner Erfahrung. Ohne Shamata geht schlicht NICHTS.
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[lz]
Vipassana ist die Einsicht in die Soheit oder Selbstlosigkeit der Person und der Phänomene, die keine Person sind.[/lz]
Die Daseinsmerkmale beziehen sich auf die Gruppen des Ergreifens, also auch auf Vorstellungen/Ansichten über Personen. Dazu gehört auch die anscheinend mögliche Vorstellung über eine eigentliche Losgelöstheit einer Person von einem Selbst.
Ich würde diese spezielle Formulierung der Daseinsmerkmale (etwas anderes kann ja kaum gemeint sein) von den in den Lehrreden beständig wiederholten und auf die Erscheinungen (in ihrer möglichen Gesamheit : die Gruppen des Ergreifens) gemünzten Formulierungen abgrenzen.
Ich sehe die beanstandete/nicht kompatible Formulierung so oder so identifiziert:
[lz]- die Ansicht 'ich nehme Nicht-Selbst mit Selbst wahr' entsteht in ihm als wahr und erwiesen;
- oder die Ansicht 'ich nehme Selbst mit Nicht-Selbst wahr' entsteht in ihm als wahr und erwiesen;
[/lz]
Die (von mir nicht überzogen gemeinte) Abweisung der unterstrichenen Formulierung macht auch insofern Sinn, als sie auf einen Blickwinkel hinweist, der in den Lehrreden (die ich gelesen habe) sehr konsequent durchgehalten wird. Von denen denke ich, dass sie das mittlere Urteil abbilden. Ein solches Urteil: dass die Person ohne ein Selbst wäre, ist meiner Meinung nach eher kein solches Urteil. Personen (wenn man von denen spricht) haben nämlich eine jeweilige Geschichte, und die kann man erzählen. So leer von allem ist ein Mensch und eine Person, wenn man von der spricht ja nicht. In dem Sinne spricht ja der Buddha auch. Er verneint keine Gewohnheiten von Menschen, keine Triebe, keine Gefühle und Erinnerungen undsoweiter. Und formuliert, Missverständnisse (die in zB obig vorgestellten Ansichten münden können) vermeidend.
Interessanterweise ... kann man in der zweiten Bedeutung dieses deutschen Begriffes (Selbstlosigkeit) ein Verhalten hineindeuten, was mitunter schon von grösserer Einsicht begleitet oder oder durch eine tiefere Einsicht bedingt ist.
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Durch tiefe Kontemplation über die Daseinsmerkmale kann sich auch Geistesruhe einstellen, hat mir erst gestern mein Lehrer gesagt. Aber bezüglich des Threadthemas - stellt sich dabei auch Metta ein? Ich denke Geistesruhe hat immer eine Verbindung zu Metta - ein ruhiges Gewissen. Auch bedeutet Gleichmut ja nicht Gleichgültigkeit über die Leiden der Wesen.
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Jedenfalls habe ich meine Antwort eben korrigiert und den Wikipedia Link zu Vipassana weiter geleitet. Da werden kurz und bündig die 3 Daseinsmerkmale erklärt
Es ist allerdings immer einfacher einen Link weiter zu leiten als spontan im Gespräch eine Frage zu beantworten. Zumal dann wenn man davon noch überrascht wird.
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Vipassana wird eigentlich als Einsichtsmeditation bezeichnet
(Einsich in dukkha, anatta und anicca).
Die Metta Meditation ist eine gute Ergänzung dazu, ist aber nicht dasselbe.
So meines Wissens
Würde ich auch so sehen. Wobei Vipassana eben, wie Aravind anmerkte, mehrdeutig ist. Als Meditationstechnik per se ist Vipassana die Praxis der tiefgründigen Einsicht, und Metta ist nicht dasselbe. Also streng genommen, technisch gesehen, ist es nicht das selbe.
Aber man kann damit auch eine Praxis bezeichnen, sozusagen Vipassana im weiteren Sinne. Und da würden wohl die meisten Vipassana-Praktizierenden, die das länger machen, früher oder später auch Metta in ihre Praxis mit aufnehmen.
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Da kann sogar ich zustimmen!
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Ich wurde gefragt was Vipassana bedeutet
Da würd ich sagen: Vipassana ist die Meditation der tiefgründigen EInsicht. Nachdem man sich Konzentrationskraft (Samatha) erworben hat, wendet man diese an, um sämtliche Erscheinungen des Geistes zu betrachten, und letztlich die wahre Natur der Dinge zu erkennen.
Da kann sogar ich zustimmen!
Da schau an
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Ernstgemeinte Frage. Was ist eigentlich Metta Meditation? Ich habe mal irgendwo gelesen, man stellt sich eine einem nahe Person vor, entwickelt das damit verbundene Gefühl und schliesst in dieses Gefühl schließlich Vorstellungen über andere ein. Beschreibt das irgendwie Metta Meditation?
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Ernstgemeinte Frage. Was ist eigentlich Metta Meditation? Ich habe mal irgendwo gelesen, man stellt sich eine einem nahe Person vor, entwickelt das damit verbundene Gefühl und schliesst in dieses Gefühl schließlich Vorstellungen über andere ein. Beschreibt das irgendwie Metta Meditation?
Das wäre ein möglicher Einstieg als "Notnagel" zum Einstieg, um Mitgefühl zu initiieren. (ist nichts falsch daran, finde ich).
Ansonsten gibt es Texte, die man rezitiert. Beispielsweise das, was ich weiter oben zitiert habe.
Oder:[lz]
May I be free from anger and ill will.
- May I be free from fears and anxieties.
- May I be free from suffering and pain.
- May I be free from ignorance and desires.
- May I be happy and peaceful.
- May I be harmonious.
- May I be liberated from greed, hatred, and delusion.
- May I realize the deeper peace within.
[/lz]
May you be ...
Oder das wunderschöne Metta-Sutta.
Liebe Grüße,
Aravind.
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Danke Aravind.
Ich mag den Text nicht nur auf den ersten Blick auch. Ich poste deswegen: Sutta Nipata I.8 142-152
Das erwünschte Ziel, oder der Effekt, der sich bemerkbar einstellt ist eine leicht veränderte Wahrnehmung (mit leicht verändertem "Grundgefühl")? Könntest du sagen, dass diese Handlungen (metta - Praxis) deinen Geist oder deine Wahrnehmung beruhigen? Oder ein wenig oder dauerhafter "bereinigen"? Ist ein extremes Wort, aber mich interessiert das konkret. Ich denke mir so einen Effekt, dem man allgemeiner zustimmen würde.
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Danke Aravind .
Gern geschehen!
Könntest du sagen, dass diese Handlungen (metta - Praxis) deinen Geist oder deine Wahrnehmung beruhigen?
Als sekundärer Effekt tritt bei mir meist Beruhigung ein, s.u....
Das erwünschte Ziel, oder der Effekt, der sich bemerkbar einstellt ist eine leicht veränderte Wahrnehmung (mit leicht verändertem "Grundgefühl")?
Der Effekt ist bei mir tatsächlich Öffnung. Die begrenzende Hülle meiner rasenden, grübelnden Gedanken verlassen (und der zugehörigen Emotionen) und Verbundenheit mit der Welt und allen Lebewesen spüren. Das mit der "Hülle verlassen" empfinde ich ziemlich wörtlich so.
Nach Deinem Link zitiert:[lz]
146
Was es an Lebewesen hier auch gibt,
Die schwachen und die starken,
restlos alle;
Mit langgestrecktem Wuchs und groß an Körper,
Die mittelgroß und klein, die zart sind oder grob.
147
Die sichtbar sind und auch die unsichtbaren,
Die ferne weilen und die nahe sind,
Entstandene und die zum Dasein drängen,
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Die Wesen alle: Glück erfüll' ihr Herz![/lz]
Dabei nicht vergessen, dass man selbst eines dieser Lebewesen ist.
Daraus ergibt sich bei mir dann Beruhigung. Mittelfristig hat das bei mir zu deutlich mehr Gleichmut geführt, weil es die Bedeutung der eigenen Empfindungen und Gedanken relativiert.
Gleichzeitg wird mir immer bewusster, wie sehr ich mich durch Ärger und Groll, Angst und Sorge (...) selbst unnötig schädige, Leiden generiere.
Wie es im Dhammapada steht: Niemals überwindet Hass den Hass. Nur Liebe überwindet den Hass. Das gilt nach meiner persönlichen Erfahrung auch für das eigene innere Erleben.
Liebe Grüße,
Aravind.
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Daraus ergibt sich bei mir dann Beruhigung. Mittelfristig hat das bei mir zu deutlich mehr Gleichmut geführt, weil es die Bedeutung der eigenen Empfindungen und Gedanken relativiert.
Bei mir bewirkt die Metta-Meditation so eine warmherzige Akzeptanz, zunächst mal mir selbst gegenüber und dann auch anderen und der Welt gegenüber.
Aber wenn ich nach der Meditation dann raus gehe und dieses ganze Gemotze über die Welt wieder höre (vor allem von denjenigen, die selbst gar nicht betroffen sind), ist meine akzeptierende Wärme auch schnell wieder vorbei.
Trotzdem, da verändert sich in mir etwas, langsam, aber doch wahrnehmbar. Es gibt Momente, da kann ich das alles besser loslassen und die regelmäßige Metta-Meditation hilft mir dabei.
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Danke Ara & User19823.
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Ich mache so was in der Art auch manchmal. Ich versuche mir dabei besonders zu verdeutlichen wie vorsichtig ich mit den Menschen umgehen möchte, die mir etwas bedeuten. Ich nehme an, jeder passt solche Handlungskomplexe (die man im weitesten Sinne als Metta - Meditation bezeichnen kann) an seine speziellen Neigungen (die einem immer in die Quere kommen) an.
Ich glaube aber auch, dass viele solcher Handlungen kompensieren helfen. Viel Unruhe würde ja gar nicht entstehen, würde man ein anderes, zurückgezogeneres Leben führen.
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