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Monatelange Meditation und immer noch doof ;)

  • anfaenger
  • 27. November 2019 um 10:33
  • Geschlossen
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • anfaenger
    Gast
    • 27. November 2019 um 10:33
    • #1

    Hallo ihr Lieben,

    ich meditiere jetzt schon seit Monaten mit wachsender Begeisterung und Konsequenz.

    Aber gerade jetzt flammen wieder ein großer Widerstand und Zweifel auf. Ich krieg's einfach wieder mal nicht geregelt. :evil:

    Woran ich aktuell zu knabbern habe:

    Ich habe das Gefühl, dass dem "Geist" oder den Gedanken einfach unrecht getan werden.

    Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass ich im Alltag mehr Klarheit gewinne und merke, dass ich ab und zu mal in meine "Traumwelten" abgleiten. Natürlich auch beim meditieren, was ich aber nicht mehr verurteile. Hurrah, fetter Fortschritt für mich.

    ABER: Immer wieder stoße ich auf den Hinweis, dass der Geist beruhigt, diszipliniert oder erzogen werden sollte, weil ...

    Ich bin d'accord damit, dass man innerhalb seiner "Traumwelt" das tatsächliche Hier und Jetzt verpasst.

    Allerdings hat diese "Traumwelt", die Fantasie, die Vorstellung von ..., die Vision von ... für mich auch einen Zweck, kann Dich über schlechte Zeiten retten usw., usf.

    Schon als Kind leben wir in einer bunten Welt mit viel Eifer und Freude - in einer Welt der Vorstellungen, Farben, Verkleidungen, Spiele und oft der glücklichen Versenkung in unsere Welt, in der wir Burgen bauen, in Baumhäusern rumklettern oder mit Puppen imaginäre Tee-Partys geben. (:

    Was, um alles in der Welt, soll nun schlecht daran sein und warum "dürfen" wir nicht unseren eigenen Geist für Fantasie, Kreativität und traumhaft ausgestattete Luftschlösser feiern? Und wer von uns hat nicht schon in "gewissen" einsamen Stunden, "gewisse" Gedanken zelebriert und damit niemanden wehgetan? Müssen wir tatsächlich jede Minute unseres Lebens im manchmal wirklich langweiligem oder deprimierendem Gewahrsein leben, weil wir eben nicht immer Herr der Umstände sind?

    Dass unser Geist uns natürlich auch grundlos die Hölle auf Erden bereiten kann, steht außer Frage ...

    VG, Anfänger

  • kilaya
    Gast
    • 27. November 2019 um 10:50
    • #2

    Ich denke es ist notwendig, aus buddhistischer Sicht, dass Du langfristiger denkst. Wenn Du "Gewahrsein" als langweilig oder deprimierend empfindest, dann sind das nur vorübergehende Erscheinungen, die sich auf dem Weg durch das Bewusstsein in die Auflösung bewegen. Es ist genauso wenig zielführend, schnelle positive Erfahrungen als "die Meditation" festzunageln, wie durchlaufende negative oder "unangenehm-neutrale" Erfahrungen. Nichts desto trotz sind diese Erfahrungen Teil der Meditation. Es geht auch nicht darum, sie zu vermeiden. Beachte bitte den Unterschied zwischen "Meditation muss so und so sein" und "Meditation schliesst Phänomene als durchlaufende, vergängliche Erfahrungen nicht aus".

    Da Meditation letztlich das Labor für die Alltagserfahrung ist, kannst Du dieses Prinzip auch auf den Alltag übertragen: der Alltag muss so oder so sein? Oder: die Phänomene des Alltags sind durchlaufende, vergängliche Erfahrungen, die weder verfestigt noch abgelehnt werden müssen. (Dieser Absatz ist sicherlich eher die Sichtweise z.B. tantrischer Methoden...)

  • Niemand
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    • 27. November 2019 um 11:03
    • #3

    Joko Beck hat einem Schüler mal geantwortet, dass man schon seine Fantasie spielen lassen kann, aber man sollte sich dabei ganz bewusst sein, was man da gerade tut.

    Also nicht darin verlieren und eine "Ersatzwelt" erschaffen, sondern dann auch wieder aus der Fantasiewelt aussteigen. Ich denke man muss da experimentieren, wann man sich zu weit weg tragen lässt und wann Realität und Fantasie kollidieren und Leiden verursacht wird. Wenn man viel Fantasie hat ist das ja erstmal eine Gabe, bzw. eine Stärke und mein Lehrer sagte mir mal, dass die Stärken auch immer gleichzeitig Schwächen sind.

    Da gibts also viel raus zu finden - am besten ohne verteufeln und verherrlichen. Ein Experiment eben.

    Während der Meditation find ich aber, dass da die bessere Übung wirklich ist, die Fantasie ins Leere laufen zu lassen. Auf dem Kissen lauf ich garnichts hinterher, auch nicht der schönsten Fantasiewelt oder Horrorvision.

  • Noreply
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    • 27. November 2019 um 11:31
    • #4

    Aus der Sicht des Buddha machst Du das doch alles so wie es zum Ziel führt. Er hat nie gesagt das der Geist "Diszipliniert" werden soll oder gar muss.

    Buddha zeigt das der Geist in seinen Ausuferungen vermindert werden sollte. Es geht darum das Du überhaupt nicht aus dem Hier und Jetzt fallen kannst. Deine Meditation gerät ganz normal aus dem Ruder. Was machst Du eigentlich mit deine Finger beim Sitzen? Ein total einfacher Trick um die Gedanken zu vermindern ist das Du mal genau darauf achtest was die eigentlich machen.

    Drücken sie sich, berühren die sich überhaupt? Achte mal drauf das sie sich gerade mal eben berühren, kein Druck kein nicht berühren. Das machst Du dann mit deinen Händen die liegen einfach schwer wie sie sind träge da, bring deine Hände dazu das sie gerade eben aufliegen ohne Druck, ohne nicht aufliegen.

    Dein "Denken" hat dann soviel damit zu tun das keine Zeit mehr ist nicht das Hier und Jetzt zu fühlen, spüren. Aber der Effekt ohne Meditation im "wahren" Leben ist enorm. Du kannst plötzlich viel schneller erkennen wann Du in deiner Welt bist und wann in der DingeWelt.


    Mehr ist nicht zu tun. Die Betrachtung des Atems kommt dann übrigens ganz von alleine weil deinem Denken irgendwann einfach sowas von langweilig wird das es ein neues "Meditationsobjekt " braucht und das ist dann das was das Wichtigste ist für dein Leben ist. Atmen. Wenn Du nicht mehr atmen kannst hast du überhaupt erst ein 1 Problem, mehr echte Probleme gibt es kaum außer Hunger, Durst und Kälte oder Hitze. Doch das einzig extremste Problem ist kein Atem.

  • xiaojinlong
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    • 27. November 2019 um 11:49
    • #5

    Wenn ich mich hinsetzen mit der Absicht, dass ich meinen Geist damit diszipliniere, dann schaffe ich selbst schon die Ursache für Unmut. Unser Geist ist wie ein Affe der umherspringt und tut was er will - das ist seine Natur. Die Frage ist, was wir damit anstellen. Kreativität, Träume, Emotionen, Erinnerungen, all das sind Dinge die wunderbar sind. Die Frage ist aber eben wieder: was stelle ich damit an? Zwinge ich mich zur Kreativität, funktioniert das nicht. Zwinge ich mich zur Unkreativität funktioniert das auch nicht. Gedanken mal einfach Gedanken sein lassen, ohne auf sie aufzuspringen und sich mitreißen lassen, dass ist das Schwere. Denn nimmt man es sich vor, wie man sich vornimmt kreativ zu sein, dann klappt das wieder nicht.

    _()_

    小金龍

  • Obladi Oblada
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    • 27. November 2019 um 12:04
    • #6
    anfaenger:

    Was, um alles in der Welt, soll nun schlecht daran sein und warum "dürfen" wir nicht unseren eigenen Geist für Fantasie, Kreativität und traumhaft ausgestattete Luftschlösser feiern? Und wer von uns hat nicht schon in "gewissen" einsamen Stunden, "gewisse" Gedanken zelebriert und damit niemanden wehgetan? Müssen wir tatsächlich jede Minute unseres Lebens im manchmal wirklich langweiligem oder deprimierendem Gewahrsein leben, weil wir eben nicht immer Herr der Umstände sind?

    Wir "dürfen" alles, wir sollten uns nur nicht davon gefangennehmen lassen bzw. anhaften. Ich bin auch ein Träumerlein und ich mag das, aber ich weiß, wann es wieder genug ist.

    Living is easy with Eyes closed

  • mukti
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    • 27. November 2019 um 12:21
    • #7

    Hallo anfaenger,

    Wären wir nicht so sehr an unsere Freuden gewöhnt, würde uns das Gewahrsein nicht langweilen oder deprimieren, es wäre ein größeres Glück als alle anderen Freuden. So kann es leicht passieren dass man unter dem Eindruck leidet, dass es einen Unterschied zwischen Ist- und Sollzustand gibt. Da ist es gut Verständnis mit sich selber zu haben, zu akzeptieren wie es ist, Geduld zu entwickeln und neben der "glücklichen Versenkung in unsere Welt" einfach mit den Übungen weiterzumachen und seinen eigenen Weg zu finden. Wenn man es sehr eilig hat mit dem Erwachen und zuviel Zwang anwendet fällt man meistens gehörig auf die Nase weil man das nicht schafft. Besser dranbleiben so gut es geht und allmählich und stetig voranschreiten.

    Mit Metta, mukti.


  • Donner
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    • 27. November 2019 um 13:20
    • #8

    schlimm ist nur wenn du mit anderen existierst die nicht wirklich existieren.

    Der Fantasie ist hier Grenzen gesetzt.

    Man sucht eine Erklärung und landet irgendwo bei Raum Zeit Gefügen oder anderen ähnlichen Ideen.

    Deswegen ist die Medi gut für mich

    Ich kann hier den Kopf frei machen

    Go and Love Yourself_()_:like:

    Der Weg des Bogens, wer hält den Bogen?:dao:

  • Martin1980
    Gast
    • 27. November 2019 um 13:50
    • #9

    Meditation...

    Was machst du denn da genau?

    Hast du, bzw hattest Du einen Lehrer, der dir die buddhistische Meditation erklärt hat?

    Ich hatte damals einen 7 Tage Kurs, und konnte danach noch mehrere Monate mit meinem Lehrer verbringen.

    Vielleicht schreibst Du ein wenig über Deine Praxis, bzw falls ich was überlesen habe, den Link zu deinen Erfahrungen.

    Alles Gute für Dich!

  • Monikamarie
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    • 27. November 2019 um 14:08
    • #10
    anfaenger:

    Was, um alles in der Welt, soll nun schlecht daran sein und warum "dürfen" wir nicht unseren eigenen Geist für Fantasie, Kreativität und traumhaft ausgestattete Luftschlösser feiern? Und wer von uns hat nicht schon in "gewissen" einsamen Stunden, "gewisse" Gedanken zelebriert und damit niemanden wehgetan? Müssen wir tatsächlich jede Minute unseres Lebens im manchmal wirklich langweiligem oder deprimierendem Gewahrsein leben, weil wir eben nicht immer Herr der Umstände sind?

    Ellviral:

    Aus der Sicht des Buddha machst Du das doch alles so wie es zum Ziel führt. Er hat nie gesagt das der Geist "Diszipliniert" werden soll oder gar muss.

    Buddha zeigt das der Geist in seinen Ausuferungen vermindert werden sollte.

    Ellviral:

    Dein "Denken" hat dann soviel damit zu tun das keine Zeit mehr ist nicht das Hier und Jetzt zu fühlen, spüren. Aber der Effekt ohne Meditation im "wahren" Leben ist enorm. Du kannst plötzlich viel schneller erkennen wann Du in deiner Welt bist und wann in der DingeWelt.

    mkha':

    Die einfache Antwort ist: nichts! Wer sagt denn, Du dürfest nicht träumen, keine Kreativität entwickeln, keine Luftschlösser bauen ?

    Tue es achtsam und sei Dir bewusst:

    mkha':

    Das "sollte" und das "erziehen" lass mal weg, ersetze es durch: ein disziplinierter (sprich: ein ruhiger, ausgeglichener) Geist hilft mir in manchen (später auch allen) Situationen gelassen(er) zu bleiben. Diese "Disziplinierung" erfolgt keineswegs durch Zwang.

    mkha':

    Aber was rede ich? ... :) ... Was ich sagen möchte ist: ein so geschulter Geist kann gerade die wunderbarsten Luftschlösser bauen, aber dennoch - zack - von jetzt auf gleich im Hier und Jetzt das wahrnehmen, was gerade sehr wichtig ist, (z.B. Du baust Luftschlösser - auf einmal: Alarm! PKW kommt herangeschossen!), ... nicht nur im Äußeren, sondern auch tief im eigenen Innereṇ.

    Hallo Anfänger, was soll ich all dem noch hinzufügen?

    Denn genau so sehe ich das.

    Bleib gelassen oder werde es. Der einzige, der von Dir was verlangt, bist Du selbst. Und das ist das Gefängnis, aus dem Du raus willst. Jedenfalls ging/geht es mir so.

    Alles Gute beim bewussten Träumen :rose:

    _()_

  • Monikamarie
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    • 27. November 2019 um 16:32
    • #11

    [lz]

    Müssen wir tatsächlich jede Minute unseres Lebens im manchmal wirklich langweiligem oder deprimierendem Gewahrsein leben, weil wir eben nicht immer Herr der Umstände sind?[/lz]

    Hinzufügen möchte ich noch: Wenn Gewahrsein für Dich langweilig und deprimierend ist, dann ist das nicht Gewahrsein, sondern höchstens "Denken über Gewahrsein". Und wenn das denn so ist: ja das muss ich - damit leben, wenn ich gerade auf der Abwärtsbewegung bin. Und desto eher ich das akzeptiere und - ohne weiter darüber nachzudenken - zulasse, desto weniger langweilig und deprimierend ist es. Ich kenne das nämlich auch, gerade jetzt im November. Und dann weiß ich, ich befinde mich auf einer falschen Spur, wenn ich denn nicht den Ausgang finde.

    "Alles, was ich brauche, ist Energie. Und Energie bekomme ich, wenn ich Alles und Jeden vorurteilsfrei beobachte und untersuche." Carlos Castaneda (mein Lieblingsspruch, den ich auch heute wieder erinnerte!)

    _()_

  • Aravind
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    • 27. November 2019 um 17:50
    • #12

    [lz]

    ABER: Immer wieder stoße ich auf den Hinweis, dass der Geist beruhigt, diszipliniert oder erzogen werden sollte, weil ...[/lz]

    @anfaenger

    Das halte ich für eine unglückliche Formulierung, auch wenn sie weit verbreitet ist. Passt auch ein wenig zu Torstens Frage in einem anderen Thread.

    Das Ergebnis der Praxis ist der befriedete Geist. Das heißt nicht, dass die Praxis erziehend ist.

    Das wäre so, als würde man sagen: Du übst jetzt, ein perfekter Gitarrist zu sein. Offensichlicher Unsinn. Man übt einfach nur, und wenn man Geduld, Achtsamkeit und Liebe mitbringt, dann kann man ab und zu einen befriedeten Geist "ernten". Manchmal auch nicht. (auch dass muss man annehmen lernen, nützt nichts) .

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    PS Und schreibt Nils heute noch passend :) :[lz]

    Schwierigkeiten und Gelingen zugleich. Bleibe deinen spirituellen Zielen treu. Durch Ausdauer wendet sich alles zum Guten.[/lz]

    Einmal editiert, zuletzt von Aravind (27. November 2019 um 17:59)

  • Katrin.
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    • 27. November 2019 um 18:17
    • #13
    anfaenger:

    Ich bin d'accord damit, dass man innerhalb seiner "Traumwelt" das tatsächliche Hier und Jetzt verpasst

    Versteh ich nicht, wie soll es möglich sein ein Hier und Jetzt zu verpassen? Träumen passiert doch auch im Hier und Jetzt.

    Versuch doch lieber mal NICHT im Hier und Jetzt zu sein (:

  • Xyz
    Gast
    • 27. November 2019 um 18:46
    • #14
    Spock:

    In meinen Augen kann es sein, dass man manchmal durch das bewusste Registrieren (der eigenen Vorgänge) auch nur feststellt wie verpeilt man wirklich ist. Aber wenn man das dann regelmäßig feststellt, dann kann der Überraschungseffekt im Ergebnis abnehmen.

    Das finde ich ist ein wichtiger Hinweis. :idea:

    Denn gerade dadurch das ich bewusst meine inneren Vorgänge registriere bekomme ich überhaupt erst auch eine Chance darauf zu erkennen was ständig bei mir an Konzepten und Inhalten so abgeht, sich wiederholt, dreht...

    Vergangenheit, Zukunft, Sorgen, Ängste, Freude, Mitgefühl, LIEBE:wrose:

    Auf diese Art und Weise lerne ich mich zusätzlich

    intensiver in meinen Gedankenprozessen kennen und bemerke die Vergänglichkeiten, Substanzlosigkeiten und das Dukkha darin._()_

  • anfaenger
    Gast
    • 27. November 2019 um 18:57
    • #15
    Katrin.:
    anfaenger:

    Ich bin d'accord damit, dass man innerhalb seiner "Traumwelt" das tatsächliche Hier und Jetzt verpasst

    Versteh ich nicht, wie soll es möglich sein ein Hier und Jetzt zu verpassen? Träumen passiert doch auch im Hier und Jetzt.

    Versuch doch lieber mal NICHT im Hier und Jetzt zu sein (:

    Oh, darin bin ich schon perfekt, Katrin ... :lol:

    Danke, ihr Lieben, für die vielen schlauen Antworten. Ich habe einfach immer noch Bilder im Kopf vom abgeklärten Mönch, dessen Ziel es ist keine menschlichen Bedürfnisse zu haben und der den ganzen Tag so rumsitzt und ernsthaft über die Ernsthaftigkeit des Daseins (oder Nicht-Daseins) meditiert.

    Eigentlich bin ich selbst ein ernsthafter Mensch, aber ich "erwache" gerade dahingehend, mich und meine Lebendigkeit, Fantasie und anderes "unnützes Zeug" zu lieben. Ich glaube kaum, dass das jetzt etwas mit Meditation zu tun hat, ist halt gerade Zufall. Aber das ist eben diametral entgegengesetzt zu dem, was ich von einem "Meditierenden" erwarte (erwischt, Kilaya ;)).

    VG, Anfänger

  • Monikamarie
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    • 27. November 2019 um 19:01
    • #16

    Genau, Susann, wie sollen wir sonst begreifen, wie wir funktionieren?

    Erst durch das Registrieren der oft sich wiederholenden Gedankenmuster, Erwartungen, Enttäuschungen ... sehen wir, was in uns abgeht. Das Registrieren ist ja die Achtsamkeit auf die Gedankenwelt. Und diese führt letztlich aus dem Dilemma heraus. Das Dilemma nämlich, ein anderer (besserer, fortgeschrittener ...) Mensch sein zu wollen und offenbar nicht akzeptieren zu können, nur einfach ein Mensch zu sein wie alle anderen.

    Eigentlich kann das nur demütig machen.

    Also, lieber Anfänger, hab Mut und gib Dich hin :) an die Unvermeidlichkeit Deines Seins.

    _()_

  • CCC
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    • 27. November 2019 um 19:21
    • #17
    anfaenger:
    Katrin.:
    anfaenger:

    Ich bin d'accord damit, dass man innerhalb seiner "Traumwelt" das tatsächliche Hier und Jetzt verpasst

    Versteh ich nicht, wie soll es möglich sein ein Hier und Jetzt zu verpassen? Träumen passiert doch auch im Hier und Jetzt.

    Versuch doch lieber mal NICHT im Hier und Jetzt zu sein (:

    Oh, darin bin ich schon perfekt, Katrin ... :lol:

    Danke, ihr Lieben, für die vielen schlauen Antworten. Ich habe einfach immer noch Bilder im Kopf vom abgeklärten Mönch, dessen Ziel es ist keine menschlichen Bedürfnisse zu haben und der den ganzen Tag so rumsitzt und ernsthaft über die Ernsthaftigkeit des Daseins (oder Nicht-Daseins) meditiert.

    Eigentlich bin ich selbst ein ernsthafter Mensch, aber ich "erwache" gerade dahingehend, mich und meine Lebendigkeit, Fantasie und anderes "unnützes Zeug" zu lieben. Ich glaube kaum, dass das jetzt etwas mit Meditation zu tun hat, ist halt gerade Zufall. Aber das ist eben diametral entgegengesetzt zu dem, was ich von einem "Meditierenden" erwarte (erwischt, Kilaya ;)).

    VG, Anfänger

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    Das ist doch super; sich selbst anzunehmen, sich lieben zu lernen...das ist toll:hug::heart:

  • Louise M.
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    27. November 2019
    • 27. November 2019 um 20:48
    • #18

    Ich meditiere nun regelmäßig seit ca. 3 Jahren und habe natürlich auch unter diesem andauernden Abschweifen zu "leiden". Nun betrachte ich es nicht als Plage sondern als kleine Herausforderung die dazu dient mich in meiner Praxis zu stärken. Ich habe während der ersten Monate in denen ich angefangenen habe zu meditieren es besonders aus dem Grund gemacht, dass ich währenddessen am besten in meiner Traumwelt schweifen konnte. Das Meditieren hatte zweifelsfrei krasse Wirkungen und ich habe eine dramatische Wendung in meinem Lebens erfahren (sehr positiv!) ,die ich bei Gelegenheit gerne erzählen möchte. :) Doch ich habe gemerkt dass da mehr geht und dass der Punkt die Herangehensweise war/ist. Irgendwann habe ich angefangen eher mein Ziel zu visualisieren, was dann noch besser funktioniert hat. Neulich stand mir eine große Herausforderung bevor für die ich einige Stunden gechantet habe. Während des meditierens kam ich ,dank meiner Schwester, auf die Idee mich beim chanten aktiv auf meine Stimme zu konzentrieren was für mich bis jetzt die wohl effektivste aber langwierig auch die schwerste war. Ich muss sagen dass diese Methode einen großen impakt auf mein alltägliches Leben hat. Denn dadurch dass ich beim meditieren, wenn auch anfangs nur für ein paar Momente, mich im Hier und Jetzt befinde kommt es auf natürliche Weise auch im Leben.

    Vielen Dank für Ihr Interesse

    Liebe Grüße

    Louise :)

    P.S: Ich hoffe der Text war nicht zu ausschweifend.. Ich freue mich über Rückmeldungen!^^

  • anfaenger
    Gast
    • 27. November 2019 um 21:24
    • #19

    Hallo Louise,

    das Leiden unter dem Abschweifen konnte ich recht schnell aufgeben als ich hörte bzw. las, dass das auch Leuten passiert, die schon seit vielen Jahren meditieren. Auch ist die Idee, die Gedanken anhalten zu können oder zu müssen ist einfach ein Irrtum. Ich lerne zwar nur in winzig kleinen Schritten, aber ich bin guter Dinge ... ;):grinsen:

    VG, Anfänger

  • anfaenger
    Gast
    • 27. November 2019 um 21:29
    • #20
    Monikadie4.:

    Genau, Susann, wie sollen wir sonst begreifen, wie wir funktionieren?

    Erst durch das Registrieren der oft sich wiederholenden Gedankenmuster, Erwartungen, Enttäuschungen ... sehen wir, was in uns abgeht. Das Registrieren ist ja die Achtsamkeit auf die Gedankenwelt. Und diese führt letztlich aus dem Dilemma heraus. Das Dilemma nämlich, ein anderer (besserer, fortgeschrittener ...) Mensch sein zu wollen und offenbar nicht akzeptieren zu können, nur einfach ein Mensch zu sein wie alle anderen.

    Eigentlich kann das nur demütig machen.

    Also, lieber Anfänger, hab Mut und gib Dich hin :) an die Unvermeidlichkeit Deines Seins.

    _()_

    Hallo Monika,

    ich hab' kein Problem damit, ein Mensch zu sein, wie alle anderen. Aber ein bisschen besser und fortgeschrittener darf schon sein ... Ich weiß, dass das Annehmen ohne zu urteilen ein Widerspruch dazu ist, aber ich denke, jeder der zu meditieren anfängt, hätte einfach gerne etwas anders/besser in seinem Leben.

    LG Anfänger/in

  • Grashuepfer
    Gast
    • 27. November 2019 um 22:49
    • #21
    anfaenger:

    Eigentlich bin ich selbst ein ernsthafter Mensch, aber ich "erwache" gerade dahingehend, mich und meine Lebendigkeit, Fantasie und anderes "unnützes Zeug" zu lieben. Ich glaube kaum, dass das jetzt etwas mit Meditation zu tun hat, ist halt gerade Zufall. Aber das ist eben diametral entgegengesetzt zu dem, was ich von einem "Meditierenden" erwarte

    Hmmm... ich würde sagen, es geht vor allem darum, seine Anhaftungen, das Festhalten von angenehmen und Wegstoßen von unangenehmen Dingen zu reduzieren. Natürlich soll gute Meditation Lebendingkeit, Phantasie, Spontaneität etc. fördern - gerade weil es unsere gedanklich-emotionalen Fesseln lockern kann. Diese Idee vom emotionslosen, statuengleichen Meditierenden ist nicht allzu präzise. Es gibt vor allem ein großes Spektrum an Persönlichkeiten, die sich dann unterschiedlich äußern.

    Ich würde aber auch gerne dazu einladen, mal zu schildern, was du für eine Meditationspraxis hast. Der Begriff ist sehr vage, so ähnlich wie "Sport". Ich behaupte, dass eine gute Instruktion, egal in welcher Tradition, nicht die Dinge behauptet, die im EIngangspost zu lesen sind. Insofern könnte man da sehr wahrscheinlich noch nachjustieren.

    Man will natürlich möglichst in Kontakt mit der Realität treten, präsent und gegenwärtig sein. Aber eine gute Praxis sollte etwas leichtes, freudvolles, fröhliches haben - auch wenn es, wie im sonstigen Leben, auch schmerzhafte Erlebnisse geben soll und muss. Wenn man sich mal entscheidet, sich aus dem Hier und Jetzt auszuklinken, dann ist das auch ok. Aber dann will man das bewusst machen - sodass man weiß, man tut das jetzt, dass man beobachtet, wie es einem dabei geht und dann entscheiden kann, ob es heilsam ist.

    Die Frage ist, woran du interessiert bist, welche Tradition dich anspricht. Wenn du uns ein wenig erzählst, was dich interessiert und wie du so übst, können wir dir sicher ein paar gute Tips geben, wie deine Praxis weiterentwickelt werden kann.

  • Aravind
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    • 28. November 2019 um 00:44
    • #22

    @anfaenger[lz]

    Ich glaube kaum, dass das jetzt etwas mit Meditation zu tun hat, ist halt gerade Zufall. [/lz]

    Kann sein, kann auch nicht sein! ;)

    Aravind.

  • Katrin.
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    • 28. November 2019 um 04:49
    • #23
    anfaenger:

    ich hab' kein Problem damit, ein Mensch zu sein, wie alle anderen. Aber ein bisschen besser und fortgeschrittener darf schon sein ...

    Schau mal deine Signatur:[lz]

    "... Und du stehst nur da und bist verwirrt darüber, was du tun sollst oder nicht tun sollst, was richtig ist und was falsch ist. Aber so ist es schon immer gewesen. Mittelmäßige Menschen sind sich immer sicher. Es bleibt den intelligenteren Menschen vorbehalten, sich verwirrt und im Chaos zu fühlen." Osho[/lz]

    Da du jetzt verwirrt scheinst, ist das doch vielleicht ein gutes Zeichen? Aber was ist dann der Wunsch nach Klarheit?

  • Sven
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    • 28. November 2019 um 06:38
    • #24

    Ich kann nur sagen, wie ich es für mich halte:

    Wenn ich meditiere, arbeite ich diszipliniert und binde den Geist mit rechter Anstrengung (mittlerer Weg, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig) an das Meditationsobjekt. Wenn ich mich entspanne (z. B. in der Badewanne), lasse ich den Geist machen, was er will. Dadurch wird er kreativ und diese Kreativität hat sich für mich immer positiv ausgewirkt. Auch gerade durch dieses Loslassen ist mein Geist, wenn er denn wieder meditieren soll, viel "artiger".

    Zu glauben, man können den Geist mit seinem eigens konstruiertem Ich disziplinieren, ist sowieso Unfug. Ein neuronales Netz, wie es der Geist nun mal ist, ändert sich durch Übung. Die Übung darf nie so viel Anstrengung einsetzen, sodass Widerwille entsteht.

    Disziplinierung darf immer (auch in anderen Fällen) nur den Sinn haben, das Gesamtsystem zu verbessern und das geht nur mit optimaler Anstrengung und Einsicht. Nur so werden Teile des Geistes nicht zum Gegner und spielen bei der gewünschten Änderung mit.

  • Xyz
    Gast
    • 28. November 2019 um 07:02
    • #25

    Entschuldige lieber Sven

    doch bei dem Wort ‚artig‘ wird mir immer schlecht...

    Der Buddha sprach von einem gefügig en, einem geschmeidigen Geist usw nicht im Sinne von eingeschüchtert.

    Sondern weil der menschliche Geist sein Geist durch das disziplinierte Training in Verbindung von Sila und Samadhi Weisheit erlangte.Befreiung, Nibanna.

    Die Konzentration ist dabei die Basis um unseren Geist gefügig und geschmeidig, freudvoll und verzückt in Gleichmut zu erleben damit eine friedliche Erlangung von Weisheit überhaupt erreicht wird.

    So ein wenig artig sein hat und führt zu anderen Zielen...🙏

    Einmal editiert, zuletzt von Xyz (28. November 2019 um 07:22)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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