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Nach welcher Meditationsmethode hat der historische Buddha praktiziert?

  • Zrebna
  • 8. Dezember 2019 um 11:59
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  • Noreply
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    • 10. Dezember 2019 um 01:16
    • #26
    xiaojinlong:
    Zrebna:

    Du sagst, dass dort die Praxis recht einheitlich ist - aber kommt dort nicht zb. Metta und Versenkung "zu kurz"?

    Zazen, als einer der Kernpraktiken des Zen, ist der direkte Weg in das Sein. Und das Sein umfasst all das. Das schwierige ist das einfach nur sitzen.

    Sitzen kann jeder Depp!!! Das erfühlen des Luftstroms ist das scheinbar einfache. Nur beobachten nur betrachten nur den Körper so sitzen lassen wie er am besten Atmen kann. Den Luftstrom beobachten. die Nasenspitze ist immer mitten im Gesicht und an der Spitze zieht Luft worbei wie Wolken am Gipfel eines Berges.

  • Katrin.
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    • 10. Dezember 2019 um 16:03
    • #27
    Ellviral:

    Sitzen kann jeder Depp!!!

    Deswegen ist "Einfach nur Sitzen" ja so schwer, weil keiner der Depp sein will und lieber doch mehr tut als einfach nur zu sitzen...

    Oder liegt die Schwierigkeit hierin:

    Denk jetzt NICHT an ein Kamel! (tu nichts als einfach nur zu sitzen)

  • xxx
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    • 10. Dezember 2019 um 18:37
    • #28


    Gar nicht immer so einfach, “einfach nur sitzen“.


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    2 Mal editiert, zuletzt von xxx (10. Dezember 2019 um 18:43)

  • Zrebna
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    • 10. Dezember 2019 um 18:52
    • #29
    Bakram:
    Zrebna:

    Hallo!

    Mir ist klar, dass man dies ggf. nicht 100% in Grenzen rücken kann, aber evtl. kann man aus Aufzeichnungen erschließen, welche

    heutige Methode, der des Buddhas richtungsweise am ähnlichstem gewesen ist?

    Also zum Beispiel Zen (Soto), Zen (Rinzai), Vipassana, TM, etc...?

    Evtl. weiß hier ja Jemand Bescheid.^^

    Gruß,

    Zrebna

    Alles anzeigen

    Auf diese Frage gibt es nur eine gültige Antwort:

    Das Satipatthana Sutta.

    Gilt das aber nicht für alle Strömungen/Sekten des Buddhismus?

    Bin auf diesem Gebiet noch sehr unterwandert - und muss mich zugegeben noch besser einlesen.


    Vipassana ist eine Erfindung burmesischer Mönche im 19.Jh.

    Interessant, weil es wohl innerhalb der Vipassana-Bewegung nach Goenka so verkauft wird, als wäre diese Art der Praxis recht nah dran, an dem wie der historische Buddha selber praktiziert haben soll.


    ZEN ist unter anderem eine Mischung (Synkretismus) aus Buddhismus und Daoismus.

    Alles anzeigen

    Evtl. noch eine weitere Frage:

    Ich selber praktiziere mittlerweile täglich 60 Minuten morgens nach der "TMI"-Methode und Fortschritt ist fühlbar.

    Ich würde aber gerne bald 2 Dinge zusätzlich hinzufügen:

    1.) 1-2-mal/Jahr ein Retreat.

    Am meisten interessiert mich Vipassana und diese Praxis soll wohl auch angeblich rel. ähnlich zu der "TMI"-Methode nach Culadasa sein, was auch ein weiterer Pluspunkt ist.

    Irgendwann möchte ich auch mal dieses "verrückte" 10-Tage-Retreat der dhamma-Organisation absolvieren - aber hat noch Zeit xD

    2.) Ich würde mich gerne einer Sanga anschließen.

    Wie gesagt, interessiert mich eigentlich die Vipassana-Richtung als Praxis (Philosophie soll ja überall gleich/ähnlich sein bzgl. den Kernpunkten?).

    Problem ist, dass es in der Stadt, in der ich lebe nur Sangas gibt, die vorwiegend Zen angehörig sind, und somit Zazen praktizieren.

    Nun soll das Mischen von diversen Praxis-"Methoden" nicht ideal sein - ich habe dazu zb. dieses Video gesehen und die Argumentation macht Sinn (er hat in diesem Video auch u.a. Dogen zitiert) :

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    Wie seht ihr diesen Punkt?

    Lg,

    Zrebna

  • Aravind
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    • 10. Dezember 2019 um 19:46
    • #30
    Zrebna:

    1.) 1-2-mal/Jahr ein Retreat.

    Am meisten interessiert mich Vipassana und diese Praxis soll wohl auch angeblich rel. ähnlich zu der "TMI"-Methode nach Culadasa sein, was auch ein weiterer Pluspunkt ist.

    Wenn Du einen Vipassana-Retreat ausprobieren willst, solltest Du einen Vipassana-Retreat machen. Wenn Du einen TMI-ähnlichen Retreat suchst, würde ich abraten. Das Risiko ist recht groß, dass diese Vorstellung Dich einschränkt. Und ein Retreat hat vor allem mit Einlassen und Hingabe zu tun (um Missverständnissen vorzubeugen: Hingabe an das, was ist, nicht an den Lehrer).

    Dass sich Vipassana-Praxis mit einer Zen-Sangha "verträgt", kann ich mir kaum vorstellen. Aber hier gibt es ja genug erfahrene Zennies, die dazu was kompetentes sagen können.

    Was meinst Du mit "dieses verrückte 10-Tage-Retreat der dhamma-Organisation"?

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • xxx
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    • 10. Dezember 2019 um 19:51
    • #31

    Eine wichtige Frage, die sich jeder mal stellen sollte:

    Suche ich "Erwachen" oder suche ich die Befreiung vom Suchen ?

  • Grashuepfer
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    • 10. Dezember 2019 um 20:27
    • #32

    Ja, Zrebna, es ist relativ schwierig, da etwas passendes zu finden. Mir geht es so ähnlich, ich praktizier ja auch großteils nach TMI, und da gibt es nur wenige Retreat-Angebote in Europa.

    Das Ding ist, dass der Begriff "Vipassana" relativ vieldeutig ist. Im tibetischen Buddhismus wird das gemacht, und im südost-asiatischen Theravada. Und doch gibt es ganz viele kleine und große Unterschiede. Grundsätzlich ist aber das, was in TMI gelehrt wird, auf diesen beiden Schulen beruht. TMI ist aber sehr Samatha-lastig, sprich, legt einen großen Punkt auf Konzentrationsmeditation. Die richtigen Vipassana-Methoden kommen in TMI in allen Stufen vor, aber so richtig erst, nachdem Einspitzigkeit erreicht ist, also ca. ab Stufe 7. Aber auch da ist das Spektrum groß. Manche Vipassana-Schulen legen großen Wert auf Konzentrationsmeditation (bzw. auch manchmal als ruhiges Verweilen bezeichnet), andere nutzen das weniger oder gar nicht.

    Und mit der Sangha ist dann nochmal schwieriger, da die ja nicht so weit weg sein soll. Es ist wesentlich einfacher, wenn du des Englischen mächtig bist, denn es gibt eine ganze Reihe an Online-Gruppen, die von guten Lehrern geleitet werden. Es existieren auch ein paar deutsche Gruppen, eine in München und eine Online-Gruppe, die zur Zeit einmal im Monat spricht.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du mit den verrückten 10-Tage-Retreats die Goenka-Retreats meinst. Diese sind tatsächlich anders strukturiert als TMI, besonders der Body Scan (TMI Stufe 5) wird ganz anders verwendet.

    Das sind aber alles Dinge, die weniger wichtig werden, wenn man mal eine gewisse Erfahrung in der Praxis hat. Ich bin ja recht aktiv in der TMI-Community, und viele von uns machen Retreats mit, wo sie sympathische finden. Wenn man eine etablierte Praxis und eine gewisse Vertrautheit mit den Methoden hat, sind die Unterschiede eher in den Details- aber die ersten 1-2 Jahre kann das deutlich problematischer sein, weil man da erstmal mehr Anleitung haben sollte.

    Für letzteres würde ich empfehlen, einen Lehrer zu suchen, mit dem du eine Verhältnis aufbauen und regelmäßig über deine Praxis sprechen kannst. Jemand, der sich auskennt, wird dir auch sagen können, was du z.B. auf einem Goenka-Retreat erwarten kannst und solltest, dann ist das auch kein Problem, da mitzumachen. Es ist, wie du sagst, ein Kontinuum an Methoden.

    Es gibt Berichte von Goenka-Retreats, bei denen von Leuten verlangt wird, nur absolut Goenka zu praktizieren, und bei denen Leute heimgeschickt wurden, wenn sie zugegeben haben, dass sie eine andere Vipassana-Praxis machen. Das ist nicht der Standardfall, kommt aber gelegentlich vor.

    Mit Zen ist es tatsächlich deutlich schwieriger. Du hast ja vermutlich den Thread dazu gesehen, und im Zen wird doch ganz anders vorgegangen als in den ganzen Vipassana-Schulen. Grundsätzlich kannst du auch da ruhig mal hingehen, es kann trotzdem schön sein, in Gesellschaft zu meditieren, und dir reißt auch keiner den Kopf ab, wenn du sagst, dass du Vipassana machst. Aber das Ding ist natürlich, dass man dir unter Umständen nicht so direkt helfen kann, wenn du mit gewissen Vipassana-spezifischen Techniken Schwierigkeiten oder Fragen hast. Und auch, dass die Zen-Art, zu lehren, durch ihre spezielle Herangehensweise erstmal etwas seltsam wirkt. Aber in vielerlei Hinsicht kann es auch ganz unproblematisch sein - ich würds mal probieren!

    Du kannst dich auch gerne an mich wenden, und ich geb die Kontaktdaten für deutschen und englischen Sanghas und Lehrer weiter. Da gibt es gute Leute, mit denen man seine Praxis und Fortschritte und Fragen besprechen kann.

  • Aravind
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    • 10. Dezember 2019 um 20:56
    • #33
    Grashuepfer:

    Es gibt Berichte von Goenka-Retreats, bei denen von Leuten verlangt wird, nur absolut Goenka zu praktizieren, und bei denen Leute heimgeschickt wurden, wenn sie zugegeben haben, dass sie eine andere Vipassana-Praxis machen. Das ist nicht der Standardfall, kommt aber gelegentlich vor.

    Das halte ich auch für vernünftig. Wenn man zum Retreat eines Lehrers geht, seinen Anweisungen und Dhamma-Talks zuhört, aber den Anleitungen nicht folgen will, dann verschwendet man meiner Meinung nach seine Zeit und veräppelt den Lehrer. Was soll man dann da? Wenn ich mich nicht einlassen will, ist das ja völlig ok, aber dann bleibe ich halt zu Hause.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Leonie
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    • 10. Dezember 2019 um 23:02
    • #34
    Bakram:

    Eine wichtige Frage, die sich jeder mal stellen sollte:

    Suche ich "Erwachen" oder suche ich die Befreiung vom Suchen ?

    Das ist eine sehr wichtige Frage. Und wenn man sich für eine Sache entscheidet, dann wird diese Frage auch mit Begriffen beantwortet und in Konzepte gekleidet. Man geht nämlich nach dem Ähnlichkeitsprinzip vor, was einem an Konzepten und Begriffen bereits bekannt vorkommt, dem geht man nach - d.h. man sucht Bestätigung. Das führt dann aber letztlich nicht zur Befreiung - die findet man nur durch das Ausschlußprinzip - denn ein Erwachen, das es gibt, gibt es nicht. Es geht also weder ums Finden noch ums Suchen.

    :zen:

  • Sudhana
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    • 11. Dezember 2019 um 13:35
    • #35

    Danke Leonie für diese mE hilfreiche Anmerkung. Um mal einen Punkt herauszugreifen:

    Leonie:

    Und wenn man sich für eine Sache entscheidet, dann wird diese Frage auch mit Begriffen beantwortet und in Konzepte gekleidet.

    Dann hat man eben auch Methoden und 'Schulen', die für bestimmte Methoden stehen und Spezialisten für Methoden und den ganzen restlichen Supermarkt. Wo man dann die Waren miteinander vergleichen, nach ihrem Kosten-/Leistungsverhältnis beurteilen und sich dann für das beste Schnäppchen entscheiden kann. Hauptsache, man entscheidet sich für eine Ware. So macht man sich und Andere zum Gimpel. Anders gesagt: es gibt auch eine spirituelle Gier ...

    Natürlich gibt es dann einen (nicht immer ganz fairen) Wettbewerb der Methoden um Marktanteile und dabei hilft das Marketing. Die älteste Marketingidee ist die, etwas als 'Original' anzubieten. Das zieht immer noch, vor allem auf dem religösen und auf dem Kunstmarkt (merkwürdige, aber auch nicht allzu überraschende Konzidenz).

    Der Witz ist, dass du gar keine Methode brauchst. Es geht doch nicht darum, Buddhas Methode zu kopieren, sondern darum, Buddhas Erwachen zu kopieren. Und dieses Ungeborene, zu dem du erwachst indem du dich darin verlierst, ist ja da - es war nie weg. Und dies zu sehen - dabei hilft nichts so sehr, als der Verzicht auf Methoden. Eine reicht - und das ist die Einnahme der Haltung des Erwachens.

    _()_

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  • Schmu
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    • 11. Dezember 2019 um 15:08
    • #36
    Sudhana:

    Dann hat man eben auch Methoden und 'Schulen', die für bestimmte Methoden stehen und Spezialisten für Methoden und den ganzen restlichen Supermarkt. Wo man dann die Waren miteinander vergleichen, nach ihrem Kosten-/Leistungsverhältnis beurteilen und sich dann für das beste Schnäppchen entscheiden kann. Hauptsache, man entscheidet sich für eine Ware. So macht man sich und Andere zum Gimpel. Anders gesagt: es gibt auch eine spirituelle Gier ...

    Große Zustimmung von meiner Seite und der meiner gefiederten Freunde. Einzig der Gimpel verwahrte sich gegen solcherlei Vergleiche und fühlte sich zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

  • Sudhana
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    • 11. Dezember 2019 um 16:53
    • #37
    Schmu:

    Einzig der Gimpel verwahrte sich gegen solcherlei Vergleiche und fühlte sich zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt.

    Mangels einer passenden Weisheit eines der Buddhas und Patriarchen kann ich hier nur mit einer unserer eigenen Altvordern dienen: wenn dir nach einem Vogel zum Zeitvertreib ist, mache eine Leimrute. Gimpel sind naiv genug, immer noch auf diesen uralten Trick hereinzufallen und sich anschließend auch ganz gut an ihren Gefangenenwärter zu gewöhnen.

    Auf freilebende Gimpel trifft dies natürlich nicht zu - die haben sich ja auch nicht einfangen lassen ... Richte dem Kollegen also bei Gelegenheit mein Bedauern über die unbabsichtigte Kränkung aus.

    _()_

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  • Aravind
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    • 11. Dezember 2019 um 17:41
    • #38
    Sudhana:

    Der Witz ist, dass du gar keine Methode brauchst. Es geht doch nicht darum, Buddhas Methode zu kopieren, sondern darum, Buddhas Erwachen zu kopieren. Und dieses Ungeborene, zu dem du erwachst indem du dich darin verlierst, ist ja da - es war nie weg. Und dies zu sehen - dabei hilft nichts so sehr, als der Verzicht auf Methoden. Eine reicht - und das ist die Einnahme der Haltung des Erwachens.

    Das ist für den einen eher Anfänger ja schon eine sehr weitgehende Aussage. Da Zrebna sich hier sehr offen und ehrlich bemüht: Vielleicht hast Du Lust, das ein wenig auszuführen?

    Natürlich auch für andere Gimpel wie mich, die nach einer bestimmten, wenn auch auswechselbaren, Methodik trainieren.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Grashuepfer
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    • 11. Dezember 2019 um 18:11
    • #39

    Ohne Sudhana ins Wort fallen zu wollen - er spricht von Shikantaza, den direkten Methoden des Zen, wie sie ja im Zen vs Vipassana-Faden schon kontrovers diskutiert wurden.


    Und, Zrebna, während ich Brad Warner nicht widersprechen will, es kommt auch immer auf die einzelne Person an. Hier ist die Gegenposition von einer Zen-Nonne (Soto), die auch sehr gut weiß, wovon sie spricht.

    83 – Two Paths to Meditative Concentration: Directed Effort Versus Letting Go – Part 1 - The Zen Studies Podcast

    113 – Clarification: It’s Okay to Use Multiple Types of Meditation - The Zen Studies Podcast

  • Aravind
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    • 11. Dezember 2019 um 18:46
    • #40
    Grashuepfer:

    Ohne Sudhana ins Wort fallen zu wollen

    Zu spät!

    Grashuepfer:

    wie sie ja im Zen vs Vipassana-Faden schon kontrovers diskutiert wurden.

    Ich hatte ja um Erläuterung gebeten, nicht um "vs" und nicht um Diskussion. Ich finde, dieser ernstafte Thread hat das "verdient".

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Leonie
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    • 11. Dezember 2019 um 19:08
    • #41

    Es ist ja hier nach der Methode des Originals - des historischen Siddharta - gefragt - und das hat er ja selbst erzählt in MN 36. Da war er zunächst bei Āḷāra Kālāma und danach bei Uddaka Rāmaputta, zwei sehr berühmte Lehrer und hat sie beide wieder verlassen, weil er mit dem Ergebnis nicht zufrieden war.

    Dann setzte er sich bis die Erkenntnis kam, von der er sofort wusste, dass es DAS ist. Man nennt das Evidenz.

    Dafür gibt es keine Methode, denn das könnte man erst entwickeln, wenn man bereits zur Erkenntnis gekommen ist. Daraus sind die Lehrreden entstanden, aus dem Bemühen anderen zur Erkenntnis zu helfen - einen Weg zu zeigen, der achtfache Pfad.

    Es dauert allerdings ziemlich lange, bis mancher kapiert, dass der achtfache Pfad keine Methode ist.

    Das sinnvollste ist doch, man setzt sich bis der Groschen fällt. Bei Buddha ist das nach 49 Tagen passiert - andere brauchen länger oder kürzer. Bei manchen fällt er nie.

    Dabei kann es natürlich hilfreich sein, wenn man sich mit allerlei anderer Praktiken ein wenig die Zeit vertreibt. Mal ein Retreat hier, mal eins da.

    :zen:

    Einmal editiert, zuletzt von Leonie (11. Dezember 2019 um 19:14)

  • cinnamon
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    • 11. Dezember 2019 um 20:32
    • #42

    ich bezweifle das nur sitzen das sinnvollste ist. der 8fache pfad beinhaltet ja mehrere aspekte. Wenn jeder diesselben Erfahrungen hätte, hätte jeder denselben zugang und dieselbe Reife. Dann wäre ein Weg der sinnvollste.

    Der Buddha hat doch auch je nach Bedarf diese oder eine andere Methode empfohlen. Z.b. wenn jemand einen starken Körperfetisch hatte, war doch die Körperbetrachtung z.b. hilfreich. so etwa verstehe ich es.

  • Zrebna
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    • 11. Dezember 2019 um 21:04
    • #43
    Aravind:
    Zrebna:

    1.) 1-2-mal/Jahr ein Retreat.

    Am meisten interessiert mich Vipassana und diese Praxis soll wohl auch angeblich rel. ähnlich zu der "TMI"-Methode nach Culadasa sein, was auch ein weiterer Pluspunkt ist.

    Wenn Du einen Vipassana-Retreat ausprobieren willst, solltest Du einen Vipassana-Retreat machen. Wenn Du einen TMI-ähnlichen Retreat suchst, würde ich abraten. Das Risiko ist recht groß, dass diese Vorstellung Dich einschränkt. Und ein Retreat hat vor allem mit Einlassen und Hingabe zu tun (um Missverständnissen vorzubeugen: Hingabe an das, was ist, nicht an den Lehrer).

    Dass sich Vipassana-Praxis mit einer Zen-Sangha "verträgt", kann ich mir kaum vorstellen. Aber hier gibt es ja genug erfahrene Zennies, die dazu was kompetentes sagen können.

    Ja, das scheint wohl tatsächlich der Fall zu sein - nach weiteren Recherchen.

    Aber wir sprechen nur davon, dass sich die Praxismethoden nicht miteinander gu tvertragen, oder?

    Die buddhistische Philosophie sollte bei beiden im Groben und ganzem die selbe sein, oder?

    Also edler achtfacher Pfad, die 4 Wahrheiten, die drei Erkenntnisse, etc.?

    Was meinst Du mit "dieses verrückte 10-Tage-Retreat der dhamma-Organisation"?

    Ah, das war quasi nur spasseshalber "daher gesagt" - geht einfach darum, dass sich das strikte Programm dieses Retreats und die Dauer erstmal respekteinflößend anhören (daher "verrückt") - aber auch sehr interessant ^^

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Alles anzeigen

    Danke für den Input!:)

  • Zrebna
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    • 11. Dezember 2019 um 21:05
    • #44
    Bakram:

    Eine wichtige Frage, die sich jeder mal stellen sollte:

    Suche ich "Erwachen" oder suche ich die Befreiung vom Suchen ?

    Für mich eher das zweite.

    Aber das zu diskutieren könnte in eine infinte loop führen und geht wohl über diesen Thread hinaus^^

  • Zrebna
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    • 11. Dezember 2019 um 21:26
    • #45

    Schon mal vielen Dank für deinen Input! :)

    Ich gehe auf paar Punkte ein und hab da evtl. noch paar Fragen:

    Grashuepfer:

    Ja, Zrebna, es ist relativ schwierig, da etwas passendes zu finden. Mir geht es so ähnlich, ich praktizier ja auch großteils nach TMI, und da gibt es nur wenige Retreat-Angebote in Europa.

    Das Ding ist, dass der Begriff "Vipassana" relativ vieldeutig ist. Im tibetischen Buddhismus wird das gemacht, und im südost-asiatischen Theravada. Und doch gibt es ganz viele kleine und große Unterschiede. Grundsätzlich ist aber das, was in TMI gelehrt wird, auf diesen beiden Schulen beruht. TMI ist aber sehr Samatha-lastig, sprich, legt einen großen Punkt auf Konzentrationsmeditation. Die richtigen Vipassana-Methoden kommen in TMI in allen Stufen vor, aber so richtig erst, nachdem Einspitzigkeit erreicht ist, also ca. ab Stufe 7. Aber auch da ist das Spektrum groß. Manche Vipassana-Schulen legen großen Wert auf Konzentrationsmeditation (bzw. auch manchmal als ruhiges Verweilen bezeichnet), andere nutzen das weniger oder gar nicht.

    Kennst du die Inhalte dieses bekannten 10-Tage-Retreats von dhamma.org nach Goenka?

    Falls ja, wie würdest du hier Paralellen, Ähnlichleiten und Unterschiede einschätzen?

    Und vor allem, "vertragen" sich die beiden Praxismethoden "Vipassana" (nach Goenka) und TMI, deiner Meinung nach?

    Oder eher auch nicht so gut?

    Zazen und TMI "vertragen" sich ja wohl nicht so gut.

    Und mit der Sangha ist dann nochmal schwieriger, da die ja nicht so weit weg sein soll. Es ist wesentlich einfacher, wenn du des Englischen mächtig bist, denn es gibt eine ganze Reihe an Online-Gruppen, die von guten Lehrern geleitet werden. Es existieren auch ein paar deutsche Gruppen, eine in München und eine Online-Gruppe, die zur Zeit einmal im Monat spricht.

    Ja, ich spreche zwar fließend Englisch in Wort und Schrift, aber bin absolut kein Fan von Online-Sangas, wenn ich ehrlich bin.

    Ich studiere Informatik und bin alleine deshalb schon sehr viel "am Computer" und lege Heute eher persönlich wert darauf, dass ich meine Freizeit und Hobbies eher offline verbringen kann (größtenteils).

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du mit den verrückten 10-Tage-Retreats die Goenka-Retreats meinst. Diese sind tatsächlich anders strukturiert als TMI, besonders der Body Scan (TMI Stufe 5) wird ganz anders verwendet.

    Ah ok, hier kommt ja schon die Antwort:

    Hm, denkst du, dass sich diese beiden Praktiken "im Wege" stehen könnten, oder kann man ruhig mal als "TMI-Praktizierender" so ein Retreat mitmachen?

    Wie denkst du ist es umgekehrt?

    Also wird einem das Ausüben von TMI (bis zu einer höheren Stufe) hilfreich sein, wenn man irgendwann mal doch in eine eher "traditionellere" buddhistische "Sekte", wie zb. Zen oder Theravada "gehen" wollen würde?

    Oder kann diese gar für so eine potentielle Zukunft hinderlich sein?

    Das sind aber alles Dinge, die weniger wichtig werden, wenn man mal eine gewisse Erfahrung in der Praxis hat. Ich bin ja recht aktiv in der TMI-Community, und viele von uns machen Retreats mit, wo sie sympathische finden. Wenn man eine etablierte Praxis und eine gewisse Vertrautheit mit den Methoden hat, sind die Unterschiede eher in den Details- aber die ersten 1-2 Jahre kann das deutlich problematischer sein, weil man da erstmal mehr Anleitung haben sollte.

    Aber dem nächstem Post, lese ich dann zuerst den gesamten Post, bevor ich ihn quote und loslege xD

    Aber um sicher zu gehen:
    Obige Bedenken sind zumindest nach vermehrter TMI-Erfahrung (1 -2 Jahre) kein Problem mehr?

    Für letzteres würde ich empfehlen, einen Lehrer zu suchen, mit dem du eine Verhältnis aufbauen und regelmäßig über deine Praxis sprechen kannst. Jemand, der sich auskennt, wird dir auch sagen können, was du z.B. auf einem Goenka-Retreat erwarten kannst und solltest, dann ist das auch kein Problem, da mitzumachen. Es ist, wie du sagst, ein Kontinuum an Methoden.

    Ja, wie gesagt - wäre super, aber in meiner Stadt gibt es wohl nur Zen Buddhismus und ich würde ich den Theravada favorisieren.

    Ich recherchiere aber nochmals genau, ob ich evtl. Möglichkeiten in meiner Stadt übersehen habe.

    Es gibt Berichte von Goenka-Retreats, bei denen von Leuten verlangt wird, nur absolut Goenka zu praktizieren, und bei denen Leute heimgeschickt wurden, wenn sie zugegeben haben, dass sie eine andere Vipassana-Praxis machen. Das ist nicht der Standardfall, kommt aber gelegentlich vor.

    Ja, hab ich auf Reddit gelesen.

    Weiß nicht, was ich davon halten soll und inwiefern, es Sinn macht oder nicht...

    Mit Zen ist es tatsächlich deutlich schwieriger. Du hast ja vermutlich den Thread dazu gesehen, und im Zen wird doch ganz anders vorgegangen als in den ganzen Vipassana-Schulen. Grundsätzlich kannst du auch da ruhig mal hingehen, es kann trotzdem schön sein, in Gesellschaft zu meditieren, und dir reißt auch keiner den Kopf ab, wenn du sagst, dass du Vipassana machst. Aber das Ding ist natürlich, dass man dir unter Umständen nicht so direkt helfen kann, wenn du mit gewissen Vipassana-spezifischen Techniken Schwierigkeiten oder Fragen hast. Und auch, dass die Zen-Art, zu lehren, durch ihre spezielle Herangehensweise erstmal etwas seltsam wirkt. Aber in vielerlei Hinsicht kann es auch ganz unproblematisch sein - ich würds mal probieren!

    Thread kannte ich noch nicht - gehe mal bei Zeiten ggf. auf die Suche^^

    Du kannst dich auch gerne an mich wenden, und ich geb die Kontaktdaten für deutschen und englischen Sanghas und Lehrer weiter. Da gibt es gute Leute, mit denen man seine Praxis und Fortschritte und Fragen besprechen kann.

    Ich weiß das ehrlich zu schätzen, wann immer ich hier mal ab und an mitlese, fallen mir immer deine starken Posts auf.

    Aber dieses "Online-Din" - ich will ehrlich meinen Freizeit/-Hobbiebereich davon so "sauber" wie möglich halten.

    Sonst merke ich schon, nicht so optimale Auswirkungen auf mich.

    Wie gesagt, muss auch schon so sehr viel am Computer "hängen". xD

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    • 11. Dezember 2019 um 21:32
    • #46
    Aravind:
    Sudhana:

    Der Witz ist, dass du gar keine Methode brauchst. Es geht doch nicht darum, Buddhas Methode zu kopieren, sondern darum, Buddhas Erwachen zu kopieren. Und dieses Ungeborene, zu dem du erwachst indem du dich darin verlierst, ist ja da - es war nie weg. Und dies zu sehen - dabei hilft nichts so sehr, als der Verzicht auf Methoden. Eine reicht - und das ist die Einnahme der Haltung des Erwachens.

    Das ist für den einen eher Anfänger ja schon eine sehr weitgehende Aussage. Da Zrebna sich hier sehr offen und ehrlich bemüht: Vielleicht hast Du Lust, das ein wenig auszuführen?

    Natürlich auch für andere Gimpel wie mich, die nach einer bestimmten, wenn auch auswechselbaren, Methodik trainieren.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Ja, aber was soll ich denn genau ausführen?

    Ich glaube dieses high-level-Gerede bringt mich und auch viele andere Anfänger nicht wirklich weiter.

    Ich weiß niicht, kann man das so hinnehmen? Falls nicht, dann bitte ggf. in einen separaten Thread.

    Dieser Thread ist für Noobs gedacht! xD

  • Zrebna
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    • 11. Dezember 2019 um 21:34
    • #47
    Grashuepfer:

    Ohne Sudhana ins Wort fallen zu wollen - er spricht von Shikantaza, den direkten Methoden des Zen, wie sie ja im Zen vs Vipassana-Faden schon kontrovers diskutiert wurden.


    Und, Zrebna, während ich Brad Warner nicht widersprechen will, es kommt auch immer auf die einzelne Person an. Hier ist die Gegenposition von einer Zen-Nonne (Soto), die auch sehr gut weiß, wovon sie spricht.

    83 – Two Paths to Meditative Concentration: Directed Effort Versus Letting Go – Part 1 - The Zen Studies Podcast

    113 – Clarification: It’s Okay to Use Multiple Types of Meditation - The Zen Studies Podcast

    Ah, Danke!:)

    Beide Podcasts werd ich mir auf jeden Fall "reinziehen".

    Danke für die Links.

    Könnte mich evtl. noch jemand bitte zu den kontrovers diskutieren "Zen vs. Vipassana"-Stellen linken?

  • void
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    • 11. Dezember 2019 um 21:35
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    • #48
    cinnamon:

    ich bezweifle das nur sitzen das sinnvollste ist. der 8fache pfad beinhaltet ja mehrere aspekte.

    Der edle achtfache Pfad ist der Pfad zur Prüfung vom Leid und zum Verlöschen von Gier, Hass und Unwissenheit. Wenn man aber ohne Gier, Hass und Unwissenheit sitzt, dann ist das doch genau "Nur Sitzen". Befreiung ist "Nur sitzen".

    Ich verstehe es, so dass es keine " weitere Methode" beschreibt, sondern die konsequente Ausformulierung einer Herangehensweise, bei der man eben nicht im Sinn einer "Methode" denkt, also von Schritten wie man von A nach B kommt, sondern von B ausgeht.

    Auch wenn wir fast jeden Moment

    von B nach A gespült werden, bedeutet in B sitzen zu bleiben, Buddha zu bleiben.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Zrebna
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    • 11. Dezember 2019 um 21:37
    • #49
    Aravind:
    Grashuepfer:

    Ohne Sudhana ins Wort fallen zu wollen

    Zu spät!

    Grashuepfer:

    wie sie ja im Zen vs Vipassana-Faden schon kontrovers diskutiert wurden.

    Ich hatte ja um Erläuterung gebeten, nicht um "vs" und nicht um Diskussion. Ich finde, dieser ernstafte Thread hat das "verdient".

    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Ach so, scheint so, dass ich vorher gar nicht gemeint gewesen bin und hier nichts "ausführen" muss, von was ich eh noch keine Ahnung habe.

    Ihr könnt natürlich gerne untereinander hier so viel diskutieren, wie ihr wollt - könnte sicher interessant sein^^

  • Grashuepfer
    Gast
    • 11. Dezember 2019 um 22:01
    • #50

    Danke für deine freundliche Antwort. Freut mich wirklich sehr, wenn es dir was bringt :) Ich antworte mal Stück für Stück.

    Bezüglich der 10-Tages_Retreats:

    Ja, die Goenka-Retreats sind Klassiker und sehr bekannt. Hab noch keines davon mitgemacht, aber kenn das Prinzip und kenn eine ganze Reihe an Leuten, die schon dort waren. Die meisten davon kommen mit positiven Einschätzungen zurück. Es gibt diverse Kritikpunkte, wie immer, aber im Großen und Ganzen sehr solide.

    Die zwei sind in gewisser Hinsicht schwer zu vergleichen, weil TMI wesentlich ausführlicher ist, denn es ist ein dickes Buch mit vielen Übungen, das für ausführliche Lektüre konzipiert ist. Im Großen und Ganzen sollte es kein Problem sein, dort mitzumachen, gerade wenn man mit TMI vertraut ist wird man sich sehr schnell einfinden. Im Weg stehen wird sich da nichts, die zwei DInge gehören zur gleichen Oberfamilie, setzen nur unterschiedliche Schwerpunkte.

    Ich will auch nicht sagen, dass man erst 2 Jahre TMI machen muss, bevor man auf ein Goenka-Retreat gehen kann, aber:

    1. 10 Tage am Stück sind schon einiges. Ich gehe davon aus, dass die meisten Leute erst so richtig davon profitieren, wenn sie ohnehin schon etwas geübt sind. Für manche ist das toll, ich wär damals total überfordert gewesen. Lieber mal 15-20 Minuten am Tag sitzen, und dann langsam steigern.

    2. Gerade als Anfänger(in) ist es problematisch, zu mischen, weil man sich ohnehin schon so viel merken muss. Ich würde mal behaupten: Für die meisten Anfänger wird es erstmal verwirrend sein, mit einer Methode anzufangen und dann von einer anderen zu hören. "Ja, aber ich hab mir doch grade gemerkt dass ich dies und jenes tun soll.". Je mehr Überblick man hat, desto schneller kann man es einordnen. Grundsätzlich sind die zwei Systeme schon deutlich miteinander verwandt.

    Diese Negativbeispiele, wie das Heimschicken von Leuten, kommen vor, sind aber eher Ausnahmen. Würde mir dabei nicht so viele Gedanken machen. Meine Empfehlung wäre aber auch, so wie Aravind sagte: Wenn du auf ein Goenka-Retreat gehst, versuch, so weit wie möglich das zu machen, was dort instruiert und angeboten wird. Als TMIler sollte vieles davon recht vertraut sein.

    Bezüglich Zen:

    Zen ist keinesfalls eine einheitliche Szene, da gibt es auch verschiedene Schulen, und auch die einzelnen Lehrer setzen zum Teil recht unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn man sagt "im Zen macht man dies" dann ist das auch immer eine starke Vereinfachung und nur zur groben Orientierung geeignet.

    Mit dieser Einschränkung würde ich sagen, das ist schon deutlich anders, weil Zen eben eine ganz andere Tradition ist, mit einer ganz anderen Herangehensweise als die diversen Vipassana-Schulen. Letztere setzen unterschiedliche Schwerpunkte, aber sie arbeiten alle mit einem ähnlichen Set an Techniken und relativ ausführlichen, detaillierten Instruktionen. Zen hingegen ist eine mystischere Tradition, die eine direktere Erfahrung lehrt, und gerne mit paradoxen Formulierungen arbeitet, um uns aus unserem verkopften Leben herauszuholen.

    Für mich persönlich hat Zen erst dann wirklich funktioniert, als ich es in einer Sangha praktiziert habe. Die ganzen Rituale, das zusammen üben, die formalen Mahlzeiten, Dokusan (formalisierte Frage und Antwort) spielen da mit rein. Für die meisten Menschen wird jeder Ansatz funktionieren, aber manche kommen nur mit einem davon zurecht.

    Es ist aber definitiv nicht so ohne weiteres möglich, Vipassana-Kenntnisse in Zen-Praxis zu überführen. Auch da würde ich dann ggf. eher dazu raten, TMI mal auszusetzen und dich ganz auf das Zen-Erlebnis einzulassen. Lies ein, zwei Zen-Klassiker und geh in die wöchentliche Gruppe, stell da Fragen und versuch, wirklich ganz und gar das zu üben. Das wird wahrscheinlich am besten sein - bist du mal Routine hast.

    Und ich empfehle die zwei Posts, die aus Zen-Perspektive etwas zu den verschiedenen möglichen Methoden und Vor- und Nachteilen sagen. Es sei angemerkt, dass, wenn Domyo von Konzentration spricht, Dinge gemeint sind, die TMI ähnlich sind, aber sie meint dennoch Übungen im Zen-Kontext.

    Grashuepfer:

    83 – Two Paths to Meditative Concentration: Directed Effort Versus Letting Go – Part 1 - The Zen Studies Podcast

    113 – Clarification: It’s Okay to Use Multiple Types of Meditation - The Zen Studies Podcast


    Zu Online-Sanghas:

    Diese können nie das bieten, was ein Üben vor Ort leisten kann. Aber es ist eben in den meisten Städten so, dass man nur ein begrenztes Angebot hat. Und dann ist es wie in der Schule: Nicht jeder lernende kann mit jedem lehrenden zusammenarbeiten, und, ehrlich gesagt: Nicht jeder lehrende ist kompetent. Gerade TMI mit seinem ausgefeilten System ist relativ gut dafür geeignet, zu kommunizieren, was man tut, und auch über Skype o.ä. eine Rückmeldung und Hilfestellung zu erhalten.

    Soll und kann die Sangha vor Ort nicht ersetzen, aber wenn erstere nicht verfügbar ist, kann es dennoch eine große Hilfe sein. Für die Retreats ist es dann natürlich einfacher: wenn man 1-2x im Jahr eines macht, kann man auch weiter fahren. Für die regelmäßige Praxis geht das eben nicht.

    Auch da ist es wieder so - je mehr Routine man hat, desto weniger schlimm wird das noch sein. Ich hab ja Ansprechpartner online, die ich für sehr kompetent halte, und dennoch ist es mir sehr wichtig, regelmäßig mit anderen zusammen zu üben. Ist mir ganz klar, dass das eine das andere nicht ersetzt.

    Wenn es bei dir nur Zen gibt, dann sehe ich vor allem die zwei Möglichkeiten, sich entweder erstmal wirklich auf Zen einzulassen, oder bei Samatha-Vipassana zu bleiben und die Instruktionen / Kontakte zu nutzen, die dann zur Verfügung stehen. Ist letztlich das, was du entscheiden musst- aber ein Versuch macht klug. Ist meistens gut, sich verschiedene Sanghas und Lehrer anzuschauen, einfach mal reinschnuppern und schauen, wie es dir zusagt.

    Zrebna:

    Thread kannte ich noch nicht - gehe mal bei Zeiten ggf. auf die Suche^^

    Unterschied Zazen und Vipassana

    Hier ist der Thread. Ziemlich lange, wilde Angelegenheit. Wenn du Zeit und Geduld hast - klar. Im Zweifelsfall lieber Domyos konzise Texte lesen, denen stimm ich voll und ganz zu und sie sind sehr viel mehr on-topic. :)

    Meld dich gerne jederzeit mit Fragen, ist auch immer willkommen, wenn Leute schildern, wie es ihnen dann ergeht. Viele Grüße!

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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