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Urvertrauen

  • Gluecklichsein
  • 20. Februar 2020 um 00:33
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Gluecklichsein
    Gast
    • 20. Februar 2020 um 00:33
    • #1

    Ich kenne viele sprituelle Menschen, die an Schicksal glauben und vor allem, dass durch Dankbarkeit, Glauben und Visualisierung Ziele wirklich werden. Mir fällt das schwer, glaube ich doch daran, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist und vieles unverhofft kommt...und eben nicht immer wie man es erhofft. Hier gibt mir der Buddhismus Kraft.

    Schließen sich Buddhismus und Urvertrauen aus? Was gibt euch im Buddhismus Halt? Außer Loslassen von jeglicher Kontrolle und Anhaftung? Womöglich auch der Glaube an Karma? Wie erwächst bei euch Vertrauen ins Leben?

  • Xyz
    Gast
    • 20. Februar 2020 um 04:57
    • #2

    Ur.. vertrauen

    dieses Ur im Wort scheint alt, möglicherweise mit kindlichen Erinnerungen verknotet, aus frühen Wünschen, unerfuellten/erfüllten Bedürfnissen, erlebten Erfahrungen, Gefühle die ich verbinde wenn ich ueber das Wort Ur-Vertrauen nachdenke.

    Kein Vertrauen zu haben loesst bei mir Gefuehle aus in Verbindung mit zb Unsicherheit, Instabilität, Druck, Stress, Zweifeln,auch beängstigende negative Gefuehle könnten ausgeloesst beobachtet werden.

    Hingegen loest Vertrauen zu haben Verbindungen der Hingabe, Wärme, Fliessen/Fluss, Einssein, Stabilitaet, Ruhe, Freude, Frieden neutrale bis angenehme Gefuehle in einer näheren Betrachtung in mir aus.

    Deine Frage nach Ur vertrauen in das Dhamma @Gluecklichsein,

    wird durch ein taegliches erleben im Ausführen der buddhistischen Anweisungen also auf meiner Gefuehlsebene umgesetzt. 🙏

  • Gluecklichsein
    Gast
    • 20. Februar 2020 um 07:50
    • #3

    Wie genau schafft Dhamma für dich Vertrauen? Vertrauen in die Lehre, wohlwissend dass sie von Leid befreit? Kein Vertrauen, dass alles gut wird, wie es viele Gläubige haben...und wohl für uns Buddhisten nicht gilt...da es eine Illusion ist die zu Anhaftung und Leid führt?

  • Monikamarie
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    • 20. Februar 2020 um 09:00
    • #4
    Gluecklichsein:

    Ich kenne viele sprituelle Menschen, die an Schicksal glauben und vor allem, dass durch Dankbarkeit, Glauben und Visualisierung Ziele wirklich werden. Mir fällt das schwer, glaube ich doch daran, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist und vieles unverhofft kommt...und eben nicht immer wie man es erhofft. Hier gibt mir der Buddhismus Kraft.

    Guten Morgen Glücklichsein,

    der Buddhismus gibt Dir Kraft - also die Lehre, also die Überprüfbarkeit der Lehre (Dhamma).

    Glauben und Visualisieren können auch wirken, denn da verstärkt sich eine Absicht und mit der Absicht auch die Richtung.

    Aber wie Du schon schreibst, geht das Leben oftmals andere Wege. Das hängt vor allem auch damit zusammen, dass wir uns auf Illusionen stützen anstatt Loszulassen und Nicht-Wollen bzw. Nicht-Wünschen zu üben, denn das bedeutet ja Vorlieben und Abneigungen zu fördern. Und das bedeutet, nicht befreit zu sein/werden.

    Gluecklichsein:

    Schließen sich Buddhismus und Urvertrauen aus? Was gibt euch im Buddhismus Halt? Außer Loslassen von jeglicher Kontrolle und Anhaftung? Womöglich auch der Glaube an Karma? Wie erwächst bei euch Vertrauen ins Leben?

    Urvertrauen ist etwas ganz anderes. Das ist ein Vertrauen, das durch die Mutter-Vater-Liebe und Sorgfalt im Kindesalter aufgebaut wird.

    Es geht auch nicht um Loslassen jeglicher Kontrolle. Das wäre ja unsinnig. Ganz im Gegenteil, seit ich mich mit der Lehre beschäftige, ist meine Disziplin, also Kontrolle, größer geworden. Sie hat sich aber auf einen anderen Bereich verlagert, nämlich auf das Bewachen meiner Gedanken, Gefühle und Handlungen.

    Ich habe offenbar viel Urvertrauen, also brauchte ich auch kein "wachsendes" Vertrauen. Ich habe hingeguckt, erkannt, dass die Lehre Buddhas wahr ist, weiter damit "gearbeitet" und bin heute gesetteld.

    _()_

  • Martin1980
    Gast
    • 20. Februar 2020 um 09:05
    • #5
    Gluecklichsein:

    Ich kenne viele sprituelle Menschen, die an Schicksal glauben und vor allem, dass durch Dankbarkeit, Glauben und Visualisierung Ziele wirklich werden. Mir fällt das schwer, glaube ich doch daran, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist und vieles unverhofft kommt...und eben nicht immer wie man es erhofft. Hier gibt mir der Buddhismus Kraft.

    Schließen sich Buddhismus und Urvertrauen aus? Was gibt euch im Buddhismus Halt? Außer Loslassen von jeglicher Kontrolle und Anhaftung? Womöglich auch der Glaube an Karma? Wie erwächst bei euch Vertrauen ins Leben?

    Die buddhistische Lehre hat mich ent-täuscht in Bezug auf meine Sichtweise auf mich und die Welt.

    Ich habe unzählige intensive Retreats gemacht, und das studieren der Schriften hatte lange keine Priorität in meiner Praxis.

    Ich hatte die ersten zwei bis drei Jahre nur zwei bis drei Bücher über die buddhistische Lehre gelesen. Wir hatten auch keinen permanenten Zugang zum Internet.

    Dafür bin ich heute noch sehr dankbar.

    Bei den Interviews gab es auch keine endlosen Diskussionen über verschiedene traditionen und Lehrer.

    Es war nur folgendes wichtig : Die Gebote, Liebende Güte, unser Meditationsobjekt.

    Und das wurde wochenlang, monatelang praktiziert.

    Früher oder später sieht man dann die ersten Ergebnisse. Man muss dem Lehrer, dem Buddha nicht mehr (blind) vertrauen.

    Und als ich die ersten Vertiefungen "gesehen" hatte, war mein Herz voller Dankbarkeit.

    Unzählige Menschen vor mir sind diesen Weg gegangen, und haben mir eine detaillierte Anleitung zur Verfügung gestellt.

    Auch wenn vieles noch weit weg war, wusste ich doch, dass es einen Weg in die Freiheit gibt.

    Wenn man dann einen Mittelweg praktiziert, mit ein wenig Glück im Gepäck, und liebe für sich selbst entwickelt, wird man in der Meditation in Bereiche vordringen, wo man eine Art von Unabhängig von Büchern, optimalen Bedingungen usw erlangt.

    Es ist ja nicht so, dass Dhamma irgendwo entsteht und vergeht.

    Dhamma ist da wo ein Herz offen ist.

    Wenn wir zum Beispiel in den Strom eintreten, treten wir im hier und jetzt ein. Die Wahrheit ist hier.

    Unsere Herzen sind gefesselt und begraben unter den Verunreinigungen der Welt.

    Ich sehe Dhamma inzwischen als Medizin.

    Ruhe, Einsicht, Liebe nehmen uns die Angst, Einsamkeit.

    Durch die Meditation pflegt man das Herz, man lindert die Beschwerden.

    Durch die Vipassana können wir vollständig geheilt werden.

    In Wirklichkeit kann uns das Leben nur eines bieten, die Möglichkeit zur Praxis, die Möglichkeit zur Freiheit.

    Woher nehme ich mein Vertrauen?

    Aus der Meditation.

    Ich kann dem Lehrer, dem Buddha, den Büchern glauben oder nicht, aber wirkliche Freiheit entsteht, durch das einhalten der Gebote, durch das kultivieren von Ruhe im Herzen, und durch die Einsicht in die wahre Natur von allen Erscheinungen.

    Ich wünsche Dir Frieden!

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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 20. Februar 2020 um 11:08
    • Offizieller Beitrag
    • #6

    Ich kann Martin da nur zustimmen.

    Urvertrauen bedeutet bedeutet für mich, dass man nicht so von Umständen erschüttert wird. Man ruht in sich, statt dass man gleich in Angriffmodus, Verteidigungsmodus, Angst oder Unruhe versetzt wird. So gesehen ist es gar kein "Vertrauen in die Welt" und es muss auch nicht mit einem Optimismus verbunden sein, dass sich alles wunderbarerweise zu Besseren wendet.

    In einem Interview meinte Matthieu Ricard, dass das tibetische Wort für Meditation (gom) "vertraut werden" bedeutet ( und das Sanskritwort bhavana "pflegen", "fördern", "kultivieren" bedeutet). Für mich passt das gut. Indem man mit dem was da ist vertrauter wird, ruht man mehr in ihm, und wird weniger von den Umständen gebeutelt. Es ist also eher kein Vertrauen "in die Welt"- wenn mit Welt die konkreten wechselnden Umstände gemeint sind. Sondern eher ein Vertrauen "unabhängig von den Umständen" - ein Vertrauen darauf dass sie nur vergänglich sind.

  • Xyz
    Gast
    • 20. Februar 2020 um 12:29
    • #7

    Also ich hab das sofort gefühlt liebe @mkha' :luftkuss:_()_

  • xiaojinlong
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    • 20. Februar 2020 um 18:35
    • #8
    Gluecklichsein:

    Was gibt euch im Buddhismus Halt?

    Am Anfang hat mir das scheinbare Versprechen: "Da ist ein Weg der dazu führt, dass es dir besser gehen kann?" halt gegeben. Es war einfach erst einmal so etwas wie ein Punkt am Himmel den ich fokussieren konnte wenn ich mal wieder auf die Schnauze gefallen war. Später dann, mit mehr Einblick in das Dharma und vor allem in die Praxis (wirklich, Dharma ohne Praxis ist zwar nett, aber die Praxis macht den Unterschied), hat sich das verlagert. Wie void es schon so schön über die Begrifflichkeiten formuliert hat: man ruht in sich und findet in sich einen halt. Man lernt sich kennen, lernt sich zu verstehen und auch sich selbst gegenüber Mitgefühl zu zeigen und Gutmütig zu sein.

    Gluecklichsein:

    Außer Loslassen von jeglicher Kontrolle und Anhaftung?

    Hm. Loslassen jeglicher Kontrolle und Anhaftung. Dieses "jegliche" finde ich unschön. Es gibt viele Momente im Leben über die wir gar keine oder kaum eine Kontrolle haben, aber gerne welche hätten. Ruht man in sich, kann man diese Punkte besser erkennen und auch akzeptieren. Andererseits gibt's aber auch Punkte an welchen man durchaus etwas ändern kann (also eine (Teil-)Kontrolle hat), diese muss man nicht zwangsläufig abgeben. Eine schönere Wortwahl wäre meiner Meinung nach daher: Geistig/emotional bereit sein Dinge einfach so sein zu lassen wie sie sind, wenn notwendig.

    Gluecklichsein:

    Womöglich auch der Glaube an Karma?

    Ich finde den Grundgedanken von Karma sehr verständlich und nachvollziehbar. Daher ist da für mich keinerlei Glauben notwendig.

    Gluecklichsein:

    Wie erwächst bei euch Vertrauen ins Leben?

    Misstrauen ins Leben ist bei mir immer dadurch entstanden, dass ich dachte ich wäre "alleine". Eben der eine der genau das Problem. Der eine der sich damit schwer tut. Dann habe ich aber immer mehr gesehen, dass ich mir zum einen nicht mit allem so schwer tue wie meine Gedanken das manchmal meinen und zum anderen sind das grundsätzliche Probleme des Menschen. Dann habe ich gemerkt, dass die Dinge, die ich als schlimm eingestuft hab, gar nicht so schlimm waren. Habe akzeptiert, dass ich Erfahrungen machen muss - "gute" wie auch "schlechte". Wodurch kommt bei dir Misstrauen auf?

    Genau diese Kombination der Dinge die ich hier geschrieben hab (zusammen mit noch einigen anderen Dingen) gibt mir Vertrauen für den Moment und damit bin ich schon recht zufrieden.

    _()_

    小金龍

  • Gluecklichsein
    Gast
    • 21. Februar 2020 um 00:57
    • #9

    Ich danke euch von Herzen für eure Antworten. Ich befürchte ich kann bei den tollen Antworten nicht jedem namentlich zitieren. Und hoffe einfach mal, dass sich jeder erkennt und reagieren kann :)

    Monikadie4.:

    Glauben und Visualisieren können auch wirken, denn da verstärkt sich eine Absicht und mit der Absicht auch die Richtung.

    Bist du so lieb und erklärtst kurz genauer, was du mit Glauben und Visualisierung meinst? Ich weiß, dass die Tibeter Buddhas visualisieren, um sich vom "selbst" besser zu befreien. In dem Zusammenhang klingt es danach sich grüne Ampelphasen zu visualisieren :) Ich glaube nicht das du das meinst. Aber das ist im New Age ja sehr beliebt und auch eine Form von Vertrauen (es in der Hand zu haben mit magischen Gedanken).

    Zitat

    Es geht auch nicht um Loslassen jeglicher Kontrolle. Das wäre ja unsinnig. Ganz im Gegenteil, seit ich mich mit der Lehre beschäftige, ist meine Disziplin, also Kontrolle, größer geworden. Sie hat sich aber auf einen anderen Bereich verlagert, nämlich auf das Bewachen meiner Gedanken, Gefühle und Handlungen.

    Schön erklärt. Das mit der Abgabe von Kontrolle war falsch von mir ausgedrückt und nicht so gemeint. Es war eher wie xiaojinlong so schön sagt ein "Geistig/emotional bereit sein Dinge einfach so sein zu lassen wie sie sind, wenn notwendig."

  • Gluecklichsein
    Gast
    • 21. Februar 2020 um 08:06
    • #10

    Jetzt fällt mir auf, dass ich nur Monika und xiaojinlong zitiert hab...Danke auch für die anderen Antworten, die mir sehr helfen!

    Ein Gedanken noch: Ich glaube vielen spirituellen Menschen gibt der Gedanke Vertrauen, dass nicht alles aus Zufall geschieht. In allem einen Sinn sehen schafft Vertrauen und hilft loszulassen. Eure Gedanken dazu interessieren mich auch!

  • PhenDe
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    • 21. Februar 2020 um 08:28
    • #11
    Gluecklichsein:

    Jetzt fällt mir auf, dass ich nur Monika und xiaojinlong zitiert hab...Danke auch für die anderen Antworten, die mir sehr helfen!

    Ein Gedanken noch: Ich glaube vielen spirituellen Menschen gibt der Gedanke Vertrauen, dass nicht alles aus Zufall geschieht. In allem einen Sinn sehen schafft Vertrauen und hilft loszulassen. Eure Gedanken dazu interessieren mich auch!

    Ich kenne das auch so und habe es auch so gehört. Das Urvertrauen oder schlicht Vertrauen entwickelt sich durch eine beständige Praxis der Achtsamkeit. Ich hatte so eine Erfahrung einmal, habe sie aber leider wieder etwas verloren.

    Es ist ein Gefühl von hohem Selbstvertrauen und, das die Dinge schon laufen werden, ohne das man sich anstrengen müsste oder etwas verändern müsste. Wie du bereits schreibst, hilft es loszulassen.

    Ich denke auch, je weniger Vertrauen um so mehr anklammern!

    Grüße Lukas

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Monikamarie
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    • 21. Februar 2020 um 08:58
    • #12
    Gluecklichsein:

    Bist du so lieb und erklärtst kurz genauer, was du mit Glauben und Visualisierung meinst? Ich weiß, dass die Tibeter Buddhas visualisieren, um sich vom "selbst" besser zu befreien. In dem Zusammenhang klingt es danach sich grüne Ampelphasen zu visualisieren :) Ich glaube nicht das du das meinst. Aber das ist im New Age ja sehr beliebt und auch eine Form von Vertrauen (es in der Hand zu haben mit magischen Gedanken).

    Moin Glücklichsein,

    ja, das habe ich falsch verstanden. Ich dachte dabei nicht an den tibetischen Buddhismus, sondern an Visualisierungen wie im New Age, z.B. sich ein schönes Haus, ein tolles Auto, eine/n schöne/n Frau/Mann usw. zu visualisieren in dem Glauben, das dann auch zu bekommen.

    _()_

  • Daoist
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    • 21. Februar 2020 um 09:18
    • #13

    Ich denke, es macht Sinn, hier zwischen dem Leben/Samsara vertrauen und dem Dharma/Dhamma vertrauen zu unterscheiden.
    Wenn ich glaube, dass Leben dukkha ist, nehme ich es nicht so an, wie es ist, will dukkha, z.B. Altern, Krankheit und Tod überwinden.

    Jemand, der für seinen Orden über 200 Gebote aufstellte, scheint mir nicht dem Leben, dem Natürlichen, der Welt besonders zu vertrauen.
    Es geht ja im Buddhismus IMHO nicht darum, sich Samsara, dem Leben so wie es ist, anzuvertrauen, sondern Buddhas Lehre. In anderen buddh. Schriften geht es um Vertrauen in den Geist (Xin Xin Ming) oder um Vertrauen in Amida oder um Vertrauen in die Buddhanatur (die eigentlich nichts mit Natur zu tun hat). Oft geht es auch um Geistestraining, nicht darum, den natürlichen, dem Leben, so wie es ist, zu folgen.

    Ich hab den Eindruck, dass Spiritualität insgesamt in einem dem Leben nicht zu vertrauen wurzelt. Ein Glauben an das "So wie es jetzt ist, sollte es nicht sein, wäre es anders, wäre es besser". Es ist eben der Versuch, sich über die Natur zu erheben (daher auch Spiritualität).

  • Xyz
    Gast
    • 21. Februar 2020 um 09:51
    • #14
    Gluecklichsein:

    Ein Gedanken noch: Ich glaube vielen spirituellen Menschen gibt der Gedanke Vertrauen, dass nicht alles aus Zufall geschieht. In allem einen Sinn sehen schafft Vertrauen und hilft loszulassen. Eure Gedanken dazu interessieren mich auch!

    Es bei einem Gedanken zu belassen das nicht alles aus Zufall geschieht würde mir heute keine positiven Gefuehl verschaffen, wohl weil ich zuviel weltliches erlebt habe und damit ein Gegenteil von Zufall realisiere. Durch das tägliche Ausführen der buddhistischen Praxis.

    Bsp.

    Die Tage, spürte ich morgens wenn ich einem bestimmten Menschen begegnete (Kassierer) immer eine Weile eine Negativitaet in mir aufsteigen. Am Gesichtsausdruck sah und verspürte ich in mir so eine unangenehme gegenseitige Ablehnung um die man eben am liebsten einen grossen Bogen macht.

    In einer Medi stellte ich dann fest das ich auf diese Person eine alte Verletzung projezierte und diese mit ihm, neu manifestierte.

    Dann passierte etwas 'lustiges'... 😘Zufaelle gibt es fuer mich ja nicht. Nur Ursachen/Wirkungen.

    Ich fand ein 2,00 Euro Stück im Riegelregal unterseoner Kasse und gab ihm diese ehrlich zu Händen.. In Richtung seines Trinkgeldbecher.

    (Tankstelle)

    Er bedankte sich so herzlich bei mir,

    das Ich bestimmt wieder rot wurde weil ich mich inzwischen sogar schon fuer die alten Gedanken ein wenig schämte.

    Seit dem 'neuen Kontakt' nun ist es jeden Morgen eine kleine positive Freude ihn zu sehen.

    Habe den Eindruck auch fuer ihn, jedenfalls lächeln und spaßen wir inzwischen schon.✨

    Die Anweisungen umzusetzen war und ist nicht immer leicht fuer mich, doch nur durch ein erleben spüre ich ja die NEUEN Emotionen auch im Herzen ankommen. 🙏

    Einmal editiert, zuletzt von Xyz (21. Februar 2020 um 10:09)

  • Daoist
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    • 21. Februar 2020 um 11:21
    • #15
    Gluecklichsein:

    Ein Gedanken noch: Ich glaube vielen spirituellen Menschen gibt der Gedanke Vertrauen, dass nicht alles aus Zufall geschieht. In allem einen Sinn sehen schafft Vertrauen und hilft loszulassen. Eure Gedanken dazu interessieren mich auch!


    Wenn ich dem Leben vertraue, dann vertrau ich mich dem nackten Jetzt an. Wenn ich einen Sinn schaffe, vertrau ich mich diesem Sinn an. Das braucht es für mich nicht. Die Suche nach Sinn ist eben die Suche nach etwas mehr als dem nackten Jetzt. Ich fand es als sehr befreiend, als diese Suche nach Sinn entfiel.

  • Noreply
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    • 21. Februar 2020 um 11:38
    • #16
    Daoist:
    Gluecklichsein:

    Ein Gedanken noch: Ich glaube vielen spirituellen Menschen gibt der Gedanke Vertrauen, dass nicht alles aus Zufall geschieht. In allem einen Sinn sehen schafft Vertrauen und hilft loszulassen. Eure Gedanken dazu interessieren mich auch!


    Wenn ich dem Leben vertraue, dann vertrau ich mich dem nackten Jetzt an. Wenn ich einen Sinn schaffe, vertrau ich mich diesem Sinn an. Das braucht es für mich nicht. Die Suche nach Sinn ist eben die Suche nach etwas mehr als dem nackten Jetzt. Ich fand es als sehr befreiend, als diese Suche nach Sinn entfiel.

    Passt ja genau zu meiner Signatur.

  • Gluecklichsein
    Gast
    • 21. Februar 2020 um 20:07
    • #17

    Danke ihr Lieben!!!

    PhenDe:

    Ich denke auch, je weniger Vertrauen um so mehr anklammern!

    Wow, was für ein schöner Satz!!! Ja, ganz genauso ist es. Vertrauen führt entsprechend zum Loslassen. Das erscheint logisch...

    Die Frage ist, was führt zu diesem Vertrauen. Du nennst "ein Gefühl von hohem Selbstvertrauen und, das die Dinge schon laufen werden, ohne das man sich anstrengen müsste oder etwas verändern müsste". Führt Buddhas Lehre zu diesem Selbstbewusstsein...ich hatte damit etwas gehadert, aber hier gibt es interessante Ansätze weiter unten (dazu gleich)

    Monikadie4.:

    Moin Glücklichsein,

    ja, das habe ich falsch verstanden. Ich dachte dabei nicht an den tibetischen Buddhismus, sondern an Visualisierungen wie im New Age, z.B. sich ein schönes Haus, ein tolles Auto, eine/n schöne/n Frau/Mann usw. zu visualisieren in dem Glauben, das dann auch zu bekommen.

    _()_

    Glaubst du denn daran liebe Monika?

    Daoist:

    Ich hab den Eindruck, dass Spiritualität insgesamt in einem dem Leben nicht zu vertrauen wurzelt. Ein Glauben an das "So wie es jetzt ist, sollte es nicht sein, wäre es anders, wäre es besser". Es ist eben der Versuch, sich über die Natur zu erheben (daher auch Spiritualität).

    Ja, das beobachte ich auch. Schön zusammengefasst wo ich die Risiken von The Secret, LoA etc. sehe...

    Daoist:

    Wenn ich dem Leben vertraue, dann vertrau ich mich dem nackten Jetzt an. Wenn ich einen Sinn schaffe, vertrau ich mich diesem Sinn an. Das braucht es für mich nicht. Die Suche nach Sinn ist eben die Suche nach etwas mehr als dem nackten Jetzt. Ich fand es als sehr befreiend, als diese Suche nach Sinn entfiel.

    PhenDe hat schön gezeigt, dass Vertrauen Loslassen erst ermöglicht. Die Frage ist, auf was vertrauen wir Buddhisten? Das nackte jetzt klingt griffig. Ich hätte auch gesagt, es ist das Vertrauen, dass es keine Strohhälme braucht. Die Gegenwart passiert jetzt. Vergangenes ist vorbei, Zukünftiges lässt sich nie exakt planen (deshalb muss man als Westler aber durchaus planen, aber eben nicht daran anhaften). Diese Illusion zu Durchschauen befreit. Das merke ich schon so lange...ABER schafft es auch Vertrauen? Vielleicht benötigt Loslassen gar kein Vertrauen...das hätte ich vor dem Thread auch gesagt. Der Satz von PhenDe lässt mich nun überlegen

  • Monikamarie
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    • 22. Februar 2020 um 09:28
    • #18
    Gluecklichsein:

    Glaubst du denn daran liebe Monika?

    Nein, nicht in der oberflächlichen Form. Dennoch scheint es ein erfolgreiches Handeln, das auf fester Absicht beruht, zu geben. Nur sind materielle Erfolge heute nicht mein Ziel. Aber ich möchte gesund bleiben. Auch da helfen positive Gedanken, guter Schlaf (aufgrund eines guten Gewissens), gesunde Ernährung und Vieles mehr. Es gibt keine Garantie, aber es ist erwiesen, dass dies zu einem gesünderen Leben führt.

    Außerdem führe ich mein heutiges Leben und meinen Wohlstand auf Karma zurück. Was ich heute erlebe, dafür habe ich in den letzten 40 Jahren "gearbeitet" - immer die Lehre Buddhas oder was ich früher dafür hielt im Blick. Aber sterben werde ich natürlich trotzdem. :erleichtert:

    Hinzufügen möchte ich noch, dass es durchaus möglich ist, dass alles von heute auf morgen zusammenbricht (kein Determinismus).

    Gluecklichsein:

    PhenDe hat schön gezeigt, dass Vertrauen Loslassen erst ermöglicht. ...

    Vielleicht benötigt Loslassen gar kein Vertrauen...das hätte ich vor dem Thread auch gesagt. Der Satz von PhenDe lässt mich nun überlegen

    Als ich das Loslassen übte, hatte ich noch kein Vertrauen. Aber ich hatte keine Wahl. Ich habe das Loslassen mit dem Begriff Hingabe bezeichnet. Und Hingabe ist es immer wieder, ob ich nun nicht einschlafen kann oder etwas nicht zu ändern ist.

    Dazu hat mich ein Satz von Da love-Ananda inspiriert. Er sagte: "Warum gebt Ihr Euch nicht hin an die Unvermeidlichkeit Eures Seins."

    _()_

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (22. Februar 2020 um 09:39)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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