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  1. Buddhaland Forum
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Einsamkeit oder Langweile, welche Praxis

  • Donner
  • 29. Februar 2020 um 21:16
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  • Donner
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    • 29. Februar 2020 um 21:16
    • #1

    Hallo welche Praxis könnt ihr empfehlen um mich nicht mit Einsamkeit oder Langeweile plagen zu müssen

    Ich kenne Shine und 35 Buddhas bisher die ich regelmäßig praktiziere. Aber bin noch nicht so lange dabei. Früher hat die Meditation nicht geklappt

    Go and Love Yourself_()_:like:

    Der Weg des Bogens, wer hält den Bogen?:dao:

  • Lucky Luke
    Gast
    • 29. Februar 2020 um 21:26
    • #2

    Meine Dharma Lehrerin empfiehlt gegen Langeweile: "Augen zu und durch" 8)

  • Martin1980
    Gast
    • 29. Februar 2020 um 22:24
    • #3

    Ich habe in meiner Praxis folgendes erfahren:

    Langeweile ist (zumindest für mich) eine Art von Ablehnung.

    Was jetzt ist, mag ich nicht.

    Aber da ich die Dinge nicht so sehe wie sie sind, mag ich gewisse Dinge, oder eben nicht.

    Das hat aber nichts mit der Realität zu tun.

    Ich habe als Kind mal einen Horrorfilm gesehen, und ich habe die Geschichte geglaubt. Danach hatte ich furchtbare Angst vor gewissen Dingen und Situationen.

    Ich habe den Film vor ein paar Jahren nochmals gesehen, und hatte damit keine Probleme mehr.

    Ohne Vertrauen und Geduld hätte ich die Praxis sehr schnell verworfen. Durch die Praxis konnte ich die nötige Ruhe entwickeln um die Besucher in meinem Herzen zu sehen, und zu studieren.


    Mein Herz war zwar offen, aber nicht ohne Schutz.

    Langeweile kann eigentlich nur entstehen, wenn man die Verunreinigungen im Herzen nicht sieht, und nicht beseitigt.

    Wenn man zum Beispiel mit der Praxis beginnt, und die Achtsamkeit stärker wird, wird man oft mehr leiden als vorher.

    Das Leid war schon da, aber wir haben es verdrängt, oder nicht wahrgenommen.

    Die Praxis ist dann noch sehr einseitig.

    Wenn man diese Dinge kontempliert, wird man erkennen, das diese Dinge auch vergänglich sind.

    Man kultiviert Ruhe, und aus der Ruhe heraus, studieren wir die Täuschungen der Welt.

    Ruhe und Einsicht gehen Hand in Hand.

    Es kommt dann der Moment, wo es keine Langeweile mehr gibt.

    Einsamkeit ist vereinfacht gesagt, auch bedingt durch unsere falsche Sichtweise auf uns und die Welt.

    Ich war früher oft einsam.

    Später wurde Samadhi immer stärker, und diese Einsamkeit hat sich in eine Art von "Alles ist eins" verwandelt.

    Aber dort endet die Praxis nicht.

    Man erforscht immer wieder dieses Ich, das verbunden sein soll mit dem Rest des Universums.

    Es ist mühsam. Wird man müde, kehrt man wieder zurück zum Meditationsobjekt.

    Dort kommt man zur Ruhe und sammelt Kraft für die erneute Suche nach dem Ich.

    Nichts ist wichtiger!

    Einsamkeit wird zu Oneness (ich mag dieses Wort lieber), und danach zur Leerheit.

    Die Dinge waren vorher schon so, aber wir konnten es nicht sehen.

    Diese Leere erschreckt uns, und wir empfinden vielleicht Angst und Ablehnung wenn wir daran denken. Wir wollen wer sein, oder nicht mehr sein. Beide Ansichten sind falsch.

    Aber in dieser Leere endet unsere Einsamkeit, Langeweile. Dort gibt es keine Geburt und keinen Tod.


    Da ist niemand mehr der alleine ist, niemand mehr der Langeweile empfindet.

    Glück, Unglück, Leid, Freude, Liebe und Hass können dort keine Wurzeln mehr haben. Im Loslassen dieser vergänglichen Täuschungen entsteht Frieden.

    Ein Frieden der nicht bedingt ist durch vergängliche Dinge, Zustände, Situationen.

    Welche Praxis?

    Vipassana!

    Aber Meditation alleine, kann nicht alle Probleme lösen. Manchmal sollte man auch zu einem Arzt / Therapeuten gehen.

    Entschuldigung für die lange Antwort, aber vereinfacht gesagt, empfehle ich Vipassana.


    Mögen wir alle Frieden finden!

  • Donner
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    • 29. Februar 2020 um 22:25
    • #4

    Ja und Nein

    meint ihr nicht auch manchmal ist eine Geh Meditation sinnvoller als eine im Sitzen?

    Ich kenne ausserdem kaum Mantren. Hat es einen theoretischen buddhistischen Effekt, wenn ich Om Mani Padme Hum chante zum Bleistift?

    mein letztes update war mkah' sorry martin wegen der überschneidung

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  • Daoist
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    • 1. März 2020 um 00:20
    • #5

    "Die tiefe Langeweile ist einem schweigenden Nebel vergleichbar, der alle Dinge in eine merkwürdige Gleichgültigkeit zusammenrückt. Die Langeweile offenbart das Seiende im Ganzen."

    Martin Heidegger

    Eigentlich gibt es nichts kostbareres als Langeweile und Fadheit.

  • dukkha
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    • 1. März 2020 um 01:00
    • #6
    Daoist:

    Eigentlich gibt es nichts kostbareres als Langeweile und Fadheit.

    Das kann nur jemand sagen, der noch nie Langeweile und Fadheit "genossen" hat.

    denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht, drum besser wär's, dass nichts entstünde.

    (Goethes Faust)

  • Katrin.
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    • 1. März 2020 um 06:29
    • #7
    Donner:

    Hallo welche Praxis könnt ihr empfehlen um mich nicht mit Einsamkeit oder Langeweile plagen zu müssen

    Die Praxis des Mutes.

    In der Einsamkeit wird man damit konfrontiert, dass man ein Mensch ist, der Gemeinschaft vermisst.

    In der Langeweile wird man damit konfrontiert, dass man ein Mensch ist, dem das was gerade passiert als sinnlos erscheint.

  • mukti
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    • 1. März 2020 um 14:11
    • #8

    Wie jede Art Unzufriedenheit bzw. dukkha lässt sich auch der Zustand von Langeweile oder Einsamkeit betrachten: Was geschieht da gerade, was macht der Körper jetzt, ist er angespannt? Was tritt zusammen mit diesen Gefühlen im Geist auf, Unruhe, Sehnsucht, Begierde, Zorn? Bin das ich, wenn ich es doch wie ein Objekt beobachten kann? Und schon ist es Meditation und nicht mehr Langeweile und Einsamkeit.

    Mit Metta, mukti.


  • Noreply
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    • 1. März 2020 um 15:09
    • #9

    Eine böse Erfahrung von mir aus den letzten Tagen: Weil ich nicht der Erste sein kann zieh ich mich eben zurück, denn dann bin ich immer der Erste.

  • Donner
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    • 1. März 2020 um 15:21
    • #10

    ich habe beim studieren des buddhismus gelernt, dass man den geist auch befrieden muss, um sich letztendlich vertiefen zu können in die meditation.

    das heißt es ist, wahrscheinlich schwierig jederzeit zu meditieren, besonders für anfänger

    profis bereitet der gedanke ans meditieren, ja eher freude

    ich kenne freude beim meditieren, aber wie gesagt, das Meditieren beim Gehen war eine gute Idee gestern vor allem weil es recht warm war :)

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  • mukti
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    • 1. März 2020 um 15:30
    • #11
    Ellviral:

    Eine böse Erfahrung von mir aus den letzten Tagen: Weil ich nicht der Erste sein kann zieh ich mich eben zurück, denn dann bin ich immer der Erste.

    Jedenfalls bist du einer der Ehrlichsten scheint mir.

    Mit Metta, mukti.


  • Aravind
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    • 1. März 2020 um 16:47
    • #12
    Ellviral:

    Eine böse Erfahrung von mir aus den letzten Tagen: Weil ich nicht der Erste sein kann zieh ich mich eben zurück, denn dann bin ich immer der Erste.

    Wieso "böse"?

  • Aravind
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    • 1. März 2020 um 16:54
    • #13
    Donner:

    das heißt es ist, wahrscheinlich schwierig jederzeit zu meditieren, besonders für anfänger

    Sehe ich nicht so. Meditieren heißt anfangen, sich hinzusetzen; ganz einfach. Setz Dich nicht unter Druck, es gibt keine Erfolgskontrolle, wie beruhigt Dein Geist sein sollte. Und die "wildesten" Sitzungen können nach meiner Erfahrung sehr tiefe Erkenntnisse an die Oberfläche holen.

    Die wirkliche Herausforderung ist IMHO das dabei-bleiben.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Noreply
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    • 1. März 2020 um 18:21
    • #14
    Aravind:
    Ellviral:

    Eine böse Erfahrung von mir aus den letzten Tagen: Weil ich nicht der Erste sein kann zieh ich mich eben zurück, denn dann bin ich immer der Erste.

    Wieso "böse"?

    Eine Erkenntnis die nicht für wahr gehalten wurde jetzt aber wirklich ist verhindert alle früheren Wege. Mit der Wurzel ausgerissen.

    Böse für die gelebte Persönlichkeit, muss sich was neues ausdenken.

  • Noreply
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    • 1. März 2020 um 18:29
    • #15
    Donner:

    ich habe beim studieren des buddhismus gelernt, dass man den geist auch befrieden muss, um sich letztendlich vertiefen zu können in die meditation.

    das heißt es ist, wahrscheinlich schwierig jederzeit zu meditieren, besonders für anfänger

    profis bereitet der gedanke ans meditieren, ja eher freude

    ich kenne freude beim meditieren, aber wie gesagt, das Meditieren beim Gehen war eine gute Idee gestern vor allem weil es recht warm war :)

    Was ich Dir sagen wollte: Geh"meditation" ist sich voll auf das Gehen konzentrieren.

    Das Gehen ohne andere Gedanken.

    Das Gehen in einer Umgebung.

    Alle Sinne sind auf die Umgebung gerichtet, kommen Gedanken auf die nicht mit dem das ist verbunden sind, Sorgen, Probleme, Zählen, werden sie dadurch vermindert das ich mich ganz auf das Gehen konzentriere.

    Auch hilft dabei das bewusste Atmen der Luft, das streicheln des Windes wirklich empfinden.

    Zazen heißt nur sitzend sein.

    Kinjin, Gehmeditation heißt nur gehend sein.

    Sich mit einem Gedankenbeschäftigen ist Kontemplation, in stiller Haltung, stehen, sitzen, liegen, nur Kontemplation.

  • Aravind
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    • 1. März 2020 um 19:51
    • #16
    Ellviral:

    Böse für die gelebte Persönlichkeit, muss sich was neues ausdenken.

    :D:D

  • Amdap
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    • 3. März 2020 um 07:24
    • #17

    Lieber Donner,

    ich erfahre am eigenen Leib, dass man sich niemals langweilt, wenn man kreativ ist.

    Alles, was mir tagsüber begegnet, ist für mich ein latentes Depot für spannende Umwandlung. Auch, wenn ich mal frei habe, ist der Tag so kurz, dass es mir manchmal fast unheimlich ist, wie schnell es schon wieder Abend ist, da ja - gefühlt -gerade der Morgen angebrochen war!

    Es liegt zwar in den Genen, das gebe ich zu; das heißt aber nicht, dass man nicht etwas verändern kann. Kreativ sein, das kann man sich auch antrainieren. Und kreativ sein macht glücklich, es macht einen unabhängig von Geselligkeit und man spürt viel intensiver seinen eigenen spirituellen Weg, das ist sehr wertvoll.

    Und wenn einem nun überhaupt nichts mehr einfällt, dann rate ich zum Papiere ordnen, Staub wischen oder Fenster putzen zum Beispiel. Danach kann man sich dann belohnen, indem man etwas tut, was man noch nie getan hat. Zum Beispiel ein Rezept bei Chefkoch nachzukochen.

    Der Dalai Lama hat einmal gesagt: Tue jeden Tag etwas, das du noch nie getan hast! Und meine Erfahrung gibt mir Recht.

    Die tollste Erfahrung in jüngster Zeit ist, dass ich während meines täglichen Lebens, meiner täglichen Verrichtungen praktizieren kann. Auf diese Weise steht das tägliche Alltagsleben nicht mehr im Widerspruch zur spirituellen Praxis.

    So lange da aber ein Widerspruch herrscht, wird die spirituelle Praxis nicht wirklich echt sein, sondern eher den Charakter eines Kampfes haben.

    Du kannst sehr gerne Gehmeditation machen.

    Es werden Dir dabei Gedankenblitze kommen, lasse sie bitte zu, wehre sie nicht ab. Sie sind ein Ausdruck Deines Inneren Meisters. Es gibt keinen Widerspruch aufkommender Gedanken zur Praxis der Gehmeditation.

    Alles, was Du mit den Sinnen und subtil erfahren kannst, ist ein Ausdruck Deines Inneren Meisters.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

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    • 3. März 2020 um 08:11
    • #18

    zufällig habe ich vor 3 Tagen Fenster geputzt, vorgestern Papierkram sortiert und dann noch ein Bananenbrot gebacken (was ich noch nie gemacht hatte)

    🤣

  • Monikamarie
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    • 3. März 2020 um 08:50
    • #19
    Amdap:

    Die tollste Erfahrung in jüngster Zeit ist, dass ich während meines täglichen Lebens, meiner täglichen Verrichtungen praktizieren kann. Auf diese Weise steht das tägliche Alltagsleben nicht mehr im Widerspruch zur spirituellen Praxis.

    So lange da aber ein Widerspruch herrscht, wird die spirituelle Praxis nicht wirklich echt sein, sondern eher den Charakter eines Kampfes haben.

    Hallo Amdap,

    das finde ich am tollsten, denn das von Moment zu Moment bei jeglicher Verrichtung zu praktizieren führt niemals zu langer Weile, sondern höchstens zu einer Weile der Stille, des Friedens. Nur der Widerstand, der möglicherweise beim Staubwischen aufkommt, schafft Probleme, nicht das Tun selbst.

    _()_

  • Daoist
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    • 3. März 2020 um 12:03
    • #20

    Für mich ist die Fadheit, die Langeweile (ein schönes Wort, lang zu verweilen) immer ein Zeichen, dass es eine "gute" "Meditation" ist. Manchmal ist es schwierig, zu ihr durchzukommen, herabzusinken. Aber die leere Mitte ist nun mal langweilig, wie sollte sie sonst sein?

    Für Kurzweil taugt Meditation eher weniger.

    In China wurde es sogar hochgeschätzt.

    [lz]

    Beim dichten, einstmals genauso wie heute,
    gibt es nur eine Schwierigkeit: Flaches und Fades hervorzubringen.[/lz]



    Wu Ke

  • Amdap
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    • 3. März 2020 um 17:41
    • #21
    Lilli:

    zufällig habe ich vor 3 Tagen Fenster geputzt, vorgestern Papierkram sortiert und dann noch ein Bananenbrot gebacken (was ich noch nie gemacht hatte)

    🤣

    Super! Da bist Du jetzt bestimmt sehr glücklich. Toll!

    Es geht nicht darum, was man macht. Auch nicht um das Wie.

    Es geht vielmehr darum, dass eine gewisse Kontinuität (im Sinne von Stabilität) auftritt, die als liebe Gewohnheit erfahren wird.

    Gleichzeitig macht diese Kontinuität unabhängig von ihren Inhalten. Aber die Tendenz ist entscheidend, die glücklich macht.

    Insgesamt ist es schwer zu erklären, obwohl die Erfahrung selbst eine ganz einfache ist.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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  • Katrin.
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    • 3. März 2020 um 19:00
    • #22
    Daoist:

    Für mich ist die Fadheit, die Langeweile (ein schönes Wort, lang zu verweilen) immer ein Zeichen, dass es eine "gute" "Meditation" ist. Manchmal ist es schwierig, zu ihr durchzukommen, herabzusinken. Aber die leere Mitte ist nun mal langweilig, wie sollte sie sonst sein?

    Dazu fiel mir dieser Text von Hartmut Böhme ein:


    [lz]

    Keine Epoche jedoch stilisiert so unnachsichtig den Melancholiker zum Typus des Vernunftlosen wie die Aufklärung. Geht man die Gruppen durch, welche die Aufklärung zu ihren Gegnern erklärte, so werden sie sämtlich mit dem Stigma der Melancholie belegt: die Pietisten und Separatisten, die Schwärmer und Fanatiker, die Enthusiasten und Phantasten, die "mönchischen" Asketen und Religionisten, die Abergläubigen. Sie alle sind Melancholiker deswegen, weil sie den Zielen der Aufklärung, dem allgemeinen Glück, der Geselligkeit, der vernünftigen Religion und humanen Moral nicht entsprechen.[/lz]

    Harmut Böhme:Kritik der Melancholie und Melancholie der Kritik

  • CCC
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    • 3. März 2020 um 19:18
    • #23

    Was Hausarbeit angeht, bin ich auch nicht so der Held...aber wenn es in der Wohnung immer dunkler wird...irgendwann geht es halt nicht mehr🤣

  • xxx
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    • 3. März 2020 um 21:12
    • #24
    Donner:

    Hallo welche Praxis könnt ihr empfehlen um mich nicht mit Einsamkeit oder Langeweile plagen zu müssen

    Ich kenne Shine und 35 Buddhas bisher die ich regelmäßig praktiziere. Aber bin noch nicht so lange dabei. Früher hat die Meditation nicht geklappt

    Hier Arbeit, dort Freizeit. Hier Alltag, dort Praxis, Hier Familie, dort Fremde etc.

    Ich bin kein Freund einer Ansicht, welche unser Leben in einzelne Teilbereiche trennt.


    Meine persönliche Praxis finde ich auf dem achtfachen Pfad, da ist alles enthalten was es braucht:


    [lz]

    Rechte Erkenntnis, rechte Absicht, rechte Rede, rechte Handlung, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Bewusstheit, rechte Versenkung.[/lz]

    Meine Leben, meine Praxis erblüht in der Einsamkeit der Versenkung genauso reich wie in der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft.

    Dies ist meine Art die Lehren Buddhas in die Praxis umzusetzen.

    Auf genau diesem Weg, dem achtfachen Pfad (magga), gelang ich auch zur Erkenntnis, dass der heutige, realexistierende Buddhismus unseren Blick wissentlich oder unwissentlich verblendet. Er lenkt ihn vom für uns alle frei erkennbaren Wesentlichen (scheinbar Profanen) weg und richtet ihn stattdessen auf ein vorgegaukeltes, vermeintlich phantastischen, höherem, geheimnisvollen und übernatürlichen Etwas.

    Dabei wird, wie bei allen anderen esoterisch /spirituellen/religiösen Vereinigungen, die Entstehung von Verblendug (avijja),

    wenn nicht gerade bewusst geschürt, so doch in Kauf genommen.

    Dabei besteht buddhistische Befreiung doch gerade darin, im Gewahrsein dieser bedeutungslosen Leere des Daseins, seine Fülle zu erkennen.

    3 Mal editiert, zuletzt von xxx (3. März 2020 um 21:20)

  • Katrin.
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    • 4. März 2020 um 06:38
    • #25
    Bakram:

    Meine Leben, meine Praxis erblüht in der Einsamkeit der Versenkung genauso reich wie in der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft.

    dog-chasing-own-taile0jwm.gif

    Das hilft natürlich immer gegen Langeweile :grinsen:

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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