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Vermischung / Hauptpfeiler des Buddhismus

  • ARYA DHARMA
  • 2. Oktober 2020 um 16:32
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  • Rudolf
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    • 9. Oktober 2020 um 22:46
    • #251

    Und wie erging es dir auf der Universität beim Philosophiestudium?

    :rainbow:

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    • 9. Oktober 2020 um 23:11
    • #252
    Rudolf:

    Warum hat der Buddha so viel Reden gehalten, die alle zum Verstand (oder besser: zur Vernunft? ) reden?

    Verstand laut Duden:

    "Fähigkeit zu verstehen, Begriffe zu bilden, Schlüsse zu ziehen, zu urteilen, zu denken."

    Vernunft:

    "Geistiges Vermögen des Menschen, Einsichten zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen, etwas zu überschauen, sich ein Urteil zu bilden und sich in seinem Handeln danach zu richten."

    Nach diesen Definitionen würde ich sagen, wenn die Reden mit der Vernunft aufgefasst werden, führen sie zum Erwachen. Wenn sie nur mit dem Verstand aufgefasst werden wohl nicht, besonders deshalb weil dann das Handeln nicht mit inbegriffen ist.

    Oder? Andere Meinung?

    Mit Metta, mukti.


  • Schmu
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    • 9. Oktober 2020 um 23:12
    • #253

    Rudolf

    Anfangs ganz gut. Aber ich verlor doch nach und nach die Lust, weiterzumachen. Ich sollte Altgriechisch lernen, das gehörte dazu. Das war nicht so ganz das, was mir große Freude machte. Dazu kam, dass ich jung war und lieber selber philosophieren wollte, die Philosophie anderer Leute nachplappern, war mir zu langweilig... :lol:

  • Monikamarie
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    • 10. Oktober 2020 um 09:06
    • #254
    S-Mater:

    Ein thailändischer Lehrer gab vor ein paar Tagen hierzu einen sehr passenden Vergleich.

    Von der Nadel und dem Ei...🐣

    Die Nadel kann einen Riss nähen, doch das Ei nährt uns....🐥🙏

    Moin Sanne,

    den Vergleich verstehe ich irgendwie nicht.

    _()_

  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 09:10
    • #255
    Schmu:

    Rudolf

    Anfangs ganz gut. Aber ich verlor doch nach und nach die Lust, weiterzumachen. Ich sollte Altgriechisch lernen, das gehörte dazu. Das war nicht so ganz das, was mir große Freude machte. Dazu kam, dass ich jung war und lieber selber philosophieren wollte, die Philosophie anderer Leute nachplappern, war mir zu langweilig... :lol:

    Und das selber philosophieren hat nicht geklappt?

    :rainbow:

  • Monikamarie
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    • 10. Oktober 2020 um 09:23
    • #256
    Rudolf:

    Auch zu Weisheit kommt man nur durch Verstand und Vernunft. Oder etwa mit Bauchgefühl? Mit Empfindungen?

    Ach, deshalb gibt es so viele Weise?

    Denn Verstand und Vernunft scheint ja vorhanden zu sein.

    Ich behaupte, wir wissen nicht, wie es möglich ist, dass der/die eine Vernünftige/Verstandesmensch ein Gottesmann ist und der/die andere Vernünftige/Verstandesmensch Atome entdeckt und seine Möglichkeiten preisgibt.

    Es muss also noch etwas dazukommen, damit ein Kind oder späterer Erwachsener auch ohne seine Eltern, die z.B. ungläubig sind, sich Themen wie dem Sinn des Lebens und gibt es einen Gott oder was, zuwendet.

    Und dieses Etwas haben wir offenbar nicht in der Hand. Ich nenne es einfach ein Gefühl, ein Empfinden. Sonst wäre es ja ganz einfach, Vernunftmenschen und Verstandesmenschen auf "den richtigen Pfad" zu bringen.

    Nicht umsonst sind es in all den tausenden von Jahren die Frauen gewesen, die sich dem Glauben zugewandt haben. Nicht nur, weil sie unterdrückt wurden, sondern auch, weil sie ihre Gefühle pflegen durften/konnten/mussten. Gerade weil sie durch ihr Muttersein und dadurch ihre medizinischen Fähigkeiten entwickeln konnten, wurden sie unterdrückt. Und zwar von Verstandesmenschen. Ihre Vernunft sagte ihnen, dass Frauen gefährlich sind (bis heute).

    _()_

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    • 10. Oktober 2020 um 10:20
    • #257

    Das erinnert mich an eine Stelle in Tolstois "Anna Karenina". Ein Adeliger hat sich den Bauern zugewandt weil er das adelige Leben unmoralisch fand. Bei der Heuernte fragt er einen Bauer, wie man wissen kann was rechtes Handeln ist? Bauer: "Man weiß es einfach". Adeliger: "Ich glaube die Verunft kann es uns aufzeigen". Bauer: "Vernunft? Hast du deine Frau wegen der Venunft geheiratet?" Der Adelige sagt am Abend zu seiner Frau: "Heute ist mir was Wichtiges aufgefallen".

    Das soll jetzt nicht deshalb erwähnt sein um eine Ansicht zu unterstreichen, aber es ist doch interessant. Tolstoi hat ja nach dem wahren Christentum gesucht, das er vor allem in der Liebe zu entdecken glaubte. Die wäre im Menschen angelegt und ließe ihn zwischen richtig und falsch unterscheiden.

    Ich dachte in diesem Zusammenhang an die Naziprozesse, wo bis zum bitteren Ende keine Reue in den Angeklagten aufkam. Vielleicht haben sie das Wissen über richtig und falsch nicht wahrhaben wollen, weil das Schuldbewusstein unerträglicher gewesen wäre anstatt als aufrechter Mensch der seine Pflicht erfüllt hat und zu allem steht was er getan hat in den Tod zu gehen.

    Mit Metta, mukti.


  • Schmu
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    • 10. Oktober 2020 um 10:36
    • #258
    Rudolf:

    Und das selber philosophieren hat nicht geklappt?

    Doch, hat geklappt. Aber an der Uni wurde das nicht gefördert, dort hatte es keinen Platz. Das war an der Schule bei unserem Philosophie-Lehrer ganz anders. Er hat uns ermutigt, nicht nur Philosophen zu lesen, zu vergleichen, und deren Standpunkte fehlerfrei wiedergeben zu können, sondern in uns selbst zu forschen, welche Antworten dort verborgen lagen.

    Ich war zu naiv damals, mir war nicht klar, was studieren bedeutet. Es geht letztendlich nicht um die eigene Entwicklung. Es geht darum, Wissen in sich anzuhäufen und zu katalogisieren.

  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 10:44
    • #259
    Monikadie4.:

    Es muss also noch etwas dazukommen, damit ein Kind oder späterer Erwachsener auch ohne seine Eltern, die z.B. ungläubig sind, sich Themen wie dem Sinn des Lebens und gibt es einen Gott oder was, zuwendet.

    Offenbar muss es aber etwas sein, was nur wir Menschen haben, denn Tiere wenden sich, so viel ich vermute, nicht solchen Themen zu.

    Mitgefühl? Das haben Tiere auch, meint z.B. der Dalai Lama, nicht nur mit ihrem eigenen Nachwuchs.

    Ja, vielleicht werden sie nie so viel Mitgefühl entwickeln können wie es potenziell der Mensch kann.

    Aber warum entwickeln Menschen zum Teil sehr großes Mitgefühl? ich denke weiterhin, dass es die Vernunft ist (lt. Duden ist "Vernunft" passender, höhere Säugetiere haben übrigens auch Verstand im Sinne von "Fähigkeit zu erkennen" ). Je mehr Vernunft da ist, desto größer wird die Erkenntnis, der Durchblick, die Durchdringung, was die Welt und die anderen Lebewesen sind und wie es ihnen geht.

    Wenn Diktatoren, Machtmenschen, Rücksichtslose scheinbar extra großen Verstand haben (weil sie ja an die Macht gekommen sind), so sehe ich die Ursachen und Bedingungen eher in den für sie 1) glücklichen Umständen, 2) Hilfe von anderen machtgierigen Unterstützern, 3) übergroßer Egoismus, 4) ein instinktiv unbändiger Wille u.a.

    Aber in ihrem Geist herrscht der große Irrtum vor, das Nichtwissen, wie man tatsächlich glücklich wird.

    Zu deiner (ironischen) These:

    Monikadie4.:

    Ach, deshalb gibt es so viele Weise?

    Denn Verstand und Vernunft scheint ja vorhanden zu sein.

    Ja, sind vorhanden, aber nicht genug. :(

    Deswegen bin ich ja dafür, Verstand und Vernunft zu kultivieren, immer und immer bemüht zu sein, sie zu vergrößern. Kann man Vernunft lernen? ist dann eine Frage.

    Ja, indem man sich in Gesellschaft weiser Menschen begibt. So hat es auch mal der Buddha im Palikanon formuliert (kann ich leider z.Zt. nicht zitieren). Das war im Zusammenhang: was ist Unwissenheit? Antwort: die Nicht-Kenntnis der Vier Wahrheiten der Edlen. Wie lernt man sie kennen? In dem man den Umgang mit Wissenden sucht.

    :rainbow:

  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 10:56
    • #260
    mukti:

    Bei der Heuernte fragt er einen Bauer, wie man wissen kann was rechtes Handeln ist? Bauer: "Man weiß es einfach".

    Er glaubte es zu wissen.

    Was sein Handeln angeht, die Tätigkeit eines Bauern auszuführen: da konnte er ja nicht anders handeln ... bis später, als andere die Revolution angezettelt hatten ... und dann konnte er wieder nicht anders handeln.

    Dem Bauer hätte man auch antworten können: wenn du deine Frau nicht mehr liebst und du mit einer anderen Frau zusammen sein willst, was ist dann rechtes Handeln? Weißt du das einfach? Und deine Mitmenschen auch?

    Wir modernen Menschen in unserem Klima gerade, "wissen wir das einfach", was zu tun ist?

    :rainbow:

  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 10:58
    • #261
    Schmu:

    Ich war zu naiv damals, mir war nicht klar, was studieren bedeutet. Es geht letztendlich nicht um die eigene Entwicklung. Es geht darum, Wissen in sich anzuhäufen und zu katalogisieren.

    Ach so, dann ist es wohl nicht so spannend, nicht so ergiebig, das neueste Buch von einem Philosophieprofessor zu lesen, der das jahrzehntelang ausgehalten hat an der Uni und sogar zu den besten dort gehörte? ;)

    :rainbow:

  • Schmu
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    • 10. Oktober 2020 um 11:08
    • #262
    Rudolf:

    Ach so, dann ist es wohl nicht so spannend, nicht so ergiebig, das neueste Buch von einem Philosophieprofessor zu lesen, der das jahrzehntelang ausgehalten hat an der Uni und sogar zu den besten dort gehörte? ;)

    Lieber Rudolf, wir finden nicht zueinander, wenn du mir unterschwellig unterjubelst, ich wüsste Wissen, Vernunft, Bildung, Verstand nicht zu schätzen. Das tue ich. Doch ich sehe auch ihre Grenzen (und so verstehe ich auch @Monikadie4.). Geist und Herz müssen in Einklang miteinander gebracht werden. Verstand ohne Herz kommt nicht weit. Herz ohne Verstand auch nicht, aber dabei kommt nicht so viel Unsinn und Zerstörerisches heraus wie umgekehrt.

  • Monikamarie
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    • 10. Oktober 2020 um 11:09
    • #263
    mukti:

    Das soll jetzt nicht deshalb erwähnt sein um eine Ansicht zu unterstreichen, aber es ist doch interessant. Tolstoi hat ja nach dem wahren Christentum gesucht, das er vor allem in der Liebe zu entdecken glaubte. Die wäre im Menschen angelegt und ließe ihn zwischen richtig und falsch unterscheiden.

    Genau. Die Liebe ist eine weibliche Energie, die auch Männer innewohnt, z.B. Jesus und Buddha. Der Verstand ist ein Analyst, der seziert und trennt. Liebe verbindet. Ohne dieses Gefühl ist Weisheit nicht möglich. Beides gehört zusammen - Verstand/Vernunft und Liebe.

    _()_

  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 11:24
    • #264
    Schmu:

    Lieber Rudolf, wir finden nicht zueinander, wenn du mir unterschwellig unterjubelst, ich wüsste Wissen, Vernunft, Bildung, Verstand nicht zu schätzen.

    I am very sorry. Mein Fehler. Das ist leider ein Missverständnis. Ich meinte meine Frage tatsächlich so, nicht ironisch. Wenn es an der Uni bloß Wissensanhäufung und Katalogisieren ist, möchte ich das ja gar nicht lesen, auch nicht vom besten. Ich bin ja auch für selber philosophieren, mit Hilfe einiger großer Meister natürlich.

    :rainbow:

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    • 10. Oktober 2020 um 11:36
    • #265
    Rudolf:
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    Bei der Heuernte fragt er einen Bauer, wie man wissen kann was rechtes Handeln ist? Bauer: "Man weiß es einfach".

    Er glaubte es zu wissen.

    Was sein Handeln angeht, die Tätigkeit eines Bauern auszuführen: da konnte er ja nicht anders handeln ... bis später, als andere die Revolution angezettelt hatten ... und dann konnte er wieder nicht anders handeln.

    Dem Bauer hätte man auch antworten können: wenn du deine Frau nicht mehr liebst und du mit einer anderen Frau zusammen sein willst, was ist dann rechtes Handeln? Weißt du das einfach? Und deine Mitmenschen auch?

    Wir modernen Menschen in unserem Klima gerade, "wissen wir das einfach", was zu tun ist?

    Es sind ja zwei zusammenwirkende Dinge im Menschen, das Denken und das Fühlen, Gemütsbewegung und Verstand, Hirn und Herz. Die sind nicht in allen Menschen gleich verteilt, oft hat eines den Vorzug, so gibt es die großen Denker und die großen Liebenden. Bringt das Verstehen die Liebe hervor oder die Liebe das verstehen? Es ist wohl beides bereits da, so wie die Hand nicht den Fuß hervorbringt, die sind einfach zusammen da und gehören zum Menschen dazu.

    So gibt es Wege die mehr eine Herzensangelegenheit sind und Wege wo das Verstehen die Hauptrolle spielt. Etwa singt Paulus das Hohelied der Liebe und Aristoteles entwirft logische Wissenschaftstheorien.

    Es lässt sich auch das Verstehen der Buddhalehre als vorrangig sehen und dazu Lehrreden anführen oder das Lieben, und dazu etwa das Metta Sutta anführen. Letzteres ist mir weniger häufig begegnet, z.B. bei Nyanabodhi, ein Schüler von Ayya Khema.

    Der Bauer hat sich vielleicht bei der Revolution nicht gewalttätig beteiligt und ist seiner Frau treu geblieben. Und bezüglich rechtem Handeln wegen dem Klimawandel mag ein Schuldbewusstsein aufsteigen das zu Verzicht auf zuviel Luxus füht.

    Wie Monika sagt so sehe ich es auch: Beides gehört zusammen - Verstand/Vernunft und Liebe.

    Mit Metta, mukti.


  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 11:55
    • #266

    Ja, Verstand und Liebe gehören zusammen. Die Nächstenliebe versteht sich, inklusive der Feindesliebe.

    Ich muss allerdings gestehen, dass ich persönlich es außerordentlich schwer finde diese Liebe zu entwickeln aus einem Keim, den ich - wenn es stimmt - natürlicherweise in mir habe. Und in allen vorherigen Leben offenbar auch nicht genügend entwickelt habe. Ich bin wenig dazu geneigt mir in die eigene Tasche zu lügen: "Herrlich, diese Empfindung von Liebe, wunderbar" und ähnliches. Ich bin noch viel zu egoistisch.

    Wie komme ich zu dieser großen, gleichmütigen, altruistschen Liebe?

    :rainbow:

  • Schmu
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    • 10. Oktober 2020 um 12:01
    • #267

    Eine Überbetonung des Verstandes mit großen Leistungen in dem Bereich ist auch nicht selten das Ergebnis eines inneren, ungelösten Konfliktes im Herzbereich.

    Bei großen Denkern, Philosophen, Literaten findet man erstaunlich oft einen großen Schmerz / Konflikt in der Biographie, der nicht selten das gesamte Werk, das gesamte Denken durchzieht. Das kann ein Konflikt mit Vater (z.B. Kafka), Mutter, Gott (z.B. Kierkegaard) oder sonstwas sein. Dieser Schmerz spiegelt sich dann in meinem Denken wider und kann es im Sinne des jeweiligen Konflikts verzerren, wenn ich meine Wut, meine Trauer, meine Verzweiflung oder was auch immer nicht selbst zum Gegenstand meiner Betrachtungen mache und mir so die Möglichkeit schaffe, sie freilassen, auflösen zu können.

    Oder ich selber habe vielleicht gar keinen solchen großen Konflikt in mir, kann mich aber gut darein versetzen. Dann schreibe ich vielleicht wie Goethe ein Buch wie "Die Leiden des jungen Werther". Dieses Buch löst dann eine größere Selbstmordwelle unter der Leserschaft aus, wie damals geschehen. Goethe fühlte sich und sein Anliegen damals falsch verstanden. Ja schön, er hatte unterschätzt, wie authentisch sein Werk geworden war, und wie es bei Zartbesaiteten die falsche Wirkung hervorrief.

  • Deepa
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    • 10. Oktober 2020 um 12:37
    • #268

    Ich habe etwas gelesen, was als Inspiration dienen könnte (bzgl. Verstand, Vernunft):

    Zitat

    […]Frage: Hast du dich schon mit der Altarsutra des sechsten Patriarchen, Hui Neng, beschäftigt?

    Antwort: Hui Nengs Weisheit ist sehr tief. Es ist eine profunde Lehre, für Anfänger nicht leicht zu verstehen. Aber wenn du mit unserer Disziplin übst, und zwar mit Geduld, wenn du Nicht-Anhaften übst, wirst du sie schließlich verstehen. Ich hatte einmal einen Schüler, der in einer grasbedeckten Hütte lebte. Es regnete oft in jener Regenzeit, und eines Tages blies ihm ein starker Wind das halbe Dach weg. Er kümmerte sich nicht darum und ließ es einfach hineinregnen, ohne das Dach zu reparieren. Nach mehreren Tagen fragte ich ihn nach seiner Hütte. Er erklärte, daß er sich im Nicht-Anhaften übe. Das ist Nicht-Anhaften ohne Weisheit, ungefähr wie der Gleichmut eines Wasserbüffels. […]

    Ein Gespräch

    Zu meinen Beiträgen: So sehe ich es.

    Viele Wege führen ins Nirvana.

    Deepa

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    • 10. Oktober 2020 um 12:37
    • #269
    Rudolf:

    Wie komme ich zu dieser großen, gleichmütigen, altruistschen Liebe?


    Was mir (nicht nur) bei mir selber auffällt ist, das zusammen mit der Entwicklung von Wissen eine Art Stolz entsteht, so ein subtiles Gefühl von Überlegenheit. Hermann Hesse hat geschrieben: "Dem warmen, allumfassenden Mitgefühl wird nichts lächerlich, dem eisigen, hochgestelzten Intellekt will am Ende nichts mehr ernst erscheinen."

    So scheint mir dieses Gefühl der Überlegenheit dem Verständnis für andere entgegenzustehen, die Bereitschaft andere Menschen, oder alle Wesen, so zu erkennen wie sie sich selbst erkennen, ungefiltert durch mein Wertesystem sie so anzunehmen, mithin zu lieben, wie sie sind.

    Während ich diese Frage beantworte, schleichen sich Vorstellungen ein wie: Ich weiß da schon mehr als Rudolf, ich bin in einer höheren Position. So etwas versuche ich ständig zu beobachten, mich selber im Auge zu behalten. Wie Epiktet im

    Handbüchlein der Moral sagt: "ein Jünger der Weisheit bewacht sich selbst wie einen Feind, und wie einen, der ihm Netze stellt."

    Und wenn der ganze Dünkel weg ist, dann ist da natürliche Freiheit und die Brahmavihara, damit würde ich mich wirklich wohl fühlen und arbeite daran.

    Mit Metta, mukti.


  • Rudolf
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    • 10. Oktober 2020 um 13:02
    • #270
    Deepa:

    Ich habe etwas gelesen, was als Inspiration dienen könnte (bzgl. Verstand, Vernunft):

    Zitat

    […]Frage: Hast du dich schon mit der Altarsutra des sechsten Patriarchen, Hui Neng, beschäftigt?

    ......................Das ist Nicht-Anhaften ohne Weisheit, ungefähr wie der Gleichmut eines Wasserbüffels. […]

    Sogar beim Nicht-Anhaften braucht man Weisheit.

    Nun muss ich aber was gestehen. Ich habe auch die erste Frage und Antwort gelesen:

    [lz]

    Frage: Ich strenge mich bei meiner Praxis sehr an, aber ich scheine nirgendwo hinzukommen.

    Antwort: Das ist sehr wichtig: Versuche nicht, irgendwo hinzukommen in deiner Praxis. Es ist gerade das Verlangen, frei oder erleuchtet zu sein, das deine Freiheit verhindert. Du kannst dich so viel bemühen, wie du willst, und Tag und Nacht leidenschaftlich üben, doch solange im Geist noch Verlangen ist, etwas zu erreichen, wirst du keinen Frieden finden. Die Energie dieses Verlangens wird Ursache für Zweifel und Unruhe sein. Egal, wie lange oder intensiv du übst, Weisheit wird niemals aus Verlangen entstehen. Also laß einfach los. Beobachte deinen Geist und Körper mit Achtsamkeit, aber versuch nicht, etwas zu erreichen, nicht einmal Erleuchtung.[/lz]

    Ein Gespräch

    Da kam mir am Schluss ganz spontan der Gedanke auf: "aber Freiheit will er doch erlangen mit dieser Praxis des nichts erreichen wollen."

    Ist jemand von euch hier, der gar nicht dahin kommen will, eines Tages vollständiges Loslassen realisiert zu haben?

    mukti:

    Und wenn der ganze Dünkel weg ist, dann ist da natürliche Freiheit und die Brahmavihara, damit würde ich mich wirklich wohl fühlen und arbeite daran.

    Daran dürfte man ja auch nicht arbeiten, gemäß Ajan Chah.

    Das sich "wirklich wohl fühlen" wollen müsste man auch loslassen.

    :rainbow:

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    • 10. Oktober 2020 um 13:18
    • #271
    Rudolf:
    mukti:

    Und wenn der ganze Dünkel weg ist, dann ist da natürliche Freiheit und die Brahmavihara, damit würde ich mich wirklich wohl fühlen und arbeite daran.

    Daran dürfte man ja auch nicht arbeiten, gemäß Ajan Chah.

    Das sich "wirklich wohl fühlen" wollen müsste man auch loslassen.

    Naja den ganzen Weg müsste man loslassen, aber erst am Ziel soweit ich das verstehe. Einen Weg geht man Schritt für Schritt, so weit wie Ajan Chah bin ich ihn noch lange nicht gegangen.

    Mit Metta, mukti.


  • Schmu
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    • #272
    Rudolf:

    Ist jemand von euch hier, der gar nicht dahin kommen will, eines Tages vollständiges Loslassen realisiert zu haben?

    Doch. Aber dieses "Wollen" hat es in sich. Wenn ich ehrlich zu mir bin, warum ich das denn eigentlich will, stoße ich auf verschiedenste Beweggründe, die unmöglich zu tatsächlichem Loslassen und Freisein führen können. :shock: Da finde ich z.B. meine Eitelkeit. Das ist ein lausiger Beweggrund, der geradewegs eben nicht in die richtige Richtung führt. Ich bin ja schon froh, dass sie mir auffällt, so kann ich mich wenigstens zunächst mit ihr beschäftigen.

    Das Freisein geschieht also vielleicht eher, als dass es durch mein Wollen entsteht. Einfach so, nebenbei, als Bonus-Nebeneffekt, nicht als Resultat des Wollens.

  • ARYA DHARMA
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    • 10. Oktober 2020 um 14:38
    • #273

    Ich denke, wir haben jetzt ca. 20 Themen angerissen :earth::)

  • Monikamarie
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    21. November 1948 (77)
    • 10. Oktober 2020 um 15:36
    • #274
    ARYA DHARMA:

    Ich denke, wir haben jetzt ca. 20 Themen angerissen :earth::)

    Macht nix :erleichtert:

    Rudolf:

    Ist jemand von euch hier, der gar nicht dahin kommen will, eines Tages vollständiges Loslassen realisiert zu haben?

    Daran dürfte man ja auch nicht arbeiten, gemäß Ajan Chah.

    Das sich "wirklich wohl fühlen" wollen müsste man auch loslassen.

    Ich erlebe das so. Zum Beispiel habe ich keine Lust, alleine durch unser Wäldchen zu gehen. Deshalb hadere ich des öfteren damit, verschiebe es oder hab eine andere Ausrede. Ich weiß aber, dass ich es tun sollte, dass es gesund ist und auch schön sein kann (wenn die Knie nicht immer wieder wehtäten). Und ich beneide andere um ihren starken Willen.

    Meistens ist es jedoch so, dass ich meine Gegenargumente ignoriere, einfach aufstehe, Schuhe anziehe und losgehe.

    So mache ich es auch mit der "Arbeit an meinen Hindernissen". Wobei das fällt mir sogar leichter, denn dabei kann ich liegen oder sitzen - und dabei habe ich noch nicht einmal Widerstände und Argumente, es nicht zu tun.

    Schmu:

    Das Freisein geschieht also vielleicht eher, als dass es durch mein Wollen entsteht. Einfach so, nebenbei, als Bonus-Nebeneffekt, nicht als Resultat des Wollens.

    _()_

  • ARYA DHARMA
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    • 10. Oktober 2020 um 15:56
    • #275
    Monikadie4.:

    Macht nix

    Mir macht das auch nix, das lässt sich halt ehrlich gesagt auch nicht vermeiden, aber ist halt lustig, weil dieser Thread ja schon ausgesondert wurde :D

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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