Hallo,
in letzter Zeit ist in mir öfter mal die Frage aufgetaucht: Was ist der Unterschied zwischen Zazen und Shikantaza?
Das mit Hilfe des Internets herauszufinden, ist nicht möglich. Mein Versuch ist jedenfalls gescheitert. Selbst einigermaßen seriöse Seiten scheinen die beiden Begriffe zu verwenden, wie sie gerade lustig sind. Da werden locker beide Begriffe in einem Artikel verwendet, als wären sie (zumindest nahezu) Synonyme.
Das sind sie ja vielleicht auch ein kleines bisschen. Aber nicht so wirklich...
Hier mal zuerst Auszüge aus Wikipedia (ja, ich weiß, ich weiß, für ein tieferes Verständnis nicht zu gebrauchen, aber ein Anfang. Also Geduld, ruhig Blut!).
Zuerst ein paar Sätze zu Zazen:[lz]
Die Meditationsübung kennt verschiedene Varianten, doch stets wird sie in vollkommener Achtsamkeit durchgeführt. Sie stellt, zumindest am Beginn, eine physische und psychische Belastung für die Schüler dar. Durch Selbstbeobachtung des Körpers, seiner Haltung und Atmung (z. B. Betrachtung des Atemflusses und der Empfindungen, der Denkvorgänge und des Bewusstseins) verbindet sich der Übende mit dem gegenwärtigen Ort und Moment. Da Körper und Geist nicht getrennt sind, hat die Körperhaltung direkten Einfluss auf das Empfinden, Denken und die physisch-psychische Verfassung. Durch die Haltung, Beobachtung und Konzentration kommt der Strom der Gedanken zur Ruhe oder wird zeitweise komplett unterbrochen. Die auch im Körper manifestierten Lebenserfahrungen und Unterbewusstes erscheinen in dieser Geisteshaltung und können sich lösen.
Zazen hat aber kein definiertes Ziel und keine Bedeutung, die über das Sitzen selbst hinausgeht. Deshalb gibt es außer dem Hinweis auf Achtsamkeit traditionell kaum allgemeine Anweisungen. Zazen wird häufig kurz „Praxis“ genannt, um die Abkehr von der theoretischen Beschäftigung zu betonen.[/lz]
Dann zu Shikantaza:[lz]
Shikantaza wird oft als die Methode ohne Methode bezeichnet. Es richtet sich an die Geisteshaltung der Zen-Praktizierenden und stellt eine vertiefende Methode der Zen-Meditation dar. Anders als andere Meditationstechniken gibt es hier nichts zu tun, als einfach nur in bewusster Achtsamkeit zu sitzen. Dabei soll nicht über das Sitzen selbst nachgedacht werden, sondern es soll sich ein Eins-Werden mit dem Da-Sitzen einstellen.
Shikantaza ist keine losgelöste Methode, sondern basiert auf der Zazen-Haltung und der Grundeinstellung, an keinem erlebten Zustand oder Gefühl haften zu bleiben. Die Übung wird als endlose Vertiefung aufgefasst. Selbst ein Erleuchteter soll nicht an dem "Zustand" des Satori anhaften, sondern selbst diese Erfahrung hinter sich lassen und die Übung weiter vertiefen.[/lz]
Das bestärkt mich in der Annahme, dass Zazen und Shikantaza unmöglich voneinander zu trennen sind. Ich kann nicht sagen: Um 15:00 praktiziere ich Zazen, und um 18:00 Shikantaza. Das ist ein sinnloser Satz, das greift doch ineinander...
Nochmal was von Shunryu Suzuki (04/2018 bei Lion’s Roar):[lz]
Shikantaza bedeutet, Leerheit zu praktizieren oder zu verwirklichen. Obwohl Sie ein vorläufiges Verständnis davon durch Ihr Denken haben können, sollten Sie die Leerheit durch Ihre Erfahrung verstehen. Sie haben eine Vorstellung von Leerheit und eine Vorstellung von Sein, und Sie denken, dass Sein und Leerheit Gegensätze sind. Aber im Buddhismus sind beides Ideen des Seins. Die Leerheit, die wir meinen, ist nicht so wie die Idee, die Sie vielleicht haben. Sie können ein vollständiges Verständnis der Leerheit weder mit Ihrem denkenden Geist noch mit Ihrem Gefühl erreichen. Das ist der Grund, warum wir Zazen praktizieren.
(Übersetzt mit DeepL/Translator)[/lz]
Auch hier werden beide Begriffe im selben Artikel benutzt. Ich würde sagen, Shikantaza hat in gewisser Weise etwas Fortgeschritteneres, kann man das so sagen? Bei Shikantaza bin ich nicht mehr bei schmerzenden Körperstellen, beim Atmen, im Bauch, im Kopf, in den Füßen oder bei meinen Gedanken. Sondern ich beginne mich von dieser ganzen Ebene zu lösen. Ist das gemeint, dieser Zustand?
Hier noch etwas von sotozen.com zu Shikantaza / Zazen.