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Was ist Gier?

  • jwh
  • 23. März 2023 um 09:11
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  • jwh
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    • 23. März 2023 um 09:11
    • #1

    Hallo Freunde!

    Ist Gier gleich „haben wollen“?

    Versteht ihr jedes Streben darunter?

    Auch nach Wissen oder besonderen Fähigkeiten wie Sport?

  • Monikamarie
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    • 23. März 2023 um 10:57
    • #2

    Hey jwh,

    diese Begriffe stehen für mehr als nur Habenwollen. Es dreht sich dabei um starke Anhaftung.

    Das muss jede/r für sich selbst herausfinden und ist natürlich nicht sofort "abstellbar", wenn man denn will.

    Aber durch Beob-ACHTUNG findest Du das sicher heraus, ob Du gierig bist oder z.B. "nur" normalen Hunger hast.

    _()_

  • Noreply
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    • 23. März 2023 um 11:01
    • #3
    jwh:

    Hallo Freunde!

    Ist Gier gleich „haben wollen“?

    Versteht ihr jedes Streben darunter?

    Auch nach Wissen oder besonderen Fähigkeiten wie Sport?

    Gier ist alles haben wollen von anderem oder als besser geglaubten.

    Ich habe Durst und da steht ein Glas Leitungswasser, ich will aber stilles Mineralwasser.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 23. März 2023 um 11:31
    • #4

    Gier und Hass (Anhaftung und Ablehnung) sind sowas wie Grundfesten oder grundlegende Parameter unserer Wirklichkeit. Sie sind – erwachsen aus Verblendung – die Ursachen des Leidens:

    Zitat
    Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung sind Leiden, mit Unliebem verbunden sein ist Leiden, von Liebem getrennt sein ist Leiden, was man begehrt, nicht erlangen, das ist Leiden, kurz gesagt: die fünf Daseinsgruppen sind Leiden.

    Quelle

    Sofern etwas davon bei einem Wesen zutrifft, sind die Geistesgifte (Gier, Hass und Verblendung) am Werk. Sie durchdringen wie die Myzele eines Pilzes jede Faser des Daseins.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • mukti
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    • 23. März 2023 um 12:13
    • #5
    jwh:

    Ist Gier gleich „haben wollen“?

    Versteht ihr jedes Streben darunter?

    Auch nach Wissen oder besonderen Fähigkeiten wie Sport?

    Nicht jedes Streben:

    Zitat

    Wer über ein anziehendes Objekt unweise nachdenkt, bei dem gelangt die nicht aufgestiegene Gier zum Aufsteigen und die aufgestiegene Gier wird immer größer und stärker.

    A.III.69

    Wenn man ein anziehendes Objekt ohne Weisheit betrachtet will man es haben, egal ob es einem selber oder anderen schadet, das ist Gier. Mit Weisheit will man nur haben was nötig und heilsam ist und das in Maßen, nicht zu viel und nicht zu wenig, das ist kein gieriges Streben.

    Mit Metta, mukti.


  • Aravind
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    • 23. März 2023 um 12:31
    • #6
    jwh:

    Hallo Freunde!

    Ist Gier gleich „haben wollen“?

    Versteht ihr jedes Streben darunter?

    Auch nach Wissen oder besonderen Fähigkeiten wie Sport?

    Ich komme gut mit der praktischen Definition zurecht,

    Auch als Abgrenzung zwischen Vorlieben und Anhaftung:

    Gier: So lange ich das nicht habe, kann und will ich nicht glücklich sein. Das können auch sportliche Fähigkeiten sein.

    Hass: So lange ich das habe, solange das so ist, kann ich nicht glücklich sein.

    Liebe Grüße, Aravind.

  • einfachundgerne
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    • 23. März 2023 um 12:33
    • #7
    Thorsten Hallscheidt:

    Gier und Hass (Anhaftung und Ablehnung) sind sowas wie Grundfesten oder grundlegende Parameter unserer Wirklichkeit. Sie sind – erwachsen aus Verblendung – die Ursachen des Leidens:

    Ein als Hilfe gemeinter Hinweis. Auch am Hass wird angehaftet. Das heisst genauer: auch jenem mit einem Bewusstsein über ein Objekt verbundenen Gefühl (Abneigung, Widerwille, Zerstörungslust etc) wird nachgegangen, wenn Vergänglichkeit, Unpersönlichkeit des Gefühls und die letzte Folge: dukkha, nicht erkannt sind. Also wieder knapp gesagt: Hass ist Anhaftung.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 23. März 2023 um 12:40
    • #8
    Aravind:

    Gier: So lange ich das nicht habe, kann und will ich nicht glücklich sein. Das können auch sportliche Fähigkeiten sein.


    Hass: So lange ich das habe, solange das so ist, kann ich nicht glücklich sein.

    Gier: Sollte ich das verlieren, werde ich unglücklich sein oder Angst haben.

    Hass: Sollte mir das jemand oder etwas nehmen wollen, werde ich wütend werden.

    Gier: Sollte ich etwas haben, was andere nicht oder weniger haben, werde ich stolz sein.

    Hass: Sollte ich etwas nicht oder weniger haben, was andere haben, werde ich neidisch sein.

    u.s.w. mit folgenden Konsequenzen:

    Zitat

    1 Moha Unwissenheit, Verblendung, Täuschung

    2 Ahirika Skrupellosigkeit (in Bezug auf sich)

    3 Anottappa Skrupellosigkeit (in Bezug auf andere)

    4 Uddhacca Ruhelosigkeit, Aufgeregtheit

    5 Lobha Anhaften, Verlangen

    6 Ditthi Falsche Ansicht (Identifikation)

    7 Mana Stolz, Einbildung

    8 Dosa Ablehnung, Hass

    9 Issa Eifersucht

    10 Macchariya Geiz

    11 Kukkucca Besorgnis, Gewissensunruhe

    12 Thina Starrheit, Faulheit, Dichtheit

    13 Middha Schläfrigkeit

    14 Vicikiccha Zweifel

    Quelle
    Alles anzeigen

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 23. März 2023 um 12:58
    • #9

    Zum Thema:

    Honigkuchen - die Xte

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Karl-Otto
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    • 23. März 2023 um 13:19
    • #10

    ... alles, von dem man glaubt, dass man damit sein Ego bei Laune halten bzw. stabilisieren könnte.

    (Tschuldigung. Mit vielen Worten habe ich es jetzt nicht so. Mein Deutschlehrer meinte früher schon, ich solle endlich mal ganze Sätze bilden, die Worte seien ja schließlich nicht rationiert :) )

    Einmal editiert, zuletzt von Karl-Otto (23. März 2023 um 13:26)

  • Honin
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    • 23. März 2023 um 14:23
    • #11
    jwh:

    Hallo Freunde!


    Ist Gier gleich „haben wollen“?

    Versteht ihr jedes Streben darunter?

    Auch nach Wissen oder besonderen Fähigkeiten wie Sport?

    Gier wird in der zweiten edlen Wahrheit gut beschrieben. Hier ein Auszug von :Was der Buddha lehrt (W. Rahula):

    Über die zweite der vier Edlen Wahrheit:


    Zweite Edle Wahrheit (Samudaya) Das Entstehen oder der Ursprung von dukkha:

    Eine bekannte Definition der *Zweiten edlen Wahrheit* lautet: 'Es ist dieser "Durst" der mit der leidenschaftlichen Gier verbunden ist und die Wieder-Existenz und das Wieder-Werden erzeugt.

    Buddha unterschied drei Arten von Durst:

    (1) Durst nach Sinnesfreuden (kama-tanha),

    (2) Durst nach Existenz und Werden (bhaa-tanha)

    (3) Durst nach Nicht-Existenz (vibhavatanha)


    Nach Buddhas Ansicht manifestiert sich dieser "Durst", dieses Begehren, die Gier, das Verlangen, auf verschiedene Weise und ruft dadurch alle Formen des Leidens und auch den Fortbestand der Wesen hervor- Im buddhistischen Verständnis ist alles relativ und voneinander abhängig.

    Der sogenannte 'Durst' ist nicht die erste oder einzige Ursache für das Entstehen von dukkha. Aber er ist die greifbarste und unmittelbarste Ursache. Was im Zentrum dieses Durstes steht ist die Unwissenheit, die aus den falschen Vorstellungen von sich selbst entsteht.

    Der Begriff "Durst" umfasst nicht nur das Verlangen nach etwas und die Anhaftung an Sinnesfreuden, Reichtum und Macht, sondern auch das Verlangen nach und die Anhaftung an Ideen und Ideale, Ansichten, Meinungen, Theorien, Vorstellungen und Überzeugungen. Nach Buddhas Ansicht entstehen alle Probleme und Unruhen in der Welt, angefangen von kleinen persönlichen Streitigkeiten in Familien bis hin zu großen Kriegen zwischen Nationen und Ländern, aus diesem egoistischen "Durst". Von diesem Standpunkt aus betrachtet, entstehen alle wirtschaftlichen, politischen und sozialen Probleme aus diesem egoistischen "Durst“ und dem selbstsüchtigen Begehren. Dieses Verlangen, bringt nach Buddhas Ansicht, eine neue Existenz und ein neues Werden hervor.

    Die Begriffe 'Durst', 'Wille', 'geistiger Wille' und 'Karma' bezeichnet ebenfalls den Wunsch bzw. den Willen zu sein, bzw. zu existieren, zu werden, mehr und mehr zu werden, mehr und mehr zu wachsen, mehr und mehr anzuhäufen. Dies ist nach Buddhas Ansicht die Hauptursache für das Entstehen von dukkha.

    Buddha sagte auch, dass der Keim des Lebens, sein eigenes Vergehen ist. Deshalb hat dukkha in sich selbst die Natur seines eigenen Entstehens, und es hat auch in sich selbst die Natur ihrer eigenen Beendigung. Die Ursache, also der Keim des Entstehens von dukkha liegt daher nach Buddhas Ansicht im dukkha selbst und nicht außerhalb;

    Ob etwas gut oder schlecht ist, ist relativ, und ist innerhalb des Zyklus der Kontinuität (Samsara).

    Im Buddhismus ist ein Wesen, eine Kombination aus physischen, geistigen Kräften und Energien.

    Nach Buddhas Ansicht ist das was wir als Tod bezeichnen, nur das völlige Nichtfunktionieren des physischen Körpers. Aber der Wille, die Willenskraft, der Drang zu existieren, das Verlangen immer mehr und mehr zu werden, ist nach Buddhas Ansicht eine ungeheure Kraft, die das ganze Leben, die ganze Existenzen, ja die ganze Welt bewegt. All diese Kräfte und Energien hören mit dem Nichtfunktionieren des Körpers nach der buddhistischen Lehre nicht ganz auf, sondern manifestieren sich weiterhin in einer anderen Form und erzeugen eine neue Existenz.

    Karma hat also nichts mit der Idee von Gerechtigkeit, Belohnung oder Bestrafung zu tun, sondern ist die Theorie von Ursache und Wirkung, von Aktion und Reaktion; Karma ist ein Naturgesetz,

    Da es nach buddhistischer Ansicht keine dauerhafte, unveränderliche Substanz gibt., ist alles nur eine Reihe, die ununterbrochen weitergeht und sich trotzdem jeden Moment ändert. Diese Reihe ist eigentlich nichts Anderes als Bewegung. Vergleichbar mit einer Flamme, die die Nacht hindurch brennt: Die Flamme ist nicht dieselbe Flamme und auch keine andere

    Jede willentliche Handlung hat eine Auswirkung oder ein Ergebnis.

    Buddha sagt:

    Solange es diesen "Durst" nach Sein und Werden gibt, geht der Kreislauf der Kontinuität (samara) weiter.

  • jwh
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    • 23. März 2023 um 15:28
    • #12

    Also Tennis Trainerstunden zu nehmen, um besser Tennis zu spielen, bedingt schon Dukkha?

  • Aravind
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    • 23. März 2023 um 15:53
    • #13
    jwh:

    Also Tennis Trainerstunden zu nehmen, um besser Tennis zu spielen, bedingt schon Dukkha?

    Du erkennst den Unterschied, wenn die Stunden ausfallen. Erzeugst Du dann Leiden (Dhukka), weil Du Dir denkst, so ein Scheiß, so werde ich nie ein perfekter Tennisspieler und ich werde nie gut genug sein, oder ob Du denkst: Schade. Na gut, dann nächste Woche wieder.

    Diesen Unterschied halbwegs sicher zu erkennen, dafür ist die Praxis da. Das kann ein wenig dauern. ;)

    Ein praktischer Hinweis kann sein: Wut=Angst =(im allgemeinen) Anhaftung.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • jwh
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    • 23. März 2023 um 16:03
    • #14

    Ich weiß nicht, ob bei mir dauerhaft Dukkha oder einfach gewisses Unbehagen vorliegt.

    Ich hab einen sehr starken Leistungsanspruch.

    Ist wohl eine Anhaftung.

    Von dem wegzukommen wäre ein neues Leben.

  • Online
    Helmut
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    • 23. März 2023 um 16:07
    • #15

    Gier oder Begierde ist ja im Wesentlichen durch eine falsche Auffassung des Objektes, auf das sich die Gier richtet, gekennzeichnet.

    Man projiziert Qualitäten auf das Objekt der Gier, die es aber so gar nicht besitzt; aber man hält daran fest, dass das Objekt diese Qualitäten wirklich besitzt. Dann glaubt man, dass man Glück erlebt, wenn man an dieser Sichtweise auf das Objekt festhält. Dann wird man sich mit aller Kraft darum bemühen, dieses Objekt der Begierde in den eigenen Besitz zu bringen. Man wird dann auch große Mühen aufwenden, von diesem begehrten Objekt nicht wieder getrennt zu werden.

    Aber letztlich wird man sich doch wieder von diesem Begierdeobjekt trennen müssen und diese Trennung wird man dann als Leid erleben.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Honin
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    • 23. März 2023 um 16:10
    • #16
    jwh:

    Also Tennis Trainerstunden zu nehmen, um besser Tennis zu spielen, bedingt schon Dukkha?

    Naja, es kommt wahrscheinlich auch darauf an was man sich erwartet und mit wem man sich vergleicht.

    Wenn du dir dadurch erhofft N. Djokovic zu werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch , dass du enttäuscht wirst.

  • Noreply
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    • 23. März 2023 um 16:26
    • #17
    Helmut:

    Gier oder Begierde ist ja im Wesentlichen durch eine falsche Auffassung des Objektes, auf das sich die Gier richtet, gekennzeichnet.

    Man projiziert Qualitäten auf das Objekt der Gier, die es aber so gar nicht besitzt; aber man hält daran fest, dass das Objekt diese Qualitäten wirklich besitzt. Dann glaubt man, dass man Glück erlebt, wenn man an dieser Sichtweise auf das Objekt festhält. Dann wird man sich mit aller Kraft darum bemühen, dieses Objekt der Begierde in den eigenen Besitz zu bringen. Man wird dann auch große Mühen aufwenden, von diesem begehrten Objekt nicht wieder getrennt zu werden.

    Aber letztlich wird man sich doch wieder von diesem Begierdeobjekt trennen müssen und diese Trennung wird man dann als Leid erleben.

    :idea: gilt auch für das Nirvana.

  • void
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    • 23. März 2023 um 16:31
    • #18
    jwh:

    Hallo Freunde!

    Ist Gier gleich „haben wollen“?

    Versteht ihr jedes Streben darunter?

    Auch nach Wissen oder besonderen Fähigkeiten wie Sport?

    Buddha hat sich ja danach gefragt, was Leid verursacht.

    Wenn man glücklich im Hier und Jetzt ist, gibt es ja im Großen und Ganzen zwei Gründe warum Unglücklichsein aufkommt:

    1. Irgendwas ist nicht da, sollte aber da sein
    2. Irgendwas ist da, sollte aber weg sein.

    Es sind also Wünsche nach An- und Abwesenheit.

    Danei gibt es natürlich krasse Formen der Zuneigungen ( z.B Heroinsucht) und Abneigungen ( extremer Hass) und ganz leichte und für die meisten Leute nachvollziehbare Wünsche ( z.B nach Gesundheit, Friede, Bewegung).

    Aber insofern diese Wünsche - sofern sie nicht erfüllt sind zu Leiden führen - fallen sie unter die Kategorien 1 und 2.

    In der Praxis bedeutet das nicht, dass jeder gleich zum Asketen werden muß und alle Wünsche aufgeben muß. Es ist nur so, dass man je weniger unerfüllte Wünsche da sind, desto glücklicher ist.

  • Noreply
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    • 23. März 2023 um 16:33
    • #19
    jwh:

    Also Tennis Trainerstunden zu nehmen, um besser Tennis zu spielen, bedingt schon Dukkha?

    Nur, wenn man damit vor anderen angeben will.

  • einfachundgerne
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    nibbanavada
    • 23. März 2023 um 16:39
    • #20
    Ellviral:
    Helmut:

    Gier oder Begierde ist ja im Wesentlichen durch eine falsche Auffassung des Objektes, auf das sich die Gier richtet, gekennzeichnet.

    Man projiziert Qualitäten auf das Objekt der Gier,

    :idea: gilt auch für das Nirvana.

    Ich habe Lust, hier dabei zu sein und probiere gerne eine Antwort.


    Im Fall der Vorstellung darüber (Nibbana) ist es möglich. Da ist die Vorstellung (wie in so vielen Fällen) das Anhaftungsobjekt.


    [lz]

    26. "Er nimmt Nibbāna [14] als Nibbāna wahr. Nachdem er Nibbāna als Nibbāna wahrgenommen hat, stellt er sich Nibbāna vor, er macht sich Vorstellungen in Nibbāna, er macht sich Vorstellungen von Nibbāna ausgehend, er stellt sich vor 'Nibbāna ist mein', er ergötzt sich an Nibbāna. Warum ist das so? Weil er es nicht vollständig durchschaut hat, sage ich." [/lz]

    Majjhima Nikāya 1

    Nibbana heisst ja auch das Verlöschen von Gier und Hass, und das heisst wiederum auch: kein Anhaften.


    [lz]

    Da stand nun einer der Mönche auf, schlug den Mantel um die eine Schulter, verneigte sich ehrerbietig vor dem Erhabenen und sprach also:

    "Darf ich, o Herr, den Erhabenen über irgend etwas befragen, wenn mir der Erhabene der Frage Beantwortung gewähren will?"

    "Wohlan denn, o Mönch, setze dich auf deinen Platz und frage nach Belieben."

    Und jener Mönch setzte sich auf seinen Platz und sprach also zum Erhabenen:

    "Sind das, o Herr, die fünf Daseinsgruppen (khandha), als da ist

    • Anhaften an der Form,
    • Anhaften am Gefühl,
    • Anhaften an der Wahrnehmung,
    • Anhaften an den Geistobjekten,
    • Anhaften am Bewußtsein?"

    "Das sind, Mönch, die fünf Daseinsgruppen."

    "Gut, o Herr!" sagte da jener Mönch, erfreut und befriedigt durch des Erhabenen Rede, und stellte nun eine fernere Frage:

    "Und diese fünf Daseinsgruppen, o Herr, wo wurzeln die?"

    "Diese fünf Daseinsgruppen, Mönch, wurzeln im Willen."

    "Ist nun, o Herr, Anhaften und die fünf Daseinsgruppen ein und dasselbe, oder gibt es ein Anhaften außer den fünf Daseinsgruppen?"

    "Nicht ist, Mönch, Anhaften und die fünf Daseinsgruppen ein und dasselbe, doch gibt es kein Anhaften außer den fünf Daseinsgruppen: was da, Mönch, bei den fünf Daseinsgruppen Willensreiz ist, das ist dabei Anhaften."[/lz]

    Majjhima Nikaya 109

    Einmal editiert, zuletzt von einfachundgerne (23. März 2023 um 16:45)

  • Monikamarie
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    • 23. März 2023 um 16:48
    • #21
    Thorsten Hallscheidt:

    Gier und Hass (Anhaftung und Ablehnung) sind sowas wie Grundfesten oder grundlegende Parameter unserer Wirklichkeit. Sie sind – erwachsen aus Verblendung – die Ursachen des Leidens:

    Zitat
    Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung sind Leiden, mit Unliebem verbunden sein ist Leiden, von Liebem getrennt sein ist Leiden, was man begehrt, nicht erlangen, das ist Leiden, kurz gesagt: die fünf Daseinsgruppen sind Leiden.

    Quelle

    Sofern etwas davon bei einem Wesen zutrifft, sind die Geistesgifte (Gier, Hass und Verblendung) am Werk. Sie durchdringen wie die Myzele eines Pilzes jede Faser des Daseins.

    Na, dann warte mal ab, ob das Alter oder Trauer um einen geliebten Menschen von Dir als Geistesgift wahrgenommen wird.

    Alles trifft auf uns zu, schließlich wurden wir alle geboren, durchlaufen mehr oder weniger schmerzhafte Zeiten.

    Das allein sind noch keine Geistesgifte, sondern unser Widerstand, unsere Ablehnung und unsere Begierde, es anders haben zu wollen.

    Aber ich vermute, Du hast Dich nur missverständlich ausgedrückt, Thorsten :)

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 23. März 2023 um 17:11
    • #22

    Hallo Monika.

    Alter, Tod und Krankheit sind unter anderem als Leiden definiert. Anhaftung, Ablehnung und Unwissenheit sind als Ursachen des Leidens definiert. Alter, Krankheit und Tod (Die ganze Leidensmasse) findet ihren Ursprung im abhängigen Entstehen:

    Zitat

    Durch (1.) Unwissenheit (avijjā) bedingt sind (2.) die Karmaformationen (saṅkhāra), dadurch (3.) das Bewußtsein (viññāna), dadurch (4.) das Körperliche und Geistige (nāma-rūpa), dadurch (5.) die sechs Grundlagen (āyatana) der geistigen Vorgänge, dadurch (6.) der Bewußtseinseindruck (phassa), dadurch (7.) das Gefühl (vedanā), dadurch (8.) das Begehren, dadurch (9.) das Anhaften (upādāna), dadurch (10.) der Werdeprozeß (bhava), durch den (karmischen) Werdeprozeß (11.) die Wiedergeburt (jāti), dadurch (12.) Altern und Sterben usw. (jarā-marana usw.).

    Quelle

    Insofern sind auch Altern und Tod Resultate von Gier, Hass und Unwissenheit.

    Liebe Grüße

    Thorsten

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • einfachundgerne
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    • 23. März 2023 um 19:23
    • #23
    Thorsten Hallscheidt:

    Insofern sind auch Altern und Tod Resultate von Gier, Hass und Unwissenheit.

    Jedenfalls findet man diese Erklärung über die Ursache von dem was man gemeinhin als die eigene Existenz begreift, also die Ursache von Geburt, Altern und Tod wenigstens in den Quellen der Theravadaschaft.

    Von einem so hohen Punkt aus erschien offenbar auch die Lust an sportlicher Betätigung, und den nachträglichen körperlichen Empfindungen (in Form von zB Endorphinausschüttung) direkt als leidbringend, als dukkha, wenigstens auch, weil dieser Genuss ja nicht zu Nibbana (dem Ende von Geburt, Alter und Tod - wenigstens in den Quellen der Theravadaschaft) führt.

    Mit dieser Bemerkung soll nichts gegen gesundheitsfördernde sportliche Betätigung gesagt sein. Hier (auch dieses Forum) ist die Welt, und keine entschlossene Mönchsgemeinschaft, die dieses Ziel in diesem Leben schon erreichen will.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 23. März 2023 um 20:14
    • #24

    Hallo einfachundgerne

    Das hat nur bedingt etwas mit Theravada oder Mönchsgemeinschaft zu tun. Der von mir zitierte Text gehört zu den Grundlagen aller buddhistischer Schulen (vier edle Wahrheiten) und ist auch für Laien gedacht.

    Zudem trägt er auch dem Gedanken Rechnung, dass unsere Physis und unsere individuelle Psyche das Ergebnis von kulturellen und nicht zuletzt auch evolutiven Prozessen sind, die auf den drei Geistesgiften aufbauen. Überleben, Anpassung und Progression basieren auf Gier, Hass und Verblendung. Diese drei Triebkräfte sind so tief in unser Erbgut, unsere Vorstellungen, unsere Wertsysteme und unsere Kultur eingeschrieben, dass wir ihre Anwesenheit, ihre Wirkungen und ihre Dynamiken als komplette Normalität (Samsara) begreifen. Egal ob für Laien oder Mönche: Der buddhistische Weg besteht darin, diese Normalität zu hinterfragen. Es beginnt mit den offensichtlichen Ausprägungen von Gier und Hass, und geht immer weiter in den Kaninchenbau.

    Das ist kein hoher Punkt, sondern das Nächstliegende und Unmittelbare.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (23. März 2023 um 20:22)

  • einfachundgerne
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    Buddh. Richtung
    nibbanavada
    • 23. März 2023 um 21:27
    • #25

    Thorsten Hallscheidt

    Das Nächstliegende wäre für mich, eine angenehme Partie Tennis zu spielen. Ich nehme an, nicht wenigen kann es so gehen. Insofern schrieb ich von einem hohen (Einsichts-) Punkt. Tennisspielen und vollkommenes Gewahrsein hinsichtlich anicca, dukkha und anatta scheint mir nicht möglich.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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