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Mit sich im Reinen sein (innerer Frieden) - das Wichtigste für ein glückliches Leben?

  • Anna Panna-Sati
  • 7. Mai 2023 um 10:52
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  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Mai 2023 um 10:52
    • #1

    Hallo, liebe Freunde,

    in meinem (jetzt immerhin schon 60 Jahre währenden) Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen sehr zufrieden und (weitgehend, soweit ich das beurteilen kann) glücklich leben, OBWOHL sie andere Wesen ausbeuten, ausnutzen, missbrauchen, notorisch lügen, usw., also unethisch handeln.

    Es zeigt sich, dass sie mit ihrem Handeln keinerlei Probleme haben - im Gegenteil: Selbstzufrieden und absolut mit sich im Reinen strahlen sie eine beeindruckende Selbstsicherheit aus, besitzen Überzeugungskraft und oft ein Charisma, welches Andere blenden kann....

    Das Motto scheint zu sein: "Ich bin egoistisch....und das ist gut so!"

    (Gemeinhin werden diese Menschen gerne als "Narzissten" bezeichnet, wobei festzustellen ist, dass jeder "narzisstische Züge" in unterschiedlicher Ausprägung trägt und nur ein geringer Prozentsatz tatsächlich als "narzisstisch gestört", im Sinne einer Persönlichkeitstörung - NSP- ,diagnostiziert wird.)

    ------------------------------

    Die buddhistische Praxis hat ein klares Ziel: Erwachen/Erleuchtung, Nibbana/Nirwana.

    In diesem Forum wird ersichtlich, dass jeder sich eigene Vorstellungen davon macht, aber Einigkeit darüber besteht, dass eine Befreiung vom Leiden damit einhergeht.

    "Alle Wesen wollen glücklich sein und Leid vermeiden" ist ein oft zitierter Satz, der Mitgefühl und Verständnis erwecken kann (und soll), aber die Frage offenlässt, auf welche Weise die Wesen dies tun und ob andere Wesen dadurch Schaden zugefügt wird.

    In menschlichen Gesellschaften begrenzen ethische Regeln das allzu egoistische Streben nach Glück und schützen davor, rücksichtslos und unachtsam der Erfüllung eigener Bedürfnisse nachzugehen.

    -------------------------------

    Nun erlebe ich, dass Menschen, die der Buddhalehre (oder anderen Weisheitslehren) folgen, üben und praktizieren, oft mit innerer Zerrissenheit zu kämpfen haben, Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen...

    Man findet zwar Ruhe in der Meditation, aber manchmal artet es im Alltag in zähes Ringen mit sich selbst aus, wenn innerer Widerstand sich bemerkbar macht, das "Ego", welches sich quasi "aufbäumt" und Aufmerksamkeit heischt...

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    Man bestenfalls ein "Gutmensch" wird, aber kein "guter Mensch"?

    Die Selbstliebe, die ein Narzisst im Übermaß entwickelt (ev. kompensatorisch!), kommt dann zu kurz und vor allem ist man nicht "mit sich im Reinen"- was dem inneren Frieden und Glück entgegensteht....

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • KarmaHausmeister 7. Mai 2023 um 11:10

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • GKH
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    • 7. Mai 2023 um 12:10
    • #2

    Von außen sieht man immer nur Fassaden bzw. wohin der Mut reicht gezeigt zu werden.

    Und inneres Ringen und innerer Friede sind nicht zwangsläufig Gegensätze, wenn das Hadern mit dem Ringen aufhört.

  • Leonie
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    • 7. Mai 2023 um 13:08
    • #3
    Anna Panna:

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    1. Sich nicht mit anderen vergleichen.

    2. Woher kommt diese Anspruchshaltung?

    :zen:

  • TinyNight13076
    Gast
    • 7. Mai 2023 um 13:43
    • #4

    Ich bin in Wirklichkeit ein sehr schlechter Mensch. So wurde ich geboren, und es war nicht die Schuld der Eltern oder des Umfeldes.

    Das war mein Rucksack, den ich zu tragen hatte

    Ich hatte irgendwann soviel Ärger angehäuft, dass ich mich umbringen wollte.

    Und während ich diesen Selbstmord plante, bin ich der buddhistischen Lehre begegnet.

    Und die ersten 10 Jahre waren heftig.

    Ich bin von einem langen Retreat ins nächste, und dazwischen habe ich unter teils unmenschlichen Bedingungen Geld verdient.

    Einige Jahre lang war ich nicht nur nicht glücklicher, sondern es ging mir teilweise noch schlechter als vorher.

    Aber ich hatte inspirierende Lehrer und auch eine Sangha, die mir Kraft gegeben hatte.

    Viele meiner ehemaligen Kollegen und Freunde, sind trotz ihrer "schlechten" Taten ziemlich erfolgreich und auch Glücklich geworden.

    Aber das hat nicht ewig angehalten, und sie waren bald am Ende ihrer Kräfte angelangt.

    Als ich die erste Tür zur Freiheit eines Tages gefunden und geöffnet hatte, hat sich mein Leben auf unglaubliche Weise verändert.

    Ich bin wahrscheinlich immer noch nicht so glücklich wie damals, und so glücklich wie einige meiner damaligen Freunde, aber ich habe einen Frieden gefunden, der durch nichts mehr in dieser Welt zerstört werden kann.

    Ich kenne keine Trauer, Ungeduld, Angst mehr persönlich.

    Diese Dinge sind zwar immer noch da, aber ich habe damit nichts mehr zu tun.

    Die buddhistische Lehre unterscheidet sich von anderen Religionen in dem Punkt, dass wir nicht bis zum Schluss, Gläubige oder Ungläubige bleiben müssen.

    Wenn man der Wahrheit im Herzen begegnet, dann hört diese Unsicherheit, Zerrissenheit, Unruhe sofort auf.

    Egal was andere sagen, man sollte die Erleuchtung nicht auf ein unerreichbares Podest stellen.

    Der Buddha hat nicht nur für die Nonnen und Mönche gelehrt.

    Sondern auch für uns Laien.

    Wir sollten diese Chance nutzen, und uns nicht von anderen Menschen irritieren lassen.


    Mögen wir alle Frieden finden!

    Martin

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    • 7. Mai 2023 um 15:19
    • #5
    Anna Panna:

    in meinem (jetzt immerhin schon 60 Jahre währenden) Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen sehr zufrieden und (weitgehend, soweit ich das beurteilen kann) glücklich leben, OBWOHL sie andere Wesen ausbeuten, ausnutzen, missbrauchen, notorisch lügen, usw., also unethisch handeln.

    Es zeigt sich, dass sie mit ihrem Handeln keinerlei Probleme haben - im Gegenteil: Selbstzufrieden und absolut mit sich im Reinen strahlen sie eine beeindruckende Selbstsicherheit aus, besitzen Überzeugungskraft und oft ein Charisma, welches Andere blenden kann....

    Sie werden aber dem Leiden nicht entkommen können. Solange alles einigermaßen nach ihren Vorstellungen läuft sind sie relativ zufrieden, es kann aber nicht sein dass alles so bleibt wie man es haben will. Wenn die Zufriedenheit darauf gründet, wird ihr mit Sicherheit der Boden entzogen.

    Gestern habe ich im TV eine Nazidoku gesehen, die mit der größten Überzeugungskraft, Charisma und Selbstsicherheit waren am Ende verzweifelt und haben sich umgebracht.

    Anna Panna:

    Nun erlebe ich, dass Menschen, die der Buddhalehre (oder anderen Weisheitslehren) folgen, üben und praktizieren, oft mit innerer Zerrissenheit zu kämpfen haben, Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen...

    Man findet zwar Ruhe in der Meditation, aber manchmal artet es im Alltag in zähes Ringen mit sich selbst aus, wenn innerer Widerstand sich bemerkbar macht, das "Ego", welches sich quasi "aufbäumt" und Aufmerksamkeit heischt...

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    Man bestenfalls ein "Gutmensch" wird, aber kein "guter Mensch"?

    Die Selbstliebe, die ein Narzisst im Übermaß entwickelt (ev. kompensatorisch!), kommt dann zu kurz und vor allem ist man nicht "mit sich im Reinen"- was dem inneren Frieden und Glück entgegensteht....

    Dass nicht alles richtig ist was man tut ist ja eine Erkenntnis die offenbar nicht allen Menschen zuteil wird. Wichtig finde ich auf das zu achten was man bei der Bemühung um Sittlichkeit bereits erreicht hat, anstatt sich zu sehr darüber zu ärgern was man noch nicht erreicht hat. In dem Wissen dass man sich auf einem guten Weg befindet auf dem es immer besser wird, weil er aus rechter Ansicht stammt. Und es braucht Geduld:

    Zitat

    Durch innere Wandlung wandelt sich das Außen, auch wenn es noch so langsam nachfolgt.

    Nyanaponika Mahathera

    Mit Metta, mukti.


  • Igor07
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    • 7. Mai 2023 um 16:28
    • #6
    Anna Panna:

    Nun erlebe ich, dass Menschen, die der Buddhalehre (oder anderen Weisheitslehren) folgen, üben und praktizieren, oft mit innerer Zerrissenheit zu kämpfen haben, Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen...

    Man findet zwar Ruhe in der Meditation, aber manchmal artet es im Alltag in zähes Ringen mit sich selbst aus, wenn innerer Widerstand sich bemerkbar macht, das "Ego", welches sich quasi "aufbäumt" und Aufmerksamkeit heischt...

    Hi, Anna Panna-Sati . Das ist genau der springende Punkt.. Bevor man das eigene Herz nichts geläutert hatte, egal welche Meditation hilft nichts weiter. Deswegen Sila gehen zuerst, aber nur dann , später , Die höchste Weisheit /vereinfacht ausgedrückt/.

    Wenn wir das nichts berücksichtigen, wir bekommen genau das "Aufbaümen " des Ego, das täuscht uns wieder und wieder , am ende wir sind ent-täuscht und denken, etwas stimmt nichts.. oder wir schieben die Schuld auf die Lehre selbst hin. Aber die ganze Lehre, sorry mein Kalauer, ist auch leer, die ist nur das geschickte Mittel, das solle am ende transzendiert werden, wie die "Fähre", mehr nichts. Wenn wir an die Lehre klammern , als die Wahrheit in der letzen Instanz, dann wie verpassen sie, und noch schlimmer , wir nähren und pflegen das eigene Ego, aber wir sehen das nur nichts.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Mai 2023 um 18:04
    • #7
    Gurkenhut:

    Und inneres Ringen und innerer Friede sind nicht zwangsläufig Gegensätze, wenn das Hadern mit dem Ringen aufhört.

    Danke, liebe GKH,

    das "Aufhören des Haderns mit dem Ringen" wäre dann der nächste Schritt, nachdem man - beispielsweise - erneut ein "Opfer" seiner Emotionen" wurde und die rechte Rede nicht einhielt?

    "Erkennen - NICHT tadeln - ändern" wie es Ayya Khema immer empfahl, kann frustrierend sein, wenn man immer wieder in die "Falle" geht....

    Die "emotionale Instabilität" annehmen und einfach weiterüben, ist wohl die einzig sinnvolle Option.

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Mai 2023 um 18:16
    • #8
    Leonie:
    Anna Panna:

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    1. Sich nicht mit anderen vergleichen.

    2. Woher kommt diese Anspruchshaltung?

    Danke, Leonie ,

    es stimmt, der Vergleich mit anderen ist oft wenig hilfreich....Aber wer Schwierigkeiten hat, sucht gerne nach Vorbildern, an denen er sich orientieren kann.

    Woher kommt die Anspruchshaltung?

    In meinem Fall von der Überzeugung, dass ethisches Verhalten heilsam, sinnvoll und erstrebenswert ist, des weiteren gehört es zum Beschreiten des Edlen Achtfachen Pfades...

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

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  • GKH
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    • 7. Mai 2023 um 18:42
    • #9

    Wir können uns nicht aussuchen, wo wir loslaufen, auch nicht (immer) das Tempo, nur die Richtung, in die es gehen soll.

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Mai 2023 um 18:57
    • #10
    Martinistweg:

    Ich bin in Wirklichkeit ein sehr schlechter Mensch. So wurde ich geboren, und es war nicht die Schuld der Eltern oder des Umfeldes

    Lieber @Martinistweg ,

    wer hat dir denn DAS eingeredet?

    Als "schlechter" Mensch" wird man nicht geboren, höchstens mit einem vielleicht empfindlicheren Nervenkostüm oder lebhafteren Temperament, womit dann die Eltern Probleme haben und ggf. falsch reagieren. So "erziehen" sich Eltern und Kind gegenseitig, was in der Folge tatsächlich zu einem "schwierigen Charakter" führen KANN....

    Martinistweg:

    Ich hatte irgendwann soviel Ärger angehäuft, dass ich mich umbringen wollte.

    Und während ich diesen Selbstmord plante, bin ich der buddhistischen Lehre begegnet.

    Da haben wir etwas gemeinsam - ich hatte auch unglaublich viel Frust und Ärger angehäuft, allerdings brauchte ich mir keine Gedanken über Suizid zu machen, weil mein Körper reagierte und krank wurde...

    Was für ein tolles Karma, dass du der Buddhalehre schon so früh begegnet bist !

    Martinistweg:

    Einige Jahre lang war ich nicht nur nicht glücklicher, sondern es ging mir teilweise noch schlechter als vorher.


    Aber ich hatte inspirierende Lehrer und auch eine Sangha, die mir Kraft gegeben hatte

    Diese "Erstverschlimmerung" kenne ich von der Psychotherapie...

    Dass du dennoch durchgehalten hast, finde ich bewundernswert.

    Martinistweg:

    Ich bin wahrscheinlich immer noch nicht so glücklich wie damals, und so glücklich wie einige meiner damaligen Freunde, aber ich habe einen Frieden gefunden, der durch nichts mehr in dieser Welt zerstört werden kann.


    Ich kenne keine Trauer, Ungeduld, Angst mehr persönlich.

    Diese Dinge sind zwar immer noch da, aber ich habe damit nichts mehr zu tun.

    Es ist so schön, dies zu lesen, danke! _()_

    Martinistweg:

    Wenn man der Wahrheit im Herzen begegnet, dann hört diese Unsicherheit, Zerrissenheit, Unruhe sofort auf.

    Was für eine wahrhaft frohe Botschaft! :) :heart: _()_

    Martinistweg:

    Der Buddha hat nicht nur für die Nonnen und Mönche gelehrt.

    Sondern auch für uns Laien.


    Wir sollten diese Chance nutzen, und uns nicht von anderen Menschen irritieren lassen.

    Mögen wir alle Frieden finden!

    Herzlichen Dank, lieber Martin, deine Beiträge bauen mich immer (wieder) auf und motivieren zum Weitermachen... _()_ :) :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 7. Mai 2023 um 19:08
    • #11
    Anna Panna:

    Es zeigt sich, dass sie mit ihrem Handeln keinerlei Probleme haben - im Gegenteil: Selbstzufrieden und absolut mit sich im Reinen strahlen sie eine beeindruckende Selbstsicherheit aus, besitzen Überzeugungskraft und oft ein Charisma, welches Andere blenden kann....

    Das ist eben die Verblendung. Ich kenne keinen Narzissten oder Machtmenschen, der mit sich im Reinen ist. Nach meiner Erfahrung sind sie oft angstgetrieben oder neigen zur Paranoia. Das gibt es auch unter Buddhisten. Man kann bei sich selbst bleiben und dabei Metta üben. Das hilft meistens!

    Liebe Grüsse! Nanu

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Mai 2023 um 19:24
    • #12
    mukti:
    Anna Panna:

    Nun erlebe ich, dass Menschen, die der Buddhalehre (oder anderen Weisheitslehren) folgen, üben und praktizieren, oft mit innerer Zerrissenheit zu kämpfen haben, Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen...

    Man findet zwar Ruhe in der Meditation, aber manchmal artet es im Alltag in zähes Ringen mit sich selbst aus, wenn innerer Widerstand sich bemerkbar macht, das "Ego", welches sich quasi "aufbäumt" und Aufmerksamkeit heischt...

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    Man bestenfalls ein "Gutmensch" wird, aber kein "guter Mensch"?

    Die Selbstliebe, die ein Narzisst im Übermaß entwickelt (ev. kompensatorisch!), kommt dann zu kurz und vor allem ist man nicht "mit sich im Reinen"- was dem inneren Frieden und Glück entgegensteht....

    Dass nicht alles richtig ist was man tut ist ja eine Erkenntnis die offenbar nicht allen Menschen zuteil wird. Wichtig finde ich auf das zu achten was man bei der Bemühung um Sittlichkeit bereits erreicht hat, anstatt sich zu sehr darüber zu ärgern was man noch nicht erreicht hat. In dem Wissen dass man sich auf einem guten Weg befindet auf dem es immer besser wird, weil er aus rechter Ansicht stammt. Und es braucht Geduld:

    Zitat

    Durch innere Wandlung wandelt sich das Außen, auch wenn es noch so langsam nachfolgt.

    Nyanaponika Mahathera

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    Vielen Dank auch dir, lieber mukti , für deinen mutmachenden, hilfreichen Beitrag!

    Ja, ohne Khanti geht es nicht.... _()_ :) :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 7. Mai 2023 um 19:49
    • #13
    Igor07:

    Das ist genau der springende Punkt.. Bevor man das eigene Herz nichts geläutert hatte, egal welche Meditation hilft nichts weiter. Deswegen Sila gehen zuerst, aber nur dann , später , Die höchste Weisheit /vereinfacht ausgedrückt/.

    Wenn wir das nichts berücksichtigen, wir bekommen genau das "Aufbaümen " des Ego, das täuscht uns wieder und wieder , am ende wir sind ent-täuscht und denken, etwas stimmt nichts.. oder wir schieben die Schuld auf die Lehre selbst hin.

    Danke, lieber Igor07 ,

    denkst du auch, dass man nur glücklich Leben kann, wenn man mit sich UND der Welt im Reinen ist?

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 7. Mai 2023 um 20:14
    • #14
    Nanu:

    Das ist eben die Verblendung. Ich kenne keinen Narzissten oder Machtmenschen, der mit sich im Reinen ist. Nach meiner Erfahrung sind sie oft angstgetrieben oder neigen zur Paranoia

    Danke, liebe(r) U123N ,

    ja, stimmt, sie haben auch ihr Dukkha- Päckchen zu tragen...

    Dennoch beobachte ich eine beachtliche Resilienz z.B. bei Schicksalsschlägen (sie kommen schnell wieder auf die Beine!) und da sie immer andere abwerten und ihnen Schuld zuweisen, bleiben sie weitgehend unbelastet von Schuldgefühlen.

    Ich kann mir aber vorstellen, dass das Loslassen auf dem Sterbebett solchen Menschen u.U. schwerer fällt, als weniger ichbezogenen....

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

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    • 7. Mai 2023 um 20:16
    • #15
    Anna Panna:

    Es zeigt sich, dass sie mit ihrem Handeln keinerlei Probleme haben - im Gegenteil: Selbstzufrieden und absolut mit sich im Reinen strahlen sie eine beeindruckende Selbstsicherheit aus, besitzen Überzeugungskraft und oft ein Charisma, welches Andere blenden kann....

    Ich hatte mal eine Belehrung über die 6 Daseinsbereiche gehört und da fand ich es interessant das "Dummheit" als "Nicht-Reflexion" da als das typische gesehen wurde. Aber es ist ja tatsächlich so, dass Tiere oftmals genauso eine in sich selbst ruhende Unschuld haben, wie du sie für bestimmte Menschen beschreibst. Eine Katze für mit einer Maus spielt hat ja gleichzeitig was mörderisches aber auch was unschuldig verspieltes. Weil ja wirklich wahrhaftig die Einfühlung für die Gegenseite fehlt. Ich denke ähnlich kann man auch als Mensch auch Einfühlung und Reflexion ermangeln und von sich weisen und ein in sich ruhender Kriegsverbrecher oder Vergewaltiger sein.

    Aber auch wenn man "mit sich im Reinen" ist, kann das ja bedeuten das man mit der Welt nicht im Reinen ist. Es ist einen Schwerelosigkeit die nicht aus sich selbst kommt sondern einem Fall geschuldet ist, der einen Aufprall mit sich bringt.

  • Igor07
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    • 7. Mai 2023 um 20:18
    • #16
    Anna Panna:

    Da haben wir etwas gemeinsam - ich hatte auch unglaublich viel Frust und Ärger angehäuft, allerdings brauchte ich mir keine Gedanken über Suizid zu machen, weil mein Körper reagierte und krank wurde...

    Was für ein tolles Karma, dass du der Buddhalehre schon so früh begegnet bist !

    Liebe Anna Panna-Sati ... Ich versuche es wie möglich kurz zu fassen. Ich kann sehr gut, was Martin erzählt, nachvollziehen. Ich war sehr nah an Suizid selbst, denn meine resistente Depressionen mach(t)en mich total fertig. Aber wenn man kein "Ich-Mein-Bezug" innerlich erkannt hatte, wenigstens den Hauch davon, dann es wirkt sehr befreind... im Sinne man fühlt sich an das eigene Leid ( dukkha) nichts mehr verbunden , denn der innere Kern als "Ich" , wenigstens vorübergehend ( bei der sehr langen Meditation, z.B.) wird ein wenig gelockert, geschwächt, abgemildert.

    Das Klammern ist immer mit dem Ich ("") zusammen geht. Das Anhaften ohne Ich-Bezug ist nichts möglich.

    Zitat

    Nach diesen Worten sagte ich zu ihm: 'Herrscher der Götter, da hat ein Bhikkhu vernommen, daß alle Dinge nicht des Anklammerns wert sind. Wenn ein Bhikkhu vernommen hat, daß alle Dinge nicht des Anklammerns wert sind, erkennt er alle Dinge unmittelbar; indem er alle Dinge unmittelbar erkennt, durchschaut er alle Dinge vollständig; indem er alle Dinge vollständig durchschaut, verweilt er in der Betrachtung der Vergänglichkeit von Gefühl; was für ein Gefühl er auch immer empfinden mag, ob angenehm oder schmerzhaft oder weder schmerzhaft noch angenehm; er betrachtet die Lossagung, betrachtet das Aufhören, betrachtet das Loslassen. Indem er so betrachtet, haftet er an nichts in der Welt an. Wenn er nicht anhaftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn er nicht aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbāna.

    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m037z.html

    Sehr wichtiger satz, scheint mir, es ist das:

    Zitat

    alle Dinge nicht des Anklammerns wert sind.

    Warum, man kann die Frage stellen? Weil die alle "frei von den ihnen inhärenten Existenz sind". "Nibbana ist die höchte Leerheit"... so es ist nichts von mir... leer von Ich-Wahn.. oder man kann es als die Selbst-Sucht ( befreit) auffassen.

    Schaue mal, Anna Panna-Sati , man braucht nur sehr aufmerksam zu lesen:


    Martinistweg:

    Ich kenne keine Trauer, Ungeduld, Angst mehr persönlich.

    Diese Dinge sind zwar immer noch da, aber ich habe damit nichts mehr zu tun.

    Das ist der Volltreffer, total! :rose:

    "Nichts mehr persönlich", also ohne "Ich".

    Nur dann, als die Folge, man kann die ganze Gefühle loszulassen. Ohne den Inneren Kern sie lösen allmählich wie von selbst auf.

    Das ist eigentlich das Herz der Lehre, egal Theravada oder Mahayana.

    Martinistweg:

    Wenn man der Wahrheit im Herzen begegnet, dann hört diese Unsicherheit, Zerrissenheit, Unruhe sofort auf.

    Im Pali man spricht über das Herz-Geist. Martin versucht immer diese innigste Wahrheit zu vermitteln. Man kann es rein sachlich so formulieren, dass das Herz der allen "Dinge" "leer" ist. Oder .."nichts mit mir zu tun haben."

    _()_ _()_ _()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
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    • 7. Mai 2023 um 20:44
    • #17
    Anna Panna:

    Danke, lieber Igor07 ,

    denkst du auch, dass man nur glücklich Leben kann, wenn man mit sich UND der Welt im Reinen ist?

    Hm, Anna, wie man sollte das Wort "Glück " defineren? Aus der buddhistichen Sicht.

    Ich lasse das Zitieren beiseite,.. mit den eigenen Wörtern...

    Das egal welche "Glück " ist der vorübergehenden Natur, es kommt und vergeht.

    Das Leben , wie es ist, ent-gleit-et uns, und zwar den jeden Augenblick. Der Tod ist immer näher, während ich das abtippe... Alles ist vergänglich, absolut alles..

    Im Reinen zu leben , scheint mir, nur dann wäre möglich, wenn man das "anhaften " an so wie "Fata-Morgana" zum Ende gebracht hatte.. oder einfach innerlich sie aufgegeben hatte.. Im Christentum man spricht dann, so etwas .. über die De-Mut..

    Ich akzeptiere das Schicksal , egal was auf mir zukommt, mit der Innigsten Hingabe , Aufgabe, ich trinke den giftigen Kelch, oder ich trage mein Kreuz und akzeptiere es innerlich. Ohne wenn und aber. Der Buddha hatte erkannt, dass das ganze "Dukkha" nur deswegen zustande kommt, weil man sich mit den "Leid" innerlich indentifiziert. Wenn aber man durchgeschaut hatte, dass alles Anatta ist, dann man stellt sich die Frage, wer leidet, eigentlich? Das Leid würde dann abgemildert, aber der Schmerz bleibt. Der erste Pfeil ist der Schmerz.. der ist unvermeidlich, unausweichlich, der zweite Pfeil man sollte nichts auf sich sellbst abschiessen, das ist die innere Wahrheit, oder im Reinen mit der Welt zu sein.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Noreply
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    • 8. Mai 2023 um 10:06
    • #18

    Mit Sich im Reinen sein, heißt mit sich und der Welt keine Probleme zu haben, die mit Menschen sind Hindernisse die die Welt nicht kennt.

  • Hingabe
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    • 8. Mai 2023 um 11:34
    • #19
    Anna Panna:

    Man findet zwar Ruhe in der Meditation, aber manchmal artet es im Alltag in zähes Ringen mit sich selbst aus, wenn innerer Widerstand sich bemerkbar macht, das "Ego", welches sich quasi "aufbäumt" und Aufmerksamkeit heischt...


    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    Man bestenfalls ein "Gutmensch" wird, aber kein "guter Mensch"?

    Die Selbstliebe, die ein Narzisst im Übermaß entwickelt (ev. kompensatorisch!), kommt dann zu kurz und vor allem ist man nicht "mit sich im Reinen"- was dem inneren Frieden und Glück entgegensteht....

    Dein Eröffnungsbeitrag spricht mich gerade sehr an, das ist alles auch mein Thema gewesen vor einigen Wochen und heute auch mal wieder gewesen. Ich wusste da bis eben auch überhaupt nicht weiter, keinen Rat. Gerade eben ist mir aber die Erkenntnis oder die Erinnerung erschienen, das ich mit solcher Art Menschen gut zurecht kam und das der Weg ist, wenn ich ihnen mit Freundlichkeit und mitfühlender Liebe begegnete. Dann hat man mehr Verständnis und sieht, dass sie ja gar nicht mit sich und der Welt im Reinen sind. Oder zumindest mit der Welt nicht. Und außerdem: wenn mich etwas an dem / der anderen stört, haben wir solches Verhalten selbst noch, sagte eine große Theravada Meisterin. Stören in dem Sinne, dass wir diesen Menschen ablehnen, ihn nicht mögen, ihm / ihr nichts Gutes gönnen, oder wie kann man Ablehnung noch beschreiben ?

    Aber darum ging es ja jetzt nicht. Es ging darum, wie oder warum manche Menschen so selbstherrlich und zu selbstbezogen und kalt sind und damit scheinbar Erfolg haben, ihren Willen oft durchsetzen und glücklich zu sein scheinen. Also glücklich sind sie wohl eher nicht.

    Wenn jemand immer grimmig rumrennt, kann er ja nicht glücklich sein.

    Bei mir war es so, dass ich so jemanden bei der Arbeit hatte und abgelhent habe, aber an manchen Tagen hatte ich etwas Metta und Karuna hoch geholt in mir und da war dann alles ganz anders. Da gab es keine Ablehnung gegen sie, sondern eher Wohlwollen und Mitgefühl mit ihr. Das war aber nicht jeden Tag so, da ich das nicht jeden Tag geschafft habe vorher zu meditieren. Und am Ende habe ich einen Schaden angerichtet.

    Mein Ego hatte sich wieder durchgesetzt und statt eine weise, mitfühlende Aktion/ ein Handeln, habe ich das Gegenteil getan und habe danach gekündigt.

    Es ist mir schwer gefallen oder fällt mir immer noch schwer mit anderen wohlwollend umzugehen und dafür meine Ideale hinten anzustellen.

    Weil jemand etwas total falsch angeht bei der Arbeit zB, dass ich nicht so was Dummes mache, wie ich es tat, da mich ihr Handeln gestört hatte und ich mir ( mein Ego ) einegredet habe, ich mache damit etwas Gutes. Das war so ein Gut- Menschverhalten aber dennoch viel unterschwelliger, das ganze war viel komplizierter, die Lage war komplizierter. Es ist in etwa so gewesen, wie wenn du auf einem Rettungsschiff arbeiten würdest und ein Kollege würde die Geretteten ständig anschnauzen, schikanieren und auf dem Schiff zu Arbeiten anweisen, herrschsüchtig sein.

    Also auf der einen Seite, kann er / sie nicht so wirklich anders und will gerne etwas Gutes tun, nur er/ sie kann es nicht, da er/ sie so verbittert wurde vom Leben. Also ich denke mir dass das der Grund ist.

    Manche merken auch nicht, wie sie andere quälen, klein machen, sie haben dafür den Blick verloren.

    Man kann jemanden das dann brutal aufzeigen, wie ich es dann tat- oder mit Metta und Karuna.

    Das erstere führte dazu, dass es mir danach selbst nicht mehr gut ging.

    Naja. Wird wohl schon wieder werden. Ich könnte es ja wieder gut zu machen versuchen.

    mukti:

    Wichtig finde ich auf das zu achten was man bei der Bemühung um Sittlichkeit bereits erreicht hat, anstatt sich zu sehr darüber zu ärgern was man noch nicht erreicht hat. In dem Wissen dass man sich auf einem guten Weg befindet auf dem es immer besser wird, weil er aus rechter Ansicht stammt.

    Sehr gut. Das hilft mir weiter- wenn ich denn mal wieder Erfolge haben sollte im sittlichen Verhalten, das ich mir dann ankucken kann, statt eben nur das was ich noch nicht kann. Danke Dir.

    Igor07:

    Bevor man das eigene Herz nichts geläutert hatte, egal welche Meditation hilft nichts weiter. Deswegen Sila gehen zuerst, aber nur dann , später , Die höchste Weisheit /vereinfacht ausgedrückt/.

    Wenn wir das nichts berücksichtigen, wir bekommen genau das "Aufbaümen " des Ego, das täuscht uns wieder und wieder , am ende wir sind ent-täuscht und denken, etwas stimmt nichts..

    Sehr wichtig, ich glaube, das war mir oft nicht bewusst, es ist ein Grund für dieses Aufbäumen des Egos und nicht mehr wissen was zu tun ist, das Herz auch nicht mehr so richtig spüren können, danke für diese Erinnerung Igor. Die Sila, Rechte Rede, habe ich in der Situation nicht eingehalten. Da ich nämlich gar nicht auf sie eingegangen bin, sie zwar auch nicht auf mich, doch ich wollte auch nicht versuchen Verständnis zu haben, das ganze Gespräch war ego- getrieben, ohne Metta und Karuna dabei. Dann habe ich noch schlecht über sie geredet hinterher, oh ja, das war auch gegen die RECHTE REDE. Darum klappt das mit dem Meditieren seitdem auch nicht mehr.

    Es ist wohl wichtig mir das was ich getan habe, selbst zu vergeben und dann weiter zu machen da wo ich aufgehört habe, ehe dieses Ereignis bei meiner letzten Arbeit war. Weiter die Herzläuterung üben. Danke dir für den Impuls dazu.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    5 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (8. Mai 2023 um 11:55)

  • Hingabe
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    • 8. Mai 2023 um 12:20
    • #20
    Anna Panna:

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    Man bestenfalls ein "Gutmensch" wird, aber kein "guter Mensch"?

    Die Selbstliebe, die ein Narzisst im Übermaß entwickelt (ev. kompensatorisch!), kommt dann zu kurz und vor allem ist man nicht "mit sich im Reinen"- was dem inneren Frieden und Glück entgegensteht....

    Bezog sich das auf einen Menschen der meditiert, der sich darin übt sein Herz / seinen Geist zu läutern ?

    Also ein Narzisst der meditiert und versucht sein Herz zu läutern ? Und wir alle haben narzisstische Züge, daher kann das auf jeden von uns zutreffen, dass wir manchmal mit uns am Ringen sind, da das Ego Angst hat zu kurz zu kommen bei der Herzläuterung und wir immer wieder zurück fallen in egozentrisches Denken und Handeln.

    Das ist bei mir noch ein langer Übungsweg / Kampf so scheint es mir.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

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    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



  • Anna Panna-Sati
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    • 8. Mai 2023 um 13:06
    • #21
    Rigpa:
    Anna Panna:

    Was, wenn das "innere Wesen" nicht mit den ethischen Ansprüchen in Einklang zu bringen ist?

    Man bestenfalls ein "Gutmensch" wird, aber kein "guter Mensch"?

    Die Selbstliebe, die ein Narzisst im Übermaß entwickelt (ev. kompensatorisch!), kommt dann zu kurz und vor allem ist man nicht "mit sich im Reinen"- was dem inneren Frieden und Glück entgegensteht....

    Bezog sich das auf einen Menschen der meditiert, der sich darin übt sein Herz / seinen Geist zu läutern ?

    Also ein Narzisst der meditiert und versucht sein Herz zu läutern ? Und wir alle haben narzisstische Züge, daher kann das auf jeden von uns zutreffen, dass wir manchmal mit uns am Ringen sind, da das Ego Angst hat zu kurz zu kommen bei der Herzläuterung und wir immer wieder zurück fallen in egozentrisches Denken und Handeln.

    Das ist bei mir noch ein langer Übungsweg / Kampf so scheint es mir.

    Alles anzeigen

    Hallo liebe Hingabe ,

    vielen Dank für deine wertvollen Beiträge! _()_ :heart:

    Hier meinte ich tatsächlich mehr den Übenden mit geringen narzisstischen Anteilen, der sein Herz und Geist läutern möchte, meditiert und es dann im Alltag nicht so schafft, seine gewonnenen Einsichten und ethischen Vorsätze umzusetzen.

    Und sich dadurch nicht im Reinen mit sich fühlt....

    Ein Mensch mit stark narzisstischen Zügen, der grundsätzlich von seiner Grandiosität überzeugt ist (und daher auch keinerlei Notwendigkeit für eine Läuterung seines Herzens oder Geistes sieht) fühlt sich dagegen mit sich im Frieden - "schuld" sind immer die Anderen, die Umstände,...

    Rigpa:

    Gerade eben ist mir aber die Erkenntnis oder die Erinnerung erschienen, das ich mit solcher Art Menschen gut zurecht kam und das der Weg ist, wenn ich ihnen mit Freundlichkeit und mitfühlender Liebe begegnete. Dann hat man mehr Verständnis und sieht, dass sie ja gar nicht mit sich und der Welt im Reinen sind. Oder zumindest mit der Welt nicht.

    Ja, man sollte möglichst ALLEN Menschen liebende Güte/ Freundlichkeit und Mitgefühl entgegenbringen, "Narzissten" erst recht, weil sie das "brauchen" und es sonst sehr unangenehm werden kann....

    Leider bin ich mit einer narzisstischen Mutter aufgewachsen und habe - unachtsamerweise - einen Mann geheiratet, der (nachgewiesenermaßen) starke narzisstische Anteile aufweist.

    Mein Leben lang kämpfte ich quasi ums psychische Überleben, bis mir die Buddhalehre einen anderen Blick auf die Menschen und die Gegebenheiten ermöglichte.

    Mein Mann lehnt jegliche Religion und auch Buddhismus ab, zieht mich genüsslich auf, wenn ich mal "die Contenance verliere" und ihn beschimpfe ("Sooo etwas sagen Buddhisten aber nicht!"...Womit er ja leider Recht hat.... :? )

    Ich praktiziere sozusagen unter erschwerten Bedingungen... :erleichtert:

    Alles Gute auch für deinen Übungsweg! Wir schaffen das.... ;)

    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Leonie
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    • 8. Mai 2023 um 13:30
    • #22
    Anna Panna:

    Leider bin ich mit einer narzisstischen Mutter aufgewachsen und habe - unachtsamerweise - einen Mann geheiratet, der (nachgewiesenermaßen) starke narzisstische Anteile aufweist.

    Mein Leben lang kämpfte ich quasi ums psychische Überleben, bis mir die Buddhalehre einen anderen Blick auf die Menschen und die Gegebenheiten ermöglichte.


    Mein Mann lehnt jegliche Religion und auch Buddhismus ab, zieht mich genüsslich auf, wenn ich mal "die Contenance verliere" und ihn beschimpfe ("Sooo etwas sagen Buddhisten aber nicht!"...Womit er ja leider Recht hat.... :? )

    Ich praktiziere sozusagen unter erschwerten Bedingungen...

    Benutzt du nicht die Buddhalehre, um beweisen zu wollen, dass du es besser machst?

    Du identifizierst dich damit und das ist nichts anderes als eine starke Anhaftung - betrachte doch mal dein Begehren in dieser Hinsicht.

    :zen:

  • Anna Panna-Sati
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    • 8. Mai 2023 um 13:40
    • #23
    Leonie:

    Benutzt du nicht die Buddhalehre, um beweisen zu wollen, dass du es besser machst?


    Du identifizierst dich damit und das ist nichts anderes als eine starke Anhaftung - betrachte doch mal dein Begehren in dieser Hinsicht.

    Danke, Leonie , sehr scharfsinnig beobachtet! _()_ :)

    Das werde ich mir mal ansehen....

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Aravind
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    • 8. Mai 2023 um 16:19
    • #24

    Liebe Anna Panna,

    danke für Deinen offenen Text (Vorsicht, ich habe nur den Eingangspost gelesen!).

    Anna Panna:

    in meinem (jetzt immerhin schon 60 Jahre währenden) Leben

    Aha, noch eine Best Agerin!


    Anna Panna:

    Es zeigt sich, dass sie mit ihrem Handeln keinerlei Probleme haben - im Gegenteil: Selbstzufrieden und absolut mit sich im Reinen strahlen sie eine beeindruckende Selbstsicherheit aus, besitzen Überzeugungskraft und oft ein Charisma, welches Andere blenden kann....

    Viele meiner UnternehmerkollegInnen und -freunde fallen in diese Kategorie. Schlicht und einfach: Das täuscht bei den meisten gewaltig! Ich habe mich schon von mehreren Geschäftspartner geschäftlich getrennt, weil sie sehr erfolgreich sind, ihre Methoden aber nicht zu meinen passen. Irgendwann habe ich gelernt, dass es mir wichtiger ist, mit ihnen befreundet zu sein, als mit ihnen Geld zu verdienen.

    Anna Panna:

    "Alle Wesen wollen glücklich sein und Leid vermeiden" ist ein oft zitierter Satz, der Mitgefühl und Verständnis erwecken kann (und soll), aber die Frage offenlässt, auf welche Weise die Wesen dies tun

    Eigentlich nicht. Der Weg ist doch klar beschreiben: Vier Edle Wahrheiten, Achtfacher Pfad, Metta.

    Da bleibt auch das nicht offen:

    Anna Panna:

    und ob andere Wesen dadurch Schaden zugefügt wird.

    Da ist das Metta-Sutta seeehr eindeutig:

    Zitat

    Mögen alle Wesen glücklich sein und Frieden finden!


    Was es auch an lebenden Wesen gibt:
    ob stark, oder schwach,
    ob groß oder klein,
    ob sichtbar oder unsichtbar,
    fern oder nahe,
    geboren oder einer Geburt zustrebend:
    mögen sie alle glücklich sein!


    Niemand betrüge oder verachte einen anderen.


    Aus Ärger oder übelwollen
    wünsche man keinem irgendwelches Unglück.

    Alles anzeigen
    Anna Panna:

    Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen...

    Da stellt sich doch direkt die Frage: Wer ist dann "schuld"? Der Anspruch, oder die Wirklichkeit. ;)

    Auch da finde ich den Weg des Buddha klar: Anspruch = Anhaftung. Das ist ja eine bewährte Falle: Aus der Praxis und der eigenen Entwicklung ein Anstrengungsprogramm zu machen.

    Loslassen, weiter machen.

    Selbstliebe im Sinne von Metta entsteht ja nicht dadurch, dass man sich für eine tolle Hechtin hält, ganz im Gegenteil. Sondern weil man sie trainiert, so wie man Achtsamkeit trainiert.

    Di Mello schreibt dazu sinngemäß, dass der Weg erst dann richtig anfängt, wenn man erkannt hat, dass man ein Arsch ist. Ganz im Sinne von "ist der Ruf erst ruiniert...".

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • U123N
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    • 8. Mai 2023 um 18:09
    • #25
    Anna Panna:

    Mein Mann lehnt jegliche Religion und auch Buddhismus ab, zieht mich genüsslich auf, wenn ich mal "die Contenance verliere" und ihn beschimpfe ("Sooo etwas sagen Buddhisten aber nicht!"...Womit er ja leider Recht hat.... :? )

    Meiner auch. Habe mir deswegen mal angewöhnt kurz vor einem Ärgerausbruch zu sagen, "ich bin zwar Buddhistin aber... ", um dem vorzubeugen. Zum Glück interessiert er sich aber sehr für Philosophie und das hat u.a. dazu geführt, dass ich in gemeinsamen Gesprächen mit ihm meine eigenen Dharma Wissenslücken entdeckte und dann erst recht wusste, wo ich noch mal nachlesen muss. (:

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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